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Ent-

wick-

lungs-

störungen

bei

Kindern

Diplomarbeit

von

Petra Andersch
Heilpraktikerin

Ringstr. 29
75331 Engelsbrand

1
Inhaltsverzeichnis

Vorwort 3
Einleitung 4
Kinder als Patienten 5

1. Das vorgeburtliche Leben und die Geburt


1.1 Die Schwangerschaft 7
1.2 Die Geburt 9
1.3 Die Frühgeburt 10
1.4 Sauerstoffmangel 12

2. Die Kindheit
2.1 Hydrocephalus 13
2.2 geistige Retardiertheit 14
2.3 Wachstumsstörungen 15
2.4 motorische Störungen 17
2.5 Enuresis 18
2.6 Sprachstörungen 19
2.7 Lernstörungen 21
2.8 ADS 23
2.9 Epilepsie 25

Anamnesebogen für Kinder 26


Zu guter Letzt 28
Literaturverzeichnis 29

2
Vorwort

Als Mutter zweier gesunder Kinder habe ich viel Kontakt zu jungen
Familien, so dass ich durch die ähnliche Lebenssituation oft als
Ansprechpartnerin diene. Dabei handelt es sich immer häufiger um
„Abweichungen von der Norm“ – körperlicher oder geistiger Natur – der
Kinder. Die Eltern haben verschiedene Fachleute konsultiert, ohne Rat
oder Hilfe zu erhalten.

In der Jahresausbildung bei Herrn Thews lernte ich Therapiewerkzeuge


kennen, die diesen Kindern einen neuen Horizont eröffnen können. Die
USA setzten die TCM mit großem Erfolg bei Entwicklungsstörungen ein,
während Deutschland hierbei noch in den Kinderschuhen steckt.

Ich wünsche mir, durch mein Wirken diese Entwicklung voranzutreiben


und diese bislang wenig beachtete Einsatzmöglichkeit der TCM publik zu
machen, so dass diese Kinder eine bessere Lebensqualität haben.

Diese Diplomarbeit ist ein erster Schritt auf einem Weg voller Lehrjahre,
auf dem ich hoffentlich immer mein Ziel im Auge behalten werde!

Anmerkung von Franz Thews

Es gibt kaum eine Diplomarbeit zu diesem Thema, welche in dieser


Perfektion erarbeitet wurde.

Knapp und bündig wurde das wesentliche erarbeitet und vor allem stellt
diese Arbeit über Entwicklungsstörungen viele andere Autoren in den
Schatten.

Ich bin Stolz, dass in der Zeit der Ausbildung ein wesentlicher Blick für
TCM-Muster entwickelt wurde. Machen Sie weiter so.

Franz Thews
November 2003

3
Einleitung

In dieser Arbeit werden ausgewählte Aspekte kindlicher


Entwicklungsstörungen behandelt, die jedoch keinen Anspruch auf
Vollständigkeit haben.

Die Entwicklungsstörungen werden wie alle Störungen in der TCM als


Disharmoniemuster behandelt und können durch äußere pathogene
Faktoren ausgelöst, begünstigt oder unterhalten werden. Eine spezielle
Rolle wird in dieser Arbeit der Konstitution (Nierenessenz) zuteil.
Allgemein gesprochen kann die Konstitution als ein Grad an Gesundheit
und Vitalität zu einem bestimmten Zeitpunkt definiert werden, d.h. sie
resultiert aus der ständigen Wechselwirkung zwischen der vererbten
genetischen Ausstattung des Einzelnen und seiner Umwelt.

Das Leben kann in drei Stadien eingeteilt werden, die nach der TCM
speziellen energetischen Regeln unterliegen:
1. das vorgeburtliche Leben
2. die Kindheit
3. das Erwachsenenalter

1. Das vorgeburtliche Leben

Diese Lebensstufe ist durch folgende Faktoren beeinflussbar:


a) Zustand des Jing der Eltern vor der Empfängnis
b) Zustand der Mutter während der Schwangerschaft
c) Ereignisse während der Geburt

In einer oder mehrerer dieser Phasen können die Ursachen späterer


Entwicklungsstörungen oder Krankheiten angelegt werden.

2. Die Kindheit

Dieser Lebensabschnitt ist durch großes physisches Wachstum und eine


schnelle Entwicklung auf allen Ebenen gekennzeichnet. Zudem können
sich negative Erfahrungen tiefer als jemals im späteren Leben ins
Unterbewusstsein eingraben. Ungünstige Verhältnisse können daher
starke und langfristige Einflüsse auf Körper, Geist oder Seele haben.

3. Das Erwachsenenalter

Diese Phase ist nicht Inhalt dieser Arbeit.

4
Kinder als Patienten

Zu Beginn möchte ich einige grundlegende Unterschiede zwischen


Erwachsenen und Kindern darlegen:

- Kinder haben oft eine Milzschwäche.


Physiologisch haben Kinder vom Zahnwechsel bis zur Pubertät eine
Milzschwäche, sie kann jedoch schon vorher eine bedeutende Rolle
spielen. Vor der Geburt werden die Kinder über die Nabelschnur von der
Mutter ernährt. Nach der Geburt ist die Funktion der Milz (Umwandeln
und Transportieren der Nahrung) das wichtigste Kriterium, um wachsen
zu können. In der Wachstumsphase wird die Milz überdurchschnittlich
gefordert, so dass es im Zusammentreffen mit pathogenen Faktoren
oder anderen ZangFu-Mustern zu einer Milzschwäche kommen kann.

- Kinder sind im Vergleich zu Erwachsenen extrem Yang.


Sie bewegen sich ständig, sind aktiv, fordern unsere Aufmerksamkeit.
Fieber können sie aufgrund der reduzierten hemmenden Wirkung des
Yin (im Vergleich zu Yang) gut kompensieren.
In der westlichen Gesellschaft werden fieberhafte Erkrankungen oft mit
Antibiotika behandelt, welches energetisch heiß ist. Auch die Ernährung
ist stark von Hitze geprägt (Pommes, Ketchup, Cola, Chips), so dass die
Hitze das Yin (zer)stören kann.

- Pathogene Faktoren können das Qi leicht stören oder blockieren.


Kinder überhitzen im Hochsommer schnell und ziehen sich bei kalter
Witterung schnell eine Erkältung zu. Sie sind anfälliger für Krankheiten
oder Ernährungsumstellungen als Erwachsene.

- Kinder werden schnell krank, und die Krankheit entwickelt sich


schnell zu einer ernsthaften Problematik.
Kinder trocknen schnell aus (Erbrechen, Durchfall), das Fieber kann
gefährlich hoch steigen, ein Infekt kann sich leicht in eine
Lungenentzündung verwandeln.

- Kinder erholen sich schnell.


Sie sprechen gut auf alle Formen der Behandlung an.

- Kinder unter sieben Jahren nehmen ihre Emotionen nicht bewusst


wahr.
Sie haben wenig Kontrolle über ihre Gefühle, nehmen die Emotionen
ihrer Umgebung auf (besonders der Eltern) und spiegeln sie wieder.
Kinder werden durch Emotionen leicht krank.

5
- Der Funktionskreis Leber ist oft krank.
= > Kinder neigen zu Krämpfen.
- Behandle die Mutter, dann behandelst du auch das Kind (< 7 J.).
Mutter und Kind sind energetisch als eine Einheit zu betrachten, da sie
voneinander abhängig sind:
a) ein krankes Kind erhält von seiner Mutter Pflege und
Aufmerksamkeit, was die Mutter körperlich und psychisch
erschöpft.
b) Ist die Mutter krank, neigt auch das Kind dazu, krank zu werden; es
spiegelt das Yin-Yang-Ungleichgewicht der Mutter wider.

6
1. Das vorgeburtliche Leben und die Geburt

1.1 Die Schwangerschaft

Ein Kind wird gezeugt. Vater und Mutter bestimmen durch Vererbung
ihrer Nieren-Essenzen die Konstiution des Kindes, die von den
Chinesen die Vorhimmelsessenz genannt wird. Diese
Vorhimmelsessenz ist genetisch festgelegt. Optimal ist eine Zeugung,
bevor die Eltern das gemeinsame Alter von 75 Jahren erreichen und sich
bei der Zeugung bester Gesundheit erfreuen. In anderen Worten: die
Essenz, die wir alle im Laufe unseres Lebens verbrauchen, ist bei Vater
und Mutter stark. Sind die Eltern zu alt, krank oder durch Drogen (z.B.
Alkohol, Medikamente) geschwächt, können sie ihrem Kind nur eine
schwache Vorhimmelsessenz mitgeben.

Die Entwicklung des Kindes beginnt im Mutterleib. Für die Ernährung


des Fötus ist der Funktionsbereich Leber von großer Bedeutung, da er
das Blut speichert, das wiederum vom Funktionsbereich Herz bewegt
wird. Durch die Menstruation befindet sich die Frau physiologisch in Blut-
Leere bzw. Blut-Stagnation; daher sollte während der ersten fünf
Schwangerschaftsmonate Xue gestützt und die Leber stabilisiert werden.

Der Funktionsbereich Milz bildet und kontrolliert Xue, das in der Leber
gespeichert wird. Die Milz stellt (zusammen mit dem Magen) die
Nachhimmelsessenz zur Verfügung, ernährt die Gebärmutter und hält
das Blut in den Gefäßen. Ab dem 5. Schwangerschaftsmonat ist es
wichtig, die Milz zu stärken, um die körpereigenen Reserven der Mutter
zu stützen. Ein Milz-Qi-Mangel kann zu Blutungen und zu einem
schlechten Ernährungszustand des Fötus führen. Da Milz die Nässe
hasst, kann sie mit warmer, nährender, süßlicher und leicht verdaulicher
Nahrung unterstützt werden (Getreide, Hülsenfrüchte, mäßig Fleisch,
gelbes Gemüse).

Der Uterus hat auch einen engen Bezug zur Niere, zum
Konzeptionsgefäß und zum ChongMai (Durchdringungsgefäß).
Konzeptionsgefäß und ChongMai entspringen der Niere und regulieren
Menstruation, Empfängnis und Schwangerschaft. Beide verlaufen durch
den Uterus: das Konzeptionsgefäß liefert Qi, ChongMai Blut an die
Gebärmutter.

Eine komplikationslose Schwangerschaft hängt daher vom Zustand


dieser Außerordentlichen Gefäße ab, die wiederum vom Zustand der
Niere abhängt. Ist genug Nieren-Essenz vorhanden, sind
Konzeptionsgefäß und ChongMai ebenfalls stark.

7
Milz und Leber stehen über das Konzeptionsgefäß und den ChongMai
mit dem Uterus in Verbindung.

Niere, Milz und Leber sind die wichtigsten Zang-Organe, die für
Physiologie und Pathologie in der Frauenheilkunde von Bedeutung sind.

Milz und Magen Leber und Gallenblase

Milz-Yang Leber-Yin

Nieren-Yang Niere Nieren-Yin

ChongMai Konzeptionsgefäß

Uterus

Die Abbildung zeigt die wichtigsten Beziehungen, die für Menstruation


und Befruchtung eine Rolle spielen. Dabei ist v.a. eine ausreichende
Versorgung mit Blut ausschlaggebend. Eine Fehlgeburt im ersten
Schwangerschaftsdrittel deutet auf eine Essenzschwäche, im zweiten
Schwangerschaftsdrittel auf einen Blutmangel und damit auf eine
Milzschwäche hin.

Probleme während der Schwangerschaft wie vorzeitige Wehen,


Blutungen, eine ungewollte Schwangerschaft, Alkohol/ Drogen/
Medikamente und starke Emotionen schwächen das Nieren-Yin des
Kindes. Dasselbe gilt für Krankheiten der Mutter während der
Schwangerschaft: so sind z.B. Schwangerschafts-Diabetes oder eine
Schilddrüsenüberfunktion energetisch heiß.

8
1.2 Die Geburt

Mit der Geburt gesellt sich zur Vorhimmelsessenz die


Nachhimmelsessenz hinzu. Die Nachhimmelsessenz ist ein
Transformationsprodukt vom Magen und Milz, die aus dem Essen,
Trinken und aus der Luft Qi extrahieren. Sie verbraucht sich ständig und
wird durch den Atem und die Nahrung ersetzt.

Die Nieren-Essenz stammt aus der Vorhimmels- und Nachhimmels-


essenz und besitzt damit einen großen fixen und einen kleineren
variablen Anteil, letzterer kann wieder aufgefüllt werden. Die Essenz wird
in der Niere gespeichert und ist unser tiefstes energetisches Potential.
Sie bestimmt Wachstum, Entwicklung, Fortpflanzung und
Schwangerschaft.

Komplikationen sind alle Geburtstraumatas (sehr lange/ sehr schnelle


Geburt, Sauerstoffmangel, Zangengeburt, Saugglocke, Kaiserschnitt,
PDA). Sie schwächen die Nierenessenz. Jedes Trauma (Unfall,
Verletzung, OP) erzeugt eine lokale Qi- und Xue-Stagnation und
hinterlässt nach der Heilung der Gewebe eine energetische Schwäche,
die zu einem späteren Zeitpunkt wieder aktiviert wird. Beispiele für eine
weitere Qi- und Xue-Schwächung sind Alter, Kälte, Mangelernährung,
Erschöpfung oder eine weitere Verletzung.

9
1.3 Frühgeburt

Nach chinesischer Terminologie ist jedes Kind, das vor der


Kalenderwoche, in der der Geburtstermin liegt, geboren wird,
energetisch nicht ausgereift und daher eine Frühgeburt.
Übertragene Kinder erleiden eine fötale Intoxikation, die dann zu
Nässe-Hitze der Babies führt. Diese äußert sich beispielsweise in
Neurodermitis der Neugeborenen.

Für die Verdauung sowie für die Kraft der Muskulatur ist die Milz
zuständig. Ist bereits in der Schwangerschaft der Funktionskreis Milz
schwach, kann der Fötus nicht optimal mit Nahrung versorgt werden, die
Muskulatur kann das Gewicht nicht tragen und das Blut wird nicht in den
Gefäßen gehalten.

Der Funktionskreis Leber speichert Xue. Ist zuwenig Xue vorhanden,


kann die Milz die Muskulatur nicht optimal versorgen. Zudem kann eine
Störung der Leber zu vorzeitigen Wehen führen (Leber = kontraktiler
Anteil der Muskeln). Es kommt zur Frühgeburt.
Auch loderndes Leber-Feuer durch einen langanhaltenden emotionalen
Konflikt ohne Lösungsansatz kann zu Xue-Hitze führen; oder die
Emotionen behindern ein freies Fließen von Qi, so dass über eine Qi-
Stase eine Xue-Stase entsteht. Beides kann zu Uterusblutungen führen.

Als äußere pathogene Faktoren für eine Frühgeburt sind Nässe


(schädigt Milz), Kälte (zieht zusammen: Qi- und Xue-Stagnation,
schneidende Schmerzen) und Hitze (macht das Blut wild: Xue-Stase) zu
diskutieren.

Frühgeborene haben ihre Entwicklung im Mutterleib nicht abschließen


können und sind aus eigener Kraft oft nicht in der Lage, die
Nachhimmelsessenz (Sauerstoff aus der Atemluft und Muttermilch als
Nahrung) zu empfangen. Die Kinder werden im Brutkasten beatmet und
ernährt, bis sie gestillt werden können.

Durch die Regelmäßigkeit der Nahrungsaufnahme (zeitl. Abstand,


Trinkmenge) in der Klinik entwickeln die Kinder keinen Hunger- oder
Sättigungszustand, der ihre Nahrungsaufnahme reguliert. So kann eine
„Überfütterung“ oder die falsche Nahrung bereits bei Säuglingen zu
einer Nahrungsstagnation führen. Besonders Kuhmilch führt zu Nässe
oder Schleim, ein zu frühes Abstillen kann zur Milzschwäche führen.

Physiologisch haben alle Kinder bis zum Zahnwechsel (ca. 7. LJ) einen
Lungen-Qi-Mangel. Frühgeborene haben diese Lungen-Qi-Schwäche

10
ausgeprägter, da auch eine Lungen-Yin-Schäche vorhanden ist. Die
Lungenflügel sind noch nicht „reif“ für ihre Aufgabe.

Weiter sind die medikamentöse Behandlung sowie Impfungen


energetisch zu diskutieren. Impfungen sowie die meisten
schulmedizinischen Medikamente sind energetisch heiß. Die Säuglinge
werden durch die Hitze geschädigt (Hitze zerstört Yin = Strukturen), es
entsteht Leere-Hitze.

Ni 3, KG 4 tonisieren die Essenz

MP 6, MP 9, Di 4, Di 11 beseitigen Nässe-Hitze (fötale Intoxikation)

Ma 28 Nahrungsstagnation auflösen
Lu-Qi-Schwäche, Lu-Yin-Schwäche

Ni 3, MP 6 schützt Yin

Di 4, Di 11 eliminiert Hitze

LG 10 eliminiert Hitze, kühlt toxisches Blut

11
1.4 Sauerstoffmangel

Ungenügende Sauerstoffzufuhr schädigt den Geist Shen*, der durch Xue


ernährt wird. Shen* bewegt sich mit Xue und wird durch Qi und Essenz
gebildet, d.h. durch Milz und Magen (= Qi = Nachhimmels-Qi) und von
der Niere (= Essenz = vorwiegend Vorhimmels-Qi).

Die Milz transformiert das Nahrungs-Qi und die Lunge das Atem-Qi.
Gemeinsam bilden sie das Sammel- oder Thorax-Qi, das Herz und
Lunge dabei unterstützt, Qi und Xue im Körper zu bewegen. Ist nun das
Atem-Qi schwach, da der Organismus unter Sauerstoffmangel leidet, so
ist das Sammel-Qi schwach und kann Shen* nicht mit genügend Xue
ernähren.

Das Herz beherbergt Shen*. Shen* ist verantwortlich für das Denken,
das Gedächtnis, das Bewusstsein, die Psyche/ Emotionen, den Schlaf.
Ist genügend Blut vorhanden, kann die Intelligenz geistig retardierter
Kinder bis zu einem gewissen Grad über die Stärkung des Herzens
angeregt werden.

Sauerstoffmangel ist auch ein Nieren-Yin-Mangel, da das Nieren-Yin zu


wenig Mark produziert, um das Gehirn aufzufüllen. Das Nieren-Yin steigt
dann hoch zum Gehirn und stört das klare Yang.

Blut bilden = MP stärken: Ma 36, Ni 3, MP 6

Herz stärken: Bl 15 tonisiert das Herz, damit es Shen beherbergen kann

Bl 10: zerebrale Durchblutungsstörungen

12
2. Die Kindheit

2.1 Hydrocephalus

Bei einem sog. Wasserkopf sammelt sich das Gehirnwasser zwischen


Schädel und Gehirn an, anstatt im Rückenmarkskanal abzufließen.
Diese Nässe kann sich nur aufgrund einer Milzschwäche entwickeln.
Die durch die Nässe bedingte Fülle drückt auf Gehirnregionen und
schädigt diese. Das Gehirn gehört wie die Knochen, das Knochenmark
und das Rückenmark zur Substanz Mark und damit zum Funktionskreis
Niere. Die Hauptaufgaben der Niere sind die Speicherung der Essenz
und über Entwicklung, Wachstum und Fortpflanzung zu herrschen. Da
von dem „Fass“ Essenz bereits beim ersten Atemzug eine Kelle voll
geschöpft wird, kann die Essenz nicht in Fülle, sondern nur in Leere
sein. (Eine Ausnahme ist jedoch akute Nässe-Hitze, die die Niere und
Blase befallen kann.)

Die Nässe führt zu Schwerfälligkeit und einem schwerem Kopf, sowohl


körperlich als auch geistig: die Kinder sind schwer von Begriff, können
geistig schwer verdauen.

Besteht die Nässe über längere Zeit bzw. gesellt sich noch Hitze dazu
(Medikamente, Nahrung), kann sich leicht Schleim entwickeln (= Sack-
gasse der Pathologie).

Ma 36: entwicklungsgestörte Kinder, die Kopf nicht heben können (stärkt


paravertebrale Nackenmuskulatur); körperlich und geistig stark
revitalisierend, stärkt die Milz (Wachstums- und Gedeihstörungen, da
Milz durch Nässe geschädigt)

MP6: beseitigt Nässe, stärkt Milz (und damit Qi, Xue und Shen*)

KG 9: Hydrocephalus

LG 16: Schwere-/ Stauungsgefühl im Kopfbereich

Amara aromatica – Drogen: beseitigen die Nässe (Ingwer, Zimt,


Pomeranze)

13
2.2 Geistige Retardiertheit

Ist die Nieren-Essenz schwach, weil die Eltern zum Zeitpunkt der
Zeugung zu alt oder in einem schlechten Gesundheitszustand waren, so
kann sie nicht das Mark hervorbringen, das das Gehirn auffüllt. Die Niere
ist für die Bildung und Funktion der Knochen und des Gehirns zuständig.
Bei einer Nieren-Jing-Leere (Jing bildet das Mark) treten folgende
Probleme auf:

- langsame geistige Entwicklung


- geistige Schwerfälligkeit
- schlechtes Gedächtnis
- Taubheit (Öffner des Gehirns = Ohren und Augen, Öffner der
Nieren = Ohren)

Zudem kann Nässe den Meridian verlegen und mit Hitze (Medikamente,
Impfungen) Schleim bilden. Schleim benebelt den Geist und verlegt die
Sinnesorgane.

Auch ein Herzblut-Mangel kannn zu geistiger Retardiertheit führen, da


das Herzblut das Gehirn ernährt.

Ni 3, KG 4 , Bl 23 tonisieren die Essenz

LG 20 stimuliert das Mark, das Gehirn aufzufüllen

LG 14 stimuliert das Mark, damit es das Gehirn erreichen kann

Ma 36 füllt nachgeburtliches Jing auf

LG 16 Meer des Marks: Fehlen der geistigen Klarheit

LG 15 macht die Sinne und das Bewusstsein durchgängig, bes. bei


mangelnder Reife des Gehirns

alle Punkte, die Tien heißen, können Geist heben

14
2.3 Wachstumsstörungen

Hinweise auf Wachstumsstörungen sind verzögertes Längenwachstum,


verzögerter Fontanellenschluss und verzögerte Zahnbildung. Alle
korrespondieren mit einem Nieren-Essenz-Mangel, da die Niere für
Wachstum, Entwicklung und Reproduktion verantwortlich ist und die
Knochen einen engen Bezug zur Niere haben. Die Knochen speichern
Knochenmark, sie sind die „Residenz des Marks“. Das Mark hat seinen
Ursprung in der Nierenessenz. Ist die Nierenessenz schwach, verlieren
die Knochen ihre Ernährung und können nicht stützen.

Bei einer Nieren-Jing-Leere (Jing bildet Mark) treten Probleme in


Entwickung und Funktion der Knochen und Gelenke auf, die die
Bewegungsabläufe beeinträchtigen:

- später oder unvollständiger Fontanellenschluß


- langsame physische Entwicklung
- allgemeine schlechte Entwicklung des Skeletts
- schwache Knochen
- Schmerzen in der Lendenwirbelsäule
- Schwäche in den Knien
- schlechte Zähne (Dentin bietet unzureichenden Schutz)

Im Umkehrschluss kann man zur Beschleunigung der Knochenheilung


bei Frakturen die Niere stärken.

Ni 3, KG 4 , Bl 23 tonisieren die Essenz

Bl 23 tonisiert die Niere

Bl 11 nährt die Knochen

LG 4 stärkt den Yang-Aspekt der Essenz (nur bei deutlichen Ni-Yang-


Schwäche einsetzen)

Gb 39 stärkt das Knochenmark (und damit die Knochen)

Ma 36 füllt nachgeburtliches Jing auf

3 E 4 kindliche Wachstums- und Gedeihstörungen

Gb 31 stärkt Knochen und Sehnen

15
Treten die Wachstumsstörungen nach einer schweren Krankheit auf, ist
ein äußerer pathogener Faktor eingedrungen und schwächt die Milz. Die
Nahrung wird unzureichend umgewandelt und die Gewebe werden
ungenügend ernährt. Bei einer Milzschwäche sollten Milchprodukte, ein
zu hoher Rohkostanteil und übermäßig süße Nahrung gemieden werden,
wobei wärmendes Essen bevorzugt wird.

MP 6, Ma 36 stärken die Milz

KG 8 Resorptionsschwäche kleiner Kinder: Ingwermoxen

KG 12 beseitigt Nässe und Schleim (Resorptionsstörungen), stärkt Milz

MP 9 beseitigt Nässe-Schleim

16
2.4. Motorischen Störungen

Die Milz sorgt für Umwandlung und Transport der Nahrung, so dass
ausreichend Qi und Xue vorhanden sind, um die Muskeln zu ernähren.
Bei einer Milz-Schwäche werden die Muskeln ungenügend ernährt; sie
verlieren ihren Tonus, werden dünn, verkümmern oder atrophieren. Die
Gliedmaßen werden schwach und kalt.

Die Leber ernährt die Sehnen und ist ebenfalls an der Motorik beteiligt.
Im chinesischen Sinne werden Muskeln und Sehnen nicht eindeutig
getrennt, so dass immer auch an eine mögliche Leberbeteiligung zu
denken ist.
Die Leber speichert Xue. Ist zuwenig Xue gespeichert, kann die Milz die
Muskeln nicht optimal ernähren. So treten Milz- und Leberstörungen
häufig gemeinsam auf.

Allgemein wird die Leber eher mit dem kontraktilen Aspekt der Muskeln,
Sehnen und Bänder in Verbindung gebracht, die Milz mit deren Stärke
und Kraft. Störungen im Funktionskreis Leber führen eher zu Spasmen,
Kontrakturen und spastischen Lähmungen der Muskeln und Sehnen,
Störungen im Funktionskreis Milz gehen eher mit Schwäche,
Muskelschwund und Atrophie einher.

Es ist jedoch zu beachten, dass eine klare Trennung in der TCM


zwischen Muskeln und Sehnen nicht vorliegt. Liegt z.B. eine schlaffe
Lähmung aufgrund einer Poliomyelitis vor, sollten Punkte der Meridiane
Milz, Leber und Gallenblase verwendet werden. Gb 34 wäre geeignet, da
hier die Beziehung zwischen Muskeln und Sehnen sehr eng ist.

Wiederum ist das Vorliegen einer Nieren-Jing-Leere zu klären, da sie


die Bewegungsabläufe beeinträchtigt. Innerer Wind kann zu Lähmungen
oder Epilepsie führen und äußere pathogene Faktoren wie Kälte
(behindert Qi-Zirkulation), Hitze (verbraucht YinYe) oder unregelmäßiges
Essen (Milz – und Magen-Leere) können die Motorik behindern, indem
Muskeln, Sehnen und Knochen schlecht ernährt werden.

Ma 36 Schwäche, Lähmungen

GB 31 stärkt Knochen und Sehnen

GB 34 motorisch bewegungsunfähig/ hilflos/ überfordert durch Leber-Qi-


Stase

Reiskornmoxa auf Di 11: stärkt motorische Fähigkeiten

17
2.5 Enuresis

Hier liegt eine Nieren-Jing-Leere mit allgemeiner Yang-Leere vor. Die


Niere kontrolliert beide unteren Körperöffnungen. Das Nieren-Qi ist nicht
gefestigt und das Yang ist nicht fähig, die JinYe im Körper festzuhalten.
Dies zeigt sich
a) an einem hellen, blassen Gesicht, Kälteaversion, kalten
Gliedmaßen, Übergewicht, Schwäche und Apathie
b) an einem dünnen, sprunghaften, nervösen Kind, das abends oder
bei Reizüberflutung zur Hyperaktivität neigt.

LG 20 moxen (stärkt Yang, bes. Fähigkeit, Flüssigkeiten zu halten)


MP 6 stärkt Yin-Meridiane des Beines und damit den Funktionskreis
Blase, um Flüssigkeiten zurückzuhalten
Ni 3, KG 4 , Bl 23 tonisieren die Essenz, bei Verwendung von Moxa auch
Nieren-Yang
LG 4 stärkt Nieren-Yang
KG 6 zerstreut Kälte und Feuchtigkeit, mit Moxa: fördert zusätzlich die
Qi-Zirkulation

Eine weitere Ursache für nächtliches Einnässen ist in der Schwäche von
Milz, Lunge und unterem 3E begründet. Werden Milz oder Lunge durch
einen äußeren pathogenen Faktor geschwächt, nässt das Kind während
der Krankheit ein. Hier werden je nach Fall Milz, Lunge oder
Dreifacherwärmer gestärkt.

Auch Spannungen im Elternhaus oder in der Schule führen zu einem


emotionalen Ungleichgewicht, das in Verbindung mit einem pathogenen
Faktor (Nässe, Hitze, Kälte) oder auch alleine zu einer Leber-Qi-
Stagnation führt, die die Blase attackiert.

Angst leert das Nieren-Qi und lässt das Qi absteigen. „Angst leert die
Essenz, sie blockiert den oberen Dreifach-Erwärmer, der daraufhin das
Qi in den unteren Dreifach-Erwärmer absinken lässt.“ Dies führt bei
Kindern zu Enuresis nocturna.

Gemeinsam ist allen dargestellten Mustern, dass die Kinder einen tiefen
Schlaf haben, der sie am Aufwachen hindert, wenn die Blase voll ist. LG
20 verhilft zu einem leichteren Schlaf, um die Signale der Blase
wahrzunehmen.

18
2.6 Sprachstörungen

Ein Nieren-Essenz-Mangel steht generell für Sprachentwicklungs-


störungen, doch auch das Herz hat hier eine Schlüsselrolle inne, denn
es beeinflusst die Sprache.

Der Öffner des Herzens ist die Zunge, das Herz regiert das Blut und
speichert Shen*. Shen* wird als der Sitz des Bewusstseins bezeichnet.
Das Herz benötigt genügend Herzblut und Herz-Yin, um Shen*
beherbergen zu können. Befindet sich eines von beiden in Leere,
schweift Shen* umher. Es kommt zu Schlaflosigkeit, Verwirrung und
Gedächtnisschwäche.

Disharmonieren im Funktionskreis Herz können zu stockendem,


unzusammenhängendem Sprechen, Stottern oder Aphasie führen. Auch
hyperaktives Yang (z.B. Leber-Wind oder Leber-Feuer) führt zu
Sprachschwierigkeiten.

Möchte jemand nicht sprechen oder spricht sehr leise oder monoton,
weist dies auf eine Lungen-Qi-Leere hin, da die Lunge das Qi und die
Stimmbänder kontrolliert.

Lispeln kann durch Zahnfehlstellungen (Nieren-Essenz-Mangel) oder


eine Zungensteifigkeit (Herzschwäche) verursacht sein.

Schleim-Hitze kann die Zungenbeweglichkeit einschränken, die Zunge


wird steif und unbeweglich, teils führt dies zu Stottern. Auch eine Leber-
Qi-Stase kann zu Stottern führen.

Schleim-Kälte führt zu Aphasie und sprachlich-geistigen


Entwicklungsstörungen der Kinder.

LG 15 macht die Sinne und das Bewusstsein durchgängig; bes. gut bei
mangelnder Reife des Gehirns und Zungensteifigkeit, die das Sprechen
behindert; Stummheit ohne vorausgegangene Sprachentwicklung;
kindliche Sprachstörungen; Sprachentwicklung geht nicht über
Doppellaute hinaus

LG 16 Sprachverlust durch Lähmung der Zunge; Sprachprobleme nach


Hydrocephalus; Aphasie/ Dysphasie (Sprachentwicklung muss bereits
begonnen haben)

KS 9 Sprach- und Artikulationsstörungen, Stottern

19
He 5 Aphasie; Stottern nach Trauma; Lispeln; roten Faden verlieren;
Wortfindungsstörungen, geringer Wortschatz -> verbessert
Kommunikation und verbale Kompetenz

GB 5 Sprachstörungen

20
2.7 Lernstörungen

Die Niere füllt das Gehirn. Ist die Nieren-Essenz stark, so sind auch das
Kurzzeitgedächtnis, die Konzentration und das Denken stark. Wird das
Gehirn unzureichend mit Essenz versorgt, sind ein schlechtes
Erinnerungsvermögen, eine schwache Konzentration und ein stumpfes
Denken die Folge.

Die Niere bringt Fertigkeit und Intelligenz hervor und sie beherbergt die
Willenskraft. Ist die Niere schwach, mangelt es an Willenskraft, die
Motivation ist gering, der Geist wird leicht entmutigt und von seinen
Zielen abgelenkt.

Die Niere ist für die geistige Entwicklung verantwortlich; geistige


Überarbeitung schwächt das Nieren-Yin, körperliche Überarbeitung das
Nieren-Yang.

Die Milz ist zuständig für das geistige Verdauen = Begreifen des
Gelernten. Sie wird durch übermäßiges Lernen und Studieren und
Ernährungsfehler geschwächt. Ein hoher Rohkostanteil, kalte Getränke
und Milchprodukte schwächen die Milz und begünstigen Schleim, der die
Sinnesorgane verlegt. Der Schleim steigt zum Gehirn hoch und verlegt
das klare Yang. Die Folge sind Konzentrationsstörungen und ein
schwerer Kopf, der sich wie umwickelt anfühlt.

Leeremuster der Milz sind die Milz-Qi-Schwäche bzw. Milz-Yang-


Schwäche; die Kinder sind extrem dünn („Bohnenstangen“). Die Kinder
sind unterfordert oder träge in ihrer Intelligenz, so dass sie einen einmal
erreichten Notenlevel nicht halten können. Oft schätzen sie die
Anforderungen des Lehrers an ihr Können völlig falsch ein.

Ein Füllemuster der Milz ist die Nässe; die Kinder sind dick, adipös. Sie
sind geistig schwerfällig und benötigen übermäßig geistige
Anstrengungen, um mittelmäßige Noten zu schreiben.

Das Herz beherbergt Shen* und das Langzeitgedächtnis. Das Herz wird
vor allem von Hitze attackiert. Die Hitze rührt von falschen
Essgewohnheiten (Fast Food), energetisch heißen Medikamenten, Hitze
als pathogener Faktor (Fieber) oder Spannungen im Elternhaus/ in der
Schule.

Ist das Herz gestört, kann es Shen* nicht beherbergen. Shen* wird
ruhelos und wandert umher. Die Kinder können nicht stillsitzen und sich
nicht konzentrieren.

21
Auch ein Blutmangel führt dazu, dass das Herz Shen* nicht beherbergen
kann. Die Folgen sind dieselben wie oben beschrieben.

Ma 40 beseitigt Schleim

MP 6, Ma 36 stärken die Milz

He 5 Tagträumer, vergesslich

He 8 beseitigt Herz-Hitze

LG 16 Meer des Marks: Konzentrationsstörungen, Fehlen der geistigen


Klarheit

LG 20 hebt den Geist; Lern- und Konzentrationsstörungen,


Lateralitätsstörungen, Leseverständnisschwäche, Verknüpfen von
Gefühlsebene mit Lerninhalten = trotz Wissen in Prüfung versagt

Ma 25 erhöht Denkleistung (Konzentrationsmangel, Vergesslichkeit)

22
2.8 Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom ADS

Das Nieren-Yin ernährt das Gehirn. Ist das Nieren-Yin schwach, fehlt
das hemmende Element und die Kinder stören den Unterricht durch
Reden mit dem Nebenmann und Aktionen, mit denen sie sich die
Langeweile vertreiben. Die Schüler stören nicht bewusst. Durch die
Nierenschwäche sind sie vergesslich und leiden unter einem starken
Konzentrationsmangel, so dass es ihnen schwer fällt, dem Unterricht zu
folgen. Durch ihre Aktivitäten werden sie verhaltensauffällig.

Durch den Konzentrationsmangel können sie Vorgaben nicht einhalten


und haben Schreibschwierigkeiten. Sie sind verträumt und schreiben
schlechte Noten, bleiben jedoch nicht sitzen. Sie versagen in der
Grundschule, außer in Fächern, die ihre Begeisterung wecken (Heimat-
und Sachkunde, Sport; von einer sportliche Frühförderung ist abzuraten,
da sie durch die Nieren-Yin-Schwäche Rücken- oder Haltungsprobleme
fördern würde).

Die Kinder werden oft gute Schüler, wenn sie in die Pubertät kommen.
Intuitiv wählen sie oft die richtige Ernährung (keinesfalls Hitze!) und
können dadurch denYin-Mangel kompensieren. Oft wählen sie den
zweiten Bildungsweg und werden hochintelligent.

Herz-Feuer tritt nur in der Pubertät auf. Besonders Mädchen, die bisher
die „Vorzeigetochter“ waren, fallen von einem Tag zum anderen verbal,
durch Kleidung und Frisur auf und machen ihren Eltern „die Hölle auf
Erden“.

Bis zur Pubertät waren sie sehr gute Schülerinnen, doch dann haben sie
einen extremen Leistungseinbruch. Der Wandel ist durch die
Hormonumstellung ausgelöst, der den ersten Liebeskummer und die
Pilleneinnahme (Hitze) nach sich zieht. Auffallend ist der Fanatismus und
die selbstzerstörerische Kraft.

Jungs können in dieser Phase Leber-Feuer entwickeln. Leber-Feuer


äußert sich in Machtdemonstrationen über Erpressungen von
Mitschülern oder eine frühe Kriminalität. Wegen des hohen
Aggressionspotentials ist von einer Behandlung abzuraten!

Milzschwäche in Kombination mit Herzschwäche führt zu schwacher


geistiger Verdauung und reduziertem Shen*. Der Schüler braucht länger
zum Lernen. Er ist ein schlechter Schüler, da er sich nicht lange
konzentrieren kann. Die mündliche Mitarbeit ist schlecht, da die Shen*-
Schwäche die verbale Kompetenz reduziert. Durch die schlechte

23
Konzentrationsfähigkeit neigt der Schüler zu Tagträumen, die ihn in
erneute Lernschwierigkeiten bringen. Der Schüler wird nervös und fällt
durch nervöses Agieren auf.

Diese Kinder haben auch Schwierigkeiten, sich auf neue Situationen


einzustellen. Zu Beginn des Schuljahres kämpfen sie mit der Umstellung
auf ein neues Klassenzimmer und neue Lehrer. Sie stabilisieren sich
meist um Weihnachten, was durch die Plätzchen mit Ingwer, Zimt und
Weihnachtstee die Milz stützt.

Die Kinder sind hypoton und haben oft eine Eisenmangelanämie.

Schleim-Hitze betrifft mongoloide Kinder. Vater oder Mutter hatte


Schleim, was beim Kind zum Down-Syndrom führte. Schleim benebelt
den Geist; die Kinder sind geistig retardiert, haben Sprach- und
Lernstörungen. Sie sind körperlich und geistig gehemmt. Durch die
Pubertät gesellt sich zum Schleim Hitze, die zu unkontrolliertem und
irrationalem Handeln führt.

Ni 3 verbessert Konstitution, mind. 3 Monate lang behandeln

MP 6 stärkt Yin und Milz = Geist

He 8 beseitigt Herzfeuer

MP 3 stärkt Milz

He 5 verbessert die Kommunikation

KS 5 zerteilt Schleim im Herzen

KG 12, Ma 40, Bl 40 beseitigen Schleim

MP 9 beseitigt Nässe-Schleim und Nässe-Hitze

24
2.9 Epilepsie

Eine schwaches Vorhimmels-Qi während der Schwangerschaft kann


durch einen Schock, Blutungen oder vorzeitige Wehen der Mutter
ausgelöst werden. Der Fötus hat Existenzangst. Die Nieren-Essenz des
Kindes ist geschwächt und kann das Yin nicht halten: es steigt hoch und
stört das klare Yang.

Schleim sammelt sich an, verlegt die Sinne und kann zu Bewusstseins-
verlust führen. Ursache für den Schleim ist eine Milzschwäche; der
Schleim führt zu geistiger Retardiertheit. Die Kinder sprechen mit sich
selbst. Gesellt sich Hitze dazu, dann spricht das Kind mit sich selbst und
greift andere verbal an. Schleim-Hitze führt zu Anfällen mit Zuckungen
und Schaum vor Mund oder Nase. Dieses Muster führt oft zu einer
Leber- und Nieren-Yin-Schwäche.

Die Milzschwäche allein führt zu einer Epilepsie ohne Zittern oder


Zuckungen. Sie tritt meist bis zum 21. Lebensjahr auf. Die Kinder sind
„weggetreten“, Augen und Mund stehen offen. Sie sind hypoton und
reagieren während der Ohnmacht auf Manipulationen von außen. Die
Anfälle sind selten und können durch Schmerz, Schreck oder
körperliche/ psychische Belastung ausgelöst werden.

Bei einer Milz- und Nieren-Yang-Schwäche lernt das Kleinkind nicht, den
Kopf zu heben oder der Kopf taumelt unkontrolliert herum und fällt nach
vorne. Ursachen sind eine Essenzschwäche, Geburtstraumata, Unfälle
oder OP´s sowie fieberhafte Infekte, die dem Kind sämtliche Energie
geraubt haben, so dass eine lange Erholungszeit nötig ist. Beim
epileptischen Anfall zittern Hände und Füße, der Kopf wird herum-
geworfen.

Alle Krampfanfälle gehen mit innerem Wind einher. Wiederholte


Fieberkrämpfe generieren inneren Wind, der zu Epilepsie führt. Der
Krampf tritt dann ohne eine Erhöhung der Körpertemperatur ein.

Die exzessive Hitze kann nicht nur durch hohes Fieber, sondern auch
durch Infektionen und Entzündungen wie Meningitis oder Enzephalitis
hervorgerufen werden. Die exzessive Hitze zeigt sich an einer roten
Zunge mit einem gelben Belag. Die doppelten Hitzezeichen verlangen
eine sofortige Behandlung, um weitere Schäden zu vermeiden.

Die Hitze schädigt das Nieren-Yin, das hochsteigt und das Gehirn
schädigt. Die Hitze schädigt auch Shen*; es kommt zu Halluzinationen,
Visionen und Fieberkrämpfen.

25
KG 12, Ma 40, Bl 40 beseitigen Schleim

LG 16 beseitigt inneren und äußeren Wind

LG 17 unterdrückt inneren Wind, der das Gehirn befällt

LG 20 beseitigt inneren Wind

Le 3 beseitigt aufsteigenden Le-Wind, nimmt Fieberkrämpfe

Di 4, Di 11 eliminieren Hitze

He 9 blutig stechen: beseitigt Hitze, stellt das Bewusstsein wieder her


(beruhigt den Geist)

KS 9 Bewusstlosigkeit aufgrund von hohem Fieber

3E1 Fieber ohne Schweiß

LG 26 unterbricht akuten epileptischen Anfall

Ma 6 entspannt Kiefernmuskeln bei akutem epileptischen Anfall

KS 5 Epilepsie; entfernt sehr gut Schleim

Ma 36, MP 6, KG 12 Milz stärken

Ni 3, Bl 23 moxen, um Nieren-Yang zu stärken

Bl 18 stärkt die Leber

Le 8 Spasmen, Krampfanfälle

Anamnesebogen Kinder

26
Name Erz.berechtigter

Anschrift

Geb. Geschwister

aktuelle Beschwerden

Vater:

Alter
Krankheiten

Medikamente

Genussmittel

Mutter:

Alter
Krankheiten

Medikamente

Genussmittel

Schwangerschaftsverlauf

Geburt: in errechneter KW?

Geburtsverlauf

27
Größe + Gewicht bei Geburt

Impfungen

Medikamente

Krankheiten/ Unfälle/ OP´s

Schlafen

Stuhl

Essen/ Trinken

Statur Hautfarbe

Zungenbefund

Zu guter Letzt

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Die Behandlung der besprochenen Entwicklungsstörungen nimmt in den
meisten Fällen einen langen Zeitraum in Anspruch, und oft wird die
Störung gelindert, jedoch nicht ausgeheilt werden. Bei richtiger
Therapiewahl wird die Lebensqualität der Kinder und ihrer Familien
erhöht und schenkt ihnen damit neue Möglichkeiten, ihr Leben zu
gestalten. Diese kleinen Fortschritte können Großes bewirken.

Da sich die Akupunktur mit anderen Therapierichtungen sehr gut


kombinieren lässt, sollte die Behandlung auf eine Synergie
verschiedener Therapierichtungen ausgerichtet sein. Die TCM wird
daher unterstützend zur Schulmedizin/ Ergotherapie/ Logopädie u.v.m.
die bestmöglichen Erfolge erzielen können.

Literaturverzeichnis

29
Internetrecherche

Unterrichts-Skript von Franz Thews in Stuttgart- 04/03 – 11/03

Jeremy Ross, Zang Fu

Giovanni Maciocia, Grundlagen der TCM

Julian Scott, Acupuncture in the treatment of children

30