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Fachcurriculum im Fach Physik

in den M-Kursen
(gültig zur Probe im Schuljahr 2014/2015)

Mit dem überarbeiteten Fachcurriculum schreibt die Fachschaft Physik die verbindlichen Unterrichtsinhalte
für den Physikunterricht in M-Kursen am Studienkolleg Hamburg fest, wobei dem Fachcurriculum ein Unter-
richtsumfang von 4 Unterrichtsstunden (à 45 Minuten) pro Woche zugrundegelegt wird. Durch diese Inhalte
wird mindestens die Hälfte der Unterrichtsinhalte eines typischen Unterrichtsgangs in einem solchen M-Kurs
festgelegt. Die Wahl darüber hinaus gehender Unterrichtsinhalte und thematischer Vertiefungen sowie die
Durchführung von Schülerpraktika oder Unterrichtsprojekten etc. liegt in der didaktischen Verantwortung der
jeweiligen Fachlehrkraft.
Die verbindlichen Inhalte werden dabei thematisch in „Module“ (bzw. Themenbereiche) zusammengefasst,
den beiden Ausbildungsabschnitten (1. und 2. Semester) zugeordnet sowie durch „inhaltliche Anforderun-
gen“ (bzw. Lernziele) präzisiert. Die „verbindlichen inhaltlichen Anforderungen“ umreißen die inhaltsbezoge-
nen Kompetenzen, über die ein „durchschnittlicher Kursteilnehmer“ bis zum Ende des jeweiligen genannten
Semesters im Bereich des Pflichtcurriculums verfügen (können) sollte. Über die Zuordnung zu den beiden
Fachsemestern hinaus soll durch die Zusammenfassung der verbindlichen Inhalte in Module die Reihenfolge
ihrer Thematisierung im Unterrichtsgang nicht festgelegt werden. So kann es je nach dem jeweiligen vom
Fachlehrer gewählten Arrangements der Kursinhalte sinnvoll sein, bereits im ersten Semester Modulinhalte
„aus dem 2. Semester“ in das 1. Semester vorzuziehen oder den Unterricht durch weitere Inhalte, intensivere
Übungsphasen, Schülerexperimente, Referate, aufwendigere Demonstrationsexperimente oder Unterrichts-
projekte u.ä. zu ergänzen bzw. zu vertiefen. Vor diesem Hintergrund ist auch die ausgewiesene minimale Zahl
an Unterrichtsstunden (U-Std.) zu verstehen: Sie soll den minimalen zeitlichen Rahmen abstecken, den selbst
eine eher kompakt gestaltete Unterrichtssequenz („ohne jeden Schnörkel“) unter günstigen Bedingungen
wohl nicht sinnvollerweise unterschreiten kann, wenn diese den Erwerb der genannten „inhaltbezogenen
Kompetenzen“ z.B. durch ausreichende Übungsphasen sicherstellen möchte. Die von der jeweiligen Fachlehr-
kraft zu verantwortende konkrete methodische und didaktische Ausgestaltung des Unterrichtsgangs wird die-
sen Zeitrahmen daher aus guten Gründen an verschiedenen Stellen überschreiten.

Stand 17.03.2014 Pflichtinhalte und –Anforderungen im M-Kurs Seite 1 von 9


Fachschaft Physik
Bis zum Ende des 1. Semesters
M1: Experimente planen, protokollieren und auswerten Mind. 8 U-Std.

Verbindliche Inhalte: Bis zum Ende des


I1: Physikalische Größen und Einheiten; 1. Semesters
I2: Versuchsprotokolle; Versuchsauswertung mit Fehlerbetrachtung;
Verbindliche Anforderungen:
Die Schülerinnen und Schüler können
A1: Messwerte mit typischen Vorsätzen in einander umrechnen und mit Gleitkomma darstellen: z.B.
20nm=0,02μm=2,010-8m;
A2: typische Versuche nach einer schriftlichen Versuchsanleitung aufbauen und durchführen sowie angemessen aus-
werten und dokumentieren (Laborprotokoll);
Bezüge zur Biologie & Medizin: ---

M2: Kinematik und Dynamik Mind. 14 U-Std.


Verbindliche Inhalte: Bis zum Ende des
I1: Geschwindigkeit und Beschleunigung; 1. Semesters
I2: Kraft als gerichtete physikalische Größe; Kräfteaddition (zeichnerisch);
I3: Kraftwirkungen;
Verbindliche Anforderungen:
Die Schülerinnen und Schüler können
A1: die Begriffe „Momentan- und/versus Durchschnittsgeschwindigkeit“ sowie „Momentan- und/versus Durch-
schnittsbeschleunigung“ an alltäglichen Beispielen erläutern und die Gleichungen sowie in einfachen
Aufgaben zur Berechnung einsetzen;
A2: zu einer vorgegebenen Bewegung den Bewegungstyp begründet zuordnen;
A3: t-s-, t-v- und t-a-Diagramme interpretieren, den physikalischen Gehalt erläutern;
A4: die drei Merkmale einer Kraft (Größe (mit Einheit), Richtung und Angriffspunkt) angeben;
A5: mit einer Kraftpfeilskizze die resultierende Kraft bestimmen,
A6: in typischen (Alltags-) Kontexten Verformung und Beschleunigung als Kraftwirkungen erläutern;
A7: den Zusammenhang zwischen Kraft und Beschleunigung an Beispielen erläutern;
Bezüge zur Biologie & Medizin:
 Kräfte und Drehmomente auf den menschlichen Bewegungsapparat

M3: Energie und Leistung Mind. 6 U-Std.


Verbindliche Inhalte: Bis zum Ende des
I1: Überblick Energiearten; Pflicht: Kinetische und potentielle Energie, 1. Semesters
I2: Energieerhaltung bzw. –umwandlung;
Verbindliche Anforderungen:
Die Schülerinnen und Schüler können
A1: das Prinzip der Energieerhaltung auch im Kontext dissipativer erläutern Systeme (offene versus abgeschlossene
Systeme);
A2: können die Formeln zur Bestimmung der kinetischen Energie und potentiellen Energie in
der Berechnung typsicher Aufgaben zur Energieumwandlung einsetzen;
Bezüge zur Biologie & Medizin:
 Energieverbrauch bei verschiedenen Tätigkeiten
 Reaktionsenthalpie
 Grundumsatz eines Menschen; Brennwert von Nahrungsmitteln (Kalorientabellen);

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Fachschaft Physik
Bis zum Ende des 2. Semesters

Es werden mindestens 2 der Module M4-M10 behandelt:

M4: Geradlinige und einfache krummlinige Bewegungen Mind. 14 U-Std.

Verbindliche Inhalte: Bis zum Ende des


I1: Kinematische Größen als Ableitungen: ; ; 2. Semesters
I2: Interpretation von Zeit-Weg-Diagrammen;
I3: Modellieren einfacher linearer Bewegungen mit Bewegungsgleichungen (Pflicht:. freier Fall,
senkrechter Wurf)
I4: Superpositionsprinzip bei zusammengesetzten Bewegungen
Verbindliche Anforderungen:
Die Schülerinnen und Schüler können
A1: die Begriffe „Momentangeschwindigkeit“ und „mittlere Geschwindigkeit “ an alltäglichen
Beispielen erläutern;
A2: die Begriffe „Momentanbeschleunigung“ und „mittlere Beschleunigung“ als zeitliche Än-
derung der Geschwindigkeit an alltäglichen Beispielen erläutern;
A3: die Bedeutung eines negativen Vorzeichens der Orts-, Geschwindigkeits- oder Beschleunigungsfunktion in An-
wendungszusammenhängen deuten sowie die Abhängigkeit von unterschiedlichen Bezugspunkten (s=0) berück-
sichtigen;
A4: t-s-, t-v- und t-a-Diagramme interpretieren und selbst erstellen;
A5: für die gleichförmige Bewegung und für die gleichmäßig beschleunigte Bewegung längs einer Geraden die Bewe-
gungsgleichungen , benennen und erläutern,
A6: und diese für Berechnung einfacher Fragestellungen bei gleichförmigen linearen Bewegung (Fallzeit bzw. Steighö-
he beim freien Fall bzw., senkrechten Wurf) gezielt einsetzen;
A7: zerlegen zusammengesetzte Bewegungen (z.B. waagerechter Wurf; Kreisbewegung) in ihre Komponenten, ord-
nen einer vorgegebenen Bewegung den Bewegungstyp begründet zu und werten die Bewegung quantitativ aus;
Bezüge zur Biologie & Medizin:
 Physik des Sports (Würfe etc.)

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Fachschaft Physik
M5: Elektrizität Mind. 14 U-Std.

Verbindliche Inhalte: Bis zum Ende des


I1: Ladung, Größen des elektrischen Stromkreises U, I, R; 2. Semesters
I2: Berechnungen in einfachen Stromkreisen (Reihen- und Parallelschaltung);
Verbindliche Anforderungen:
Die Schülerinnen und Schüler können
A1: die Kraftwirkung geladener Körper aufeinander erläutern (qualitativ);
A2: die elektrische Leitung in Metallen auf die Bewegung von „freien“ Elektronen zurückführen, den Zusammenhang
zwischen Stromstärke und Ladung: erläutern;
A3: die Kenngrößen Spannung U und Stromstärke I im Rahmen des Stromkreismodells deuten, Reihen- und Parallel-
schaltung unterscheiden sowie die Kirchhoffschen Gesetze auf einfache Kombinationen von Parallel- und Reihen-
schaltung anwenden;
A4: Schaltpläne lesen und erläutern bzw. zu einer realen Schaltung einen Schaltplan anfertigen;
A5: Stromstärken und Spannungen in realen Schaltungen mit Vielfachmessinstrumenten messen;
A6: einfache funktionstüchtige Schaltungen auf der Basis von Reihen- und Parallelschaltungen entwerfen oder nach
Schaltplan aufbauen,
A7: die Definition des elektrischen Widerstands: R = U/I erläutern und rechnerisch anwenden;
Bezüge zur Biologie & Medizin:
 elektrische und magnetische Sinnesorgane
 Elektrische Erregung des Herzens
 Nervenzellen und Nervensystem: Membranpotential und elektrische Reizweiterleitung entlang von Nervenfasern
 Wirkung/Gefahren des elektrischen Stroms auf den menschlichen Körper und Elektrizität im Haushalt (Schutzer-
dung, -kleinspannung, -kontaktsystem, FI-Schutzschalter etc.);

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Fachschaft Physik
M6: Schwingungen und Wellen Mind. 14 U-Std.

Verbindliche Inhalte: Bis zum Ende des


I1: Charakteristische Größen und Eigenschaften einer harmonische Schwingungen; 2. Semesters
I2: Wellenlänge, Frequenz, Phasengeschwindigkeit etc.;
I3: Beugung und Zweiquelleninterferenz; Gangunterschied;
I4: Licht als elektromagnetische Welle; EM-Spektrum
Verbindliche Anforderungen:
Die Schülerinnen und Schüler können
A1: die für Schwingungen charakteristischen Größen Amplitude x0 (Ruhelage), Frequenz f, Schwingungsdauer T be-
nennen und an unterschiedlichen Schwingungsvorgängen erläutern ;
A2: Experimente zur Untersuchung der Abhängigkeit der Schwingungsdauer von relevanten physikalischen Variablen
planen, durchführen und angemessen quantitativ auswerten;
A3: Transversal- und Longitudinalwellen unterscheiden und anhand von Beispielen erläutern,
A4: die für Wellen charakteristischen Größen Amplitude, c, f, λ, T benennen und aus einer Sequenz von Wellenbildern
ablesen;
A5: das Huygenssche Prinzip erläutern und auf Wellenphänome (z.B. Beugung, Zweiquelleninterferenz, Reflexion,
Brechung, ...) anwenden,
A6: konstruktive und destruktive Interferenz auf den Gangunterschied von Wellen zurückführen und zeichnerisch
darstellen,
A7: den Wellenlängenbereich für den visuellen Teil des elektromagnetischen Spektrums der Größe nach angegeben
und für die übrigen Bereiche des elektromagnetischen Spektrum typische „Anwendungen“ in Natur und Technik
angeben;
Bezüge zur Biologie & Medizin:
 Erzeugung und Wahrnehmung von Schallwellen im menschlichen Körper: Stimmappart und Gehör
 Ultraschall / Sonografie (Dopplersonografie)
 Spektroskopie

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Fachschaft Physik
M7: Geometrische Optik und optische Instrumente Mind. 14 U-Std.

Verbindliche Inhalte: Bis zum Ende des


I1: Strahlenmodell des Lichts 2. Semesters
I2: Reflexion und Brechung, Totalreflexion
I3: Streuung und Absorption
I4: Optische Geräte (Spiegel, Konvex- und Konkavlinsen, Mikroskop)
I5: Strahlengang und Abbildungsgesetze, Auflösungsvermögen
Verbindliche Anforderungen:
Die Schülerinnen und Schüler können
A1: Alltagsphänomene zum Schattenwurf (z.B. Mondphasen, Tages- und Jahreszeitenzyklus, Sonnenfinsternis) im
Rahmen des Strahlenmodells des Lichts (geradlinige Ausbreitung / Randstrahlen) erläutern;
A2: das Reflexionsgesetz („Einfallswinkel = Ausfallswinkel“) formulieren und die Entstehung eines virtuellen Bildes
eines Gegenstande am ebenen Spiegel sowie durch eine Skizze des entsprechenden Strahlenverlaufs erläutern;
A3: das Brechungsgesetz beim Übergang von Licht an der Grenze zweier Medien mit unterschiedlicher optischer
Dichte erläutern und quantitativ beschreiben;
A4: das Phänomen der Totalreflexion beim Übergang von Licht vom optisch dichteren zum optisch dünneren Medium
erläutern;
A5: die Dispersion von weißem Licht an einem Prisma in seine Spektralfarben, die additive Farbmischung sowie die
Durchsichtigkeit oder Farbe eines beleuchteten Körpers erläutern;
A6: die Eigenschaften und die Entstehung reeller und virtueller Bilder an Sammellinsen durch Konstruktion des ent-
sprechenden Strahlengangs (mit Parallel,-Mittelpunkt- und Brennpunktstrahlen) für unterschiedliche Gegen-
standsweiten g sowie die zugehörigen Abbildungsgesetze und erläutern und zur Berechnung feh-
lender Größen in typischen Aufgaben einsetzen;
A7: den Abbildungsvorgang im Auge sowie verschiedene Formen der Fehlsichtigkeit (z.B. Kurz- und Weitsichtigkeit,
Astigmatismus) und deren Korrektur durch entsprechende Brillen erläutern;
Bezüge zur Biologie & Medizin:
 Lichtleitung durch Totalreflexion bei Endoskopen
 Das Auge als Sinnesorgan; Fehlsichtigkeit und deren Korrektur
 Mikroskopie: Optische Vergrößerung, Tiefenschärfe, Abbildungsfehler

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Fachschaft Physik
M8: Druck und Strömungsmechanik Mind. 14 U-Std.

Verbindliche Inhalte: Bis zum Ende des


I1: Druck 2. Semesters
I2: Auftrieb
I3: Strömungsmechanik viskoser und nichtviskoser Flüssigkeiten
Verbindliche Anforderungen:
Die Schülerinnen und Schüler können
A1: das Konzept der Dichte an Beispielen erläutern sowie die Dichte von Wasser unter Normalbedingungen
( ) angeben;
A2: das Konzept des Drucks bei der Kraftwirkung einer Flüssigkeit bzw. eines Gases auf die Oberfläche eines
Körpers an Beispielen (z.B. hydraulische Hebebühne) erläutern;
A3: den Schweredruck in Flüssigkeiten in einfachen Aufgaben anwenden sowie diesen mit der Druckmes-
sung in Flüssigkeitsmanometern und den unterschiedlichen Einheiten für den Druck (z.B. 1atm = 101,325 kPa = 760
mmHg) in Zusammenhang bringen;
A4: das Archimedische Prinzip mithilfe des Schweredrucks herleiten und dieses zur Bestimmung des Auftriebs in All-
tagsbeispielen (z.B. Schwimmen von Eisbergen, Schiffen und Fischen, Auftrieb bei Ballonen) heranziehen;
A5: die Kontinuitätsgleichung (Konstanz des Volumenstroms ) bei inkompressiblen Flüssigkeiten
sowie die Bernoullische Energiegleichung bei reibungsfreien (=nichtviskosen) in-
kompressiblen Strömungen erläutern (Spezialfall: Venturi-Effekt) und zur Berechnung fehlender Größen in einen
einfachen Aufgaben zur Fluidmechanik einsetzen;
A6: das Hagen-Poiseuille-Gesetz für Strömungen (von Newtonschen Flüssigkeiten) mit der Viskosität  zur
Berechnung von Druckabfällen p entlang einer Röhre der Länge mit Radius r anwenden;
Bezüge zur Biologie & Medizin:
 Lungenatmung und Atmungsstörungen
 Blutdruck(-messung) , Blutkreislauf und Durchblutungsstörungen

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Fachschaft Physik
M9: Radioaktivität Mind. 14 U-Std.

Verbindliche Inhalte: Bis zum Ende des


I1: Aufbau des Atomkerns; Isotope und Kernzerfall 2. Semesters
I2: Strahlungsarten radioaktiver Nuklide;
I3: Zerfall radioaktiver Stoffe;
I4: Dosimetrie und Strahlenschutz;
Verbindliche Anforderungen:
Die Schülerinnen und Schüler können
A1: den Aufbau eines Atomkerns aus Protonen und Neutronen und ihren Zusammenhalt durch Kernkräfte erläutern;
A2: die verschiedenen Isotope eines Elements anhand ihrer Ordnungs- und Nukleonenzahl bzw. mithilfe einer Nuklid-
karte unterscheiden;
A3: die drei unterschiedlichen Arten ionisierender Strahlung (-, - sowie -Strahlung) charakterisieren und an Bei-
spielen typische Kernzerfallsprozesse (oder Zerfallsreihen) mithilfe ihrer Zerfallsgleichungen erläutern;
A4: den radioaktiven Zerfall mithilfe der exponentiellen Zerfallsgesetzes (tH: Halbwertszeit, k:
Zerfallsrate) beschreiben und zur Berechnung von „radioaktiver Mengen“ und Zerfallszeiten anwenden;
A5: das Konzept der Aktivität eines radioaktiven Präparates sowie die Einheit Bq erläutern;
A6: Quellen für natürliche und künstliche radioaktive Strahlung benennen und die daraus resultierende Gefährdung
durch deterministische oder stochastische Strahlenschäden erläutern;
A7: Dosis-Konzepte (z.B. Energiedosis ([D]=Gy), Äquivalentdosis, Organdosis oder effektive Dosis) für die Beurteilung
von biologischen Strahlungswirkungen heranziehen sowie die vier möglichen Schutzmaßnahmen gegen radioakti-
ve Strahlenbelastung (1. Verringerung der Stärke der Strahlenquelle, 2. zeitliche Begrenzung der Strahleneinwir-
kung, 3. Einhalten eines Sicherheitsabstandes, 4. Abschirmung der Strahlung) mit Beispielen erläutern;
Bezüge zur Biologie & Medizin:
 Anwendung des radioaktiven Zerfalls zur Altersbestimmung;
 biologische Strahlenwirkung und Strahlenschutz;
 Therapien mit ionisierender Strahlung;
 Röntgenstrahlung (Vertiefung) und Röntgendiagnostik

Stand 17.03.2014 Pflichtinhalte und –Anforderungen im M-Kurs Seite 8 von 9


Fachschaft Physik
M10: Wärmelehre Mind. 14 U-Std.

Verbindliche Inhalte: Bis zum Ende des


I1: Modelle in der Thermodynamik; Zustands- und Prozessgrößen 2. Semesters
I2: Wärmeübertragung
I3: Aggregatzustände und ihre Änderungen
I4: Gasgesetze
I5: Hauptsätze der Thermodynamik
Verbindliche Anforderungen:
Die Schülerinnen und Schüler können
A1: thermodynamischen Größen Druck, Temperatur, innere Energie und Wärme definieren sowie unterschiedliche
Temperaturskalen und Möglichkeiten der Temperaturmessung erläutern;
A2: die drei Möglichkeiten der Wärmeübertragung (Wärmeleitung, Wärmeströmung bzw. Konvektion, Wärmestrah-
lung) an Beispielen erläutern;
A3: die (spezifische, molare) Wärmekapazität c definieren und mit der Grundgleichung Q=cmΔT der Wärmelehre
die zur Temperaturerhöhung erforderliche Wärme berechnen;
A4: das Grundgesetz des Wärmeaustauschs Qauf=Qab erläutern und mit der richmannschen Mischungsregel die Mi-
schungstemperatur zweier Flüssigkeiten berechnen;
A5: die drei „klassischen“ Aggregatzustände sowie die entsprechenden Aggregatszustandsänderungen benennen;
A6: die kinetisch-statistische (mikroskopische) Betrachtungsweise sowie das Modell des idealen Gases erläutern und
die Grenzen dieses Modells (reales Gas) angeben;
A7: die allgemeine Zustandsgleichung für das ideale Gas, die entsprechenden Konstanten (allgemeine, spezifische
Gaskonstante; Boltzmann-Konstante) angeben und in konkreten Aufgabenstellungen anwenden;
A8: Zustandsdiagramme interpretieren und anfertigen;
A9: für isochore, isotherme und isobare Zustandsänderungen aus der allgemeinen Zustandsgleichung die Gesetze von
Amontons, Boyle-Mariotte und Gay-Lussac herleiten und in konkreten Aufgabenstellungen anwenden;
A10: den Carnotschen Kreisprozess sowie seinen Wirkungsgrad erläutern;
A11: die absolute Temperatur als Maß für die mittlere kinetische Energie der Teilchen eines Gases und die Gleichung
3
E kin  kT anwenden;
2
A12: den 1. Hauptsatz der Thermodynamik in der Form ΔU = W + ΔQ erläutern und in konkreten Aufgabenstellungen
anwenden;
A13: den 2. Hauptsatz der Thermodynamik in einer anschaulichen Form sowie die Unmöglichkeit eines Perpetuum
Mobiles 2. Art erläutern;
Bezüge zur Biologie & Medizin:
 Temperaturmessung; Thermographie (z.B. zur Tumorerkennung); Körpertemperatur und Zyklus;
 Sonne als Energiequelle für das Leben; Kontinental- und Seeklima bestimmen das Leben; Wärmehaushalt der Erde;
 Wärmestrahlung zu Diagnosezwecken (verengte Blutgefäße);
 Temperaturregelung im menschlichen Körper, Blutzirkulation; Luftpolster bei Enten; Fell und Kleidung; Schwitzen;
Verdunstungskälte, um Haut schmerzunempfindlich zu machen (kurzfristige lokale Betäubung mit Chloräthyl);
 Unterkühlung im Wasser; Überleben von Fischen in strengen Wintern
 Der Schiffsarzt Julius Robert Mayer und das helle venöse Blut; Leben und die beiden ersten Hauptsätze
 Stoffgemische (Vertiefung): Osmose versus Diffusion an Zellmembranen, osmotischer Druck im Organismus, Aufbe-
wahrung von Gewebeproben in isotonen Lösungen; Injektion von isotonen Lösungen (physiologische Kochsalzlö-
sung, um Blutkörperchen nicht zu schädigen), osmotische Arbeit der Niere; Bewegung von Schlingpflanzen oder
Drehung der Sonnenblume nach der Sonne

Stand 17.03.2014 Pflichtinhalte und –Anforderungen im M-Kurs Seite 9 von 9


Fachschaft Physik