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Bergwandern

Sicher über Stock


und Stein
Beratungsstelle für bfu.ch
Unfallverhütung
Bergwandern liegt im Trend

Bergwandern zählt zu den beliebtesten sowie Ausweichmöglichkeiten gut


Sportarten in der Schweiz. Rund 20 000 planbar. Dabei sind Anforderungen
Kilometer Bergwanderwege sind signali- (Wegkategorie, Steilheit, exponierte
siert und werden unterhalten. Doch auch Stellen), Wegverhältnisse (zum Beispiel
auf einem markierten Weg kann ausrut- Altschneefelder im Frühsommer) und
schen oder stolpern zu einem Sturz Wetter zu berücksichtigen. Informieren
führen. An einem steil abfallenden Hang Sie zudem Dritte über Ihre Tour, insbe-
sind die Folgen schnell fatal: 40 Wande- sondere, wenn Sie allein aufbrechen.
rinnen und Wanderer aus der Schweiz
sterben jedes Jahr beim Bergwandern, Wandervorschläge gibt es auf wandern.ch,
schweizmobil.ch und myswitzerland.com.
4000 verletzen sich schwer. Mit den
Tipps der BFU gehen Sie Gefahren aus
dem Weg.
Faustregel für die Marschzeitberechnung
Sorgfältige Planung Für jeweils 100 Höhenmeter im Aufstieg
Bergwandern ist anspruchsvoll. Sorgfältige und 200 Höhenmeter im Abstieg und für
Vorbereitung ist unerlässlich. Anhand von jeweils 1 km Horizontaldistanz rechnet
Karten, Wanderliteratur oder Websites man mit ca. einer Viertelstunde. Dabei
sind Route, Zeitbedarf und -reserven sind die Pausen nicht berücksichtigt.

Beispiel für eine Marschzeitberechnung


Eine Wanderung von 6 Kilometern Länge, mit je 800 m Auf- und Abstieg:

Aufstieg 800 Höhenmeter Abstieg 800 Höhenmeter


8 × 15 Minuten = 2 Stunden 4 × 15 Minuten = 1 Stunde

Distanz 6 Kilometer
6 × 15 Minuten = 11/2 Stunden

Gesamte Wanderzeit: 41/2 Stunden

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Weiss-rot-weisse Bergwanderwege?
Nur wenn Sie fit, trittsicher und schwindelfrei sind.

sicher-bergwandern.ch
Richtig gefordert
Realistische Selbsteinschätzung Signalisation
Überforderung erhöht das Unfallrisiko
und schmälert den Genuss. Die weiss- Wanderweg
rot-weiss markierten Bergwanderwege
sind steil, schmal, teilweise exponiert Wanderwege verlaufen oft auf breiten
und erfordern Trittsicherheit. Gelb mar- Wegen. Sie können aber auch schmal
kierte Wanderwege sind einfacher zu und uneben sein. Abgesehen von der
begehen. Schätzen Sie Ihre aktuellen üblichen Aufmerksamkeit und Vorsicht
Fähigkeiten, beziehungsweise diejenigen stellen sie keine besonderen Anforderun-
des schwächsten Gruppenmitglieds, gen. Empfohlen sind Schuhe mit griffiger
realistisch ein und stimmen Sie Ihre Sohle.
Planung darauf ab.
Bergwanderweg
Sind Sie fit genug für den geplanten Auf-
und Abstieg, können Sie die Schwierig- Bergwanderwege verlaufen überwiegend
keiten sicher bewältigen? Besonders bei steil, schmal und teilweise exponiert.
älteren Personen nehmen Kondition und Vorausgesetzt werden Trittsicherheit,
Koordination ab. Das zeigt sich in Schwindelfreiheit, gute körperliche
rascherer Ermüdung, Gleichgewichts- Verfassung und Bergerfahrung. Feste
störungen und verminderter Reaktions- Schuhe mit griffiger Sohle sind not-
fähigkeit. wendig.

Es ist keine gute Idee, unbekannte und Alpinwanderweg


schwierige Touren alleine zu unterneh-
men. Wer dennoch alleine unterwegs ist, Alpinwanderwege führen teilweise über
wählt einfachere, wenig abgelegene Schneefelder, Gletscher oder Geröllhal-
Routen. den und durch Fels mit kurzen Kletter-
stellen; teils ohne sichtbaren Weg.
Vorausgesetzt werden Trittsicherheit,
Schwindelfreiheit und eine sehr gute
körperliche Verfassung. Alpine Erfahrung
und entsprechende Ausrüstung sind
notwendig.

Bereit für Bergwanderwege? Winterwanderweg


Finden Sie es heraus
auf der Kampagnenwebsite Winterwanderwege werden nur im Winter
sicher-bergwandern.ch. signalisiert. Sie stellen keine besonderen
Anforderungen, es besteht jedoch
Rutschgefahr.

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Das Nötige dabei
Gut ausgerüstet
Bergwanderwege können rutschig sein.
Feste Wanderschuhe mit Profilsohle
verbessern den Halt. Sonnen- und
Regenschutz sowie warme Kleidung
gehören mit in den Rucksack – im
Gebirge ist das Wetter rauer und es kann
rasch umschlagen. Zur Orientierung hilft
eine aktuelle Karte. Taschenapotheke,
Rettungsdecke und das Mobiltelefon für
Notfälle nicht vergessen.

So wenig wie möglich und so viel


wie nötig:

• Feste Wanderschuhe mit griffiger


Profilgummisohle
• Warme Kleidung nach dem Zwiebel-
prinzip: Pullover, Regenjacke, evtl.
Mütze und Handschuhe
• Sonnenbrille, Sonnenhut und Sonnen-
schutzmittel
• Aktuelles Kartenmaterial
• Proviant, Getränke, Taschenmesser
• Eventuell Wanderstöcke
• Für den Notfall: Taschenapotheke,
Rettungsdecke, Mobiltelefon

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Sicher unterwegs
Alles im Griff Gehtechnik
Los gehts! Entscheiden Sie anhand des • Auf die Tritte achten. Aufwärts mit der
aktuellen Wetterberichts über den ganzen Sohle aufsetzen. Beim
definitiven Start. Auch unterwegs ist Abwärtsgehen den Oberkörper nach
Aufmerksamkeit gefragt. vorne neigen und die Knie beugen.
Breitbeinig und kontrolliert gehen.
Müdigkeit kann die Trittsicherheit stark Nicht zu grosse Schritte machen.
beeinträchtigen. Wer regelmässig trinkt,
• Möglichst gleichmässig und nicht zu
isst und rastet, bleibt leistungsfähig und
schnell gehen. Das eigene, optimale
konzentriert. Zudem sind die Zeitplanung
Tempo finden, damit für den Rückweg
und die Wetterentwicklung zu beachten.
noch genügend Reserven bleiben.
Sich nicht von anderen hetzen lassen.
Verlassen Sie die markierten Wege nicht,
Trampelpfade und vermeintliche Abkür-
zungen sind heikel. Wenn Sie sich
verlaufen haben: Bleiben Sie in der Besonders mit zunehmendem Alter
Gruppe zusammen und kehren Sie zum sollte man regelmässig Kraft und
letzten bekannten Punkt zurück. Warten Gleichgewicht trainieren. Dafür
Sie bei Nebel auf bessere Sicht und reichen bereits einfache Übungen
steigen Sie nicht durch unbekanntes wie zum Beispiel Kniebeugen oder
Gelände ab. Gehen mit Zusatzaufgaben, die in
den Alltag eingebaut werden.
Kehren Sie – zum Beispiel bei einem
drohenden Wetterumbruch – rechtzeitig Übungen dazu auf sichergehen.ch
um oder suchen Sie Schutz in einer
Hütte.

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Im Notfall
Bei einem Unfall Für eine Bergung
Zuerst Verletzte mit lebensrettenden Die Unfallstelle gut sichtbar markieren
Sofortmassnahmen versorgen und dann und klare Zeichen für die Rettungsperso-
so schnell wie möglich die Rettungskräf- nen geben:
te über die europäische Notfallnummer • Internationales Notrufzeichen:
112 (über alle Handynetze und auch bei 6 -mal in der Minute ein Zeichen
gesperrtem Telefon erreichbar) oder über geben (zum Beispiel rufen, Tuch
eine Notfall-App alarmieren. Verletzte schwenken, mit Lampe blinken) und
nicht alleine lassen und die eigene nach einer Minute wiederholen. Als
Sicherheit nicht vergessen, um Folge- Antwort drei Zeichen pro Minute.
unfälle zu vermeiden.
• Notsignal für einen Rettungshelikopter:

Y = Yes/Ja,
wir brauchen Hilfe.

N = No/Nein,
wir brauchen keine Hilfe.

Den Bergwander-Check machen

• Planung:
Was habe ich vor?
• Einschätzung:
Ist diese Wanderung für mich
geeignet?
• Ausrüstung:
Habe ich das Richtige dabei?
• Kontrolle:
Bin ich noch gut unterwegs?

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Die wichtigsten Tipps
• Eine Wanderung wählen, die den eigenen
Fähigkeiten entspricht
• Wanderung sorgfältig planen, inkl. Reserven
für den Abstieg
• Konzentriert bleiben, regelmässig trinken,
essen und rasten

Weitere Broschüren und Publika-


tionen zu anderen Themen können
Sie kostenlos beziehen oder
auf unserer Website herunterladen:

bfu.ch

Partner: Schweizer Wanderwege, wandern.ch


3.010.01 – 06.2020; © BFU

Die BFU macht Menschen sicher. Als Kompetenzzentrum forscht und berät
sie, damit in der Schweiz weniger folgenschwere Unfälle passieren – im
Strassenverkehr, zu Hause, in der Freizeit und beim Sport. Für diese Aufgaben
hat die BFU seit 1938 einen öffentlichen Auftrag.

Beratungsstelle für Postfach, 3001 Bern


Unfallverhütung info@bfu.ch