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Unabhängigkeitserklärung oder Beitritt zur Schweiz?

Éric Bertinat

stay-free Artikel von Éric Bertinat und Werner L. Ende

Éric Bertinat

Dokumentation: Rede des Genfer SVP-Abgeordneten Éric Bertinat


von Eric Bertinat
Kommentiert von Werner L. Ende
Unabhängigkeitserklärung oder Beitritt zur Schweiz?
Éric Bertinat ist Abgeordneter der Schweizerischen Volkspartei, der größten Partei
in der Schweiz, im Kantonsparlament Genf (Großer Rat von Genf), wo er auch
Präsident der Finanzkommission ist. Er ist Präsident der „Perspective Catholique“
und Koordinator der Gesellschaft für eine unabhängige und neutrale Schweiz
(ASIN) im französischsprachigen Teil der Schweiz. Er ist verheiratet und hat sechs
Kinder. Die vorliegende autorisierte Übersetzung seiner Rede vom 06.11.2010 in
Stuttgart vor über hundert Gästen vom Französischen ins Deutsche stammt von
seinem Vertrauensmann Jean Streit.
Sehr geehrte Damen und Herren,
gestatten Sie mir, Ihnen für Ihre Einladung herzlich zu danken und Ihnen
mitzuteilen, wie sehr ich mich freue, Ihnen hier meine Gedanken zur direkten
Demokratie mitteilen zu dürfen.

[…] Ich will Ihnen auch sagen, dass wir in der Schweiz das Projekt Stuttgart 21
sowie die damit einhergegangenen Demonstrationen mit regem Interesse und viel
Sympathie beobachtet haben. In der Tat zeugt Ihre Opposition für sehr viele
Schweizer, die sich gegen den Anschluss zur EU und den sich daraus ergebenden
Verlust der demokratischen Rechte und ihrer Neutralität wehren, von der
politischen Gesundheit der Hauptstadt von Baden-Württemberg und Ihrem
gesunden bürgerlichen Selbstbewusstsein.

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Ihr Widerstand belegt auch die entstandene Kluft zwischen den Interessen der
Regierungen und den Bedürfnissen ihrer Völker in Europa. Bereits Charles
Maurras (1868-1952), ein französischer Staatsmann, Denker und Philosoph klagte
dies zu seiner Zeit an, mit dem Begriff „legales Land“, dass künstlich dem „realen
Land“ übergestülpt wird. Aber es ist nur das reale Land, welches arbeitet und lebt,
und welches man heutzutage die „zivile Gesellschaft“ nennen würde.
Stuttgart 21 zieht wie so manche andere, oft grenzüberschreitende, aber dubioser
Weise „regional“ genannte Projekte, die in luxuriösen Büros in Brüssel, in den
düsteren Hinterzimmern europäischer Technokraten ausgedacht wurden, und
danach durch lokale Politiker verwirklicht werden, mehr und mehr
Aufmerksamkeit bei benachbarten Bevölkerungen auf sich. Sie stellen sich die
Frage: „Über welche Freiheit verfügt Ihr, verfügen wir noch in Europa, um unseren
Standpunkt effektiv zum Ausdruck bringen zu können?“
Man kann zuerst und zumindest sagen, dass die Demokratie, wie sie in den
meisten europäischen Verfassungen vorgeschlagen wird, sehr „bedingt“ ist, um es
gelinde auszudrücken. Jedermann kann feststellen, dass sie nicht ausreicht um die
Machtsucht und Geldgier unser Regierungen und der dahinter stehenden
Lobbygruppen zu bändigen. Nur die Ausübung der direkten Demokratie ist die
angemessene Antwort, um die Lage wieder in den Griff zu bekommen, und um
wieder Herr seines eigenen Schicksals zu werden. Aber man sollte darauf achten,
keine Zeit mehr zu verlieren: Es stehen noch weitere Möglichkeiten zur Verfügung,
um sich gegen die Bevormundung unserer Länder und Bürger zu wehren.
Vor dem Kampf gegen eine suprastaatliche und freiheitsfeindliche Ideologie aus
Brüssel, die klar zu erkennen ist, muss die lethargische Unterwürfigkeit
überwunden werden. Die Rückkehr zur vollen Souveränität des Volkes und seiner
bodenständigen Weisheit, ist DIE Lösung für unsere Länder: Für unsere Länder,
sowie unsere Regionen, deren Leben sich jeden Tag vor unseren Augen abspielt. In
einem Zeitalter der praktisch unbegrenzten Möglichkeiten der
Informationstechnologie und der modernen Transportmittel werden unsere alten
und bekannten nationalen Grenzen allmählich altmodisch. Mit oder auch ohne
unsere Zustimmung.
[...] sei man ein Erzkonservativer oder ein brennender Patriot, man wird nichts
daran ändern können. Neue Lebensräume entstehen, in denen zwei oder auch drei
Länder eng verbunden sind, wie z.B. im trinationalen
„Eurodistrikt“ (Dreiländereck) von Basel und durch sein ETB Projekt: „Verstärkung
der gemeinsamen Transportmittel und der Mobilität“ (Zugverbindungen).
Die EU Kommission in Brüssel hat dies natürlich auch erkannt, aber anstatt den
Bewohnern der verschiedenen Regionen in den Ländern die Entscheidungsfreiheit
über solche gemeinsamen Projekte zu geben, zieht sie es vor, diese natürliche
Entwicklung zu ihren Gunsten zu benutzen, indem sie nicht nur die Souveränität
der Regionen im Elsass und in Baden-Württemberg, sondern auch gleich noch die

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nationale Souveränität der Ländern aufhebt und sich einfach selbst die Hoheit über
solche kostspieligen zwischenstaatlichen Infrastrukturprojekte verschafft.
Die aus Brüssel stammenden Direktiven der EU, die diese riesigen Baustellen in
solchen Euro-Regionen bestimmen, sind mit chirurgischer Genauigkeit
geschrieben. In diesen Direktiven wird die Frage nach Demokratie und
Selbstbestimmung überhaupt nicht gestellt. Es besteht lediglich die Pflicht, die
betroffene Bevölkerung zu informieren. Dies wird ohne weiteres und ohne jegliche
Kritik durch die lokalen Politiker angenommen, da es einfacher ist, für sich selbst
und bestimmte internationale Konzerne in die eigene Tasche zu arbeiten, wenn die
Bürger kein Mitspracherecht bei diesen teuren Projekten haben.
Stuttgart 21 ist fast eine perfekte Karikatur der Ambition, um notwendige
Modernisierungen der Infrastruktur durchzuführen. In Wirklichkeit ist Stuttgart 21
nur ein Vorwand, um Baumaßnahmen im Sinne Brüssels durchzuführen,
öffentliche Gelder abzugreifen und die Interessen von Großkonzernen zu
befriedigen, sowie den Appetit dieser auf Immobiliengrundstücke, was der Bürger
aber nicht durchschaut.
Da dies alle EU-Länder betrifft, was also tun? Zwei Wege sind in Ihrem Land
möglich, falls Sie in Baden-Württemberg die direkte Demokratie einführen wollen.
Entweder auf Bundesebene eine Änderung vom Grundgesetz durchsetzen - fast
eine Revolution. Oder, auf regionaler Ebene sich dem einzigen Land, also der
Schweiz, das die direkte Demokratie anwendet, anschließen. Dies wäre nicht „fast
eine Revolution“, sondern eine Revolution, DIE Revolution.
Warum? Weil es eine Alternative gegenüber der allmächtigen EU ist, sowie
gegenüber dem Verschleiß der Regionen und der Vernichtung aller Länder, wie von
Brüssel gewünscht. Das wäre eine Antwort und Lösung, indem ein neues
Gleichgewicht im Herzen Europas, rund um dem Alpenraum entstehen kann. Dies
ist der zweite Weg, an den der SVP-Nationalrat Dominique Baettig aus dem Jura
dachte, als er am 18. März 2010 im Nationalrat eine Eingabe (Motion) einreichte.
Diese fordert eine Änderung der Schweizer Verfassung, um eventuell neue
Kantone im Bund aufzunehmen, falls grenznahe Gebiete solch einen Antrag - auf
die Mehrheit seiner Bürgerinnen und Bürger gestützt - machen würden. Danach
und wegen der direkten Demokratie, würden diese neuen Kantone in die Schweiz
aufgenommen werden, nachdem eine Mehrheit der Schweizer und der Kantone
dem zugestimmt haben.
Es war dieser Vorschlag, den ich auf kantonaler Ebene im Genfer Großrat
eingereicht habe. Für Jahrhunderte hegte dieser Kanton enge und historische
Beziehungen mit dem französischen Ain und Hoch Savoyen. Es wäre unrealistisch,
an die Zukunft zu denken, ohne unsere Nachbarn einzuschließen und sei es nur,
weil mehr als 70.000 von ihnen bereits täglich in Genf arbeiten. Hier sollte man
auch erwähnen, dass mehr als 18.000 von ihnen auch einen Schweizer Pass haben.
Somit ist die Notwendigkeit bewiesen, eine Zukunft zu bauen, die die
menschlichen Faktoren in den Regionen berücksichtigt. Hier angelangt, sollte man

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noch eine andere Schwierigkeit erwähnen. Wie sollen oder können überhaupt zwei
sehr verschiedene Verwaltungen wirksame Arbeit leisten? Die eine, föderalistisch
in der Schweiz, die andere zentralistisch in Frankreich.
Wäre es nicht viel einfacher, wenn die zwei französischen Departements, mit
Savoyen, welches übrigens eine ähnliche Fahne wie die Schweiz aufweist (weißes
Kreuz auf rotem Feld), der Schweiz beitreten und somit über wirklich
demokratische Werkzeuge verfügen würden, um somit selbst zu entscheiden,
welche Infrastrukturen dieser Region wirklich von Nutzen wären?
Die Schweiz bietet Ihnen eine Antwort auf diese Frage, die zwar nicht perfekt, aber
sofort einsetzbar ist: Nämlich via direkte Demokratie.
Beispielhaft: Die jüngste Abstimmung über das Minarettverbot auf Schweizer
Boden beweist diese Aussage. Allerdings passiert so etwas sehr selten, weil man
sofort vor einer geschlossenen Armada der pro EU eingestellten politischen Klasse,
aller Medien und der ganzen Wirtschaft steht.
Eines bleibt dagegen ständig wahr. Die Instrumente von Volksinitiative und
Referendum sind stark genug, um einen grundlegenden Einfluss auf die Politik in
der Schweiz zu haben. Das NEIN zum Anschluss der Schweiz zur EU ist ein
weiteres Beispiel.
Noch eine Frage: Sind Volksinitiative und Referendum wirksam genug, um
bestimmten Politikern in der EU und UNO den Appetit zu verderben? Sie wandern
stolz vor den Journalisten herum, oder auch diskreter bei den Sitzungen der
Bilderberger und der Trilateralen Kommission? Die Antwort lautet JA, trotzt der
Tatsache dass niemand vor einer Abstimmung immer sicher sein kann. Auch das
Volk irrt sich manchmal.
Betrachten wir jetzt einen konkreten Fall aus jüngster Zeit dazu, der in
Zusammenhang mit dem Bahnverkehr steht. Wie spielt sich direkte Demokratie ab,
hier mit dem Genfer CEVA-Projekt in einer städtischen Umgebung? Diese neue
Linie wird ab 2015 den Hauptbahnhof Cornavin (inmitten der Stadt) mit dem
Bahnhof von Annemasse in Frankreich verbinden. Ich habe dieses Beispiel
absichtlich gewählt, da viele Ähnlichkeiten zwischen der kostspieligen CEVA-Linie
und dem pharaonischen Projekt Stuttgart 21 bestehen.
CEVA wurde durch alte Parteien und Polit-Bonzen, sowie Lobbys der Eisenbahn
und von Bauunternehmen ausgedacht und unterstützt. Die Kosten sind hoch und
ständig steigend. Der erste Kostenvoranschlag betrug CHF 941 Mio. Heute lautet
die Rechnung CHF 1.4 Milliarden, und man weiß, dass sich im Jahr 2015 der
endgültige Betrag auf mindestens CH 2 Milliarden belaufen wird. Die Nützlichkeit
und die Rentabilität vom CEVA sind ungewiss. CEVA stößt auf breiter Front auf die
Opposition aller Nachbarn. Dieses umstrittene Projekt konnte und wurde dem Volk
trotzdem in einer kantonalen Abstimmung am 29. November 2009 unterbreitet.
Trotz der Tatsache, dass er schlussendlich mit 61 Prozent der Stimmen
angenommen wurde, hat das Volk das letzte Wort gehabt.

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Wie kam diese Abstimmung zustande? Im Jahr 2000 wurden erste CHF 6 Mio. für
eine Machbarkeitsstudie durch das Parlament genehmigt. Im Jahr 2001 kam ein
erster Rapport, der die Machbarkeit des Projekts bestätigte. In selben Jahr wurden
erneut CHF 30 Mio. genehmigt. Im Jahr 2002 kam es zu einem Vertrag mit dem
Bund (nationale Exekutive) und der SBB, sowie dem Kanton Genf, die zusammen
die drei „Projektleiter“ darstellen. Im selben Jahr noch wurden CHF 400 Mio. für
das Projekt genehmigt.
Zu diesem Zeitpunkt hätte man mit 7.000 Stimmen in Genf auf kantonaler Ebene
ein Referendum lancieren können, aber es kam nicht zustande, weil die Gegner
nicht entschlossen genug waren. Aber sieben Jahre später wurden für das Projekt
weitere CHF 107 Millionen gefordert. Das Parlament nahm dies mit einem Gesetz
an, das dann durch ein Referendum angefochten wurde. Eine Abstimmung fand
statt, und eine Mehrheit der Genfer hat dem ganzen Projekt zugesagt.
Seitdem kommen mehr und mehr Schwierigkeiten hinzu, und wer wird all dies
bezahlen, inklusive die hohe Rechnungen auf französischem Boden, dessen Betrag
bis heute immer noch unbekannt ist? Wie auch immer, man muss den CEVA stur
weiterbauen, wie die amerikanische Armee den Soldat Ryan retten wollte, ohne
irgendwelche Gewissensbisse, koste es, was es wolle.
So wird auch Stuttgart 21 ohne Skrupel gebaut, weil die Ausdehnung der Achse
Paris-Budapest in den Plänen der EU liegt, und weil riesige finanzielle Interessen es
so bestimmen. Meine Damen und Herren, das ist, was hier in Stuttgart passieren
wird… oder doch nicht? Werden Sie Sand ins Getriebe schütten? Werden die
Politiker dem Volk von Baden-Württemberg Gehör schenken?
Wird man Ihnen diese Freiheit überhaupt gewähren? Deshalb: Probieren Sie die
Option einer Demokratie nach Schweizer Vorbild aus, an der wir jeden Tag hart
arbeiten.
Eine provokative Frage zum Schluss: Sollte Baden-Württemberg demokratisches
Asyl in der Schweiz finden? Warum eigentlich nicht?
Weiterführende Informationen:
Video der Rede von Éric Bertinat auf der Veranstaltung der „Partei der
Vernunft“ (ab Stunde 02:05)

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Kein Beitritt sondern Zusammenschluss zu einer freien Selbstverwaltung!

Kein Beitritt sondern der Zusammenschluss zu einer Selbstverwaltung!


Kommentar von Werner L. Ende
In „The Home of the Free: Switzerland“ schildert Zmirak, J.P., in
leuchtenden Farbe die Vorzüge einer freien Schweiz aus der Sicht
eine überzeugten Demokraten. Zmirak vergleicht das politische
System mit dem seiner Nachbarländer in der EUdSSR.
Werner L. Ende
Zur „stärksten“ Waffe demokratischer Ideologen gehört der
Vergleich von Demokratien mit dem Schlechtesten, dem totalitären
Terrorstaat, oder dem zweit- oder drittschlechtesten, den Demokratien westlichen
Zuschnitts (Vorbild: die Verfassung der USA).
Mit dem Besten, einer freien, selbstverwalteten Gesellschaft, die ihre Regeln in
freiwilliger Übereinkunft erstellt, deren Individuen sich ausschließlich Gesetzen
unterwerfen, die sie ohne Zwang von außen selbst beschlossen haben, kommt es nicht.
Es ist ihnen, den Opfern einer Gehirnwäsche schlechthin unmöglich den kritischen
Intellekt zu nutzen, da den Menschen in Deutschland und Frankreich und Milliarden
anderer Menschen durch eine Jahrzehnte bis Jahrhundert währende Indoktrinierung
der Blick auf das Wertvollste, auf ein Leben in Freiheit und Selbstbestimmung verstellt
wurde und seine kritische Sicht auf wirtschaftliche und politische Zusammenhänge
vernebelt wurde.
Die Schattenseiten der Direktdemokratie sind der breiten Öffentlichkeit in Europa und
anderswo kaum bekannt.
So erfreulich ein Ausscheren von Baden-Württemberg aus der EUdSSR1 wäre und ein
kleiner Gewinn an Freiheit den Alemannen und Schwaben auf deutschem Gebiet zu
wünschen wäre, blieben grundlegende Probleme die jeder Staat mit sich bringt, auch
einer mit direktdemokratischer Verfassung, bestehen.
Wenn Baden-Württemberg oder Savoyen der Schweiz beiträten bliebe das Prinzip
der Majorisierung erhalten. Wechselnde Mehrheiten unterdrückten die Wähler der
Minderheiten, es verbände sich A mit B um C, B mit C um A und A mit C um B zu
berauben.
Zwischen den Wahlen und nach den Volksabstimmungen regieren nicht die Bürger
- vom Volk wird ja nie gewählt oder regiert, da es kein Volk als Person, sondern nur
Individuen gibt, die wählen bzw. regieren. Es regieren Politiker, die nie die
Interessen aller Bürger vertreten können, da jeder Wähler eigene Wünsche und
Vorstellungen hat, die nach seinem Willen verwirklicht werden sollen. Sie die
Politiker und Regierenden und Abgeordneten machen da keine Ausnahme, wenn
man einmal davon absieht, daß sie Angehörige der Politischen Klasse sind und die
Machtinteressen von Cliquen, Gruppen oder Interessenverbänden vertreten. Dies
in der Schweiz nicht anders als in Frankreich oder Deutschland.

1 Bukowski, Wladimir, Die EU-Verschwörung


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Kein Beitritt sondern Zusammenschluss zu einer freien Selbstverwaltung!

Das schweizerische System der Direktwahl und der Volksabstimmungen und eine
dezentrale Machtverteilung des Staates auf die Kantone haben beispielsweise
weder das Schächtverbot von 1893, das sich gegen Angehörige der jüdischen Religion
richtete, noch den Goldverkauf der Schweizer Regierung 2002 oder die weitgehende
Entmachtung der Kantone zugunsten des Bundes im Jahre 2006 verhindern
können.
H. Mencken, das kritische Gewissen der Amerikaner in den USA der 20.er bis 40.er
Jahren, bemerkte zu den Unterschieden der Demokratischen Staatsformen:

Mencken turns his attention to the legislators whom voters elect. He also dismisses those
who believe there is a great difference between representative government and direct
democracy: "Under both forms the sovereign mob must employ agents to execute its
will, and in either case the agents may have ideas of their own, based upon interests of
their own, and the means at hand to do and get what they will." The requirement that
legislators live in the districts they represent results in "the election of a depressing gang
of incompetents, mainly petty lawyers and small-town bankers."
Deutsch von Werner L. Ende :
Mencken wendet sich den gewählten Gesetzgebern zur. Er verwirft diejenigen, die
glauben, daß es einen großen Unterschied zwischen einer Repräsentativen Regierung und
der Direkten Demokratie gäbe: „In beiden System muß der souveräne Mob Beauftragte
anstellen, die seine Interessen wahrnehmen, und in jedem Fall haben diese eigene
Vorstellungen, die auf Eigeninteresse beruhen, und das bedeutet praktisch, daß sie nehmen
und machen können was sie wollen.“ Aus der Pflicht der Gesetzgeber, in ihrem Wahlbezirk
zu leben resultiert, „die Wahl einer deprimierenden Bande von Inkompetenten,
Nichtskönnern und Kleinstadtbänkern.“2
Im Falle einer mehrheitlichen Zustimmung der Bürger von Baden-Württemberg oder
von Savoyen zu einem Beitritt zur Schweiz würde eine Minderheit der Wähler
überstimmt und gezwungen sich dem Votum der Mehrheit zu unterwerfen oder sich
dagegen gewaltsam aufzulehnen. Dies wäre eine für die Zentralregierung in Berlin bzw.
in Frankreich oder die EUdSSR ein willkommener Anlaß Polizei und Armee
einzusetzen um die Sezession dieser Bundesländern zu verhindern.
Sollte der Anschluß an die Schweiz dennoch gelingen, wären mit Sicherheit Tote,
Verletzte und die Vernichtung von Privatvermögen zu beklagen. Eine Situation der
Notwehr könnten die Beitrittswilligen nicht für sich beanspruchen. Die Notwehr ist
allein und ausschließlich Individuen erlaubt, deren Leib- und Leben bedroht wären
oder die ihr Eigentum verteidigen müssten. Eine Mehrheit, die Gewalt gegenüber den
Unterlegenen ausübt hat hierzu kein Recht. Weder sind sie durch die Minderheit der
Wähler bedroht, noch sind sie als Individuen im Eigentum an sich selbst und ihrem
Besitz gefährdet.

2 Mencken, H. L.: Notes on Democracy (Auburn, AL, 2007, © 1927 Knopf Inc.)

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Kein Beitritt sondern Zusammenschluss zu einer freien Selbstverwaltung!

Akzeptabel wäre nur eine freiwillige Einigung zur Gründung einer Selbstverwaltung,
die eine Trennung freiheitlicher Menschen von der Zentralmacht in Berlin bzw. Paris
ermöglichte und einen ungehinderten Markt mit den Bürgern der Schweiz erlaubte.
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Quellen:
• Akiyama, Yoko, Die Hegemonie der Mehrheit in einer multikulturellen Gesellschaft. Unter
besonderer Berücksichtigung des Schächtverbotes im Jahr 1893 in der Schweiz
• Bukowski, Wladimir, Die EU-Verschwörung, http://www.schweizerzeit.ch/0707/
euverschwoerung.htm
•Ende, Werner L.,Ist die Demokratie noch zu retten: http://www.stay-free.de/fileadmin/
templates_stay-free/1Neue_Datei_ordner/2_gesellschaft/007Ist_die_Demokratie/
Ist_die_Demokratie_noch_zu_retten.pdf
• Lips, Ferdinand , Die Freiheit verliert man in kleinen Dosen, http://
www.zeitenschrift.com/magazin/44-goldverschwoerung.ihtml
• Mencken, H. L.: Notes on Democracy (Auburn, AL, 2007, © 1927 Knopf Inc.)
•Volksinitiative zur Wiedereinführung der Golddeckung: Nationalbank soll Goldverkäufe
stoppen! http://www.markobutze.de/Schweiz_Initiative_zur_Wiedereinfuhrung__der_Golddeckung.pdf
• Zmirak, J.P., The Home of the Free: Switzerland, http://archive.frontpagemag.com/
readArticle.aspx?ARTID=21563

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