Sie sind auf Seite 1von 3

1.1.1.

Interpretation und Verstand  

Wenn über Erinnerung in kollektiven Perspektive gesprochen wird, es ist unverzichtbar die

Beziehung zwischen Interpretation und Verstand zu erklären, angesichts der hermeneutischen

Frage über die Möglichkeit des Verstehens in einem Feld wo keine methodologische

Standards eine gewisse Objektivität dienen. Das Verstehen ist der Zentralpunkt der

hermeneutischen Untersuchung, da wissenstheoretische „verstehen“ eine gewisse

Interpretation - oder mehrere Interpretationen - der Realität darstellt.

Es war mit Wilhelm Dilthey dass Verstehen und Erklärung als generelles Modell für das

Kenntnis von Objekten der Realität entstanden. Die kulturelle Objekten werden interpretiert

und verstanden, in einer mehr erfahrungsmässigen und persönlichen Weise: Die Aufgabe des

Geistwissenschaftler ist die äußeren Zeichen Inneres erkennen und verstehen. Im Gegenteil

für die Naturobjekten die Erklärung über die Kausalität gilt als kognitiver Akt: Das

Regelmäßige des Äußeren beobachten, erkennen und dessen Gesetzmäßigkeit objektiv

erläutern. Das Erklären - dachte Dilthey - wäre einen kognitiven Akt frei von Subjektivität.

Diltheys Schema stammt aus Friedrich Schleiermacher Theorien und seine Konzerne mit dem

Begriff und Frage der Hermeneutik selbst. Schleiermacher gilt als die Person, die die

hermeneutische Frage überdenken hat, und die Hermeneutik als Wissenschaft oder Art des
Verstehens festgestellt, indem er eine Kritik zur Standpunkt der Philologie präsentiert: die

Hermeneutik sei mehr als eine Zusammenstellung von Regeln für den Auslegungsprozess. Sie

ist selbst eine Wissenschaft, die die Bedingungen des Verstehens in jeder Kommunikation

deskribiert (Allgemeine Hermeneutik). Die Schwierigkeiten des Verstehens und die

Missverständnisse sind dadurch als integrierenden Momente des hermeneutischen Weges, ein

Weg der methodisch durchgeführt werden soll. Die hermeneutische Aktivität ist also als

Methode gehoben.

Für Schleiermacher ist die Hermeneutik die „Art des Verstehens“, die uns erlaubt, die

Rekonstruktion eines Diskurses durch Vertiefung in dem Produktionsprozess des Autors, so

wird es möglich die Erfahrung seiner Intention an Bedeutung und seiner Situation in der

1
Moment der Kreation. Laut Schleiermacher, ist der Auslegungsprozess eine Art

Nachkonstruktion der Genese des Textes. Also dann laut seine bekannte Aussage, die

Hermeneutik ist „die Kunst, die Rede eines anderen, vornehmlich die schriftliche, richtig zu

verstehen“(1977, S. 75). Der Interpret soll also „die Rede zuerst ebenso gut und dann besser

verstehen als ihr Urheber“ (1977, S. 94). Dies führt Schleiermacher zu den Schlussfolgerung,

dass die Hermeneutik nämlich zwei Aspekten berücksichtigen soll: eine grammatische und

eine psychologische Aspekt der Interpretation.

Angesichts dieser psychologischen Aufgabe der Interpret in der Auslegungsprozess,

Hans-Georg Gadamer kommt zu den Abschluss, dass für Schleiermacher das hermeneutische

Problem liege nicht in der dunklen Geschichte sonder in dem dunklen Du. 1Schleiermachers

Formell betrachtet nur die Lebensmanifestation des Verfassers, das Ergebnis einer freien

intellektuellen Produktion, und dadurch wird die Interpretation nicht als Deutung des Textes

legitimiert, sonder als Deutung des Autorverständnis, das im Text zum Ausdruck kommt. Die

Hermeneutik wird also eine Untersuchung in psychologischen Ebene auf der Suche nach der

intentio auctoris. Für Gadamer, diese Unfähigkeit zu Unterscheidung zwischen Autor- und

Textverständnis resultiert in eine Hermeneutik des individuellen Ausdrucks, unabhängig von

irgend einer Wahrheitsanspruch. Dies führt Gadamer zu die Schlussfolgerung, dass die von

Schleiermacher konzipierten Hermeneutik nicht als methodologisches organon für die

Geistwissenschaften sein kann, seitdem sein Projekt orientiert sich in die Richtung des

einzelnen sprachlichen Ausdrucks eine Intention, das von einen freien bildenden Akt

resultiert.

Es ist mit Dilthey dass die Hermeneutik als zentrale Disziplin für Aufbau einer

Methodologie für die Geisteswissenschaften gehoben wird, nämlich eine historische

Methodik. Er ist der Meinung, die Interpretation der essenziellen Ausdrücke des menschliches

Dasein führt zu einem Akt der historischen Interpretation. Die Hermeneutik wird durch

Dilthey nicht mehr eine dogmatische Aufgabe bedienen und wird ihre Funktion als

historisches organon einnehmen. Nichtsdestotrotz hat Dilthey immer noch das Verstehen der

1
GADAMER, Hans Georg. Wahrheit und Methode : Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik. 6.
Auflage. Tübingen, Mohr, 1990, S. 195.

2
Geisteswissenschaften als eine verstehende Psychologie: die Erkenntnis des einzelnen

menschlichen Dasein im Blick der Einheit der Gesamtheit, um eine allgemeine Gültigkeit

dieser Erkenntnis zu verleihen. Seine Theorie ist doch eine Bemühung und eine Versuch auf

die psychologische Grundlage für die Geisteswissenschaften zu verzichten. Diesbezüglich hat

Dilthey das Verstehen mit einer objektiven historische Orientierung verknüpft unter den

Begriff Objektivierung des Lebens. Jedoch seitdem diese Objektivierung bezieht sich auf

menschliche Erfahrungen, hat Dilthey eine gewisse psychologische Konzeption des

Verstehens behalten: seine Theorie setzt die Erfahrung als Bedingung für das Verstehen

voraus.

Es ist mit Martin Heidegger dass Verstehen als Existenzielles betrachtet wird.

Das könnte Ihnen auch gefallen