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Kap 1: Lebenserfahrungen und Gedächtnis  

1.1. Persönliche Erinnerungen und soziale Erfahrungen

„Solange etwas ist, ist es nicht das, was es gewesen sein wird. Wenn etwas vorbei

ist, ist man nicht mehr der, dem es passierte.“

— Martin Walser. Ein springender Brunnen.

Das Problem des Erinnern und dessen Verbindung und Korrespondenz mit der Realität ist

eine Frage nach der Wahrheit. Die Erinnerung als Internalisierung eines Teils der Realität

fordert eine intellektuelle Arbeit, die trotz alle Bedingungen der Wille zur Wahrheit die

Subjektivität nicht blenden kann, und stellt man die Herausforderung, wie kann man etwas

wirklich wissen, ohne die Kontamination unserer Vorurteilen. Die Erinnerung selbst ist eine

Art Kondensation von Interpretationen des Geschehens und wird durch unkontrollierbaren

Aspekte geprägt. Sie ist das Ergebnis eine bestimmte Verständnis, in einer bestimmten Zeit

und in einen bestimmten Kontext, die auch verschiedenen Bedeutungen bekommen kann,

sogar für dieselbe Person, wenn sie mehrere Male daran überlegt. Erinnerung ist eine
persönliche Übung des Verstands angesichts einer Erfahrung, die von uns aufgenommen wird

und Einfluss auf unsere Wahrnehmung der Realität und von uns selbst haben wird.

Sven Bernecker (2010) verteidigt die Meinung, dass Erinnern ein gründliches kognitives

Prozess für die Entwicklung alle andere kognitive Fähigkeiten ist — ohne das Erinnern kann

man sogar nicht denken, daher ist das Erinnern in der Wurzeln der Darstellung. Die Dynamik

Erinnern/Vergessen ist für alle andere kognitive Fähigkeiten grundlegend, aber man muss hier

klar stellen, dass erinnern und kennen zwei verschiedene Aktivitäten sind, denn erinnern

passiert in Bewusst als kennen ein unbewusstes Gefühl von Familiarität ist. Diese These ist

eine Entwicklung des Endel Tulvings Remember-Know Paradigmas (1985),nach denen das

Erinnerungsprozess in zwei Formen passieren kann, und zwar entweder durch Rückbesinnung

von einem bestimmten Weg (wie in einer Rückreise) in dem wir uns vorstellen können, was

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wir getan haben oder durch welche Erfahrung etwas zu uns gekommen ist (Episodische

Erinnerung), oder kennen wir einfach eine Information aus der Vergangenheit, die gespeichert

wurde ohne das wir wissen wie diese Information zu uns gekommen ist (Semantik

Erinnerung). Beide haben einen deklaratorischen Charakter und entstehen aus einem

bewussten Verständnis: die Semantik Erinnerung als ein gewisses Kenntnis über die Welt ist

das Ergebnis eines Lernprozesses und die Episodische Erinnerung als einen Erinnerungsakt

selbst durch Wiedererlebnis einer Erfahrung der Vergangenheit.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Typologie oder Klassifikation der Erinnerung zu

machen. Es kommt darauf an, welche Kriterien wollen wir betrachten und welche Aspekte

sind uns wichtig. Es gibt ärztliche, soziologische, philosophischen, psychologische

Typologien, die den Begriff aufgrund bestimmte Charakteristiken organisieren. aber auch

diese Kriterien variieren können, denn sind sie auch selbst nicht geschlossen. Die inhaltliche

Distinktion ist die bekannteste und mehr benutzt von allem (Bernecker, 2010), insbesondere

von Psychologen und Philosophen. Für die Philosophen gibt es eine tripartite Klassifikation,

und zwar: Erfahrungsartiges/Personal Gedächtnis, Faktisches Gedächtnis und Praktisches

Gedächtnis.

Das Personal Gedächtnis ist wenn erinnern an etwas bedeutet auch eine Deklaration

einem Erlebnis, das man selbst erlebt hat.