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technische hinweise

120 betonprodukthinweise
121 einbau von pflastersteinen und platten
125 einbau von sickerbelägen
126 verbände unter verkehrsbelastung
127 gebräuchlichste verbände und deren
einsetzbarkeit unter verkehrsbelastung

technische hinweise
127 produkte- und anwendungsübersicht
von belägen
129 einbau von stufen
130 grundsätze bei mauersystemen
131 stützwandaufbau mit allan block
135 böschungsaufbau mit doran und piccolo
135 wandaufbau mit vollblocksteinen
136 stützwandaufbau mit mauerscheiben
137 anwendungsbereiche von mauersystemen

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Technische Hinweise

technische hinweise
Betonprodukthinweise

Beton und Farbe Kantenabplatzungen


Zur Einfärbung des Betons verwenden wir hochwertige, UV- Pflastersteine und Platten, sowie Randeinfassungen, die zu
beständige und dauerhafte Eisenoxidfarben. Doch aufgrund engfugig verlegt sind oder deren Unterbau nicht ausreichend
der Verwendung von natürlichen Rohstoffen (Gesteinskörnun- tragfähig ist, werden – oft bereits beim Abrütteln – Kantenbe-
gen, Zement, Wasser) unterliegt Beton auch deren natürlichen anspruchungen ausgesetzt, denen auch hochwertige Betone
Farbschwankungen. Leichte Farbunterschiede sind technisch nicht widerstehen können. Die Folge sind Kantenabplatzun-
nicht vermeidbar und unterstreichen den natürlichen Charak- gen. Sie stellen keinen Mangel des Erzeugnisses, sondern ei-
ter unserer Steine. Helligkeitsdifferenzen werden in der Regel nen Mangel des Unterbaus bzw. der Verlegeweise dar.
durch den Einfluss der normalen Bewitterung und durch die
Benutzung weitgehend ausgeglichen. Um grossflächige Farb- Abmessungen
abweichungen zu vermeiden, müssen beim Verlegen immer Unsere Massangaben sind Rastermasse. Das Rastermass setzt
Steine aus mehreren Paketen gleichzeitig verarbeitet werden. sich aus dem Nennmass (Steinmass ohne Abstandhalter)
Das gilt für alle Farben, insbesondere aber für unsere Mischfar- + 2 × ½ Fugenbreite zusammen. Pflastersteine dürfen gemäss
ben wie z. B. Muschelkalk. der SIA 246.508 (SN EN 1338) vom Nennmass in der Länge und
Breite um ± 2 mm, vom Sollmass in der Höhe um ± 3 mm abwei-
Kalkausblühungen chen. Bei Pflastersteinen ab 10 cm Steinstärke erhöht sich der
Das Erhärten von Beton ist ein chemischer Vorgang. Als Ne- Toleranzwert je um 1 mm.
benprodukt entsteht freies wasserlösliches Kalziumhydroxid,
welches durch die Poren unter Einwirkung von Regen und Tau Verschmutzungen
an die Betonoberfläche tritt. Mit dem Kohlendioxid der Luft Im Freien sind Verschmutzungen nicht zu vermeiden. Natürli-
bildet sich weisses, schwer lösliches Kalziumkarbonat. Op- che Schmutzpartikel wie Staub, Russ und Asche (aus Nieder-
tisch erkennt man Kalkausblühungen als gelbliche oder weiss- schlägen), Pflanzenteile, Herbstlaub, Kohlestaub bei Feuerstel-
liche Schleier, Flecken, Umrandungen und Krusten auf dem len, aber auch Eisenoxid in der Nähe von Metallteilen oder
Betonprodukt. Gummiabrieb auf befahrbaren Flächen führen zu Verfärbun-
gen. Der Ursprung der daraus entstandenen Verfärbung liegt
Kalkausblühungen sind technisch nicht vermeidbar und kön- in der natürlichen Verschmutzung und nicht in den Betonpro-
nen gelegentlich auftauchen. Der Gebrauchswert und die Gü- dukten.
teeigenschaften der Betonerzeugnisse bleiben von Kalkausblü-
hungen unberührt. Bewitterung und mechanische Beanspru- Ausschluss von Gewährleistungen
chung sowie normale Verschmutzung sorgen dafür, dass die Die vorstehend abgehandelten Beurteilungsgesichtspunkte
Kalkausblühungen im Laufe der Zeit verschwinden. Sie sind sind objektive Expertenmeinungen. Reklamationen der ge-
somit meistens eine vorübergehende Erscheinung. schilderten sowie ähnlicher Abweichungen können deshalb
nicht anerkannt werden.
Haarrisse
Haarrisse sind in der Regel mit blossem Auge am trockenen Prüfung der Lieferung
Erzeugnis nicht erkennbar und nur zu sehen, wenn eine zu- Bei offenkundigen Mängeln ist der Käufer verpflichtet, sofort
nächst nasse Oberfläche fast abgetrocknet ist. Solche Haarris- bei Übernahme der Ware zu reklamieren. Vergleichen Sie da-
se sind Erscheinungen an der Oberfläche und benachteiligen her das gelieferte Material mit den Angaben des Lieferscheins
den Gebrauchswert nicht, sofern ansonsten die normgemäs- auf Vollständigkeit und Richtigkeit und prüfen Sie die Ware
sen Eigenschaften der Erzeugnisse erfüllt sind. auf Transportschäden und optische Mängel. Nach dem Einbau
können Reklamationen wegen erkennbaren Mängeln nicht
Oberfläche mehr anerkannt werden.
Bei der Verdichtung des Frischbetons können sich produk­
tionsbedingt und technisch nicht vermeidbar an der Oberflä-
che Poren und an den Kanten Grate bilden, die jedoch keine
Rückschlüsse auf mangelnde Witterungsbeständigkeit oder
Festigkeit zulassen. Auch Auswaschstrukturen unterschiedli-
cher Ausprägung beeinträchtigen den Gebrauchswert nicht,
sondern verleihen dem Produkt seinen natürlichen Charakter.

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Einbau von Pflastersteinen tige Schneidarbeit zu verhindern. Betonpflastersteine können
und Platten Masstoleranzen aufweisen, diese sind produktionstechnisch
nicht vermeidbar und zulässig.

SCHICHTENAUFBAU
3. Die Tragschicht und der Untergrund
Eine Pflaster- oder Plattenfläche erhält ihre Stabilität und
Langlebigkeit in erster Linie durch den sorgfältigen Einbau der
Materialien unterhalb der Deckschicht. Diese Materialien wer-
den als Tragschicht bezeichnet. Sie hat die Aufgabe, die Lasten
aufzunehmen und so an den Untergrund weiterzuleiten, damit
PFLASTER dort die zulässigen Spannungen nicht überschritten werden.
Durch die Dicke der Tragschicht wird auch der Anforderung an
BETTUNG
die Frostsicherheit entsprochen. Bei Pflasterflächen wird die
TRAGSCHICHT
Tragschicht in der Regel mit einer Dicke von 30 bis 40 cm ein-
gebaut (örtlich kann auch eine dickere Tragschicht notwendig
UNTERGRUND
sein). Das bedeutet, die Pflasterfläche muss auf eine Tiefe von

technische hinweise
40 bis 50 cm ausgehoben werden. Da Plattenflächen in der
­Regel nur flussläufig belastet werden, reicht hier eine Trag-
1. Die Höhen: Das Gefälle und das Wasser
schichtdicke von 15 bis 25 cm, d. h. ein Aushub von 30 cm. In
Hochlagen kann es evtl. notwendig sein, auch hier die Trag-
Vor Beginn aller Verlegearbeiten werden die Höhen und das
schicht auf 30 bis 40 cm zu erhöhen, um die Frostsicherheit zu
Gefälle festgelegt und vor Ort gekennzeichnet. Pflastersteine
gewährleisten. Die normgerechte Dimensionierung der Trag-
aus Beton werden stets mit einem Mindestgefälle von 2,5 %
schicht wird für Pflästerungen anhand der VSS-Norm SN 640
eingebaut, bei Betonplatten mit glatter Oberfläche reicht ein
480a und für Plattendecken anhand der VSS-Norm SN 640 482a
Gefälle von 2 %. Das Gefälle wird immer so eingeplant, dass das
bestimmt.
Wasser vom Gebäude weggeleitet wird. Bereits zum jetzigen
Zeitpunkt müssen wir uns überlegen, wohin mit dem Wasser?
In aller Regel wird das Niederschlagswasser in einen Schacht
oder in eine Entwässerungsrinne geleitet und der Kanalisation
zugeführt. Auch auf die besonderen Möglichkeiten von versi-
ckerungsfähigen Belägen sei hier schon hingewiesen (siehe
Einbau von Sickerbelägen). In jedem Fall müssen wir uns um
eine geregelte Entwässerung kümmern und dürfen das Wasser
nicht auf ein benachbartes Grundstück leiten.

GEFÄLLE 2-2.5%

GEFÄLLE 2.5-4%

GEFÄLLE 2–2.5%

Die untere Sohle der ausgehobenen Fläche nennt man das Pla-
RANDEINFASSUNGEN
num. Sie muss eben sein und wird mit einem Quergefälle von
2,5 % ausgeführt. Bei einer wasserempfindlichen Gründungs-
BETONFUNDAMENTE
fläche, wie z. B. Lehm, muss das Quergefälle mit 4 % ausge-
führt und das Wasser schadfrei abgeführt werden (Drainage).
Das Planum wird sorgfältig mit einer Rüttelplatte oder ggf.
mit einer Verdichtungswalze bis zur Standfestigkeit verdich-
tet.

2. Die Randeinfassung
Eine gepflasterte Fläche bedarf stets einer allseitigen Randein- TIPP: Die Standfestigkeit des Planums kann grob
fassung. Sie hat die Aufgabe, Verschiebungen der Pflasterstei- überprüft werden, wenn ein schwerer LKW keine
ne im Randbereich während der Herstellung und der Nutzung Fahrspur hinterlässt.
der Pflasterdecke zu verhindern. Die Randeinfassung ist im-
mer vor der Pflasterung herzustellen. Sie kann bündig zum
Pflaster (ca. 5 mm tiefer) gesetzt oder mit Überstand einge- Auf das Planum wird die Tragschicht gebaut. Als Material ver-
baut werden. Oberflächenbündig wird eingebaut, wenn die wenden wir ein gut abgestuftes, frostsicheres Kies-Sand-­
Pflasterfläche in die angrenzende Fläche entwässert werden Gemisch. Als Gesteinskörnung eignet sich das ungebundene
soll. Als Materialien für Randsteinfassungen eignen sich Stell- Gemisch 0 bis 22 mm oder 0 bis 45 mm. Die lagenweise ma-
riemen, Betonpflastersteine, Palisaden, vorhandene Hauswän- schinelle Verdichtung der Tragschicht ist entscheidend, um die
de und Gartenmauern. Entlang von Hauswänden und Mauern geforderten Verdichtungswerte zu erreichen. Der einzuhalten-
ist ein Dehnstreifen (Bautenschutzmatte und Dichtung) als de ME- bzw. Ev-Wert ist in der VSS-Norm SN 640 585b entspre-
Schutz vorzusehen. Da die Randeinfassung vor der Pflasterung chend der Verkehrsbelastung bestimmt.
eingebaut wird, ist durch Auslegen der Steine/Platten der ex-
akte Standort zu ermitteln. Dies ist wichtig, um später unnö-
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Technische Hinweise

Die Tragschicht wird mit dem gleichen Gefälle versehen wie Die Bettungsschicht darf keinerlei Unebenheiten mehr besit-
die spätere Pflaster- oder Plattenfläche. Wichtig ist, dass wir zen, deshalb wird sie über Lehren abgezogen. Als Lehren kön-
darauf achten, dass es an keiner Stelle zu Unebenheiten nen Rohre aus Metall verwendet werden, die exakt auf die ge-
kommt. Solche Unebenheiten können später unter PKW-Belas- wünschte Höhe ausgerichtet werden. Zum Abziehen der
tung zu Verformungen der Decke führen. Bettungsschicht über die Lehren kann eine Richtlatte aus Alu-
minium verwendet werden. Nach dem Abziehen werden die
Lehren aus der Fläche aufgenommen und die dadurch entstan-
TIPP: Die Ebenheit lässt sich sehr leicht überprü- denen Kerben ordentlich mit Bettungsmaterial verfüllt.
fen, indem eine Schnur über die Tragschichtfläche
gespannt wird. Überhöhungen oder Vertiefungen Die abgezogene Bettung darf nicht mehr betreten werden.
werden dann sofort erkannt und können beseitigt Wenn Pflastersteine mit einer Dicke von 8 cm verwendet wer-
werden. den, dann liegt die Fläche jetzt mit dem exakten Gefälle der
späteren Pflasterfläche ungefähr 7 cm tiefer als die Endhöhe
vor uns.
4. Die Bettung
Auf die Tragschicht wird die Bettungsschicht eingebaut. Sie 5. Die Fuge
wird mit einer Dicke von etwa 5 cm überhöht aufgebracht. Im Die Pflastersteine und Platten werden bereits bei der Lieferung
verdichteten Zustand sollte die Bettung eine Stärke von 3 bis auf Menge, Qualität und Richtigkeit des Produktes überprüft.
5 cm aufweisen. Die Schichtdicke der Bettung wird in der Nach dem Einbau können Reklamationen wegen erkennbaren
Norm in Abhängigkeit von der Steingrösse bestimmt. Für Mängeln nicht mehr anerkannt werden. Auf die Bettungs-
Pflästerungen gilt die VSS-Norm SN 640 480a und für Platten- schicht werden jetzt die Pflastersteine oder Platten gelegt. Um
decken die VSS-Norm SN 640 482a. Die Mindestdicke gewähr- später weniger Passstücke schneiden zu müssen, legt man die
leistet eine einwandfreie Einbettung der Pflastersteine, die Pflaster- oder Plattenfläche an eine gerade Kante an und be-
Einhaltung der Maximaldicke vermeidet Spurrinnen. Die Bet- ginnt von hier aus zu arbeiten.
tungsschicht muss über die gesamte Fläche gleichmässig dick
sein. Sie kann und darf nicht dazu dienen, unzulässige Un-
ebenheiten der Tragschicht auszugleichen. Als Material kann
man ein Sand-Splitt-Gemisch der Körnung 0 bis 4 mm oder
0 bis 8 mm verwenden.

TIPP: Der häufigste Einbaufehler bei Pflasterflä-


chen besteht darin, dass die Bettung aus Splitt der
Körnung 2 – 4 mm hergestellt wird, die Fugen aber
mit Sand 0 – 2 mm. Durch Belastung und Nieder-
schlagseinwirkung leeren sich die Fugen, indem
das Fugenmaterial in die Bettung einrieselt, was zu
einem starken Verlust der Stabilität beiträgt. Deshalb
ist diese Materialkombination zu vermeiden. Nicht
nur das Fugenmaterial muss gegenüber der Bettungs-
schicht filterstabil sein, sondern auch die Bettungs-
schicht gegenüber der Tragschicht. In der VSS-Norm
SN 640 480a und in der VSS-Norm SN 640 482a sind
die allgemeingültigen Kriterien für einen filterstabilen
Schichtwechsel definiert.
TIPP: Beim Verlegen werden die Steine und Platten
niemals nur aus einem Paket oder gar nur aus einer
Lage entnommen, sondern immer gleichzeitig aus
mehreren Paketen und aus mehreren Lagen. Nur auf
diese Weise erhält die Fläche eine homogene Farbver-
teilung. Bei Pflasterarten mit Mischfarben ist diese
Vorgehensweise eine Selbstverständlichkeit, sie ist
aber auch für einfarbige Flächen zu empfehlen.

Pflaster- und Plattenbauweise sind flexible Bauweisen. Alle


bisher eingebauten Schichten sind flexibel, d. h. sie sind in der
Lage, sich unter Druck kurzfristig zu verformen, um anschlies-
send wieder in die Ausgangslage zurückzukehren, ohne dass
es zu einer bleibenden Verformung auf der Fläche käme. Darin
liegt ihre grosse Stärke. Um diese Stärke voll ausnützen zu
können, muss auch die letzte Schicht, die Deckschicht, aus
Pflastersteinen oder Platten flexibel ausgebildet werden. Die
Deckschicht erlangt ihre Flexibilität durch den fachgerechten
Einbau der Fuge. Ein Aneinanderliegen von Beton an Beton

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durch schlecht ausgeführte Passstücke in ihrer optischen Wir-
kung stark reduziert und darüber hinaus sogar in ihrer Stabili-
Sollfuge gemäss Pflasterfuge = tät gemindert werden.
VSS SN 640 480a resp. Vorsprungmass des
VSS SN 640 482a abstandhalters
i.d.R. 3-5mm
Zum Herstellen von Passstücken werden Nass-Schneide-Geräte
Vorsprungmass des
abstandhalters verwendet. Einzelne Passstücke können auch mit Hand-Flex-
Geräten oder Meisseln hergestellt werden. In jedem Fall wer-
den keine zu kleinen oder spitzwinkeligen Passstücke einge-
baut.

FALSCH RICHTIG

ist dabei auf jeden Fall zu vermeiden. Die Fuge kann nicht
durch die Abstandshilfen bestimmt werden, die sich an den FALSCH RICHTIG
seitlichen Flanken der Pflastersteine befinden, sondern muss

technische hinweise
vom Verleger handwerklich hergestellt werden. Würde die Fu-
genbreite durch die Abstandshilfen gebildet, so läge Beton auf
Beton und die Flexibilität der Fläche würde reduziert. Die Ab-
standshilfen können die Steine nur vor Katenabplatzungen,
insbesondere beim Transport, schützen. Die Fugenbreite ist
abhängig von Pflaster- resp. Plattengrösse. Die Fugenbreiten
sind in der VSS-Norm SN 640 480a und in der VSS-Norm SN
640 482a bestimmt. In der Regel wird eine Fugenbreite zwi-
schen 3 und 5 mm gewählt. Der untere Wert von mindestens TIPP: Eine alte Pflasterer-Regel lautet: Die kürzeste
3 mm ist notwendig, um die Fuge vollständig füllen zu können. Steinlänge des Passsteines sollte nicht kleiner sein als
Der obere Wert von 5 mm darf nicht überschritten werden, um die Hälfte der langen Seite des Vollsteines. Häufig ist
eine sichere Kraftübertragung auf die umliegenden Steine zu es dafür sinnvoll, bereits in der vorletzten Zeile den
gewährleisten. Alle 2 bis 3 m ist zu überprüfen, ob die Steine Pflasterverband zu verlassen.
oder Platten winkel- und fluchtgenau verlegt sind. Zur Über-
prüfung wird eine Schnur über die Steinzeilen gespannt und
der Verlauf kontrolliert. Der fluchtgerechte Verlauf der Fläche 7. Das Abrütteln
sollte in Längs- wie in Querrichtung kontrolliert werden. Die gepflasterte Fläche wird vor dem Abrütteln besenrein ab-
gekehrt. Dabei werden die auf der Fläche liegenden Sandkör-
Fluchtgerecht eingebaute Flächen werden direkt, während des ner grösstenteils in die Fugen gekehrt, nur überschüssige
Verlegens, eingesandet. Das hat den Vorteil, dass die ausge- Restmengen werden von der Fläche genommen. Zum Abrüt-
richteten Steine nicht mehr verschoben werden können, wenn teln verwenden wir Plattenrüttler oder noch besser Rollenrütt-
sie zum Transport neuer Steine bereits genutzt werden. Die ler. Abgerüttelt werden nur trockene Flächen. Wird dieser
neuen Steine werden stets über die bereits verlegte Fläche Grundsatz missachtet, kann es zu langwierigen Verschmut-
zum Einbau transportiert, niemals über die Bettungsschicht. zungen auf der Steinoberfläche kommen. Wird ein Plattenrütt-
ler eingesetzt, sollte die Rüttelplatte grundsätzlich mit einer
Gummiauflage versehen werden. Dies schützt die Steinober-
fläche vor Beschädigungen und Verschmutzungen durch zer-
mahlene Sandkörner. Darüber hinaus reduziert sie die Lärm­
entwicklung beim Abrütteln erheblich.

Zum Füllen der Fugen verwenden wir Edelbrechsand der Kör-


nung 0 – 2 mm oder Sand-Splitt-Gemisch der Körnung 0 – 4 mm,
damit die Filterstabilität zur Bettungsschicht gewährleistet
ist.
Wichtig ist auch die Wahl der richtigen Grösse des Plattenrütt-
6. Die Passstücke lers. Ein zu grosser Rüttler kann zu Beschädigungen an den
Wenn die Fläche liegt, können die Ränder bearbeitet werden. Steinen führen, ein zu kleiner Rüttler in seiner Leistung nicht
Diese Arbeit ist sehr wichtig und sollte mit grosser Gründlich- ausreichen. Es gelten daher folgende Grössenverhältnisse:
keit ausgeführt werden. Eine sauber verlegte Fläche kann
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Technische Hinweise

•S  teindicke von 6 cm: Plattenrüttler mit einem Betriebs­


gewicht von ca. 130 kg.
• Steindicke von 8 cm: Plattenrüttler mit einem Betriebs­
gewicht von ca. 175 bis 250 kg.
• Steindicke von 10 cm: Plattenrüttler mit einem Betriebs­
gewicht von ca. 250 bis 350 kg.

Eine Ausnahme bilden Flächen, die mit Rasengitterplatten be-


festigt werden. Sie werden unabhängig von ihrer Steindicke
mit Plattenrüttler mit einem Betriebsgewicht von ca. 130 kg
bearbeitet.

Gehwegplatten werden nur mit dem Gummihammer auf die


endgültige Höhe gebracht.

8. Die Fugenfüllung
Wie zuvor schon angesprochen, ist die Ausführung der Fuge
für die Stabilität der Pflasterfläche von zentraler Bedeutung.
Neben der richtigen Breite ist vor allem die vollständige Fül-
lung der Fugen wichtig. Nur eine vollständig gefüllte Fuge ist
in der Lage, die auf sie ausgeübten Kräfte aufzunehmen, an die
umliegenden Steine und über die Randeinfassung an den Un-
tergrund weiterzuleiten. Steine, deren Fugen nicht gefüllt
sind, werden sich bereits unter fussläufiger Belastung stark
bewegen, was zu Beschädigungen an der Fläche und an den
Steinen führen wird. Um diese zu vermeiden, ist es zweckmäs-
sig, die Fläche abschliessend unter Verwendung von Sand und
Wasser gründlich einzuschlämmen, bis der vollständige Fu- 10. Imprägnierung und Reinigung
genschluss eintritt. Bei Gestaltungspflaster muss, um Ver- Zum Schutz einer hochwertig veredelten Platten- oder Pflas-
schmutzungen vorzubeugen, vor dem Einschlämmen die Ver- teroberfläche wird empfohlen, diese zu imprägnieren. Die Im-
träglichkeit des Fugenmaterials an einer unauffälligen Stelle prägnierung kann mit handelsüblichen Produkten durchgeführt
überprüft werden. Die Fugen sollten noch mindestens drei werden. Diese Produkte sind meist lösungsmittelfrei und über-
Monate überprüft und evtl. nachgesandet werden. ziehen Platten und Pflaster mit einer unsichtbaren, wasser-, öl-
und somit schmutzabweisenden Imprägnierung. Auch farbver-
9. Gehwegplatten auf Betondecken tiefende Effekte können mit Imprägnierungen erzielt werden.
Auf verkehrsfreien Gebäudeflächen, wie z. B. Kellerdecken, Die Platte bzw. das Pflaster bleibt trotz des Oberflächenschut-
Dachterrassen oder Betonplatten im Aussenbereich, werden zes auf diese Weise weiterhin atmungsaktiv (wasserdampfdiffu-
häufig Gehwegplatten verlegt. Da die zusätzliche Auflast und sionsfähig). Allerdings sollte man Imprägnierungen erst nach
die Aufbauhöhen begrenzt sind, eignen sie sich wegen den ge- einer gewissen Liegezeit aufbringen, da ansonsten Sekun-
ringen Dicken ausgezeichnet. Der Entwässerung ist auf Beton- därausblühungen nicht mehr zu entfernen sind. Auch bei im-
decken besondere Beachtung zu schenken. Denn im Vergleich prägnierten Belägen sollten Verschmutzungen nicht zu lange
zur Verlegung auf einer Kiessandfundation, kann das Wasser einwirken, da sich aggressive Flüssigkeiten mit der Imprägnie-
auf einer Betondecke nur horizontal entsprechend dem De- rung verbinden können. Die Reinigung verschmutzter Platten/
ckengefälle abfliessen und nicht noch zusätzlich vertikal in Pflaster kann ebenfalls mit einem handelsüblichen Reinigungs-
den Baugrund versickern. Es hat sich nicht bewährt, nur eine mittel durchgeführt werden. Es empfiehlt sich vor Reinigungs-
sickerfähige Bettungsschicht (in der Regel 3 – 5 cm) aus Splitt beginn das Reinigungsmittel an einer unauffälligen Stelle zu
oder Kies der Körnungen 1 – 3 mm oder 2 – 4 mm auf die Abdich- probieren. Sollte sich die optische Oberflächenwirkung ändern,
tung auf zu bringen und die Gehwegplatten darauf zu versetz- muss auf eine Reinigung mit diesem Mittel verzichtet werden.
ten. Trotz eingehaltener Deckengefälle von min. 1.5% bildete Beachten Sie bei Reinigungsmitteln und Imprägnierungen un-
sich Stauwasser, was zu langwierigen Ausblühungen und bedingt die Verarbeitungshinweise des Herstellers.
Frostschäden führte. Wir empfehlen deshalb Platten- resp.
Stelzlager oder Drainagematten zu verwenden. Bei der Einbau- 11. Beschichtung
weise auf Platten- und Stelzlager (alternativ Sandzementsäck- Um ein Betonprodukt dauerhaft vor tief eindringenden Ver-
chen) werden die Fugen (in der Regel 3 – 5 mm) offen gelassen, schmutzungen wie z. B Öl-oder Weinflecken zu schützen, wird
damit das Oberflächenwasser schnell in die darunterliegende werkseitig in einem mehrstufigen Veredelungsverfahren eine
Ebene und auf der Abdichtung abfliessen kann. Um dennoch transparente Beschichtung auf die Oberfläche aufgetragen
einen gleichmässigen Fugenverlauf zu gewährleisen werden und unlösbar mit dem Stein verbunden. Die Poren des Betons
Abstandhalter, sogenannte Fugenkreuze zur Hilfe genommen. sind somit geschlossen. Beschichtungen werden hauptsäch-
Bei der Einbauweise mit etwa 1 – 2 cm starken Drainagemat- lich bei exklusiven Gehwegplatten eingesetzt. Gehwegplatten
ten, kann das Wasser in den Kammern der Drainagematten mit Beschichtungen zeigen eine dauerhaft farbveredelte und
widerstandslos abfliessen. Die Drainagematten werden frei brillante Oberfläche, die frei von Kalkausblühungen und leicht
auf die Abdichtung gelegt. Die Platten können je nach Drai- zu reinigen ist. Produkte mit Beschichtungen sind frost- und
nagematte und Ebenheit des Untergrundes direkt auf die Mat- tausalzbeständig. Zur Fugenausbildung empfehlen wir feste
ten, auf eine Splitt- oder Kiesausgleichsschicht (ca. 2 – 4 cm), Fugenmassen, denn loser Fugensand kann die Beschichtung
auf gebundene Mörtelschichten oder lokale Klebestellen ver- während des Abrüttelns und auch im späteren Gebrauch zer-
legt werden. Sprechen sie sich während der Planung mit einem kratzen. Beton, Metall und Keramik dürfen nicht direkt auf die
Dachdeckerfachbetrieb und dem Statiker (zulässige Decken- beschichtete Oberfläche gestellt werden. Scharfkantige und
auflasten) ab, um eine dauerhafte Lösung zu finden. spitze Gegenstände sind mit Kunststoff, Gummi oder Filz aus-

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zustatten. Staunässe, die sich besonders unter Pflanzkübeln rung kann auch durch eine muldenförmige Modellierung sehr
oder Vasen zeigt, ist zu vermeiden. Bei der Reinigung dürfen geregelt verlaufen oder durch den Einbau einer Schotterpa-
keine Produkte mit Säurebildung und alkalischen Reaktionen ckung unter die Mulde gesteigert werden.
verwendet werden.
3. Die Tragschicht und deren Untergrund
12. Winterdienst Den konstruktiven Besonderheiten der Bauweisen mit wasser-
Die von uns hergestellten Produkte sind grundsätzlich wider- durchlässigen Pflastersystemen muss Rechnung getragen wer-
standsfähig gegenüber Frost- und Tausalzeinwirkungen. Be- den. Die Tragschicht muss ebenso wie die Pflasterdecke, die
denken Sie aber, dass der Einsatz von aggressiven Salzen oder Pflasterbettung und der Untergrund wasserdurchlässig sein. Bei
anderen chemischen Taumitteln für alle Baumaterialien, egal der Bestellung des Tragschichtmaterials sollte auf einen gerin-
ob Natur- oder Betonstein, eine starke Belastung darstellt. Vor gen Feinkornanteil hingewiesen werden, um die Versickerungs-
allem optisch anspruchsvolle Pflaster und Platten können leistung langfristig sicherzustellen. Als Grundlage für die Di-
oberflächlich abstumpfen und an Brillanz verlieren. Darüber mensionierung gelten die VSS-Norm SN 640 480a und die
hinaus findet auch eine deutliche Belastung der Umwelt bzw. VSS-Norm SN 640 482a. Bei der Dimensionierung der Trag-
des Grundwassers durch die Verwendung von Taumitteln statt, schicht für wasserdurchlässige Pflastersysteme ist wegen der
sodass die Verwendung von Auftausalzen im Winterdienst dauerhaften Bodendurchfeuchtung und des somit möglichen

technische hinweise
grundsätzlich sorgfältig zu prüfen ist. Besonders bei Sickerbe- Tragfähigkeitsverlusts die Frostgefährlichkeit massgebend. In
lägen sollte auf den Einsatz von Tausalz verzichtet werden. Wir der Regel wird deshalb die Tragschichtstärke um 5  bis  10 cm
empfehlen stattdessen als alternatives Streumittel Splitt der ­vergrössert.
Körnung 2 bis 4 mm.
4. Die Bettung
Die Bettung wird möglichst wasserdurchlässig ausgeführt. Dies
erreicht man in der Regel am besten mit Splitt der Körnung
Einbau von Sickerbelägen 1  bis  3 mm oder 2  bis  4 mm. Allerdings kann man an diesem
Material schon erkennen, dass versicherungsaktive Pflasterflä-
Eine befestigte Fläche muss nicht versiegelt sein. Starkregen­ chen nur einer reduzierten Belastbarkeit genügen.
ereignisse können dauerhaft über die Fugen und offenporige
Steine in das Erdreich sickern. Dadurch werden der natürliche
Wasserkreislauf und die Grundwasserspeisung unterstützt. TIPP: Das verwendete Bettungsmaterial setzt sich bei
Unter anderem sind bessere Wachstumsbedingungen der Flora der Verdichtung etwas weniger als Bettungsmaterial
und eine höhere Luftfeuchtigkeit positive Auswirkungen von mit Feinkornanteil (Sand). Es ist daher nur eine Über-
Sickerbelägen. Die eigentliche Bedeutung versickerungsfähi- höhung von ca. 0.5 cm einzurechnen.
ger Pflastersysteme liegt aber darin, Entwässerungsanlagen
durch Abflussreduzierung zu optimieren. Durch die Entlastung
der Kanalisation und der Kläranlage werden Bau- und Betriebs- 5. Die Fuge
kosten gesenkt, sei es durch geringere Leistungsquerschnitte Bei der Versickerung wird die Fuge häufig durch Abstandshalter
im Neubau von Kanalisationen oder durch nicht mehr nötige aufgeweitet. Zwischen Abstandshalter und benachbartem Stein
Leistungssteigerungen der Kläranlagen. Manche öffentliche sollte aber stets noch mindestens ein Millimeter belassen wer-
Behörden schreiben sogar versickerungsaktive Flächenbefesti- den, damit die Fläche ihre Flexibilität erhält. Pflastersteine aus
gungen vor oder fördern deren Entstehung durch Befreiung sickerfähigem Beton müssen mit einer ausreichenden Fuge von
von Abwassergebühren. Grundsätzlich gelten für versicke- in der Regel 3  bis  5 mm eingebaut werden, um die Fugen mit
rungsaktiv gebaute Flächen die gleichen bautechnischen Re- Splitt der Körnungen 1 bis 3 mm, 2 bis 4 mm füllen zu können.
geln und Richtlinien wie für die konventionelle Pflasterbau- Oder man verwendet gewaschenen Natursand 0 bis 4 mm mit
weise, deshalb werden nur die Abweichungen aufgeführt. wenig Feinanteil < 1 mm.

1. Voraussetzungen für eine Versickerung Rasengitterplatten und Noppensteine sind Pflastersysteme, de-
Grundsätzlich darf nur nicht verschmutztes Niederschlagswas- ren Versickerungsfähigkeit durch ihren grossen Fugenanteil ge-
ser zur Versickerung gebracht werden. Der Verschmutzungsgrad währleistet wird. Solche Fugen können entweder als Splitt- oder
hängt im Wesentlichen von der Art und der Lage der entwässer- Rasenfuge ausgebildet werden. Bei der Splittfuge wird zur Fül-
ten Fläche ab. Auch das Versickerungsvermögen des lokalen lung dieselbe Körnung (1 bis 3 mm oder 2 bis 4 mm) gewählt, die
Untergrundes ist entscheidend, ob sich ein Sickerbelag als Flä- bei der Bettung schon verwendet wurde. Die Rasenfuge ist
chenentwässerung eignet. Zulässigkeit einer Versickerung und nicht einfach mit Humus zu verfüllen. Die Fugenfüllung sollte
deren technische Ausgestaltung richtet sich nach den Richtlini- wie folgt aussehen:
en des zuständigen kantonalen Gewässerschutzamtes.
Max. 10 % Humus, 20 % Splitt der Körnung 4  bis  8 mm, 70 %
2. Die Höhen: Das Gefälle und das Wasser Brechsand-Splitt-Gemisch der Körnung 0 bis 4 mm.
Die Fläche sollte mit einem Gefälle von ungefähr einem Prozent
angelegt werden, damit bei Starkregenereignissen das Regen- Vorzugsweise sollte Sand oder Splitt aus Lava verwendet wer-
wasser auch oberflächlich abfliessen kann. Das geringe Gefälle den, um die Wasserkapazität für die Begrünung zu erhöhen.
von einem Prozent lässt das Niederschlagswasser aber auch Mit diesem Gemisch ist die Fuge bis 1 cm unterhalb der Ober-
nicht zu schnell abfliessen. Abfliessendes Wasser muss über kante zu befüllen. Anschliessend kann dann die Rasenansaat
eine Notenwässerung geführt werden. Eine Notentwässerung durchgeführt werden. Ist diese erfolgt, wird abgekehrt und
gehört zu den Planungsgrundsätzen versickerungsfähiger Be- dann abgerüttelt, ggf. sind einzelne Fugen, auf Grund starker
tonpflastersteine, da Langzeittests eine Reduzierung der Leis- Setzung beim Abrütteln, mit Brechsand-Splitt-Gemisch nachzu-
tungsfähigkeit von versickerungsfähigen Pflasterbelägen erge- füllen. Das eingebrachte Saatgut erhält bei dieser Vorgehens-
ben haben. Notentwässerungen können auf unterschiedliche weise gute Keimbedingungen.
Weise Wasser abführen. So kann z. B. überschüssiges Wasser in
angrenzende Grünflächen geleitet werden. Eine Notentwässe-

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Technische Hinweise

Neben den senkrechten Belastungen treten durch rollende Las-


TIPP: Die Befüllung bis ein Zentimeter unterhalb ten auch Kräfte parallel zum Pflasterbett auf. Diese entstehen
der Steinoberkante ist wichtig, damit der Vegeta- z. B. durch Brems- oder Lenkbewegungen von Fahrzeugen auf
tionspunkt der Gräser nicht durch die Radlasten der Pflasterfläche, wodurch der Pflasterstein horizontal belas-
unnötig geschädigt wird. Eine Schädigung des tet wird. Diese Kräfte können von Steinen mit grosser Dicke
Vegetationspunktes führt zum vorzeitigen Ausfall der wesentlich besser aufgenommen werden als von flachen Stei-
Pflanze. Zudem wird die Wasserrückhaltung dadurch nen. Grund: Die der Verdrehung entgegenwirkende Stützfläche
nachweislich gesteigert und der Oberflächenabfluss zwischen den Steinen ist grösser.
herabgesetzt. Der obere Zentimeter kann auch
zusätzlich mit feinem Splitt der Körnung 1 bis 3 mm
FAHRTRICHTUNG FAHRTRICHTUNG
oder 2 bis 4 mm befüllt werden, um die Begehbarkeit
der Fläche zu verbessern. Der Schmutz des Vegetati-
onspunktes und die gesteigerte Wasserrückhaltung
sind dann ebenfalls gewährleistet, zusätzlich wird die
Verdunstung verlangsamt.

Die Aussaat erfolgt in einer Aussaatmenge von 35 g/m2. Die


Mengen werden jeweils auf den begrünten Anteil bezogen. Der Verbund der Pflasterfläche ist immer abhängig von der ge-
wählten Steinform und deren Verlegeart. Bei der Verlegung ist
ein Fischgräten- oder ein Diagonalverband stets stabiler als
TIPP: Der Aussaat ist eine Düngmenge von 5 g/m2 ein orthogonal zur Fahrtrichtung eingebauter Reihenverband.
Rein-N (Stickstoff) als Startdüngung beizufügen. Der Das liegt an der besseren Lastverteilung der durch die Ver-
Dünger ist als Vorratsdünger zu verwenden. Dies ist kehrsbelastung auftretenden horizontalen (Schub-)Kräfte. Bei
sinnvoll, um den Rasengräsern nach dem Auflaufen einem Diagonal- oder Fischgrätenverband werden die auftre-
der Saat über längere Zeit geringe Mengen Stickstoff tenden Kräfte auf mehr Steine verteilt als bei orthogonaler
zukommen zu lassen. Auch diese Menge ist auf den Verlegung. Kreuzfugen sollten auf befahrenen Flächen nicht
begrünten Anteil zu beziehen. verlegt werden; diese sind nur reine Zierverbände und nicht für
höhere Belastungen geeignet!

6. Die Passstücke und das Verdichten


Es gelten die gleichen Angaben wie für die konventionelle Bau- ABSTÜTZUNG IM OBEREN BEREICH

weise, insbesondere sind die dort gemachten Angaben zur Ra-


sengitterplatte zu beachten.

7. Pflege und Reinigung


HAUPTFAHRTRICHTUNG
Die Pflege von Pflaster mit Sickerfugen oder Sickerkammern
kann durchgeführt werden wie die Pflege bei konventionellem
Pflaster. Pflaster mit begrünter Fuge kann nur vor dem Einbau
des Fugensubstrates einmalig imprägniert werden. Ein nachfol-
gendes Pflegen und Reinigen ist nicht ohne Verlust der Vegeta-
ABSTÜTZUNG IM UNTEREN BEREICH
tion möglich.

ABSTÜTZUNG IM OBEREN BEREICH


8. Winterdienst
Es gelten grundsätzlich die gleichen Angaben wie für die kon-
ventionelle Bauweise. Da jedoch das Salz durch den sickerfähi-
gen Belag direkt in den Boden gelangt, sollte auf dessen Ein-
satz verzichtet werden. Wir empfehlen stattdessen als
alternatives Streumittel Splitt der Körnung 2 – 4 mm.
HAUPTFAHRTRICHTUNG

Verbände unter Verkehrsbelastung

Die Steindicke und die Steinform haben massgeblichen Ein-


fluss auf die Stabilität der Pflasterfläche. Entsprechend der
Verkehrsbelastung ist die Steindicke und die Art des Verban-
des festzulegen. Die Anforderungen an Pflaster- bzw. Platten- ABSTÜTZUNG IM UNTEREN BEREICH

systeme unter den verschiedenen Verkehrsbelastungen sind in


der VSS-Norm SN 640 480a und der VSS-Norm SN 640 482a
Es wird deutlich, dass die Stabilität von Pflasterflächen von
festgelegt.
verschiedenen Faktoren abhängt und deshalb die Planung der
Fläche nicht ausschliesslich nach gestalterischen Aspekten er-
folgen kann.

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GEBRÄUCHLICHSTE VERBÄNDE UND DEREN EINSETZBARKEIT UNTER VERKEHRSBELASTUNG

EIGENSCHAFT/ FÜR BEFAHRENE VERKEHRSFLÄCHEN


SPEZIFIKATION/
VERBAND ABBILDUNG BEURTEILUNG NICHT GEEIGNET GUT GEEIGNET SEHR GUT GEEIGNET

KREUZFUGE Durchgehender Fugenverlauf – dieser


Verband neigt zu Verschiebungen.

WILD Wilder Verband (römisch) mit verschie-


denen Formaten. Dieser Verband wird
oftmals für Platzsituationen verwendet. Der
Verband stabilisiert sich in sich selbst.

LÄUFER ODER Oft gewählter Verband mit ² ⁄³-Versatz oder


REIHE ½-Versatz. Diese Verbände finden oft Ein-
satz unter Verkehrsbelastung und müssen
quer zur Fahrtrichtung verlegt werden.

ELLBOGEN Abwechselnd längs und quer versetzte


Formate. Durch dieses Versetzen gibt es in

technische hinweise
keiner Richtung durchlaufende Fugen (vgl.
Fischgrätenverband in 45°-Drehung).

LÄUFER ODER Läuferverband in 45°. Häufiger Einsatz bei


REIHE ALS DIAGONAL­ hoher Verkehrsbelastung. Die Rollgeräusche
VERBAND durch Fahrverkehr werden stark gemindert.

Fischgrätverband Bei der Verlegung im Fischgrätverband


können die horizontalen Kräfte sehr gut
abgetragen werden. Geeignet für hohen
Fahrverkehr. Für den Randabschluss lassen
sich Zuschnitt für Passstücke durch Sonder-
elemente (Bischofsmütze) vermeiden.

PRODUKTE- UND ANWENDUNGSÜBERSICHT VON BELÄGEN


PRODUKT OBERFLÄCHE FASE TECHNISCHE MASCHI- RASTERMASSE DICKE VERKEHRSLASTKLASSEN NACH VSS-NORMEN
BESONDER- NELLE IN CM IN CM
ZP: GEH­ T1 T2 T3
HEITEN VERLE-
BEREICH TF: TF: TF:
GUNG
(TF: 0) <30 >30 –100 >100 –300
Pflastersteine

LINARO betonglatt oder gefast, 20 × 20 × 8 geeignet 10 × 10; 20 × 10; 6


PFLASTER gestrahlt auch scharfkantig 20 × 20

20 × 10; 20 × 20 8

PLANOLITH betonglatt oder Minifase geeignet 16 × 16; 24 × 16 8


gestrahlt

VIANOVA kugelgestrahlt Minifase Verschiebe- geeignet 10 × 10; 20 × 10; 8


schutz durch 20 × 20; 40 × 20;
Verbundnocken; 15 × 15; 30 × 15; 30 × 30
verlegegerechte
Klammerung 60 × 20 8
auf Anfrage

DOSEX betonglatt gefast hoher Verbund geeignet 26 × 10,8 8


durch Doppelwa-
benform

SECHSECK betonglatt gefast nicht 20 × 16,9 6


geeignet

CHRÜZLI betonglatt gefast hoher Verbund geeignet 20 × 15 6


durch Kreuzform

KLASSIKSTONE betonglatt scharfkantig geeignet in 21,7 × 13,2; 8


Unifarben 19,2 × 13,2;
15,7 × 13,2;
13,2 × 13,2

KLASSIKSTONE gekollert unregelmässig nicht 21,7 × 13,2; 8


RUSTIKAL gebrochene geeignet 19,2 × 13,2;
Kanten 15,7 × 13,2;
13,2 × 13,2

RUSTIKALSTEIN gekollert unregelmässig nicht 10 × 10; 20 × 10 6


gebrochene geeignet
Kanten 15 × 15 7

OBORUSTIKO gebrochen & unregelmässig nicht 8×8 5


gekollert gebrochene geeignet
Kanten 8 × 8; 12,5 × 11 8

GROSSFORMATPLATTEN

WERDENBERGER strukturiert unregelmässige Paketlagen nicht 50 × 40; 50 × 30; 6


ANTIK Kanten verlegegerecht geeignet 40 × 20; 30 × 20;
angeordnet 30 × 30; 20 × 20

DECASTONE betonglatt Minifase nicht 60 × 30; 45 × 30; 8


geeignet 30 × 30

iCREATE PLATTEN geschliffen, poliert scharfkantig bis optional mit Stahl- geeignet frei wählbare Formate von 3
oder gestrahlt 8 × 8 mm Fase betonbewehrung bis 2,44 × 1,23 m bis 18

TF: Mittlere tägliche Anzahl von Referenzachsdurchgängen (8.16 t) auf dem zu bemessenden Fahrstreifen
bei einer angenommenen Gebrauchsdauer von 20 Jahren. geeignet
ZP: Fussgängerzonen, Gehwege, Balkone, Terrassen
T1: Ausschliesslich von leichten Motorfahrzeugen befahrene Flächen, z. B. Hauseinfahrten, Vorplätze bedingt geeignet
T2: Flächen, die mit leichten und wenig schweren Motorfahrzeugen befahren werden, z. B. Quartierstrassen nicht geeignet
T3: Flächen mit gemischtem Verkehr, leichten und schweren Motorfahrzeugen, z. B. Quartierstrassen für industrielle Bereiche 126

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Technische Hinweise

PRODUKT OBERFLÄCHE OBERFLÄ- FASE TECH- VERSICKE- MASCHI- RASTERMASSE DICKE VERKEHRSLASTKLASSEN NACH
CHEN- NISCHE RUNGSFÄHIG- NELLE IN CM IN CM VSS-NORMEN
SCHUTZ BESONDER- KEIT VERLE-
ZP: GEHBE- T1 T2 T3
HEITEN GUNG
REICH TF: TF: TF:
(TF: 0) <30 >30 –100 >100 –300
SICKERBELÄGE

LINARO porös gefast sickerfähiger Beton, geeignet 10 × 10;


SICKER ca. 100 % versi- 20 × 10; 6
ckerungsfähiger 20 × 20
Flächenanteil
20× 10; 8
20 × 20

KLASSIK­ porös scharf- sickerfähiger Beton, geeignet 21,7 × 13,2; 8


STONE kantig ca. 100 % versi- in Unifarben 19,2 × 13,2;
SICKER ckerungsfähiger 15,7 × 13,2;
Flächenanteil 13,2 × 13,2;

LINARO NOP- betonglatt gefast seitlich 3 cm Fuge ca. 19 % geeignet 20 × 20 6


PENSTEIN umlaufende versickerungsfähi-
Noppen ger Flächenanteil

KIGRA NOP- betonglatt gefast bei 1,5 cm bei 1.5 cm Fuge geeignet mit 1,5 cm Fuge: 8
PENSTEIN Fuge hoher ca. 6 %, 1,5 cm Fuge 20 × 20
Verbund durch bei 3 cm Fuge (Verlege­anord-
ineinander ca. 19 % versi- nung auf 3 cm Fuge:
greifende ckerungsfähiger Paket) 21,5 × 21,5
Noppen Flächenanteil

BF PLATTE betonglatt scharf- ca. 36 % versi- geeignet 60 × 40 9


kantig ckerungsfähiger
Flächenanteil

RAGIT betonglatt gefast ca. 36 % versi- geeignet 60,8 × 40,8 8


ckerungsfähiger
Flächenanteil 60,8 × 40,8 10

60,8 × 40,8 12

GEHWEGPLATTEN

STANDARD betonglatt gefast nicht geeignet 60 × 40; 50 × 50; 4


GEHWEG- 40 × 40
PLATTE

ECO ­gestrahlt gefast nicht geeignet 60 × 40; 40 × 40; 4,3


50 × 50

FIORI geschliffen oder gefast nicht geeignet 40 × 40 3,8


geschliffen &
gestrahlt

LIGHT kugel­gestrahlt Verschmut- gefast nicht geeignet 40 × 40 2,8


zungsschutz

ANDALUSIA strukturiert Verschmut- gefast nicht geeignet 60 × 40; 4,4


zungsschutz 40 × 40

TRENTINO strukturiert Verschmut- gefast nicht geeignet 60 × 40; 4,4


zungsschutz 40 × 40

VERDANO strukturiert mit und gerundet nicht geeignet 60 × 60; 60 × 40; 5,5
ohne Be- 40 × 40; 20 × 20
schichtung

CASADO geschliffen & mit und gefast nicht geeignet 80 × 40; 60 × 40; 5
kugel­gestrahlt ohne Be- 40 × 40
schichtung

NUEVA kugel­gestrahlt gefast nicht geeignet 80 × 80; 80 × 40; 5


60 × 40; 40 × 40

TF: Mittlere tägliche Anzahl von Referenzachsdurchgängen (8.16 t) auf dem zu bemessenden Fahrstreifen geeignet
bei einer angenommenen Gebrauchsdauer von 20 Jahren.
bedingt geeignet
ZP: Fussgängerzonen, Gehwege, Balkone, Terrassen
T1: Ausschliesslich von leichten Motorfahrzeugen befahrene Flächen, z. B. Hauseinfahrten, Vorplätze nicht geeignet
T2: Flächen, die mit leichten und wenig schweren Motorfahrzeugen befahren werden, z. B. Quartierstrassen
T3: F
 lächen mit gemischtem Verkehr, leichten und schweren Motorfahrzeugen, z. B. Quartierstrassen für industrielle Bereiche

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Einbau von Stufen

Treppenplanung
Breite und Verlauf der Treppe müssen entsprechend dem Ge-
lände und der Funktion der Treppe festgelegt werden. Danach
kann die Treppe konkretisiert werden.

Eine Treppenanlage wird wie folgt geplant: Eine Treppe muss


bequem begehbar sein. Dies ist sehr wichtig, damit auch älte-
re Menschen oder z. B. Menschen mit eingeschränktem Seh-
vermögen problemlos die Treppe nutzen können. Aus diesem
Grund muss das Steigungsverhältnis über die gesamte Trep-
penlänge konstant bleiben. Die Einhaltung ist während des
Einbaus ständig zu überprüfen.

technische hinweise
TIPP: Treppen in Aussenflächen dürfen keinesfalls mit
gleicher Stufenhöhe geplant werden wie innerhalb
geschlossener Räume. Die Stufenhöhen des Hochbaus
wären in der Aussenfläche viel zu hoch und schlecht
begehbar, da sie Witterungseinflüssen ausgesetzt
sind. Deshalb müssen sie flacher angelegt werden,
um bequem passierbar zu sein. Als sinnvolle Stufen-
höhe in Aussenanlagen ergibt sich eine Höhe von
14 bis 16 cm.

Ermittlung der benötigten Stufenzahl:


Die Anzahl der Stufen wird ermittelt, indem der im Gelände
ermittelte Höhenunterschied durch die Stufenhöhe dividiert
wird.

Beispiel:
Höhenunterschied (= 90 cm) dividiert durch Stufenhöhe (=  15 cm)
ergibt 6 Stufen.

Ermittlung des Auftrittes:


Aus der Stufenhöhe und dem Auftritt ergibt sich die Schritt-
länge an der Treppenanlage. Als sinnvolle Schrittlänge kann
ein Wert von 62 bis 65 cm angesehen werden. Die Schrittlänge
muss innerhalb einer Treppe immer konstant ausgeführt wer-
den.

Für die Schrittlänge gilt folgend Formel:


2 × Stufenhöhe + Auftritt = Schrittlänge.

STUFENHÖHE

AUFTRITT

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Technische Hinweise

Beispiel: grundsätze bei Mauersystemen


Es ist eine Stufenhöhe von 15 cm vorgesehen und eine Schritt-
länge von 64 cm gewählt: 2 × 15 + Auftritt = 64 cm. Es ergibt sich Planung
ein Auftritt von 34 cm für diese Treppenanlage. Stützwände sind statische Tragwerke, die während ihrer ge-
samten Nutzungsdauer grossen Kräften widerstehen. Deshalb
Versetzen von Blockstufen ist deren Planung vor dem Aufbau für eine dauerhafte Hang-
Blockstufen werden auf einem ca. 20 cm dicken, frostfrei ge- sicherung unumgänglich. Machen Sie deshalb eine gründliche
gründeten und wasserdurchlässigen Fundament aus Magerbe- Bestandsaufnahme des gesamten Geländes vor Ort. Skizzieren
ton verlegt. Der Baugrund unter dem Magerbeton ist nicht mit Sie das Gelände beim vorgesehenen Stützwandstandort und in
einer konstanten Neigung, sondern abgestuft auszubilden. der nahen Umgebung auf. Nehmen Sie die wichtigsten Gelän-
Die Blockstufen werden auf 1 bis 2 cm dicke Mörtelquerstreifen dehöhen, Geländeneigungen, Grundstücksgrenzen, Strassen,
gesetzt. Wird die Breite einer Treppenstufe aus mehreren ne- Bauwerke, Pflanzen usw. auf.
beneinander liegenden Blockstufen gebildet, so empfiehlt es
sich, die Elemente versetzt anzuordnen, um eine durchlaufen-
de Fuge zu vermeiden. Die Stossfugen zwischen Blockstufen
sollten 5 mm breit gewählt werden. Wir empfehlen eine Abfluss Oberflächenwasser
5 bis 10 mm starke Lagerfuge zu berücksichtigen. Die Lagerfu-
Neue Stützwand
ge der Blockstufe dient zur Bildung der Steigungshöhe, zur
Berücksichtigung eines Gefälles (ca. 5 mm) und zum Ausgleich
von evtl. vorhandenen Masstoleranzen. Die Blockstufen wer-
den mit einer Überlappung von mindestens 20 mm eingebaut. Platz machen

z
at
Die Treppenbreite ist absolut waagerecht einzubauen.

pl
rk
Pa
r
AUFTRITTSBREITE

ge
Bürogebäude

ti
nf

STEIGUNGSHÖHE

ÜBERLAPPUNG LAGERFUGE

Zu
MIND. 20MM 5–10 MM
Bestehende
KLEBEMÖRTEL Eichen
STUFENDICKE

QUERSTREIFEN
GEFÄLLE Abfluss Oberflächenwasser
CA. 5 MM

Neue Stützwand Norden


20 CM

Boden
WASSERDURCHLÄSSIGER
MAGERBETON Bestimmen Sie oder eine fachkundige Person (z. B. Geologe,
FROSTSICHERES Bauingenieur, Bauunternehmer) die Bodenart. Der Baugrund
MATERIAL
hinter und unter der Stützwand hat einen direkten Einfluss auf
die Stützwandkonstruktion. Der Erddruck auf die Wand vari-
iert beträchtlich in Abhängigkeit von der Bodenart. Es kann
TIPP: Durch das leichte Gefälle von ca. 5 mm kann die erforderlich sein, vor Beginn der Bauarbeiten schlecht verdich-
Sicherheit auf der Treppe weiter erhöht werden, da tete, weiche oder organische Böden auszubauen und sie durch
das Niederschlagswasser schneller abgeleitet wird. beständige, gut verdichtbare Böden zu ersetzen. Neben der
Die Gefahr des Ausrutschens wird gesenkt, insbeson- Bodenart ist auch zu überprüfen, ob im Boden unterirdisch
dere im Winter bei überfrierender Nässe. Kann im laufende Leitungen, Kabel und Rohre vorhanden sind.
Winter nicht auf Tausalze verzichtet werden, sollten
Stufen mit einem geeigneten Imprägnierungsmittel Wasserführung
geschützt werden. Starke Tausalzkonzentrationen Stellen Sie die natürlichen Wasserabflusswege fest. Die anfal-
können die Oberfläche abstumpfen und bis zur Schä- lenden Wassermengen sind stark abhängig von der Oberfläche
digung des Betons führen. (z. B. gepflasterte Fläche, Wiese) und dem Wassereinzugsge-
biet. Achten Sie auch auf konzentrierte Wasserquellen wie z. B.
Dachentwässerungen, Grundwasser und Brunnen. Entwickeln
Sie einen Entwässerungsplan, bei dem das Wasser bestmög-
lich um die Wände herum abgeleitet wird. Wasseransammlun-
gen ober- und unterhalb der Wand sind zu verhindern. Mit
Drainageschichten und Entwässerungsleitungen muss verhin-
dert werden, dass sich auf die Mauer ein Wasserdruck auf-
baut.

Auflasten
Alle Auflasten oberhalb der Wand, z. B. von Fahrzeugen, Ge-
bäuden, Schwimmbecken, Menschenansammlungen, Schnee
usw., sind für die gesamte Nutzungsdauer im Endzustand so-
wie während allen Bauphasen in der Statik zu berücksichti-
gen.

Böschungen
Die Hangstruktur unter- sowie oberhalb der Stützwand ist für
die statische Berechnung grundlegend. Geneigte Böschungen
oberhalb der Wand erhöhen den Erddruck auf die Wand, schrä-

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ge Böschungen unterhalb beeinflussen die Gesamtstabilität 1. Aushub
der Wand. Wird der Hang statt mit einer grossen Stützwand Nach dem Entfernen des Pflanzenbewuchses und der organi-
mit zwei oder mehreren kleineren Terrassen aufgelockert, so schen Böden ist die Grundsohle gemäss den Konstruktionsplä-
kann nicht die einzelne Stützwand getrennt bemessen wer- nen auszuheben. Die Mindestabmessungen sind in jedem Fall
den, sondern es muss die Gesamtstabilität des Hanges be- 60 cm breit und 30 cm tief. Die Einbindetiefe der Blöcke in die
trachtet werden. Erde beträgt mindestens 15 cm.

Statik
Es gibt verschiedene Varianten von Stützmauern um einen
Hang zu sichern. Doch unabhängig davon, ob eine Lösung in
BLOCK MINDESTENS
Ortbeton, mit Natursteinen oder mit vorfabrizierten Beton- 15 CM IN DIE ERDE
DRAINAGEROHR EINBINDEN.
blöcken gewählt wird, es ist grundsätzlich für die statischen
Berechnungen und technischen Detaillösungen ein Bauingeni-
eur beizuziehen. Es unterliegt der alleinigen Verantwortung
des Benutzers, ob er für sein spezielles Projekt die Dienste ei-
nes Experten beizieht. 15 cm

technische hinweise
60 cm

Stützwandaufbau mit Allan Block

Niedrige Mauern in gutem Baugrund ohne grosse Auflasten,


die ohne Geogitter erstellt werden können, bezeichnet man als 2. Fundationsschicht
Schwergewichtswand. In Verbindung mit Geogittern können Entnehmen Sie Ihren Konstruktionsplänen, ob in die Funda­
jedoch mit dem Allan-Block-Mauersystem auch grosse leis- tionsschicht Drainagerohre zur Entwässerung eingelegt wer-
tungsfähige Tragwerke erstellt werden. den müssen. Entwässerungsrohre sind bei über 1.2 m hohen
Der Aufbau von Allan-Block-Stützwänden mit und ohne Geo- Stützwänden sowie bei Fundationen in siltigen oder tonigen
gitter ist in vielen Schritten gleich. Zuerst wird der Aufbau der Böden erforderlich. Bringen Sie in die Grundsohle eine mindes-
Schwergewichtswand (ohne Geogitter) beschrieben, nachher tens 15 cm dicke Fundationsschicht, die filterstabil zum
werden die ergänzenden Schritte zum Aufbau mit Geogitter örtlichen Boden ist, ein. Üblicherweise wird dafür ein gut ab-
erläutert. gestuftes, gebrochenes, ungebundenes Kies-Sand-Gemisch
0  bis  32 mm mit weniger als 5 % Feinanteil (< 0.063 mm) im
Schwergewichtswand – ohne Geogitter eingebauten Zustand verwendet. Verdichten und planieren Sie
Typischer Querschnitt anschliessend die Fundationsschicht mit einem Plattenrüttler.

NEIGUNG DER ALLAN-


BLOCK-WAND ZUR
VERTIKALEN
α

FREIE WANDHÖHE

30 cm

GESTÜTZTER
BODEN

ABSTIMMEN AUF ÖRTLICHEN


BODEN. ÜBLICHERWEISE EIGNET
EINBINDETIEFE SICH GUT ABGESTUFTES,
GEBROCHENES, UNGEBUNDES
DRAINAGEMATERIAL 0-32 MIT
WENIGER ALS 5% FEINANTEIL
(< 0.063 MM) IM EINGEBAUTEN
15 cm ZUSTAND

DRAINAGEROHR Ø
CA. 100 MM, FREIE
ENTWÄSSERUNG
NACH AUSSEN,
LÄNGSGEFLÄLLE
MINDESTENS 0.5 %

130

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Technische Hinweise

3. Basisreihe 5. Verdichten
Beginnen Sie am tiefsten Punkt der Stützwand. Setzen Sie die Verdichten Sie den Bereich hinter den Blöcken mit einem
Blöcke waagerecht auf die vorbereitete Fundationsschicht. leichten Plattenrüttler in Schichtstärken von max. 20 cm. Be-
Nach dem Versetzen sind alle Blöcke auf ihre Höhe und Flucht ginnen Sie mit der Verdichtung direkt hinter den Blöcken und
zu prüfen, indem Sie eine Schnur entlang der Blockrücken arbeiten Sie sich in parallelen Bahnen zur Wandreihe über den
spannen und entlang der Frontlippe peilen. Geringfügige Kor- ganzen Hinterfüllbereich.
rekturen können Sie durch Schläge mit einem rückschlagfreien
Hammer und etwas Sand (0 – 2 mm) vornehmen. Bei Stützwän-
den in Hanglagen wird die Basisreihe entsprechend dem Ge-
lände reihenweise abgetreppt.

PARALLEL ZUR
MIT RÜCKSCHLAGFREIEM STÜTZWAND
HAMMER JUSTIEREN VERDICHTEN

AUSRICHTEN

SCHNUR

6. Aufbau weiterer Wandreihen


Entfernen Sie alles überschüssige Material von den Blockober-
flächen der Basisreihe. Die Blöcke der nächsten Reihe sind
mindestens um ¼ Blocklänge zur Basisreihe zu versetzen. Kon-
trollieren Sie jeden Block auf die richtige Ausrichtung und
Höhe. Verfüllen Sie die Hohlkammern und den 30 cm Bereich
4. Wandschotter und Hinterfüllmaterial
hinter den Blöcken mit dem beschriebenen sickerfähigen Kies-
Verfüllen Sie die Hohlkammern und einen mindestens 30 cm
Sand-Gemisch sowie den Bereich dahinter mit geeignetem
breiten Bereich hinter den Blöcken mit einem sickerfähigen
örtlichen Boden. Ab der zweiten Wandreihe wird mit dem
Kies-Sand-Gemisch, das zum hinterfüllenden Boden filterstabil
leichten Plattenrüttler direkt auf den Blöcken verdichtet. Ar-
ist. In der Regel wird dafür gut abgestuftes, gebrochenes, un-
beiten Sie sich in parallelen Bahnen zur Wandreihe über den
gebundenes Kies-Sand-Gemisch 0  bis  32 mm mit weniger als
gesamten aufgeschütteten Bereich bis zum Hanganschnitt.
5 % Feinanteil (< 0.063 mm) im eingebauten Zustand verwen-
Verdichten Sie immer in Schichtstärken von max. 20 cm. Er-
det. Der Bereich hinter dem Drainagematerial und vor der Ba-
stellen Sie die Stützwand wie beschrieben Reihe um Reihe bis
sisreihe wird mit dem, falls geeignet, örtlichen Boden aufge-
zur vorgesehenen Höhe. Die letzten 20 cm der obersten
füllt.
Wandreihe werden mit undurchlässigem Boden verfüllt.

WANDSCHOTTER

HOHLRAUM VOR
DEN BLÖCKEN MIT
BODEN VERFÜLLEN
BODEN EINBRINGEN

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Stützwand mit Geogitterbewehrung
Typischer Querschnitt

NEIGUNG DER ALLAN-BLOCK-


WAND ZUR VERTIKALEN

α
KONSOLIDATIONS- VERDICHTETER
ALLAN-BLOCK-
BEREICH (1 M) BEREICH
ABDECKPLATTE (OPTIONAL)

UNDURCHLÄSSIGER
BODEN, MINDESTENS

technische hinweise
20 CM STARK

30 CM

ALLAN BLOCK STEIN GEOGITTER

FREIE
WANDHÖHE
FÜLLBODEN

GESTÜTZTER BODEN

ABSTIMMEN AUF ÖRTLICHEN


BODEN. ÜBLICHERWEISE EIGNET
SICH GUT ABGESTUFTES,
GEBROCHENES, UNGEBUNDES
DRAINAGEMATERIAL 0-32 MIT
WENIGER ALS 5% FEINANTEIL
(< 0.063 MM) IM EINGEBAUTEN
EINBINDTIEFE ZUSTAND

MIND.15 CM

DRAINAGEROHR Ø 100 MM,


FREIE ENTWÄSSERUNG AUSSEN
MIND.30 CM (LÄNGSGEFÄLLE MIND. 0.5 %)

Schritte 1 bis 5
Die Schritte 1 bis 5, vom Aushub bis zum Verdichten des Wand- den Konstruktionsplänen auszuführen. In der Regel haben die
schotters und des Hinterfüllmaterials, werden unter dem Ab- Entwässerungsrohre einen freien Ausgang nach aussen oder
schnitt «Schwergewichtswand – ohne Geogitter» erläutert und werden an einen Regenwasserkanal angeschlossen. Neben der
gelten auch für die Stützwand mit Geogitterbewehrung. Der Drainageleitung unten in der sickerfähigen Fundationsschicht
Aushub ist entsprechend den Konstruktionsplänen auszufüh- kann je nach Bodeneigenschaften und Wasserverhältnissen
ren. Dieser wird jedoch im Vergleich mit der Schwergewichts- eine zusätzliche Drainageleitung am Fuss des Hanganschnitts
wand – ohne Geogitter grösser, da hier das Geogitter hinter im hinterfüllten Bereich notwendig sein. Besonders bei einer
den Blöcken in den Baugrund eingebunden wird. Die Einbinde- höheren Mauer ist schon von Anfang an bei der Basisreihe auf
tiefe der Blöcke in Boden muss mindestens 15 cm oder 2,5 cm eine sorgfältige Ausrichtung der Blöcke zu achten, da Unregel-
pro Wandreihe betragen. Die Entwässerung ist entsprechend mässigkeiten mit der Stützwandhöhe zunehmen.

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Technische Hinweise

6. Geogitter 7. Hinterfüllen und Verdichten


Halten Sie sich beim Einbau der Geogitterlagen an die Konst- Verfüllen Sie wiederum die Hohlkammern und einen mindes-
ruktionspläne. Beim vorliegenden Beispiel wird die Geogitter- tens 30 cm breiten Bereich hinter den Blöcken mit dem sicker-
lage auf die Basisreihe gelegt. Schneiden Sie die Geogitter auf fähigen Kies-Sand-Gemisch, das zum hinterfüllenden Boden
die berechnete Einbindelänge zu. Achten Sie darauf, dass die filterstabil ist. Der Bereich dahinter wird mit dem örtlichen
Herstellerangaben zur Festigkeit und Zugrichtung mit den Boden verfüllt, falls dieser sich dafür eignet. Schwere Verdich-
Konstruktionsplänen übereinstimmen. Das Geogitter wird mit tungsgeräte dürfen erst in einem Abstand von 1 m von der
der Schnittseite direkt hinter den erhöhten Frontlippen auf die Blockreihe eingesetzt werden. Selbst eine korrekt dimensio-
Oberflächen der Blöcke gelegt und in den gut verdichteten nierte Wand zeigt Bauchungen an der Ansichtsfläche, wenn
Hinterfüllbereich abgerollt. schwere Verdichtungsgeräte direkt auf der Mauerkrone einge-
setzt werden. Deshalb ist bei der Wandkrone mit einem leich-
ten Plattenrüttler zu verdichten, der jedoch ab der 2. Wandrei-
he direkt auf den Blöcken eingesetzt werden darf. Für den
DIE GEOGITTER WERDEN
IN MASCHINEN- ODER gesamten Mauerwerksbau gilt es in Schichtstärken von max.
AUSROLLRICHTUNG VON 20 cm zu verdichten. Prüfen Sie die Höhe und Flucht der Block-
DEN BLÖCKEN IN DEN
HINTERFÜLLBEREICH reihe. Allfällige Höhendifferenzen können mit einem rück-
ABGEROLLT.
schlagfreien Hammer und etwas Sand (0  bis  2 mm) ausgegli-
chen werden. Entfernen Sie nach dem Verdichten das über­-
schüssige Material von den Blockoberflächen.

VORDERSEITE DER
STÜTZWAND

Versetzen Sie nun die nächste Blockreihe direkt auf die Geogit-
ter. Jede neue Wandreihe sollte im Halbverband, oder mindes-
tens um einen ¼ Block verschoben, versetzt werden, damit
später in der Ansichtsfläche keine vertikal durchgehenden Fu-
gen über mehrere Reihen sichtbar sind. Prüfen Sie mit einem SCHWERES GERÄT ERST IM
ABSTAND VON 1 M VON
Blick entlang der Stützwand deren geradlinigen Verlauf. Mög- DER WANDREIHE EINSETZEN
licherweise müssen die Blöcke noch etwas ausgerichtet wer-
den. Das Geogitter ist mit Erdnägeln faltenfrei zu spannen,
bevor der Wandschotter und die Hinterfüllung eingebracht
werden. 8. Aufbau weiterer Wandreihen
Wiederholen Sie die Schritte 6 und 7 bis zur vorgesehenen
Stützwandhöhe. Dabei sind die Geogitter gemäss den Konst-
GEOGITTER SPANNEN
UND (MIT ERDNÄGELN) ruktionsplänen einzubauen. Die letzten 20 cm sind mit un-
FIXIEREN durchlässigem Boden zu verfüllen.

AUFBAU DER NÄCHSTEN


WANDREIHE DIREKT AUF
DAS GEOGITTER
LEGEN SIE DIE SCHNITTKANTE DES
GITTERS DIREKT AN DIE FRONTLIPPE

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Böschungsaufbau mit Doran und Piccolo
Neigungswinkel α Versatz e

Mit den beiden Pflanzringen können zwar freistehende Wände Doran 45° 30 cm
oder auch senkrechte Aufbauvarianten mit rückseitiger Erdan- 55° 21 cm
70° 1) 11 cm 1)
schüttung realisiert werden, aber am häufigsten werden sie
als bepflanzbare Böschungsbefestigung eingesetzt. Beim Bö- Piccolo 45° 20 cm
55° 14 cm
schungsaufbau mit Pflanzringen hat es sich bewährt, ein 70° 1) 7,5 cm 1)
20  bis  30 cm starkes Magerbetonfundament der Festigkeits-
klasse C 12/15 zu erstellen. Das Fundament ist je Seite mindes- 1) Bei Böschungsbefestigungen mit 70° Neigungswinkel hat es sich be-
tens 5 cm breiter als die Pflanzringe zu wählen und gründet währt, immer zwei Pflanzringe senkrecht übereinander aufzubauen, dafür
aber den Versatz zu verdoppeln. Dadurch entstehen grössere Pflanzräume,
auf einer etwa 50 bis 60 cm dicken sickerfähigen Fundations- in denen die Pflanzen besser wachsen können.
schicht, die filterstabil zum angrenzenden Boden ist. Grund-
sätzlich sollte die Fundamenttiefe so gewählt werden, dass die
untere Reihe wenigstens zur Hälfte im Erdreich steht. In der
Regel wird für die frostsichere Fundationsschicht sowie für die
Drainageschicht ein gut abgestuftes, gebrochenes, ungebun-

technische hinweise
denes Kies-Sand-Gemisch 0 bis 32 mm mit weniger als 5 % Fei-
nanteil (< 0.063 mm) im eingebauten Zustand verwendet, das
während des gesamten schrittweisen Maueraufbaus in Lagen
von maximal 20 cm eingebracht und verdichtet wird. Unten
beim Fundament in der mindestens 30 cm breiten Drainage-
schicht hinter den Pflanzringen ist für die Entwässerung eine
Drainageleitung (∅ ca. 100 mm, Längsgefälle mindestens 0.5 %)
zu verlegen, die in der Regel frei nach aussen oder in einen
Regenwasserkanal geleitet wird.
Um die Basisreihe absolut waagerecht ausrichten zu können,
werden die Pflanzringe in eine noch nicht ausgehärtete
2  bis  3 cm dicke Mörtelschicht gesetzt. Alle nachfolgenden
Steinreihen werden nach dem Aushärten der Mörtelschicht im
Halbversatz aufgebaut. Beim lageweisen Einbauen und Ver-
dichten der Drainageschicht und dem dahinter, falls geeignet,
örtlichen Boden darf nur mit einem leichten Plattenrüttler ge-
arbeitet werden. Die leichte Rüttelplatte ist zudem nicht di-
rekt auf den Pflanzringen einzusetzen. Zur Verbesserung des
Pflanzenwuchses und um Frosteinwirkungen zu verhindern,
ist die untere Hälfte des jeweiligen Ringes mit dem beschrie-
benen Drainagematerial aufzufüllen und von Hand, z. B. mit
einem Schaufelstiel, leicht zu verdichten. Die obere Hälfte
wird mit sandhaltigem Boden ergänzt.

OHNE VERKEHRSLAST

MÖRTELSCHICHT
VERSATZ = E

MAGERBETON

HÖHE

DRAINAGE
20–30 CM
MAGERBETON
C 12/15
CA. 80 CM 50–60 CM

ERDREICH
FROSTSICHERES
MATERIAL

FUNDAMENTBREITE

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Technische Hinweise

Wandaufbau mit Vollblocksteinen Freistehende Wand


Die Fundation sowie das Aufmauern der Wand entspricht dem
Hinterfüllte Wand Vorgehen der hinterfüllten Wand. Die Wandhöhe wird bei der
Bei Mauern aus Vollblocksteinen hat es sich bewährt, wenn freistehenden Wand durch die Windlasten begrenzt.
sie auf ein 20 bis 30 cm starkes Magerbetonfundament der Fes-
tigkeitsklasse C 12/15 gesetzt werden. Das Fundament sollte je
Seite mindestens 5 cm breiter sein als die Vollblocksteine und
gründet auf einer etwa 50 bis 60 cm dicken sickerfähigen Fun-
dationsschicht, die filterstabil zum angrenzenden Boden ist. MÖRTELSCHICHT
Grundsätzlich ist die Fundamenttiefe so zu wählen, dass die
unterste Blockreihe etwa bis zur Hälfte im Erdreich eingebun- MAGERBETON HÖHE
den ist. In der Regel wird für die frostsichere Fundations-
schicht sowie für die Drainageschicht ein gut abgestuftes,
gebrochenes, ungebundenes Kies-Sand-Gemisch 0  bis  32 mm
mit weniger als 5 % Feinanteil (< 0.063 mm) im eingebauten
Zustand verwendet. Um die Basisreihe absolut waagerecht
ausrichten zu können, werden die Vollblocksteine in eine noch 20–30 CM

nicht ausgehärtete 2 bis 3 cm dicke Mörtelschicht gesetzt. Alle


FROSTSICHERES
nachfolgenden Steinreihen werden nach dem Aushärten der CA. 80 CM
MATERIAL
Mörtelschicht mit Fugenversatz aufgebaut.

OHNE VERKEHRSLAST

FOLIE FUNDAMENTBREITE ERDREICH

MÖRTELSCHICHT

Stützwandaufbau mit Mauerscheiben


MAGERBETON
HÖHE
Mauerscheiben wirken im eingebauten Zustand als Winkel-
stützwände. Zum Versetzen der Mauerscheiben sind an den
Rückseiten Ösen bzw. Schlaufen angebracht. Daran kann das
Gehänge eines Krans oder Baggers befestigt werden. Beim Ver-
20–30 CM laden ist unbedingt darauf zu achten, dass beide vorgesehe-
CA. 80 CM
nen Schlaufen verwendet werden. Beachten Sie, dass Mauer-
scheiben ab 1.80 m Höhe zusätzliche Montagehilfen auf der
DRAINAGE Rückseite haben, die nicht zum Versetzen, sondern nur als
Aufbauhilfe geeignet sind. Zu unterscheiden sind die Transport­
FROSTSICHERES
MATERIAL
ösen von den Montageösen durch die Stärke. Transportösen
sind aus Rundstahl ≥ ∅ 8 mm und Montageösen aus Rundstahl
∅ 6 mm. Anstelle der Transportösen können auch Drahtseil-
FUNDAMENTBREITE ERDREICH
schlaufen eingebaut sein.
Die Vollblocksteine können ab jetzt entweder trocken, mit
Steinkleber oder mit einer 1 bis 1.5 cm dicken Mörtelfuge aufein- GELÄNDEOBERFLÄCHE
ander gesetzt werden. Die Geradlinigkeit und Ebenheit lässt
sich während des Maueraufbaus am besten mittels einer ge-
spannten Schnur kontrollieren, die immer wieder auf die obers-
te Steinlage ausgerichtet wird. Bei Mauerwerken, die trocken FUGENABDICHTUNG
oder verklebt aufgebaut werden, können allfällige Toleranzen
mit Sand der Körnung 0 bis 2 mm ausgeglichen werden. Ein Aus-
SICHTBARE

MÖRTELSCHICHT HÖHE
gleichen erfolgt bei der Mörtelfuge durch vorsichtiges Klopfen
HÖHE

MAGERBETON
mit einem rückschlagfreien Hammer. Bei der vermörtelten Aus-
führungsvariante werden die Stossfugen zwischen den einzel-
nen Steinen fortlaufend von oben mit einer Maurerkelle bis zur
FUSSDICKE
Oberkante gefüllt. Mörtel, der aus den Fugen austritt, wird fort-
CA. 5 CM
laufend während des Maueraufbaus mit einem nassen
10–15 CM
Schwamm abgetupft und entfernt, denn Verunreinigungen
durch wässrigen Mörtel bleiben auch später als Schleier sicht-
CA. 80 CM

bar. Bei regnerischem Wetter sollte die Arbeit unterbrochen und


die frisch gesetzte Mauer mit einer Folie abgedeckt werden.
50– 60 cm
Nachdem die Mauer erstellt ist, wird bei der hinterfüllten Sei-
te des Mauerwerks eine Sperrfolie zum Schutz vor Feuchtig-
keit angebracht. Hinter der Folie wird mit einer mindestens
30 cm breiten Drainageschicht und einer in der Regel frei nach
aussen führenden Entwässerungsleitung (∅ ca. 100 mm, Längs-
gefälle mindestens 0.5 %) der Aufbau von Wasserdrücken effek-
tiv verhindert. Die Drainageschicht und die Hinterfüllung sind 10–20 CM FUSSLÄNGE 10–20CM
lagenweise (ca. 20 cm) einzubauen und mit einem leichten
Plattenrüttler zu verdichten. FUNDAMENTBREITE

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Die Mauerscheibe wird auf ein 10 bis 15 cm starkes Magerbe- Zwischen den Mauerscheiben ist eine Mindestfugenbreite von
tonfundament der Festigkeitsklasse C 12/15 gesetzt. Das Fun- ca. 5 bis 10 mm zu berücksichtigen. Die Abdichtung der Fugen
dament ist je Seite mindestens 10  bis  20 cm breiter als die zwischen zwei Mauerscheiben kann mit Bitumenbahnen oder
Fusslänge zu wählen und gründet auf einer etwa 50 bis 60 cm Fugenbändern der Breite 15  bis  20 cm erfolgen. Diese werden
dicken sickerfähigen Fundationsschicht, die filterstabil zum vor dem Verfüllen von der Rückseite auf der Fuge verklebt. Da
angrenzenden Boden ist. Grundsätzlich sollte die Fundament- die raue Betonrückwand statisch günstig ist, sollte keine voll-
tiefe so gewählt werden, dass die Stützwandelemente auf der flächige Abdichtung auf der Mauerscheibenrückseite aufge-
Sichtseite mindestens um die Fussdicke unter der Gelän- klebt werden.
deoberfläche in den Baugrund eingebunden sind. In der Regel
wird für die frostsichere Fundationsschicht ein gut abgestuf- Um zu verhindern, dass sich hinter der Mauer Stauwasser-
tes, gebrochenes, ungebundenes Kies-Sand-Gemisch 0 bis 32 mm druck aufbaut und sich Frostschäden bilden, ist unmittelbar
mit weniger als 5 % Feinanteil (< 0.063 mm) im eingebauten hinter der Mauerscheibe eine etwa 80 cm breite Filterschicht
Zustand verwendet werden. einzubringen. Durch diese kann das anfallende Wasser über
Um die Mauerscheiben ausrichten zu können und einen voll- das Drainagerohr (∅ ca. 100 mm, Längsgefälle mindestens
flächigen Kontakt mit dem Magerbetonfundament herzustel- 0.5 %) an der Unterkante des Fundamentes abgeführt werden.
len, werden die Winkelelemente in eine noch nicht ausgehär- Die Filterschicht sollte dieselben Materialeigenschaften ha-

technische hinweise
tete ca. 5 cm dicke Mörtelschicht gesetzt. Als Ver­schiebe-­ ben, wie sie auch bei der Fundationsschicht gefordert werden.
sicherung beim Einbau empfiehlt es sich, durch die auf der Die Filterschicht und die Hinterfüllung sind in Lagen von ma-
Rückseite der Mauerscheiben befindlichen Ösen ein Rundei- ximal 20 cm einzubringen und mit einem leichten Plattenrütt-
sen (∅ 12 – 14 mm) zu schieben. Durch Umschlagen der Ösen ler zu verdichten.
und Einschlagen von Holzkeilen zwischen Mauerscheibe und
Rundeisen werden so die Elemente miteinander verankert.

HOLZKEILE ÖSEN
EINSCHLAGEN UMSCHLAGEN

STABSTAHL
Ø = 12-14 MM

100 CM

Anwendungsbereiche von Mauersystemen


Anwendungen und erlaubte Aufbauhöhen
5 kN
qk =
m2
1 kN 1m 1 kN
qk = 1 kN 1 kN
m2 qk = qk = qk =
18˚max. m2 m2 m2
70˚ 55˚
h h h h h h h 45˚

ALLAN BLOCK
(OHNE GEO- – 1.2 m 0.9 m 1.1 m – – –
GITTER) 1) 2)

DORAN 2)
2.1 m 0.75 m 0.75 m – 2.0 m 3.6 m 5.0 m

PICCOLO 2)
1.5 m 0.5 m 0.5 m – 2.0 m 3.2 m 5.0 m

OBOBRUCHSTEIN
1.4 m 0.75 m 0.6 m 0.5 m – – –
1-SEITIG 3)

OBOBRUCHSTEIN
1.2 m 0.65 m 0.55 m 0.5 m – – –
2-SEITIG 3)

OBOBRUCHSTEIN
1.2 m 0.65 m 0.55 m 0.5 m – – –
2-SEITIG MIXED 3)

VERMONT 3)
1.4 m 0.75 m 0.6 m 0.5 m – – –

GARDALINE 3)
1.2 m 0.65 m 0.55 m 0.5 m – – –

CONTESS 3)
1.2 m 0.65 m 0.55 m 0.5 m – – –

MAUERSCHEIBE – 3.05 m 3.05 m 3.05 m – – –

Der Statik zugrunde liegende Kennwerte: γ = 19 kN/m3; φk' = 35°; δ = 2⁄3 φk'

1) Systembedingte Neigung von 84° / Bei Aufbauvarianten mit Geogitter können grosse hochbelastbare Stützmauern erstellt werden.
2) Bei Hohlkammersteinen sind durch zusätzliche Betonfüllungen und entsprechende Bewehrung grössere Aufbauhöhen möglich.
3) Aufbauhöhen gelten bei der verklebten oder vermörtelten Aufmauerung
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