Sie sind auf Seite 1von 47

~~~~.~.· ~-.-::~·~~---· ' ..

-.;-.--,~-~~-
_-------~~-~-,~_--··

: .·.PROL.ETARIS.CHE FRONT .
G RU P PE WE ST D E'U T S C H E R ·. K 0 M M U N 1· S TEN . ·
• ·
· MÄRZ 1972. NR.7 JAHRGANG·2. DM2,00 .··
---. ~---- ----~-----------

PROLETARISCHE FRONT
GRUPPE WESTDEUTSCHER KOMMUNISTEN

Zeitschrift der PROLETARISCHEN FRONT - GWK Konto: Karin Lindemann, Dresdner Bank Harnburg
Hamburg,2. Jahrgang 1972 Kto. Nr. 44 080 919/10
Heft 7J'
Erscheinungsweise: 6 Nummern pro Jahr Verantwortlich fUr diese Nummer:
zuzUglieh Sondernummern' Renate Schmidt,2Hamburg 20, Haynstraße 3
Preis der Einzelnummer: 2.-DM
Preis der Doppelnummer: 4. -DM ABONNEMENTS BITTE BEl DER REDAKTION
Preis der Dreifachnummer:6. -DM BESTELLEN.
_.
Redaktionsbnschti ft: Vertrieb an Wiederverktlufer:
2 Harnburg 20 Spartakus -:- Buchvertrieb,
Haynstr:3 2 Harnburg 13, Postfach 117
IV .Stock ·

2
ZU DIESEM HEFT

Ein Ieitung

Entgegen der Vorankündigung in Heft 4/5/6 (1971} haben wir uns ent-
schlossen, vor der Herausgabe des zweiten Teils der Programmatikquali-
fikation "Grundprobleme des revolutionären Übergangs zum Kommunis-
mus" unser Aktionsprogramm in Nr. 7 unserer Zeitung zu veröffentlichen.
ln Nr. 8/9 werden wir eine Rezension der Plattform von "II Manifeste",
eine Analyse der Entwicklung des südafrikanischen Kapitalismus heraus-
geben und in dem Artikel "Die Proletarische Front -ein Jahr nach den
Spaltungen" auf die Geschichte unseres Organisationsansatzes eingehen.

Die Herausgabe der Programmatikqualifikation hat sich aus folgenden


Gründen verzögert:
- Zum einen ergaben sich bei der Überarbeitung des Manuskriptes :z;um
.
( /.
Teil II der Programmatikqualifikation noch theoretische Probleme und
auf Grund der Resultate dieseranalytischen Arbeit auch politische Aus-
einandersetzungen, insbesondere um die Einschätzune der Politik der
Bo.lsd1ewiki. De~wegen wurde es notwendig, von neuem diesen Ab-
schnitt zu diskutieren und zusätzl.iches Material aufzuarbeiten. Wir
sind der Meinung, daß die Einschätzung der .russischen Revolution und
der Entwicklung der SU unsererseits gründlich zu geschehen hat, um
nicht dem Mythos des Leninismus innerhalb der westdeutschen Linken
einen weiteren Baustein hinzuzufügen.
-Zum zweiten hielten wir es für politisch wichtig, die Verabschiedung
und Veröffentlichung des vorliegenden Aktionsprogrammes voranzustel-
len. Der Schritt von der Programmatischen Erklärung zum Aktionspro-
gramm ist Ausdruck der Konsolidierung unseres Organisationsansatzes,
und die praktischen Konsequenzen des Aktionsprogrammes sollten so
schnell wie möglich gegenüber den nicht-zentristischen und nicht-revi-.
sion istischen Restgruppen der Massenbewegung bekannt gemacht wer-
den.

Das Aktion~programm versucht I die Strategie einer revolutionören Per-


spektive anzugeben, die weder, übernommen aus der Trad~tion der Ge-

3
schichte der Arbeiterbewegung, der heutigen gesellschaftli~hen Wirklich-
keit aufgepropft ist, noch meint, den Kampf der Massen durch den Aufbau
ein er Partei ersetzen zu können.
Das Aktionsprogramm versucht im Gegensatz dazu, die revolutionäre. Stra-
tegie aus den gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnissen zu bestim-
men und jeder der dort angegebenen Praxisschritte dient nur dem einen
Ziel: die Initiative und den revolutionären Kampf der Massen zu fördern
und voranzutreiben.
· So ist dort für die Arbeit im Betrieb die Einheit von politischem und ökono
mischem Kampf als unabdingbare Voraussetzung für eine nicht reformisti-
sche Politik ang~geben. Der Kampf gegen den Fall des relativen Lohns
wird dargestellt als der Kampf gegen den Versuch des Kapitals, über Er-
höhung. und Intensivierung der Ausbeutung immer von neuem und auf er-
weiterter Stufenleiter zu akkumulieren.
Da wir davon ausgehen, daß das Kapital die gesamte Gesellschaft bela-
gert und mit seiner Herrschaft alle ihre Poren durchdringt, darf die revo-
lutionäre Umwälzung nicht auf den unmittelbaren Produktionsprozeß be-
schränkt bleiben. Aus der Analyse der allgemeinen Bedingungen des
heutigen Kapitals haben wir in unserer politischen Konzeption die revolu-
tionäre Arbeit im Betrieb mit der revolutionären Arbeit im Stadtlei I, im
Gesundheits- und Bildungswesen verbunden.
Denn· es ist wichtig, die Zersplitterung des Daseins der Arbeiterklasse
als Ausbeutungs-, Transport- und nicht zuletzt auch als Wohnobjekt von
Anfang an im revolutionären Kampf selbst zu zerstören und in einer tat-
sächlich gesellschaftlichen Alternative aufzuheben.
Und weil wir wissen, daß eine Praxis, die die kapitalistischen Verhält-
nisse in allen ihren Bereichen zerstören wi II, um den Weg für den revo-
lutionären Übergang :z;um Kommunismus frei zu machen, die K Iassenge-
wait von oben auf den Plan rufen wird, kann die Frage der revolütionä-
ren Arbeit in der Kaserne und im staatlichen Unterdrückungsapparat eben-
sowenig wie die der revolutionären Gewalt ausgeklammert bleiben.

4
.f'
'-·

Inhalt:
1. Der aktuelle Stand des K.lassenkampfs in Westdeutsch land und die
Frage der praktisch-programmatischen Intervention 5.6
1. 1. Allgemeines S.6

c 1 .2. Die strategischen Konsequenzen: Vereinheitlichung der


Arbeiterklasse für den Kampf um die Macht - Bündnis-
fragen; Kampf um die Herausbildung einer revolutionä-
ren Avantgarde; Funktion der Mi Iitanz im Klassen-
kampf S.13
1.3. Zur Problematik der ersten Schritte: politische Komi-
tees und Avantgarde; Soziale Herkunft und Kaderfrage,
einiges über den Arbeitsstil S.17
2. Die zentralen Praxisschwerpunkte im K Iassenkampf S.21
2. 1. Mehr Geld für weniger Arbeit: erste Schritte zur Zer-
störung des kapitalistischen Lohnsystems - Betriebs-
komitees S .22
2.2. Zerstörung der allgemeinen Akkumulationsbedingun-
gen des Kapitals - politische Regionalkomitees des
Proletariats · S .26
2 .3. ,Staat: Entwicklung des Klassenkampfs und konter-
revolutionäre Taktik der herrschenden Klasse S,36
5
·~·
.. -~ .

• •", ,F

·, . ·>--· aktuelle Stand des Klassenka!"lpfs in Westdeutschland unddie


Frage der praktisch-programmatischen Intervention-

i ;:1: AHgemeines · _ _ .
Ohne Zweife:l ist es der herrschenden Klasse Westdeutsch Iands gelungen,
den antikapitalistischen Nlassenaktionen der letzten Jahre vorUber-. · . '.:
gehend ihre Stoßkraft zu nehmen und ihre Energie aufzusplittern. · 1 ·
,_Ge";auso unbezweifelbar ist, dqß in manchen Fällen sogar die mittel-
·6ore ,oder unmittelbare Biridlmg der Fraktionen ar\ das Herrsch'a'ftsziel:
· :'orts~tzung und Radikalisierung der Kapitalverwertung eingetreten ist •
. Mehr undmehr .erscheint-die fvlcissembewegung au~h in den Kapfen
. - v'eler ihter ehemaligen Träger als eine Farce, ihre vorrevolutionäre
. ~otenz ist rhnen zur pein Ii chen Erinnerung herabgesunken. Bis heute
,ot es keine der seiner::zeit hachst engagiert gewesenen Restgruppen
gewagt, ihre eigene politische Vergangenheit materialistisch aufzu-
arbeiten und sich von daher mit den objektiven Notwendigkeitel) des
i<lossenk<1mpfs zu konfrontieren.; Urid gerade: diejenigen Super-Antiau-
;o•- tären, die sich-seinerzeit in- großer Eile zum" Nlarxismus-Leninismus"
bel<ehrten, haben sich in ihrem Damaskus nicht. e_iwa konsolidiert_ und
. 'Je•· "'ublie~ten Gewalten die Fortsetzung des Kampfs auf einer neueri
Ehene angesagt "'sie haben sich viederorts nur ein NarrenkostUm ange-
. ;ogen, aus dem bei jeder kritischen Gelegenheit die Zitatenschätze
d.;r Bibelväter purzeln •. Nimmt es da Wunder, wenn gegenwl:trtig yiele
. &"aktivsten Kräfte'vOI' soviel Stumpfsinn resignieren? Wem bleibt es
nverständloch, weim viele Genossen mit der Abscheu vor den-ML-Philis-
'ern, denen dergÜtealte Opportunismus der Sozialdemokratfe aus den . ·
. ·Knopflachern lugt, gleich noch die Notwendigkeit der exakten _
· mciteriCllistischen Erarbeitung der Klassenkampfperspektive negieren?
.Jfclit zufällig ist Berlin, die Hochburg der "antiautoritären" Studen-
;.,'nkämpfe, Ausgangspunkt der sattsam bekannten ML-Phi listerei und
ihres unreflektierten Gegenteils, des Blanquismus, gewesen- ein____,.
crgebnls der Massenaktionen, das durch die Kritik des falschen Ausgangs- ·"' ·-
-.:.punkts Uberwunden werden muß. .
Vor allem hatten die verschiedenen Trägergruppen der Massenaktionen
weder eine umfassende revolutionäre Perspektive zur rechten Zeit noch
am rechten. Ort hervorgebracht. Deshalb mußten sie seit 1268/69 noch
an ihren elementaren P~oblemen scheitern: einerseits an der erforder-
lichen Stabilisierung und Verankerung der antikapitalistischen Offen-
siv_e an ihren Ausgangspunkten, den verschiedenen Abtei Iungen der
. offgemeinen Produktionsbedingungen (insbesondere Bi ldungswesen);
zu,;, einderen an der Tatsache, daß ein Bundnis mit der Arbeiterklasse
nicht zustande kam. Und das, obwohl, wie bUrgerliehe empirische
Untersuchungen andeuten, _e~ne spezifische Schicht der Arbeiterklasse.
nämlich ·die am meisten ausgebeutete und durch die dritte reelle Sub-
','Ümption' zu besonders geisttötenden repetitiven Teilarbeiten verdc:unmte,
.,tfensichtlich mit der Massenbewegung sympathisierte. Freilichist erst
m Herbst 1969,mitten im Zerfall der Massenbewegung,. die Rekonstruk-
·ion erster Ansätze eiher neuen Arbeiterbewegung offen sichtbar ge-
. ~orden. Dieses Nacheinander der Bewegung der radikalisierten lntelli-
~enz und keimhafter neuer Bewegungstendenzen in der Arbeiterklasse
-10cht das Spezifische und zugleich Fragmentarisch-Oberflächliche
· · "" den antikapitalistischen Kampfaktionen_ in Westdeutschland aus.
Die Korrektur dieses Ausgangspunktes kann folglich heute nur im Kampf
für die Stabilisierung und die explosive Verschmelzung der bislang
nacheinander abgelaufenen Bewegungstendenzen liegen•

lmmerh in hat es bis heute auch Versuch_e gegeben, die Massenbewegung


praktisch zu konsolidieren. Aber bisher reichte von Ausnahmen wie den
Aktionen in der Bremer. Klöckner-Hütte und einigen Kampfmaßnahmen
im sUddeutschen Raum abgesehen die Stoßkraft der proletarischen Ini-
tiativen nicht aus, um die in die Neue Linke eingedrungenen Mystifi:..
kationstendenzen zu überwincien. Jede Mystifikation des Klassenkampfs,
jede Aufsplitterung in "gewerkschaftlich-ökonomischen" und "partei lieh-
politischen" Kampf ist jedoch nur eine Erscheinungsform seiner Integration
in die Verwertungsinteressen des Kapitals im weitesten Sinn.
· Angesichts des gegenwärtigen Entwicklungsstands der kapitalistisch-
staatlichen Herrschaftsmaschinerie wirkt jede Tendenz zur "reinen"
Reaktualisierung der" Klassiker des Marxismus-Leninismus-Maoismus"
und zur historischen Fetischisierung von Klassenaktionen, die allemal
proletarische Niederlagen waren, wie eine Diffamierung der tat-
sächlichen geschichtlichen Aufgaben der Arbeiterklasse. Das Proleta-
riat, das da vielfältig beschworen wird, wird zum Papiertiger gegen-
über der Wucht und Brutalität des Kapitals, wenn es sein historisches
Zie I nicht aus den gegenwärtige!'\ Erfordernissen· des Angriffs auf
die Totalität des Ka_pitals und seines Superfetischs, des Staats, gewinnt·
und wenn es unfähig bleibt, gegenüber der gewaltstrotzenden kapita-
listischen Ausbeutungs- und Unterdrückungsmaschinerie die konkreten
·Bedingungen der proletarischen Machtergreifung in der Praxis aufzu-
zeigen.

Aber wer heute die Klassiker 01 fvl.arx-Engels-Lenin- Trotzki-Stalin-fvl.ao"


nur "reaktualisiert" oder welche "Äußeren Bezugspunkte" des proletari-
c schen Klassenkampfs, sei es den der SU, der DDR oder den Chinas usw.,
auch immer propagiert, trägt sich gar nicht mehr mit der Absicht, die
reale Diffamierung der westdeutschen und westeuropäischen Arbeiter-
klasse zu überwinden. Deshalb stehen uns solche Genossen näher, die
wenn auch oft ohne ausgewiesene strategische Perspektive, immerhin .
darauf verzichten, den Kampf gegen die etablierten Gewalten zum
·.Scheingefecht verkommen zu lassen. Denn die Zentristischen Organisa-
tionsansätze aller Couleur machen sich allenfalls daran, 'ein~ ~taats­
kapitalistische Transformation desgegenwärtigen monopolkapitalisti-
schen Herrschaftssystems zu propagieren, die Machtergreifung eines in
den Händen der Partei nationalisierten und damit nur weiter vergesell-
schafteten Kapitals, Sie beginnen bis hin zur deutschen Sektion der
·1\/ .Internationale und zur Heidelberger Gruppe" Neues Rotes Forum",
sich als extrem-reformistisches Gewissen des Kapitals mit einer im
besten Fall"aktiven" und über den gewerkschaftlichen Rahmen nur
quantitativ, aber nie qualitativ hinausgehenden "Lohnpolitik" in Szene
zu setzen. Das kapitali-stisch'e Lohnsystem wird überhaupt nicht mehr
in Frage gestellt, und Forderungen, die im Kampf gegen den Fall des
relativen Lohns die revolutionäre Überwindung der kapitalistischen Aus-
beutung bereits aufzeigen, gelten als frevlerisch. Eine ähnliche,auch -

7
~·. ·-
~ .
-,

. .• .
hier die Öifferenz von "ökonomischem" .und "poli~lschemKompf" ''ent-
deckende" Politik wird in den ollgemeinen Produktionsbedingungen
(regionale Stadtteilarbeit 1 Bildungswesen; Gesundheitswesen) betrieben
und·von manchen kommunistischen Gruppen mit allerlei Phrasen _aus
der Mottenkiste des "antifaschistischen Kampfs" versetzt. Die revolu-
tionäre Agitation in der Armee verkommt, soweit sie überhaupt noch
betrieben wird, zum Instrument der Propagierung bürgerliollier solda-
tischer" Rechte", und aufdiversen Parteitagen wird es üblich, daß sich
die zeitgenössischen Farcen auf Kautsky keck mit ein paar Bundeswehr-
uniformen arrangieren. So kehrt die ganze Scheiße aus der Geschichte
der Arbeiterbewegung wieder, und alles scheint darauf angelegt, die
alten Niederlagen auf einem wahren Marionettentheater in fratzen-
hafter Verkürzung zu wiederholen. Letzten Endes können wir heute
in. den meisten westdeutschen Großstädten und in Westberlin ein sehr
·polemisches, sich gegenseitig paralysierendesNebeneinander aller
Strategien und Taktiken der "jeweiligen Kominternkongresse bewundern:
dfe wieder fleischgewordene belagerungstheoretische "bolschewistische
Aktionseinheit"·(!. -III.KI.o.Kongreß, RKJ/GIM), die phrasengewalti!'len
. Bolschewisierungskongresse (IV.- V. KI-Kongreß, verwaltet von der
_Westbe~liner "KPD" ); und nicht zuletzt den Volksfrontkongreß
(VICKI-Kongreß, SALZ-KB Hamb~rg, diverse ML-BUnde einschließ-
lich des Heidelberger "Neuen Roten 'Forum"). Und überall dem posiert
noch die genuin neue , gewandelten Verhältnissen engepaßte Schöpfung
des westdeutschen· Opportunismus in Sachen "an timonopo Iisti scher
Demok~atie". Wei I sieh diese Art von reformistischem Gewissen des
~Kapitals möderner dartut und nichts unversucht läßt, um die Heiligen-
bi Ider der Bewegung neu aufzuputzen, ist ihr bis in die jüngste Zeit
ein kontinuierlicherZulauf aus den kleineren kostümierten Konkurrenz-
bewegungen sicher gewesen. Indes sind alle diese Kostümvereine 1 .die
sich _darin erschöpften, ihre eigene Geschichte genauso \-Vie die zu.::
künftige Entwicklung des westdeutschen Proletariats zu diffamieren, nach
zwei Jahren der Scheinblüte allmählich an ihr Ende gekommen. Die
PI/PI, der Westberliner KB, die KPD/ML und die diversen westdeut- _... ·.L/'
sc_ben "Kommunistisch;en Bünd~" sind bis zur völligen Arbeitsunfähigkeit .·
fraktioniert oder haben sich aufgelöst. Selbst das Hamburger SA[.?:, fUr
die, die_ nur mit seinen Reisekadern zu tun hatten, e.in Musterbe-ispiel
der Verankerung in der Arbeiterklasse, hat seine Potenz, das poli-
tische Leben der regionalen Linkenmittels der Verfügung· Uber die
größeren Bataillone abzutöten, verloren.Die Zahl der Gruppen und Komi-
tees nimmt zu, welche bereit sind, sich aufihre polHisehe Vergangen'-
heit ZlJbesinnen, ihre seinerzeitigen Fehler aufzuarbeiten und die.
keimhaften vorrevoluti:onären Impulse der späten sechziger Jahre in
'einen besser fundierten Zusammenhang zu setzen. Es istCin der Zeit, dem
·theatralischen Zwischenspiel und dem Mummenschanz mit einer fetischi-
sierten proletarischen Vergangenheit zwecks Vergewaltigung der Klassen-
kampfperspektive der Gegenwart, den Todesstoß zu versetzen. E·s liegt
an den kommunistischen Organisationsansätzen, durch ihre Verankerung
in der Arbeiterklasse der herrschenden Klasse mit einer Qualität auf-
zuspielen, die das Vorspiel der massenhaften antikapitalistischen Erup-
tionen in jeder Beziehung in den Schatten stellt. Die Bedio;~gungen deifür
hat die herrschende Klasse ökonomisch wie politisch längst geschaffen~

8
Die Zuspitzung der Klassenkämpfe in Westdeutsch land
Aus der Analyse des Zustands und der kurzfristigen Entwicklungsperspekti.,-
ve der in'ternationalen wie westdeutschen Kapitalakkumulation wissen
wir, daß die Etappe der reibungslosen und kontinuierlichen Expansion
der "sozialen iv'orktwirtschaft" vorüber ist. Die herrschenden Klassen
Europas mobilisieren seit eini'<Jen Jahren immer neue Krücken der Kapital-'
verwertung. Der Gesamtmehrwert, der im EWG-Europa 15 Jahre lang
reibungslos produziert und engeeignet wurde, reicht nicht mehr aus,
um den noch verbliebenen Akkumulationsspielraum nach innen und außen
auszuweiten. Es verschärft sich mit dem fortschreitenden Verfall der Pro-
fitraten die Tendenz zur generellen Überakkumulation, und die Krisen-
zyklen der in der EWG assoziierten nationalen Kapitale beginnen sich
unter dem Druck der sich anbahnenden Weltwirtschaftskrise schrittweise
anzugleichen. Die Zeiten, wo durch überproportionalen Anstieg der
Mehrwertmassen und -raten der Zuwachs dl;lr organischen Kapitalzusam-
·C mensetzung überkompensiert werden konnte, liegen in der Vergangenheit.
Schon jetzt gehen die fungierenden HauptausschUsse der Kapitalien dazu
Über, die Mehrwertabpressung ausder Arbeiterklasse ohne weitere
Wertveränderung des Kapitals, d.h. ohne Veränderung der organischen
Gesamtzusammensetzung, zu radikalisieren. Und schon jetzt sehen sie
sich veranlaßt, die ·wichtigste Stütze der keynesianischen Wirtschafts-
politik auf der Ebene des nationalen Gesamtkapitals, die durch "deficit
spending" unterhaltene parasitär- unproduktive Staatsproduktion, bei
fortschreitender Einschränkung der Budgets für die soziale Infrastruktur,·
auszuweiten. Letzenendes rühren von der zugespitzten Akkumulations-
problematik auch die taktischen Kämpfe des Hauptausschusses des west-
deutschen Kapitals her, die derzeit in Debatten über die Stoßrichtung
der langfristigen außenwirtschaftliehen Expansion -vor allem der" Ost-
politik"- kulminieren und den politisch- institutionellen Überbau der
herrschenden Klasse fortschreitend erschüttern.

Alles in allem hat in der Bundesrepublik der Klassenkampf längst einge-


·setzt- als Klassenkampf von oben. Die herrschende Klasse hat, der Ein-
schränkung der ihr zur VerfUgung stehenden ökonomischen Basis gemäß,
längst von der wirtschftspolitischen Ideologie und der praktischen Politik
der unbeschränkten Prosperität Abschied genommen. Sie beschleunigt all
die Maßnahmen im staatlich-institutionellen Komplex des Superfetischs
des Kapitalverhältnisses, die geeignet scheinen, die Radikalisierung der
Mehrwertabpressung im Abschwung des Reproduktionszyklus vom Überbau
her abzusichern. Sie verfUgt Uber große Erfahrungen im Klassenkampf, und
·sie weiß, welche zentrale Rolle sie im gemeinschaftlichen Ubernationalen
EWG-NATO-Hauptousschuß der europäischen herrschenden Klassen
spielt, deren nationale Partner teilweise schon jetzt in Klassenauseinan-
dersetzungen verstrickt sind, die an Intensität und Breite kaum eine Vorge ..
schichte haben. Sie weiß, daß sich mit dem Ausgang der bevorstehenden
proletarischen Kämpfe in Westdeutschland die Zukunft des großkapitalisti-
schen europäischen Wirtschaftsraums entscheiden wird. ·
Insoweit ist die._ Stoßrichtung der konterrevolutionären Strategie der herr-
schEmden.Dreifaltigkeit von Großkapital, großkapitalistischen Herrschafts-
. .
grenzträgern in der Arbeiterklasse {Sozialdemokratie und Gewerkschaften)
. ' . --
:'".'·.·

. •. ·.- ·.. .·~·:·.


·~

- r- ...

und der Polizei- und MllitCirka~ari IIa strategisch festgelegt. Das heißt
aber nicht, daß sich darau~ die ZU erwartenden. taktischen. Scha~hzüge
schon im Detail abl~sen lassen - im Gegenteil. lmwesentlichen Fragen
··bestehen gegenwCirtig ):>ei den Perspektivdebatten der herrschenden politi-
s.chen Reaktion maßgebliche Differenzen. Sie lassen sich insofern nur
schwer h~rausarbeiten, als.sie quer durch die instit,utionellen Strukturen
gehen, über die die oberen Zehntausend verfUgen, um ihre Herrschafts-
perspektive weiter abzusichern. . ..
,..·.:

. . Wir sind der Auffassung, daß wir i~ Verlauf de~ nCichsten ein bis zwei
Jahre im wesentlichen mit zwei taktischen Orientierungen seitens der herr-
schenden· Reaktion rechnen mUssen, die sich, beeinflußt durch den. jeweils
··zu errefchenden·Mobilisierungsprozeß der Arbeiterklasse. und der sich in ihr
~er~n~k~~nden revolutionCir;n br~nisationsansCitze, j~derzeit miteinander .
kombinieren oder aber phasenmCißig'aufeina~der folgen können. 'Die erste
-taktische Stoßrichtung der Reaktion·, die gegenwCirtig die politische Macht y~·-.\, ..
.·,/.:::
ausübt, operiert auf der Basis ein~r intensiven Wechselbeziehung zwi -
sehen mÖg Ii chsfprCiventi ver .Po Ii ze istaatstaktik und· stabi Ii sierten Herr -
schaftsgrenzträgem in Gestalt der SPD-Betriebsgruppen und der Gewerk"'
. 'schaften •. Im Fall der l<risenverschCifrung ist sie bereit, zur Einführung
punktue II er staatskapita Iistischer Stabilisierungsmechanismen im Reproduk-
tianspr6zeßcüberzugehen. (Erhöhung der Kapit~lstEiuern, Reorgoriisation der
Investitionspolitik irr Silin vorrangiger Berücksichtigung der Gesamtakku-
mulation, ·Einbau eines betrieblich-staatskapitalistischen Kontrollinstru-
ments in Gestalt der gewerkschaftlichen" Mitbestimmung", Kontraktion
und ~ationalisierung ifii .Berei eh der allgemeinen Produktionsbedingungen).
Sie orientiert sich des weiteren darauf, das Problem der außenwirtschaft- ·
liehe!) Expansion im Sinn eines doppelbödigen" balance of powe~11 zu
'lö,sE;m: einerseits Stabilisierung des territorialen Großwirtschaftsraum EWG,
und darauf fußend Beschleunigung des Kapitalexports i~ die diktatorisch·
, '§.:!festigten europCiischen PeripherieiCinder und in die ne1.1en Akkumulations-
. E:entren der drei Kontinente; andererseits Arrangements mit dem osteuropCI-
isch~n Staatskapitalismus, um die Besch.leunigung .des Waren- ·und mehr
und mehr auch Kapitolexports in Richtung Osteuropa zu ermöglichen .
. . -Alles in allem reprösentiert die hier kurz ski=ierte erste taktische Stoß-··
richtungdie rationellste Mögl_ichkeit einer erweiterten Vergesellschaf•-,·
tungs- .und Reproduktionsform .des westdeiutschen Kapitals.- Wenn wir dies
feststellen-, müssen wir _uris"jedoch gleichzeitig davor hüten, von dieser
Taktik einen nennenswerten Spielraum für die ungehinderte Entfaltung der
·revolutionCiren Alternative zu erwarten. Wir bezweifeln nicht, daß die
., -z.Z. ohnedies vorherrschende- erste taktische Variante desKiassen-
kampfs von oben eher fahig sein wird, Teile des links von .den etablierten ·
Herrschaftsgrenztr<lgern Gewerkschaften und Sozialdemokratie operieren-.
den politischen und ökonomischen Reformismus mittels verdeckter Drohun-.
""·
'gen, begrenzter institutioneller Kompromisse und spitzelmaßiger· Unter- .
Wanderung in Schach zu halten; der ökon.omische wie politische Reformis-
mus ist ohne dies bis in die Restgruppen der Massenbewegung h irfein be-
. · reit, sich auf der Basis kompensatorischer Prograir'ime ~'demokratischer
KampP', "·antifaschistischer KampP' usw .) ein dievorgegebenen Spielregel~
zu ketten und sich aus den'·,zugespitzten sozialen Konfnkten de facto her·
auszuhaiten. A.ber es steht genauso gut außer Frage, daß die. Akteure der
ersten taktischen Variante des Kla-ssenkampfs der Bourgoisie alles unter-

10
nehmen werden, um ZU verhindern, daß sich jene revolutionC:lreri Organisa.
tionsansC:ltze, die konsequent die ldentittlt von politischem und ökonOI'Iii-
schem Kompf und die gewaltsame Liquidierung von Kapital und Staat pro-
pagieren, )n der proletarischen Basis verankern. Es ist die staatskapitali-
stische Regulierungsperspektive des westdeutschen Kapitals, die gegenwtlr-
tig·die Zentralisation und Effektivierung des konterrevolutioni:lren politi-
schen Überbaus erzwingt. Und es ist gerade jener staatskapitalistischen
KompEl~sationstaktik zu eigen, schon jetzt unter dem Applaus der Massen-.
medienaus ihrem Unterdrückungsapparat eine auf pri:lventive Vernichtungs
aktionen spezialiserte und deshalb außerordentlich ernst zu nehmende Bür-
gerkriegsmaschinerie auszuscheiden. Denn es ist den sozialdemokratischen
Akteuren im Dunstkreis des "Friedenskanzlers" klar, daß den Massen die
wirklichen großkapitalistischen Adressaten ihrer "Reformpolitik" nicht
verborgen geblieben sind.
De,;;~genüber befindet sich die zweite taktische Stoßrichtungdes Klassen-
kampfs von oben in einer eindeutigen Reserveposition. Daran vermag die
Tatsache, daß die Hauptsymbole dieser zweiten großkapitalistischen
Zukunftslinie wortgewaltig gegen ihre Wartestellung rebellieren, nichts
·zu tindem. Solange die mit staatskapitalistischen EIernenten durchsetzte
Variante des Krisenmanagements nicht eklatant versagt, wird sie unföhig
sein, die Nachfolge im politischen Herrschaftszentrum der oberen Zehn-
tausend anzutreten, Mit ihr ist also allenfalls im Stadium relativ zugespit2!'
ter Klassenauseinandersetzungen zu rechnen. ,
Die ~weife taktische Linie des Großkapitals lehnt es ab, über den bisheri-
gen status quo hinaus den etablierten politischen und ökonomischen Grenz·
trC!ger in der Arbeiterklasse in die Herrschaft über den gesamtgesellschaft-
lichen Reprodukticinsprozeß mit einzubeziehen .Sie kC!mpft für die ·Erhol-
. tung der gegenwi:lrtigen allgemeinen Vergesellschaftungsform des Großka-
-pitals. Folglich werden in der Diskussion über das künftige Krisenman~ge­
ment unterschiedliche Auffassungen vertreten: die hinter der Taktik der
Strauß, Barzel und Co. stehenden Herrschaftsgruppen sind nicht bereit,
die Radikalisierung der Maßnahmen gegen den Verfall der Profitraten auf
einer institutionell verbreiterten Herrschaftsbasis :tu vermitteln. Sie ten·-
dieren eher da~u, dasHerrschaftsziel, denÜbergang zu einerneuen Akku-
mulationsoffensive, weniger_durch keynesianistisch-integrationistische
GrenztrC!germobilisierung, als vielmehr grundsC!tzlicher durch außeröko-
nomische Gewaltmaßnahmen seitens des staatlichen Unterdrückungsappa-
rats durchzusetzen. Von daher haben sie es nicht nötig, die ganzen
Schattierungen und Tendenzen des politschen und ökonomischen Reformis-
mus als vermittelnde Umsetzungsinstrumente der Verwertungsstrategie zu
funktionalisieren. Sie sind eher bereit, den zu erwartenden ambivalenten
Radikalisierungsprozeß der Mittelklasse im Interesse. der gesteigerten
Mehrwertmobilisierung zu kana Iisieren und massenhaft in die Klassenaus-
einandersetzungen einzubringen. Aber auch sie sind sich darüber im klare!)
daß sie diesen Radikalisierungsprozeß unter Berücksichtigung ihrer Erfah-
rungen seit dem Ende der Weimarer Republik zumindest mittelbar- insti-
tutionell über den sich aufblahenden Unterdrückungsapparat unter Kon-
trolle halten müssen, wenn sie nicht mit der von ihnen propagierten. Al-
ternative d~r Expansion, der "Atlantischen Union" durch Diskreditierung
ihrer Bündnsipartner scheitern wollen. Im Gegensatz dazuwi~d die poli-
zeistaatliche Totschlögerei der ersten takti.schen Herr~chaftsliniEistreng

11
~~~-::.-~~---~-.-. - ..-.--~- -----::-------~--- ----

. '• .· .. ,· . _-,-
- '~-- .
:..: ..

,_··

.----·
zweckorientiert und speziallsiert-d.h. auf die möglichst physische Besei- ·
tigung der- revolutionären Linken kcm.ze!)triert-bleiben und erst im Fall
dt;!r massenhaften Verbreiterung der revolutionären Gegenge'l'{alt den ge- · ., ...
samte!'l vom Staatsapparat .auf Mord und Tatsch lag gedrillten Parasiten- .
flüge.l der Mittelklasse ergreifen. Da_s alles schließt natürlich nicht aus,.
daß, auch die zweite taktische Stoßrichtung darauf aus ist, radikal.e anti-··
reformistische Tendenzen brutal und-relativ frühzeitig zu unterdrücken.
. ~- - ·Nur wird ihre antikeyne.sianistische Orientierung den Klassenkampf in
· Westde'utschlandviel
. ' . früher aufeine--. breite
. Massenbasis- stellen.

Wir haben bis jetzt den Übergang zur allgemeinen Zuspitzung der Klos-.
. s-kämpfe in Westdeutschland aws der Perspektive der Charaktermasken·· ... "· .
. , des Kapitq_ls herauszuarbeiten versucht. Das ist insofern berechtigt; als
wir nüchtern konstatieren· müssen, daß er bis jetzt alle Merkmale des
'präventiven Klassenkampfes von obenaufzuweisen hat. Die politischen
·Morde der letzten Wochen, ausgeführt von polizeilich organisierten Tier~·
rori;_tengruppen des Friedenskanzlers Brandt, haben freilich die ersten '
Keime fur die radikale Veränderung der politischen Landschaft West"-
. deutsch Iands gelegt, Die Arbeiterklasse verharrt auchjetzt noch, trotz ·
· gelegentlicher Kampfpktionen und gewisser Zuspitzungen in der Bewe:..
. ' gung um die Steigerung des Preises ihrer Durchschnittsarbeitskraft, in
einem Zustand der Resignation und Apathie. Aber dieser Zust~nd, der
zweifellos gegenWärtig- für die sich stabilisierenden nicht zenirisfischen
Üfganisationsansätze höchst gefährlich ist, weil er es der vorpreschenden
·Reaktion noch ermöglicht, sie vor ihre.r massenwirksamen Verankerung
. in aller Stille in den Urtiergrund zu treiben, kann sichrasch ändern.
Die westdeutsche Arbeiterklasse ist derzeit aufgrundihrer ·Geschichte,
die von vom-bis hinten Geschichte von Niederlagen ist, apathisch und.
resigniert, aber sie ist immer noch klcissenbewußt. Über die Realitätder
· A."sbeutungsverhältnisse bf$ucht sie niemand aufzuklären- jeder Arbeiter
· · weiß darüber besser bescheid als die DI<P/ML -.Phrasendrescher. Mehr
_ · noch: gerade c;~ufgrund ihrer desolaten ynd noch bis ins letzte institutio-
--~- ~-.

-~_;
,,
_· nell vereinnahmten Lage hat die westdeutsche Arbeiterklasse den Stumpf-
. sinn der Reformismen zutiefst durchschaut. Der Reformismus ~das war
·. und ist für sie nur .eine besondere Abart des langfristigen Ausbeutergewis-
sens des Kapitals, .und im Staatskapitalismus geht es den Arbeitern auch
nicht besser als unter den-bestehenden Verhältnissen. Das erklärt, wd,:
rum sich die Arbeiter- bei aller Distanz und oftauch projizierten, Ag-
gessivität- gerade fur die radikalen und wirklich revo.lutio;:.tireni ·'
Kampfperspektiven einiger linker GrUppehen interessieren. Und das fäßt
erwarten, claß sich die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse gerade in
Westdeutsch.! and in kur~ester Zeit explosionsartig verschieben können.
Die Charaktermasken des Kapitals we~den sich in der ricichsten Zeit als
Garanten der Prosperität deSavouieren. Sie werden die Arbeiter neben
dein Zuckerbrot ~ehr und mehr auch die Peitsche der gesteigerten Aus-
beutu>•:J ~nd Arbeitsintensität spüren la~sen. Wenn dann breitere ·Kiassen-
aktiorkn in Gang kommen, können sie sich zu Aktionen ausweiten, die
die. Taktiken ·der reformistischen Grerizträgermobi lisierung der Verwer-
tungsstrategie hinwegfegen-werden, und mit_ ihnen den ganzen, das· ge-
seli;chaftliche Leben abtötenden politischen Überbau der herrschemden
.I(J.-: ;e. Es liegt an ·uns, in der Praxis und in c;:ler Massenagitation auf

. ..
12. ;
,-;,.,_.. _".
die Unausweichlichkeit des Schicksals des westdeutschen Kapitalpopan:i:
und der von ihm ausgehaltenen parasitären Obrigkeit hinzuarbeiten. ·

Voraussetzung dafUr aber ist, daß die revolutionäre intellektuelle Linke


selbst fähig wird, sich konkret an das Bewußtsein der zur Zeit noch
schweigenden ausgebeuteten Klasse heranzuarbeiten.
Sollte dies wirklich gelingen, wird das Ergebnis an zwei Hauptmomenten
exemplarisch zu fassen sein·, Erstens in der agitatorisch vermittelten Ein-
. sieht, daß jeder Lohnkompf, der, sich auf Begle.itscbarmützel bei den ge-
\'{erkschaftlichen Aktionen zur Reallohnsteigerung beschränkt, ohne ihn
mittels der Parole für den Kampf gegen den Fall des relati~en Lohns in die
erste Stufe des Kampfs gegen das Lohnsystem überhaupt hineinzutreiben, ··
die Arbeiter nur an die weitere Akkumulationsperspektive verkauft. Zwei..:
tens im -nur in der revolutionären Praxis zu führenden- Nachweis, daß
die Anwendung revolutionärer Gewalt im Dienst der politisch-ökonomi-
schen Einheit des proletarischen Klassenkampfs notwendig und möglich ist,
ohne von der hochorganisierten konterrevolutionären Gewaltmaschinerie
der Reaktion zerschlagen zu werden. Ohne die konkr~te Ve.,virkli chung
dieser beiden Grundbedingungen wird zweitellos jede Verankerung' der aus
den Moassenaktionen hervorgegangenen revolutionären Kerngruppen unter:..
bleiben.

1.2. Die strategischen Konsequenzen

Vereinheitlichung der Arbeiterklasse für den Kampf um die M.acht- Bünd-


nisfragen. ·

Aus dem Stand des westdeutschen Klassenkampfs, der·auf der Seite des
Proletariats und der revolutionären Intelligenz gekennzeichnet ist
durch eine relative Schwäche und Unterentwicklung autonomer prole-
.!(_.
·~,./
tarischer Kampfaktionen bei gleichzeitigem Moassenauftritt der verschie-
dEmsten Kästurne und Verkleidungen einer historisch überholten und zer-
schlagenen Arbeiterbewegung, während sich die Klasse der Unterdrücker.
bei einheitlicher Strafe gie in zwei taktische Alternativrichtungen spal-
tet -·aus diesem Entwicklungsstand des Klassenkampfs ergeben sich
schwierige strategische Probleme; Bis auf weiteres ist die treibende Ini-
tiative der Klassenauseinandersetzungen dura:;t. den Klassenkampf von
oben festgesetzt. Vorläufig bestehen auch noch keine Möglichkeiten,
der herrschenden Reaktion dieseinitiativeauf Dauer zu entreißen. Ganz
zu schweigen von der derzeit absolut~n Unfähigkeit der ·revolutionären
Altemativgruppen, gegen die sich in derinitiativeder Reaktion mehr und
mehr abzeichnenden taktischen Differenzen selbst taktisch so vorzuge-
hen, daß sich diese Differenzen verschärfen und das Netz der UnterdrUk-
kung, das das gesellschaftliche ),eben abdrosselt, in ersten Moassenaktio-
nen zerreißt. Daß dieses alles erst denkbar wird, wenn die zersplitterte
antireformistische Linke sich konzeptionell wie praktisch in einer zen-
tralen Stoßrichtung vereinigt-.und dadurch den Moassen als Altemotive
überhaupt wieder erfahrbar wird, ist eine Binsenweisheit. NatUrlieh ist
es klar, daß die. opportunistischen Sackgassen, die sich so vielgestaltig
· .a.,bi_eten, nicht'in der theoretischen Auseinandersetzung allein Uber-

13
.-."·


... ~·

-·· .. '

.wunden Y~erden kannen,· um das Terrain fur revolutionäre Kampfaktionen


·. freizu~chen ~ wenri quch die Not;Wendigkeit der klaren aJ)tir~formi- · · ..
· ~tischen Abgrenzurig nachcaußen eindeutig gegeben ist. Aber die. Sta-
. bi lisierung und die;n\assenhaft" Umsetzung der re_v0 lutionaren Perspek~
tiv~. kann letzten Endes nur Ergebnis d"r Zuspitzung der realen Klas-
se~useinand~rset~u~~~~ ,selber sein, der Eiltwicklung de; tevolutior:iären
Bewaßtseiris in den proletarischen Massen und ihren entstehenden Macht- .
orgcirien in der Praxis. So befinden wir uns _in dem Widerspruch, daß wir.· .
von,der Unrrt(jglichkeitder Konsolidierung und Assoziati_on der'ant.ire-
. formistischen.Resfgruppen· außerhalb praktischer und- mass_enhafter. Aktio.
onenwissen, daß aber gleichzeitig aufgrundder spezifischen bundesre- _
publikanischen Verhältriisse die Konsolidierung dieser Restgruppen selbst
-Vorrqussetzung für die Rekonstruktion relevanter antikapitalistischer Ak-
tionen in Betrieb;'Stqdtteil, Schule-Universität-und Kaserne ist. Wir
können ..<:u seinefAufhebung nur beitragen,_ indem wir an den beiden Po-
> ·. len des Widerspruchs cin~etzenf Mitcirbeit am Versuch der Klärung aller
._: zentrci'le'n; Probleme des Klassenkampfs innerhalb der antireformistischen
Gruppierun-gen und an den d_arauf basierenden .Initiativen z_ur breiteren
· ..:• Konsolidierung; gleiChzeitig Ubergang zur Praxis, um in deri Schwer-
punkten desgesellschaftlichen Reproduktionsprozesses zur Entfaltung und
Stabilisierung der Klassenkämpfe beizutragen.
ln beidef1
' . Fallen
-- bleibt das Ziel keinesfalls aui koordinative Funkti6ne·n .
beschränkt; Unser Orgqnisationsansatz wird alles daransetzen; um zur
Rekonstruktion .des historischen Bewußtseins der. sich in ersten Ansätzen
· wieder konstituierenden proletarischen Klasse beizufragen, um zu einem
. Bewegungsinstrument
' . . . . . . . zu werden, über ' das der Prozeß
. der Vereinheit lieh-
, ,i.Jr:ig im K<:~mpf gegen das Kapitalverhältnis beschleunigt weirden kann. Er
:·wird versuchen,· in· derZuspitzuns der konkreten Momente des. täglichen
· ·· Kampfes
:r_' -· _-
der
:.
Arbeitet d'Os geschichtliche.
, .. - . . . - . , •
Ziel des Proletariats,
., ,
die
.• .!
Dikta~
tur über alle anderen Klassen und die in· der Diktatur zu vollziehende· ·
und international zu vollendende Zerschlagung des kapitalisfischen Ver'- .
. wertung_sprozesses\md seines Superfetischs, des Staats, mit in die Tat' um"-
•'. 'zusetzen,,Di<>s ist nur mögliCh, wenn von Anfang an der politische mit
. dem ökon.omischen Kampf verbunden wird, wenn das Proletariat sich
1v'Klchtorgane schafft, in denen es seine betriebl.ichen Kämpfe für die -Be-'
;seitigung der ·Herrsdi6ff.der totenüber die lebendige Arbeit, für die ,Li.:.
-quidierung deskapitalistischen LQhnsystems,mitden Kämpfen für die kom-
. munistischeUrriwälzungdef allgemeinen gesellsch<Jftlichen Akkumulations-
·':-" . oedirigungen ~nd .die -Zersch ldgung der Herrschaftsorgane des kapitalisti-
schen Staats vereinigt. ln der fortwährenden S~nnung zwischen den all-
täglichen k~mpfaktionen in allen gesellschaftlichen Berei~hen und d.em
bistorisehen Ziel wird sich schließlieh das Proletariat fortschreitend kÖn-
ie
-~lidieren. Es wird, stärker es sich als historisch fortschrittlichste ..
~ - · Klasse, ·als K_lasse für sich; manifestiert, schließlich auch die Pote-nz ent-
. 'wickeln; um aus den ·für die gesellschaftliche Reproduktion wichtigen·
· ;Schicht,.n der Mittelklasse in Bildungswesen, gesellschaftlich -reproduk-
tiver lnfrastrukfut,. Gesundheitswesen und allgemeiner Wi,ssimschaft sei.'" .
'·.· · -rie BUndrtisportner z\.(rekrutie.ren und in den· revo!utionärim Auseinan~er'­ ·-.c,

·. setzungenmit der herrsch,.nden Klasse: ,und ihrer parasitären sozk1len


·. Herr~chciftsbasis zusammenfassen. . . .

. ·--
--~-------·~~~-

Kampf um die Herausbildung einer revolutionären Avantgarde

Schließli.ch wird es auch das Proletariat sein, das sich iin Verlauf und
Ergebnis dieser Kämpfe seine. Avantgarde konstituieren wird, um sein
historisches Ziel gegen die sich zentralisierende kapitalistisch-staat-
liche Konterrevolution durchzusetzen. Die gegenwärtigen kommunisti-
schen Organ)sationsansätze in Westdeutschland und Westeuropa können
allenfallsVerstufe dieser Ava.ntgarde sein, aber sie können nie diehisto-
rischen Voraussetzungen fUr deren. Konstituierungsprozeß wegerklären:
die sich in den revolutionären Kämpfen mehr und mehr im Kampf um die
M:lcht zusammenfassende und vereinheitlichende europäische Arbeiter..,
klasse. Das westdeutsche und westeuropäische Proletariat werden im Ver-
lauf und im Aufschwung ihrer Kampfaktionen entscheiden, welche Stra-
tegie, die \On den konkurrierenden Organisationsansätzen durchzusetzen
gesucht wkd, sich in der Praxis als stringent erweist. Denn der entschei-
dende Prufstein fur jede revolutionäre Strategie ist ihr praktisches Ergeb-
. nis, ist die Frage, ob sie geeignet war und ist, die Perspektive des pro-·
letarischen Kampfs um die Macht in ihren wesentlichen aktuellen Zu-
sammenhängen aufzuzeigen. Zweifellos wird es notwendig sein, diese
e Iernentaren Einsichten bei den Kadern auch unseres eigenen Organisa,..
tionsansatzes immer wieder ins Gedächtnis zurUckzururen und darauf zu
achten, daß sie in der Praxis beherzigt werden. Denn nichts ist einfacher,
als das Unterfangen, die ungeheuren Probleme der Rekonstruktion und
Entwicklung des proletarischen Klassenkampfs administrativanzugehen
·und vorab gleich die Avantgarde in einem sattsam bekannten Selbster.:.
nennungsprozeß zu deklarieren. Auf diese Weise ernennen sich leicht
Lumpen zu Proletari·ern, und wenn man genauer hinsieht, handelt es sich
bestenfalls um Leute, die schon die schmalste Basis proletarischer Be-
wußtwerdung funktionärsh~ft verwalten und dabei nur verdecken, wie
sehr es ihnen nur daru.,.; geht, ~i eh auf Kasten de~ schmale-n proletari~chen
Basis kleinbUrgedieh zu reproduzieren. Was uns selbst betrifft, so soll-
ten wir in dieser Hinsicht unbarmherzig sein und jede Tendenz, aus un-
serem Organisationsansatz eineangesichtsdes Stands der Klassenkämpfe
und der vorerst·praktischen Unausgewiesenheit unserer Strategie illegiti-
me Avantgarde zu machen, scharf bekämpfen, weil sie nur Tendenzen
zur Herausbildung einer Avantgarde Uber das Proletariat hervorrufen
wÜrde. Nicht zuletzt ist· es gerade dieses organisationsfetischistische
Selbstverständnis, das bi~i~!;;::t eine inhaltlichausgewiesene Assozia- .
tion innerhalb" der westdeutschen antireformistischen Gruppen unmöglich
·macht.

Funktion der Militanz im Klassenkampf

Im Gegensatz dazu gehen wir davon aus, daß alles bekämpft werden·
muß, was darauf abzielt, die Zuspitzung der Klassenauseinandersetzun-
gen - die kommen wird, ob wir praktisch - programmatisch intervenieren
oder nicht -mit reformistischen Phrasen von demokratischer Verteidigung
und Kampf um Neuverteilung des Sozialprodukts zu neutralisieren. Statt-
dessen werden wir, nachdem wir die Unausweichlichkeit verschärfter
gesellschaftlicher Kämpfe nachgewiesen haben, sie mit allen zur Ver-
fUgung s!~henden Kr!lften propagieren.

15
Zweifellos ·enthCIIt diese Entscheidung starke antizipatorische Momente,
weil wir uns mit ihr auf eine soziale Konfliktsituation.einstellen, die
sich erst anbahn.t, aber noch nicht eingetreten ist. Dfese antizipatori-
schen Momente sind uns voll bewußt. Wir sind uns klar darüber, daß wir
nie- umhin kcsrinen, sie in differenzierten Vorstufen innerhalb der gegen-
wärtigen Tageskämpfe zu vermitteln. Gerade deshalb wissen wir aber
Cluch, daß, wenn diese Vorstufe~·· nur erste Ansätze zur Herausbildung
des historisch bewußten· revolutionären Subjekts oder aber der verschärf'-
. teii Bärbare I des Kapitals sein kesnnen, unsere Agita.tion für den Kampf ge
genden Fall des relativen Lohns und dan\it für die grundsätzliche Einheit
von politischem und cskonomischem Kampf in Gestalt der politischen Komi-
.tees und der aus ihnen entstehenden revolutionären Avantgarde praktisch
werden. und die P,raxis agitatorisch mit dem Ziel der Machtergreifung des
Proletariats verbÖhden werden muß. Im anderen Fall würde für die Arbei-
terklasse·g~rade dann, wenn sie verstärkt kämpft, die revolutionäre Al-
ternative uny,llrmittelt bleiben.
'~~Z~)

Wir. verstehen unter Praxis nichts anderes qls die reale kCimpferische
Au.seinandersetzung mit dem .Klassenfeind. Die ersten Bewußtsein repro-
duzierenden Institutionen der revolutionären Alternative, die Basisorga-
nisatic>nen in Betrieb;·· Schule ,.. Universität und Kaserne als Vorstufe der
. politischen Kommitees werden nur in diesen Kämpfen, in der materiellen
-zerstCSrung .der Herrschaftsinstitutionen von Kapital und Staat, geboren.
Und erst.in diesem Prozeß der.ZerstCSrung beginnen erste Teile der Arbei-
terklasse, sich von der Herrschqft der toten über die lebendige Arbeit
_q~ch bewußtseinsmCißig frei zu machen. Sie beginnen ihrerseits, in den
-'">''1 -. ' .• - .
· p61itischen Komitees die revolutionäre Übergangperspektive zum Kommu-.
nismus praktisch wie bewußtseinsmäßig vorwegzunehmen.

Demzufolge gibt es im Prozeß der Entfaltung des Klassenkampfs nichts,


. was den .Charaktermasken des Kapitals und seines Superfetischs dessen
Totengräbern gewaltlos zugestanden werden wird. Auch der kleinste Er-
folg, den die politischen Komitees und die sich aus diesen konstituie-
rende Ävantgarde verbuchen werden, wird Ergebnis gewaltsamer Ausein-
anders~tz(mgen mit dem Kapital und dem kapitalistischen Staat sein oder
qber unerreichbar bleiben. Niemand weiß das besser als die westdeutsche
Arbeiterklasse, und dieses sehr klare, wenn auch derzeit Resignation
statt proletarische. AktivitCit hervorbringende klassenbewußtsein, auf-
grunddessen sie sich gegenwärtig, der Universalität der Gewalt im ka-
pitalistisch versachlichten Alltag ausgesetzt, selbst mit min.imalen Ver-
besserungen ihrer Lage arrangie)',t, wird erst dann praktisch werden, wenn
die MC!glichkeit der Praxis, und das heißt immer: der revolutionären Ge-
waltanwendung gegen den Klassenfeind, durch Praxis bewiesen wird.
Diese Einsicht hat zum Ergebnis, daß wiruns vor jeder "reinen", praxis-
losen Agitation und Vermittlung der erarbeiteten revolutionären Über-
gangsstrategie hüten müssen. Positiv gewendet heißt das, daß wir unsere
··gesamte organisatorische Stabilisierung, die ja nur derVerbereitung auf
die Praxis dient, als Stabilisierungsprozeß im Interesseder praktischen
und damitmilitanten ·programmatischen Intervention b_egreifen. WÖ irft-
mer unser.Organisationsansatz interveniert, wo immer wir auf die Einheit
_von politischem urid CS~~nomischem Kampf hinarbeiten, werden wir. letzten

16 --. --....·
. _:: __.
Endes praktisch sein, oder intellektualistisch über die Köpfe vergewal-
tigter Agitationsobjekte hinwegrösonieren. Wenn wir letzteres'vermei-
den woll.en, muß unser ganzes Handeln: jede Teilanalyse, jede Basis-
qualifikation, jede Agitation und jeder Schritt zum Aufbau einer neuen
Basisorganisation darauf konzentriert vierden, den Übergang zur Praxis
zu ermöglichen. Dabei sind Praxis und Mi Ii tanz immer so vermittelt, da_ß
in allen Aktionsformen, sei es Streik und Demonstrationen, Sabotage der
· Bandgeschwindigkeit und der·analytischen Arbeitsplatzbewertung, Haus..:
. besetzung oder unmittelbare bewaffnete Propaganda, das revolutionäre
Zi:el durch den Beweis des Erfolgs im Vorgehen· gegen den Klassenfeind
bewußtseinsmäßig verankert wird. Die Antwort auf die verschärften Maß-
nahmen des Kapitals gegen seine Abdankungsperspektive liegt nicht im
bürgerlich-antifaschistischen Kampf oder im Aufbau illusionärer "demo-
kratischer'' Verteidigungspositionen; die einzig korrekte Antwort ist die
praktische Offensive, durch die die Verankerung im Proletariat einge-
leitet wird.

1.3. Zur Problematik der ersten Schritte

Politische Komitees und Avantgarde

Angesichts der aktuellen Entwicklung des Akkumulationszyklus des BRD-


Kapitals ist die Propogierung der praktischen Vermittlung von Alltags-
kampf und historischem Ziel der Arbeiterklasse alles andere als eine
leere Phrase. Im Anschluß an einen stark verkürzten Expansionszyklus
1968/69 hat das westdeutsche KapHel erneut den Zustand der Überakku-
mulation erreicht. Seine Funktionäre sind nicht mehr in der Lage, ihm
durch Forcierung des Warenexports und des Kapitalexports allein auszu-
weichen, und sind dabei, sich auf eine längere Depressionsphase einzu-
richten. Hinzu kommt der Zusammenhang mit der sichtrotz der neuesten
internationalen handels-und währun·gspolitischen.Arrangementsweiter
zuspitzenden Weltwirtschaftskrise, der die Bedingungen der praktisch-
programmatischen Intervention auf br.eiter Basis nötig und möglich macht,
denn
1.
das BRD-Kapital wird seine tv'i:lßnahmen. zur Steigerung der Ausbeutungs-
raten der Arbeiterklasse radikalisieren (Beschleunigung der Produktions-
phasen und -abläufe durch Erhöhung der durchschnittlichen Arbeitsin-
tensität, Einführung teilkollektiver Prämiensysteme, Erhöhung der Band-
geschwindigkeiten). Pies wird es ermöglichen, verstärkt praktisch zu in-
'tervenieren und den Kampf gegen die Beschleunigung der Arbeitsrhythmen
mit dem Kampf gegen das Lohnsystem zu verbinden, also solche Forderun-.
gen praktisch werden zu lassen, die unmittelbar gegen den Übergang des
BRD-Kapitals zu einem neuerlichen Akkumulationszyklus gerichtet sind •.
Dazu gehört auch, gegen Zentralisationsmaßnahmen und Sti lleglJngen
die Forderung nach "politischem Lahn" zu setzen und den Kampf der Be-
triebskomitees mit den Aktionen der zu erwartenden ,Arbeitslosenrnassern
zu verbinden (Erhaltung des Lohnniveaus der Arbeitslosen). Vorbedingung
dafür ist, daß die tv'i:lßnahme~ der Kapitalfunktionäre zur Spaltung der
Arbeiterklasse durch den Aufbau multinationaler Betriebskernites unter-
laufen werden •.
' .

2. ,..
· das BRD-'Kapital wird bctld an jene Grenze stoßen, wo die Konzessions-
. bereitschaff cmdie Entwicklung der Realiöhne aufhört, den big Iabor
(Gewerkschaften} und den ,ganzen hinter ihm hertrottenden Reformismus
. als Grenztrager seiner Herrschaft in der Arbeiterklasse funktionsfahig
·zu erhalte.n. So:schreibt da~' Handelsblatt'' vom 16. 12. 71, daß die Er-
. gebnisse·der letzten Metallrunde U:nd das im Gefolge der brutalen Unter-
n~hmeroffensive {Aussperrungen!} "trotz anderer Optik" real unter 7<jo
· Lohnerhöhung.-liegen, und daß es.den Ge<,verkschaften gerade noch ein-
mal gelungen ist, das Gesicht zu wahren. Es liegt auf der Hand, daß ·
mit dem fortschreitenden Bankrott des politischen und ökonomischen
Reformismus die Bedingungen für den Aufbau politisch-ökonomisch ver-
einheitlichter proletarischer Komitees verbessert werden.
3.
. das BRD-Kapital und sein fungierender Hauptausschuß'werden sich enorm ti).
radika lisieren,·Um .die außeren Akkumulationsspharenauszuweiten. Von _,..,., .·

daher wird dieF.ratze diswestdeutschen Imperialismus nach allen Sejten


(nicht nur nach innen und in bezugauf die drei Kontinente, sondern
auch in ihrer Ostpolitik} deutlicher denn je sichtbar werden. Die'Be-
dingungen für revo'lutionare Agitation werden sich allgemeinschlcigar...;
• tig verbessern·;- und es wird möglich sein, in der Agitation die eine Wur- ·._,:

zel der inneren Rationalisierungs- und außeren Expansionsoffensive des


westdeutschen Imperialismus aufzuzeigen. Ganz abgesehen davon, daß
die finanziellen Mittel, die bislang über den kapitalistischen Staatshaus-,
. -halt zur _reformistischen lnte'gration der Opposition in den allgemeinen
Produktionsbedingungen ausgegeben v.urden, weitgehend. versiegen_ wer-
den und ·es auch hiermöglich wird, reformistische Illusionen zu entlar ...
ven ·und kommunistische Alternativen zu propagieren. ·
4.
die herrschende Klasse bemüht sich fieberhaft; ihren Unterdrückungs--
. apparataufdie kommenden Klassenauseinandersetzungen vorzube.reiten.
Innerhalb des Polizei- und Armeeapparats entwiCkelt sich eine klare
Ten·denz zur konterFevolutionaren Arbeitsteilung:. die .Wehrpflichtigen- . ;,-.

··"'kontingente der Armee werden für Niederschlagungsektionen gegen Mas-


.. s'eribewegungen niCht einsatzfahig sein und deshalb auf rein statisch"Jo-
. gistische Sicherungsmaßnahmen beschrankt werden, wahrend innerhalb
·.des Armee• Und Polizeiapparats eine Spezialtruppe fur die möglichst
'praventive konterrevolutionare Offensive geschaffen wird. Auf dieser .
•· · sp'ez i fischen Grund Iage verbessern- sieh die Mög Ii chke i ten, die .wahrend
der Massenaktionen gelei_stete antimilitaristische Arbeit kritisch• zu über""
prüfen und strategisch mit der Perspektive des Klassenkampfs vereinheit-
licht wieder aufzunehmen.. . ·
Somit gestalten sich die objektiven Bedingungen des Klassenkampfs in
.: den ni:lchsten Jahren als außerordentlich günstig. Die subjektiven Bedir
guhgen _liegen dagegen noch im Argen. Das sollte fürUns Ansporn sein,
die ungeheuren Schwierigkeiten, die unserer eigenEm praktisch-pro- . ··
grammatischen Intervention Im Weg stehen·, so schnell "nd so effektiv
.; <,vie möglich zu überwinden. · .
.. .Zweifellos werden wir besondere Probleme bei dem Versuch gewi:lrtigen
· mlis5en, die Wechselbeziehung zwischen dem Aufbau autonomer pali-
,_ : __ tjscher Kdmitees in den Betriebe_n, Stadtteilen und-Ka_sernen und den

.' ,--; i,·.


18
·-:-· ·-·.

Organisationsansätzen zu realisieren. Schon die wenigen praktischen .


Erfahrungen,. aufdie wir uns gegenwCirtig stUtzen können, machen es.
notWendig, diese propagierte Wechselbeziehung so w~it wie maglieh
zukonkretisieren. WirmUssen uns imm~r vor Augen halten; daßunsere
Forderung nach der Autonomie der sich regional vereinheitlichenden
revolutj<;>_nären .Komitees in den Fabriken, Stadtteilen und Kasernen, ·
die sich herleitet audhrer Propagierung und Konstituierung ais Keim- .
formen der kunftigen Machtorgane des Proletariats, keinesfalls org~ni­
sationspluralistisch ist. Unsere Kader, die in diesen Komitees arbeiten
werdm ,• mUssenvielmehr alles daransetzen·, um die Komitees politisch
und bewußtseinsmäßig zu befähigen, sich gegen die von Anfang an zu
erwartenden Vereinnahmungskampagnen seitens der Zentristischen selbst-
·ernannten Partei- urid Avantgardeansätze zur Wehr zu setzen. FUr die
politischen Komitees darf es keinen Vorrang in der Organisationsfrage
geben dergestalt, daß sie, statt ihre revolutionären Energien aufdie .
tr~-" Umwälzung d~r konkreten herrschenden Verhöltnisse-~u konzentrieren,
s
sich monatelang mit der ~ogenannten Organisationsfrage beschäftigen,
weil dies immer auf eine Auseinandersetzung mi.t ihrer Selbstparalyse
hinauslaufen wurde,. Bis hin zur deutschen Sektion der IV. lnternatio-,
nale werden.alle magliehen Avantgarden bei den Komitees anklopfen·
und versuchen, die "Organisationsfrage"
. auf die Tagesordnung zu.
' ' '.
set-
zen. Sie werden fordern, einerseits in· die KPD. 'ML, AP, Kommu-
nistischen BUnde usw. einzutreten {politische Organisation), und ande-:
rerseits die gewerkschaftliche Organisation in Angriff zu nehmen (ako•
nomische Organisation). Gegen solche· Tendenzen gilt es von vornher-
ein scharf vorzugehen. ln allen.Komitees !fluß erreicht werden, daß
diese Konzeption der alten kautskyanisch-leninistischen Trennung von.
politischem und ökonomischem Kampf ,mit .der Mitarbeit .in den politi-:
sehen Komitees nicht. vereinbar ist. Die von den meisten westdeutschen
Organisationsansätzen derzei.t propagierte kautskyanisch•leninistische
Linie der Trennung·des politischen vom ökonomischen Kampf1st als
Quelle·. des sattsam bekannten Opportunismus in der europäischen Ar-
beiterbewegung aufzufassen, als Todfeind des Konstituierungsprozesses
der proletarischen Machtorgane und damit i.n der Perspektive auch _der
in den Massen verankerten proletarischen Avantgarde. ln dieser Hin-
sicht·werden wir weder nach innen noch nach außen jemals Konzessio-:
nen machen; Wohin eine Aufgabe dieses Prinzips fuhren wUrde, haben
wir im dri.tten Hauptabschnitt unserer Programmschulung ausfUhrlieh
nachgewiesen.· Eine auch nur schwankende Haltung in der Frage der Be-
ziehung. zwischen politischem und akonomischem Kampf wUrde zweifel-
los unsere·gesamte konzeptionelle Perspektive schwer erschUttern.
•- l , •.

Soziale Herkunft und Kaderfrage. Einigesuberden Arbeitsstil

Unser Organisationsansatz ist aus den Spaltungen des FrUhjahrs·l971 ge-


schwächt hervorgegangen • Er war in der Lage, nach großen Muhen die
korizeptionell-'strategische Vorbereitungs- und Vereinheitlichungsetappe
fur die jetzt ansfehiimden ersten Schritte der praktisch-programmatischen
Verankerung zu absol.vieren, und er hat sich auch quantitativ bis zu ei-
ner' gewissen Grenze 'erweitert; .
Die sozicde Zusammensetzung unseres Organisationsansatzes ist jedoch
weitgehend konsttmt geblieben: die uberwiegende Zah I der Genossen

19
. ·- -·--·-···----- -·- ....... : ..
. ··~·· .··

". . •."-
. ".··

, , _. geh~rt bis jetzt ded0ittelklasse, u11dbier wi~er im überwiegenden '.:.,. ::···:·


-., · Mclß -der sozia Jen. Schicht der Studenten Und Intellektuellen an.· . .I.

. . ln diesem Zusainme~hang brouchen wohl nicht ~.ie le Worte darüber ver- .. ,..•.
• .lor~n'zö ~~rden, daß es nötig ist, diese sdzlale Zusam~ensetzung mit .·
· a II ihren immer wieder .zu problemctisierenden KonsequEmzen zu über-
.··_ winden'. Wenn· es gelingt, die erste Etappe d~sVerankerungsprozesses
• richtig einzuleiten,· werden wir di".sen Zustana sehr bald als eine histo- -·. ~·;

-risch notwendig gewesene pur~hgangsstufe betrachten können. ._


'Abei'n 0 e_h ist dieser Zustun'd nicht eingetreten. Um ihn zu:_realisieren, ·
__ müssen wir all dia Probleme·qffen ins Auge fassen, die ciufgrund unse- ·_
- rer sozialen z-u:sammensetzung notwendig-- bei a II er korrekten Perspek-
tive und aller .Bereijschcft
. . -
zur .solidarischen
. .
Arbeit-
1 . .
eine Rolle
. . .
spielen..-·
.Nur wenn wir dies.~'ti:indig tun, werden 'wir· die Gefahren überwinden
. koonen/ die uns vondieser Seite drohen;: imd auch das Problein der ln-
·_ tegratio'n proletai-i~cher Genossen meister~.

Wir alle sini:l, wasunsei'lil soziale Lage betrifft, bei aller Distanz zu
dtm vorherrschenden Herrschaftsstrukturen-ln _weiten- Bereichenmit den-
·-Bewußtseins- undVerhdlterisstrukturen der Mittelklasse behaftet. Wir al.-
. '!e_ haben eine mehr oä~rweniger a.lsseprägte mittelstandische Soziali- _
. 5ation und eine atomisierende und individualisierende Erzi~hungs- und.
Quaiifikotic;msphase .durchgemacht._ Von daher sind wir mit einem star-
ken Drang 2:um Individualismus, zur autistischen Selbstbestat_igung, zum
Konkurrenzde~ken und,-zum Zwang, permanent das G_esicht zu wahren
und var berechtigter Kritikauf allerlei Schleichwegen auszuweichen,
_ behaftet., Werin diese Tendenzen, die bei uns allen mehr oder wenigE!r
' :starknoch_ vorhanden, sind, nicht in denAbteiJungen derOrgarilsation
: -,_ eirier-staiidigen solide~rischen Kritik unterzogen werden, drohen sie un-
senFArbeif· ziJ lahmen. Arbeitsstörungen, Intrigen, psychische Zusam-
·- menbrhche und schließlich Diffamierunsen und personalistische Fixie• .
. rungJn·sind.'diefolge. Sie schaffen schli.eßlich ein Kliina, in de!11 der
·-Kätilpfum die Realisierung der ersten Verankerungsetappe zur Qual
wird, und mehr und mehr Genossen paralysiert. Di<iise Gefahrmußvor
· Cl Hem jetz(offE>n ansesprachen werden, \'.Eii I unrer Veronkerungsprozeß
notwendig bei dem einen oder anderen :Genossen latente Ängste und
Störungen provoziert, die nur in solidarischer Kooperation und Offen- ·
heit beseitigt werden k&men. Das allein .schafftdie Vo~aussetzungen,
um den Obergang zur Praxis nicht als Ausflucht zu.begreifen, was oft_
dazu fUhrt~ daß si~h mancher mit der:Praxis nur noch. im Sinn der kurz.:.·
fristigen Erfolgserlebniss~ identifiziert# und folglich schneJI bereit sein· .
·'körinte, bei den zweifellos zu erwartenden Mißerfolgen und Rückschla-
gen die Flinte ins Korn zu werfen. · <

Hinzu l(ommt das Problem, 'daß es im einzelnen immer sch-.ver ist, die.
jet::Zt. anstehenden Probleme der Kadt!rarbeit mit den jeweiligen indi-
){iduellen Problemert und Berufsperspektiven -zu verbinden. Jedoch muß
. es vris gelingen, einen Zustond ZU erreichen, der den .Primat der Ver"'
'änkerungsforderunsen vor den_ individuellen Bedürfnislien richtig dl.lrch-
se_tzt, ohne dabei al.lf falsche formale Kriterien zurUc;kzugreifen. Unse-:
,·.
- re organisatorische Perspektive erford_ert von_den einzelnen. Gensssen _.

20 ·. ~
. ~-.
----------~

. -· :: ,>_ '· . :-;,-,


-~· .
: -~

.-. '

nicht; daß sie. zu" Berufsrevolutionären" werden. Vielmehr mUssEin wir · :


. ein Doppelte~ leisten:wirmUssen Qualifikationen erwerben, .\Im Jns
,, . selbst im gesellschaftlichen Reproduktionsprozeß zu verankern und von
· deiher objektiv Kontaktzu den Massen zu halten, und nicht zuletzt.
um den Kaderc!nsatz gerade dadurch auf ein hohes Niveau zu bringen,
das der Totalitllt der Herrschaft der Bourgeoisie aufallen Ebenen-
auch den h!Schsten -die Totalität der revol.utionären Perspektive ent-·
gegensetzt. · · ·· ·
.· Gleich:z;eitig ..;,uß diese Berufstätigkelt der GeMssen so organisiert wer-:·.
'den~ daß sie durch sie nicht vollends vereinnahmt werden, daß sie. min-
deshins mit gleicher lntensitllt ihre revolutionären Aufgaben_ erfUIIen .

. 2. Die zentr9len Praxisschwerpunkte im Klassenkampf


;?(''.
-·:;...:..._;

Die Definition der zentralen Praxisschwerpunkte lm Klassenkampf basiert


auf unserer Analyse der westdeutschen Klassengesellschaft und auf der ·
. daraus abgeleiteten Programmatik fUr die Machtergreifung des.-Proletari~
· ats und diEi dadur~h gesetzte Beseitigung der Klassen, Sie erfllhrt ihre
AkzE!ntuierung durch diE! oben skizzenhaft umrisserie aktuelle Situafion·
der WE!stdeutschE!n K lassenausE!inandE!rsetzungen ~·Grundsätzlich leitE!t · · · :"'
sich .die Entscheidung (Jber die. Struktur der revolutionäre;,. Praxis, in der . -·

gesellschaftliches Sein Und Bewußtsein zu einer revoluttonllreri Einheit


verschmelzen, die allein die herrschenden Verhllltnisse zerstlireri urid Uiri-'
. ':·- : wälzen wird, aus unseren strategischen Schlußfolgerungen aus der Klos:.:
senana iyse ab. :,_

· · Zentrum der Klassenauseinandersetzungen ist und bleibt der Produktions- .


prozeß des K'apitals. Aufgrund ihrer Stellung im-Reproduktionsprozeßder .. ·
Gesellschaft ist allein die Arbeiterklasse befähigt, die Diktatur des Ka.;
. pltals Uber den gesellschaftlichen Produktions- und Reproduktionsprozeß
zu beseitigen. Durch sie allein ist der historischen Funktion des Kapitals,
.·durch Reduktion der gesellschaftlichen Arbeit _auf ein Minimum und mit
dem Ziel der schrankenlosen Steigerung der Mehrwertmassen die Produktivi
kraft der Arbeit zu steigern, die Grenze gesetzt. Die zum Proletariat ver-
einheitlichte Arbeiterklasse lst die entscheidende Alternative gE!gen die .
· "propagandistischE!n TendE!nzen des Kapitals; sie allein wird, indem sie das ·.
kapitalististhe LohnsystE!m zerst!:irt und gleichzeitig die politischE!' M!lcht ·
ergreift I die Diktatur dE!s VE!rwE!rtungsprozesse~;· Uber den. Arbeitsprozeß
zerst!:ireri. Diese historische Aufgabe kann dem Proletariat von niE!mandein,
euch nidit.von einer Avantgarde UbE!r das ProlE!tariat, abgE!nommen wer ...
den. Die historischen ErfahrungEin bewE!isen, daß UberaJI dort; wo stellver·.·
tretend fUr das Proletariat die politischE! und ökonomische Macht erobert ., · ·
'wurde, letzten Endes das Kapitalverhältnis nur fHhig war, durchwi!Jtere
V~rgesel lschqftung ·seiner Bewegungsformen seine Akkumulaticinsperspekti ·
ve zu erweitern. Gerade dadurch wurde also.das Kapital instandgesetzt;
·seiner.
. ko..;,munistischen. Alternative neue:
·- . gigantisch.,{ Barrieren
. E!ntgegen-,
. : ...
. - ·: -·
zusetzen.

21
. '
Aus,de111J<ampf des Proletariats für die Befreiung d<;ls gesellsch(lftlichen
Arbeit~proz<;lsses au~ der Di.ktat!Jf des Kapitalsleitensich alle weiteren .
Kamf?fbe.~timlllY!lg~_nab. Trot:z ihres abgeleiteten Charakters ha~eri diese.,·
Bestimlllv.ngen a,ufgrunci. der il1l!fler1sen VE;rbreiterung der ökonomischen .··. ·
Basis c:l~sKqpitals)n den .letzten .5o Jahren u!lgeheure Bedeutuni\1 beko!ll-
men. D'er Kampf gegen d9s Kapit9l im u11mittelbaren Produktionsprozeß .
kann heute nur noch erfolgreich sein, wenn er skh mit dem Kampf für ·
die kommu~i~tische Umwälzung der Pfoduktlonsstätten für Arbeitskraft·
(Bi-ldungswesen), ihren· Reporature inri düungen ~Gesundheitswesen) und·
...... . ' . - , ... ~, . . . .. . .
der sozia le·ri Reproduktionssphäre überhaupt inhaltlich verbindet. Gleich-
zeitig sind diese speziellen Produktions:- und Reperatureinrichtungen der
Arbeitskraft der Arbeiterklasse in deren allgemeinen reproduktiven. Be_; ·
reich, in ihre allgemeinen sozialen Einrichtungen, in denen sie außerhalb
des Produktionsprozesses unter Kon.trolle gehalten werden, eingebettet,
genauso wie die breite Masse dllr Arbeiterklasse mittels der Wehrpflicht
periodisch zur Aufrechterhaltung der kapitalistischen Klassenherrschaft im
Sinn politisch-militärischer Herrschaft herangezogen wird. Ers.t im Zusam-
menhang zwischen Ausbeutung im Produktionsprozeß und Vorbereitung,.
bzw. :Sozialhatioril filr die Ausbeutung im Bereich-der allgemeinen Pro-
duktionsbeding~ngen und der Kaserne wird die ganze Breite vnd Totalität
der Kiessenherrschaft sichtbar; .und erst die inhaltliChe und begriffliche
Rekonstruktion dieses Totalzusammenhanges madü es mögli'cn, der Totall
tät der gegenwärtigen Klassenherrschaft die Totalität des proletarischeO'J
Klassenkampfes in der Totalität seines Ziels, der revolutionären Macht-
ergreifung und der sich dabei vollziehenden Zerschbgung von Kapital
und Staat, entgegenzustellen. Deshc:iib ist es notWendig, daß jede revolut-
ionäre Teilstrategie aus dieser revolutionären Totalität begründet wird.
Und deshalb müsseri die proletarischen Machtorgane bei c:iler Arbeitsteil-
ung immer dem revolutionären Gesamtzlei, der Machtergreifung, unter-
geordnet sein: die Fabrik-, ·Kommunal- und SoldatenKomih,es werden sich
in der Perspektive in übergeordneter.~, den Kampf gegen Kapital und Staat
insich vereinheitlichenden lokalen', regionalen wie in nationalen politi-
schen Le.itungskomitee zusammenfassen. Im Verlauf dieser revolutionären
Vereinheitlichung konstituiert sich aus ihnen schließlich die revol~tionäre.
Avani.garde, die den umfassenden Prozeß der Konstitui.,rung des his.tori-
schen Wi Iiens des Proletariats im Kampf gegen die ~entralisiert~ ~onter­
revolutian vereinigr •

. 2.l.Mehr Geld für weniger Arbeit: ersre SchrUe zur Zerstörung des k~pi-
ta li·stischen Lohnsysrems- Betriebskomiteez

lm Zentrum der praktisch- programmatis·~hen Intervention stehr.die ~triebs


<>rbei.t. Durch die ln.itiiEirung,von Kampfaktionen u;;d durch die sich daraus
ergebende Kons0 1·idierung oetrieblicher Arbeiteri<amitee.s soll die gegen-
wärtig vorherrschende und bi; h!n zu den Neozentristen aus aer mystifizier-
ten Arbeiterbewegung übernommene .Spaltung von politischem und ökono-
mischem Kampf überwunden werden . .Letzten Endes wird dies n.ur gelingen,
wenn.sich.das Hauptziel, die. Vereinheitlichung von pal.itischen undöko-
nomisch"n Kampfaktionen in den Kampfaktionen und den aus ihnen kanstitu
iertenrevolutionären Übergangsforderungen selbst niedergeschl~gen hat.
Wegen ihrer Einmaligkeit im Sammelsurium der Aktionsprogramme der neu-
en westdeutschen Linken wird eine politische Orientierung in diesem Sinn

22
anfänglich nicht einfach sein. Trotzdem wäre es falsch, aus RUcksicht auf
· die zu erwartenden Angriffe und Isolierungsversuche seitens dieser Organi
• sati ~~san~at::e opport~n isti sehe _Zwi sch~nschri ~te im Sinn _der. Verein~eiti ~~ •.
ung okonom1scher 'lnteressenakt1onen emzusch1eben, (we1l d1e Arbe1ter ·
""und nur Um sie geht es, nicht um ·den Nachweis der eigen'en II BUndnis'-
fähigkeit" gegenober deri a'ridenin Organisatio-nen- langfristig immer nur
bereit sind; sich für ihre eißjenen Interessen zu ori;Janisieren.) Die gegen-·
wärlig w~·ii verbreitete Apathie der westdeutschen Arbeiter hat ihren
Grurid auch darin, daß die Apelle zur Mitbestimmung, für gewerkschaft-
liche. Oppositionstätigkeit usw. die proletarischen Interessen letzten :Endes
nicht tangieren. Das gilt auch. für die gewerkschaftliche Tarifpolitik, die
·sieh nur an Forderungen· zur Steigerung des Preises der Arbeitskraft und
niemals an der für uns zentralen Kategorie relativer Lohn orientieren kann.
Wenn es· zutrifft, daß die Herrschaft des Kapitals über die Arbeit nicht~
. anderes ist als die Tendenz, dem gesetzmäßigen Fall der Profitrate durch
die unaufhörliche Senkung des· relativen Lohns der Arbeiterklasse entgegeri
zuarbeiten; wenn Marx recht hatte, als er schrieb, daß der relative Lohn,
d.h. der Arbeitslohn in seinem Verhältnis zur Profitrote betrachtet, mit-
tels seiner drei Bestimmungsgrößen Exte.nsi tät, Produktivkraft der Arbeit
und Ausbeutungsintensität, das Geheimnis der Herrschaft des Kapitals
über die Arbeit schlechthin darstelle: dann ist klar, daß der reine "ökono-
mische Lohnkampf'', die tarifpolitische Aktion zur Steigerung des Preises
der Arbeitskraft, nur als eines von vielen Mitteln zur gleichzeitigen Ar-
beitskraftentwertung und da:nifder Verewigung des kapitalistischen Akku-
mulationsprozesses angesehen werdem kann. Demgegenüber ist der Kampf
• gegen dEm Fall des relativen Lohns als Kampf gegen zunehmende Verlän-
gerurig des Arbeitstags, gegen Steigerung des relativen Mehrwerts durch
Zunahme der Arbeitsproduktivität und verschärfte Ausbeutungshetze
Kampf für den politischen Lohn. Er ist die einzig korrekte Ausgangsbasis,
von· de'r' aus die Arbeiterklasse ihre Offensive gegen die Fortsetzung der
Kapitalakkumulation im hochentwickelten, überakkumulierten Kapitalis-
mus beginnen kann. Mit Tarifbewegungen,mit Aktionen ausschließlich
für die Erhöhung des Preises der Arbeitskraft, hat das alles nichts zu tun.
Die gewerkschaftliche Tarifpolitik ist spätestens seit dem zweiten Welt-
krieg, indem sie zynisch die Preissteigerung der Ware Arbeitskroft propa-
giert,. um umso. konsequenter eine fortschreitende Arbeitskraftentwertung
z~zulassen oder gar selbst zu betreiben, der wichtigste Stachel für die
Fortsetzung der Akkumulation des Kapitals durch Überausbeutung der Ar-
beiterklasse. Der Kampf gegen den Fall des relativen Lohns ist dagegen
Kampf fUr höheren Preis der Arbeitskraft ohne gleichzeitige Entwertung
durch Intensitäts- und Produktivitätssteigerung, also Kampf für höheren
Reallohr•. bei weniger Arbeit, und für gleichen Lohn bei jeglicher Arbeit
(mehr Geld für weniger Arbeit!). Er ist der erste Schritt zur Zerstörung
des Lohnsystems, ist politischer und ökonomischer Kampf .in einem, getra- ·
genvon den 1'evolutionären Betriebskomitees. Nur mittels dieser Betriebs-
-komitees ist die Warenform der Arbeitskraft selbst zentral anzugreifen,
und dieser Angriff schafft selbst die ersten Voraussetzungen, die geeignet
sind, die Akkumulationsperspektive des Kapitals durch die Klassenaktion
seibst ei~zuschränken. Deshalb kommt es vorallem darauf an,
- praktisch gegen die zunehmende Intensivierung des Ausbeutungsprozes-
ses anzukämpfen. Seit der Wirtschaftskrise von 1966/67 hat das west- ·
deutsche Kapital in großem Ausmaß neue, meist auf Teamarbeit orientier

23
"
i·-··
:' . ...
~

I,,

.. t~ Prami~n~~n1iifsyst~me zur,Steigeru,ng der Arbeitshetz~ ~ingefuhr.t-. Die


· Arbeitsqual ullcj_~ie physischeVerstUmmelung,·die damit einhergeht,
·ist heute dcis zen'trale Kampfproblem der westd~ufschen Arbeiterklass~. .";,._.

Dies· gilt es primar IJflzugreifen, in'seiner Mechanik zu analysi~ren und


praktisch zu bekampfen .(Aktionen g~gen die· Beschleunigung von Band-
geschwindigkeiten" gegen die Kontrollsystem~ fUr "Arbeitsbewertung" .
·und die •i:Zi!itnehmer', Kampf gegen die mitder Steigerung derAvsbeut- ·
ung .verbundene Aufsplltterung der Lohnkategorien,· d.h. filr Einheits-'
löhne mit steigender Tendenz bei gleichzeiti.ger · Veringerung des Aus-
beutungsgr.ads'der Arbeit und der. Afbeitszeit): Hi~r wareein :erster An"-
satzpunkt geschaffen, um in weiteren Eskalationsstufen bei entspre~hend .
gescharftem Bewußtsein zu weiterreichenden Aktionen gegen das Lohn-
. system Uberhaupt vorzugehen. Jede in diese Richtung gehende ·Initia-
tive hat Uberrqgende Bedeutung, wei I sie den Versuch des .BRD:..Kapitals,
durch rationalisi ~rungsbedi ngte St~ igerung der ·Mehrwertmassen ·und '~--

-rate!) eine neue Akkumulationsoffensive einzuleiten, zum.Scheitern


.bringerr wird •.G~rade dadurch wUrde aber der sog~nannte ·Lohnkampf
politisiert, w~il er, indem er.das kapitalistische Lohnsystem in ersten
· Ansatzen untergrabt; die Lohnfrage nicht· mehr in der Akkumulations-
perspektive des Kapitals begrenzt, und gleichzeitig oll~ Formencf~r
Steigerung de.r Produktivkraft der Arbeit verhind~rt, da diese ja nicht
d'[!m Ziel der weiteren Entfaltung des g~sellschaftlichenProduktionspro­
;zesses'(cfer Gebrauchswertseite des Produktionsprozesses)/ sondern nur
· , .. d11r E~hilhung der Mehrwertraten und - massen geschuldet s.ind •

.. den Kamp(gegen die Aufspl itterung des produktiven Gesamtarl~eiters ·


d~rchdie fungierenden Kapitalisten aufzunehmen. Dazu gehört vor allem
··der Kampf ge_gen die Ausnutzung der mu ltina.tiona len :Z:usammensetzung
der Arbeiterklasse in den westdeutschen Betrieben durch die. Unterneh-
mensleitungen. Die Betriebskomiteesam Ort werden sich grundsatzlieh
bei multinationaler Zusammensetzung des Gesamtarbeiters multinatio ..
nal organisieren. Wie erste praktische Erfahrungen aus anderen dntizen-
tristls~hen Grupppen zeigen, bestehen dagegen keinesfalls unUb~rwind- ·
liehe Hindernisse,im Gegenteil gelang es sogar in einzelnen Fallen,
unter Ausnutzung des höheren Bewußtseinsstands der auslandi~~.h;n Ge- ..
. nassen die westdeutschen Arbeiter zu. mob.i Iisieren. ·Anderers~its darf
sich das Prinzip der multinationalen Assoziatiori nicht.auf die Betriebs-
... komite~s beschranken. Die aus Iandischen Arbeit~r sind m~ist~ns kciser-
. niert und ·w~rd~n in ihr.~r sozial~n R~proc:iuktionssphar~ besonders.scham-
lo~ a~sg~beut~t. D~r Kampf dageg~n ware beispi~lsweis~ in Zusamm~n­
arbejt zwisch~n Betriebs- und Kommunalkomit~es aufzimehm~n, u.U.
ki;Snnte hi~r .auch ~in AnsaJzpunkt g~funden w~rd~n, um BetriebsgrupPeil
aufzubau~n. -Von ahnlieh groß~r Bedeutung ist auch der Kampf gegen
•.. die .sozial~ und ökonomische Diskrimini~rung der Frauen- und der Lehr-.
lingsarbeif. ·ln allen diesen Fallen kommt es daräuf an, die verwertungs-
ori~I'Jtiert~ Spezialisi~rung und Arbeitsteilung zu bekCimpfen und ~in
!liriheitlich~s Lohnniveau durchzus~tzen, um so schrittweis~ di~ ~t~ri~l-:­
·len Grundlag~n für die Z~rsplitterung der Arb~it~rklasse im Betri~b ·
aufzuh~be.....

. ~fur di~Vereinh~itlichung d~r Arb~its- und R~produktiansb~dingung~n ·


d~rllilt~rschi~dlich qualifizi~rten T~ilfunktionen d~s produktiv~n G~-

24, . -~.
--;-.-..-------~~-~-~---~----c-"""-;·-;--.-,.-,---. .
;;·~··:;· ..."..""-·-"'":~·-,.._-_ ··-··-.--·---··o--·-~-~,, ___ .,.-~,"'..,,.,..". ;:-_:-::;':""":"~'- --~~~~r~·:"':'

• :;~ .• ·: · : 0.' .. ••

,._ .

. -· .·.
......
. - ·'····
~.samiarbeiters zv-kiimpfen mit d~I~ Ziel, in der Pe~spektiv~{~i~,\Teilung -_ •
von manueller •:Und geistiger Arbeit Uberhaupt aufzoheben>'Dr~tßetriebs- .. ' ·
-komitees mußten ih dieser Hinsicht vorallem gle_ichef! Lohnt fU"-'jeglichf.l
Arbeit propagieren, was_ in den. ersten Kampfetappen z; B; di.Jri::h Um":'
verteilung derhÖneren lohneink~;..men Uber das Komitee gescheljeh ·
körinte, Diese ForderungE!n sind Y{eniger utopisch, als dies zunächst
klingt. ln vielen westeuropäischen 9roßbetrieben mit massenhafter
Ingenieurarbeit hoben die mittel:- und hochqualifizierten Arbeiter teil-: ·
weise avf!ntgordistlscbe FuCJktionen in den lletriebskämpfen Uberno111men:
·Sabotage der ar.alytisdi€ln Arbeitsplatzbewertung, Fälschung von Zett:. _. ·
nehmerergebniss'Ein, lnstrumentalisierung der Arbeitspsychologie fUr die ·
Agitation d"r Komitees, Zusammenwohnen von Arbeitf)rn unterschi-ed-
licher Qucdiflkatlon- inWohnkollektjven usw .: das si~d Momente/ die
es ansatzweise möglich machen, die HerausbUdung einer nelien Ar-
··.,.--., .
beiteraristokrc!lie der Techniker und Ingenieure z~ verhindern~ -
f\ '
·~
.':.. -den Kampf gegen die_zentralisationshecHngten Effekte der kapitalisti _
sehen Rationalisierung zu fuhren. D"io :<• ~mtratjon aerProduktion .
und die_Zentralisation.des entsprechen-•:," kombinierten kapit~-lsist··•
eineder ~ichtigsfen.VIoffen, die die fu :,_/arenden Kapifa'listen ein-
setzen, uin den Fall der l'rofih'oten zu kompensierendder Uberzuko!"pen-
sieren. Da eine vergesellschaftete Produktionswi!ise sich ni'chhidd·t··
·der- Bewegung der Profitraten richtet, sondern nach den· Erforde\'n>i'ssen.
- der Reproduktion.:der kommunistischen Gesellschaft; und da qr\dei'~rseits '
in Westdeutschland nicht nur ausreichend Kapital akkuinu1ierf'i'~t,' Dm - ·
einen voll entfalteten gesellschaftlichen Reproduktionsprozeß ouf . __
hohem Niveau zu garantieren, sondern soga'r KapifaiUberakkumulation · ·
herrscht, ist es nur konsequent, wenn die Betriebskomitees gege'n'KOpi'- ·
Iaizentraiisation und entsprechende Vergrößerurig der ind.lstriellen
Reservearmee intervenieren. Diese lnterven.tion darf jedoch 'nicht im'·
Sinn reformistischerTeilforderungen·an6etzen Jnd z.B. die Nationali-
sierung qder Ol,lfstoatliche Subventionsmaßnahmen gestUtzte Aufrecht:,;
erhaltungder Produktion in absterbenden Industriezweigen propagieren.·.
Vielmehr mUssen die Betriebskomitees ihre ganze Initiative aufcf;e .-
- Organisation der Ous den jewei Iigen Betrieben und Branchen entlassenen
Arbeiter richten: Kampf fur den politischen lohn,· Kampf für gleiche
Reproduktionsbedingungen bei nichtentlassenenc und entlassenen Ar- ·_
bei tern, Anschluß der' entlassenen Arbeiter als -~xterne Kampfgruppen
an. die Kampfgruppen der in den Be.trieben weiteragi~ren.den.
'Mi. litanhm,_ ·'•. ,,
usw.

Andererseits ist klar; daß sich di~ Kcimpfaktio~en·derBetriebskomitee~


0 uch bei Entfaltung·ihrer wesentlichen Stoßri!:htungeri nicht linear im
Sin_n sti:lndig gesteigerter Forderungen bis hin zur revolutioriären"Ver-
i:lnderun!:!" fortentwickeln lassen, etwa mittels derParole"Arbeiter-
·kontroll~ der PrÖduktion". Ihre Paten z b~steht vielmehr d~rin; daß 'sie
··~durch ihre pe~anenten Aktionen iin Produktionsprozeß des Kapitals
die soziale Basis fUr den rev,olutionärenSprung schaffen, der immer · · __
nur als _qualitafiver Sprung begriffen werden kanni einmal; indem, sie ... ,
sich über ,Delegierte in den politischen Komitees konstituieren; 'wel,che
. ; Betriebskomitees, Kommuno lkomitees und_ Soldatenkomitee~ kon,Zeptio-
·:,_,
rleli_wie praktisc~-- z~~Vorbere,ihmg'cl~s Endkampfes mit de~ he~rsC:fen-:-.

","-'.·
.25

den Klasse aufallen Ebenen ZUSammenfassen; .zweitens, weil sie Uber


....•. die f,oHtis~hen K~itees di!i! rev~luti.onäre Avantgar!ie bi ld~n, die
, die PJCII_ektik __~ischitn,dern tQQesk(lmpfauf alleil .Ebe11en un!i .~em
revolutionären ?:iei, der proiet(lrischen Machtergreifung. im revolutio-
. närenKI9ssenkrieg, vermittelt. Wenn sich auch _das revolutioräre Ziel
. des Proletariats in allen seinen jet~t und. in den nächsten Monaten und
, Jahren schon mäglichenKampfaktionen auf allen Ebenen des gesell-
schaftlichen Lebens entfaltet, so ~ntfalh:it es sich doch nicht in ~inem
P~o~eß der linearen Annäherungsschritte etwa im Sin,; der trotzki-
. stischentrheoriE;der 11 Doppelherrschaft'1 , die nahtlos in die prOJetari-
sche Diktatur ubergeht, sondern in der Dialektik von proletarischen
Machtorganen und entstehenderA~antgarde, .die sich im Sinn der Per-
manenzerklärung d~r Revolution auf eine Kette revolutionärer, letzten
Endes in ihre. i,;temationa le ·Perspektive eingebetteter revolutionärer
SprUnge vO..bereiten. · · · ·

2 •.2. Zerstörungder allgemeinen Akkumulationsbedingungen des Kapitals


- pc)"litische Regionalkomitees des Proletariats · .

Wenn es uns ernst ist mit dem Ziel, den. Kapitalisml.ls dur~h die Zerstö-
rung. der Warenform der Arbeitskraft in e.iner seiner aktueUeri Totalität
adäquaten Weise aufZ:uheben, ist es notwendig, diesen Z~rsti:irurygspro-.
zeß.Uber die betriebliche Ebene hinaus auszuweiten. Derin die Diktatur
des Kapitals, d~ Herrschaftsverhältnis der toten Arbeit Uber die leben-
. dige, hat längst auf!:Jehört, auf denunmittelbaren Produktion.spro~eßbe­
schränkt zu bleiben. Die Analyse der gegenwärtigen allgemeinen Be..:
dingungen der Kapitalakkumulation zeigt uns, warum und wie e'smöglich
ist, aus derzentralen Kompfperspektive des' Proletariats im,unmittel-
baten. Produktionsprozeß die. Totalitöt seines historischen Wili~ns zur
. Beherrschung nicht nur der unmittelbaren Prociuktion I sondern des ge-
somtgesellschaftlic:hen Reproduktionsprozesses abzuleiten.· . · ·
Der jeweilige historische Entwicklungsstand der allgemeinen Bedingungen
der Kapitalverwertung bestimmt immer auch die besonderen Bedingungen
der Verwandlung von lebendiger Arbeit in KapitqL Das Kapital ist ·.
darauf angewiesen, dÖß das Bildungswesen die nachgefragten Arbeits-
kröfte in einem der durchschnittlichen technischen Zusammensetzurig
des Kapitals entsprechenden Ausmaß produziert und qualifi;z:iert: Ge-
nauso wird vom Kapital Einfluß auf die gesellschaftlichen Bedingungen
genommen, unter denen die Arbeiterklasse ihre Arbeitskraft reproduziert.
Auch benötigt das Kapital eine Institution -das Gesundheitsy.esen ->
durch die die Arbeitskraft im Fall der Beschödigung oder des Ver- .
~chleißes in der materiellen Produktion repariert wird. Die Produktia",;s-,
Reproduktions~ und Repdrciturfonds fur Arbeitskraft stellen-nichts onderes
·dar, als allgemeine-gesellschaftlicheVoraussetzungenfür ihre unmittel-
bare Äusbeufung im-kapitalistischen Produktionsprozeß. Diese .Tatsache
ist durch entsprechende TeilstratEigien zu berücksichtigen und.:in.die:
aktuelle Totalitä_t des Klassenkampfs einzubeziehen. . . . , .. -
DarOberhinaus vermag sich der sp.ezielle Akkumulationsprozess des Kapitals
nur solange fortzusetzen, wie er in der Lage. ist, .im Rahmen entWickel-
ter allgemeiner~bjekti~er _P~oduktionsbedingungen die erforderlichen

26
·' '.· ~'.

·--;.

·.. besonderen obiektiven Produktionsbedingungen. zu entwickeln - sei.es,


daß sie .wie die allgemeine Wissenschaft dazu beitragen, die Steigervng,.
des relativen Mehrwerts. zu ermöglichen, se·i es, daß sie als Grund·ünd .
Boden die.lokalen und als Transportwe~en die zirkulationstechnischen • · :
·.·~.
Voraussetzungen für den Reproduktionsprozeß de6 Kapitalien schaffen.
Auch ihr Entwicklungsstand hängt grundsätzlich vom Stand de~ dnmittel-
bOren kapitalistischen Produktionsprozesses ab. Je weiter dieVergegen-
stäncllichung der lebendigen Arbeit zu Kapital selbst fortgeschritten ist,·· · .
desto stärker auch die Tendenz, daß sich diese allgemeinen Verhältnisse
der gesamtgesellschaftlichen Reproduktionaus de~ Unmittelbaren ·Pfo- .••.
duktionsprozeß des Kapitals selbst entfalten.· Aber noch werden dieall.::
gemeinen Bedingungen der Kapitalreproduktion im wesentlichen b!'-
stritten "aus einem Teil der Revenue.des Land_e~- der Regierungskasse,
ünd die Arbeiter"; die sich im Bereich der allgemeinen Produktionsbe-
dingungen als Staatsarbeiter gegen diese Revenue tausche.n,"ersche·inen ..
nicht als produktive Arbeiter, obgleich sie die Produkt.ivität·des Kapitals
yenyehren" {tv\arx). ·· .· · ' . ·. .·· . . .. ·... · · . ·
Es gehört zur historischen Mis.sicm des Proletariats, in der Zerstörung de,s .
,.•·. ·unmittelbaren kapitalistischen Produktionsprozesses••.;,ie der allgemeinen ..·
Bedingungen der Kapitalakkumulation die ge;ellschaftlichenBedingung!'n. -·
für den revolutionären Übergang zum .Kommunismus zu schaffen. Jeder
noch so korrekte Ansatz zur Aufhebung der Trennung von poHtischem und ·
ökonomischem Kampf in Gestalt des unmittelbaren Angriffs gegen das
kapitalistische Lohnsystem wUrde fragmentarisch bleiben l.mdhinter die
umfassende Totalität cjes Kapitals zurückfallen,. wenn es nicht ge·lingt, '··-.

die d~durch gesetzte Zersplitterung der sozialen Exi.stenz des Prol.etari- .. -"
ats in allen· Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.aufzuheben. ·
Seit seiner Entstellung in der industriellen Revolution ist·das Proletariat
mehr und mehr' in ein.mehrwertscbaffendes und ein.sich fÜr die Mehr-,..
. wertpraduktiori reproduzierendllOS Doppeldasein aufgesplittert worden •. . .
;)e_m Pappeldasein hat sogar die Gestalt strikter lokaler Trennung ange-
nommen: es wird nur noch inbestimmten Tageszeiten durch gigantisch
aufgeblähte Transportsystem!l vorübergehe~d aufgehaben. Infolgedessen. -
ist das Proletariat heute, ·auf einige industrielle Ballungszentren konzen-
triert, zu· einem v~m Kapitalverhiiltnis .total beherrschtenObiekt der un ...
mittEdbaren Ausbevtung seiner Arbeitskraft, zum versachlichten Irens-
portgut und zum wohlüberwacbten und patzeliierten Gegenstand.der
Reproduktion ·seiner Arbeitskraft geworden. Die Dreiteilung des prole- ·
torisehen LebenscjrUckt sich nicht zuletzt in einschneidenden Strukh.ir.;
veränderungen innerhalb der regionalen Zentren des AkkuinulatiorisprG.,-
zessesaus: Diese Zentrenwerden immer mehr zu ... Streifenstädten''; in de-:
nen nach Pr~fitkriterien und nach Krit~rien der städtischen Sanderform
'/ der Grundrente - der Baubodenrente, Ausbeutung von Arbeitskraft vnd
Reproduktion der Arbeitskraft an der Peripherie riesiger parallel ver-
laufender Transpartbänder.vom Hauptausschuß des K<lpitals,· welche~ .·
die Be:dehurig vÖf! Kapitalprofit und Baubadenrente regelt und gegen die
lohnabhi:ingigen tv\assen durchsetzt,. einander zugeordnet werden. . .
.·Im Gegensatz zum unmittelbaren Pr0duktioosprozeß des.Kapitalqtehen.
dem Proletariat, wenn man seine sozial.e Gesamtexistenz betrachtet, ..
z;e·i Klassen·gegenUber: Kapital und Grundeigentum,·die mittel.s des.
von ihnen dominierten- Staats ihr Kia$~eninteresse gegenüber dem Prole-
tariat .durchsetzen und die Bedingu~ge!l der. permanenten Unterdrückun51 .. ;•.,

27
'
seiner historischen Funktion durch die Aufsplitteruns in Objekt unmittelbar•
barer Mehrwertobpressung, versachlichtes Transportgut und lückenlos
überwachter sozialer Reproduktion diktieren. Die auch heute noch un-
.erschütterte Existenz des städtis.chen Grundeigentums, die angesichtsdes ·
allgemeinen AkkumUlationsgrads des westdeutschen Kapitals zunächst
überrascht, hat ihre Ursache in den spezifischen Bedingungen des Klas-
senkampfs in Westdeutsch land. Das städtische Grundeigentum vermochte
sich gegenüber dem Kapital, dem es genauso wie der Arbeit einen Teil
· desEinkommens in Gestalt der Miete entzieht,.nur zu behaupten, weil
es mittels der Annexion der sozialen Reproduktion des Proletariats durch
Grund und Boden zum Garant der permanente!! Zersplitterung d~r kollek-
tiven Bedürfnisse der Arbeiter geworden ist. Es wurde so zu einer wesent-
lichen.Stutze der Verallgemeinerung der kapitalistischen Klassenherr- ·
schaft, Indem es sich in dieser Funktion mit dem Kapital arrangierte,
wurde es gleichzeitig darauf beschränlit-,die Annexion der proletarischen
Reproduktionssphäre durch den monopolistisch engeeigneten Boden mit
der Verfügbarmachuns billiger industrieller Erschließungsgebiete zu
koppeln und bei des: die Permanenz der sogenannten Wohnungsnot und
der Stadtsanierung sowie die Konzentration und Ausweitung der Akkumu-
lationssphäre mit einem brutal entwickelten Transportsystem zu verbinden.
Das Beieinander der Klassen sowie der Wohnquartiere und Arbeitsplätze
ist in den rheinischen Streifenstädten und ihren Seitenflügeln ebenso
wie im Rhein-Main, Rhein~Neckar und Neckar-Fils-Zentrum aufgehoben.
ln ähnlicher Weise werden die alten industriellen Städte Hamburg, Han-
nover und München zu R~inen gesellschaftlicher Kommunikation ver.:
steinert, das soziale Leben wird in der Dreifaltigkeit von Mehrwerlab-
pressung bzw. Administration der Mehrwertabpressung, Transportordnung
und atomisierter, an die Peripherie gedrängter sozialer Reproduktions-
sphäre erstickt. Massenhafte kollektive Manifestationen wirken·wie ein
historischer Anachronismus in. einer die Klassengegensätze buchstäblich
erstickenden Ruinen!andschaft, an die weniger sie selbst als der zu ihrer
gewaltsamen Auflösung regelmäßig ansetzende Gegenaufmarsch der Poli-
zeiabteilungen der etablierten Klassenherrschaft erinnert.Die soziale
Existenz des Proletariats läßt sich nur noch als bewußtloses Anhängsel der
allgemeinen Akkumulations- und Verwertungsbedingungen eines schier
allmächtig gewordenen Kapitals begreifen. ,
Im Gegensatz zu den streifenstädtischen Zentren ·der industrie111m Kapital
akkumulationherrscht in den landwirtschaftlich dominierten Regionen der
Bundesrepublik die Tendenz vor, 15o Jahre nach der ind~striellen Revo-
lution endgültig auch in der Landwirtschaft den Antagonismus zwischen
Kapital und Arbeit in seiner reinsten Form herauszubilden. Der neuerliche
Umwälzungsprozeß der Kapitalverwertung, der seit Mitte der fünfziger
Jahre zur neuerlichen Steigerung der organischen Zusammensetzung des
Gesamtkapitals führte, hat erstmals vor der landwirtschaftlichen Produkt-
ion nicht mehr Halt gemacht. Mit der industriellen Umwälzung der Land-
wirtschaft ist die Kaste der Grundeigentümer, die sich bislang die Diffe-
ferenz zwischen. landwirtschaftlichem Zweigprofit und der Gesamtdurch-
schnittsprofitrate des übrigen industriellen Kapitals als absolute Grund-
rente aneignete, weitgehend verschwunden. Vielmehr beginntnach 2o
Jahren der staatlichen Subventionierung des "bäuerlichen Mittelstands"
die Schicht der Großbauern und C!Jroßgrundbesitzer im Bündnis mit dem
industriellen Großkapital und abgesichert durch die supranationale Schutz

28
-.·.,-.

zollpolitik der. EWG Uber die Moassen det kleinbäuerlichen P!!chter- und
Parzellen wirtschaften zu triumphieren. Im Bündnis mit d;'il Großbauern ,
ist das Grundeigentum dazu Ubergegangen, die organische Zusammensetz-·
ung des l~ndwirtschaftlichen Kapitals massiv zu steigern, die Landwirt-
schaft unter Verflechtung mit der Nahrungsmittel- und Landmaschinen in-
. dustrie zu industria Iisieren. Das. westdeutsche Iandwirtschaft Ii ehe Grund-
. eigenturn beginnt, sich unter entsprechender subventionistischer Assistenz
durch den staatlichen Hauptausschuß des Kapitals, zusammen mit der
Schicht der Großbauern als Teil der Kapitalistenklasse zu etablieren. Die
M.asse der bauerliehen Parzellenwirtschaften wird dagegen schrittweise
enteignet und unwiderruflich in landwirtschaftliches sowie industrielles
Proletarierdaseilt~ hinabgestoßen bzw. in ein Reservepotential fUr unpro- ·
dukti>;e Dienste oder porasitilr- staatliche Unt~rdruckungsfunk'tionm um'-.
g~wandelt. ··

Die Aufgaben der politischen Territorialkomitees.des Proletariats

Angesichts der aktuellen Struktur der Akkumulationsbedingungen des


westdeutschen Kapitals haben wir zwischeri den vom landwirtschaftlichen
Kapitalismus mehr und mehr in Regie genommenen. Regionen und den in-
dustriedlen.Akkumulationszentren des Kapitals zu unterscheiden, in wel-,
chen ProduktionssphCire des Kapitals und Reproduktionsbereich der atomi-
sierten Arbeiterklasse nur noch durch gigantische Transport~ysteme zu-
sammengehalten werden. Die politischen Territoricilkomitees, die es in ..
der BRD als M.achtorgane des Proletariats zu konstituieren und schließlich ·
nationa I zusammenzufassen gilt-, werden entsprechend unterschiedliche__
klassenkCimpferische Stoßrichtungen haben. Ihre Hauptaufgabe besteht
darin, den historischen Wi IIen des Proletariats im Kampf fUr die Wiederher-
stellung seiner kollektiv- emanzipatorischen BedUrfnisse, die gegenwCirtig .
durch die vollstCindige Trennung von Produktions- und R11produktionssphCire .
auseinanderfallen, zu rekonstruieren. Sie kann nur zum·'praktischen Ziel
werden, wenn sie von den unterschiedlichsten Teilbereichen des gesell-
schaftlichenLebens her in Angriff genommen wird. ·

. Was die besonderen Fonds fUr die Herstellung (Bildungswesen) bzw. Repe-.
ratur ·(Gesundheitswesen) von Arbeitskraft betrifft, liegt ihre Bedeutung
darin, daß sie fUr die Kampfperspektive der stCidtischen wie der ICindli'-
chen politischen Territorialkomitees gleichermaßen große Bedeutung ha-
. ben. Sie sind erste Ansatzpunkte fUr den Versuch, die proletarischen
Kampfaktionen fUr die Zerstörung des kapitalistischen Lahnsystems Uber
den unmittelbaren Produktionsprozeß hinaus zu verbrei-tern, denn im Ka~
pitalismus sind sie nichts anderes als vom gemeinsc:haftlichen HauptOt,!$- _
schuß des Kapitals beherrschte VorausSetzung fUr die unmittelbare Ausbeut
,. ·ung,9er gesellschaftlichen Gesamtarbeitskraft im unmittelbaren Produkt-
ions'prozeß.

Bildungswesen

.. Wenn wir uns entschieden haben, auch im Bildungswesen ·für eine kommu-
- nistische Alternative zu kCimpfen,dann deshalb, weil sie entscheidend _

29
I ... ·
·-.-.).-·· ..
zur Aufhebung der Trennung von Stadt und Land und-überhaupt im Über-
gang zuni Kommunismus zur Beseitigung der Trennung von manueller und
geistiger Arbeit beitragen wird. ·

Was die aktuelle Ausgangsbasis betrifft 1 ist festzuste IIen, daß der west-
deutsche Monopalkapitalismus seit Anfang 1971 nicht mehr bereit ist,
über den Staatshaushalt die in den Jahren 1968/69 gemachten Reform-
und Integrationskonzessionen in der bisherigen. Höhe weiter zu finanzieren
Es kommt seither zu einer allgemeinen Kontraktion im gesamten Bildungs-
wesen, die aufgrund der veränderten Anforderungen des inzwischen über-
akkumulierten bundesrepublikanischen Gesamtkapitals an den Staatshaus-
halt erzwungen worden ist. Der Haupta.usschuß des BRD- Kapitals ver-
sucht,. immer größere Anteile des Staatshaushalts zur Finanzierung des
Kapitalexports und sonstiger Konkurrenzkosten auf dem Weltmarkt freizu..,
setzen, und greift dabei tendenziell auf die Ausgaben für die allgemeinen
Produktionsbedingungen zurück.
Zweitens betreibt der Hauptausschuß des BRD-Kapitals eine innere Schwer-
punktverlagerung im in toto kontrahierten Bildungswesen. Hier wäre zusam
menfassend festzustellen, daß nur noch die Teile des Bildungswesen
schwerpunktmäßig entwickelt werden sollen, die für den aktuellen und
kurzfristigen Kampf des Kapitals gegen seine neue Zusammenbruchsten-
tendenz wichtig sind:
- Forcierung der monopolistischen Reorganisation der Berufsausbildung,
um die Disponibilität der Arbeitskräfte durch ein relativ angehobenes
durchschnittliches Qualifikationsniveau zu ermöglichen. Dieses Problem
muß im Rahmen der Betriebsarbeit angegangen werden, wei I die Berufs-
bildungs- und Lehrlingsarbeit mit der Arbeit der proletarischen Basiskomi-
tees verbunden werden muß. .
-Reorganisation des Hauptschulwesens zur Vorbereitung auf diese verän-
derte. Disponibilität. Vor allem Ersatz des "volkstümlichen Wissens" durch
eine neue technologisch orientierte Leistungsideologie, Veränderung
·des Entpolitisierungsprozesses durch Aufsplitteruns der Grund- und Haupt-
schule in arbeitsteilige Spezialfächer, Lockerung der bisherigen vertika-
len Hierarchie des Selektionssystems und Ersetzung durch ein neues Se lekt-
ionssystem, das die nachgefragte Disponibilitat herrschaftskonform ver-
mittelt.
-Reorganisation des Fachhochschulbereichs. Sie hat zur Grundlage, daß
das Kapital mehr und mehr gezwungen ist, auch die mitte.l- und hochqua-
lifizierten FunktionEn des produktiven Gesamtarbeiters in die neue Rat-
ionalisierungsoffensive einzuverleiben. Durch die Ausweitung des moder-
nen Pramien- und Arbeitsbewertungssystems sollen die Techniker und In-
genieure eine neue. Leistungsorientierung e~twickeln, die es möglich
macht, die einzelnen Phasen des Produktionsprozesses (Entwicklung, Kon
struktion, Produktionsphase, Prozeßkontrolle) besser miteinander zu verket
ten und dadurch die Mehrwertmassen und -raten pro Zeiteinheit zu erhö-
hen. Deshalb muß die Ingenieurschule entsprechend von ihrem bisherigen
Status der disziplinierenden Paukschule in den Status der anders diszipli-
nierenden interdisziplinaren Leistungsschule umgemodelt .werden. .
-Kontraktion des Hochschulbereichs. Das westdeutsche. MOnopalk~ital
hat offensichtlich seinen effektiven Bedarf an höchstqualifizierten Kräf-
ten in Produktion und Forschung überschätzt; und da es die allgemeinen
Produktionsbedingungen selbst zu kontrahieren gedenkt, sinkt auch hier

30
.· '·-.;· . . .-_"_._ ····;·-·c·
~ ._- . -

-·; :·:-· --·


. _\ .
'--~-
·.-:.-- ..,·. ·.-- .--

. die Nachft,;Jge; r\ac"h hbchq1.1a Iifizi erten Bestandteilen der hier töfigen ,
.. Mittelklasse. Hinzu kc>mm~ri politische Grlil'ide: trat~ aU~ii Oppartunis"
·-'
mus ist die Basis ,der Massenaktionen der le.tzten Jahre ('tlie. sieh hier. kon.:
. . .· zentrierte, noch nicht ausgerottet;. und dieherrschendeKlasse scheint
;_ ents~h lassem, in den ncic~sten Monaten verstärkt gegen sie v,o~zu_gehen •.
:_.

M ·~
- .. ,.·.-
W~lche Konsequenzep"etgeben sich daraus für eine entsprechende T~il..:
·strcitegie? Erstensdie der Prior'itä.ten: entsprechend den Forderungen und·
··.· ~ Übergangslosungen de(io Programmbtischen Erklärung'' werden wj't UllS vor.·.
allem i'n.deh Ber~ichlen besonders engagieren mÜssen, die, analog dem 2
Verwertungsinteresse. des Kapitals, dem Preduktionsproz~ß uridcf9mit def
Arbeiterklasse am niithsten stehen: Hauptschulbereich, Berufssch.vle -· · ,· ·,
Fai::hsc;:hule - lngenieurcikaqefnien;' Oberschule und Universität si~d in der,
·' ·-
ReiheiÜolge die _Prioritä.ten, Zweitens ergeben sii::h aus ihrem Status -auch . · •·
d.ie organisatorischen Konsequenzen, Die Praxis im Hauptschulberei~h- . ,,, .
wird sich in die Tätigkeit d'!r territodalenKomit~es des Proletcjriats irite"-
grieren mussen: Entwicklung alternativerDidaktiken im Schulunterricht .
mit dem Ziel, die Entfaltung eines materialistischen Klassenbev/ußtseoins
ZU ermöglichen; sozialistische Schularbeitskreise mit.Schuler'n, .Lehrern:
und Eltern in den Stadtteilen und ländlichen Regionen. Die Arbeitim '
Bereich der ll'igenieurakademten und der Hochschulen ist entsprechend aus··
der Teilkonzepti~n· für die Umwälzung des Bildungswesens ab:z:uleiteri.

·.-.·:: Die ganze Tätigkeit steh.t unter folgenden Aktionszielen: .


l. Bezahfte Ausbildung für alle ohne Rücksicht auf ihre soziale Herkunft,
. . weil sie durch das Bi ldt,mgswesen nur darauf vorbereite't werden, ihre
Arbeitskraft an die Kapitalisten zu. verkaufen. Dies ist ein vireiteres
Element der Verbreiterung des Kampfs für_den politischen Lohn, weJI
dadurch der gesamtgese llschaft.li ehe Fonds für· Bi ldl,ingskosteri ansatzwe i-
se der Akkumulationsperspektive des Kapitals entzogen wird, .
2 .• Entwicklung alternativer, materialistisches Klcissenbewußt·sein ermög- .·
· "· lichender Didaktiken in den Schulen urid Schularbeitskreisen; welche
E>benso wie.die Komitees desFachhochsch0J.:. und Uriiversittltsbereidhs .•.
an die ref)ionalen politischen Komiteesdes Proleiariats C!ngeschlossen,
werden.... .. . , .._
3. Im .R0 hme.n der Aktionsprogramme der politischen K:omite~s Zerschlag;- · •· •
· o.mg des differenziertEm Selektionssystems im westdeutschen Schulwe- ·
sen und Aufbau eirierflli.,CTesfen~zviölfjährigim a llg~meinen und der Ent.:.
wiekJung materialistischen Klosssenbewußtseins iubsumierten Schulbll- . '''
·. dung. für.alle, die eng mit produktiver Tätigkeit verbunden ist. · . . '
4·. Im Verlauf ihrer Stabilisierung im Klassenka~pf werden d.ie r~gionalen,
. Komitees des Proletariats entscheiden, wie die Absolventen ·des Bildungs.: ·
weset)~ ip·deri unmittelbaren Produktionsprozeß der Gesellschaft bzw:. ·In.·
gesellschaftlich nützlicher Arbeit im Bereich det allgerileinen.Produk ..;
.. tionsbedungungen einbezogen werden..Und welche zUstltzliche QUolifr-"
kationen sie dabei erwerben (vorübergehende Delegation zum Ho~h --
schu lst~di um usw:). .
. .

Gesundheitswesen
Auch das G~sundheitswesen 'i.st unter' den' gegen~örtig herrschi;\nden Verhöll
nissen Te.il.der'allgemeinen Bedingungen desAkkumulaHonsproiesses des

. ..,__. __ .
3( .
··--·.

. .

Ka.e!_!~ls, ohne .selbst u11mittelbarer Bestandteil dieses Akkumulationsprazes""


ses zu sein. Gleichwohl ist seine innere Struktur- bei allen notwendigen
Modifikationen- grundsatzlieh bestimmt von den Verwertungsinteressen des
Monopolkapitals. Es hat erstens im Interesse des Kapitals die Ware Arbeits-
kraft im Fall ihrer Beschödigung zu reparieren oder mit dem Ziel der Kon-
tinuitöt des Ausbeutungsprozesses ausbeutungsföhig zu erhalten. DarUber-
hincius ist zweitens ein Teil des Gesundheitswesens, die Arbeitsmedizin,
im unmittelbaren Produktionsprozeß an der Aneignung unbezahlter Arbeits-
.· zeitdurch die Kapitalisten beteiligt, Indem unmittelbar die Voraussetzun-
gen fUr die möglichst reibungslose Steigerung der '•Ausbeutungsraten ge -
schaffen und erhalten werden. Jedoch stellt dies unter den gegenwörtigen
Bedingungen eine Ausnahmeerscheinung dar. Die allgemeine Funktion des
Gesundheitswesens, ausdem Ausbeutungsprozeß herausgefallene Arbeits-
kraft möglichst kostEn sparend zu reparieren, Uberwiegt.
Folglich stehtdie zu realisierende Teilstrategie von Anfang an jenseits des
Gezönks zwischen progressiven Reformern und der oligarchischen Kamaril-
.A
-._ ~·;;!'
··•·
la der medizinpolitischen Konservativen, die seit neuestem in ,heftiger
Fehde miteinander liegen. Als Teil der allgemeinen Akkumulationsbedin-
gungen des Kapitals ist das Gesundheitswesen allgemein in den Trieb des
Kapitals, sich selbst zu verwerten, eingebannt, ·Es gehört zur
öußeren Hulle, in der sich der Antagonismus zwischen Kapitolakkumula-
tion und Arbeiterausbeutung vollzieht. Wenn es zutrifft, daß der relative
Lohn mittels seiner drei Bestimmungsgrößen Extensitöt, Produktivkraft der.
Arbeit. und Ausbeutungsintensitat das Geheimnis der Herrschaft des Kapi-
tals uber die Arbeit schlechthin darstellt: dann ist auch klar, daß ein
GesundheÜswesen, das dieses Herrschaftsverhöltnis als allgerreine Repara-
tureinrichtung der Arbeitskraft stUtzt, mit dem Kapital selbst zerstört wer-
den m_uß; bevor an seine Rekonstruktion im Dienst der Entwicklung der
komm~nistischen Gesellschaft gegangen werden kann. FUr den Aufbau der
komm.unistischen Alternative ist die Beseitigung des kapitalistischen Ge-
suridh~itswesens Vorbedingung. Mit dieser Einsicht haben wir auch hier die
Brucke zu den Reformismen aller Schattierungen abgebrochen. Es ist klar,
daß die-konkrete Aktionsperspektive nur im Rahmen der allgemeinen Auf-
gaben der politischen Regionalkomitees angegangen werden kann, da ~ie
wie im Bereich Bildimgswesen dazu beiträgt, den Kampf gegen den Fall
des relativen Lohns gesamtgesellschaftlich unter strikter Wahrung der lden-
titöt von ökonomischen und politischen Aktionen auszuweiten. Deshalb
_ sind die ersten Aktionsziele folgendermaßen zu entwickeln:
1. Soweit es möglich ist; ist der Kampf der Arbeiter gegen den Fall des
relativen Lohns unmittelbar zu unterstUizen: durch Sabotage der Arbeits:
medizin, durch Untersuchungen und Enthullungen Uber und Aktionen
gegen die produktionsbedingten Ursachen der Betriebsunfalle und-
der sogenannten Berufskrankheiten. Hier sind uns italienische Genossen
Vorbild, die durch ihre medizinische Untersuchungstötigkeit in Großbe- .
trieben die Bedingungen fUr die Beseitigung kran,kmachender Produk- - ..
tionsabläufe, fUr die Verringerung der Arbeitshetze mitgeschaffen
. haben.
2. DarUberhinaus werden sich die Komitees fur allgemeines Gesundheits-
wesen im Rahmen der politischen Regionalkomitees organisieren und
so die den Betriebskomitees zugeordneten arbeitsmed~zinischen Gruppen

32
; .. ";;-

.. ~: ·-.

···-
ergänzen. -Ihr Tätigkeitsfeld werden .unter Kontrolle der. Regiori~lkbiJ1i,; · .·
teesstehende Ambulatorien Und die Krankehonstalten sein.· Im Kranken~
hausesind sow~h I die im Gesundheitswesen Beschäftigte~ wie ·auch die·· ·.
.-.: -·-
. ··-
. Arbeiter, die sich dorfzur Reparatur ihrer lädierten Arbeitskraft b-efin~
den, zusammeng<'!faßf. Von daher ergeben sich für die revolutionÖren ..
Klinikgruppen zwei Ha~ptadressaten: erstens 'die reparatJ~bedürftigim
Ari:>eiter, zweitens das Klinikpersona I,. und dabei vor aHem die unt~ren ·.
Kategorien der Klinikhierarchie. Folglich sind zwei Ansatzpunkte d~r.
Tätigkeit geg'eben, die gemeinsam vermittelt wertden müssen: ersten~ ·.
praktische Unterstützung urid politische Agitation der' Arbeiter, zwei-: .
--~,.
tens Organisation und politische Aufklärung des Krankenhauspersona I~-.
3. Mit der Entfaltung des Klassenkampfs sind diese ersten Aktionsziele
praktisch_ mit demrevolutionären Teilziel zu verbinden, den ges(Jmteh,
von der Diktatur des Kapitals befreiten Fonds für Gesundheitswesen
unter die Heri-schaft der 'territorialen Komitees des Pro-letariats zu brin-
gen. (Einri cht.~ng moderner und. se lbstversfändlich kosten loser Ambula-
.-_, '- .
torien, Enthierarch:isierung und Reorganisation der Krankenanstalten).- .

Politische Territorialkomitees des Proletariats

- '-.
Die k~mmunistischert Alt~rnativen im Bereich des Gesundheits- und d~s
Bildungswesens sindgeeignet, die praktische Stoßrichtung der pcili'tischen
Territorialkomitees des Proletariats immens zu verbreitern. Durch sie wer- .
-l ' den . in ersten Schritten die_ unmittelbaren Aktiahen der Arbeiter zu· ,Kampf·.
aktionen .für den politi~che.n Lohn .ausgeweitet. Aber die gesamtgese!l- .
schaftliehe Verallgemeinerung des revolutionär vereinheitlichten politi.,-
sc~en und ökc:moniischen Kampfs kann. ihre zentrale Basis erstin den terri-
torialen Komitees der·zu Streifenstädten transformierten industriellen· Bol-,
lungszentren und der ländlich.:agrarischen Gebiete finden,
Besonders klare Aufg~ben sind den Regionalkomitees der industriellen
>·y.- . Ballungszentren gesetzt. ihre Konstitvierung, die n·ic;:hts anderes a..Js :die
~- Herausbildung der ersten Vorforme,n. der -proletarischen MqchtorganE> ist, ·
' <~~J
hängt davon·ab, inwieweit es gelingt', den Kampf .der unmittelbaren.
Mehrwertproduzenten { ihdustrieile Arbeiterklasse) wie der Lohn-
c:;bhän,gigen in der Verteilungs-unq Realisierungssphäre des.Mehrwerts.
(kommerzielles ·Proletari~t) für den politischen Lohn _o.ufdie territoriale ,
Ebene zu heben und zu verallgemeinern. D~r paiitische Lohn dls direkt.er
Ausdruck der proletarischen Emanzipation von der Herrschaft der kapitdl-
akkumulation wird erst dann zur z~ntralen Triebfeder des Klassenkooppfs, .
wenn das Proletariat fähig wird,' die Gegenaktionen der herrschenden Klos-·
sen in der Zirkulations- und Reproduktionssphäre der Massen gegen· seine ·
erstenTeilsiege im unmitte Ibaren Produktionsprozeß zu .unterbi.nden_, Folg-
lich mlissen die Kampfmaßnahmen für mehr Geld bei,weniger Arbeit von .
Anfang an mit Aktionen. . ., ·· , . . .
'1. gegen.die Entwertung der Arbeitskraft in der Zirkulationssphäre '(irifla"' ·_
tionierung) - re.volutiohäre Expropriationen auf der Ebene des Handels'- :
kapitalsund Yetteilung der Lebensmittel durch die Regiooolkomitees an
die Massen · · · · ··
2. ·gegen MietsteigerUng und für Nl!llmiete "'Mietstreiks, unmittelbare
. Aneignl!ng vonWahnraum derßourgeoi·sie, vor allem der Verw(]ltungs- · ·
·' ze11tren des Kaftitals mit dem Ziel der Rekollektivienmg des geseu.:
-;--:-----:-.-

schaftliehen. Lebens (Volkshäuser, Kommunikationszentren usw .)


3. gegen Fahrpreiserhcshun9r und fur Nulltarif
·verbunden werden. Denn erst dann wird jene umfassende und. territoria I
verallgemeinerte Einheit von politischer und ökonomischer Klassenaktion
erreicht werden, die der Totalität der gegenwärtigen Kapitalherrschaft den
historischen Emanzipationswillen des Proletariats auf allen gesellschaftli-
chen Ebenen entgegensetzt. Unter diesen Voraussetzungen wird es auch
· möglich, ein st~bi les, direkt gegen das Kapital gerichtetes Bundnis mit
den der; sozialen Reproduktion der Gesellschaft nützlichen Schichten der
Mittelklasse (Personal des Bildungswesens und des Gesundheitswesens,
Architekten, Beschäftigte in den Massenmedien) zu schließen und den
Kampf gegen die vom Kapital beherrschten Einrichtungen der ldeologiepro- ·
duktion und der Massenmanipulation unmittelbar aufzunehmen; Die \politi-
schen Territorialkomitees des Proletariats sind Garanten dafür, daß sich die
revolutionären Kräfte in der Universalität ihres Angriffs nicht in Einpunkt- ·
bewegungen zerplittern- nicht zuletzt deshalb, weil sie dorauLh:inarbei-
ten werden, in unmittelbarer Wechselbeziehung mit der revolutionären
Avantgarde die sieh entfaltende Masseninitiative in den Kampf um die
proletarische Macht zu fuhren.
Folglich sind durch- die solcherart verbreiterte Stoßrichtung des Kampfs
gegen den Fall qes relativen Lohns nur erste Ausgangsbedingungen gesetzt.
:Die weiterreichen!Oien Ziele sind durch das Bedürfnis der proletarischen ..
Massen gegeben, die Zersplitterung ihrer sozialen Existenz in Mehrwert-
produktion, Transportgut und parzellierte Nichtarbeitszeit ("Freizeit") über
hauptaufzuheben. Denn erst dann gewinnt ihr Versuch, an die Stelle der
Maximierung der unbezahlten Arbeitszeit durch das Kapital !Oiie Nichtar-
beitszeit als Ausgangspunkt für die allseitig bewußte Planung des gesell-
schaftlichen Lebensprozesses zu setzen, seine entscheidende geschichtliche
Größe. Wie das !Jberakkumulierte Kapital durch den in der Zerschlagung .
des Lohnsystems sich abzeichnenden KO!Jlpf fUr die Vergrößerung der Masse
!'~er gesamtgesellschaftlichen Nichtarbeitszeit, der Abschaffung der kapi-
talistischen Arbeit, beseftigt wird, so sind auch die kapitalisierten allge -
meinen Akkumulationsbedingungen vom Kapitalverhältnis freizumachen.
Es geht darum, die im Bündnis von Grundrente und Profit versachlichte
Dreiteilung des gesellschaftlichen Lebens der Proletariermassen grundsätz-
lich aufzuheben. AlsVorstufen der Machtorgane des Proletariats sind die
territorialen Komitees Garanten !OiafUr, daß im Prozeß der Kollektivierung
der proletarischen Kampfaktionen die Proletarier die Produktions- und
Reproduktionssphäre in der Aufhebung von Parzeliierung und darüber ge ,..
bauter illusionärer Gemeinschaftlichkeit in der Form der ins Gigantische
gewachsenen Transportsysteme wieder zusammenführen. Je länger das
Kapital akkumuliert 7 .!Oiesto intensiver beginnt es, sich selbst an die Stelle
!'~es allgemeinen gesellschaftlichen Lebens zu setzen und !Oiie leben!Oiige
Arbeit auch räumlich an der Peripherie der aufgehäuften toten Arbeit
anzusie!Oieln. Es ist Sache !'~er politischen Regionalkomitees der Arbeiter-
klasse, diesen wahrhaft allgemein gewordenen BeiOgerungszustan!OI !'~er
Gesellschaft durch das Kapital zum Schauplatz gewaltigJer Zerstörungsak-
tionen.zu machen. Denn nur in !'~er Zuspitzuns des proletarischen Klassen·
kampfs zum Kampf um !Oiie Macht hört die Ökonomie, die derzeit Ökono-
mie !'~es Kapitais ist, auf, Maximierung von gestohlener Arbeitszeit zu
sein. Die umfassende alternative. Planung des emanzipierten allgemeinen

34
j <.-.

:.._:· ..;·

Lebensprozes~es der Gesellschaft kann demnach erst einsetzen, wenn durc;h


die vollsti:lndige Zerstörung der allgemeinen wie der speziell(l11 Produk- -..
tionsbedingungen des Kapitals die Voraussetzungen für die Herrschaft der ·.
Nicht-Arbeitszeit Uber die weiterhin geselischaftlich notwendige Arbeit. _ ·
geschaffen sind- wenn es also übe~haupt :gelungen ist, diekapitalistisch
verwertete Arbeit -abzuschaffen. · · ·
• Es kann kei~ Zweifel dciran· bestehen, daß die Entscheidimg Uber Erfolg
oder Mißerfolg einerneuen revolutionären Offensive des Proletariats auf-·
grundder westdeutschen Klassenherrschaft in den Händen derterritorialen
Machtargarie der industriellen :Balltmgszentre~ liegen wird. Glei·chwohl
wäre es ein schwerer Feh Ier, wUrden wir versäumen, von Anfang an die ...
zu erwartende Stoßrichtung der Klassenaktionen in den vorwiegend länd'"'
-1 ichen-Gebieten in unser Aktionsprogramm e_inzubezie~en. Die Aufgaben
der ländlichen Territorialkomitees sind WElsentlieh durch die beschleunigte-
Klassenspaltung der Bauern bestimmt, und es könnte tödliche-Folgen für
die proletarische· Sache haben, wenn versi:lumt wird, dem sich allmählich
. herausbildendeil landwirtschaftlichen Proletariat einen gehuhrEmden Platz
in dim bevorsfehendenKiassenkä'mpfen zuzuweisen. Noch schlimri'ter wäre
es allerdings, gegen die derzeit beschleunigt~ Zerschlagung derbäuerli-' '
eben Parzellen- und Familienwirtschaften in proudhonistischerManier
deren Erhaltung und Verfestigung in allerlei Formen des kleinkapitalisti-
schen Eigentums zu _pr~pagierenVielmehr sind die der Proletarisierung aus-.-
gesetzten kleinbäuerl1Clieii'Schichten auf spezifische Weise in den prole-· ·
torisehen Klassenkampf-zu integrieren. Es gilt, ihnen zunächst-einmal .
bewußt zu ma<;hen, daß sie durch den "Deut~chen Bauemverband" selbst \ ..
zu einem manipulierten Anhängsel der großkapitalistischen Reorga~isatiori ··
der Landwirtschaft geworden sind, da dieser alles daranset:z:t, um den ob-' .
jektiven Widerspruch zwischen großkapitalistischer Verbandspolitik und · ·
bäuerlichen Masseninteressen zu kanalisieren. Des weiteren-muß der
Kampf gegen oll jene Maßnahmen aufgenommen werden, die die spezifi-
sche kapitalistische Transformation der. Landwirtschaft auf kosten der , :. -,
Kleinbauern anstreben (Schulden- und Steuerstreik, selbsttäti.ge Aufhe- ·
bung des Parzelleneigentums durch Avfbau von Produktionsgenossenschaf., .• · ·
ten, über die die Umwi:llzung der landwirtschaftlichen Produktion von den..
Bauernm~ssen in Selbstbestimmung vorangetrieben wird). Letztenendes .
geht es aber darum, eine antikapitalistische Aktionseinheit zwischen den
\
Industriearbeitern der NcihrungsmittelindustHe, der-lndustriezweige, die -
landwirtschaftliche Produ_ktionsmittel erzeugen undden mehr und mehr rea:
enteig~eten und in lohnabhi:lngige- Produzenten umgewandeltEin:Kiein- und
halbproletarischen Bauern auf dem Dorf herzustellen. Das alles kann am
ehes.tell dann gelingen, wenn die ländlichen Regionalkomitees bei ihrem
Kampfgegen die manipulierte ländliche Rückständigkeit in allen Sphären
des sozialen Lebens auf kommunistische Lehrer und ein kommunistisches
Gesundheitspersonal zurückgreifen kÖn-nen. Die Macht der politischen
Reaktion, die sich allemal auf die ländliche 'Rückständigkeit und die
provinzielle BOrniertheit der kleinen und mittleren.Städte stUtzt, muß ____ ···
nicht zuletzt deshalb gebrochen werden, um die Einkreisung des in dim
industrie.llen Ballur:~gs:z:entren und den _Streifenstädten kämpfen!:leri Prole-
tariats unmöglich z~'machen. · . · · .

35
. ·;.-.
2. 3. Staat: Entwicklung des Klassenkampfs und konterrevolutionC:ire Taktik
der herrschenden Klasse · · .
Jedes Aktionsprogrammfür die Mobilisierung des Proletariats und seiner
pü_ndnispartner wC:ire illusorisch, wenn es nicht von Anfang an die konter-
revolutionC:ire Potenz der herrschenden Klasse in Gestalt ihrer arbeitstei-
lig;;" Unterdrückungstaktiken einbe~iehen wUrde. Analog zur" ProgrammaJ
tischen Erkl<:irung" ist zu betonen, daß die kommunistische Alternative zu
· den bestehenden VerhC:iltnissen nur denkbar ist~. wenn sie einhergeht mit
Maßnahmen, die in der Entfaltung der Klassenaktionen die Spaltung und
schließlich Zerschlagung des Unterdrückungsapparats der Klassenhe~rschaft
möglich machen. ·
Die revolutionC:ire Linke muß sich immer wieder klarmachen, daß die herr-
$Chende Klasse nie versC:iumen wird, ihre durch ihre Siege in den Klassen-
k<:impfen der deutschen Geschichte sehr elastisch gewordene konterrevolu-:
tionC:ire Potenz in den verschiedenen Etappen der Rekonstruktion des Klas-
"...,.,_
senkampfs mit unterschiedlichen Kampfmethoden einzusetzen. Die konter- ·, jf
revolutionC:ire Intervention ist unausweichlich, ob die revolutionC:ire Linke
.bereit ist, sie zu berücksichtigen, oder nicht. Die herrschende Klasse
·wird. niemals tatenlos zusehen, wie im Prozeß der massenhaften Umsetzung
einer ihrEm heutigen Herrschaftsverh<:iltnissen adC:iquaten revolutionC:iren
. Klassenpolitik ihre alltC:iglichen Unterdrückungs- und Spaltungsmomente:
der individuelle Terror der Klassenjustiz, der alte und neue politische wie
ökonomische Reformismus und die Verschleierungstechniken des Überbaus
schrittweise. funktionsunfC:ihig werden. Sie greift deshalb früh ein, und sie
hat sich, wie gerade die jüngsten Ereignisse zeigen, eindeutig auf die
Mechanik der möglichst prC:iventiven Konterrevolution orientiert. Genas-
sen, die - seien ihre strategischen Voraussetzungen korrekt oder nicht-
begonnen haben, eine revolutionäre Infrastruktur aufzubauen, sind zu
Freiwild geworden, sie stehen auf Abschußlisten von Spezialkommandos
der politischen Polizei; das zeigt nur, daß die herrschende Klasse schon
jetzt dabei ist, alle Momente der illusionC:ir- staatlichen Gemeinschaft-
lichkeit. abzustreifen und das Kriegsrecht zu verhC:ingeri. Die herrschende
Klasse ist entschlossen, alles, was ihrer Vorbereitung auf den verschC:irften 0
Klassente.rror gegen ihre Abdankungsperspektive bewaffnet entgegentritt,
physisch zu vernichten. Hierin ist sie sich absolut einig; über allgemeine-
re Probleme in taktischen Fragen der Existenzverlängerung des Kapitals
kann es natürlich auch in der nC:ichsten Zeit taktische Differenzen geben.
Die revolutionC:ire Linke wC:ire schlecht beraten, würde sie sich durch clie
letzten Ereignisse unmittelbar in eine für sie aussichtslose, weil von.den
Massen isolierte bewaffnete Auseinandersetzung mit dem bis an die ZC:ihne
bewaffneten Klassenfeind provozieren lassen. Zweifellos ist es für sie
IC:ingst an der Zeit, sich. guf ein innerhalb der Unterdrückungsinstitutionen
der herrschenden Klasse sieh deut Ii eh abzeichnendes Programvorzubereiten •
das die seit den Massenaktionen der spöten sechziger Jahre über~ II brO'"'··
~ Klassenkonflikte in einem umfassenden Aufrollmanöver tEiiTofi_::,.
- ;tischfrsticken soll. Aber alle geschichtlichen Erfahrungen zeigE;n;daß
gerade dann, wenn die Analyse der aktuellen Klassenherrschaft als Ana-
lyse der totalen Unterwerfung des Proletariats in drei arbeitsteilige
Sph<:iren der Unterdrückung und Ausbeutung einen langwierigen revolutio-
nären Abnutzungskrieg mit vorherrschenden Momenten der Guer.i lla in den

36
... . ~:..:·
•.

:~. . _,..'
~~--··' ,"'·
~-.

··~··
' ..
. industriellen Ballungszentrenwahrsch.ei~lich werden läßt~
vor d$m Beginn' . '
des bewaffneten Kampfs.:z;umindest Fraktionen des Proletariats fähig gewor-
den sein müssen, die Notwendigkeit der Verbindung ihrer kollektiven
EIT)anzipationsbedürfnisse mit spezifischen bewaffneten Kampfformen anzu- ·
·erkennen und diese Kampfformen zu unterstützen. Folglich Sibt es nichts, ·
was geeignet wäre, den ersten Schritt, die politische Agitation, die ·
praktisch-programmatische Verankerung der revolutionären Kerne- der
Linken in ersten Fraktionen des Proletariats zu ersetzen. Es,wäre t&lliJ::h,
die ungeheuren Probleme der massenwirksamen Umsetzung de'r klassen-· .
kämpferischen Perspektive durch eihen fragwürdigen Vorrang ·des Militä-
rischen vor der revolutionären Klassenpolitik zu kompensieren. Damit
bleibt unbestritten, daß die revolutionäre Klassenpolitik sich nur gewalt'"'
sam gegen die herrschenden Verhältnisse durchsetzen kann -es kommt von
Anfang an darauf an, in allen Aktionen eine intensive Verbindung zwi-
schen den kollektiven Emanzipationsbedürfnissen des Proletariats und der ,
. zu ihrer Realisierung erforderlichen Gewalt durchzusetzen. Es istfolglich
klar, daß weder die in den Unterdrückungsinstitutionen materialisierte
illusionäre Gemeinschaftlichkeit des kapitalistischen Staats isoliert ange-:
griffen werden kann, noch daß es and~rerseits möglich ist, die sozialeli·
Emanzipationsziele des Proletariats ohne die propagandistische Zerstörung<,-'
der sie unterdrückenden Strukturen des kapitalistischen Superfetischs ZU.. . >·
erreiche·;" Im Gegenteil macht es nur die Vermittlung konkreter proletari-
scher Klasseninteressen mit der diesen lnteressen,·untergeordneten Gewalt
möglich, der Taktik der prä-ventiven Konterrevolution in einer so gefährli-
chen historischen Situation wie der gegenwärtigen. eine Grenze zu set-ZE>n •.
Scheitert aber die präventiv-'konterrevolutionäre Mechanik, so wird die
herrschende Klasse nie·.zögern, ihren gesamten Machtapparat gegen ihre
Abdankungsperspektive einzusetzen,--Gerdde diese Einsicht macht.noch
einmal klar, daß es. keine lineare Entwicklung vom Alltagskampf der prole•
torisehen Machtorgane hin :<;u ihrem Ziel, der Machtergreifung, geben
wird. Vor ihre endgültige Niederlage hat der Hauptausschluß des Kapitals+··
die· vollste Entwicklungsform des l<laslenkampfs, den Klassenkrieg, gesetzt"
der erst im Fall des proletarischen Siegs als erster qualitativer Sprung die
Etappe der Permanenzerklärung der Revolution in a IIen ihren internatio-
nalen Zusammenhängen eröffnen wird. Deshalb erfordert die Perspektive
des Klassenkampfs den Auf~u einermilitärischen Macht in den Hände~
der proletarischen Machtorgane, auf die gestützt sie sich die Entwicklung
ihrer revolutionären Ziele sichern; ·und einer darauf basierten militärischen
Macht der Avantgarde, die offensiv gegen die zentralisierte Macht deJ ·
herrschenden Klasse vorgehen wird. Jeder Versuch, .die Problematik der.
revolutionären Gewalt und der bewaffneten Propaganda auf die E11dphase
der Klassenauseinandersetzungen. zu vertagen, wo dann großzügig und
· plötzlich die Bewaffnung des Proletariats gefordert werden soll, würde nur
die besten Voraussetzungen dafür schaffen, daß es noch nicht einmal zu
einer solchen Zuspitzung kommen wird - und wäre dies .dennoch .der Fall,
um so sch Iimmer . _;_,
Der beste Ansatz, an diese Aufgaben realistisch heranzugehen, be.steht .
darin, schon jetzt den Klassenkampf in dieArmee zu tragen. Denn auch
in der Bundesrepublik hat die herrschende Klasse bis jetzt nicht d~rauf
verzichtet, die breite Basis ihrer Armee mit wehrpflichtigen Arbeitern
auszufüllen, und ·si~ liefert damit den besten Ansatzpunkt, um erstE> Kam-

37
;pagnen gegen den Polizei- und Militörapparat zu realisieren. Es ist klar,
daß revolutionare Genossen deshalb von vorherein mit revolutionaren Arg11-
menten gegen die verschiedenen ~thoden des Wehrpflichtigeneatzu9$ .
· Ste II ung beziehen mUssen.
Damit a.llein ist es aber noch nicht getan, denn es ist einleuchtend, daß
Uber die Wehrpflichtigenkontingente nur ein Teil des UnterdrUckungsappa-
rats der herrschenden Klasse zu erreichen ist. Wie in Frankreich und
Italien hat die westdeutsche herrschende Klasse im Verlauf und Ergebnis
der Massenaktionen der letzten Jahre eine A(beitsteilung in der konterre-
volutionören Planung eingefUhrt, die sehr spezifische ZUge tragt •. Sie hat
damit erstens der Tatsache Rechnung getrogen, daß oufgrund der antimi li-
taristischen Arbeit der revolutionaren Linken in den letzten Jahren die
Masse. der Wehrpflichtigen nicht mehr direkt zur Niederschlagung von
antikapitalistischen Massenaktionen herangezogen werden kann. Da die
Desertions-.und Verweigerungszahlen ebenso wie die Vorkommnisse des
offenen Ungehorsams kontinuierlich weiter steigen, wird es in der Perspek-
tive nur möglich sein, die Masse der Armee im Fall zugespitzter K Iassen- 0
auseinandersetzungen zu reinen statischen Sicherungsaufgaben fur militö-
rische. Einrichtungen und Infrastruktur heranzuziehen. Gleichzeitig wird
zwischen Armee und bisherigem Polizeiapparat eine neue Spezialeinheit
fUr die k~mmenden Klassenauseinandersetzungen aufgebaut, die sich aus
Eliteeinheiten der Bundeswehr, dem Bundesgrenzschutz und der effektiv
zentralisierten politischen Polizei zusammensetzt. Sie stellen in der Per-
spektive die mobilen Stoßtruppeinheiten der Konterrevolution da~, 'die
vor dem Hintergrund der statischen und von den Massen isolierten Truppen-
verbande operieren werden.
Zunachst kommt es aber erst einmal darauf an, die Erfahrungen der anti-
militaristischen Aktionen der letzten Jahre aufzuarbeiten. Dabei wl:ire
klarzustellen, daß jeder l<;asemensyndikalistische Ansatz Uberwunden
werden muß, der sich nur nach den kurzfristigen Interessen der Soldaten
richtet. Der Kampf gegen die Isolierung und Diskriminierung der Soldaten·
muß von der Einsicht getragen werden, daß fUr die Wehrpflichtigen das
Kasemendasein nur eine vorObergehende Etappe ist, die im Zusammenhang
mit ihrer. arbeitsteiligen Funktion beim Kampf des herrschenden Systems urr
seine Selbsterhaltung begriffen werden muß. Der Kampf gegen die Kaser-
nenfarmen der Disziplinierung muß mit der revolutionören Propaganda Uber
die Notwendigkeit der Zersetzung der Armee und dem Kampf gegen ihre ·
konterrevolutionl:iren Aufgaben im lnnern wie in der Außenpolitik (NATO)
verbunden werden. .

38
·o-." '

- :; ,·-·
._ '<: .. ·
;
.-
..
-~. ,;:..

·ANHANG
:·.. _.__:.
-'

· Erläuterungen zu einigen Begriff~n, die im Aktionsprogramm h_äufiger ge'-'


. braucht werden . .

. Allgemeine Produktionsbedingu(lgen:
. . .

=allgemeine AKkumulationsbedingungen. .. . . . . _ .
't>ie Voraussetzungen des unmittelbaren Produktionsprozesses1 die, .je in'ehr ,
dieser auf Austausch beruht, desto größere Bedeutung ge..Vinnen (Trans-
port- und Kommunikationsmittel, sog. Strukturpolitik usw;).Sie y.-erde,n
zunächst über Abzüge des gesellschaftlichen Einkommens hergestellt;""ent"-'
stehe!) aber mit der Entwi ckiiJng des Kapitalismus mehr und mehr aus kc;~:..
r.·
.\.__--:
· pital als Kapital~ DerStcnid der l(apitalisierung der allgemeinen Produkt-
ionsbedingungen zei.gt "den Grad einerseits, worin d(IS Kapital sich alle·
Bedingungen der gesellschaftlichen Produktion unterworfen, und daher
ani:lererseits, wieweit der gesellschaftliche reproduktive: Reichtum kapita:..,
lisiert ist und ·all~ Bedürfnisse in der Form des Austauschs befriedigt 'l(er":'
-)
den." (K. Marx: Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie·, Berlin'·.
1953, S. 431. Vgl, auch ebenda, S. 422 ff.)

Blanqui, Louis- Auguste:


Französischer Revolutionär, 18o5- 1881. ·- 1 ... _
L. -k. Blanqui brachte die konspirative Praxis der mehr ·und mehr von Pro-.
Ietariern getragenen· revolutionären französischen Gehe_imgesell~chilften
aufihren entscheidenden Höhepunkt. Bedingt durch die Kette der Nieder-.
lagen der französischen Arbeiterklasse seit l83overtn:St er die Auffassung,
daß der revolutionäre Umsturz· nur noch durch proletarische Geheimorga- _
nisationen vorbereitet werden könne, die durch ·die genauestens vorberei:..
tete Aufstandsaktion eine Bresche gegen die_ herrschende. Reaktion sch la-
gen müsse, we Iehe es den unterdrückten Massen ermög Iiehe, denAof~ ·
stand zu verbreitern_und zu endgültigem Sieg zu führen. Bei allen Diffe-
renzen .in den politischen und strategischen Auffassungen haben- die th~o- ·
'retischen Köpfe der I. Internationalen Arbeiterassoziation, Marx und·
Engels, immer solidarisch mit den Blanquisten zusammengearbeitet. ln deri
Klossenkämpfen ist der Blanquismus immer wieder gescheitert.

Doppelherrschaft im trotzkistischen Sinn:


Aus den Schriften Trotzkis und den Ergebnissen der ersten· drei Komintern- .
kongresseabgeleitete theoretische Auffassung der IV. lnternotio~ale, wo"-.
nach die Arbeiterklasse mittels "Arbeiterkontrolle" Oberdie Produktion
:r:
(Einsicht in die SUcher der Kapitalisten usw.) ein Stc;~dium des Klassen-
kampfs erreichen soll, in welchem sie neben den Kapitalisten Kontrolle
Ober den Produktionsprozeß ausObt. Auf dieses Stadium werde dann im
Sinn der·" permanenten Revolution"· der proletarische Massenaufstand und
die -nur vorübergehende- Vereinheitlichung von politischem und ökono-
mischem Kampf in den Sowjet$ folgen. Diese mechan•istische_ Auffas5ung:
vermag erstens nicht zu erklären, inwieweit-ein etappenmäßig begrenztes
. ' .. Madel_l.der" Doppelherrschaft" Oberhaupt realisierbar ist; sie ist z\Yeitens . ·

39
-..-".
no.ch vollständig in .der kautskyanischen Trennung voo politischem und ·
Bkonomischem Kampf befangen; sie vermag schließlich auch nicht zu ver-
mitteln, wie der schematische Zustand der" Doppelherrschaft" plötzlich
in den Kampf um die Macht übergehen soll.

Dritte Etappe der reellen Subsumtion der Arbeit unter das Kapital:
Im Gegensatz zur formellen Subsumtion des Arbeitsprozesses unter die
Herrschaft des Kapitals versteht Marx unter der ree IIen Subsumtion die
. Tatsache, daß das Kapital den Arbeitsprozeß seinen Verwertungsinteressen
entsprechend auch stofflich umzuwölzen beginnt. ln der ersten industriel-
len Revolution hat das Kapital die Arbeitsmittel revolutioniert, um so die
Produktivitöt der Arbeit zu steigern und über die Grenzen der absoluten
Mehrarbeit im relativen Mehrwert eine spezifisch kapitalistische Form
der Ausbeutung zu haben. ln unseren Thesen zur lmperia lismusana lyse
{Heft 4/5/6 der Proletarischen Front, Gruppe Westdeutscher Kommunisten)
haben wir versucht, die Geschichte des Kapitals an Hand der drei Phasen .:'").
,_y;
der reellen Subsumtion der Arbeit unter das Kapital zu systematisieren:
Kennzeichen der 2. Phase
Kennzeichen der zweiten Phase der reellen Subsumtion der Arbeit unter
das· Kapital {zweite industrielle Revolution) war, daß nicht mehr nur die
Arbeitsmitel, sondern auch die Arbeitsgegenstönde stofflich umgewölzt
wurden und gönzlich neue Industriezweige {chemische und Elektroindu-.'
strie) als Voraussetzung dieses Prozesses entstanden waren. in der dritten
Phase der reellen Subsumtion sind nun die subjektiven wie auch die ob-
jektiven Produktionsbedingungen den neuerlichen Verwertungsanforderun-
gen des Kapitols ahgepoßt worden. Daneben sind als Resultat der Kriegs-
wirtschaft für diese Phase neue und charakteristische Produktionszweige
entstanden. So bestimmen heute die stoffliche Seite der Produktion: Elek-
tronik und Komputerindustrie, die Reaktortechnologie; die Möglichkeit
zur Herstellung synthetischer Rohstoffe und u .a. die numerische Maschi-
nensteuerung. Für eine ausführliche Darstellung des Problems verweisen
wir auf die entsprechenden Abschnitte in unserer Imperialismusanalyse
Heft 4/5/6 dieser Zeitung.

Gesetz des tendenziellen Falls d~r Profitrate:


Gesetzmößiger Fall der Profitrate des Kapitals infolge der Steigerung der
organischen Zusammensetzung.
Der Stellenwert der Kategorie "Gesetz des tendenziellen Falls der Pro-
fitrate" in der Kritik der Politischen Ökonomie ist in der Arbeit von
Rosdolsky "Zur Entstehungsgeschichte des Marxschen Kapitals", Bd. II
im 25. Kapitel sehr gut dargestellt, so daß der Leser, dem diese Zusam-
menhänge fehlen, sich hier informieren kann. (R. Rosdolsky: Zur Ent-
stehungsgeschichte des Marxschen Kapitals, Europöische Verlagsanstalt,
Frankfurt 2. Aufl. 1969, Bd. II, 25. Kapitel)
Keynes, John Maynard:
Hauptfigur der politischen Ökonomie des Imperialismus, die mit ihren Ar-
beiten {wichtigstes Werk: Allgemeine Theorie der Beschöftigung 1 des
Zinses und des Geldes, Nachdruck Berlin 1955) dem Übergang des !.gissez
faire-Kapitalismus zuin gemischten kapitalistisch- staatlichen Wirtschafts-
sys_!em zum theoretischen Ausdruck verholfen hat. Er propagierte, der im-
~·:·

mer mehr zur Realität drängenden Zusammenbruchsperspektive des Kapi-


talismus durch staatliche Umverteilungsmanipulationen am produzierten
Gesamtmehrwert entgegenzuarbeiten, um so die Akkumulationsmöglich-
keiten kUnstlieh auszuweiten. Mit der Kritik der politischen Ökonomie:
hatte Keynes gemeinsam, daß er das kapitalistische Dilemma der sinken-
den Rate der Kapitalbildung anerkannte. Aber er führte dies nicht auf die
letzte Ursache, auf den Charakter der Produktion als Produktion von Ka-
pital, zurücki sondern auf den Mangel an lnvestitionsanreizen. Dieser
Mangel sollte nach Keynes durch Staatsproduktion behoben werden.
Nach der Weltwirtschaftskrise hat sich die keyriesche Theorie innerhalb
des Imperialismus umfassend durchgesetzt. Sie spaltete sich seither in eine
nlinke" und in eine "rechte" Linie. Die" linke" Linie, die sich weitge-
hend mit der wirtschaftspolitischen Linie in den staatskapitalistischen Län-
dern Osteuropas deckt, versucht den Kapitalismus vor allem durch eine
Politik der Reallohnsteigerung und einer kapitalistisch- staatlichen Rah-
menplanung für die Kapitalbildungsquote am Leben zu erhalten {erste
praktische Umsetzung: NEP- Periode in der SU, "New Deal" in den USA,
dreißiger Jahre). Die "rechte" Linie repräsentiert die faschistische Wirt-
schaftpolitik: massive Senkung des Reallohns und der Masseneinkommen
und maximale· Steigerung der Sparquoten sollen über eine entsprechende
Aufblähung -der parasitären Staatsproduktion die Kapitalbildung stabili-
sieren und zugleich mit einer überaggressiven Expansionspolitik verbin-
den. je mehr sich die Krise des kapitalistischen Weltwirtschaftssystems
wieder zuspitzt, desto mehr beginnt das internationale Kapital, zur Kon-
frontantation zwischen "linkem" und "rechtem" Keynesianismus zurückzu-
kehren. {Literatur zur Einführung: P. Matti ck: Marx und Keynes, Frank-
furt 1971; Negri: Aufsätze über Keynes, erscheint demnächst im westber-
liner Merve-Verlag).

Kommerzielles Proletariat:
Der Teil der Arbeiterklasse, der nicht wie die Industriearbeiter den Mehr-
wert unmittelbar produziert, sondern im Status von Lohnabhängigen mit
0 der Realisierung und Umverteilung des Mehrwerts im Gesamtreproduktions-
prozeß des Kapitals beschäftigt ist {Bankangestellte, Lohnabhängige in
den Kaufhauskonzernen usw.). Das kommerzielle Proletariat gehört dem-·
zufolge nicht zur Mittelklasse, die sich mittels ihrer unproduktiven Ar-
beiten gegen Revenue tauscht {Lehrer, Ärzte, Architekten usw. auf der eil
nen und staatlich ausgehaltene Unterdrückungsfunktionäre: Polizisten,
Militärs und sonstige parasitäre Staatspolitiker auf der anderen Seite).
-- •,
Organische Zusammensetzung des Kapitals:
Da das Kapital gezwungen ist, seine Profite permanent zu erhöhen, sinkt
durch die ständige Revolutionierung der Produktionstechnik, durch die
Steigerung der Produktivität der variable Teil des Kapitals, nämlich der
in Lohnkosten vorgeschossene, im Verbältnis zum konstanten Teil, dem in
Maschinen, Rohstoffen und Gebäuden ausgelegten Teil des Kapitals. Die-
se wertmäßige Veränderung in der Zusammensetzung des vom Kapitalisten
verausgabten Kapitals nennt Marx die "steigende organische Zusammenset
zung des Kapitals" {Gesetz des steigenden Wachstums des konstanten' Ka-
pitalteils iin Verhältnis zum variablen). Die steigende organische Zusam-
mensetzung des Kapitals {zuletzt beschleunigter hervorgebracht während

41
der dritten Etappe der reellen Subsumtion) ist eine entscheidene Ursache
fUr dentendenziellen Fall der Profitrate (siehe hierzu: R. Rosdolsky: Zur
Entstehungsgeschichte des .V.Crxschen Kapitals, a.a.O. Kapitel 26).

Parasit11r~ unproduktive Staatsproduktion:


· Versuch des Gesamtkapitals, den durch das Gesetz des tendenziellen
Falls der Profitrate zunehmend eingeschränkten Prozeß der Kapitalbildung
durch eine zweite Produktionssphäre zu stutzen, welche der Kapitalbi ld-
ung durch entsprechenden Abzug vom Nationaleinkommen zusätzliche
Anreize verschaffen soll. ln der Staatsproduktion (RUstung, öffentliche
Arbeiten usw.) wird kein Mehrwert produziert, sondern nur ein Teil des
Oberakkumulierten Kapitals (und zwar konstantes wie variables) abge-
zweigt.. Von daher kann die Staatsproduktion die Existenz des Kapitals
nur befristet verl11ngern; sie kann allenfalls die Voraussetzungen schaffen,
um auf Kosten anderer nationaler Kapitalien militärisch-gewaltsam die
Bewegungssph11re des produktiven Kapitals auszuweiten. (Vgl.. auch die
Erläuterungen zu "Keynes" .)

Propagandistische Tendenzen des Kapitals:


Die Tendenz des Kapitals, den in ihm selbst angelegten Grundwiderspruch
zwischen Arbeitsprozeß und Verwertungsprozeß auf nichtkapitalistische
Sphären auszuweiten. "Seit der reellen Subsumtion des Arbeitsprozesses
unter den Verwertungsprozeß, d.h. seit der Produktion von relativem
Mehrwert, laßt das Kapital keine Gelegenheit mehr außer acht, den an
einem Punkt geschaffenen Mehrwert an einem anderen erneut zu schaffen,
gegen den er sich austauschen kann. Wesentliche Bedingung der "auf dem
Kapital basierten Produktion ist die Produktion eines erweiterten Zirkels
der Zirkulation, sei es, daß der Kreis direkt erweitert wird, oder daß
mehrPunkte in demselben als Produktionspunkte geschaffen werden ••••• ·
Wie das Kapital daher einerseits die Tendenz hat, stets mehr Surplusarbeit
zu schaffen, so die ergänzende, mehr Austauschpunkte zu schaffen ••• ,
letzten Endes die auf dem Kapital basierte Produktion .•. zu propagieren." O
e.·
Y. -.

(K. Marx: Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, a.a.O.


s. 311)
Relativer Lohn:
Im Kampf gegen den Fall des relativen Lohns verbindet das Proletariat den
Kampf fUr die Erhöhung des Preises der Arbeitskraft (nur so führen Gewerk
schaften und Zentristen den "LohnkampP') mit dem Kampf gegen die
Wertminderung der Arbeitskraft durch Erhöhung des Ausbeutungsgrads und
Produktivitätssteigerung seitens der Kapita Iisten sowie der Losung für die
radikale Kürzung des Arbeitstags.

Repetitiver Teilarbeiten
"Überall da, wo die: Gestaltungs-, Kontroll- und Korrekturfunktionen in
der Produktion aus wirtschaftlichen und technischen Gründen nur schwer
auf .V.Cschinen zu übertragen sind, muß nach wie vor der Mensch einsprin-
gen. Seine Arbeit ist dabei eingeengt auf sehr einfache, sich ständig
wiederholende Tätigkeiten. Sie ist gleichzeitig abhängig von technischen
Einrichtungen und muß diesen in Bewegungsablauf und Tempo engepaßt

42
···------- --~--------~--- ----··---------- -----~---- - --~------- .. -__:_. _________ ~------:------·~
werden. Z\Jm efngeengten Arbeitsi~ha lt tritt deshalb ein stark einge-
schränkter Dispösisitionsspielraum." (nach: Zwischen Drehbank und Com-
puter, rororo tele 33) Mit anderen Worten: der repetitive Teila'rbeiter
ist der am stärksten entfremdete Arbeit leistende, am meisten ausgebeutete
Teil des Proletariats. ·

Revenue:
Marx unterscheidet zwischen Revenue (=Einkommen) der Kapitalistenklos
se und staatlicher Reventte. Revenue der Kapitalistenklasse ist derjenige
Teil des Mehrwerts, den die Kapitalisten privat konsumieren und Staatli-
che Revenue meint den Staatshaushalt 1 also vor allem die Abzüge des
Reallohns der Arbeiterklasse und des Einkommens der Kapitalisten in Form
von Steuern. Die Aufgabe des Staatshaushaltes ist es in erster Linie die
·allgemeinen und gesellschaftlichen Bedingungen der Akkumulation für
die Kapita Iisten herzustellen.

ABONNEMENT
Die Zeitschrift erscheint mit sechs Nummern im Jahr.
Abonnementpreis für:
Einzelnummer 1,50 DM
Doppelnummer 3,00 DM
. Dreifachnummer 5, 00 DM
Der Abonnementpreis versteht sich zuzüglich Porto.

Der Betrag von 12.00 DM ist im voraus auf folgendes Konto


einzuzäh len: ·
K • Lindemann, Dresdner Bank Hamburg, Kto. Nr. 44 080 919/ 10.

Absande~:
r:·-
't,
~-j

Postleltuihl

POSTKARTE

Hiermit erkläre ich,die Zeitschrift


PROLETARISCHE FRONT
Gruppe Westdeutscher Kommunisten
R. SCHMIDT
für I Jahr zu abonnieren.

2 HAMBURG 20
Unterschrift ·-·-····---··-·····
Postleitzahl
-·-··-··-'···-·····-··- .........................~--- ·······--·----·---- ....
·.H.AYNSTRASSE 3
IV. STOCK
(st·ma;~~d-Hä~-;;;~mme·röd~-r Postiildlr·-e:-!f!··----·-·-·--

43
·'.' .
./

iu~ ~ateriatistischen ceschichtsautfassung..


1

_,_.".\ . , . · :· • • ••
- ' . '

KariKOrsch zeiÜg.den positiviStischen Me~hanismus ·d~.r Redti.~ti_on· von


Bewußtsein auf_ge~ellschaftliches Sein als durch den revolu~
Kernpunkte der .· · . tionäreo LegitiinationSbedirf .einer na~h -revoluti~ären Ge-
s~mtgesellschaft vermitfeit zu begreifen.~ -
materialistischen :TeXte von Negt, Schleifstein, Mohl und A.S{'hmidt.
GesChiehtsauffassung !)fi Seiten.

Eine .qu~Üe~:nläßige Darstellung.


", ; • bleibt der einzige Weg, wie man sidl des wirkliChen
Georg Lukacz
Sinnes des Maneschen "Materialism~" ·bemächtigen kann, Organisation und Partei
eine Vertiefung in die Art und Weise, .~wie Marx und Engels i;ll.~ Die wichtigsten Aufsätze von ·G.Lukacz der Jahre·l919-25.
materialistisches P~inzip in ihrenWerken sei~, angewandt haben · Zur Organisationsfrage .der Intellektuelleil - zur Frage d~
-:f;ine gewisse. Hilfe dazu ~ollen die hier zusarD.meq.gestellten. Parlamentarismus -Opportunismus _und. Putschismus - Spon-
größtenteils von Marx !ß!d Engels herrührenden Sätze leisten".
Janeität der -~lassen, Aktivität der .Pa[tei u. a.
(K.Korsdl im Vorwort) 182 Seiten. Preis: 5,- DM
56 Seiten. Preis: 2.- DM ••• ciußerdemvon G.Lukacs: · --~
Wissenschaftliche Intelligenz. Schulung,. Organisationsfrag~ ..i
·zur stalinistischen Frühe Aufsätze. 3, 50 DM
Philosophie
N~·gt: "Es geht in dieser. Form der- Ideo!ogiekrit.ik darum, mit
Diese Texte siri:d in allen pOlitiSchen Buchhandlungen.
erhältlicli. In Hamburg: MANIFEST, Politischer Buchladen, ·
den'phil9sophischen und wiSsenschaftlichen Tht:orien _gleich- 2 Harnburg 13, Schtuterstr: 79, Tel, 0411/44 40 03 ·

Versand._ nur per·Nachnahme oder Vorausrechnung.


Weitere· grOße Allswahl an sozialistischen Texten ~~~BUCHVffiSAND
BUCHLISTE ANFORDffiN 1 2 Harnburg 13. Post.fäch 117 Telefon 0411/4174 84

PDLITISCHCR PROlETARISCHE
FRONT
BUCHIADCN · Grup~ westdeutscher KOmmunisten

Hamhu1JJI3 G/M GRUPPE


MARXISTEN, Harnburg
INTERNATIONALER

SchlüteiStr. 79 Deutsche Sektion

·Tel. 44 40 03 i:l.er IV .Internationale

Jeden Monat erscheinen die


MANIFEST-MITTEILUNGEN, die
über die einzelnen Sortimentstei~e.
deren Aufbau und Schwerpunkte ..
sowie ·über aktuelle Neuersctiei ..
nungen informieren4

Auf Anfbi'~erung.senden_ wir die


MANIFEST-MITTEILUNGEN
so-wie weiteres.Informations-
rnaterial kostenlas zu •.
Erscheint demnächst

PROLETARISCHE
FRONT
Zur Problematik·
des Übergangs zum Kommunismus
Inhalt:

A. Die Entwicklung der Sowjetunion


B. Die Sowjetunion und die internationale Arbeiterbewegung
C. Alternativansätze zum schematisierten Modell der Sowjetunion
D. Die revolutionäre Alternative unter den Bedingungen des gegenwärtigen Imperialismus

Erscheint demnächst

'
<)
PROLETARISCHE
FRONT
DerKlassenkampf in Westdeutschland
SEINE BEDEUTUNG FÜR DEN KAMPF UM EIN SOZIALISTISCHES EUROPA

Inhalt:
A. ·me Erhaltung der Klassenherrschaft in Westdeutschland und ihre historische Weiterentwicklung

B. Zur Klassenstruktur der IRD


C~ Rekonstruktion des Klassenka~pfs und revolutionäre Perspektive
D, Der Klassenkampf in Westdeuts~hland und seine Bedeutung filr den Kampf um ein sozialistisches Europa

.
Inhalt · 2. Jg. 1972, H. 8/9

Zur Entstehungsgeschichte des Südafrikanischen Kapitalismus

1. Südafrika vor dem Wahlsieg der Afrikaanernationalisten


1.1. Die innere ökonomische und politische Entwicklung
1. 2. Die Union von Südafrika in der internationalen Politik bis 1924

2. Südafrika seit dem Wahlsieg der Afrikaanernationalisten


2.1. Die innere ökonomische und Politische Entwicklung
2.2. Die südafrikanische Union in der internationalen Politik 1924 bis 1945

3, Die südafrikanische Union seit dem zweiten Weltkrieg bis zur.Unabhängigkeit 1961
~.1. Die innere politisch -ökonomische Entwicklung
3. 2. Die entstehende Nebenmetropole und ihr Weg in die vorübergehende internationale Isolierung
3. 2.1. Die Südafrikanische Union afS Subjekt der internationalen Politik
3.2.2. Die Südafrikanische Union als Objekt der internationalen Politik
4. Die Südafrikanische Republik von von 1962 bis 1966
4.1. Die innere politische und ökonomische Entwicklung
4. 2. Die Stellung der SAR in der internationalen Politik
4. 2.1. Die SAR als Subjekt der internationalen Politik !961 bis 1966
4.2.2. Die SAR als Objekt der internationalen Politik 1961 bis 1966
5. Der südafrikanische Imperialismus seit 1966

11 Manifeste und die europäische Linke


Eine Plattformkritik

1. Gegenwärtiger Imperialismus und Länder der Übergangsperiode


1.1. Gegenwärtiger Imperialismus
1. 2. Gegenwärtiger Imperialismus und Länder der sozialistischen Übergangsperiode

9
2. Italienischer Monopolkapitalismus und Klassenanalyse

3. Revolutionäre Massenpartei und Rätebewegung. Die Stellung von "11 Manifesto" zu den organisatorischen
Aspekten der Alternative :•

3.1. Zur Einschätzung der antikapitalistischen Massenbewegung


3. 2. Das Verhältnis von "Il Manifeste" zur italienischen antikapitalistischen Massenbewegung
3. 3. Revolutionäre Massenpartei und Rätebewegung

Die Proleta~ische Front ein knappes Jahr nach den Spaltungen

1. Zur V9rgeschichte: die Übergangsassoziation dreier politischer Richtungen und die Stellung der
Programmatischen Erklärung der PF
1.1. Konkretion des Internationalismus
1.2. Schulungsfrage
1.3. Erarbeitung der Prograqmatischen Erklärung
2. Von der Konstituierung zu den Spaltungen. Das Problem auch· auf der Ebene der Vermittlungsschritte
materialistisch orientiert zu bleiben.
2.1. Der Kampf gegen die sich herausbildende KPD-AO·Fraktion
2_.2. Die Auseinandersetzungen zwischen den Spontaneisten und der Programmatikfraktion
3. Die weitere Entwicklung der Fraktionen
3.1. Zu den theoretischen Positionen der "PF Gruppe Hamburg" und ihren praktisch politischen Forderungen.
. _E_in.e _Auseinandersetzung mit dem Aufsatz "Lage der Arbeiter in der westdeutschen Metallindustrie"
·-
~
..c
(.)
a..
~----------------------------------------~~