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Jack Lavey

LG450
Für 15. Nov. 2018

Schlagwörter in Furcht und Elend...

Wenn man eine einheitliche Handlung in den ganz verschiedenen, sporadischen Szenen

von Brechts Furcht und Elend des dritten Reiches sehen will, muss man erstens ein bisschen

entfernt von dem Stück selbst blicken, um die breitere umständliche Einflüsse zu zählen. Als

Brecht das Stück schrieb war er im exil in Dänemark, ein Exil von einem Land, den er von den

Krallen von Naziismus durch seine Werke retten wollte. In Dänemark war es sicherer diese

Rettung mittels spitzer Kritik zu versuchen, eine Kritik, die er durch die Schlagwörter von

Hitlers Regime fand. Wenn etwas aus diesen gemischten Szenen eine eindeutige

Durchgangslinie oder Handlung ist, ist es die Verwendung von diesen Schlagwörtern, um die

Regime zu kritisieren.

Slogans wie “Winterhilfe” oder “Volksbefragung” waren zu der Zeit in Deutschland wie

Süßigkeiten zu Kindern, in dem sie das Volk hypnotisierten, damit es einfach gehorsam sein

würde. Sie waren dünne, manipulative Phrasen, die die echte Probleme über die Jahre verborgen,

bis viele Deutsche sie als die Wahrheit nahmen. Reichsminister für Propaganda Joseph Goebbels

sagte das am klarsten, “...wenn du lügst, dann lüge gründlich, und vor allem bleibe bei dem, was

du gelogen hast! Sie bleiben also bei ihren Schwindeleien, selbst auf die Gefahr hin, sich damit

lächerlich zu machen.” Brecht wollte diese Lächerlichkeit ins Licht bringen, um die Lügen von

den Nazis durchzustichen, und deshalb hoffentlich ihre schreckliche Taten zu beenden. Zum

Beispiel in der 16. Szene kommen zwei SA-Männer in die Wohnung einer alten Frau mit einem

Paket voller Kartoffeln und Äpfeln ‘vom Führer.’ Dieses Geschenk wird als “Winterhilfe”

präsentiert, auf dem ersten Blick eine gute Sache, genauso wie Hitler es darstellen wollte. Aber
als die Frau versehentlich ihre Tochter als Kritikerin der Regime porträtiert, dann verhaften die

Männer sie als die Mutter sich wegen der Äpfeln übergibt. Da Brecht dieses Winterhilfe-

Programm in so einem dunkleren Kontext benutzt, sehen wir genau wie hilfreich diese

Winterhilfe war. Auf diese Weise dreht Brecht den Slogan auf den Kopf, um die echte bösere

Bedeutung von den Wörtern zu zeigen. Dass er das 24 mal in einem Stück gemacht hat ist

bezeichnend für wie viele von diesen gruseligen Sprachveränderungen es unter Hitler gab.

Vielleicht dachte Brecht, dass wenn er nur die Sprache von den Nazis bloß stellen konnte, dann

könnte er vielleicht auch das ganze System herunterbringen.

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