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WÖRTERBUCHBENUTZUNG: ERWARTUNGEN UND BEDÜRFNISSE.


ERGEBNISSE EINER UMFRAGE BEI DEUTSCH LERNENDEN HISPANOPHONEN

Chapter · January 2013

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3 authors, including:

María José Domínguez Monica Mirazo


University of Santiago de Compostela University of Santiago de Compostela
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María José Domínguez Vázquez
Mónica Mirazo Balsa
Vanessa Vidal Pérez
Universidad de Santiago de Compostela

Wörterbuchbenutzung: Erwartungen und Be-


dürfnisse. Ergebnisse einer Umfrage bei
Deutsch lernenden Hispanophonen
In Anlehnung an Wiegands Ansatz einer handlungstheoretisch begründeten Strukturierung
der Wörterbuchbenutzungsforschung und, im Konkreten, des Handlungstyps EIN WÖRTER-
BUCH BENUTZEN (1987; 2008) setzt sich die vorliegende empirische Untersuchung mit
Fragen hinsichtlich des Handlungssubjekts und -ergebnisses, der Handlungsmodalität und -
frequenz sowie des äußeren und inneren Kontextes bei der Wörterbuchverwendung seitens
Deutsch lernender Hispanophonen auseinander. Der Analyse werden die Ergebnisse einer
Online-Umfrage zugrunde gelegt.
Dieser Beitrag gibt einerseits einen Gesamtüberblick über die von diesem
Adressatenkreis zu Rate gezogenen Wörterbücher sowie die Häufigkeit ihrer Verwendung,
den Bekanntheitsgrad verschiedenartiger Wörterbücher, die Suchanfragen, ihre Regelmäßig-
keit sowie die Benutzungsfolgen und zieht andererseits die Vorschläge der in der Umfrage
angesprochenen Wörterbuchbenutzer zur Optimierung von Wörterbüchern in Betracht.

1 Einführung1
Ningún libro tan presente, tan utilizado como el diccionario. En una casa [...] si hay
unos cuantos libros, ya con toda seguridad existe un diccionario; y donde los libros
abundan, diccionarios no faltan. (Gregorio Salvador, 1984:134)2

Das wissenschaftliche Interesse an der Wörterbuchbenutzung (WBB) und an


den Bedürfnissen, Erwartungen und Handlungen eines Wörterbuchbenutzerkrei-
ses ist seit den 80er Jahren gewachsen (Ripfel/Wiegand, 1988; Rossenbeck,
2006; Scharnhorst, 2004; Wang, 2001; Welker, 2006 und Wiegand, 1987, 1998,

1 Diese Arbeit steht im Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt „Spanisch-deutsche


kontrastive Untersuchung der Nominalphrase. Erstellung eines computergestützten bi-
lingualen Corpus und eines Online-Wörterbuchs“ (gefördert von der galicischen Lan-
desregierung, XUNTA: INCITE09 204 074 PR), das seit 2009 unter der Leitung von
Domínguez Vázquez läuft, und mit dem Forschungsnetz RELEX (CN 2012/290).
2 Zitatübersetzung: „Kein Buch ist so präsent, wird so oft benutzt wie das Wörterbuch.
Wenn in einem Haus […] einige Bücher vorhanden sind, gibt es mit Sicherheit ein Wör-
terbuch; und wo Bücher reichlich vorhanden sind, mangelt es nicht an Wörterbüchern.“
136 María José Domínguez Vázquez/Mónica Mirazo Balsa/Vanessa Vidal Pérez

2008, 2010 u.a.).3 Trotz der beachtlich zunehmenden Auseinandersetzungen mit


der WBB handelt es sich laut Wiegand (2008: 1) um das am wenigsten weit
entwickelte Forschungsgebiet der Lexikographie,4 was auch mit sich bringt, dass
hinsichtlich der empirischen Methodologie und Verfahren zur Datenerhebung
und -analyse, bis auf wenige Ausnahmen (vgl. 2 und 3), Diskussionsbedarf be-
steht.
Der vorliegenden empirischen Untersuchung, die sich zur Datenbeschaffung
und -auswertung auf die Ergebnisse einer von 100 Deutsch lernenden
Hispanophonen5 ausgefüllten Online-Umfrage stützt, liegt der Ansatz von Wie-
gand (1987: 180 ff.; 2008: 5 ff.) einer handlungstheoretisch begründeten Struk-
turierung des Wbs sowie Wörterbuchbenutzungsforschung zugrunde: Als unent-
behrliche Fragetypen für die Benutzungsforschung im Fall des Handlungstyps
EIN WÖRTERBUCH BENUTZEN erweisen sich das Handlungssubjekt
(Wer?), das Handlungsergebnis (Was?), die Handlungsmodalität (Wie?), die
Handlungsfrequenz (Wie oft?), der äußere Handlungskontext (die Handlungs-
umstände: Unter welchen Umständen?, die Handlungszeit: als Terminangabe:
Wann?, die Handlungsdauer: Wie lange?, der Handlungsort: Wo?) und der inne-
re Handlungskontext (Ziel des Handlungssubjektes: Wozu?, Gründe für die
Handlung: Warum?, Handlungsanlass: Aus welchem Anlass? und die Hand-
lungsfolgen: Mit welchen Konsequenzen?).
Das zentrale Anliegen unserer Untersuchung besteht schließlich in der Su-
che nach einer Antwort auf die Fragen, in welchen Situationen, mit welchen
Zwecken und bei welchen Suchanfragen spanische Deutschlernende deutsche
und spanisch-deutsche Wörterbücher (Wber) verwenden. Dem Gebrauch kon-
trastiver bzw. bilingualer Wber kommt in der Befragung ein gesonderter Stel-
lenwert zu. Die Umfrageergebnisse sollten auch darauf schließen lassen, was aus
der Sicht des Benutzers als positiv (hilfreich, nötig usw.) oder negativ (unklar,
unnötig, störend usw.) an den existierenden und ihnen bekannten lexikographi-
schen Nachschlagewerken zu bewerten ist,6 und ferner wie ihrer Ansicht nach

3 Ein weiteres Beispiel für diese Tendenz ist die Tagung Afrilex im Jahr 2006 mit dem
Rahmenthema „The User Perspective in Lexicography.“
4 Dies lässt sich z. B. bei einem Vergleich des Umfangs und der Anzahl der Aufsätze des
Teils II Lexikographie und Gesellschaft II: Wörterbücher und ihre Benutzer in
Wörterbücher. Ein internationales Handbuch zur Lexikographie (Hausmann et al.,
1989) mit anderen thematischen zentralen Bestandteilen dieses Sammelbandes
beobachten.
5 Hauptsächlich handelt es sich um spanische Muttersprachler oder Zweisprachige
(deutsch-spanisch, aber auch galizisch-spanisch, katalanisch-spanisch u.a.).
6 Als Erkenntniszuwachs ist auch die Feststellung, welche Wörterbücher die
Versuchspersonen kennen, zu bezeichnen.
Wörterbuchbenutzung: Erwartungen und Bedürfnisse. 137

deren Optimierung erfolgen kann, was mit dem Sinn der Wörterbuchbenut-
zungsforschung (WBBF) in Einklang steht:
Der Sinn der Benutzungsforschung, ihr forschungslogischer Status, ergibt sich da-
raus, dass Wörterbücher gemacht werden, um die Praxis ihrer Benutzung zu ermög-
lichen, und dass daher wissenschaftliche Kenntnisse zu dieser Praxis eine der Vo-
raussetzungen u.a. dafür sind, dass neue Wörterbücher oder neue Auflagen von sol-
chen, einen höheren Nutzungswert haben, so dass die Voraussetzungen für eine grö-
ßere Benutzungseffizienz geschaffen werden, [...]. (Wiegand, 1987: 179)

2 Was wäre ein Wörterbuch ohne seinen Benut-


zer? Zur WBBF
Bei der Planung, Erstellung und Gestaltung eines Wbs wirken viele verschiede-
ne gewichtige Faktoren zusammen: in den Prozess zur Anfertigung eines Wbs
beeinflussenden externen Einwirkungen fallen z. B. die Finanzierung und die
vom Verlag gestellten Anforderungen – zur Bewerkstelligung eines lexikogra-
phischen Werkes nicht weniger entscheidend als die internen. Einige nur mit der
Tätigkeit des Lexikographen in seiner Werkstatt zusammenhängende Faktoren
sind die Bestimmung des Wörterbuchtyps, die Datenerhebung und -
auswertung, die Festlegung einer Mikro- und Makrostruktur, die Auswahl eines
geeigneten Corpus als Grundlage der Untersuchung, die Aufhebung von sprach-
bedingten Schwierigkeiten unterschiedlicher Art (wie z. B. in der kontrastiven
Lexikographie die Darstellung von abweichenden Abdeckungsbereichen auf-
grund des nicht parallel strukturierten Wortschatzes in den zu vergleichenden
Sprachen sowie aufgrund der häufig daraus hervorgehenden verschiedenen
Weltanschauungen bzw. -konzeptionen), die gegebenenfalls nötige Entwicklung
neuer Beschreibungsverfahren und -methoden, sowie das Anbieten konkreter
Lösungen beim Vorhandensein lexikographischer und sprachbedingter Schwie-
rigkeiten und die erforderliche Berücksichtigung von Parametern wie
Akkuratheit, Vollständigkeit und Benutzerfreundlichkeit7. Dazu rückt noch der
Wörterbuchadressat in den Vordergrund, den Wiegand (1977: 59) meisterhaft
als den bekannten Unbekannten bezeichnet. In Anbetracht der Tatsache, dass der
anvisierte Adressat nicht mit dem tatsächlichen Benutzer übereinstimmen muss
sowie dass der Lexikograph aufgrund der mangelnden empirischen Untersu-
chungen die Erwartungen und Bedürfnisse des Adressatenkreises vorauszuset-
zen hat, kann man sich besser vorstellen, auf was für ein unsicheres Terrain sich

7 In der Forschungsliteratur ist die Benutzerfreundlichkeit ein immer wiederkehrender


Begriff (vgl. die Beiträge von Nyangone Assam und Beyer, Afrilex, 2006).
138 María José Domínguez Vázquez/Mónica Mirazo Balsa/Vanessa Vidal Pérez

der Lexikograph begibt und darüber hinaus von welcher ausschlaggebenden Be-
deutung neu zu gewinnende Einblicke in die WBBF sind.
Aus dem bereits Umrissenen geht hervor, dass die von Hartmann (1989) in
seinem Aufsatz Sociology of The Dictionary User: Hypotheses and Empirical
Studies angestellten Hypothesen 1 und 5 sich immer noch als aktuell erweisen,
nämlich:

H1: Dictionary makers have always made assumptions about their in-
tended audience(s).
H5: An analysis of users´ needs should precede dictionary design.

Blickt man auf die im Laufe der Zeit entstandenen lexikographischen Werke
zurück, scheint die Hypothese H1 Gültigkeit zu besitzen, zieht man jedoch die
modernere Forschungsliteratur in Betracht, lässt sich feststellen, dass in Über-
einstimmung mit der Hypothese 5 auf dem Gebiet der Benutzungsforschung
doch einiges – allmählich mehr – in Schwung gekommen ist, allerdings mit un-
terschiedlichen Akzentsetzungen und Herangehensweisen an die Wechselwir-
kungen zwischen dem Werk und seinem Benutzer sowie mit verschiedenartig
ausgerichteten methodologischen Verfahren, was im Folgenden grob umrissen
wird:

• Eine bedeutende Anzahl von Untersuchungen, die sich mit der Typologie der
Wber nach Benutzungsmöglichkeiten befassen, wie etwa Engelberg/
Lemnitzer (2009: 22 ff.) oder Kühn (1989) vorschlagen, liegt vor.
• Mit der Verwendung eines Wbs als Nachschlagewerk aufgrund von Informa-
tionsdefiziten und Unsicherheiten, mit den anzunehmenden Problemen, auf
die der Benutzer stoßen kann, und darüber hinaus mit Verbesserungsvor-
schlägen zur Optimierung des Werkes setzen sich ebenfalls zahlreiche Studi-
en auseinander (Wiegand, 1995; Ripfel, 1989a; Domínguez, 2006;
Gouws/Prinsloo, 2005 (Kapitel 4); Kemmer, 2010 usw.). Einige davon flie-
ßen eindeutig in den Bereich der Wörterbuchkritik ein.
• Andere Abhandlungen greifen auf das gewöhnliche Verfahren bei der Erfor-
schung der typischen Benutzungssituationen – Textrezeption, Textprodukti-
on, Übersetzung, Erlernen und Lehren der Fremdsprache – zurück, wie etwa
Meliss (2011), Kromman (1995: 503) oder Tarp (2008) veranschaulichen.
Eine nähere Spezifizierung und Bestimmung dieser Benutzungskontexte ge-
währleistet auch, wie eindeutig bei der Übersetzung, die Einbeziehung der
sprachlichen Ausrichtung des angewendeten Wbs sowie der Mutter- und
Zielsprache der Wörterbuchbenutzer (Wbbzer) (aktives und passives Wb bei
Engelberg/Lemnitzer, 2009: 124 ff.). In derartigen Fällen geht man von ideal-
Wörterbuchbenutzung: Erwartungen und Bedürfnisse. 139

typischen Simulationssituationen bzw. Benutzungssimulationen aus, indem


sich der Lexikograph nicht nur aufgrund seiner eigenen Erfahrung beim Um-
gang mit Wbern sondern auch aufgrund seiner (fach)sprachlichen Kenntnisse
in die Rolle des Benutzers zu versetzen vermag.
Trotz der bisher beschriebenen Forschungslage mangelt es der WBBF an empi-
rischen Untersuchungen (Hartmann, 2001: 94; Kromann, 1995: 503; Wiegand,
2008), was u.a. auf die „zeitraubende“, aber unentbehrliche Entwicklung metho-
dologischer Verfahren zur Datenerhebung und -analyse sowie auf eine tiefgrün-
dende unerlässliche Auseinandersetzung mit den Resultaten zurückzuführen ist.
Unter den bisher erprobten empirischen Methoden sind die Beobachtung, die
Befragung (siehe Abschnitt 3), die Protokolle, der Test, das Experiment und
interpretative Verfahren (wie z. B. die Inhaltsanalyse) zu nennen, auf die hier im
Einzelnen nicht eingegangen werden kann.8 Weiterhin erweist sich als geeigne-
tes Beispiel für eine zweckgerichtete Verbindung unterschiedlicher Methoden
die Exeter-Fallstudie von Hartmann (1999),9 die als empirische Basis zur Da-
tenbeschaffung Umfragen, Interviews und Tests in unterschiedlichen Untersu-
chungsphasen heranzieht. Die Exeter-Methode scheint sich bereits als Grundla-
ge für weitere Studien (Sánchez Ramos, 2005; Ekwa Ebanéga/Tomba
Moussavou, 2008) bewährt zu haben. Als neueste uns bekannte Verfahrenswei-
sen stellen sich der „Simultaneous Feedback“ (de Schryver/Prinsloo, 201110)
und im Rahmen der Online-Lexikographie die Untersuchung der log files
(Kemmer, 2010) heraus.

8 Für einen Gesamtüberblick über die Methoden siehe Wiegand (1987; 2008), Welker
(2006) und Hartmann (2001).
9 Das Projekt „University Reference Skills: A Case Study of Dictionary Use in Higher
Education“ erfolgt auf der Grundlage von Studenten-Fragebögen und Mitarbeiter-
Interviews und hat zum Ziel, Daten über „die Wörterbuchbenutzung und -kenntnisse in
einigen Hochschulen und Diensten dieser Universitäten“ zusammenzustellen. Der
Fragebogen besteht aus 30 Fragen, die unter Studenten und Doktoranden aus fünf
Abteilungen (School of Business & Economics, School of Education, School of
Engineering & Computer Science, School of English und School of Modern Languages)
und zwei Zentren (Foreign Language Centre und English Language Centre) verteilt
wurden. Die Umfrage wurde mit 17 Interviews von Mitarbeitern aus diesen
Abteilungen, Hochschulen und Zentren weiter ergänzt.
10 „This dictionary-making process is therefore referred to as ‚Simultaneous Feedback‘
and can be understood as entailing a method in terms of which the release of several
small-scale parallel dictionaries triggers off feedback that is instantly channelled back
into the compilation process of a main dictionary .“ (de Schryver/Prinsloo, 2011: 197).
140 María José Domínguez Vázquez/Mónica Mirazo Balsa/Vanessa Vidal Pérez

3 Die Umfrage als empirische Methode zur WBBF


3.1 Einführendes
Neben der bisher vorwiegend angewandten Selbstbeobachtung hat unseres Er-
achtens die Umfrage als eine der verbreitesten Methoden auf dem Gebiet der
WBBF zu gelten. Ihre Entstehung und Gestaltung hängt mit unterschiedlichen
Augenmerken, Benutzergruppen und Forschungsinteressen zusammen, von de-
nen im Weiteren einige skizziert werden:

• Der Fremdsprachenunterricht und die kontrastive Linguistik: Eng verbunden


mit dem Fremdsprachenunterricht und mit der kontrastiven Sprachwissen-
schaft und insbesondere angesichts des Umgangs eines Nichtmuttersprachlers
mit dem Wb wird häufig nach seinen Einschätzungen, Kenntnissen und Be-
nutzungssituationen gefragt (Sánchez García: http://www.proel.org
/index.php?pagina=articulos/analisis11; Maridé/Pihler, 200412; Tu, 2000 13;
Ripfel, 1989b14; de Schryver/Prinsloo, 2011).
• Spezialwörterbücher, akademische Situationen und Übersetzung: Der Wör-
terbuchgebrauch in bestimmten akademischen Situationen sowie die Ver-
wendung von Spezialwörterbüchern wird in Studien wie Wang (2001),
Muráth (2005), Sánchez Ramos (2005), Mackintosh (1998) und Taljard/
Prinsloo (2011)15 dargelegt.

11 Es handelt sich um eine Studie über den Gebrauch deutsch-spanischer Wber bei
spanischen Studenten. Die von 21 spanischen Abitur-Schülern (16-20-jährig)
beantwortete Umfrage besteht aus 13 Fragen.
12 Sie führen eine Umfrage über die Verwendung bilingualer Wber durch mit dem Ziel,
die Bedürfnisse der Spanisch lernenden slowenischen Wörterbuchbenutzer zu
untersuchen und das oben Ausgeführte nachzuprüfen. Dabei haben sie 60 Studenten des
Faches „Lengua y Literatura Españolas“ der Philosophischen und Sprachwissenschaft-
lichen Universität Ljubljana befragt. Nach Maridé und Pihler sind bilinguale Wber zwar
sehr nützlich für Lerner mit Grundniveau, dienen aber weniger der Produktion der
Zielsprache. Außerdem werfen sie den bilingualen Wbern vor, nur beschränkte
grammatische, stilistische und pragmatische Information zu geben, wodurch das
bilinguale Wb zwar zum Verständnis, weniger aber zur Produktion hilfreich ist.
13 Dieser Artikel hat zum Ziel, die wichtige Rolle der bilingualen Wber beim Erlernen
einer Fremdsprache zu zeigen. In diesem konkreten Fall handelt es sich um chinesische
Muttersprachler, die Spanisch lernen. Die 28 Studenten aus der Universität Tamkang,
die eineinhalb Jahre lang Spanisch gelernt haben, haben vier Fragen beantwortet
(Benutzung des Wbs und die vier Fertigkeiten).
14 Die Versuchspersonen sind Studierende des Faches Englisch und Französisch.
15 Für weitere bibliographische Hinweise zur Übersetzung siehe Wiegand (2008).
Wörterbuchbenutzung: Erwartungen und Bedürfnisse. 141

• Im Mittelpunkt des Interesses steht auch die Benutzung von Wbern durch
Muttersprachler, die in Arbeiten wie Ripfel (1990), Retti (2004), Ekwa
Ebanéga/ Tomba Moussa (2008) abgehandelt wird.
• Im Bereich der online Lexikographie ist uns elexiko – ein Online-Wb zur
deutschen Gegenwartssprache – bekannt, in dem mithilfe eines Fragebogens
die Verwendung von Online-Wbern sowie die an diese Wber gestellten An-
forderungen erforscht werden (http://www.owid.de/elexiko_/).16

3.2 Die UDALPE-Befragung


Der zwecks der empirischen Untersuchung über die Benutzung deutscher und
deutsch-spanischer Wber von spanischsprechenden Deutschlernenden erstellte
UDALPE-Fragebogen, dessen Ausfüllen 15 Minuten benötigt, wurde im Inter-
net vom 21. März 2011 bis zum 3. Juni 2011 freigeschaltet (http://www.e-
encuesta. com/answer.do?testid=OdClwsKsv3w=).17 Verteilt wurde er auch per
E-mail an spanische Universitäten, wo Germanistik oder Übersetzung (mit
Deutsch als Schwerpunkt) unterrichtet wird.
Diese auf Spanisch verfasste Umfrage besteht aus 22 Fragen, die vorwie-
gend mit dem zum Handlungstyp EIN WÖRTERBUCH BENUTZEN gehören-
den Benutzungshandlungen (Wiegand, 1997, 2008) und mit dem Benutzungsziel
EIN WÖRTERBUCH ALS NACHSCHLAGEWERK BENUTZEN zusammen-
hängen. Im Weiteren werden die Blockfragen im Hinblick darauf umrissen:

Wer? 1. Wörterbuchbenutzer, 2. Typen von Wörterbuchbenutzern; 3. Benutzergruppe


Mit den persönlichen Daten der Befragten befassen sich die Fragen 1-5: das
Alter, das Geschlecht, die Muttersprache der Teilnehmer, aber auch das Niveau
ihrer Deutschkenntnisse oder der Grund zum Erlernen der deutschen Sprache.
Die Gestaltung der Umfrage erlaubt es nicht nur supraindividuelle, sondern
auch auf unterschiedliche Gruppen bezogene Schlussfolgerungen zu ziehen.

16 Die Studie ergibt sich einerseits aus einer aus fünf Frageblöcken bestehenden Umfrage,
und zwar Einleitung, Internetnutzung, Verwendung von Printwörterbüchern,
Verwendung von Onlinewörterbüchern, Soziodemografie und Abspann, andererseits
aus einer zweiten Untersuchung, worin analysiert wird, wie die Befragten unterschied-
liche Ausprägungen der in der ersten Studie abgefragten Merkmale einschätzen und
welche Ansicht sie zu unterschiedlichen Artikellayouts haben.
17 Wie aus der Liste hervorgeht, lassen sich viele der hier enthaltenen Items bei anderen
Umfragen mit unterschiedlichen Adressaten sowie Sprachpaaren anwenden.
142 María José Domínguez Vázquez/Mónica Mirazo Balsa/Vanessa Vidal Pérez

Was? Handlungsergebnis (das den Handlungstyp bestimmt)


Aus den Ergebnissen der Fragen 6 (Wörterbuchformat: Print-, CD-Rom- oder
Online-Wörterbuch), 7 (Wörterbuchtypologie und Häufigkeit), 8 (Hinzufü-
gung weiterer verwendeten Wörterbuchtypen) und 13 (Kenntnis über Wber zur
deutschen Sprache) sollte ein Gesamtüberblick über den zu Rate gezogenen
Wbtyp geschaffen werden. Den Antworten auf die Fragen 20 und 21 soll ent-
nommen werden, wer die Befragten zur Wörterbuchverwendung veranlasst hat
und welche Nachschlagewerke ihnen empfohlen wurden. Die bereits angeführ-
ten Items haben mit den anderen indirekt zu tun.
Wie? Die Handlungsmodalität
Darunter versteht man die Benutzerfertigkeiten und die fehlerfreie und fehler-
hafte Benutzung. In unserer Umfrage wird diesbezüglich keine direkte Frage
gestellt, aber der Beantwortung weiterer Items lassen sich diesbezüglich wich-
tige Schlüsse ziehen.
Wann? Äußerer Benutzungskontext (Unter welchen äußeren Bedingungen?)18
Wie lange?
Wo? usw. In der Umfrage ist kein Item, das sich direkt auf den äußeren Handlungskon-
text bezieht. Indirekt lassen sich dem Item 10 Informationen über die Benut-
zungssituationen entnehmen.
Wie oft? Benutzungsfrequenz
Mit der Benutzungsfrequenz befassen sich hauptsächlich zwei Blockfragen:
zum einen die Items bezüglich der Häufigkeit bei der Verwendung unter-
schiedlicher Wörterbuchtypen (7, 8 und 9) und zum anderen die Anfragen be-
züglich der nachgeschlagenen Informationen sowie der Häufigkeit (12). Im
Gegenteil zu 7 kann die Versuchsperson bei 8 und 9 und bei 10 und 12 selbst
neue Informationen hinzufügen.

Wozu? Innerer Benutzungskontext (a. Benutzungsziel, Suchfrage, Benutzungsinteres-


Warum? se, Ursachen für die Benutzung, Benutzungsanlass; b. Kenntnisstand des Be-
Aus wel- nutzers)
chem An- Da „die Benutzung eines Wörterbuches also immer mit einer bestimmten
lass? usw. Suchanfrage verbunden [ist]“ (Kühn, 1989: 115), ist dem mit dem Nachschla-

18
Unter welchen äußeren Äußerer (1) Während der Lektüre
Bedingungen? Benutzungskontext eines deutschen Textes
Unter welchen Umständen? (1) Benutzungsum- (2) Am Freitag, den 20.
Wann? stände Mai 1984 (Terminan-
Wie lange? (2) Benutzungszeit gabe)
Wo? (3) Benutzungsdauer (3) Wenige Sekunden
(4) Benutzungsort (4) An seinem Schreib-
tisch
Wörterbuchbenutzung: Erwartungen und Bedürfnisse. 143

gen aufgrund eines Informationsdefizits oder einer Informationsunsicherheit


zusammenhängenden Item 10 ein zentraler Stellenwert zuzuschreiben. Hierbei
finden zwei gewichtige Faktoren Berücksichtigung, und zwar die Suchbereiche
(Definition, Rechtschreibung, grammatische Information usw.) und die Hin-
weise über das Benutzungsziel und den Suchanlass (z. B. Ich möchte in die
Fremdsprache ein Wort aus der Muttersprache übersetzen u.a.). Weitere An-
fragen können von den Befragten selbst beim Item 11 beschrieben werden.
Auf die Benutzerkompetenz und den Ausbildungsstand nimmt der Frageblock
1-5 Bezug. Mit der lexikographischen Kompetenz sowie mit der Beherrschung
der Sprache hängen auch die Ergebnisse aus der Beantwortung des Items 16
(Welche Information halten sie in kontrastiven bzw. bilingualen Wbern für
unnötig) sowie auch aus der des Items 22 (Lektüre der Wörterbucheinleitung)
zusammen.
Mit wel- Benutzungsfolgen
chen Kon-
sequenzen? Dem Item 15 (die vermisste Information in einem kontrastiven Wb) lässt sich
entnehmen, dass eine erfolglose Suchanfrage stattgefunden hat, da im Werk
keine Information bzw. aus Sicht des Benutzers nicht ausreichende Auskunft
über das Konsultierte vorhanden ist. Über die erfolgreichen Suchanfragen be-
richten die Ergebnisse aus dem Item 18. Dazu kann die Versuchsperson die
Vorteile und Nachteile kontrastiver Wber (Item 17) und ihre Verbesserungs-
vorschläge (Item 19) ergänzen. Diese Fragen weisen auch auf die Einschät-
zung kontrastiver Wber als Hilfsmittel hin und sind zu ihrer Optimierung von
ausschlaggebender Bedeutung.

4 Analyse der Ergebnisse


Die im Weiteren zusammengefassten Ergebnisse erfolgen aus den Antworten
von 100 Probanden19 und werden zwecks der Darbietung in sechs Hauptfrage-
blöcke eingeteilt, und zwar Soziodemografie (4.1), Wörterbuchformat und -typ
(4.2), Informationssuche (4.3), Wörterbücherbekanntheitsgrad (4.4), Ansprüche
an die zweisprachige/ kontrastive spanische und deutsch-spanische Lexikogra-
phie (4.5) und Umgang mit den Wbern.

4.1 Persönliche Angaben


Wie bereits erwähnt, richten sich die ersten fünf Fragen auf die persönlichen Da-
ten der Befragten. Die erste Frage lässt uns die Testpersonen in unterschiedliche
Altersgruppen untergliedern: 46,39 % der Befragten sind zwischen 17 und 20

19 In einer ersten Phase sind mehr Umfragen zur Analyse herangezogen worden, aber
aufgrund ihrer Unvollständigkeit und deren Auswirkung auf die Prozentanteile wurden
einige von der Studie ausgeschlossen.
144 María José Domínguez Vázquez/Mónica Mirazo Balsa/Vanessa Vidal Pérez

Jahre alt, 26,80 % zwischen 21 und 24, 11,34 % zwischen 25 und 28, 2,06 %
zwischen 28 und 30 und 13,40 % sind über 30 Jahre alt. Von denen handelt es
sich bei 78,12 % um Frauen und nur bei 21,88 % um Männer. Entsprechend des
Umfrageziels wurde die Umfrage hauptsächlich von Spanisch sprechenden Mut-
tersprachlern ausgefüllt. Über die Deutschkenntnisse der Versuchspersonen be-
richten die Ergebnisse der vierten Frage: die Mehrheit weist ein Sprachniveau
A1 (28,87 %) auf und 16,49 % erreichen das Niveau A2. Über ein Mittelstufen-
niveau verfügen 32,99 % (22,68 % die B1 und 10,31 % die B2) und 15,46 %
über ein Hochstufenniveau (10,31 % die C1 und 5,15 % die C2). Auch Zwei-
sprachige (4,12 %) haben unsere Umfrage beantwortet. Die bereits angeführten
Angaben werden nun grafisch dargestellt:

Abb. 1: Deutschkenntnisse der Befragten

Die Gründe zum Erlernen des Deutschen hängen vorwiegend mit dem aka-
demischen Werdegang zusammen: zur höchsten Prozentzahl gehören diejenigen,
die in ihrem Bachelor Deutsch als Hauptfach (28,12 %) haben, die nächsthöchs-
te bilden die Studierenden des fünfjährigen Studiums Germanistik (26,04 %),
gefolgt von den Bachelor-Studierenden des Deutschen als Nebenfach mit 18,75
%. Aus Spaß lernen 11,46 % der Befragten Deutsch und ein gleicher Prozentsatz
gibt andere Gründe dafür an. Nur 4,17 % interessieren sich für die deutsche
Sprache aus beruflichen Gründen. Keine der Versuchspersonen macht eine Dok-
torarbeit oder einen Master, die mit Deutsch zu tun haben. Insgesamt handelt es
sich hier um Laien. Aus den bereits angeführten Daten ergibt sich das folgende
Gesamtbild (s. Abbildung 2):
Wörterbuchbenutzung: Erwartungen und Bedürfnisse. 145

Abb. 2: Gründe zum Erlernen der deutschen Sprache

Fasst man die obigen persönlichen Daten zusammen, müsste man von einem
hohen Prozentsatz an Teilnehmern zwischen 17 und 20 Jahren, einem sehr ho-
hen Anteil an Frauen und einem einstimmigen Resultat an spanischen Mutter-
sprachlern – das war der anvisierte Benutzerkreis der Umfrage –, sprechen. An-
dererseits hebt sich ein großer Teil der Befragten mit einem deutschen Sprach-
niveau A1 und B1 hervor und mit Abstand sind es akademische Gründe, die un-
sere Befragten dazu gebracht haben, Deutsch zu lernen.

4.2 Zum Wörterbuchformat und Wörterbuchtyp. Häufig-


keitsverwendung
Angaben zu dem in der Überschrift Genannten ergeben sich aus der Analyse der
Items 6, 7, 8 und 9. Im Hinblick auf die in der Umfrage vorgeschlagenen Wör-
terbuchformate, nämlich Printwörterbücher, Online-Wber und CD-Rom-Wber,
geraten die Online-Wber ins Blickfeld, was im Zeitalter der neuen Technologien
niemanden verwundern sollte.20 Den Daten zufolge ziehen 75,78 % der Be-
fragten Onlinewörterbücher zu Rate, während sich nur 22,11 % für Printwörter-

20 Einen Gesamtüberblick über deutsche Internet-Wörterbücher bietet Storrer (2010), über


Wörterbücher der iberoromanischen Sprachen Pöll (2010) und über lexikographische
Portale im Internet Klosa (2008).
146 María José Domínguez Vázquez/Mónica Mirazo Balsa/Vanessa Vidal Pérez

bücher und nur ein 2,11 % für die Version auf CD-Rom entscheiden21 (s. Abbil-
dung 3):

Abb. 3: Zum Wörterbuchformat

Bei den Items 7, 8 und 9 geht man der Frage betreffend die verwendeten
Wörterbücher mit Einbeziehung der Gebrauchshäufigkeit nach, also dem Hand-
lungsergebnis und der Benutzungsfrequenz (3.2). Gegenüber den Fragen 8 und
9, wo der Befragte selbstständig weitere Wörterbuchtypen hinzufügen kann,
wird bei Item 7 eine Reihe von Wörterbuchtypen – Bedeutungswörterbücher,
Synonym- und Antonymwörterbücher, bilinguale/kontrastive Wörterbücher, Va-
lenzwörterbücher, etymologische Wörterbücher, Rechtschreibwörterbücher,
Wörterbücher zur Phraseologie – dargeboten, die in Anbetracht ihrer Verwen-
dung nach den Frequenzparametern häufig, selten und nie auszuwerten sind.
Aus einer Auseinandersetzung mit den gewonnenen Ergebnissen lässt sich eine
Verwendungsskala in abnehmender Reihenfolge anbieten:

a) Häufige Benutzungsfrequenz: In die Gruppe der am häufigsten zu Rate ge-


zogenen Wörterbuchtypen fallen die zweisprachigen/kontrastiven Wber und
die Bedeutungswörterbücher, was zweifelsohne auf den Adressatenkreis der
Befragung, Studierende einer Fremdsprache, zurückzuführen ist. Gegenüber

21 Ein Vergleich der bereits angeführten Ergebnisse mit denen des Bekanntheitsgrads von
Wbern, die beim Item 13 geprüft werden (vgl. 4.4), lässt ihre Übereinstimmung
erkennen.
Wörterbuchbenutzung: Erwartungen und Bedürfnisse. 147

den Bedeutungswörterbüchern mit 65,05 % treten die zweisprachi-


gen/kontrastiven mit 75,53 %, in den Vordergrund. Nicht zu übersehen ist der
enge Zusammenhang zwischen den bereits angeführten Prozentsätzen und
denen hinsichtlich des Wörterbuchbekanntheitsgrads, der bei Bedeutungs-
wörterbüchern 67,09 % und bei zweisprachigen/kontrastiven Wbern 83,54 %
beträgt (vgl. 4.4). Zieht man zur Analyse den Parameter „selten“ in Betracht,
ist festzustellen, dass 10,64 % der Befragten zweisprachige/kontrastive Wör-
terbücher und 28,42 % Bedeutungswörterbücher selten zur Hand nehmen.
Weiterhin weisen 13,83 % der Versuchspersonen darauf hin, dass sie nie oder
fast nie zweisprachige/ kontrastive Wber zu Rate ziehen und 10,53 % schlä-
gen nie in Bedeutungswörterbüchern nach. Die bereits angeführten Prozent-
sätze stellen sich unseres Erachtens angesichts des Befragungsadressaten als
auffallend heraus.
b) Seltene Benutzungsfrequenz: Einer mittleren Stufe in der Skala lassen sich
angesichts ihrer seltenen Verwendung die Rechtschreibwörterbücher
(37,74 %), Wber zur Phraseologie (30,53 %) und Synonym- und Antonym-
wörterbücher (40,00 %) zuschreiben. Zum Gesamtüberblick über die Ver-
wendungsfrequenz dieser Wber sowie zur Gegenüberstellung dieser drei
Wbtypen dient die nachstehende Grafik:

Antwortanzahl Prozentsatz
Rechtschreibwörterbücher
Häufig 20 21,05 %
Nie 39 41,05 %
Wörterbücher zur Phraseologie
Häufig 14 14,74 %
Nie 49 51,58 %
Synonym- und Antonymwörterbücher
Häufig 17 17,89 %
Nie 35 36,84 %
Grafik 1: Benutzungsfrequenz ausgewählter Wörterbuchtypen

Darauf, ob die seltene Wörterbuchverwendung auf einen geringeren Be-


kanntheitsgrad seitens der Befragten zurückgeführt werden kann, kann mithilfe
eines Vergleichs zwischen den hier resultierenden Angaben und denen aus dem
Frageblock 4.4 (besonders Abschnitt 5) eingegangen werden: Im Fall der Recht-
schreibwörterbücher scheint dies aufgrund der übereinstimmenden Ergebnisse
eine wahrscheinliche Erklärung zu sein, hingegen lassen sich bei den Wbern zur
148 María José Domínguez Vázquez/Mónica Mirazo Balsa/Vanessa Vidal Pérez

Phraseologie und bei den Synonym- und Antonymwörterbüchern bedeutende


Unterschiede beobachten:

Wörterbuchverwendung Wörterbuchbekanntheitsgrad

Rechtschreibwörterbücher 37,74 % 32,91 %

Wörterbücher zur Phraseo-


30,53 % 16,46 %
logie

Synonym- und
40,00 % 25,32 %
Antonymwörterbücher
Grafik 2: Wörterbuchverwendung und Wörterbuchbekanntheitsgrad ausgewählter Wör-
terbuchtypen im Vergleich

Die bereits angeführten prozentuellen Angaben müssen aber unter Vorbehalt


zur Interpretation herangezogen werden, da sich die Befragten, wie aus der Ana-
lyse des Items 13 hervorgeht,22 über den Unterschied zwischen dem Wörter-
buchtyp und ihrem eigenen Gebrauch der Nachschlagewerke nicht im Klaren
sind. In diesem Sinne ist in Betracht zu ziehen, ob zwecks abzuleitender Folge-
rungen der Prozentsatz über die Verwendung von z. B. phraseologischen Wbern
sich tatsächlich als ausschlaggebend erweist, denn es ist die Hypothese anzustel-
len, dass die Versuchspersonen möglicherweise diese phraseologische Informa-
tionssuche mithilfe irgendeines Wbs durchgeführt haben, dass dieses Werk sich
für ihre Suchanfrage und -ziele zufällig als geeignet herausgestellt hat und darü-
ber hinaus die Wbbzer dieses Nachschlagewerk somit als Wb zur Phraseologie
auffassen (vgl. 4.4, Abschnitt 1).
Außerdem ist in diesem Zusammenhang die äußerst eindeutig verschiedene
Antwortanzahl nicht zu unterschätzen:

Wörterbuchverwendung Wörterbuchbekanntheitsgrad

Rechtschreib-
92 13
wörterbücher

Wörterbücher zur Phraseolo-


92 13
gie

22 In diesem Item sollten die Befragten nicht nur darauf eingehen, ob sie bestimmte
Wbtypen kennen, sondern auch ein Beispiel angeben.
Wörterbuchbenutzung: Erwartungen und Bedürfnisse. 149

Synonym- und
90 20
Antonymwörterbücher

Grafik 3: Anzahl der Antworten hinsichtlich der Wörterbuchverwendung und des Wörter-
buchbekanntheitsgrads ausgewählter Wörterbuchtypen im Vergleich

c) (Fast) nie verwendete Wörterbücher: Die Befragungsergebnisse lassen da-


rauf schließen, dass sich neben etymologischen Wörterbüchern Valenzwör-
terbücher als die am wenigsten von den Umfrageteilnehmern konsultierten
Wörterbücher herausstellen, und zwar 71,58 % der Befragten im Fall der Va-
lenzwörterbücher und 72,63 % bei etymologischen Wbern. Zum Gesamtbild
über die Verwendung von diesen beiden Wbtypen trägt die Berücksichtigung
nachstehender Häufigkeitsangaben bei:

Valenzwörterbücher Etymologische Wber

Benutzungsfrequenz: selten 23,00 % 20,00 %

Benutzungsfrequenz: häufig 1,1 % 2,22 %

Grafik 4: Seltene und häufige Benutzungsfrequenz ausgewählter Wörterbuchtypen im Ver-


gleich

Da 11,39 % der Befragten bei Valenzwörterbüchern und 20,25 % bei etymo-


logischen Wbern beim Item 13 behaupten, diese beiden Wbtypen, zusammen
mit den Wbern zur Phraseologie, nicht zu kennen, mögen die oben tabellarisch
dargestellten Resultate nicht überraschen.
Die in diesem Abschnitt dargebotenen Daten werden im Weiteren grafisch
angeführt:
150 María José Domínguez Vázquez/Mónica Mirazo Balsa/Vanessa Vidal Pérez

Abb. 4: Wörterbuchbenutzung und Häufigkeit bei ausgewählten Wörterbuchtypen

Außerdem besteht bei den Items 8 und 9 für die Versuchspersonen die Mög-
lichkeit auf weitere Wbtypen hinzuweisen, die nicht in der vorhergehenden Fra-
ge einbezogen wurden. Als von ihnen zu Rate gezogene Wber werden Fachwör-
terbücher, terminologische Wörterbücher und Bild- oder Deklinationswörterbü-
cher eingeführt. Interessant ist dabei, dass mehrheitlich auf den Wbtitel bzw. den
Verlagsnamen Bezug genommen wird, weniger auf die Typologie.

4.3 Zur nachgeschlagenen Information


Die Umfrageergebnisse werden in abnehmender Reihenfolge hinsichtlich der
häufigsten Informationssuche dargeboten (Items 10, 11 und 12):

a) Die am häufigsten gesuchte Information: Die häufigste Informationssuche


betrifft die Übersetzung eines Wortes: Sowohl bei der Translation von der
Muttersprache in die Fremdsprache als auch umgekehrt ergibt sich der glei-
che Prozentanteil (90,43 %), nur bei der Betrachtung anderer zur Bestim-
mung der Frequenz angewandter Parameter lassen sich geringe Unterschiede
feststellen:23

23 In Anbetracht dieser Ergebnisse ist auch die Betonung der Äquivalenzwiedergabe sowie
der kontextabhängigen und -bedingten Beispiele im Abschnitt 4.5 zu verstehen.
Wörterbuchbenutzung: Erwartungen und Bedürfnisse. 151

häufig selten nie Antwort-


anzahl

Übersetzung (ein Wort aus meiner Mutterspra- 90,43 % 9,57 % 0%


94
che in die Fremdsprache übersetzen) (85) (9) (0)

Übersetzung (ein Wort aus der Fremdsprache 90,43 % 6,38 % 3,19 %


94
in meine Muttersprache übersetzen) (85) (6) (3)

Grafik 5: Informationssuche: häufigst

b) Häufige Informationssuche: Im Gegensatz zu a) zeigt hier der Parameter


„selten“ einen höheren Prozentansatz auf und, wie aus der Tabelle abzulesen
ist, sind der in der Überschrift erwähnten Gruppe die Definition eines Wortes
in der Zielsprache, die Orthografie und verschiedene grammatische Angaben
zuzuschreiben:

häufig selten nie Antwortan-


zahl

Definition (ein Wort aus der Fremdsprache ver- 74,19 % 20,43 % 5,38 %
93
stehen) (69) (19) (5)

Rechtschreibung (herausfinden, wie ein Wort 67,39 % 30,43 % 2,17 %


92
aus der Fremdsprache geschrieben wird) (62) (28) (2)

Grammatische Information (den Genus, Wortart,


79,57 % 16,13 % 4,3 %
usw. von einem Wort aus der Fremdsprache her- 93
(74) (15) (4)
ausfinden)

Grafik 6: Informationssuche: häufig

Die der Tabelle zu entnehmenden Resultate lassen auch die Folgerung zie-
hen, dass die Information, die sie in Bezug auf kontrastive/zweisprachige Wber
(vgl. 4.5) für erforderlich halten, in der Tat diejenige ist, die konsultiert wird.

c) Nie/seltene Informationssuche: Festzustellen ist hiermit, dass


152 María José Domínguez Vázquez/Mónica Mirazo Balsa/Vanessa Vidal Pérez

– die Angaben hinsichtlich der Verwendung von Synonym- und


Antonymwörterbüchern (40,00 %) sowie des Nachschlagens dieser Infor-
mation (46,74 %) übereinstimmen, wie es ebenfalls bei etymologischen
Wbern der Fall ist (Verwendung: 72,63 % und Informationssuche: 61,96
%).
– phonetische Information selten nachgeschlagen wird. Trotzdem wird die
mangelhafte Auskunft darüber beim Item 17 als Nachteil kontrastiver/
zweisprachiger Wber gekennzeichnet.
Zu einem Gesamtüberblick dient die nachfolgende Tabelle:

Antwort-
häufig selten nie
anzahl

Phonetik (herausfinden, wie ein Wort aus der 22,83 % 48,91 % 28,26 %
92
Fremdsprache ausgesprochen wird) (21) (45) (26)

Etymologie (die Herkunft eines Wortes aus der 4,34 % 33,7 % 61,96 %
92
Fremdsprache kennen) (4) (31) (57)

Synonyme/ Antonyme (in der Fremdsprache


28,26 % 46,74 % 25,00 %
Wörter mit derselben/ gegensätzlichen Bedeu- 92
(26) (43) (23)
tung ausdrücken)

Grafik 7: Informationssuche: nie/selten

Auf weitere von ihnen nachgeschlagene Daten sowie auf die Suchhäufigkeit
können die Befragten bei den Items 11 und 12 hinweisen. Hiermit werden die
Kollokationen, das Konjugationsmuster und nochmals die kontextabhängige
Übersetzung der Wörter erwähnt (vgl. auch 4.5).
Zu einer Gesamtdarbietung der Untersuchungsergebnisse hinsichtlich dieses
Umfrageblocks ist die folgende grafische Zusammenfassung zweckdienlich:
Wörterbuchbenutzung: Erwartungen und Bedürfnisse. 153

Abb. 5: Zu den Suchanfragen und deren Häufigkeit

4.4 Kenntnisse über Wörterbücher zur deutschen Spra-


che
Beim Item 13 geht man der Frage bezüglich des Bekanntheitsgrads von Wörter-
büchern zur deutschen Sprache seitens der Befragten nach. Wie aus der nachste-
henden Grafik abzuleiten ist, erweisen sich Bedeutungswörterbücher (76,09 %)
und zweisprachige bzw. kontrastive Wörterbücher mit einem Prozentsatz von
83,54 % als die für die Versuchspersonen meistbekannten Nachschlagewerke:
154 María José Domínguez Vázquez/Mónica Mirazo Balsa/Vanessa Vidal Pérez

De significados
67,09 %
(Bedeutungswörterbücher)

Sinónimos y antónimos
25,32 %
(Synonym- und Antonymwörterbücher)

Bilingües/contrastivos
83,54 %
(zweisprachige/kontrastive Wber)
De valencias
11,39 %
(Valenzwörterbücher)
Etimológicos
20,25 %
(Etymologische Wber)
Ortográficos
32,91 %
(Ortographische Wber)
Fraseológicos
16,46 %
(Wber zur Phraseologie)
Otros
11,39 %
(Weitere)
Grafik 8: Bekanntheitsgrad ausgewählter Wörterbuchtypen der deutschen Sprache

Zur Zusammenfassung der jedem Wörterbuchtyp zugeordneten Nachschla-


gewerke und darüber hinaus zum Gewinn eines Gesamtüberblicks über die Be-
kanntheit der in der Frage vorgeschlagenen Wörterbuchtypologie dient das
nachstehende Resümee:24

Bedeutungswörter- Anzahl der Beantwortenden: 53


bücher Die am häufigsten in der Umfrage vorkommenden Wber sind das
Duden Bedeutungswörterbuch, das Langenscheidts (das meist er-
wähnte), Pons (auch die online Version) und DIX.
Synonym- und Anzahl der Beantwortenden: 20
Antonym- Hinweis: 1 Befragter kennt kein Wb dieser Art.
Wörterbücher Das am häufigsten in der Befragung genannte Wb. ist das Syno-
nymwörterbuch vom Dudenverlag. Dazu werden zwei online Nach-
schlagewerke angeführt, und zwar Pons und DIX. Genannt wird
auch die Seite http://www.wie-sagt-man-noch.de/
Bilinguale/ Anzahl der Beantwortenden: 66
kontrastive Wber Hier lässt sich eine gleichrangige Bezugnahme auf das Langen-
scheidts, DIX und Pons (auch die online Version) feststellen, wobei
auf das online Produkt des Dudenverlags http://www.woerterbuch.
info/ deutsch-spanisch/uebersetzung/duden. php verwiesen wird.
Valenzwörterbücher Anzahl der Beantwortenden: 9
Hinweis: 5 nennen kein Valenzwörterbuch.

24 Zu genaueren Literaturhinweisen siehe 6.2.


Wörterbuchbenutzung: Erwartungen und Bedürfnisse. 155

Erwähnt werden Verbvalenzwörterbücher wie Helbig/Schenkel


(11969, 71983), Engel/Schumacher (11976, 21978) und VALBU
(2004).
Etymologische Anzahl der Beantwortenden: 16
Wber Hinweis: 4 führen kein Beispiel für ein etymologisches Wörterbuch
an.
Genannt werden hier das Herkunftswörterbuch und das Fremdwör-
terbuch vom Dudenverlag. Konsultiert wird auch die freie Enzyklo-
pädie Wikipedia.
Orthografische Anzahl der Beantwortenden: 26
Wber Hinweis: 2 nennen kein Beispiel für ein Rechtschreibwörterbuch.
Hier wird auf das Wörterbuch Richtiges und gutes Deutsch des Du-
denverlags, die Duden-Rechtschreibregeln (http://www. duden.de/
rechtschreibregeln) und die online Nachschlagewerke Pons und DIX
Bezug genommen.
Wber zur Phraseolo- Anzahl der Beantwortenden: 13
gie Hinweis: 1 kennt kein Wörterbuch zu Phraseologie.
Redewendungen vom Dudenverlag, DIX und Pons stellen sich als
die in der Umfrage am häufigsten vorkommenden Werke heraus.
Außerdem wird auf phraseologische Onlinewörterbücher (der ge-
naue Titel wird nicht angegeben) und auf DWDS
(http://www.dwds.de/) hingewiesen.
Weitere Anzahl der Beantwortenden: 6
Hinweis: 2 nennen kein Beispiel
Als weitere ihnen bekannte Wber erweisen sich das Bildwörterbuch
vom Ponsverlag und online Webseiten wie http://translate.google.
es/# und canoonet.

Auf der Grundlage der bisherigen Daten lassen sich die nachfolgenden Be-
obachtungen anstellen:

1) Die Analyse der beim Item 13 gewonnenen Ergebnisse erbringt den


Nachweis dafür, dass, wie es im Fall der Synonym- und Antonym-
wörterbücher und im Fall der Rechtschreibwörterbücher eindeutig wird,
die Versuchspersonen den Wörterbuchtyp mit der eigenen Verwendung
eines Nachschlagewerkes verwechseln. Dies hat zu bedeuten, dass der im
Voraus geplante Wörterbuchzweck, seine Konzeption und Gestaltung
sowie der angestrebte Adressatenkreis nicht mit der tatsächlichen Benut-
zung, dem Benutzer, den Benutzungssituationen und -zielen in Einklang
stehen müssen. In Anbetracht des Erwähnten fassen die Wbbzer Online
Produkte wie http://www.pons.de/ und http://dix.osola.com/ als Recht-
schreibwörterbücher und DWDS (http://www.dwds.de/) als Wörterbuch
zur Phraseologie auf, was die Folgerung ziehen lässt, dass eine hohe An-
zahl der Befragten keine hinreichenden Kenntnisse über Wörterbuchty-
156 María José Domínguez Vázquez/Mónica Mirazo Balsa/Vanessa Vidal Pérez

pologie besitzt (siehe 4.2).25 Dazu erweist sich die Benutzung hinsichtlich
der Wörterbuchauswahl als fehlerhaft (vgl. 3.1, die Handlungsmodalität).
2) Der niedrige Prozentsatz hinsichtlich des Bekanntheitsgrads von etymo-
logischen Wbern, Wbern zur Phraseologie oder Valenzwörterbüchern
geht im Rahmen dieser Umfrage unserer Ansicht nach hauptsächlich da-
rauf zurück, dass die Mehrzahl der Befragten – zwischen 17 und 20 Jahre
alt – ein Sprachniveau A1 bzw. B1 aufweist.
3) Die aus diesem Item hervorgehenden Resultate hängen auch eindeutig
mit den Ergebnissen aus dem Frageblock 4.6 zusammen: die Befragten
kennen fast nur die ihnen im akademischen Bereich empfohlenen Wör-
terbücher. Das knüpft wiederum an die Tatsache an, dass unterschiedli-
che Sprachniveaus sowie akademische Bildungen einen bestimmten
Wörterbuchtyp beanspruchen.
4) Weiterhin stimmen der Bekanntheitsgrad und die tatsächliche Verwen-
dung von Wbern überein, wie die Ergebnisse aus der Frage 6 bestätigen:
75,79 % benutzen Nachschlagewerke online (Item 6) und die Mehrheit
der von ihnen als bekannt angegebenen Wörterbücher sind online ver-
fügbar (Item 13).
5) Unterzieht man die Häufigkeit beim Gebrauch bestimmter Wörterbuch-
typen (Item 7) und den Bekanntheitsgrad einem Vergleich (Item 13),
lässt sich feststellen, dass die Prozentsätze im Fall der Bedeutungswör-
terbücher (Häufigkeit: 61,05 %; Bekanntheitsgrad: 67,09 %), der Syno-
nym- und Antonymwörterbücher (Häufigkeit: 17,89 %; Bekanntheits-
grad: 25,32 %), der kontrastiven/zweisprachigen Wber (Häufigkeit 74,74
%; Bekanntheitsgrad: 83,54 %) und der Wber zur Phraseologie (Häufig-
keit 14,74 %; Bekanntheitsgrad: 16,46 %) einander gleichen. Zu diver-
gierenden Resultaten führt aber die Gegenüberstellung der Prozentansät-
ze bei Valenzwörterbüchern (Häufigkeit: 1,05 %; Bekanntheitsgrad:
11,39 %), Wörterbüchern zur Etymologie (Häufigkeit: 2,11 %; Be-
kanntheitsgrad: 20,25 %) und bei Rechtschreibwörterbüchern (Häufig-
keit: 21,05 %; Bekanntheitsgrad: 32,91 %). Nicht zu unterschätzen ist
zum einen die Rolle dieser Items als Prestige-Fragen sowie die aufkom-

25 Dass die Befragten Schwierigkeiten mit der Zuordnung von Wörterbüchern zu einem
bestimmten Wörterbuchtyp haben, lässt sich auch mithilfe der Ergebnisse aus Item 8
feststellen, denn als in der vorangehenden Frage ungenannte Wörterbuchtypen führen
sie Pons (http://www.pons.de/) und Dix (http://dix.osola.com/) auf, die eindeutig als
zweisprachige – sowohl Pons als auch Dix – oder als monolinguales
Bedeutungswörterbuch – Pons – einzustufen sind und auf deren Typen jedoch beim
Item 7 Bezug genommen wird.
Wörterbuchbenutzung: Erwartungen und Bedürfnisse. 157

menden Zweifel, ob die Beantwortenden immer mit der Wörterbuchtypo-


logie zurechtkommen (vgl. 4.2).

4.5 Zu den zweisprachigen/kontrastiven Wörterbüchern:


Einschätzungen, Meinungen, Verbesserungsvorschlä-
ge
47,87 % der Befragten – ein nicht zu unterschätzender Prozentsatz – äußert bei
Frage 14, dass zweisprachige/kontrastive Wörterbücher nicht alle notwendigen
Informationen vermitteln:

Abb. 6: Zur Vermittlung aller notwendigen Informationen durch zweisprachige bzw. kon-
trastive Wber

Ergänzend führen beim Item 15 vierzig Befragte die von ihnen vermisste In-
formation beim Umgang mit zweisprachigen/kontrastiven Wörterbüchern an.
Den Meinungen der Befragten zufolge ist den nachstehenden zusammengefass-
ten Schwerpunkten ein zentraler Stellenwert zuzuschreiben:

• Die Äquivalenz: Fast alle darauf eingegangenen Versuchspersonen wei-


sen auf die Ungenauigkeit sowie auf die Kürze der Bedeutungserklärun-
158 María José Domínguez Vázquez/Mónica Mirazo Balsa/Vanessa Vidal Pérez

gen der Äquivalente hin.26 Zum einen scheint sich die vorhandene Infor-
mation nicht für die Unterscheidung der Äquivalente als ausreichend her-
ausgestellt zu haben und zum anderen trägt sie aus Sicht des Benutzers
nicht problemlos und entscheidend zur Gewährleistung der produktiven
Aktualisierung der zielsprachlichen Einheiten bei. Ferner halten die Be-
nutzer eine in ihrer Muttersprache verfasste Bedeutungsbeschreibung der
zielsprachlichen Äquivalente für erforderlich.
• In engem Zusammenhang mit der Äquivalenzdarlegung steht auch die
Rolle der Beispiele. Zwecks der Klärung der Bedeutung eines nachge-
schlagenen Äquivalents sowie zwecks seiner Adäquatheit in einem gege-
benen Kontext wird auf die Notwendigkeit hingewiesen, viele kontextbe-
dingte bzw. kontextabhängige Beispiele nicht nur des schriftlichen, son-
dern auch des mündlichen Sprachgebrauchs anzuführen. Festen Wendun-
gen sowie für die mündliche Ausdrucksweise charakteristischen Formu-
lierungen und Redewendungen sollte größeres Gewicht beigemessen
werden.
• Zu den in der Befragung höchst repräsentativen bereits genannten Berei-
chen, der Äquivalenzwiedergabe und der Beispieldarlegung, deuten man-
che Informanten auf die erforderliche Hinzufügung und Berücksichti-
gung soziodemographischer (der Sprecheranzahl einer Sprache, kulturel-
ler sowie gesellschaftlicher Worterklärungen), grammatischer (mehr
Kompositabeispiele, feste Wendungen in einem Anhang, konjugierte
Verben usw.) und phonetisch-phonologischer Information hin.
Die Beantwortung des Items 16 (die für überflüssig gehaltene Information) lässt
ebenfalls Einblicke in die Einschätzungen der Wbbzer über die kontrastive/
zweisprachige spanisch-deutsche Lexikographie gewinnen. Einstimmig be-

26 Gemeint sind wohl die Übersetzungsäquivalente, da die Äquivalenz bei den von den
Wbbzern in der Umfrage erwähnten Wbern in der Regel durch Übersetzungsäquivalente
sichergestellt wird, etwa wie bei Langenscheidt Handwörterbuch Spanisch-Deutsch,
Deutsch-Spanisch (1995):
Compra f Kauf m, An-, Ein-kauf m; ~ al contado Bar(ein)kauf m; ~ de ocasión, ~ de
lance Gelegenheitskauf m; ~ a plazos Teilzahlungs-, Ratenkauf m; agente m de ~
Einkäufer m; libro m de ~ se Einkaufsbuch m [...].
Oder bei DIX (http://dix.osola.com):
Venta: der Absatz, das Gasthaus, der Gasthof, der Umsatz, der Umschlag
(Warenumschlag), die unwirtliche Gegend, die Veräußerung, der Verkauf, der
Verkaufsstand, der Vertrieb, das Wirtshaus.
Und bei PONS-Wörterbuch der deutschen Umgangssprache (Spanisch) (1993):
Apoyo m 1. (sostén) Halt m; (soporte) Stütze f 2. (respaldo) Unterstützung f; (ayuda)
Hilfe f; [...].
Wörterbuchbenutzung: Erwartungen und Bedürfnisse. 159

zeichnen alle Informanten (33) die in diesen Wbern enthaltene Information als
unbedingt nötig. Als mangelhaft werden aus der Sicht der Wbbzer nur die
manchmal zu langen Bedeutungsbeschreibungen27 (1 Person) und das Vorhan-
densein etymologischer Information28 (3 Personen) gehalten, wobei die Anzahl
der Antworten hier nicht repräsentativ ist.
Die Frage 17, bezüglich der Vorteile und Nachteile der kontrastiven/ zwei-
sprachigen Wber, knüpft an das Item 15 (die vermisste Information) und an das
Item 16 (die unnötige Information) an und ermöglicht außerdem, aus den Ant-
worten nähere Daten und genauere Hinweise über die Benutzungsfolgen der
WBB zu erschließen:

Vorteile Nachteile

Eindeutige Übersetzung bzw. direkter Vergleich Ungenaue Übersetzung

Handhabbare und schnelle Suche --


Einfache und nützliche Verwendung --
Verdeutlichung des Gebrauchs eines Wortes in bei-
den Sprachen --

Ungenügende Unterscheidung der Äquivalen-


te:
- wenig Information zur Auswahl des einen
Veranschaulichung der Äquivalente und ihre Ver-
oder des anderen Äquivalents.
wendung in einem Kontext
- wenig Kontext und Information zur Verwen-
dung eines Wortes in einem Kontext.

Erleichterung des Textverständnisses in der Ziel-


sprache --

Hinweise über grammatische Information (Genus,


Plural, der Artikel), über die Aussprache und Ortho- Mangelhafte grammatische und phonetisch-
grafie phonologische Information

Vergleich zwischen Strukturen der gegenüberge- Nicht genügende Ausführlichkeit, vor allem
stellten Sprachen bei den online Wbern
Die Erklärung der Lesarten
--

27 Siehe Fußnote 22.


28 Eine Verbindung zwischen denjenigen, die so etwas behaupten, und ihrem
Studienniveau wäre hier herzustellen.
160 María José Domínguez Vázquez/Mónica Mirazo Balsa/Vanessa Vidal Pérez

Das Vorhandensein von Beispielen Wenige Beispiele in einem gegebenen Kontext

Das Format: Printwörterbücher wiegen sehr


viel

Aus einem Vergleich der bereits angeführten Nachteile und Vorteile mit den
Ergebnissen aus den schon behandelten Items 15 und 16 sowie mit dem Item 18
(nützlicher Teil des Wörterbuches) und 19 (Verbesserungsvorschläge) geht her-
vor, dass die Äquivalenzwiedergabe als brauchbarer Teil des kontrastiven/ zwei-
sprachigen Wbs, d.h. die Übersetzung der Wörter in eine Zielsprache, in den
Vordergrund rückt (siehe 4.3). An zweiter Stelle werden die in einem gegebenen
Kontext angeführten Beispiele und an dritter Stelle die Darlegung grammati-
scher Information (Genus, Plural, unregelmäßige Verben) genannt. In Überein-
stimmung mit den Resultaten aus Frage 15 stellen sich die Vermittlung von
mehr Information über den Gebrauch und die Kombinatorik eines Wortes, der
Einbezug von mehr kontextabhängigen Beispielen für jede Lesart und jeden
Wörterbuchartikel, die Hinzufügung mehrerer Angaben zur Umgangssprache,
fester Wendungen u.a. sowie die Bekanntmachung der soziodemografischen und
kulturellen Wortverwendung als die hervorzuhebenden Verbesserungsvorschlä-
ge heraus.
Eine Auseinandersetzung mit den unter b) angeführten Untersuchungser-
gebnissen lässt wichtige Einsichten in die Handlungsfolge (vgl. 1) beim Hand-
lungstyp EIN WÖRTERBUCH BENUTZEN gewinnen: Da hinsichtlich der
Äquivalenzsuche und -feststellung, der Produktion einer zielsprachlichen Ein-
heit und des Status der Beispiele Mängel ersichtlich sind, kann eine erfolglose
Benutzung des lexikographischen Werkes angenommen werden. Die Befragten
weisen, nicht in wenigen Fällen, sogar ausdrücklich darauf hin, dass sie die von
ihnen in kontrastiven/zweisprachigen Wörterbüchern gesuchte Information nicht
immer finden und sie demzufolge andere Wber zu Rate ziehen müssen.
Insgesamt lässt sich feststellen, dass den Befragtenaussichten zufolge sich
die Äquivalenzwiedergabe als die positivste Leistung kontrastiver Wber, aber
auch als das Mangelhafte an ihnen erweist. Hinzu kommt, dass die Benutzer,
wie aus der Umfrage hervorgeht, an das Wörterbuch wie an ein Allheilmittel
herangehen und demzufolge hohe Ansprüche daran stellen.

4.6 Zum Umgang mit dem Wörterbuch


Die Antworten auf die Frage 20 – Wer hat dich dazu veranlasst, Wörterbücher
zu verwenden?– sind einstimmig, und zwar: Die Lehrer und Dozenten. Als
Wörterbuchbenutzung: Erwartungen und Bedürfnisse. 161

Gründe bzw. Anlässe zur Verwendung des Wörterbuches hebt man die Notwen-
digkeit hervor, beim Erlernen einer Fremdsprache etwas verstehen zu wollen.
Nur wenige führen die Familie oder sich selbst an.
Aus der Gegenüberstellung der Ergebnisse aus den Fragen 13 und 21 lässt
sich eine wichtige Schlussfolgerung ziehen, nämlich, dass die Versuchspersonen
diejenigen Wber kennen (Frage 13), die ihnen empfohlen wurden (Frage 21).
Folglich werden in beiden Fragen die Wörterbücher des Duden-, des Langen-
scheidt- und des Ponsverlags, ebenfalls ihre Onlineversionen, und Online-
Wörterbücher, wie http://www.pons.de/ und http://dix.osola.com/, erwähnt.
Die Ergebnisse aus dem Item 22 bestätigen unsere Hypothese, dass die
Wbbzer nicht häufig die einführenden Teile des Wbs lesen:

Abb. 7: Umtexte

Daraus hat der Lexikograph die Lehre zu ziehen, dass die Abstraktheit bei
der Notierung, die Komplexität bei der Darlegung der Information sowie bei der
Gestaltung des Verbartikels usw. zu vermeiden sind, da er sich nicht auf die
aufmerksame Lektüre – wenn überhaupt – der Hinweise zur Benutzung und
dementsprechend der -konventionen verlassen kann.
162 María José Domínguez Vázquez/Mónica Mirazo Balsa/Vanessa Vidal Pérez

5 Schlussfolgerung
Im Hinblick auf die Ergebnisanalyse sowie auf die technischen und methodi-
schen Vorarbeiten zu Erstellung und Aufbau der Umfrage lassen sich die nach-
folgenden Schlussfolgerungen in zwei verschiedenartige thematische und chro-
nologische Bereiche einteilen:

a. Zur Bereitstellung sowie weiterer Anwendung der Umfrage:


a.1 Die Herstellung einer Verbindung zwischen der Umfrage und einer Da-
tenbank o.Ä. scheint für künftige Studien nicht nur hinsichtlich der Da-
tenanalyse sondern auch einer wünschenswerten zunehmenden
Antwortenanzahl vonnöten zu sein, denn bei einigen Items erwies sich
die Prüfung und Auswertung jeder individuellen Umfrage sowie einzel-
ner Antworten als unerlässlich, was bei einer höheren Anzahl von Ant-
worten nicht zu bewältigen wäre.
a.2 Zwecks der Vermeidung vager Antworten und folglich der notwendigen
individuellen Analyse jedes Items bei jeder Umfrage sollten künftig eini-
ge Fragen spezifischer und zielgerichteter gestellt werden.
a.3 Auf neue Fragen sollte Bezug genommen werden, wie es bei der Berück-
sichtigung des äußeren Benutzungskontextes der Fall ist.
Eine inhaltliche und technische Verbesserung der Umfrage steht noch aus.

b. Zur Gesamtbetrachtung der Umfrageanalyse:


b.1 Hinsichtlich der Benutzungsfrequenz (Wie oft?) und des Handlungser-
gebnisses (Was?) bestätigt die Datenanalyse unsere Ausgangshypothese
über die Online-Wber als die am häufigsten konsultierten Wber.
b.2 Bedeutungswörterbücher und kontrastive/zweisprachige Wber treten so-
wohl angesichts ihrer Verwendung als auch ihres Bekanntheitsgrads ins
Blickfeld, was sich u.a. auf die Umfrageadressaten zurückführen lässt,
nämlich spanische muttersprachliche bzw. zweisprachige Studierende
zwischen 17 und 20 Jahren mit einem deutschen Sprachniveau A1 und
B1.
b.3 Eine beträchtliche und herrschende Unkenntnis über Wörterbuchtypolo-
gie und demzufolge Schwierigkeiten bei der Wörterbuchauswahl werden
festgestellt: Trotz ihrer Adäquatheit zwecks einer konkreten Suchanfrage
sowie einer erfolgreichen Benutzung zeigen bestimmte Wbtypen eine
niedrige Benutzungsfrequenz auf. Aus einer Gesamtanalyse der mit die-
sem Thema zusammenhängenden Items lässt sich die Hypothese anstel-
len, dass die Befragten das gleiche Wb. für alle möglichen Anfragen zu
Rate ziehen, ohne dabei auf die Tatsache zu achten, dass jedes Wb. für
Wörterbuchbenutzung: Erwartungen und Bedürfnisse. 163

bestimmte Inhaltsvermittlungen, -zwecke usw. konzipiert wurde und,


noch wichtiger, dass ein Wb. nicht jegliche Information vermittelt. Ferner
deuten die Umfrageergebnisse auf die Vermischung vom Wörterbuchtyp,
die die Versuchspersonen zu verwenden behaupten, und den tatsächlich
konsultierten Wbern hin.
b.4 Was den inneren Benutzungskontext (Benutzungsziel, Suchfrage usw.)
anbelangt, stellen sich Suchanfragen im Rahmen der Hin- oder
Herübersetzung als die häufigsten heraus, was mit der erforderlichen
Festlegung eines Äquivalents seitens der Wbbzer zusammenhängt. Bei
der Frage, ob bei den zu Rate gezogenen Werken die Äquivalenz-
wiedergabe adäquat, hilfreich und zweckdienlich dargeboten wird, erge-
ben sich unterschiedliche Antworten: Gegenüber der verbreitetsten An-
sicht über die Darstellung der Äquivalenz als Hauptgewinn kontras-
tiver/zweisprachiger Wber herrscht auch ihre Auffassung als die wich-
tigste Schwachstelle lexikographischer Werke. Die Äquivalenzwie-
dergabe bzw. die mangelhafte Äquivalenzfeststellung sowie -darstellung
wird der härtesten Kritik unterzogen, die in aller Kürze wie folgt begrün-
det wird: die Information über die Äquivalente scheint zwecks einer pro-
duktiven Aktualisierung ihre Abgrenzung nicht zu gewährleisten. Ferner
wäre den – wenigen und, wenn vorhanden, kontextlosen – Beispielen als
aussagekräftige hilfeleistende Informationsvermittler ein gesonderter
Wert zuzuschreiben. Den Ergebnissen lässt sich diesbezüglich eine er-
folglose Benutzungsfolge entnehmen.
b.5 Wbbzer lesen nicht häufig den Wörterbuchmetateil und verwenden in der
Tat fast ausschließlich die von Dozenten empfohlenen Werke.
Die Umfrageergebnisse bestätigen zum einen viele unserer Ausgangs-
hypothesen, zum anderen – unseres Erachtens viel wichtiger – lassen sich auf
deren Grundlage ernstzunehmende Einsichten in die für die Wbbzer erwünsch-
ten lexikographischen Werke gewinnen. Die Anforderungen an kontrastive/
zweisprachige Werke seitens des Benutzers sind gerecht, aber zweisprachige
Wörterbücher sind angesichts der Komplexität der Äquivalenzbeziehung sowie
der notwendigen Berücksichtigung und Darstellung aller relevanten Äquivalente
für ein Sprachenpaar höchst komplizierte Gebilde.
164 María José Domínguez Vázquez/Mónica Mirazo Balsa/Vanessa Vidal Pérez

6 Literatur

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Wörterbuchbenutzung: Erwartungen und Bedürfnisse. 167

Liste der Wörterbücher und Webseiten, auf die die Versuchspersonen in der
Umfrage Bezug genommen haben29

Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS): <http://www.dwds.de> (Studentenbe-


zeichnung: DWDS).
DIX: Diccionario alemán-castellano/español: <http://dix.osola.com/> (Studentenbezeich-
nung: DIX).
Duden (2006): Das Herkunftswörterbuch, Bibliographischen Institut, F. A. Brockhaus (Du-
denverlag). (Studentenbezeichnung: Duden Herkunftswörterbuch).
Duden (2008): Redewendungen, 3., überarbeitete und aktualisierte Auflage, Bibliogra-
phischen Institut, F. A. Brockhaus (Dudenverlag). (Studentenbezeichnung: Duden Re-
dewendungen).
Duden (2010): Das Fremdwörterbuch, 10., aktualisierte Auflage, Bibliographischen Institut,
F. A. Brockhaus (Dudenverlag). (Studentenbezeichnung: Duden Fremdwörterbuch).
Duden (2010): Synonymwörterbuch, 5., vollständig überarbeitete Auflage, Bibliographischen
Institut, F. A. Brockhaus (Dudenverlag). (Studentenbezeichnung: Duden Synonymwör-
terbuch)
Duden (2010): Das Bedeutungswörterbuch. Wortschatz und Wortbildung, 4., aktualisierte und
erweiterte Auflage, Bibliographischen Institut, F. A. Brockhaus (Dudenverlag). (Stu-
dentenbezeichnung: Duden Bedeutungswörterbuch).
Duden (2011): Richtiges und gutes Deutsch, 7. Auflage, Bibliographischen Institut, F. A.
Brockhaus (Dudenverlag). (Studentenbezeichnung: Richtiges und gutes Deutsch).
Duden Rechtschreibregeln: <http://www.duden.de/rechtschreibregeln> (Studentenbezeich-
nung: Duden Rechtschreibregeln).
Engel, U./ Schumacher, H. (11976, 21978): Kleines Valenzlexikon deutscher Verben, Tübin-
gen, Narr. (Studentenbezeichnung: Engel).
Helbig, G./ Schenkel, W. (11969, 71983): Wörterbuch zur Valenz und Distribution deutscher
Verben, Tübingen, Niemeyer. (Studentenbezeichnung: Helbig/Schenkel).
Langenscheidts (2007): Größwörterbuch. Deutsch als Fremdsprache, Berlin, München [etc.],
Langenscheidt. (Studentenbezeichnung: Langenscheidt).
Schumacher, H./ Kubczak, J./ Schmidt, R./ de Ruiter, V. (2004): VALBU - Valenzwörterbuch
deutscher Verben, Tübingen, Narr. (Studentenbezeichnung: VALBU).

7 Anhang
Übersetzung der Umfrage (abrufbar unter: http://www.e-encuesta.com/
answer.do?testid=OdClwsKsv3w=)

1. Alter
□ 17-20

29 Da in der Umfrage nicht die Auflagen sowie ganze Titel genannt werden, wird hier
diese Liste angeführt.
168 María José Domínguez Vázquez/Mónica Mirazo Balsa/Vanessa Vidal Pérez

□ 21-24
□ 25-28
□ 28-30
□ über 30

2. Geschlecht
□ männlich
□ weiblich

3. Muttersprache

4. Welchem Niveau entsprechen deine Deutschkenntnisse?


□ A1
□ A2
□ B1
□ B2
□ C1
□ C2
□ zweisprachig
□ Anmerkungen

5. Warum lernst du Deutsch?


□ Bachelor (Deutsch als Hauptfach)
□ Bachelor (Deutsch als Nebenfach)
□ Fünfjähriges Studium (licenciatura)
□ Doktorat
□ Master
□ aus Spaß
□ aus beruflichen Gründen
□ sonstige (spezifizieren)

6. Welches Wörterbuchformat benutzt du normalerweise?


□ Printwörterbuch
□ Online-Wörterbuch
□ CD-Rom-Wörterbuch

7. Welche Wörterbüchertypen benutzt du normalerweise, um Information zur deutschen


Sprache zu suchen und mit welcher Häufigkeit?
– Bedeutungswörterbuch
□ häufig
□ selten
□ nie
– Synonym- und Antonymwörterbuch
□ häufig
□ selten
Wörterbuchbenutzung: Erwartungen und Bedürfnisse. 169

□ nie
– Bilinguales Wörterbuch
□ häufig
□ selten
□ nie
– Valenzwörterbuch
□ häufig
□ selten
□ nie
– Etymologisches Wörterbuch
□ häufig
□ selten
□ nie
– Rechtschreibwörterbuch
□ häufig
□ selten
□ nie
– Wörterbuch zur Phraseologie
□ häufig
□ selten
□ nie

8. Benutzt du irgendein Wörterbuch, das in der vorherigen Frage nicht erwähnt wurde?
Wenn ja, welches oder welche?

9. Gib an, mit welcher Häufigkeit du jedes der von dir in 8 angegebenen Wörterbücher ver-
wendest!
– Wörterbuch 1
□ häufig
□ selten
– Wörterbuch 2
□ häufig
□ selten
– Wörterbuch 3
170 María José Domínguez Vázquez/Mónica Mirazo Balsa/Vanessa Vidal Pérez

□ häufig
□ selten
– Wörterbuch 4
□ häufig
□ selten
– Wörterbuch 5
□ häufig
□ selten

10. Welche Information suchst du normalerweise in einem Wörterbuch?


– Definition (ein Wort aus der Fremdsprache verstehen)
□ häufig
□ selten
□ nie
– Rechtschreibung (herausfinden, wie ein Wort aus der Fremdsprache geschrieben wird)
□ häufig
□ selten
□ nie
– Phonetik (herausfinden, wie ein Wort aus der Fremdsprache ausgesprochen wird)
□ häufig
□ selten
□ nie
– Grammatische Information (den Genus, Wortart, usw. von einem Wort aus der Fremd-
sprache herausfinden)
□ häufig
□ selten
□ nie
– Etymologie (die Herkunft eines Wortes aus der Fremdsprache kennen)
□ häufig
□ selten
□ nie
– Übersetzung (ein Wort aus meiner Muttersprache in die Fremdsprache übersetzen)
□ häufig
□ selten
□ nie
– Übersetzung (ein Wort aus der Fremdsprache in meine Muttersprache übersetzen)
□ häufig
□ selten
□ nie
– Synonyme/ Antonyme (in der Fremdsprache Wörter mit derselben/ gegensätzlichen Be-
deutung ausdrücken)
□ häufig
□ selten
□ nie
Wörterbuchbenutzung: Erwartungen und Bedürfnisse. 171

11. Suchst du irgendwelche Informationen, die nicht in der vorangehenden Frage vorkom-
men? Spezifiziere welche!

12. Gib jetzt an, mit welcher Häufigkeit du die Information suchst, die du in der vorherigen
Frage angegeben hast!
–1
□ häufig
□ selten
–2
□ häufig
□ selten
–3
□ häufig
□ selten
–4
□ häufig
□ selten
–5
□ häufig
□ selten

13. Welche Wörterbücher zur deutschen Sprache kennst du zu jedem der folgenden Typen?
□ Bedeutungswörterbuch
□ Synonym- und Antonymwörterbuch
□ Bilinguales Wörterbuch
□ Valenzwörterbuch
□ Etymologisches Wörterbuch
□ Rechtschreibewörterbuch
□ Wörterbuch zur Phraseologie
□ Andere

14. Bist du der Meinung, dass ein zweisprachiges/kontrastives Wörterbuch dir die ganze In-
formation vermittelt, die du benötigst?
□ Ja
172 María José Domínguez Vázquez/Mónica Mirazo Balsa/Vanessa Vidal Pérez

□ Nein

15. Wenn deine Antwort negativ ist: Welche Information vermisst du?

16. Welche Information hältst du in einem zweisprachigen/kontrastiven Wörterbuch für nicht


nötig?

17. Welche Vor- und Nachteile haben deiner Meinung nach die zweisprachigen/kontrastiven
Wörterbücher?
– Vorteile
– Nachteile

18. Welcher Teil des zweisprachigen/kontrastiven Wörterbuches hältst du für nützlicher?

19. Welche Verbesserungen würdest du in einem zweisprachigen/kontrastiven Wörterbuch


einführen?

20. Wer hat dich dazu veranlasst, Wörterbücher zu verwenden?

21. Welche sind die letzten Wörterbücher, die dir deine Dozenten empfohlen haben?

22. Liest du normalerweise den einführenden Wörterbuchteil?


□ Ja
□ Nein

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