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Joan Nieuhof – Wikipedia 7/11/20, 11(19 PM

Joan Nieuhof
Johan Nieuhof bzw. Joan Nieuhoff (* 22. Juli 1618 in
Uelsen; † 8. Oktober 1672 auf Madagaskar) war ein
niederländischer Weltenbummler.

Inhaltsverzeichnis
Nieuhof als Weltenbummler
Nieuhof in Brasilien
Nieuhof in China
Nieuhof in Indien
Weblinks
Literatur

Nieuhof als Weltenbummler


Sein aus Zwolle stammender Vater Jan Nijhoff war
Kaufmann und Bürgermeister der Gemeinde Uelsen in der
Grafschaft Bentheim. Seine Mutter Egberta Piccardt war eine Joan Nieuhof
Schwester von Johan Picardt. Seit Nieuhof im Jahr 1640 als
Fähnrich im Dienst der niederländischen West-Indischen
Compagnie nach Brasilien ging, verbrachte er sein Leben außerhalb Europas. Er reiste im Dienst der
Ost-Indischen Compagnie und als Privatmann nach Indien, Sri Lanka, China und Indonesien. Nur
zweimal, in den Jahren 1658 und 1671, kehrte er zu kurzen Familienbesuchen in die Niederlande
zurück.

Nieuhof in Brasilien
Nieuhof hielt sich von 1640 bis 1649 in Brasilien auf. Es war die Zeit, als die Niederländische West-
Indische Compagnie versuchte, den Portugiesen Handelsstützpunkte abzunehmen. Anders als in
Indonesien gelang es den Portugiesen, Anfangserfolge der Niederländer wieder rückgängig zu machen
und so Brasilien für sich alleine zu behalten.

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Nieuhof in China
Nieuhof lernte China als Mitglied einer niederländischen Delegation an den Kaiserhof von Peking
kennen (1655–1657). Die lange Reise von Kanton nach Peking, zu Land und zu Wasser, ist
Gegenstand des ersten Teils von Nieuhofs China-Bericht. Der zweite Teil von Nieuhofs China-Buch ist
einer systematischen Beschreibung von „Land und Leuten“ sowie
der Geschichte des Landes gewidmet.

Nieuhofs China-Buch „Het Gezandtschap der Neêrlandtsche


Oost-Indische Compagnie, aan den grooten Tartarischen Cham,
den tegenwoordigen Keizer van China“ (deutsch: „Die
Gesandtschaft der Niederländischen Ostindienkompanie an den
großen Tartarischen Khan, den gegenwärtigen Kaiser von
China“) war ein Bestseller, obwohl es aufgrund der zahlreichen
Kupferstiche ziemlich teuer war. Wie enthusiastisch das Buch von
der europäischen Leserschaft aufgenommen wurde,
verdeutlichen die vielen Auflagen – fünf niederländische (1665,
1669, 1670, 1680 und 1693), drei deutsche (1666, 1669 und 1675),
zwei englische (1669 und 1673), eine französische (1665) und eine
lateinische (1668), sowie eine weitere niederländische (1666).

Zwei Gründe mögen die


damalige Beliebtheit des
Buches erklären: Es gab die
bis dahin umfassendste
Darstellung Chinas, wobei es
Titelblatt von Joan Nieuhofs
sowohl auf eigenen
Brasilienbeschreibung
Beobachtungen Nieuhofs
sowie den wichtigsten und
jesuitischen Quellen der Zeit
beruhte. Daneben vermittelten die 150 Kupferstiche dem
europäischen Leser das bis dahin realistischste visuelle Bild von
China.

Nieuhof in Indien
Anfang der 1660er Jahre kam Nieuhof nach Indien. Er gehörte zu
jener Streitmacht der Ostindischen Compagnie, die den
Portugiesen eine ganze Reihe von Handelsstädten an der
Südküste Indiens abnahm. Titelblatt von Joan Nieuhofs
Chinabeschreibung
Von 1663 bis 1666 war er Direktor der Compagnie-
Niederlassungen an der Malabar-Küste. Dann kam es jedoch zu
Streitigkeiten mit dem General-Gouverneur in Batavia. Erst wurde Nieuhof nach Sri Lanka versetzt,

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1667 schied er aus dem Dienst der Compagnie aus.

Nieuhofs Erlebnisse in Indien und Indonesien erschienen in einem eigenen Werk, das mit dem Werk
über „West-Indien“ (Brasilien) in einen Band zusammengebunden wurde. Als Quelle sind Nieuhofs
Berichte über Indien und Indonesien umso wertvoller, da er viele der beschriebenen Gebiete aus
eigener Anschauung kannte und in diesen Fällen nicht auf ältere Literatur zurückgreifen musste.
Johan Nieuhof lieferte eine der besten Beschreibungen des alten Batavia, wo er von 1667 bis 1670 als
Privatmann lebte.

1672 ankerte das Schiff, auf dem er nach Batavia fuhr, vor Madagaskar. Zusammen mit einem
Landungstrupp ging Nieuhof an Land, um nach Trinkwasser zu suchen, und blieb mit seinen
Begleitern verschollen.

Aufgrund seiner Reiselust hatte Joan Nieuhof nie die Zeit, ein Buch zu schreiben. So wurden seine
drei Werke auf Grundlage seiner Aufzeichnungen von seinem Bruder Hendrik ausgearbeitet und
herausgegeben.

Diese 150 Stiche lagen am Ursprung der Chinoiserie. Künstler und Architekten wie Johann Bernhard
Fischer von Erlach wurden von diesen Stichen inspiriert. Gefunden wurden die Stiche erst wieder
1984. Sie fanden sich in der Sammlung des Anthropologen Roland Bonaparte (1858–1924). Er hatte
zum Thema Madagaskar, aber auch über Lappland und die amerikanischen Indianer gesammelt.

Weblinks
Werke von und über Joan Nieuhof (https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/person/gnd/11851
1157) in der Deutschen Digitalen Bibliothek
Johan Nieuhofs Beelden van China (http://www.kunstpedia.com/articles/420/1/Johan-Nieuhofs-Be
elden-van-China/Page1.html)

Literatur
Blusse, L. & R. Falkenburg (1987) Johan Nieuwhofs beelden van een Chinareis, 1655–1657.
Joan Nieuhof: Het Gezandtschap der Neêrlandtsche Oost-Indische Compagnie, aan den grooten
Tartarischen Cham, den tegenwoordigen Keizer van China: Waarin de gedenkwaerdigste
Geschiedenissen, die onder het reizen door de Sineesche landtschappen, Quantung, Kiangsi,
Nanking, Xantung en Peking, en aan het Keizerlijke Hof te Peking, sedert den jaren 1655 tot 1657
zijn voorgevallen, op het bondigste verhandelt worden. Beneffens een Naukeurige Beschrijvinge
der Sineesche Steden, Dorpen, Regeering, Weetenschappen, Hantwerken, Zeden,
Godsdiensten, Gebouwen, Drachten, Schepen, Bergen, Gewassen, Dieren, etcetera en oorlogen
tegen de Tartars. 5. Aufl., Amsterdam: Wolfgang, Waasberge, Boom, van Somerten, en Goethals,
1693. Digitalisat (http://www.archive.org/details/legatiobatavicaa00nieu)
Johan Nieuhof: Zee- en Lant-Reise door verscheide Gewesten van Oostindien, behelzende veele
zeldzaame en wonderlijke voorvallen en geschiedenissen. Beneffens een beschrijving van
lantschappen, dieren, gewassen, draghten, zeden en godsdienst der inwoonders: E inzonderheit
een wijtloopig verhael der Stad Batavia. Amsterdam: de Weduwe van Jacob van Meurs, 1682.
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Johan Nieuhof, Gedenkweerdige Brasiliaense Zee- en Lant-Reise und Zee- en Lant-Reize door
verscheide Gewesten van Oostindien. Amsterdam: de Weduwe van Jacob van Meurs, 1682.
Digitalisat (http://www.archive.org/stream/johannieuhofsged00nieu#page/n7/mode/2up)
Friedrich Ratzel: Neuhof, Johann. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 23, Duncker
& Humblot, Leipzig 1886, S. 507–509.

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Diese Seite wurde zuletzt am 3. März 2020 um 08:20 Uhr bearbeitet.

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