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Anfängerpraktikum der Fakultät für

Physik,
Universität Göttingen

Versuch Adiabatenexponent
Beschreibung

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Testat:
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Motivation 2

2 Theorie 2
2.1 Poisson-Gleichung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
2.2 Der Adiabatenexponent . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
2.2.1 Bestimmung nach Rüchardt . . . . . . . . . . . . . . . 4
2.2.2 Bestimmung nach Clement-Desormes . . . . . . . . . . 6
2.3 Freiheitsgrade . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

3 Durchführung 8

4 Auswertung 10
4.1 Rüchardt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
4.2 Clement-Desormes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11

5 Diskussion 13

1
1 Einleitung und Motivation
In diesem Versuch soll es darum gehen, auf zwei verschiedene Arten den Adia-
batenexponent von Luft, Kohlenstoffdioxid und Argon zu bestimmen. Dieser
Exponent ist eine relativ wichtige, Stoff abhängige Konstante. Er findet bei
adiabatischen Zustandsänderungen, wie sie in der Natur bei Luftströmungen
relativ oft vorkommen, Anwendung und muss daher auch von Meteorologen
beachtet werden. Eine bekannte Größe, die von diesem Exponenten abhängig
ist, ist die Schallgeschwindigkeit.

2 Theorie
2.1 Poisson-Gleichung
Der erste Hauptsatz der Thermodynamik lautet

dU = dW + dQ.

dU ist die Änderung der inneren Energie, dW die am System verrichtete


(Volumen-)Arbeit und dQ eine Änderung der Wärmeenergie des Systems.
Für dW gilt

dW = −pdV mit dem Druck p.

Betrachtet man nun einen isochoren Vorgang, also einen, bei dem das Vo-
lumen konstant ist, dann folgt, dass dW = 0 und damit dU = dQ sein
muss. Für die spezifische Wärmekapazität bei konstantem Volumen cV eines
Stoffes, gilt
 
dQ
cV =
dT V
dU
⇒ cV = .
dT
⇔ dU = cV dT

T ist hier die Temperatur des Systems. Bei einem adiabatischen Prozess
hingegen gibt es keinen Wärmeaustausch, also ist dQ = 0 und für dU gilt
hier dU = dW = −pdV . dU ist eine Zustandsgröße, es ist also egal, wie der

2
aktuelle Zustand erreicht worden ist. Dadurch kann man die oben bestimmten
Gleichungen gleichsetzen und erhält

cV dT = −pdV.

Aus dem idealen Gasgesetz weiß man, dass


RT
p= gilt,
V
wobei R die Avogadrozahl ist. Wenn man dies in obige Gleichung einsetzt,
die Variablen trennt und anschließend integriert, erhält man

cV ln(T ) = −R ln(V ) + C.

C ist eine Konstante. Wenn man diese Gleichung nach C umstellt und die
Logarithmusgesetze anwendet, sieht man dass

T cV · V R = konstant gilt.

Weiterhin weiß man auch, dass R = cp −CV , wobei cp die spezifische Wärmekapazität
bei konstantem Druck ist. Setzt man dies ein und potenziert mit c1V , so erhält
man
cp −cV
TV cV
= konstant
cp
cV
nennt man κ. Formt man das ideale Gasgesetz nach T um und setzt es
hier ein, so erhält man die Poisson-Gleichung:

pV κ = konstant

2.2 Der Adiabatenexponent


Die eben eingeführte, stoffspezifische Konstante κ nennt man den Adiaba-
tenexponent. Dieser ist, wie oben bereits beschrieben, als ccVp definiert.
Im Folgenden werden zwei Methoden zur Bestimmung dieser Konstante vor-
gestellt.

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2.2.1 Bestimmung nach Rüchardt

Abbildung 1: Experiment nach Rüchardt. Dieses Bild kommt von https :


//lp.uni − goettingen.de/get/text/3639

In diesem Experiment schwingt eine kleine Kugel (im Weiteren Schwinger


genannt) in einer Röhre. Diese ist, wie in dem Bild gezeigt, an einem Kol-
ben befestigt. Die der Radius des Schwingers entspricht dem Innenradius der
Röhre, wodurch sicher gestellt ist, dass kein Gas an der Kugel vorbei nach
oben entweichen kann. Bei einer bestimmten Höhe, in etwa bei der Ruhelage
des Schwingers, befindet sich ein kleines Loch in der Röhre, durch das Gas
ausströmen kann. In den Kolben wird die ganze Zeit mit einem konstanten
Druck Gas gepumpt, wodurch sich ein Druck aufbaut. Wenn der Druck groß
genug ist, hebt er den Schwinger in der Röhre an und drückt ihn nach oben.
Wenn er allerdings das Loch passiert, kann ihn das Gas nicht weiter nach
oben drücken, sondern strömt aus dem Loch aus. Da der Druck nicht mehr
ausreicht, den Schwinger oben zu halten, fällt er auf Grund der Gravitati-
onskraft herunter und verschließt“ damit das Loch; es baut sich also erneut

Druck auf, der den Schwinger nach oben drückt u.s.w. Daraus ergibt sich
letztendlich eine harmonische Schwingung. Aus der Periode T dieser Schwin-
gung lässt sich der Adiabatenexponent bestimmen, wenn man davon ausgeht,
dass der gesamte Vorgang adiabatisch erfolgt.
In der Ruhelage des Schwingers mit Masse m kompensieren sich Gewichts-
kraft+Kraft des Luftdruckes b im Raum und die Kraft des Gasdruckes p

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F
durch das einströmende Gas. Der Druck ist definiert als p = A
. Es gilt also:
m·g+b·A=p·A
mg
⇒ +b=p
A
A ist hier die Querschnittsfläche der Röhre. Wenn der Schwinger um einen
gewissen Betrag ∆x ausgelenkt wird, ändert sich natürlich der Druck in dem
Behälter. Da die Auslenkung aber durch diese Druckänderung geschieht, ist
die beschleunigende Kraft gleich der Druckkraft“, also

mä = Adp.
Jetzt wendet man die Poisson-Gleichung an. Allerdings muss man vorher
noch ein Bisschen umformen. Da pV κ konstant ist, gilt d(pV κ ) = 0. Mit der
Produktregel abgeleitet, hat man also
d(pV κ ) = dP V κ + p κ V κ−1 dV = 0
⇒ V κ dp = −κ V κ−1 p dV
dV
⇒ dp = −κ p
V
A∆x
⇒ dp = −κ p
V
Wenn man dies nun in die angefangene Bewegungsgleichung einsetzt, erhält
man die Schwingungsgleichung
κ p A2 x
mẍ + = 0.
V
Die Lösung für die Schwingungsdauer ist damit
s
mV
T = 2π
κpA2
4π 2 mV
⇒κ=
pA2 T 2
Da sich über dem Schwinger noch Luft befindet, die mit bewegt wird, muss
man mit der effektiven Masse rechen, die sich aus m + mL berechnet. Da der
Querschnitt der Röhre ein Kreis ist, bestimmt man die Fläche durch A = πr2 ,
wobei r der Radius, also d2 (d=Durchmesser) ist. Damit erhält man für den
Adiabatenexponenten
64mef f V
κ= .
pd4 T 2

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2.2.2 Bestimmung nach Clement-Desormes
Bei diesem Versuch laufen mehrere Prozesse hintereinander ab. Zuerst, bei
Zustand a), erhöht man den Druck in einem Behälter und wartet danach auf
einen Temperaturausgleich mit der Umgebung. Bei Zustand b) öffnet man ein
Ventil, wodurch ein Teil des Gases entweichen kann, es also expnadiert und
damit der Druck im Behälter sinkt. Bei Zustand c) schließt man das Ventil, es
herrscht also der selbe Druck, aber bei einem geringeren Volumen. Wenn man
jetzt wieder einen Wärmeaustausch mit der Umgebung abwartet, stellt sich
Zustand d) ein, die Temperatur erhöht sich und der Druck steigt damit bei
konstantem Volumen. Zur Veranschaulichung dienen folgende Graphik und
Tabelle (in Rot sieht man die bei dem Experiment gemessenen Zustände):

Abbildung 2: Experiment nach Clement-Desormes. Diese Bilder kommen von


https : //lp.uni − goettingen.de/get/text/3639

Daraus kann jetzt wieder der Adiabatenexponent bestimmt werden.


Zwischen a) und b) geschieht ein adiabatischer Prozess, die Poisson-Gleichung
findet also wieder Anwendung. Außerdem geht man davon aus, dass es nur
sehr kleine Temperatur- und Volumenänderungen gibt, also ∆V  V, ∆T 
T.

p1 V1κ = p2 V2κ
(b + ∆p1 )V0κ = b(V0 + ∆V )κ
(T0 − ∆T )(V0 + ∆V )κ−1 = T0 V0κ−1

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Man nähert jetzt (V0 + ∆V )κ ≈ V0κ + κV κ−1 ∆V . Damit kann man obige
Gleichungen umformen zu
∆p1 κ∆V
=
b V0
∆T (κ − 1)∆V
=
T0 V0
Wenn man jetzt die erste in die zweite Gleichung einsetzt, erhält man
∆T (κ − 1)∆p1
= .
T0 κb
Da die Zustandsänderung von c) nach d) isochor ist, also das Volumen gleich
bleibt, bietet es sich an, das ideale Gasgesetz zu nutzen und das Verhältnis
pc) Tc)
der Drücke zu bestimmen. Da vieles konstant bleibt, bleibt nur pd) = Td) in
den Brüchen übrig. Wenn man jetzt die Terme für p und T einsetzt, erhält
man
b ∆T
=1− .
b + ∆p2 T0

Jetzt setzt man die Gleichung aus dem Übergang von a) zu b) hier ein.

b (κ − 1)∆p1
=1−
b + ∆p2 κb
∆p1
⇒κ=
∆p1 − Deltap2
Die Druckmessung funktioniert hier über die Messung des Flüssigkeitspegels
in einem mit Öl gefüllten U-Rohr, das an den Behälter angeschlossen ist. Eine
Änderung des Drucks ∆p führt demnach zu einer Änderung des Flüssigkeitspegels
∆h. Die Druckänderung in einem Manometer ist gegeben durch

∆p = ρg∆h.

Wenn man das jetzt in obige Gleichung einsetzt, erhält man für den Adiaba-
tenexponenten
∆h1
κ=
∆h1 − ∆h2

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2.3 Freiheitsgrade
Mit den Freiheitsgraden f ist die Möglichkeit von Molekülen gemeint, sich zu
bewegen und damit Energie aufzunehmen und zu speichern. 1-atomige Stoffe
haben 3 Freiheitsgrade, sie können sich in die 3 Raumrichtungen bewegen.
2-atomige können um zwei Achsen rotieren und haben damit 2 Freiheitsgrade
mehr. Alle Moleküle können auch schwingen und besitzen dadurch noch mehr
Freiheitsgrade, doch werden diese erst bei deutlich höheren Energien und
damit Temperaturen interessant und beachtenswert.
Man weiß, dass cV = f2 R und R = cp − cV gelten. Eingesetzt ergibt das für
den Adiabatenexponenten
f +2
cp 2
R f +2
κ= = f
=
cV 2
R 2

3 Durchführung
Dieser Versuch besteht aus zwei Teilen: Einem Experiment nach Rüchardt
und einem nach Clement-Desormes.
In dem ersten Teil, also dem Versuch nach Rüchardt, wird ein Glaskolben mit
einem langen Glasrohr als Öffnung nach oben mit dem zu untersuchenden
Gas gefüllt. In dem Rohr befindet sich ein Schwinger, dessen Grundfläche
genauso groß wie die Querschnittsfläche des Rohres ist. In einer bestimmten
Höhe befindet sich eine Lichtschranke, mit der die Bewegung des Kolbens
gemessen werden kann. Auch gibt es ein kleines Loch, durch das das Gas
entweichen kann, wenn sich der Kolben darüber befindet. Wir untersuchten
Luft, Argon und Kohlenstoffdioxid. Dieses Gas strömt durch ein Ventil in
den Kolben mit einem Druck zwischen 0,5 und 1 bar. Um sicherzustellen,
dass sich in dem Kolben auch wirklich nur dieses eine Gas befindet, lässt
man es am Anfang einige Minuten lang durchziehen und öffnet dazu ein
Ausgangsventil. Wenn man bereit ist, den Versuch zu starten, verschließt
man das Ausgangsventil und lässt so viel Gas einströmen, dass der Schwinger
um die Lichtschranke schwingt. Mit dieser misst man jetzt 10 Mal die Zeit für
eine Schwingung und 3 Mal die Zeit für 10, 50 und 100 Schwingungen. Danach
wechselt man das Gas. Auch hier geht man wieder sicher, dass sich nur das
gewünschte Gas im Kolben befindet. Jetzt wiederholt man obige Messung
und führt dann alles noch ein Mal für das dritte Gas durch. Zu messen
sind das Volumen des Kolbens, die Masse des Schwingers, die Amplitude der

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Schwingung, die Länge des Rohres und der Druck im Versuchsraum.

Abbildung 3: Experiment nach Clement-Desormes. Dieses Bild kommt von


https : //lp.uni − goettingen.de/get/text/3639

Bei dem Experiment nach Clement-Desormes hat man einen großen, mit
Umgebungsluft gefüllten Glasbehälter. An diesem Behälter befindet sich eine
Pumpe, um den Druck im Innern zu erhöhen, ein Öl-Manometer zu Bestim-
mung des Drucks und ein Entlüftungsventil, um wieder den Umgebungsdruck
herzustellen. Zuerst verschleißt man das Entlüftungsventil und erhöht den
Druck durch die Pumpe. Jetzt lässt man das System zur Ruhe kommen,
damit ein Temperaturausgleich zwischen dem Gas im Behälter und der Um-
gebung stattfindet. Danach misst man die Höhe des Öls im Manometer. Jetzt
öffnet man das Ventil für eine gewisse Zeit und wartet wieder ab. Nun misst
man die Höhe des Öls und damit den Druck im Behälter erneut. Um das
Experiment erneut durchführen zu können öffnet man den Verschluss des
Behälters. Wir öffneten das Entlüftungsventil fünf Mal für 0,1s und je drei
Mal für eine und fünf Sekunden.

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4 Auswertung
4.1 Rüchardt
In Abschnitt 2.2.1 wurde folgende Formel hergeleitet:
64mef f V
κ= . (1)
T 2 pd4
Wobei mef f = m + mL ist. Die Masse der Luftsäule ergibt sich aus:
mL = m + hAρ = m + 2aAρ.
Die Höhe der Luftsäule h nehmen wir als zwei mal die Amplitude a an. Des
Weiteren folgt der Druck p aus:
mg
p=b+
A
b = 100810Pa ist der gemessene Druck im Versuchsraum.
Wir haben für die Gase CO2 , Argon und Luft jeweils die Dauer einer, zehn,
fünfzig und hundert Schwingungen mehrmals gemessen. Daraus berechnen
wir dann die Periodendauer T . Für die Fehler gilt dann:
v
u n
u 1 X
σT = tp t (Ti − T̄ )2 ,
n(n − 1) i=1

mit einem für n Wiederholungen der Messung geeigneten Student-Faktor tp .


Aus T kann man mittels Gleichung (1) den Adiabatenexponenten κ berech-
nen. Der Fehler σkappa ergibt sich aus der Fehlerfortpflanzung:
s 2
∂κ 64mef f V
σκ = σT = 2 3 4 σT.
∂T T pd
Wir haben für jede Anzahl an Schwingungen κ berechnet. Schließlich bilden
wir den gewichteten Mittelwert der berechneten κ:
Pn κi
2
i=1 σκ
i
κ̄ = Pn 1
2
i=1 σκ
i

mit dem Fehler


s
1
σκ̄ = Pn 1 .
2
i=1 σκ
i

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Die Ergebnisse sind in folgender Tabelle aufgetragen:

Gas Adiabatenexponent
CO2 1,278464(13)
Argon 1,623510(17)
Luft 1,396941(17)

Tabelle 1: Adiabatenexponent verschiedener Gase, bestimmt nach Rüchardt.

Die Literaturwerte kommen von: http://de.wikipedia.org/wiki/Adiabatenexponent.


Mit der in Abschnitt 2.3 hergeleitete Formel
f +2 2
κ= ⇔ f=
f κ−1
bestimmen wir jetzt die Freiheitsgrade der drei Gase aus den berechneten κ.
Diese haben somit einen Fehler:
s 2
∂f 2σκ
σf = σκ = .
∂κ (κ − 1)2

Wir erhalten folgende Werte für f :

Gas Freiheitsgrad
CO2 7,18226(33)
Argon 3,207646(85)
Luft 5,03851(21)

Tabelle 2: Freiheitsgrade der verschiedenen Gase.

4.2 Clement-Desormes
In Abschnitt 2.2.2 wurde folgende Formel hergeleitet:
∆h1
κ= .
∆h1 − ∆h2

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Aus den gemessenen ∆h1 und ∆h2 können wir somit κ bestimmen. Der Fehler
ist dann:
s 2  2 s 2  2
∂κ ∂κ ∆h2 ∆h1
σκ = σ∆h1 + σ∆h2 = σ∆h1 + σ∆h2 .
∂∆h1 ∂∆h2 (∆h1 − ∆h2 )2 (∆h1 − ∆h2 )2

Wir haben einen Fehler σ∆h1 = σ∆h2 = 1 mm angenommen.


Die Messung wurde jeweils für drei verschiedene Fälle mehrere Male durch-
geführt (siehe Abschnitt: 3 Durchführung). Für jeden Fall haben wir den
gewichteten Mittelwert (siehe Abschnitt 4.1) mit dem entsprechenden Fehler
berechnet. Unsere Ergebnisse kann man in folgender Tabelle sehen:

Messung Adiabatenexponent von Luft


0,1 s 1,33334(19)
1s 1,2830(41)
5s 1,2210(39)

Tabelle 3: Adiabatenexponent der Luft bestimmt nach Clement-Desormes.

Ein ∆h2 wurde falsch bestimmt, da das Ventil zwei Mal hintereinander für
eine falsche Zeit geöffnet worden ist. Daher haben wir diesen Wert aus dem
gewichteten Mittelwert herausgelassen.

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5 Diskussion
In folgender Tabelle sind unsere Ergebnisse für die Adiabatenexponente nach
Rüchardt mit den entsprechenden Literaturwerten aufgelistet:

Gas Adiabatenexponent Literaturwert (20◦ C)


CO2 1,278464(13) 1,30
Argon 1,623510(17) 1,67
Luft 1,396941(17) 1,40

Tabelle 4: Adiabatenexponente verschiedener Gase bestimmt


nach Rüchardt und die entsprechenden Literaturwerte(nach
http://de.wikipedia.org/wiki/Adiabatenexponent).

Die Literaturwerte liegen nicht im Fehlerbereich unserer bestimmten Werte,


dass ist bedauerlich. Es gibt jedoch eine mögliche Erklärung dafür.
Man beobachtet, dass die drei von uns bestimmten Werte knapp unter dem
Literaturwert liegen. Außerdem ist bekannt, dass der Adiabatenexponent bei
feuchter Luft kleiner als bei trockener Luft ist. Es könnte also sein, dass die
Abweichung vom Literaturwert daran liegt, dass etwas von der äußeren Luft
in die Apparatur gelangt ist. Im Versuchsraum war nämlich die Luftfeuchtig-
keit wegen der anderen Versuche, die hier gleichzeitig stattfanden, vermutlich
ziemlich hoch.
In der nächsten Tabelle sind die Werte für die Adiabatenexponenten von
Wasser nach Clement-Desormes mit dem Literaturwert aufgelistet:

Messung Adiabatenexponent von Luft Literaturwert (20◦ C Abweichung


0,1 s 1,33334(19) 1,40 5%
1s 1,2830(41) 1,40 9%
5s 1,2210(39) 1,40 15%

Tabelle 5: Adiabatenexponent der Luft bestimmt nach Clement-Desormes


mit dem Literaturwert.

Hier sehen wir, wie oben, dass die von uns bestimmten Werten knapp unter
dem Literaturwert liegen. Außerdem ist es bemerkenswert, dass die Werte
eine umso größere Abweichung vom Literaturwert haben, desto länger wir

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das Ventil geöffnet haben. Das liegt daran, dass wir in der Theorie angenom-
men haben, dass es sich dabei um einen adiabatischen Prozess handelt. Wenn
man das Ventil länger auflässt, gibt es aber immer mehr Wärmeaustausch.
Es wird also bei längeren Öffnungszeiten immer ungenauer, den Prozess des
Öffnens des Ventils als adiabatisch anzunähern.
Zuletzt haben wir in einer Tabelle die von uns bestimmten Werte für die
Freiheitsgrade der Gase mit den theoretischen Erwartungswerten verglichen:

Gas Freiheitsgrad Erwartungswert Abweichung


CO2 7,18226(33) 6 16%
Argon 3,207646(85) 3 6%
Luft 5,03851(21) 5 0,76%

Tabelle 6: Freiheitsgrade der verschiedenen Gase verglichen mit den Erwar-


tungswerten.

Die Fehler sind offenbar unterschätzt worden, da die Literaturwerte nicht im


Fehlerbereich liegen. Eine Fehlerquelle könnte sein, dass wir bei allen Mes-
sungen nicht ein komplett pures Gas hatten. Der Fehler ist beim CO2 am
größten. Es ist außerdem der einzige Wert, der abgerundet nicht mit dem
Literaturwert übereinstimmt. Das ist entweder durch eine unbekannte Feh-
lerquelle verursacht oder das CO2 verhält sich in diesem Zustand nicht so,
wie die Theorie es beschreibt. Beispielsweise kommen bei höheren Energien
weitere Freiheitsgrade dazu; hauptsächlich durch auftretende Schwingungen
der Atome.

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