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Anfängerpraktikum der Fakultät für

Physik,
Universität Göttingen 31. August 2020

Versuch Dampfdruck von


Wasser
Beschreibung

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Testat:
Inhaltsverzeichnis
1 Auswertung 2
1.1 Druckkurven . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
1.1.1 Verdampfungswärme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
1.1.2 Siedepunkt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
1.1.3 Dampfdruck . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
1.2 Zugspitze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

2 Diskussion 7

3 Anhang 8

1
1 Auswertung
1.1 Druckkurven
Zuerst müssen wir die gesammelten Daten für uns brauchbar machen. Dazu
errechnen wir aus dem Widerstand des Thermometers die Temperatur. Die
Formel dafür lautet

R(T ) = R0 · (1 + AT + BT 2 )

R(T ) ist der jeweilige, von der Temperatur abhängige Widerstand. R0 ist
der Widerstand bei 0◦ C, bei unserem Thermometer 1000 Ω. A und B sind
Stoffspezifische Koeffizienten. Bei uns war A = 3, 9083 · 10−3 ◦ C −1 und B =
−5, 775 · 10−7 ◦ C −2 . Nach T umgestellt ergibt sich daraus
s
A A2 R0 − R(T )
T =− − 2

2B 4B R0 B

Den gemessenen Druck rechnen wir in Pascal um, wobei ein Bar 100000 Pas-
cal entspricht.
Als nächstes tragen wir die gesammelten Daten separat als Arrheniusplot
auf. Das bedeutet, dass wir das inverse der Temperatur auf der x-Achse ge-
gen den Logarithmus des Drucks auf der y-Achse auftragen.
Den Fehler des Drucks nehmen wir als Ablesefehler von ±0, 5 bar an. Durch
Fehlerfortpflanzung errechnen wir also den Fehler des Logarithmus des Drucks
im Plot durch σp · p1 .

2
15.5
Druck
15
14.5
14
13.5
ln(p) in [pa]

13
12.5
12
11.5
11
10.5
10
0.0018 0.002 0.0022 0.0024 0.0026 0.0028 0.003 0.0032 0.0034
1
T
in [K]

15.5
Druck
15

14.5
ln(p) in [pa]

14

13.5

13

12.5

12
0.0019 0.002 0.0021 0.0022 0.0023 0.0024 0.0025 0.0026
1
T
in [K]

3
Durch lineare Regression der Werte haben wir nun die Steigung m und
den y-Achsenabschnitt b der entstandenen Geraden bestimmt. Damit haben

Teil des Experiments Steigung m in [ K1 ] Achsenabschnitt b


Erwärmen −3280 ± 90 21, 4 ± 0, 2
Abkühlen −4170 ± 40 23, 17 ± 0, 08

Tabelle 1: Auswertung der Plots

wir nun alle Werte, die wir aus den Messungen ableiten können, und können
uns der Auswertung dieser widmen.

1.1.1 Verdampfungswärme
Aus der Theorie wissen wir, dass der Druck p gegeben ist durch
 
ΛV 1
− T1
pS = p 0 · e R T0
.
Λ Λ
⇒ ln(pS ) = lnp0 + −
RT0 RT
Da alles außer T1 und pS konstant ist, können wir diese Gleichung auch als
Geradengleichung formulieren.
1
ln(pS ) = m +b
T
Λ
⇒m= und
R
Λ
⇒ b = ln(p0 ) +
RT0
Damit können wir jetzt die Verdampfungswärme bestimmen, denn Λ = m·R.
Der Fehler dazu ist σΛ = σm · R. Danach bestimmen wir den gewichteten
Mittelwert mit
P Λi
σi2
Λ̄ = P 1
σi2
s
1
σΛ̄ = P 1 .
σi2

4
J
Teil des Experiments Verdampfungswärme in [ mol ]
Erwärmen 27300 ± 800
Abkühlen 34700 ± 400
Gewichteter Mittelwert 33500 ± 300

Tabelle 2: Verdampfungswärme

1.1.2 Siedepunkt
Wie wir vorhin schon gezeigt haben, gilt
1
ln(p) = m + b
T
m
⇒T =
ln(p) − b
Wenn wir jetzt für p den Normaldruck von 101300pa annehmen, erhalten wir
aus der Formel die Siedetemperatur. Der Fehler ergibt sich aus
m · σb
r
σm
σTS = ( )2 + ( )2 .
ln(p) − b (ln(p) − b)2

Teil des Experiments Siedetemperatur in [K]


Erwärmen 332 ± 12
Abkühlen 358 ± 5
Gewichteter Mittelwert 355 ± 4

Tabelle 3: Siedetemperatur

1.1.3 Dampfdruck
Obige Formel verwenden wir jetzt, um den Dampfdruck des Wassers bei 0◦ C
bzw. 273,15K zu bestimmen.
m
ln(p(T )) = +b
T
m
⇒ p(T ) = e T +b und
s
m
e T +b · σm 2 m
σp = ( ) + (e T +b · σb )2
T

5
Teil des Experiments Dampfdruck bei 273,15K in [pa]
Erwärmen 12000 ± 5000
Abkühlen 2700 ± 500
Gewichteter Mittelwert 2800 ± 500

Tabelle 4: Dampfdruck bei 273,15K

1.2 Zugspitze
Zusätzlich zu der Auswertung der Ergebnisse stellte sich die Aufgabe, die
Siedetemperatur von Wasser auf der Zugspitze zu berechnen. Die Siedetem-
peratur ist definiert als der Wert, bei dem der Dampfdruck einer Flüssigkeit
gleich dem Umgebungsdruck dieser ist. Hier waren wir uns allerdings nicht
einig, ob wir unsere Ergebnisse oder Literaturwerte verwenden sollten...also
haben wir beides gemacht. Mit Hilfe der barometrischen Höhenformel
− ρgh
p = p0 · e p
0

können wir näherungsweise den Umgebungsdruck auf der Zugspitze berech-


nen. Für die Dichte der Luft nehmen wir 1, 293 cmg 3 an. Damit erhalten wir
für den Druck in 2962m Höhe
 69909pa.

ΛV 1
− T1
Wenn wir jetzt pS = p0 · e R T0
” nach T umformen, erhalten wir
1
T =− und
ln( pp0 ) ·RΛ
− 1
T0
v 2  2
u
σΛ R ln( pp0 )
u
u σT
σT = u 2  + 
  
t  R ln( p )  R ln( p ) 2 
p0 1 p0 1
Λ2 Λ
− T0
T2 Λ
− T

T0 ist hier die Siedetemperatur von Wasser bei Normaldruck.

Literaturwerte in [K] Unser Ergebnis in [K]


363 344 ± 4

Tabelle 5: Siedetemperatur von Wasser auf der Zugspitze

6
Größe Literaturwert Unser Ergebnis Abweichung
Verdampfungswärme 40642 33500 ± 300 18%
Siedepunkt bei Normaldruck 373,15 355 ± 4 5%

Dampfdruck bei 0 C 837 2800 ± 500 235%
Siedetemperatur auf der Zugspitze 363 344 ± 4 5%

Tabelle 6: Vergleich unserer Werte mit den Literaturwerten

2 Diskussion
Der Literaturwert liegt bei keiner Rechnung innerhalb des Fehlerintervalls.
Bereits bei der Auswertung der Plots fiel auf, dass die Daten vom Aufwärmen
des Wassers stark fehlerbehaftet zu sein scheinen. Der erste Graph ist nur
bedingt linear, die letzten Werte (bei der Messung die Ersten) liegen nicht
auf der Geraden. Deshalb unterscheiden sich auch die Steigungen der Regres-
sionen um über 20%. Dieser Fehler zieht sich natürlich durch alle Messungen
durch, weshalb es uns verwundert, dass die meisten Abweichungen unter
10% betragen. Dies liegt vermutlich daran, dass die zweite Messung deutlich
besser ist und dank des geringeren Fehlers stärker in die gewichteten Mit-
telwerte eingeht. Bei der Bestimmung des Dampfdrucks liegen wir allerdings
völlig daneben. Das kann man damit erklären, dass kleine Unterschiede auf
Grund des exponentiellen Anstiegs das Ergebnis sehr stark verändern.
Die Fehlerquellen bei diesem Versuch sind (fast) nur ausrüstungsbedingt, da
man an sich keinerlei Einfluss auf den Verlauf des Experiments hat. Den ein-
zigen Fehler, den man hier als Person machen kann, ist das Manometer falsch
abzulesen. Der größte und deutlichste Fehler bzw. die größte Ungenauigkeit
ist das hakende Barometer. Man muss ständig dagegen Klopfen, damit sich
der Zeiger überhaupt bewegt. Am Anfang der ersten Messung klopften wir
noch selten und vorsichtig dagegen, was auch erklären würde, dass gerade die
ersten Werte ungenau sind. Außerdem könnte es natürlich sein, dass dieses
Manometer einfach nicht empfindlich genug auf geringe Druckunterschiede
reagiert.
Dennoch sind unsere Werte auf Grund der zweiten Messung gar nicht so
schlecht und, gemessen an der Einfachheit des Versuchs, relativ zufrieden-
stellend.

7
3 Anhang