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Anfängerpraktikum der Fakultät für

Physik,
Universität Göttingen 31. August 2020

Versuch Diffusion
Beschreibung

Praktikanten: -
-
E-Mail: -
-
Betreuer: -

Testat:
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2

2 Theorie 2
2.1 Theoretische Erklärung der Diffusion . . . . . . . . . . . . . . 2
2.1.1 Diffusion - Eine Definition . . . . . . . . . . . . . . . . 2
2.1.2 Brownsche Molekularbewegung . . . . . . . . . . . . . 3
2.2 Hilfsmittel zur Auswertung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
2.2.1 Die Fick’schen Gesetze . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
2.2.2 Lösen des 2. Fickschen Gesetzes . . . . . . . . . . . . . 4
2.2.3 Die Wheatstonesche Brückenschaltung . . . . . . . . . 6
2.2.4 Der Photowiderstand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

3 Durchführung 8
3.1 Versuchsaufbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
3.2 Versuchsvorbereitung - Eichung der Messbrücke . . . . . . . . 9
3.3 Versuchsdurchführung - Versuch 1 . . . . . . . . . . . . . . . . 9
3.4 Versuchsdurchführung - Versuch 2 . . . . . . . . . . . . . . . . 10

4 Auswertung 10
4.1 Diffusionskurven . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
4.2 Bestimmung des Diffusionskoeffizienten . . . . . . . . . . . . . 11
4.2.1 Für die Konzentration c0 /16 . . . . . . . . . . . . . . . 11
4.2.2 Für die Konzentration c0 /32 . . . . . . . . . . . . . . . 14
4.3 Konzentrationsprofil . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

5 Diskussion 18

1
1 Einleitung
Die Diffusion ist eine der wichtigsten physikalischen Prozesse in Flüssigkeiten
und Gasen. Ohne diese wären die alltäglichsten Dinge, wie beispielsweise der
Sauer- und Kohlenstoffaustausch im Inneren des biologischen Körpers, nicht
möglich. Dabei handelt es sich bei der Diffusion lediglich um einen Trans-
portvorgang, der versucht, die räumliche Imhomogenität der Teilchendichte
innerhalb eines bestimmten Bereiches auszugleichen. In unserem Experiment
werden wir diesen Vorgang durch eine Vermischung des Farbstoffes Methy-
lenblau mit Wasser symbolisieren. Innerhalb des Versuches soll somit die zeit-
und ortsabhängige Konzentration des Methylenblaus bestimmt und dadurch
eine wichtige Konstante, die sogenannte Diffusionskonstante D ermittelt wer-
den.

2 Theorie
2.1 Theoretische Erklärung der Diffusion
2.1.1 Diffusion - Eine Definition

Abbildung 1: Veranschaulichung der Brownschen Molekularbewegung. Dieses


Bild kommt von http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/335052

Der Vorgang der Diffusion beschreibt allgemein einen physikalischen Vor-


gang, in dem sich Atome und Moleküle in einem bestimmten Raum gleichmäßig
verteilen, salopp gesagt: Die vollkommene Vermischung zweier oder mehre-
rer Stoffe. Das Prinzip der Diffusion beruht dabei auf der Brownschen Mo-
lekülbewegung (s. nächstes Kapitel), der Eigenbewegung von Molekülen und

2
Atomen in ihrer Umgebung. Befinden sich zum Beispiel, wie in Abb. 1 zu
sehen ist, zwei verschiedene Flüssigkeiten (in unserem Versuch werden es
später Wasser und Methylenblau sein) in einem Gefäß, so verteilen sich die
Fluid-Moleküle, aufgrund ihrer Eigenbewegung und andauernder Stoßpro-
zesse, mit anderen im Gefäß befindlichen Molekülen im gesamten Raum.
Diffusion besteht also immer so lange, wie die Teilchenkonzentration n in
dem zu betrachtendem Raum nicht konstant ist.

2.1.2 Brownsche Molekularbewegung


Die Kinetik der Diffusion wird allgemein durch die sogenannte Brownsche
Molekülbewegung erklärt. Ihren Ursprung fand sie 1827 durch den Botaniker
Robert Brown, der während eines Versuches unter dem Lichtmikroskop beob-
achtete, wie sich kleine Blütenpollen auf einem Wassertropfen unregelmäßig
zuckend hin- und herbewegten. Die Erklärung für dieses Phänomen wurde
36 Jahre später durch den Physiker Christian Wiener beschrieben. Er konnte
beweisen, dass diese, aufgrund der in jedem Wassermolekül innewohnenden
thermischen Energie, sogenannte Eigenbewegungen vollführen. Die thermi-
sche Energie jedes Stoffes wurde deshalb als die kinetische Energie der in-
newohnenden Moleküle definiert, sodass sich bei steigender Temperatur des
Stoffes gleichzeitig auch die Bewegungsgeschwindigkeit der Moleküle erhöht.
Die unregelmäßigen Bewegungen der Pollen im Brownschen Versuch wurden
somit durch andauernde, allseitige Stoßprozesse der Wassermoleküle an die
Pollen verursacht. Zu Ehren des Entdeckers wurde diese Eigenbewegung ei-
nes jeden Flüssigkeits-/ oder Gasmoleküls die Brownsche Molekülbewegung
genannt.

2.2 Hilfsmittel zur Auswertung


2.2.1 Die Fick’schen Gesetze
Wie schon angesprochen findet Diffusion immer dann statt, wenn die Teil-
chenkonzentration c(x) eines gelösten Stoffes nicht konstant ist, also eine
inhomogene Funktion (in Abhängigkeit von dem jeweiligen Ort) beschreibt.
Aufgrund der Brownschen Molekülbewegung entsteht hierbei innerhalb des
Diffusionsprozesses ein Teilchenstrom, der versucht diese Konzentrationsun-
terschiede zu neutralisieren, sprich die Atome gleichmäßig zu verteilen. Das
Erste der sogenannten Fickschen Gesetze beschreibt diese Proportionalität

3
der Stromdichte j des Teilchenstromes mit der entgegengesetzten, lokalen
Änderung der Teilchenkonzentration c. Mathematisch ausgedrückt sieht das
1. Ficksche Gesetz deshalb wie folgt aus:

∂c ~
ji (xi ) = −D bzw. ~j(~x) = −D∇c.
∂xi

Wobei D die sogenannte stoffspezifische Diffusionskonstante darstellt. Sie


wird auch eine der Größen sein, die noch im Versuch für Methylenblau in
Wasser zu ermitteln ist.
Gleichzeitig wird in dem betrachteten Raum davon ausgegangen, dass die An-
zahl der Teilchen konstant bleibt. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass bei
abnehmender Teilchenzahl an einem bestimmten Punkt innerhalb des Raum-
es mehr Teilchen heraus- als hereinströmen müssen. Da wir das Strömungsverhalten
eines Feldes durch die Divergenz ausdrücken können, ist dies mathematisch
wie folgt beschrieben:
∂c X ∂ji
~ · ~j(~x).
=− = −∇
∂t i
∂x i

Setzen wir dies nun in das 1. Ficksche Gesetz ein, erhalten wir eine neue
Differentialgleichung, die gleichzeitig das 2. Ficksche Gesetz darstellt:
∂c X ∂ 2c
=D ~ · (∇c)
= D∇ ~ = D · ∆c.
∂t ∂x2i

2.2.2 Lösen des 2. Fickschen Gesetzes


Nun soll für die spätere Auswertung des Versuches das 2. Ficksche Gesetz
gelöst werden. Dieses haben wir schon vorher definieren können, als:
∂n X ∂ 2n
=D = D · ∆n.
∂t ∂x2i
Nun bedienen wir uns der Fourier-Transformationen, sodass wir folgende
fouriertransformierte Gleichung bekommen:
Z ∞
∂F (c) ~j(c)eikc dc = −k 2 DF (c).
= D∆F (c) = D∆
∂t −∞

4
Diese können wir wiederum durch den Exponentialansatz relativ schnell
lösen, es gilt:
2 Dt
F (c) = Ae−k mit A = F (ct=0 ),

Unter der Annahme, dass zu Beginn eine geradlinige Schicht mit konstanter
Konzentration c0 vorliegt, die bei fortlaufender Zeit diffundiert, wählen wir
unsere Anfangsbedingungen wie folgt:

ct=0 = c0 für x≤0


ct=0 = 0 für x>0
.

Damit unsere fouriertransfomierte Funktion für t = 0 nun beschrieben wer-


den kann,als:
Z 0
1
→ F (ct=0 ) = √ c0 eikx dx.
2π −∞
Transformieren wir nun die Lösung wieder zurück, erhalten wir:
Z Z 0 
1 2
c(u, t) = √ c0 e dx e−Dk t−iku dk
ikx
2π −∞
Z Z 0 
c0 −Dk2 t ik[x−u]
c(u, t) = e e dx dk.
2π −∞

Hierzu bedienen wir uns der Substitution, um die Terme etwas anschaulicher
∂v
zu gestalten. Setzen wir also v = x − u und ∂x = 1, erhalten wir

c0 −u
Z Z
2
c(u, t) = e−Dk t eikv dkdv
2π −∞
c0 −u 1
Z
−v 2
= √ e 4Dt dv
2π −∞ 4Dt
"Z Z √u #
0
c0 2 4Dt 2
= e−v dv − e−v dv
2π −∞ 0
  
c0 u
= 1 − erf √ .
2 4Dt

5
,wobei erf(y) die Gaußsche Fehlerfunktion ist, mathematisch sieht diese wie
folgt aus:
Z y
2 2
erf(y) = √ e−v dv.
π 0

2.2.3 Die Wheatstonesche Brückenschaltung


Zur Optimierung eines Versuches muss vorerst ein geeignetes Verfahren ge-
funden werden, das möglichst genaue Messwerte zulässt. In unserem Fall be-
nutzen wir dafür die unterschiedlichen, optischen Eigenschaften unserer Pro-
belösungen (Wasser und Methylenblau), indem wir das Licht einer durch die
diffundierende Lösung strahlenden Quecksilberdampflampe mit einem Photo-
widerstand messen (s. Durchführung).Um den Widerstand RF des Photowi-
derstandes zu messen, schließen wir ihn an eine sogenannten Wheatstonesche
Brückenschaltung an. Dies hat den Vorteil, dass wir quasi ’stromfrei’ mes-
sen können (warum ’stromfrei’, wird später noch ersichtlich), was störende
Fehler infolge der sonst belasteten Innenwiderstände des Messgerätes ver-
meidet. Doch nun erst ein Mal zur Handlungsweise der Wheatstoneschen
Brückenschaltung. Dazu schauen wir uns den folgenden Aufbau an:

6
Abbildung 2: Schaltplan der wheatstoneschen Brückenschaltung. Dieses Bild
kommt von
http : //upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/c/c9/
W heatstoneb r%C3%BCckenschaltung.P N G

RF sei dabei unser zu betrachtender Photo- und R ein konstant bleibender


Widerstand. Der Widerstand des sogenannten Potentiometers wird in diesem
Fall durch die variablen Widerstände R1 und R2 ausgedrückt. Nun geschieht
folgendes: Um die Größe des Widerstandes RF ermitteln zu können, müssen
wir die Schaltung ’abgleichen’. Das bedeutet, wir variieren die Widerstände
R1 und R2 des Potentiometers so, dass kein Strom innerhalb des Messinstru-
ments mehr fließen kann, d.h. IM = 0 sein muss. Somit besteht auch keine
Potentialdifferenz zwischen den Punkten A und B, sprich auch die Spannung
zwischen diesen beiden Punkten ist gleich Null. Aus der Maschenregel lässt
sich nun schließen, dass die Spannung über RF und R1 , sowie über R und
R2 gleich sein muss. Aus U = R · I ergibt sich somit:

IA · RF = IB · R1
IA · R = IB · R2 .

Und damit lässt sich unser gesuchter Photowiderstand durch folgenden Term

7
berechnen:
R · R1
RF = .
R2

2.2.4 Der Photowiderstand


Der Photowiderstand spielt im aktuellen Versuch eine wichtige Rolle, da wir
ohne ihn das Maß der Diffusion nicht erfassen können. Deshalb soll hier noch
einmal kurz die Wirkungsweise dieses speziellen Widerstandes gezeigt wer-
den.
Allgemein definiert sich der Photowiderstand durch einen lichtempfindli-
chen Halbleiterwiderstand, dessen Leitfähigkeit sich bei ansteigender Be-
strahlungsintensität erhöht (der elektrische Widerstand verringert sich). Er
besteht zudem aus einem Halbleitermaterial (ohne Sperrschicht), das oh-
ne Lichteinstrahlung einen sehr großen Widerstand aufweist. Gelangt nun
Licht auf den Photowiderstand, so treten aufgrund des inneren Fotoeffekts
(der sei nun als bekannt anzunehmen) freie Ladungsträger aus dem Materi-
al, die wiederum einen Stromfluss erzeugen. Da der Strom I durch R ≈ I1
antiproportional zum Widerstand R definiert ist, sinkt nun bei größerem
Strom innerhalb des Photowiderstandes der elektrische Widerstand ab. Es
ist jedoch zu beachten, dass gerade wegen des inneren Fotoeffekts Lichtfre-
quenz und Halbleitermaterial aufeinander abgestimmt werden müssen, damit
überhaupt freie Ladungsträger, Elektronen, austreten können.

3 Durchführung
3.1 Versuchsaufbau
Der Versuchsaufbau ist in Abb. 3 grob skizziert. Dabei geht der Ablauf wie
folgt von statten: Das Licht der Quecksilberdampflampe (in diesem Versuch
ist die Lampe bereits mit einer Linse versehen) strahlt auf die mit dem
Wasser-Methylenblaugemisch gefüllte Küvette. Je nach Maß der Methylen-
blaukonzentration wird dabei ein bestimmter Anteil der Quecksilberstrahlen
absorbiert, bei größer werdender Konzentration sinkt somit auch die Lichtin-
tensität hinter der Küvette. Die übrigen Strahlen werden nun von dem, schon
im Theorieteil erwähnten und in der Wheatstoneschen Brückenschaltung vor-
kommenden, Photowiderstand aufgefangen, sodass sich die örtliche Änderung

8
Abbildung 3: Aufbau des Versichs. Dieses Bild kommt von https://lp.uni-
goettingen.de/get/text/3665

gleichbleibender Konzentrationen innerhalb der Küvette durch das Maß der


Absorption ermitteln lässt.

3.2 Versuchsvorbereitung - Eichung der Messbrücke


Die Messbrücke soll in diesem Versuch dazu dienen, die Höhe verschiedener
Methylenblaukonzentrationen aufzufinden bzw. dadurch die Bewegung der
Moleküle in Wasser zu ermitteln. Um dies zu schaffen belichten wir den Pho-
towiderstand zunächst mit bestimmten Graufiltern, die die gleichen Absorp-
tionsverhältnisse besitzen, wie die gesuchten Methylenblaukonzentrationen in
Wasser. Nun wird der Potentiometer so eingestellt, dass in dem angelegtem
Messgerät kein Ausgleichsstrom mehr fließt.

3.3 Versuchsdurchführung - Versuch 1


Anfänglich soll der zeitliche Verlauf der Diffusion betrachtet werden. Dazu
eichen wir zuerst (s. Versuchsvorbereitung) die Messbrücke auf die Konzen-
c0
tration 16 , füllen eine Küvette (ab nun nennen wir diese ’Küvette 1’) zu 3/4
mit Wasser und darüber Methylenblau der Konzentration c0 . Danach wird

9
die Küvette in den Strahlengang gebracht und durch Stellung des Ortes x
so eingestellt, dass das Messinstrument keinen Strom mehr messen kann.
c0
(Da wir das Potentiometer zuvor auf 16 geeicht haben, haben wir damit die
Küvette in der Höhe x des Strahlenganges genau so gestellt, dass der Strahl
c0
gerade durch die Flüssigkeit mit der Konzentration 16 geht). Ist nun die ge-
samte Vorarbeit vollbracht, soll 30 Minuten lang, jede 30 Sekunden die Stelle
x gemessen und aufgetragen werden, an denen wieder der Ausgleichsstrom
im Messinstrument zu Null wird. Gleiches soll danach noch einmal mit der
c0
Konzentration 32 in einer zweiten Küvette (Küvette 2) ausgeführt werden
(Achtung! Beide Stoppuhren, die für Küvettenversuch 1 und 2 gebraucht
werden, müssen für den 2. Versuch nach Beenden des Versuches weiterlau-
fen).

3.4 Versuchsdurchführung - Versuch 2


Nach ca. 40 Minuten nach Beginn des 2. Küvettenversuches soll nun der
räumliche Verlauf bestimmter Konzentrationen bei konstanter Zeit gemessen
werden. Dazu kalibrieren wir jedes Mal für bestimmte Graufilter (Konzentra-
tionen c20 , c40 , c80 , 16
c0 c0
, 32 ) unser Potentiometer und notieren danach den Ort x der
2. Küvette, an dem der Ausgleichsstrom verschwindet. Dies tun wir insgesamt
für 10 Messwerte, da hier sowohl ab- als auch aufsteigende Konzentrationen
gemessen werden sollen. Ebenso soll die Anfangs- und Endmesszeit des Ver-
suches notiert werden.
Gleiches gilt für Küvette 1 nach 100 Minuten des 1. Küvettenversuches.

4 Auswertung
4.1 Diffusionskurven
In Abbildung 4 sind die Diffusionskurven für verschiedene Zeiten t aufgetra-
gen. Dazu haben wir die in der Theorie hergeleitete Formel verwendet:
  
c(x, t) 1 x
= 1 − erf √ . (1)
c0 2 4Dt
Wobei der Literaturwert, laut der Praktikumsanleitung, für den Diffusions-
koeffizient 4 · 10−10 m2 /s ist.
Bei den Messungen (1) und (2) haben wir den Ort der Konzentration c0 /16

10
1
t=100 s
t=10000 s
t→∞
0.8

0.6
c(x, t)/c0

0.4

0.2

0
-0.004 -0.002 0 0.002 0.004
x [m]

Abbildung 4: Diffusionskurven für verschiedene Zeiten.

bzw. c0 /32 jede 30 s bestimmt. Also haben wir uns in der Graphik Parallel
zur Abzisse bewegt.
Bei den Messungen (3) und (4) haben wir in möglichst kurzer Zeit den
Ort verschiedener Konzentrationen bestimmt. Unter der Annahmen, dass die
Zeit, die wir für die Messung gebraucht haben, vernachlässigbar ist, liegen
unsere Messungen entlang einer gleichen Diffusionskurve.

4.2 Bestimmung des Diffusionskoeffizienten


4.2.1 Für die Konzentration c0 /16
Aus der Gleichung 1 folgt
 
x 2c(x, t)
erf √ =1− . (2)
4Dt c0

11
Weiter ergibt sich für die Konzentration c0 /16

2 c0
 
x 2 7
erf √ = 1 − 16 = 1 − = . (3)
4Dt c0 16 8

Zur Bestimmung von u := √x plotten wir erf (u) − 7


und lesen den Null-
4Dt 8
durchgang ab:

0.03
0.025
0.02
0.015
0.01
0.005
erf(u)-7/8

0
-0.005
-0.01
-0.015
-0.02
-0.025
-0.03
-0.035
-0.04
1.05 1.055 1.06 1.065 1.07 1.075 1.08 1.085 1.09 1.095 1.1
u

Abbildung 5: Diffusionskurven für verschiedene Zeiten.

Daraus erhalten wir folgenden Zusammenhang:


x
√ = 1, 085 (4)
4Dt
m
⇒D= . (5)
4, 7089
2
Wobei m := xt ist. Jetzt müssen wir nur noch m mittels linearer Regression
aus unseren Messwerten in Messung (1) bestimmen. Die lineare Regression
ist in folgender Grafik zu sehen:

12
Messung(1)
2.4e−05
Messwerte
Lineare Regression
2.2e−05

2e−05

1.8e−05
x2 [m2]

1.6e−05

1.4e−05

1.2e−05

1e−05

8e−06
0 200 400 600 800 1000 1200 1400 1600 1800
t [s]

Abbildung 6: Diffusionskurven für verschiedene Zeiten.

Aus der Formel für lineare Regression


P P P
n xi yi − xi yi
m=
n x2i − ( xi )2
P P

ergibt sich m = 7, 820 · 10−9 m2 /s. Der Fehler berechnet sich aus
s P
n (yi − b − mxi )2
σm =
(n − 2) n x2i − ( xi )2
P P 

zu σm = 7, 1 · 10−11 m2 /s. Nun können wir den Diffusionskoeffizienten be-


stimmen:
m
D=
4, 7089
7, 82 · 10−9
⇒D= = 1, 661 · 10−9 m2 /s
4, 7089

13
Der Fehler folgt aus Fehlerfortpflanzung:
∂D 1
σD = σm = σm
∂m 4, 7089
7, 03 · 10−11
⇒ σD = = 1, 5 · 10−11 m2 /s
4, 7089

4.2.2 Für die Konzentration c0 /32


Analog zur Konzentration c0 /16 ergibt sich für die Konzentration c0 /32

2 c0
 
x 2 15
erf √ = 1 − 32 = 1 − = . (6)
4Dt c0 32 16

Zur Bestimmung von u := √x plotten wir erf (u) − 15


und lesen den Null-
4Dt 16
durchgang ab:

0.03
0.025
0.02
0.015
0.01
0.005
erf(u)-15/16

0
-0.005
-0.01
-0.015
-0.02
-0.025
-0.03
-0.035
-0.04
1.311 1.314 1.317 1.32 1.323 1.326 1.329
u

Abbildung 7: Diffusionskurven für verschiedene Zeiten.

14
Daraus erhalten wir folgenden Zusammenhang:
x
√ = 1, 317 (7)
4Dt
m
⇒D= . (8)
6, 937956
2
Wobei m := xt ist. Jetzt müssen wir nur noch m mittels linearer Regression
aus unseren Messwerten in Messung (2) bestimmen. Die lineare Regression
ist in folgender Graphik zu sehen:

Messung (2)
2.8e−05
Messwerte
Lineare Regression
2.6e−05

2.4e−05

2.2e−05

2e−05

1.8e−05

1.6e−05

1.4e−05

1.2e−05

1e−05
0 200 400 600 800 1000 1200 1400 1600 1800 2000

Abbildung 8: Diffusionskurven für verschiedene Zeiten.

Aus der Formel für lineare Regression


P P P
n xi yi − xi yi
m=
n x2i − ( xi )2
P P

ergibt sich m = 9, 659 · 10−9 m2 /s. Der Fehler berechnet sich aus
s P
n (yi − b − mxi )2
σm =
(n − 2) n x2i − ( xi )2
P P 

15
zu σm = 3, 7 · 10−11 m2 /s. Nun können wir den Diffusionskoeffizienten be-
stimmen:
m
D=
6, 937956
m
⇒D= = 1, 392 · 10−9 m2 /s.
6, 937956
Der Fehler folgt aus Fehlerfortpflanzung:
∂D 1
σD = σm = σm
∂m 6, 937956
3, 7 · 10−11 m2 /s
⇒ σD = = 0, 6 · 10−11 m2 /s.
6, 937956
Schließlich berechnen wir den gewichteten Mittelwert beider Werte für den
Diffusionskoeffizient mit der Formel
Pn Di
2
i=1 σD
i
D = Pn 1 .
i=1 2
σD
i

Somit lässt sich der Fehler berechnen durch


s
1
σD = Pn 1 .
2
i=1 σD
i

Wir erhalten D = (1, 422 · 10−9 ± 0, 5 · 10−11 ) m2 /s.

4.3 Konzentrationsprofil
Messung (3) haben wir mit Kürette 2, 65 Minuten nach Versuchsanfang,
durchgeführt. Die Gesamtdauer dieser Messung betrug ungefähr 15 Minuten.
Wenn wir in Formel 1 den berechneten Wert für den Diffusionskoeffizient und
die Zeit an der wir diese Messung gestartet (bzw. beendet) haben einsetzen
erhalten wir den Plot in Abbildung 9. In dieser Abbildung tragen wir zum
Vergleich auch noch unsere Messdaten ein.
Messung (4) haben wir mit Kürette 1, 80 Minuten nach Versuchsanfang,
durchgeführt. Die Gesamtdauer dieser Messung betrug ungefähr 10 Minuten.
Mit analoger Vorgehensweise wie oben erhalten wir:

16
Messung (3)
0.25
t=65 Minuten
t=80 Minuten
Aufsteigende Messung
Absteigende Messung

0.2

0.15
c(x,t)/c0

0.1

0.05

0
0.004 0.0045 0.005 0.0055 0.006 0.0065 0.007 0.0075 0.008 0.0085 0.009
x

Abbildung 9: Diffusionskurven für verschiedene Zeiten.

Messung (4)
0.25
t=80 Minuten
t=90 Minuten
Aufsteigende Messung
Absteigende Messung

0.2

0.15
c(x,t)/c0

0.1

0.05

0
0.004 0.0045 0.005 0.0055 0.006 0.0065 0.007 0.0075 0.008 0.0085 0.009
x

Abbildung 10: Diffusionskurven für verschiedene Zeiten.

Auf Abbildungen 9 und 10 werden wir in der Diskussion weiter eingehen.

17
5 Diskussion
Wie wir bereits oben erwähnt hatten lautet der Literaturwert für den Diffu-
sionskoeffizient 4 · 10−10 m2 /s. Wir erhalten aber D = (1, 422 · 10−9 ± 0, 5 ·
10−11 ) m2 /s. Damit liegt der Literaturwert offensichtlich bei weitem nicht
im Fehlerbereich. Unsere Abweichung ist von ungefähr 255%, was nicht allzu
erfreulich ist. Dass liegt vielleicht daran, dass die Küretten und die Filter
verschmutzt waren. An den Störungen während der Messung (Beispielsweise
Änderung der Lichtintensität im Raum durch Öffnen der Tür) liegt diese
enorme Abweichung wahrscheinlich nicht, da die lineare Regression ziemlich
genau ist.
Bei den Abbildungen 9 und 10 war zu erwarten, dass der Abstand zwischen
den absteigenden und aufsteigenden Messdaten größer ist als bei denen, die
wir zuerst gemessen haben. Das stimmt immer, bis auf den ersten gemessenen
Wert bei Abbildung 7.

18