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Anfängerpraktikum der Fakultät für

Physik,
Universität Göttingen

Versuch Gravitationswaage
Beschreibung

Praktikanten: -
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E-Mail: -
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Betreuer: -

Testat:
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Motivation 2

2 Aufbau 2

3 Durchführung 3

4 Theorie 4
4.1 Gravitation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
4.2 Momente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
4.2.1 Gravitationsmoment . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
4.2.2 Torsionsmoment . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
4.3 Bestimmung der Gravitationskonstante . . . . . . . . . . . . . 6
4.4 Torsionsmodul . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

5 Auswertung 7
5.1 Große Kugeln +45◦ ausgelenkt . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
5.2 Große Kugeln -45◦ ausgelenkt . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
5.3 Gravitationskonstante berechnet aus den beiden Auslenkungen 11
5.4 Torsionsmodul . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11

6 Diskussion 12

1
1 Einleitung und Motivation
Bei diesem Versuch geht es darum, die Gravitationskonstante zu bestimmen.
Sie ist eine der universellsten und in der Mechanik wichtigsten Konstanten
und dennoch mit nur sechs sicheren Ziffern die am ungenauesten bestimmte
Naturkonstante, im Gegensatz zu beispielsweise der Elementarladung mit
zehn sicheren Stellen.
Erst durch Isaak Newton’s Formulierung des Gravitationsgesetzes 1667,
welches die Existenz einer Gravitationskonstante γ behauptete, war eine Be-
gründung der von Johannes Kepler 1609 aufgestellten Gesetze möglich. Die
erste Bestimmung dieser Konstante gelang Henry Cavendish 1798 bei einem
Experiment mit der so genannten Gravitationswaage, welches wir hier nach-
empfunden haben.

2 Aufbau

Abbildung 1: Aufbau der Gravitationswaage. Dieses Bild kommt von


https://lp.uni-goettingen.de/get/text/668

Der Aufbau der Gravitationswaage besteht hauptsächlich aus zwei Ku-


geln großer Masse, welche auf einer drehbaren Ebene fest montiert sind, und

2
zwei Kugeln kleiner Masse, die als Hantel an einem Torsionsfaden hängen. Die
großen und kleinen Kugeln sind jeweils symmetrisch zur Mitte des Apparates
befestigt und haben dieselbe Rotationsachse. Allerdings sind die kleinen Ku-
geln weiter innen. An dem Torsionsfaden ist ein Spiegel befestigt, der einen
auftreffenden Laserstrahl an ein Lineal reflektiert, das in einigem Abstand an
der Decke hängt, und somit auch kleine Drehungen (oder später auch Verdril-
lungen genannt) des Torsionsfadens sichtbar macht. Die gesamte Apparatur
ist in der Wand verankert, um sie gegen Schwingungen und Erschütterungen
des Bodens unempfindlich zu machen. Die kleinen Kugeln befinden sich in
einem evakuierten Glaskolben umschlossen von einem Kupfergitter. Das Kup-
fergitter wirkt als Faraday’scher Käfig und soll elektrostatische Aufladungen
verhindern.

3 Durchführung
Zuerst schaltet man den Laser an und bestimmt anhand des an der Decke
angebrachten Lineals die Nulllage der Waage. Danach dreht man die Ebe-
ne, auf der sich die großen Kugeln befinden, um 45◦ . Aufgrund der jetzt in
eine andere Richtung wirkenden Gravitationskraft fängt die Hantel mit den
kleinen Kugeln nun an, um eine andere Ruhelage zu schwingen. Die aktu-
elle Auslenkung protokolliert man alle 15s über 5 Perioden. Danach dreht
man die Ebene der großen Kugeln in die entgegengesetzte Richtung um 90◦ ,
während die Hantel in dieselbe Richtung dreht. Auch hier protokolliert man
wieder alle 15s die Werte der Auslenkung über 5 Perioden.

3
4 Theorie
Schematisch sieht der Aufbau wie folgt aus1 :

Abbildung 2: Gravitationswaage mit relevanten Variablen.

M1 entspricht M und M2 entspricht m.

4.1 Gravitation
Newton fand heraus, dass zwischen der Gravitationskraft, die auf zwei Körper
wirkt, und dem Produkt ihrer Massen eine Proportionalität besteht. Außer-
dem beobachtete er, dass diese Kraft mit dem Quadrat des Abstands der
Körper abnimmt. Daraus folgerte er, dass die tatsächlich auf die Körper wir-
kende Kraft gegeben ist durch:
M1 · M2
F~ = γ · · e~r .
r2
3
γ ist die Gravitationskonstante und beträgt2 6.67428(67) ·10−11 kgs
m
2.

1
Das Bild kommt aus: Das Physikalische Praktikum, Universitätsdrucke Göttingen,
2010
2
nach http://physics.nist.gov/cuu/Constants/index.html vom 13.5.10

4
4.2 Momente
4.2.1 Gravitationsmoment
Wegen der Gravitationskraft wirkt nach dem Drehen der großen Kugeln ein
Drehmoment M ~ grav auf die kleinen Kugeln. Im Weiteren werde ich |M
~ grav |
nur noch als Mgrav schreiben. Dieses ist gegeben durch:
M1 M2
Mgrav = 2|~a × F~ | = 2|~a||F~ |sin(β) = 2aγ sin(β)
d2
d ist hier die Distanz zwischen einer großen und der näher liegenden kleinen
Kugel. Nach dem Sinussatz ist sin(β) = bsin(δ)
d
und δ = (α − ϕ). Für kleine
ϕ kann man mit kleinem Fehler auch δ = α setzen.
Nach dem Kosinussatz gilt d2 = a2 + b2 − 2abcos(α). Dadurch ergibt sich
dann
M1 M2 bsinα
Mgrav = 2aγ 3
(a + b2 − 2abcos(α)) 2
2

4.2.2 Torsionsmoment
Für die Verdrillung eines Fadens benötigt man ein Torsionsmoment MT =Dϕ.
D ist die Winkelrichtgröße dieses Momentes. Wie wir von den harmonischen
Schwingungen wissen, ist


ω= und
T
D = m · ω 2 (Θ ist äquivalent zu m bei nicht rotierenden Körpern.)
r
D
⇒ω=
Θ
⇒ D = ω2 · Θ
4π 2
⇒ D = 2 · Θ.
T
Θ steht hier für das Trägheitsmoment der Torsionshantel und T für die Pe-
riode der Schwingung. Es gilt
2
Θ = 2m( r2 + a2 )
5
für eine Kugel.

5
4.3 Bestimmung der Gravitationskonstante
In der neuen Gleichgewichtslage nach dem Drehen der großen Massen kom-
pensieren sich das Gravitationsmoment und das Torsionsmoment, sie sind
also von ihrem Betrag her gleich groß, wirken aber in entgegengesetzte Rich-
tungen.

⇒ |M~ grav | = |M
~T|
M1 M2 bsin(α) 4π 2 2
⇒ 2aγ 3 = 2
· 2m( r2 + a2 )ϕ.
(a2 + b2 − 2abcos(α)) 2 T 5

Durch Umstellen nach γ erhält man dann die gesuchte Gleichung, mit der
man die Gravitationskonstante bestimmen kann. Alles, was man benötigt,
sind ein paar feste, aufbaubedingte Werte, nämlich a, b, r undM1 . M2 hinge-
gen lässt sich raus und wird nicht benötigt. α wählt man selber und ϕ sowie T
können durch die beschriebene Versuchsdurchführung bestimmt werden. Die
gesuchte Gleichung ist:
3
2 ( 52 r2 + a2 )(a2 + b2 − 2abcos(α)) 2
γ = 4π ϕ
abM1 T 2 sin(α)

4.4 Torsionsmodul
Das Torsionsmodul G ist eine Materialeigenschaft und beschreibt, wie sich
ein Körper bei einer Scherung, das heißt, wenn eine Kraft von außen parallel
zur Oberfläche angreift, verhält. Man geht hier von kleinen Scher(γ)- und
Auslenkwinkeln(ϕ) aus. Den Draht betrachtet man jetzt als sehr dünnen
Zylinder mit Länge lF und Radius rF , auf den ein Drehmoment
~ = ~rF × dF~
dM

wirkt. Da die Kraft dF~ senkrecht auf dem Radius ~rF steht, kann man Kreuz-
produkt und Vektorpfeile weglassen. Das Hookesche Gesetz für Scherungen
lautet τ = G ∆x x
. τ ist eine Spannung, die so genannte Schubspannung“.

Für sie gilt τ = dF
dA
= G · γ, wenn das Drehoment ein infinetesimal kleines
Flächenstück verdrillt.
Daraus folgt

dM = rF GγdA

6
Bei kleinen Auslenkungen gilt sin(γ) = γ und γ = lbF , wobei b der verdrillte
Bogenabschnitt ist. Damit erhält man b = ϕrF . Umgeformt ist also γ = rFl ϕ .
Die Grundfläche des Zyliners dA ist gleich 2πrF dr. Auf ein Volumen unseres
Zylinders wirkt also

2πGϕrF3 dr
dM = .
lF
Integriert man jetzt über die Volumenelemente, erhält man

πrF4
D=G ϕ.
2lF
Nach Gleichsetzten mit dem Gravitationsmoment, da sich dieses mit dem
Torsionsmoment in der Ruhelage kompensiert, und Umstellen nach G be-
stimmt man das Torsionsmodul als
4aγM1 M2 sin(β)lF
G= .
ϕπrF4 d2

5 Auswertung
Die Messungen wurden mit Apparatur III durchgeführt. In Tabelle (1) sind
die entsprechenden Parameter aufgelistet. Die Initialposition des Lichtzeigers
ist: (113,5±0,5) cm.

Parameter/Apparatur Symbol Wert


Senkrechte Lichtzeigerlänge l 259 cm
Masse der großen Kugeln M 10045 g
Masse der kleinen Kugeln m 20 g
Radius der kleinen Kugeln r 0,78 cm
Abstand Schwerpunkt-Drehachse kleine Kugeln a 2,30 cm
Abstand Schwerpunkt-Drehachse große Kugeln b 10,30 cm
Trägheitsmoment der Aufhängevorrichtung θAufh (4,08±0,18)g·cm2

Tabelle 1: Parameter der Apparatur.

7
5.1 Große Kugeln +45◦ ausgelenkt
In diesem Abschnitt wollen wir unseren Wert für die Gravitationskonstante
γ ausrechnen. Dafür müssen wir ein Paar andere Werte (mit ihren Fehlern)
bestimmen. Als erstes berechnet man die erwartete Endstellung ȳ, indem man
Formel (1) benutzt und den Mittelwert der erhaltenen Werte ausrechnet.
yi−2 + 2yi−1 + yi
ȳi = (1)
4
Die Werte yi haben einen Fehler σyi = 0, 5 cm (der kleinste Abschnitt der
Skala), damit sind die ȳi auch fehlerbehaftet. Um diesen Fehler σȳi zu be-
rechnen, muss man die Formel für die Fehlerfortplanzung verwenden:
s 2  2  2
∂ ȳi ∂ ȳi ∂ ȳi
σȳi = · σ∆yi−2 + · σ∆yi−1 + · σ∆yi
∂yi−2 ∂yi−1 ∂yi
s 
1 1 1
⇒σȳi = + + · 0, 52 = 0, 31 cm.
16 4 16

Die verschiedenen ȳi kann man in der Tabelle (2) sehen.

yi [cm] σyi [cm] ȳi [cm] σȳi [cm]


113 0,5 - -
96,5 0,5 - -
112,5 0,5 104,63 0,31
97 0,5 104,63 0,31
112 0,5 104,63 0,31
97,5 0,5 104,63 0,31
111 0,5 104,5 0,31
98 0,5 104,38 0,31
110,5 0,5 104,38 0,31
98,5 0,5 104,38 0,31
110 0,5 104,38 0,31

Tabelle 2: Extremwerte und berechnete Endstellungen (die um die eigentliche


Endstellung gestreut sind) des Lichtzeigers (Große Kugeln +45◦ ).

Dann berechnet man den Mittelwert der ȳi und erhält ȳ = 104, 5 cm. Dazu

8
muss man den Fehler von ȳ (also σȳ ) berechnen. Aus der Fehlerfortpflanzung
folgt:
v v
u n  2 u n
uX ∂ ȳ uX 1
σȳ = t · σȳi = σȳi · t
i=1
∂ ȳi i=1
n2
σȳ
⇒σȳ = √ i (2)
n
0, 31
⇒σȳ = = 0, 10 cm.
3

Jetzt müssen wir den Unterschied zwischen der Initialposition y0 und der
Endstellung ȳ des Lichtzeigers berechnen. Also:

∆ymax = |ȳ − y0 | = 104, 5 − 113, 5 = 9, 00 cm.

Mit einem Fehler:


q q
σȳi = (σȳ ) + (σy0 ) = (0, 10)2 + (0, 5)2 = 0, 51 cm.
2 2

Mit ∆y ist es jetzt möglich den Winkel ϕ zu berechnen. Aus der Geometrie
des Versuches folgt die Formel:
∆y
tan 2ϕ =
l

1 ∆y
⇒ϕ= arctan = 0, 017 rad (3)
2 l
Mit Fehlerfortpflanzung:
s 2
∂ϕ 1 l
σϕ = · σ∆y = 2 · σ∆y
∂∆y 2 l + ∆y 2
1 259
⇒σϕ = · 0, 51 = 0, 001 rad
2 259 + ∆92
2

⇒ϕ = (0, 017 ± 0, 001) rad

9
Dann berechnen wir die Periodendauer der Schwingung T , indem wir den
Mittelwert der Zeiten Ti , die zwischen den Maxima vergehen, bildet. Den
Fehler σT berechnen wir wiederum aus den Fehlern σTi = 7,5 s (da wir jede
15 s einen Wert aufgeschrieben haben) mit Formel (2). Wir erhalten T =
(471, 0 ± 3, 4) s. Mit den Parametern der Apparatur und den ausgerechneten
Werten T und ϕ kann man schließlich γ berechnen:
3
4π 2 ϕ(a2 + b2 − 2ab cos α) 2 θ
γ=
2abmM sin αT 2
3
4π 2 ϕ(a2 + b2 − 2ab cos α) 2 (2m(a2 + 25 r2 ) + θAufh ) −11 m
3
⇒γ = = 7, 11 · 10 .
2abmM sin αT 2 kg · s2
Für den Fehler σγ gilt dabei:
s
∂γ 2 ∂γ 2 ∂γ 2 ∂γ 2 m3
σγ = (σT )2 + ((σϕ )2 + (σθ )2 + ((σα )2 = 0, 42 · 10−11 .
∂T ∂ϕ ∂θ ∂α kg · s2
Wobei wir für σα 2◦ einsetzen. Daraus ergibt sich schließlich:
m3
γ = (7, 11 ± 0, 42) · 10−11 .
kg · s2

5.2 Große Kugeln -45◦ ausgelenkt


Die Rechnungen folgen analog zur vorherigen Auslenkung. Sie liefern uns fol-
gende Ergebnisse:

Größe Wert Fehler


Maximale Auslenkung ∆y 7,40 cm 0,51 cm
Winkel ϕ 0,014 rad 0,001 rad
Periodendauer T 474,0 s 3,4 s
m3 −11 m3
Gravitationskonstante γ 5, 78 · 10−11 kg·s2 0, 41 · 10 kg·s2

Tabelle 3: Maximalwerte und Mittelwerte des Lichtzeigers (Große Kugeln


-45◦ ).

10
5.3 Gravitationskonstante berechnet aus den beiden
Auslenkungen
Um die Gravitationskonstante aus den zwei Auslenkungen zu berechnen, for-
men wir den Mittelwert ∆y ¯ von den zwei ∆y und T̄ von den zwei T . Dann
berechnen wir die Fehler σ∆y¯ und σT̄ aus den Fehlern σ∆y und σT (für beide
Auslenkungen) mit der Formel (2). Aus ∆y ¯ berechnet man dann wie im Ab-
schnitt (5.1) ϕ̄ und σϕ̄ .
Man erhält T̄ = (472, 5 ± 2, 4) s und ϕ̄ = (0, 016 ± 0, 001) rad. Mit diesen
Werten berechnet man:
3
4π 2 ϕ̄(a2 + b2 − 2ab cos α) 2 (2m(a2 + 25 r2 ) + θAufh ) −11 m
3
⇒γ̄ = = 6, 44 · 10 .
2abmM sin αT̄ 2 kg · s2
Für den Fehler σγ gilt:
s
∂γ̄ 2 ∂γ̄ 2 ∂γ̄ 2 ∂γ̄ 2 m3
σγ̄ = (σT̄ )2 + ((σϕ̄ )2 + (σθ )2 + ((σα )2 = 0, 30 · 10−11 .
∂ T̄ ∂ ϕ̄ ∂θ ∂α kg · s2

Daraus folgt:

−11 m3
γ̄ = (6, 44 ± 0, 30) · 10 .
kg · s2

5.4 Torsionsmodul
Um das Torsionsmodul zu berechnen, benutzt man die im Theorieteil her-
geleitete Gleichung. Dazu macht man die selben Annäherungen, wie bei der
Bestimmung des Gravitationsmomentes, und berechnet ϕ aus ∆y. Damit
erhält man
γM1 M2 bsin(α)8lF a
G= 3 .
(a2 + b2 − 2abcos(α)) 2 arctan( ∆y
lF
)πrF4

Daraus ergibt sich dann: G = (1, 89 ± 0, 09) · 1011 pa.

11
6 Diskussion
Bei der ersten Messreihe, mit den großen Kugeln +45◦ ausgelenkt, ist der
m3
Literaturwert für γ gleich 6, 67428(67) · 10−11 kg·s2 (siehe Abschnitt 4.1) sehr
3
knapp nicht im Fehlerbereich von unserem Wert (γ = (7, 11±0, 42)10−11 kg·s m
2 ).

Wäre der Fehler um weniger als 4% größer, dann würde der Literaturwert im
Fehlerbereich liegen. Größer ist die Abweichung unseres ersten Wertes von
dem Literaturwert mit ungefähr 6,5% (über den Literaturwert), was man bei
unserem Messaufwand schon als Erfolg bezeichnen könnte. Bei der zweiten
m3
Messreihe ist die berechnete Gravitationskonstante (5, 78 ± 0, 41) · 10−11 kg·s 2

allerdings nicht so befriedigend, die Abweichung beträgt über 13% und der
Literaturwert wäre nicht mal im Fehlerbereich, wenn man den Fehler verdop-
peln würde. Vielleicht haben wir beim Bewegen der großen Kugeln, als sich
die kleinen nicht mehr in stationärer Position befanden, diesen letzteren eine
zusätzliche Beschleunigung zugeführt, so dass die Gravitationskraft größer
erscheint, als sie in Wirklichkeit ist. Dies ist vielleicht der Grund, warum
es so wesentlich ist das Experiment zu starten, wenn die kleinen Kugeln in
vollkommener Ruhe sind.
m3
Der Mittelwert der beiden Messreihen γ̄ = (6, 44 ± 0, 30) · 10−11 kg·s 2 ist

am nähsten am Literaturwert, mit einer Abweichung von 3,5%. Außerdem


ist der Literaturwert im Fehlerbereich von γ̄. Das lässt vermuten, dass die
Aufhängevorrichtung nicht vollkommen symmetrisch in beide Richtungen
schwingt. Möglicherweise liegt es daran, dass der Faden schon alt und ab-
genutzt ist.
Das von uns errechnete Torsionsmodul beträgt 1, 89 ± 0, 09) · 1011 pa und
hat damit eine Abweichung von 2% von der Herstellerangabe mit 1, 85 ·
1011 pa. Der Literaturwert liegt sogar noch in unserem Fehlerbereich, aller-
dings kann es auch durchaus sein, dass sich das Tosrionsmodul im Laufe der
Zeit verändert hat.
Eine wichtige Fehlerquelle in der Messung war die nicht allzu große Genau-
igkeit der Skala, da sie nur bis zu halbe cm Abstände reichte. Man konnte
meistens nicht erkennen, ob der Lichtzeiger näher an dem einen oder ande-
ren Strich wahr. Mit einer Millimeterskala würde man mit Sicherheit einen
genaueren Wert finden. Zusätzliche Fehler sind offensichtlich die Reibung in
all den beweglichen Komponenten der Apparatur, sowie die Luftreibung der
kleinen Kugeln (da die sich schließlich nicht in einem perfekten Vakuum be-
finden). Diese führen zur einer Dämpfung der Schwingung, wie man in dem

12
Plot im Anhang erkennen kann. Gravitationsstörungen wegen der Masse des
Gebäudes in dem der Versuch durchgeführt wurde, sind, zumindest für un-
sere erwünschte Genauigkeit, völlig vernachlässigbar. Andere Fehlerquellen
sind zum Beispiel eventuelle Erschütterungen des Gebäudes.

13
Die Fehlerbalken sind so klein, dass man sie in den Kreuzen nicht sehen
kann.
145
Gravitationswaage bei -45◦
140
135
Auslenkung in [cm]

130
125
120
115
110
105
100
0 500 1000 1500 2000 2500 3000
Zeit in [s]
114
Gravitationswaage bei +45◦
112
110
Auslenkung in [cm]

108
106
104
102
100
98
96
0 500 1000 1500 2000 2500
Zeit in [s]

14