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6 JAH R UM R N PIR

Schwarz
auf Weiß
Und ein Hauch von Blau!
In unserer Sommerausgabe:
Wohnen mit starken Kontrasten –
von Apulien bis Australien

MASTERMIND SALONE DEL


DER MODERNE MOBILE 2019
Auf den Spuren Die Highlights
von Frank der Mailänder
Lloyd Wright Möbelmesse
DIE GROSSE FREIHEIT.

SO LEGER
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S
AUS DER REDAKTION

warze Küchen, dunkle Wände, fins-


tere Fassaden – ist es Ihnen auch schon
aufgefallen? Ausgerechnet im Jubiläums-
jahr des Bauhauses mit seinen weißen
Villen und Städten scheinen Architektur
und Design (ja, selbst die Bad-Armaturen
müssen schwarz sein!) wie in Star Wars
von der dunklen Seite überrollt worden
zu sein. Willkommen bei der Suche nach
den Ursachen in unserer Black-&-White-
Sommerausgabe! Blättere ich dieser Tage
durch die Feuilletons der Zeitungen, finde
ich allerdings Schwarz-Weiß-Malerei der
anderen Art: Jüngst holte die Wochenzei-
tung „Die Zeit“ bei der Forderung nach
mehr bezahlbarem Wohnraum gleich
zum Rundumschlag gegen Architekten,
Stadtplaner und Immobilienbranche aus.
Von „Heimsuchung“ und „Selbstverkis-
tung des Menschen“ in einem „sich an der eigenen Gier besaufendem Markt“
war die Rede, nur um dann im selben Atemzug das „freie Spiel der Formen unter
dem Licht“ von Le Corbusier zu zitieren und die ach so wundervolle Gründerzeit
des 19. Jahrhunderts wieder heraufzubeschwören.
Es war allerdings eben jene Gründerzeit, die es im ausgehenden 19. Jahr-
hundert nicht schaffte, die in erbärmlichen Zuständen lebenden Massen in
vernünftigen städtischen Behausungen unterzubringen, und in deren Schatten
sich ein raumgreifender Antisemitismus und Elitenhass des Kleinbürgertums
entwickelte. Und es waren leider auch nicht vielbeschworene Lichtgestalten wie
Charles-Édouard Jeanneret, alias Le Corbusier, die etwa die Lösung des Pro-
blems geliefert hätten; vielmehr sind seine monströsen Fantasien Ausdruck
eines mindestens halbfaschistoiden Städtebaus, der schon vor Jahren in Xavier
de Jarcys Monografie „Le Corbusier. Un fascisme français“ entlarvt wurde. Es ist
so einfach wie plump, Großstädter dafür anzuprangern, dass sie im Schnitt auf
zu großen 50 Quadratmetern leben und die 2,2 Millionen errichteten Wohnungen
der letzten zehn Jahre quadratkilometerweise Boden versiegeln würden, während
die Baubranche so viel Treibhausgase produziere wie der Flugverkehr.
Am Ende sind es nämlich all die Architekten, Stadtplaner und Immobilien-
entwickler, die hier gegeißelt werden, die in den letzten drei Dekaden unsere
Städte deutlich lebenswerter, autofreier, kinder- wie altengerechter und damit
beliebter gemacht haben – weshalb heute so viele Menschen darin leben wollen.
Es sollte uns stolz machen, dass das oft beschworene Häuschen im Grünen mit
all seinen negativen Klimaeffekten eben nur noch eine Fantasie unter vielen ist
und nicht das Leitmodell des gesamten deutschen Städtebaus wie noch zu Beginn
Coverfoto: Simon Devitt; Porträt: Matthias Haslauer

meiner Studienzeit Anfang der 90er-Jahre des letzten Jahrtausends. Wenn jetzt
wieder ein Run auf die Großstädte einsetzt, die dichter bebaut werden, ist das
zunächst der größte Beitrag zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit der Nachkriegs-
geschichte, da er Flächenfraß, Autoverkehr und Zersiedelung stoppt. Ist alles
„Die wohl exklusivste und
perfekt? Nein! Aber für komplexe Fragestellungen in komplexen Gesellschaften
außergewöhnlichste Textil- und
gibt es keine einfachen Lösungen. Eines weiß ich sicher: Schwarz-Weiß-Denken
Accessoire-Kollektion, die in der
hilft ganz bestimmt keinem weiter. Ich wünsche daher vor allem allen fleißigen
Firmengeschichte der Weberei
Stadtplanern, Bauherren und Gestaltern eine angenehme Sommerpause und viel
Rohleder kreiert wurde.“
Spaß bei der Lektüre!

Erhältlich im ausgewählten Fachhandel und auf


www.rohleder-home-collection.com

AW Architektur&Wohnen Sessel: Ligne Roset


INHALT
138
Wiederbelebung:
BMW realisierte
Marcello Gandinis
Designkonzept aus
den 60er-Jahren

106
Fernsicht für den
Freigeist: Ein Rahmen-
werk aus Stahl er-
zeugt so viel Fenster
wie möglich. Dazu
Brücken und Balkone

94
Ein silberner Alien auf 62
dem platten Land als Olivenbäume prägen die
Gemeindezentrum. Landschaft Apuliens – und
So lässig baut die umgeben denn auch
Dänin Dorte Mandrup, diese in Weiß gehaltene
AW-Architekt Sommerresidenz bei Ostunia
des Jahres 2019

20
Auf dem Salone in
Mailand gibt es fast
nichts, was es nicht
gibt: Leuchtende
Lianen zum Beispiel

4 4/2019
84
Azurblau und Zitronen-
gelb ziehen in eine
Mailänder Wohnung
ein. Das Resultat: Eine
Nord-Süd-Liaison Schwarz und Weiß 84 Geliebte Gegensätze
Ein neapolitanischer Architekt gestaltet ein
10 Schwarz und Weiß
Wie viel Licht steckt in der Dunkelheit? Mailänder Apartment: Guiliano Andrea dell’Uva
Und wie viel Mythos in den zwei Farben, macht daraus eine spannende Erzählung,
die eigentlich keine sind? Annäherung in der er Strenge mit Heiterkeit konfrontiert
an ein kontrastreiches Thema

Design & Handwerk Architektur & Raum
94 Spektakel ohne Show
20 Trends mit Tiefenschärfe
Sie steht für Zweckbauten mit ausgefallener
Bei dem riesigen Angebot der Mailänder
Möbelmesse lohnt sich der Schwarzweißblick – Ästhetik – und macht (auch) über Dänemarks

um die Farbtupfer deutlicher zu sehen Landesgrenzen von sich reden. Dorte Mandrup
ist AW-Architekt des Jahres 2019
30 Designtalente
Drei neue Kandidaten für den Kaldewei Future 106 Raumkonzept
Award by Architektur & Wohnen Der finnische Woodnotes-Chef Mikko Puotila
hatte eine Prämisse beim Hausbau: Viel
38 Notizen
sehen, aber ungesehen bleiben. Entstanden ist
ein Regelwerk fürs gute Leben
39 Ein Möbel – und seine Geschichte
10 Mies van der Rohes „Farnsworth House“ erzählt

Garten & Landschaft


Eine Blumenwiese in die Geschichte einer verhängnisvollen Affäre –
Weiß mit Blüten aus und stand schließlich Pate für ein Sideboard von
beweglichen Schatten –
Walter Knoll 120 „Es gibt zu viel Effekthascherei"
so interpretiert Nendo
das Titelthema Man könnte Tom Stuart-Smith den offiziellen
42 Druckfrisch Botschafter britischer Gartenkunst nennen, derart
Geben in diesem Sommer den Ton an:
diszipliniert verknüpft er historische Stile seines
coole Stoffe mit Schwarz-Weiß-Print
Landes mit neuen naturnahen Pflanzmethoden

52 Carbon Copy
Antike Statuen tragen moderne Armbanduhren Reise & Inspiration
aus Kohlefaser und zeigen: Manche 130 It’s all Wright
Zeitmesser überdauern die Zeiten – und sind Keiner hat in Amerika so viel gebaut und sich
zudem zeitlos schön dabei immer wieder neu erfunden. Ein Roadtrip
auf den Spuren von Frank Lloyd Wright

Wohnen  &  Stil


Fotos: Remi Dargegen; Mattia Aquila/Livinginside; Robertino Nikolic (2); Christian Grund;

138 Comeback mit Grandezza


62 La Forza Bianca
Der „Garmisch“ von BMW war einst ein Prototyp.
Trulli sind Apuliens Wahrzeichen. Ein nea-
Jetzt ist der verlorene Sohn (mit italienischem
politanisches Paar hat aus einem Ensemble
dieser archaischen Rundhäuser ein sehr Vater) zurück – und zeigt Zukunftspotenzial
heutiges Sommerzuhause gemacht
143 Zimmerservice
Takumi Ota; Nathalie Krag/Livinginside; Andreas Achmann

70 Kontrast-Programm Hoteloase „Sublime Comporta“ in Portugal


42 Schwarz-Weiß-Denken kann helfen: Zwei Brüder
Leinen los! Schwarz- verwandeln ein finsteres Cottage in Melbourne
RUBRIKEN
weiß gemusterte Stoffe in ein zeitgemäßes Loft mit Galerie-Flair
3 Editorial
sind ideale Begleiter
für die Outdoor-Saison 6 Contributors
76 Wer wohnt denn da?
8 Impressum
Schwarz-Weiß als Konzept, beinah unheimlich
in seiner rigiden Beschränkung. Unsere Autorin 36 Bücher
verortet in diesem Apartment ein Paar, das sich 144 Event
entweder extrem einig – oder extrem uneinig ist 146 Kolumne

AW Architektur&Wohnen 5
CONTRIBUTORS

ANTJE STEINKE
Ihre Freizeit widmet sie der Kunst und
dem Reisen. Oder sie geht mit ihrer
Tochter ins Ballett. Was nicht erstaunt –
beweist Antje doch auch in ihrer Arbeit
als Grafikerin bei AW ausgesproche-
nen Feinsinn. Studiert hat sie Grafik-
design in der Burg Giebichenstein
Kunsthochschule Halle und später an
der Hochschule für Gestaltung Zürich.
Zwölf Jahre lebte sie an Spaniens
Costa Blanca, bevor sie nach Berlin
zog und als Editorial Designer und
Art-Direktorin für diverse Magazine
gearbeitet hat (u. a. „QVEST“, „Vanity
Fair“, „Harper’s Bazaar“, „Luna“,
„Philosophie Magazin“). Ihr neuestes
privates Objekt: ein Bauernhäuschen
in Rheinsberg. Da liegt es auf der
Hand, dass sie auch Tucholsky liebt …

SEBASTIAN R. TROMM
ROBERT KITTEL Der Mann ist Journalist, Werbetexter
Es gibt nur wenige Journalisten, die und Telefonjoker für unnützes Fakten-
sich komplett auf Hotels spezialisiert wissen über Großkatzen und
haben. Robert Kittel, Travel Editor historische Nebensächlichkeiten. Seine
unseres Schwesterblatts Robb Report Überzeugung: Schlechte Entscheidun-
und Gründer der Hotelkooperation gen bringen gute Geschichten. So
Pretty Hotels (pretty-hotels.com), vermarktete er etwa einen Luxus-
ist einer von ihnen. Pro Jahr checkt er Champagner für Zuchthunde, drehte
in mindestens 50 Herbergen ein – auf den Tragflächen eines Doppel-
stets auf der Suche nach ungewöhn- deckers Loopings und klingelte für die
lichem Design, Zimmern mit Aussicht aktuelle AW-Ausgabe an einem privat
und erstklassigem Service. Häuser, die bewohnten Frank-Lloyd-Wright-Ge-
Fotos: Claudia Kahnt; Stefan Stalio

er mit dem Prädikat „Eine Reise wert!“ bäude in Arizona, das mittlerweile
versieht, schaffen es in unsere neue einem Ex-Navy-Soldaten gehört. Der
Rubrik „Zimmerservice", die Kittel seit Empfang war unsanft. Die gute Nach-
der letzten Ausgabe betreut. Sein richt: Unser Reporter ist mit dem Leben
Fundstück diesmal: das portugiesische davongekommen – und stieß auch
„Sublime Comporta“ (Seite 143). auf offene Türen. Herausgekommen ist
ein Roadtrip auf den Spuren des
größten US-amerikanischen Architek-
ten der Moderne. Ab Seite 130

6 4/2019
mit

Ausgabe 4/2019, Juli–August; Erstverkaufstag dieser Ausgabe ist der 2.7.2019


AW erscheint zweimonatlich in der JAHRESZEITEN VERLAG GmbH, Harvestehuder Weg 42, D-20149 Hamburg
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Urheber- und Reproduktionsrechte: © VG Bild-Kunst, Bonn 2019:


S. 5, 84, 87, 88: Le Corbusier, Pierre Jeanneret, Charlotte Perriand (Sessel „LC 2“, Cassina); S. 40: Ludwig Mies van der Rohe (Haus „Farnsworth“); S. 68: Le Corbusier („Lampe de Marseille“,
Nemo); S. 76 Ettore Sotsass (Vase „Rocchetto 503“, Bitossi Ceramiche); S. 111: Kuutti Lavonen (Bild „Regina Celi“); S. 129-137: Frank Lloyd Wright („Hollyhock House“, „David and Gladys
Wright House“, „Norman Lykes House“, „George Sturges House“, „Frank Lloyd Wright House“, „First Christian Church“)

EIN UNTERNEHMEN DER GANSKE VERLAGSGRUPPE

Weitere Titel der JAHRESZEITEN VERLAG GmbH: COUNTRY, DER FEINSCHMECKER,


FOODIE, LAFER, MERIAN, PRINZ, ROBB REPORT, WEIN GOURMET

8 4/2018
OHLINDA BY BRETZ
INTERIOR INNOVATION AWARD WINNER

ALEXANDER-BRETZ-STR. 2  D-55457 GENSINGEN  TEL. 06727-895-0  INFO@ BRETZ.DE  BRETZ.DE


FLAGSHIPS: STILWERK BERLIN  HOHE STR. 1 DORTMUND  WILSDRUFFER STR. 9 DRESDEN
STILWERK DÜSSELDORF  ALTE GASSE 1 FRANKFURT  STILWERK HAMBURG  KAISER-
WILHELM-STR. 9 HAMBURG  HOHENSTAUFENRING 62 KÖLN  BERLINER STR. 45 LEINEFELDE-WORBIS
REUD NITZER STR. 1 LEIPZIG  BRÜHLSTR. 6 METZINGEN  HOHENZOLLERNSTR. 100
MÜNCHEN  HALLPLATZ 37 NÜRNBERG  KÖNIGSBAU PASSAGEN STUTTGART  SALZGRIES 2 WIEN
TITELTHEMA

SCHWARZ WEISS
HIMMEL HÖLLE
TAG NACHT
LICHT SCHATTEN
Wie viel Erleuchtung steckt in Dunkelheit?
Wie viel Mythos in den Farben Schwarz und Weiß?
Warum sind sie zurzeit für Architektur und Design
augenscheinlich so wichtig? Und sind sie überhaupt richtige
Farben? Eine Annäherung.

THE COSMIC WEB, TOMAS SARAZENO


Im Planetarium von Mailand ließ der
argentinische Künstler auf Einladung von
Bulgari Spinnen riesige Netze weben,
die in der Dunkelheit punktuell angestrahlt
ihren Reiz entwickelten – wie ein
Galaxien-Nebel im Miniaturformat

text martin tschechne

10 4/2019
BREEZE OF LIGHT, NENDO
In überwältigendem Weiß schuf Nendo,
AW-Designer des Jahres 2019, ein Feld aus
stilisierten Blumen, die von Licht angestrahlt mit
beweglichen Polarisationsfiltern optisch in
Bewegung versetzt werden. Schlicht zauberhaft!

AW Architektur&Wohnen 11
TITELTHEMA

D
die Kleiderordnung muslimischer Frauen, um Burka, Niqab
und Tschador, lässt ahnen, dass auch diese Gleichung mehr
als nur eine Lösung hat.
er Held trägt Schwarz. Die Weiß dagegen offenbart. „Es hebt sich ab vom Hinter-
Unschuld weiß. Wer heiratet, leuchtet in unbefleckter Reinheit. grund, ohne sich in den Vordergrund zu drängen“, lobt der
Wer es zum zweiten Mal versucht, zieht sich vielleicht auf einen Stuttgarter Architekt Stephan Fuchs. Nicht allzu weit von
Pastellton zurück, um der symbolischen Konvention Respekt seinem Büro entfernt liegt die Weißenhofsiedlung. Die klaren,
zu erweisen. Bis dass der Tod euch scheidet – dann löst sich das weißen Formen in der Tradition des Bauhauses dienen ihm
Strahlen aller Farben auf in samtschwarzer Nacht. sicherlich als Quelle der Inspiration für seine eigenen klaren,
Schwarz ist keine Farbe. Für Physiker und Wahrnehmungs- weißen Bauten. Doch reicht die Tradition einer Architektur des
physiologen ist es nichts als die vollkommene Abwesenheit von Lichts viel weiter zurück. Wohlstand und Glück, Erleuchtung
Licht – theoretisch faszinierend, technisch unerreichbar. Eben- und strahlende Macht: Sie präsentieren sich seit jeher in hellen,
so Weiß: Es ist die Summe aller Farben im Spektrum zwischen weitläufigen Palästen aus Marmor. Und weiße Säulen stützen
Infrarot und Ultraviolett, aber selbst kein Teil davon. Sir Isaac das Dach, wo klassische Kultur und humanistisches Denken
Newton konnte das Phänomen einst mit einem Loch in der als Fundament erkennbar sein sollen. Das Weiße Haus in Wa-
Jalousie, einem Prisma und einer Linse demonstrieren. Der shington bleibe mal außen vor. Ohnehin entspringt die Idee
japanische Fotokünstler Hiroshi Sugimoto braucht nur einen vom reinen, also leuchtend weißen Geist der Antike einem Irr-
Schwarz-Weiß-Film: Seit mehr als 40 Jahren stellt er für die tum von historischer Dimension. Darüber wird zu reden sein.
Serie „Theaters“ seine Kamera in Kinos auf; wenn der Film Aus dem Dunkel drängen die Dämonen. Schwarze Ritter,
beginnt, öffnet er den Verschluss. Am Ende der Vorstellung zei- schwarze Nebel, schwarze Messen. Doch birgt die Nacht auch
die Geheimnisse des Traums, den
Eros und die Majestät des Geistes.
„Schwarz hat etwas Königliches“,
bestätigt die Berliner Modedesignerin
Esther Perbandt, die seit 15 Jahren
mit einer kleinen, bedeutsamen Aus-
nahme – auch darüber wird zu reden
sein – nur schwarze Kleider produziert:
„Was darin zum Ausdruck kommt, ist
Zeitlosigkeit.“ Aber, mag man dagegen-
halten, seit uralten Zeiten recken sich
die Häuser auf den Inseln der Ägäis in
gleißendem Weiß der Sonne entgegen,
und ebenso weiß und strahlend begann
TENT HOUSE, CHRIS TATE ARCHITECTURE das Neue Bauen. Zumindest schien es
Ein ungewöhnliches Wochenendhaus in der so, bis die Hamburger Kunsthistorike-
Nähe von Auckland. Ein „experimentelles rin Monika Wagner einen Ausflug nach
Projekt“ nennt es der Architekt. Inspiriert von Brünn unternahm. „Winzige gelbliche,
der Form eines Zeltes verfügt das Gebäude bräunliche und rötliche Sandkörnchen“
über einen Schlafbereich im Mezzanin, ein
weiteres Gästezimmer, Küche, Bad. Den
entdeckte sie an der frisch restaurierten
Rest bezeichnet der Planer als Wohngalerie Villa Tugendhat und konstatierte, erst
sie gäben den Wänden ihre optische
Brillanz und ließen die Oberfläche flir-

gen seine Aufnahmen immer wieder eine Leinwand in Weiß,


vollkommen leer und von keinem Grauschleier verschattet. Die
Summe von allem ist nichts.
Kein Feuerrot und kein Marineblau sind so beladen mit
Bedeutung. Vernunft und Ahnung, Geborgenheit und Kälte,
Medizin und Magie – immer lassen Schwarz oder Weiß sich
zuordnen, immer ergibt sich ein Narrativ oder ein Ritual.
Würde hüllt sich in einen Talar; Pastor, Richter, Hochschulde-
kan verschmelzen darunter mit ihren Ämtern. Doch ebenso
schwarz ist auch das Kleidchen, das Coco Chanel Frauen zur
Cocktailparty anpasste. Das kleine Schwarze wird bald 100
Jahre alt, aber seine Botschaft gilt noch immer: Schwarz ist
sexy. Es verhüllt und entzieht – und lenkt gerade dadurch die
Aufmerksamkeit auf das Verborgene. Entspricht das nicht
eins zu eins der Definition von Erotik? Nun ja, die Debatte um

12 4/2019
Ein starkes Statement in
Schwarz und Weiß mitten in der
Natur Neuseelands
AW Architektur&Wohnen 13
TITELTHEMA

Schwarz ist keine Farbe,


sondern eine kulturelle
Vereinbarung

NOMANBY HOUSE, WHITING ARCHITECTS


Der Name ist Programm? Stimmt nur halb!
Carole und Steven Whiting bauen
bevorzugt ganz in Schwarz – außen. Innen wird
es dafür umso weißer. Aber manchmal springen
die zwei auch über ihren Schatten und
geben Teilen der Fassade etwas Leuchtkraft

14 4/2019
MODULKÜCHE, MAO SHEN CHIANG black gesichert – aber ob ein Caravaggio damit überwunden ist?
Als weiße Ware werden Haushaltsgeräte Sicher nicht! Der Meister der Barockmalerei in Italien setzte
normalerweise bezeichnet. Doch das passt
seine Akzente aus grellem Licht so pointiert, dass alles andere
hier nicht. Mutiges dänisches Design hat es
bis nach Taiwan geschafft, wo die schwarze
in tiefstem Schwarz versinkt. Weltrekord, bis heute unerreicht.
Küche von Vipp an eine Höhle erinnert Kunstgeschichte schlägt Vantablack – vermutlich weil sie seit
den Höhlenmalereien von Lascaux einfach die längere Erfah-
rung in sich versammelt.
Schwarz ist eine kulturelle Vereinbarung – und eben keine
Farbe. Ein Symbol der Abstraktion, weil es selbst nur als Idee
existiert. Der russische Konstruktivist Kasimir Malewitsch
setzte mit seinem „Schwarzen Quadrat“ 1913 ein Signal zur
Revolution des Denkens. Und wenn die Impressionisten
behauptet hatten, kein Schwarz sei so schwarz, dass es nicht
durch ein dunkles Grün oder Blau in leuchtender Umgebung
ersetzt werden könne – dann widersprachen ihnen Matisse
und van Gogh, die Tradition des japanischen Holzschnitts
nach Hokusai sowie Wassily Kandinsky, der im Schwarz die
Grundlage für das Geistige in der Kunst erkannte.

ren. Die 1930 von Ludwig Mies van


der Rohe vollendete Ikone einer gan-
zen Epoche der Baukunst – sie war
keineswegs so makellos weiß, wie es
brave Fotografien immer wieder zur
Nachahmung empfohlen hatten. Sie
war noch viel weißer! Die Forscherin
reagierte mit Skepsis. Der Eindruck
von Weiß entsteht erst im Kopf des
Betrachters. Und selbst scheinbar
sichere Belege führen leicht mal in
die Irre. Das gilt auch für die blei-
chen Marmorgötter Griechenlands,
die ganzen Epochen als Idealbilder
klassischer Reinheit und stiller
Größe dienten: Seit einer Ausstellung
vor ein paar Jahren wissen wir, dass
sie knallbunt bemalt waren. Haben INSTALLATION, SNARKITECTURE
wir also seit Goethe, Schiller und Caesarstone, Hersteller von Quartz-Oberflä-
Winckelmann allesamt ein Bild der chen, ließ sich von den New Yorker Designern
Antike verehrt, von dem einfach Wasser in seinen unterschiedlichen Aggregat-
zuständen darstellen. Ein Mailänder Palazzo
nur die Farbe abgeblättert war – und diente als perfekte Kulisse für die Weißtöne
damit auch Lebensfreude und Sinn- von Dampf, Wasser, Schnee und Eis
lichkeit? Es sieht ganz so aus.
Die archaischen Mythen von
Finsternis und Chaos, von Urgrund und kosmischer Un- Das weißeste Weiß ist farbig, das schwärzeste Schwarz
endlichkeit mit modernster Technik einzuhegen – darum eine Herausforderung an die Nanotechnologie. Und die Wahr-
bemühen sich derweil Nanophysiker. 99,965 Prozent des nehmung von Dunkelheit umso intensiver, wenn ein Licht in
Lichts verschluckt eine Beschichtung mit Namen „Vantablack“. der Nähe ist. Höchste Zeit also, die Irrungen zu entwirren und
Das Kunstwort steht für ein Raster aus vertikal arrangierten die Vielfalt der Bedeutungen zu begründen. Was entspringt
Nanoröhren, jede einzelne so dünn, dass eine Milliarde von dem Wesen der Dinge selbst, was ist einfach nur Übereinkunft
ihnen auf einen Quadratzentimeter passen. Was mit dem für oder Projektion? Wenn Schwarz die Abwesenheit von Licht ist,
militärische Zwecke und die Raumfahrt entwickelten High- dann mag ein gewisser Respekt vor der Dunkelheit berechtigt
Tech-Samt bedeckt wird, verschwindet. Es verliert jede Struktur, sein. Aber welche Erzählung befördern die schwarze Staatska-
jede Topografie, jede Andeutung einer dritten Dimension. Eine rosse, der schwarze Rollkragenpullover des Architekten oder
Kugel ebnet sich zur kreisrunden Fläche, das Objekt klafft als die schwarze Herrenschokolade?
leeres, schwarzes Loch in seiner von Schatten und Lichtreflexen Wertigkeit und Wichtigkeit. Eine Ahnung von Avantgarde.
belebten Umgebung. Schwarz war die Stereoanlage, mit der die Technik Einzug ins
Der britische Bildhauer Anish Kapoor hat sich für seine Wohnzimmer hielt. Bis ein Jony Ive kam – heute Sir Jonat-
tiefdunklen Pigmentskulpturen die Exklusivrechte auf Vanta- han Ive – und die Produkte der neuen Computertechnologie

AW Architektur&Wohnen 15
TITELTHEMA

im Namen ihres Erfinders Steve Jobs in ein heiteres und eine Hierarchie der Bedeutungen. Und weil es ein feierlicher
schwebendes Weiß hüllte. Weiß als Geste egalitärer Abend werden soll. Das Gebäude ist ein samtener Talar.
Freundlichkeit. Apple wurde zum mächtigsten Konzern der Schwarz war immer da. Jetzt verschafft es sich neue
Welt. Sein Auftritt definierte das Lebensgefühl des beginnen- Aufmerksamkeit. Schwarze Wände, schwarze Fensterrahmen,
den Jahrtausends, offen und flexibel, und es war, als hörte schwarz gebeizter Holzfußboden. Das tiefschwarze Haus von
man auch die Architekten vor Freude in die Hände klatschen. Marta Dyrda im polnischen Lubliniec („hebt sich einfach stark
„Weiß gibt die Idee der Architektur zu erkennen“, erläutert der von der Umgebung ab!“), das Troll Hus des Norwegers Casper
Altmeister Richard Meier. Das Getty Center in Los Angeles, Mork-Ulnes in Kalifornien („zieht sich ins Dunkel des umge-
das Strandhaus in Hamburg, das Museum Frieder Burda benden Waldes zurück und lässt nachts das Innere leuchten“),
in Baden-Baden: „Weiß erleichtert die Unterscheidung von der australische Pavillon von Denton Corker Marshall auf der
Licht und Schatten, Struktur und Oberfläche und damit die Biennale in Venedig, („eine Black Box, um beim Publikum ein
Wahrnehmung der Position im Raum.“ Gefühl von Geheimnis und Überraschung zu wecken“). Auch
Apple liefert seine MacBooks und
iPhones heute in Schwarz. Weil die
RAINBOW CHURCH, TOKUJIN YOSHIOKA
Die extremste Form von Weiß ist vielleicht Zeiten finster sind? Weil ein Leben
gleißendes Licht, ein bewegendes ohne Dunkelheit und Mythos an
Erlebnis, wenn man sich physisch hineinbegibt. seinem Wesen vorbeigeht? Weil
Vor allem japanisches Design nutzt jede Produktlinie mal ein Ende
diesen erhabenen Effekt sehr geschickt
finden muss, damit eine neue
auf dem Markt gebracht werden
kann? Nein, weil Schwarz elegant
ist und ein bisschen frivol, weil es
Ruhe suggeriert, Prestige, einen
Hauch von Snobismus. „Ich glau-
be“, erklärte der Designer Stefan
Diez, als die neuerliche Trendwende
sich ankündigte, „die Leute wollen,
dass ihre Möbel wieder ernsthaft
aussehen.“
„Schwarz ist ein wunderschönes
Tanzparkett“, sagt die Modede-

Fotos: Studio Tomás Saraceno; Takumi Ota; Simon Devitt (3); Sharyn Cairns; Anders Hviid/Vipp; David Zanardi/Caesarstone
signerin Esther Perbandt. Ideal
für ihre Arbeit mit Stoffen und
Schnitten, mit Licht und Struktur,
Das Cala House bei Madrid, auf dessen weißen Flächen Konstruktion und Dekonstruktion. Sie fühlt sich da mit einer
der Architekt Alberto Campo Baeza das einfallende Licht wie ein Bildhauerin verwandt. Oder einer Architektin. Als vor zwei
Musikinstrument zum Klingen bringt. Das Moriyama House Jahren die Ehe für alle in Deutschland zugelassen wurde, kam
von Ryūe Nishizawa in Tokio, die City-Villa S3 von Steimle reine Freude hinzu, Emotion, auch Moral. Nach all den Jahren
Architekten in Tübingen oder der schneeweiße Bungalow von in Schwarz sah die Designerin darin den Anlass für ein starkes
Fran Silvestre in den Hügeln von Hollywood – sie alle nehmen Zeichen. Für neue und kühne Formulierungen. Sie entwarf
auf, was die Meisterhäuser von Walter Gropius und die Weiße eine Hochzeitskollektion – ganz in Weiß. –
Stadt in Tel Aviv als Motto formuliert haben: Die Moderne gibt
sich in radikaler Offenheit zu erkennen. Und Designer wie
die Japaner Nendo oder Tokujin Yoshioka führen die Idee in
ihren Entwürfen für Möbel und Interieurs fort. Der Brite Paul
Croft packte gar die heilige Musikanlage in ein leichtes und
heiteres Weiß.
„Wir bauen in Weiß“, erläutert die japanische Pritzker-
Preisträgerin Kazuyo Sejima, „weil wir jede wertende Hier-
archie vermeiden wollen. Wir wollen gleichmäßig verteilte
Helligkeit und Räume, die keinen Unterschied zwischen
ihren Benutzern machen.“ Mit ihrem Büro SANAA entwarf
sie das New Museum in Manhattan, das Rolex Learning Center
in Lausanne, das Museum für Kunst des 21. Jahrhunderts in BUCHTIPPS
Kanazawa; demnächst entsteht eine neue Nationalgalerie in Monika Wagner, Helmut Lethen (Hrsg.): Schwarz-Weiß als Evidenz.
Budapest – Perlen einer Architektur des fließenden Lichts. „With black and white you can keep more of a distance“
Campus Verlag, 296 Seiten. 24,90 Euro
Aber: Dramatisches Schwarz umfängt den Besucher im Stella Paul: Black. Architecture in Monochrome
Za-Koenji-Theater, das Sejimas früherer Lehrer Toyo Ito in To- Phaidon 224 Seiten. 39,95 Euro
kio gebaut hat. Weil Aufmerksamkeit einen Fokus braucht, also Kenya Hara: 100 Whites Lars Müller Publishers, 208 Seiten. 28 Euro

16 4/2019
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KUNSTLICHT
Großer Name auf der Messe in Mailand: Ólafur
Elíasson, Popstar der modernen Kunst, macht
seinem Ruf als Lichtgestalt alle Ehre. Er scheint
von seinem Werk selbst recht angetan.
Hier fotografiert er gerade seinen neusten Coup:
die „Quasi Light“ (Louis Poulsen)

S. 20

Design&
Handwerk
Foto: Jörn Kengelbach

AW Architektur&Wohnen 19
MILANO 2019

TRENDS mit
TIEFENSCHÄRFE
S C H AT
A TENMANN
Mat
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teo Thun lie
liebt und föfördertrt
das lookaale
e Hand dweerkk. Die
Man ktu k r Marca o Be ertolinii
produuziert Thun
hu s Kollekk
„Nuude“,, e ant nte Hol m be
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Wer auf dem Salone del Mobile in Mailand den


Überblick behalten will, muss seinen Blick aufs
Wesentliche lenken. Zum Beispiel Farben aus-
blenden. Der Erkenntnisgewinn dabei? Schwarz
und Weiß bilden die Basis für coole Tupfer
TEXT + PRODUK T ION jan van rossem MOODFOTOS robertino nikolic

20 4/2019
LI C H T R I N G
Ein Hauch vo v n schw
warz
a zem
Nichts: Die Hänge-
leuchte „Flyying“ ist dannk FAC H B E R E I C H
patentierterr Technik stufenlos
os Schrank oder Regal? Die
und geschmei m dig höhe en- Frage löst das
ve
erstellbar Tobias Gra au) Sideboard „SelfSelf Bold
Bold“ mit
einem salomonischen
Sowohl-als-auch (Rimadesio)

B E S T B U D DY
Ein Sessel, der schon aussieht
wie eine Umarmung, wie ein
Trost nach anstrengendem
Alltag. Drehbar, mit Rückstell-
mechanismus, Positionsmemo,
elastischem Bezug – „Dot“ ist
so gemütlich (Roche Bobois)

SETZEN, BITTE!
Verbeugung vor dem verstor-
be
enen Alessandro Mendini
bei Moo
Moooi:
ooi: der
de
er „Po
Poltrona
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di ousst“ in Weißß ie i da k
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wa z

AW Architektur&Wohnen 21
AM HAKEN
MILANO 2019 Die Verbindung von Tradition
und Moderne gelingt dem
chinesischen Entwerfer-Duo
Neri & Hu mit der Hänge-/
Stehleuchte „NH“ (Artemide)

LI G H T V E R S I O N
Zum 50. Jubiläum von Living
Divani zeigt Piero
Lissoni die „Uncollected
Colletion“, Entwürfe
aus farbigem Aluminium

VO N D E R RO LL E
Man traut seinen Augen
kaum: Philippe Starck und
LG wickeln den Monitor
auf und verstauen ihn so
in einem kleinen Kasten

22 4/2019
GAARTENFREUND
Das Sofa „Aikana“ wurde
mitt wasserabweisendem
Bezzug für die raue Out-
door-Realität entworfen.
Es w
würde aber auch in den
meeisten Wohnzimmern eine
gutte Figur machen (Fast)

STÜHLERÜCKEN
Erinne
ert an Eames und Haans
n
Wegne er. L d vica und
Robertto Palo it
ihrem „B Bo o an die
golden
enen Zei
Z des Möbe
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designns ankn
n n fen (Ka
artell)
tell

AW Architektur&Wohnen 23
MILANO 2019

DESIGNBLASE
Pilgerstätte für Salone-Fans
ist das Depot der etablierten
Galerie „Nilufar“. In den
Hallen nördlich der City
werden Vintage-Klassiker und
Raritäten gezeit – in einem
effektvollen Ausstellungs-
design von Patricia Urquiola

S TAT E M E N T
Zu jedem Trend findet man
den Gegentrend: Ronan &
Erwan Bouroullec setzen bei
ihrem Sofa „Cotone“ auf
kräftige Farben (Cassina)

24 4/2019
G E B U R T S TAG
T S KI N D
Haappy Birth hday, lieber „Up5“:
500 Jahre ist Gaetano Pesces
geeniales Luftpolster alt
– nd imme er noch frisch wie
amm ersten TagT (B&B Italia)

S C H M U C KS T Ü C K
D s kleine Meiste
Das erwerk aus
hanndpo
d liertem Messing,
offeenpoorigem schwarzem
Holzz und wei
w ßem Marmor
wirdd als „Kaffee
ff tisch 1968““
anggeboten. Das as nennt
E R F O LG E N T S PA N N T
man n wohl Understa tatement
Lässig zurücklehnen kann sich
(G llotti & Radice)
der Hamburger Designer
Simon Schmitz im Mailänder
Showroom „RAW“, wo der
französische Produzent seine
Leuchtenkreation „Aaro“
präsentierte. (DCW éditions)

UP AND W
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Licht an
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gungen im Ra m an o)

TA N Z U N T E R M T I S C H
Elegante Choreografie:
Die Beine verleihen der
Tiscchplatte des „Bolero
Ravel“ den passenden
Schw wung (Poltrona Frau)

I T M U S T S C H W I N G!
Wie eine stabile Hängematte:
Der Scha aukelstuhl „Laze“
mit Kufenn aus Teakholz hat
eine Struktur, auf der die
Polyestergurte ergonomisch
gespann nt sind (Roda)

AW Architektur&Wohnen 25
MILANO 2019

Z W I E G E S P R ÄC H
Voll im Trend zeigt die Korea
Craft & Design Foundation
mit ihrer Ausstellung
„Monochrome Monologue“ im
Superstudio Positionen in –
na, klar! – Schwarz und Weiß

DIE WELT BLEIB


BLEIBTBT DRAUSSEN
Der Sessel zum Abschalten:
Das Mod dell „Ikkoku“ vom
Studio
io Carlesi/Tonelli entführt
de
en, der sich hineinbegibt,
zu sich selbst (Blifase)

HIER BIN ICH!


Eero Saarinens „Tulip
Chair“ auf Psycho-Trip
wirkt der Drehsessel „Ella“
von Jacopo Foggini.
Eines ist ganz sicher: Üb
ber-
sehen wird er nicht (Edra)

P U B LI K U M S LI E B LI N G
Wohl dem, der im öffen ff tliliche
h
Raum einen Sitzplatz wie den
Sessel „Gillis“ erwischt. Den nn
dafür hat ihn Vincent Van
Duysen ge gesta
stalte
ltett ((M
Molteni)
l i)

PATC H WO R K- LÖ S U N G
Die einzige Konstante bei
Familien heute? Heißt Verän-
derung. Mal sind es weniger
Mitglieder, mal mehr …
Die Antwort: das modulare
Sofa „Addit“ (Rolf Benz)
26 4/2019
R AU S I N S LI C H T
Maxim Velcoysky braucht sich
gar nicht zu verstecken auf
dem Stand des tschechischen
Leuchtenproduzenten Lasvit.
Er ist dort Art Director und
führt das Unternehmen in die
erste Liga des Designs

AW Architektur&Wohnen 27
MILANO 2019

S C H AU L AU F E N
In der ehemaligen Sporthalle
„Pelota“ kann man zwischen
kunstvollen Mauern
durch die Wunderwelt von
Hermès flanieren

28 4/2019
VO R - U N D Q U E R D E N K E R
Der Niederländer Maarten
Baas zeigt in den Bögen
unter der Stazione Centrale
eine Installation zum
Thema „modernes Kommu-
nikationsverhalten“
Fotos: Robertino Nikolic (11); Francesco Allegretti

LI E G E P L AT Z
Sitzen, liegen, lümmeln –
beim Sofa „Westside“
ist das, auch wenn der Name
anderes suggeriert, in
viele Himmelsrichtungen
möglich (Poliform)

B I G B R AC E L E T
Der Fuß des Tisches „Bangle“
ist inspiriert von einem
Armband. Der Clou: goldfar-
benes Aluminiumblech an der
Innenseite (Minotti)

S C H L A N K E LI N I E
Sitzkomfort mit optischer
Leichtigkeit zu kombinieren,
da war die Aufgabe, die an
das
Sebastian He Herkn
rkner gestellt
wu de. Seine Lösung:
wur g: die Sitz- V I E L S E I T I G B E GA B T
bank „Merwyn“ (Wittm mann) Das Möbel heißt „Flex“ –
mit Recht: Es könnte Sessel
sein, aber auch Sofa u
macht drinnen wie e ußen
eine gute Figur (M M )
AW Architektur&Wohnen 29
TALENTE

KALDEWEI
FUTURE AWARD
by

2
3

1 Sitzgelegenheiten der „Void”-Kollektion von Desalto


(2019) thematisieren das architektonische Verhältnis von
Masse und Leere. 2 Der Hocker „Equilibrium“ mit textiler
Verspannung. 3 „MM8“-Tisch für Desalto (2019),
stabilisiert durch Gewichte in den Zylindern. 4 Poletti
am „Round Table“, der Masterarbeit von 2016. 5 Sitzobjekt
„Sections“ aus Cortenstahl (2017) für Seeds London

GUGLIELMO POLETTI
DER MAILÄNDER MINIMALIST BALANCIERT DINGE
AUS – UND VERLEIHT DER SCHWERE LEICHTIGKEIT

Der Magier. „Die Qualität der Verbin-


4 dungen ist der Schlüssel zur Qualität an
sich.“ Dieser These von Charles Eames
verhilft der Designer Guglielmo Poletti
zu neuer Geltung. Wie der Mailänder
Flächen zusammenfügt, Spannungen
betont, Gewichte unsichtbar macht –
das ist in der aktuellen Designlandschaft
Fotos: Giulia Piermartiri (2); PEPE Fotografia; Andrea Ferrari

ohne Beispiel. Poletti, Jahrgang 1987,


betreibt seit seinem Abschluss 2016 an
der Design Academy Eindhoven ein
eigenes Studio. Mit dem Master-Projekt
„Equilibrium“ verband er „Naivität und
Intellekt“. Minimalistische Gegenstände
demonstrieren seine „Neigung zur Per-
fektion“ – wie den Wunsch, Dinge aus
einer inneren Logik entstehen zu lassen.
Polettis Werk umfasst Auftragsarbeiten,
limitierte Editionen und Entwürfe für
industrielle Hersteller wie Desalto oder
Decoratori Bassani. Thomas Edelmann

30 4/2019
TALENTE

HANNA ANONEN 1

SIE WILL EINFACH SPIELEN: EINE FINNIN


VERDICHTET FARBFORSCHUNG AUS IHRER
ALLTAGSWELT ZU OBJEKTEN MIT ANSAGE

Die Bonbon-Künstlerin. Eine wohlige


Welt von Farben und Formen, die uns
ans Kinderzimmer vergangener Tage
erinnert – das scheint die Achse zu
sein, um die sich die gestalterische Welt
von Hanna Anonen dreht. Tatsächlich
holt sich die gelernte Tischlerin und
studierte Designerin Inspirationen für 3
ihre Gebrauchsgegenstände in knalligen
Bonbontönen aus dem Alltag, der sie
umgibt. Anonen, geboren im finnischen
Lappeenranta, so etwa auf halbem Weg
zwischen Lahti und St. Petersburg,
machte ihren Master 2013 an der Aalto-
Universität in Helsinki. Sie entwirft strah-
lende Objekte mit spielerischem Impetus
und versteht deren Formen als klar und
einfach. „Erstaunlich schön und dennoch
praktisch“ wünscht sie sich ihr Design.
Jedes Stück, das sie produziert, baut sie
übrigens von Hand. Thomas Edelmann

KALDEWEI
FUTURE AWARD
by

2
Fotos: Aino Huhtaniemi (2); Juho Huttunen

1 Hängeleuchte „Cocktail” mit farbig lackierten


Pendelelementen aus Holz. 2 Hocker oder Beistelltisch
„Merry-go-round“ aus lackiertem Holz. 3 „Plizé
Box“ heißen die gezackten Behälter mit Kugelgriff,
die als Stauobjekt und Blickfang gedacht sind

32 4/2019
TALENTE

ILJA HUBER
KAUM MACHT SICH DER HAMBURGER DESIGNER
SELBSTSTÄNDIG, DA HAT ER FÜR SEINE LEUCHTE BEREITS
EINE AUSZEICHNUNG – UND EINEN HERSTELLER

Der Durchstarter. Was seine Karriere als


Designer betraf, fackelte Ilja Huber nicht
lang. 1983 im russischen Krasnoturjinsk ge-
boren, wurde er in Emden zum Werkzeug-
macher ausgebildet. Nach Abschluss sei-
nes Masterstudiums 2018 bei Glen Oliver
Löw und Jesko Fezer an der Hamburger
Hochschule für Bildende Künste erhielt
Huber im Januar 2019 für die stapelbare
bewegliche Akkuleuchte „Baschnja“ (Turm)
den ersten Preis des Pure Talents Contest
der Kölner Möbelmesse imm cologne. Im
April stellte er auf dem Salone Satellite
in Mailand aus. Bald soll „Baschnja“ von
Classicon auf den Markt gebracht werden.
Der mundgeblasene Glaskörper ähnelt
ein wenig der 2017 vorgestellten Leuchte
„Noctambule“ von Konstantin Grcic für Flos;
die nutzt allerdings ein anderes Prinzip der
modularen Konstruktion und der Lichtvertei-
lung. Thomas Edelmann

KALDEWEI
FUTURE AWARD
by
1

1 Bis zu drei „Baschnja”-Leuchten lassen


sich auftürmen und gemeinsam laden. Jedes
Element kann einzeln bewegt werden.
Je nach Ausrichtung bietet es direktes oder
indirektes Licht. 2 Frei stehender Spiegel
„Monolith“ mit Basis aus massivem Eichenholz

34 4/2019
Waschtisch MIENA by Anke Salomon

kaldewei.de
BÜCHER

ZEITSPRÜNGE
Seide, Samt, Blattgold schimmern
zur Feier des Stils, den Louis XVI. und
Marie-Antoinette geprägt haben; ihr
ist die Imperial Suite gewidmet (Foto
u.). Seit der Eröffnung 1898 reisen
Gäste im Pariser Palasthotel Ritz
in eine Vergangenheit, in der das
Leben königlich ist. Beim Blättern
begegnet man ihnen, darunter Stars
und Größen aus Film, Kunst, Politik.
Und spürt den Hauch – von Ewigkeit.
Assouline, 206 Seiten, 63 Euro

LEBENSKURVEN
Ein Job in der Möbelbranche? Auf
keinen Fall, schwört der Geschäfts-
mann Dirk Jan De Pree. Doch wie
so oft kommt alles ganz anders: Er
heiratet Herman Millers Tochter und
gibt ab 1919 den Kurs der Firma in
Michigan vor: Richtung Zukunft des
Wohnens. Herrlich nah kommt man in
diesem Buch Leitern und Designern
wie Ray und Charles Eames, George
Nelson, Alexander Girard (Foto o.).
Phaidon, 614 Seiten, 79,95 Euro

POLITREVUE
Text: Petra Sadowsky; Fotos: Kumicak + Namslau

Architekturaktivisten könnte man die ukrainischen Autoren nennen.


Ihre Bestandsaufnahme der Bauten, die zwischen der Nachstalin-Ära und
dem Ende der UdSSR in ihrer Heimat entstanden sind, ist ein Plädoyer
für den Erhalt der fantastischen Monumente des Größenwahns und des
Mangels, die dem Zerfall überlassen sind. Der Text erklärt detailreich,
wie Politik und Baugeschichte verknüpft sind. Wem das zu herausfordernd
ist, kann sich von den Bildern überzeugen lassen: Sie sprechen für sich.
Dom Publishers, 264 Seiten, 78 Euro

36 4/2019
D I E S C H Ö N S T E O P E R S TA M M T A U S
DER FEDER EINES ARCHITEKTEN.

Die Semperoper zählt zu den schön- Brücken. Zur Vorbereitung empfehlen


sten Opernhäusern der Welt – und ist wir unsere hochwertige neue Broschüre
nur eins von vielen beeindruckenden „Architekturlandschaft Sachsen“. Infos
Bauwerken in Sachsen. Über 1000 Jahre unter www.sachsen-tourismus.de oder
herausragender Architekturgeschichte bei der Tourismus Marketing Gesellschaft
warten darauf, von Ihnen entdeckt zu Sachsen mbH, Bautzner Str. 45 – 47,
werden: Schlösser, Burgen, Gärten, 01099 Dresden, Tel. 0351 / 49 17 00.
ARCHITEK TURL ANDSCHAF T SACHSEN
Ü B E R E I N J A H R TA U S E N D H E R A U S R A G E N D E B A U K U N S T
NEWS

Doch, doch, Klarheit und Funktion seien schon wichtig, räumt Patricia
Urquiola ein. Aber ohne ein bisschen Magie, ohne Farbe und Flair sei
das Leben einfach trist. Ist das nun speziell weibliches Design? Da
lächelt sie. Seit fast 20 Jahren fasziniert die Spanierin von Mailand aus
ihr Publikum mit Möbeln, Stoffen und Accessoires. Für die Manufaktur
Tres Tintas in Barcelona entwickelte sie eine Tapetenkollektion aus neun
Dessins. Typisch Urquiola: klar, sanft und voller Zauber. trestintas.com

DIE WELT BRAUCHT ETWAS


ZAUBER UND PASTELL …

IM REICH DER
ZWISCHENTÖNE

Das Spektrum zwischen Schwarz und Weiß?


Beschert uns vibrierende Farben! Für die
Anrichte „Bump“ konfrontieren Jan Plechac und
Henry Wielgus aus Prag Marmor mit galvani-
siertem Stahl. 4031 Euro als Zwei-, 6520 Euro
als Viertürer. lachance.paris Marco Campardo
und Lorenzo Mason aus Venedig überzogen
den Messingstuhl „Elle“ mit holografischem
Lack für Autos. 2200 Euro. m-l-xl.org Und Philipp
Schenk-Mischke aus London lässt seine Vasen
auf einem Rüttler tanzen, bevor er sie glasiert
und brennt. 680 Euro. schenkmischke.com

38 4/2019
Bloß nicht abreißen! Die Architekten Anne
Lacaton und Jean-Philippe Vassal, Frédéric
Druot und Christophe Hutin hatten eine
bessere Idee: Sie setzten geräumige Winter-
gärten vor 530 Wohnungen der Anlage
Grand Parc in Bordeaux, vergrößerten damit
die Wohnfläche, verbesserten die Energie-
bilanz – und niemand muss eine höhere
COOL – UND Miete zahlen. So bleibt Wohnungsbau
sozial: Bewohner glücklich, Bauherren stolz.
ZART ZUGLEICH Und die Belohnung: der Mies van der Rohe
Award 2019. eumiesaward.com
Geriffeltes Industrieglas ist vielleicht kein
sehr edler Werkstoff, aber bestens geeig-
net für innovatives Design. Genau darin
sehen Decha Archjananun und Ploypan FENSTER ZUR SONNE
Theerachai vom Thinkk Studio in Bangkok
den Reiz ihrer Entwürfe: Für die Kollektion
„Made in Thailand“ schlagen sie kühne
Brücken zwischen westlicher Coolness und
asiatischer Tradition – und hauchen ihren
Glasobjekten eine Farbe ein, deren Zart-
heit nur in einer Lotosblüte wiederzu-
finden ist. Tisch 520 Euro. thinkkstudio.com

Marmor ist schon ein verrückter Stoff:


steinhart, schroff und doch voller Ideen –
jedenfalls wenn die Designer von Bloc
Studios aus Carrara den traditionsreichen
Werkstoff neu interpretieren. Nicht ohne
Witz: Die Römerin Federica Elmo etwa gab
ihrem Esstisch „Ondamarma“ die Form
einer Welle und färbte ihn in den Farben
von Technicolor. Ihre Botschaft: Wenn
das ganze Leben ein Farbfilm ist, warum
sollte ein Marmortisch daneben
blass aussehen? bloc-studios.com

DAS LEBEN
IST EIN FARBFILM
Fotos: Marco Craig (1); Philippe Ruault (2); Carl Kleiner

Alle Preise verstehen


sich als Circapreise

AW Architektur&Wohnen 39
Ein MÖBEL – und seine GESCHICHTE

EINE AFFÄRE, EIN HAUS UND EIN SIDEBOARD


Schnell entwarf der Meister 1946 ein abstraktes Wochenend-
haus mit gläsernen Wänden für Edith Farnsworth aus Chicago.
Mit der Realisierung seines bedeutendsten amerikanischen
Wohnhauses ließ Ludwig Mies van der Rohe sich Zeit. Als es
1951 fertig war, endete seine Affäre mit der vermögenden
Ärztin Farnsworth. Zuneigung schlug um in Zorn, Bauherrinn und Reif fürrs Kino: Architekt Ludwig
Architekt stritten vor Gericht, Mies obsiegte. Mies van der Rohe (1886–1969)
Längst Pilgerort der Moderne, ist das denkmalgeschützte und sein bedeutendster Privatbau
Haus eher eine gebaute These als nutzbarer Wohnraum. „The in Ame erika. Bald erzählt ein
Farns“ dagegen, von Eoos für Walter Knoll gestaltet, ist da Spielfilllm das Drama, mit Maggie
weit funktionaler. Für die Designer stellt das Sideboard „e
eine Gyllennhaal als Edith Farnsworth
Art Zeit- und Raumexperiment“ dar. Zeigt eine gradlinige u Ra
und a
alph Fiennes als Mies
Bauhausform. Greift das Sandwich-Prinzip von schwebend der
Boden- und Deckenplatte auf. Spielt mit Transparenz. Bietet
minimalistischen Luxus mit optionalem Lichtpaket, Lederdetails
und verdeckten Kabelkanälen. Ein Haus im Haus.

itung Ph o; Chicago History Museum/Getty Images


deutsche Zeit
Text: Thomas Edelmann; Fotos: SZ Photo/Südd

Für Ludwig Mies van der Rohe war es „wichtiger, als Größe und Kosten
es ahnen lassen“. Edith Farnsworth hielt es für „unbewohnbar“ und
„durchsichtig wie ein Röntgenbild“. Das Farnsworth House wurde Zank-
apfel, Ikone der Glasarchitektur – und Vorbild für ein neues Möbel

40 4/2019
in einem weiten wiesental umgeben von
hohen buchenwäldern liegt das

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M itten in Deutschland und doch in absolut ruhiger Lage. Hier


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Stoffe in Schwarz-Weiß machen in diesem Sommer von sich
reden und lassen alles Bunte baden gehen

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AW Architektur&Wohnen 43
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48 4/2019
Kissen auf Vorderbank, von links nach rechts:
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„Svezia“, 40 x 40cm, 169 € missoni.com
„Delray”, 83 € designersguild.com
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Ikatstreifen „Moctezuma“, 69 €/m gastonydaniela.com
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AW Architektur&Wohnen 49
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109 €/m und 138 € designersguild.com

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50 4/2019
KUNSTEDITION

Norbert Bisky
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ZEITLOS

GERMANICUS
präsentiert eine PANERAI SUBMERSIBLE CARBOTECH PAM 47 mm. Die Manufaktur
aus dem Schweizer Neuchâtel mit italienischen Wurzeln stellte gleich vier
Kohlefasermodelle beim Genfer Salon vor. Neben zwei limitierten Exemplaren
(mit dem America’s-Cup-Yacht-Team Luna Rossa und dem italienischen Marine-
kommando) die PAM 01616, bei der neben der Lünette auch die Kronenschutz-
brücke aus Lagen-Carbon besteht. Preis je Modell ab 17 400 Euro. panerai.com

CARBON
COPY
52 4/2019
Im Museum für Abgüsse Klassischer
Bildwerke in München haben wir
Laokoon & Co. moderne Armband-
uhren aus Kohlefaser um die
lebensgroßen Gipsarme geschnallt.
Ein Fauxpas in Black and White?
Mitnichten! Die meisten klassischen
Uhrenmanufakturen stammen
nämlich aus genau jener Zeit, als der
Lehrstuhl für Archäologie 1865
eingerichtet wurde. Stellen wir uns
am Badestrand also mal die Frage:
Was überdauert die Zeiten besser
als nahezu unzerstörbare Armband-
uhren? Übrigens: Wer den
passenden Palast hat – auch die
Abgüsse kann man erwerben
st y l ing und produk t ion jörn kengelbach fotos camillo büchelmeier

DIE VENUS VON MEDICI


stellt die FREAK X von Ulysse Nardin vor. Nach Kohlefaserzifferblättern und
Lünetten verwendet die Schweizer Manufaktur nun erstmals die Hightech-
Kohlefaser Carbonium aus der Luft- und Raumfahrttechnik für Armbanduhren.
Normalerweise werden aus dem Material moderne Flugzeugrümpfe und
Tragflächen hergestellt. Carbonium ist Angaben des Herstellers Lavoisier
Composites zufolge nicht nur leichter als herkömmliche Kohlefaser, sondern auch
um 40 Prozent umweltfreundlicher in der Herstellung, weil es aus recyceltem
Ausgangsmaterial gewonnen wird. Das auffällige Manufakturwerk befindet
sich als Karussellmechanismus komplett auf dem Zifferblatt und kommt
ohne Zeiger aus, da die zentrale Brücke als Minutenzeiger fungiert und eines
der Räder die Stunden angibt. Die Uhr kostet 24 000 Euro. ulysse-nardin.com

AW Architektur&Wohnen 53
ZEITLOS

SAT Y R M I T Q U E R F LÖT E
präsentiert eine Uhr, die es noch nicht zu kaufen gibt. Auf der Genfer
Uhrenmesse stellte Girard-Perregaux diesen Prototyp seiner Sportuhrenserie
Laureato vor: Die LAURETO ABSOLUTE CARBON GLAS besteht aus einer
Glas-Kohlefaser-Mischung. Ergebnis: ein homogener Werkstoff, der nicht
nur ohne Container wasserdicht ist, sondern mit einem spezifischen Gewicht
von annähernd 1 beinahe schwimmt. girard-perregaux.com

54 4/2019
DIE FLORENTINER RINGERGRUPPE
streitet um die Deutungshoheit des Zeitgeschmacks. Die Casio GRAVITYMASTER
GWR-B1000X mit Kohlefasergehäuse wiegt nur 72 Gramm und hält wie
bereits das Original aus den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts enormen
Kräften stand. Neben Gehäuse und Zifferblatt wurden in die Solar-Funkuhr
sogar Kohlefasern in das Resinarmband eingearbeitet. Das limitierte Modell im
Monocoque-Gehäuse kostet rund 1000 Euro. casio.com

LAOKOON
trägt die auf 110 Exemplare limitierte EPIC X CHRONO CARBON BUGATTI,
mit der Firmengründer Jacob Arabo nicht nur den 110. Geburtstag
der legendären Automobilmarke feiert, sondern auch gemeinsam mit CEO
Stephan Winkelmann das erste Modell einer neuen Zusammenarbeit.
13 Jahre lang baute man sehr aufwendige Uhren zusammen mit der Firma
Parmigiani aus Fleurier. 38 880 Euro. jacobandco.com

AW Architektur&Wohnen 55
ZEITLOS

MYRON
inszeniert an seinem Diskobol die Richard Mille RM 025 TOURBILLON
CHRONOGRAPH DIVER’S WATCH. Der Vorreiter moderner Kohlefaseruhren
entwickelte auch für diese Taucheruhr ein Gehäuse, das trotz geringen
Gewichts 300 Metern Wassertiefe trotzt. 833 000 Euro. richardmille.com

SAT Y R U N D H E R M A P H RO D I T
balgen sich um eines der 88 Exemplare der Roger Dubuis EXCALIBUR
HURACÁN PERFORMANTE. Die Genfer Manufaktur verfügt mit rund 20 Modellen
über das größte Kohlefaseruhren-Arsenal. Mit dem aktuellen Modell führt
man auch das erste Uhrwerk aus Kohlefaser ein, zugleich das erste Uhrwerk der
Welt aus dem Material mit Genfer Siegel. Seit 2017 entstehen besonders
sportliche Uhren in Zusammenarbeit mit Lamborghinis Rennsport-Abteilung
Squadra Corse. 57 500 Euro. rogerdubuis.com

56 4/2019
BACCHUS
von Michelangelo zeigt die auf 500 Exemplare limitierte Tag Heuer
CALIBRE HEUER 02-T COSC NANOGRAPH. Bei dieser Weltneuheit ist neben
dem Gehäuse auch die Spiralfeder aus einem Kohlefaserverbund-
werkstoff, was den Automatik-Chronographen mit Tourbillonmechanismus
vollkommen amagnetisch macht. 23 300 Euro tagheuer.com

AW Architektur&Wohnen 57
ZEITLOS

DIANA
von Versailles schmückt sich mit der Zenith DEFY EL PRIMERO 21 CARBON. Bei
dem Nachfolger des berühmten Schnellschwinger-Chronos, der dieses
Jahr sein 50. Jubiläum feiert, besteht nicht nur das Gehäuse aus Kohlefaser,
sondern auch Krone, Drücker und Gehäuserückseite. Die vom 5-Hertz-Automatik-
werk getrennte Chronographen-Hemmung mit 50 Hertz ermöglicht Messungen
auf die Hundertstelsekunde genau. 17 600 Euro zenith-watches.com

58 4/2019
Rafael Nadal im Jahr 2010 plötzlich bei Tennis-
turnieren mit einer mechanischen Armbanduhr
aufspielte. Nadal trug ein kaum 20 Gramm schwe-
res Exemplar aus einem Kohlefasergehäuse. Das
DAS ZEUG ZUM Modell RM027 von Richard Mille kostete zudem
rund eine halbe Million Dollar, was den medialen
KLASSIKER? Hype noch beflügelte. Der Run auf das neue
schwarze Gold setzte ein. Herausforderer Hublot
In den Sixties war es aus Nyon läutete im Jahr 2011 seine Zusammen-
arbeit mit der Sportwagenmarke Ferrari ein. Neben

Stahl, in den Eighties den neuen Ferrari-Boliden hatte Hublot-Chef


Jean-Claude Biver noch eine Sensation im Gepäck:

Titan und in den Die Cathedral Minute Repeater Tourbillon and


Column Wheel Chronograph war nicht nur eine der

Nineties Keramik.
lautesten Minutenrepetitionen am Markt, sondern
auch die erste Kohlefaseruhr, bei der die Brücken

Stammt die nächste


im Inneren daraus bestanden. Richard Mille konter-
te 2013 mit einem Gehäuse aus Graphen.

Generation der
Uhrenklassiker von
Zukunftssicher: Den
Weltrekord der dünnsten
Kohlefaseruhr hält

Rennjachten und
Bulgari mit der Octo
Finissimo Tourbillon
Automatic. Das Modell

Formel-1-Autos ab?
kostet 12 8000 Euro.
bulgari.com

text jörn kengelbach

bwohl man es dem Namen nach vermuten könnte:


Es waren nicht America’s-Cup-Jachtrümpfe, die
George-Henri Meylan, den ehemaligen Chef von
Audemars Piguet, Anfang des neuen Jahrtausends
inspirierten, als Erster Kohlefaser für den Bau
von Armbanduhrengehäusen zu nutzen. Im
Gegenteil: Auf einer Luft- und Raumfahrtmesse
entdeckte er das Material Forged Carbon, das nicht
aufwendig in Autoklaven mit gewebten Matten
hergestellt wurde, sondern in einem Formguss-
verfahren mit kurzen Kohlefasern.
Das Ergebnis in Gestalt einer Uhr konnte man Inzwischen gehört ein Kohlefasermodell im
dann 2007 beim Genfer Uhrensalon bewundern. Programm zum guten Ton. So überraschte es beim
1300 Exemplare baute der mutige Hersteller von Genfer Salon in diesem Frühjahr niemanden, dass
dem Alinghi-Team-Modell der Royal Oak Offshore. das Einzelstück der Roger Dubuis Excalibur One-
Mutig deshalb, weil – wie bei so vielen innovativen Off aus Carbon für eine Million Euro nach weni-
Materialien – die Sammlergemeinde anfänglich gen Minuten verkauft war, angeblich vom Käufer
skeptisch reagierte. Dabei macht der Werkstoff des dazu passenden Fahrzeug-Unikats, des Lam-
Fotos: Camillo Büchelmeier (8)

produktionsbedingt jede Uhr zu einem Unikat – borghini SC18 Alston. Und seit Tag Heuer im (noch)
in Nuancen sind sie unterschiedlich. Ein echtes limitierten Nanograph (vorherige Seite) sogar die
Sammlerargument. Schwarze Uhren sind zwar bis Spiralfeder aus Kohlefaser anbietet, ist der Weg
heute en vogue, aber mechanische Meisterleistun- zum Klassiker von morgen nicht mehr weit. –
gen hatten bis dahin etwas zu wiegen – und durften
sich schon gar nicht plastikartig anfühlen. Das
änderte sich erst, als der Weltranglistenführende

AW Architektur&Wohnen 59
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Bestell-Nr.: 186 42 25
Wohnen
& Stil

KOHLE UND SCHNEE


Aus einer Arbeiterhütte bauten sich die Australier Glenn
und Justin Lamont ein Galerieloft. Möbel und Artefakte
lackierten sie pechschwarz, Wände kalkten sie kreideweiß.
Foto: Armelle Habib/LivingInside

Ein Wohnbeispiel von vieren, in denen das Spiel mit


den Yin- und Yang-Farben die Richtung vorgibt.

S. 70
AW Architektur&Wohnen 61
LOK ALKOLORIT

la FORZA BIANCA
Trulli sind Apuliens Wahrzeichen. Sonia Cocozza
und Paolo Verde haben ein Ensemble dieser
archaischen Rundhäuser nahe Ostuni in ein aufregend
heutiges Sommerzuhause verwandelt.
Ihr Lebensgefühl? Wie in einer Burrata
text bettina schneuer fotos nathalie kr ag
Ein Riesenspiegel, erdacht
von Studio Talent,
vervielfacht den Infinity-Pool
und die Landschaft.
Linke Seite: Im Hof des
Trulli-Quintetts liegen noch
die alten Ackersteine,
in sechs Jahrhunderten
immer glatter poliert.
Alle Steinplatten des Schicht-
dachs wurden abgenommen
und restauriert – und
die Wände neu verputzt

AW Architektur&Wohnen 63
LOK ALKOLORIT

„DIE TRULLI WAREN NUR


MINIMALE SCHUTZHÜTTEN“
SONIA COCOZZA

Die Hausherrin entwarf


die strengen Himmelbetten;
das Flechttischchen stammt
von Moroso. Rechte Seite: Ein
Architektenfreund erdachte
den Kochklotz mit klingen-
dünner Platte (ganz r.); die
Leuchte schuf ein lokaler
Handwerker nach Vorgaben.
von Sonia. „Donut“-Hocker:
Mogg. Das tiefblaue Bad (r.)
liegt im Anbau. „Modo“-
Armaturen: Zazzeri

64 4/2019
er Zufall ist der einzig legitime Herrscher des Univer-
sums“, befand einst ein italienischer Kleinadeliger,
der zum französischen Kaiser aufstieg. Napoleons
Credo manifestierte sich auch beim Hauskauf von
Sonia Cocozza und Paolo Verde. Geplant war bloß
ein normaler Ausflug mit den zwei Söhnen raus aus
Neapel aufs Land und runter ins Valle d’Istria. Das
Herz von Apulien ist magisch farbsatt, rote Erde
wellt sich über sanfte Hügel, uralte Olivenhaine in
Grünsilber und Weinstöcke wurzeln unter Azur.
Eine perfekte Gegend, um sich ganz zufällig und
ganz und gar rettungslos zu verlieben: in die lokal-
typischen Trulli, archaische Rundhäuser aus rauen
Feldsteinen mit Zipfelmützendächern.

zuzuhören, seinen Stildialekt zu erlauschen und aus


der Spannung zwischen frühzeitlicher Form und
modernen Ansprüchen Funken zu schlagen, ohne
das Hergebrachte im Furor abzufackeln.
Das ist ihr, zusammen mit dem Trulli-erfahrenen
Architekturbüro Studio Talent in der nahegelegenen
Stadt Ostuni, wunderbar gelungen. Eine sensible
Sanierung achtete die überlieferte Schichtkunst der
einst mörtellos aufgetürmten fünf Bauten, die jetzt,
als Schutz gegen die Sonne und für mehr Helligkeit
im Inneren, außen wie innen weiß verputzt wurden.
Die Designjournalistin und der Unternehmer „Wir haben quasi jedes Element, auch die Dachzie-
kauften also spontan ihren Sommeranker, ein Grüpp- gel, einzeln behandelt – als würde man Legosteine
chen baufälliger Kegelkonstruktionen, umgeben von zusammensetzen“, erklärt Cocozza. Außen fügte sie
Kaktusfeigen. „Diese ländlichen Gebäude sind Ergeb- durch kluge Materialentscheidungen den weichen
nis einer Architektur der Notwendigkeit. Sie waren Formen Kanten und Ecken hinzu: Dünnes Eisen
minimale Schutzhütten, sind aber voller Potenzial“, in frischem Kaktusblütengelb faltet sich über die
sagt Sonia Cocozza, die sich hier erstmals als Innen- alten Treppenstufen zum Dach hoch; eine riesige
architektin betätigte. Dabei war ihr wichtig, dem Ort Spiegelkonstruktion am schmalen Schwimmbecken
vervielfältigt flirrend Alt und Neu, Natur und
Menschgemachtes. Fünf Meter erstreckt sich eine
klotzige Tafel parallel zum Pool, ihr wuchtiger Beton
passt perfekt zu den Bodenmosaiken aus derbem

AW Architektur&Wohnen 65
LOK ALKOLORIT

„DER SPIRIT APULIENS


SOLLTE ERKENNBAR BLEIBEN“
SONIA COCOZZA
Nicht historisieren – alles
Neue gibt sich klar zu erken-
nen, die Überdachung der
Terrasse ebenso wie der
Poolbereich. Im Kontrast zur
weichen Rundung der
Kraggewölbebauten hat man
auf klare Kanten und
Rechtecke gesetzt. Das
Grundstück mit alten Oliven-
bäumen und Weinreben
umfasst rund 1,5 Hektar
LOK ALKOLORIT

„DIE RUNDE RAUMFORM


DIKTIERTE DIE REGELN“
Hunderte Schmetterlinge aus
SONIA COCOZZA schwarzem Papier, geschaf-
fen von Camilla Castaldo,
sind im Wohnraum gelandet.
Der ehemalige Schlafalkoven
wurde zur Sofanische; die
Wandleuchte „Marseille“
(Nemo) entwarf Le Corbusier
1954. Antonio Forteleoni
erdachte den Loungesessel
„Terra“ für Atipico. Links:
Sonia Cocozza und Paolo
Verde vor dem weißen Mono-
lith, der eines der Bäder
enthält und durch schmale
Glasscheiben mit dem
Altbau verbunden wurde

68 4/2019
In der Manufaktur Alfa Marmi
nahe ihrer Heimatstadt
Gestein. Gäste nehmen Platz auf lässigen schwarzen Neapel ließ Cocozza ihren
Hockern in geometrischen Formen, die wirken, als Waschbeckenentwurf aus
würden sie gleich fröhlich woanders hinhüpfen. Marmor und Eisen fertigen;
Ein neu angebauter Kubus feiert den Kontrast: die „Modo”-Armaturen
lieferte Zazzeri. Die vorgefun-
Der wolkenweiße Monolith könnte auch eine radikal
dene Stauraumnische
reduzierte Kapelle von John Pawson sein; in ihm verdeckt ein Klappspiegel.
ist aber eines der Bäder untergebracht. Auf seiner Drei Badezimmer bietet
Fassade mahnen die Schatten des lautmalerischen der Sommersitz inzwischen
„SHHH“ zur Stille; einst ging es hier nämlich sehr
lärmig zu, weil die Bauern bei der Verständigung von
Feld zu Feld einfach nicht leise sein konnten. Wiede-
rum verschmolz Studio Talent so Erbe und Gegen-
wart kongenial. Innen setzt sich der aus Formen und
Farben komponierte Akkord fort. Das Übernomme-
ne ist würdig aufgearbeitet worden, alle meterdicken

lassen sich die Leuchten von Fontana Arte, deren


Form an Taschenlampen erinnern, leicht verstellen;
der schuppig anmutende schwarze Schirm ist eine
oppositive Reverenz an die Wände.
In anderen umfunktionierten Nischen ver-
schwinden Kleidung und Krimskrams; in einem
Wohnraum birgt der ehemalige Schlafalkoven der
Bauern eine neu eingebaute Chill-Couch, über der
800 Papierschmetterlinge eine heitere Spirale bis hi-
nauf zum Inneren der Fiale bilden. Die Möblierung
Wände hat man mit dem typischen lichten Kalkputz der insgesamt circa 200 Quadratmeter ist diszip-
gespachtelt – nun fühlt es sich hier ein wenig so an, liniert: Wenige neue Stücke italienischer Proveni-
als lebe man im Inneren einer apulischen Burrata, enz, ergänzt um Maßgefertigtes wie den kantigen
einer Mozzarellakugel aus Kuhmilch. „Jeder Raum Küchenblock mit klingendünner Arbeitsplatte, den
erzählt eine Geschichte, und das Runde diktierte ein befreundeter Architekt entwarf, harmonieren
weitere Regeln“, so Cocozza. Sie entwarf für die drei mit dem traditionsgeladenen Ort. In der zweiten
Schlafzimmer strenge hochbeinige Himmelbetten, Wohnrotunde verläuft ringsum eine apulische
Fotos: Nathalie Krag/Livinginside

die sich über eiserne Minitreppen in Gelb und Rot Bauernregel als neue Neon-Installation: „Wenn die
erreichen lassen; gelb ausgekleidet sind auch die Zikade singt, ist es Zeit, die Feigen zu sammeln, und
alten Wandnischen. Dank ihrer meterlangen Kabel wenn das Männchen der Zikade singt, ist es Zeit, die
Trauben zu ernten.“ Vielleicht wussten die, die hier
mal das Land beackerten, mehr als Napoleon – und
es herrscht doch nicht der Zufall über die Zeitläufte
der Welt, sondern das Zirpen der Zikaden … –

AW Architektur&Wohnen 69
DESIGN DOWN UNDER

267 Hardiman Street 76:


Bei schönem Wetter wird die
Terrasse mit Patio-Charme
zum Wohnzimmer. Rechte
Seite: Raumhohe Glastüren
machen den Übergang von
drinnen nach draußen
fließend. Alle Möbel und
Leuchten, mit denen die
Lamonts leben, stammen
aus der aktuellen Kollektion
von LifeSpaceJourney

70 4/2019
KONTRAST
Programm
Wie wird aus einem denkmalgeschützten finsteren Cottage ein
zeitgemäßes Loft mit Galerie-Flair? Die Brüder Glenn und
Justin Lamont haben im australischen Melbourne genau dieses
Kunststück hingekriegt. Ihre Haus-Mittel: Schwarz-Weiß-
Denken und viel Fantasie im Umgang mit guten alten Dingen
text sandr a gottwald fotos armelle habib

AW Architektur&Wohnen 71
DESIGN
Wetter öffnen wir die Türen“, sagt Glenn. „Drinnen
und Draußen verschmelzen dann zu einem
einzigen Living-Bereich.“
Trotz der baulichen Eingriffe blieb der Grundriss
weitgehend unverändert: zwei Schlafzimmer im vor-
deren Teil, ein kleines, jetzt ultramodernes Bad plus
Küche sowie Ess- und Wohnraum im Anschluss. Ein
Deckeneinschnitt und vier große Dachfenster in der
Mitte des Gebäudes lassen nun eine gute Portion
arin leben? Unvorstellbar!“, dachte Glenn Helligkeit hinein. Alles wirkt großzügig – nicht
Lamont, als er vor wenigen Jahren ein Cottage in Mel- zuletzt wegen der riesigen Spiegel, die Licht und
bournes begehrtem Stadtteil Kensington kaufte. Sein Architektur an entscheidenden Stellen reflektieren.
Augenmerk lag jedoch weniger auf dem „finsteren „Anstelle der alten Schlafzimmertüren ließen wir
und deprimierenden“ Gebäude. Der Immobilien- eineinhalb Meter breite und 240 Kilogramm schwere
entwickler sah vielmehr das Potenzial in dem noch Schiebetüren mit den GPS-Koordinaten des Hauses
unbebauten Teil des Grundstücks. Die bescheidene anfertigen“, erzählt Glenn. Der etwas roughe Indus-
Arbeiterhütte, die dank Denkmalschutz seit über trie-Look und die Idee des Re- bzw. Upcycling ge-
100 Jahren auf dem Flurstück stand, wurde von hörten von Beginn an zum Lamont’schen Konzept.
seiner Vision eines coolen Townhouse überstrahlt. „Den Fußboden ließen wir aus Deckenbalken eines
Wie derlei Gedankenspiele Realität werden früheren Lagerhauses schneiden“, erklärt Justin und
können, lässt sich inzwischen besichtigen. Wer zeigt auf die honigfarbenen hochglanzpolierten Die-
den Visionär von einst heute in seinem Zuhause len. Als Küchenfront entschieden sich die Brüder
in der Hardiman Street besucht, steht in einem für schwarz gebeizte OSB-(Grobspan-)Platten. Die
angesagten Cityloft. Offene seien preiswert und nachhaltig. Aus dem gleichen
Räume, viel Tageslicht und Material wurden übrigens auch neue Simse für die
eine raumhohe Fensterfront historischen Kamine in den zwei Schlafzimmern
mit Blick auf eine kleine, kreiert sowie ein Bett für den Älteren der beiden.
intime Terrasse. Über zwei Keine Frage natürlich, dass das Haus zur
Jahre bauten Glenn und perfekten Bühne für die Möbel und Objekte von
sein Bruder Justin – mit dem LifeSpaceJourney geworden ist: Ob Esstisch, Stuhl,
er übrigens sehr erfolgreich Hocker, Feuerschale oder Lederlounger, fast alle
das Designlabel LifeSpace- Einrichtungsobjekte stammen aus dem eigenen
Journey betreibt – die ehema- Designlabor. Gleiches gilt für die handgefertigten
lige Arbeiterhütte zu einem Metallleuchten. Da drängt sich die Frage auf, ob
modernen Interior-Juwel um. das Ex-Cottage gelegentlich auch als Showroom
Unterstützung holten sich dient. Glenn schüttelt den Kopf: „Nein, eher als
die beiden von John Mercuri Kunstgalerie.“ Er lacht. Einige Objekte aus dem
und Steve McKellar aus dem viktorianischen Interior hat er ganz bewusst zu-
Melbourner Büro ODR Ar- rückbehalten. Pechschwarz lackiert schmücken sie
chitects. Über sechs Monate nun die weiß gekalkten Wände. Da ist zum Beispiel
saßen die Lamont-Brüder eine Serie von Schlössern, die inzwischen als Ready-
mit den Planern zusammen, made-Objekte über seinem Bett hängen. Auch die
diskutieren Details und Knäufe der ehemaligen Zimmertüren haben eine
sammelten Ideen, wie sie neue Bestimmung bekommen – als Wandgarderobe
dem Denkmalschutz gerecht im Flur gleich neben der Eingangstür.
werden und gleichzeitig den Und was hat es mit dem Vogelschwarm im
Wohnkomfort des 21. Jahr- Wohnraum auf sich? „Das sind alte Pflugspitzen“,
hunderts einbringen könnten. sagt Justin. „Glenn und ich sind auf dem Land
„Heute wirkt alles ganz aufgewachsen. Einige Relikte vom elterlichen Bau-
selbstverständlich“, erklärt ernhof haben wir mitgebracht.“ Heute machen sie
ODR-Architects-Leiter John als Skulpturen Furore. „Mich erinnern sie an meine
Mercuri. „Doch die Tücke lag im Detail.“ Und im eigene Geschichte“, bestätigt Glenn. Man merkt ihm
geringen Budget, das für den Umbau eingeplant den Stolz an. Stolz auf das gelungene Projekt mit
war. Um trotzdem den größtmöglichen Wow- seinem Bruder. Darauf, dass aus Kreativität und Fan-
Effekt zu erzielen, entschieden die vier, mit starken tasie, Bewahrung von Altem und Spiel mit Neuem
Schwarz-Weiß-Kontrasten zu arbeiten und das etwas ganz Eigen-Sinniges entstanden ist. –
Interior in eine Art Galerie zu verwandeln. Dazu
brauchte es den offenen Wohnraum mit raumhohen
Glastüren. Die Terrasse wirkt wie ein Patio, der von
dunklen Holzwänden geschützt wird. „Bei gutem

72 4/2019
„Fußbodendielen ließen wir
aus Deckenbalken eines
alten Lagerhauses schneiden“
j ustin l a mont

Die Küchenfront aus schwarz


gebeizten OSB-Platten
kombinierten die Brüder
mit einer Arbeitsplatte aus
schwarzem Granit. Gelbe
Farbakzente wie auf
der Waschtischarmatur
finden sich auch auf der
Glastür zum Bad.
Linke Seite: Justin (l.) und
Glenn vor der Tür zu einem
der Schlafzimmer, mit den
GPS-Koordinaten des Hauses

AW Architektur&Wohnen 73
DESIGN DOWN UNDER

74 4/2019
„Einige Relikte vom
elterlichen Bauernhof
haben wir
mitgebracht“
glen n l a mont

Linke Seite: Alt und Neu in


Fotos: Armelle Habib/LivingInside

spannender Symbiose – der


alte Kamin erhielt einen
neuen Sims aus OSB-Platte.
Darüber schwarz gefärbte
Holzfragmente, die wie
Skulpturen wirken. Diese Seite:
Klein und intim – Bad und
Terrasse bekamen beim
Umbau einen neuen Look

AW Architektur&Wohnen 75
KOLUMNE

Meike Winnemuth fragt sich:

„Wer wohnt
denn da? “
fotos monica spezia

Schwarz, weiß, schwarz-weiß


kariert, schwarz-weiß
gestreift, ein bisschen
Metallglanz und sonst nicht
viel. So viel Konsequenz
muss man erst mal aufbrin-
gen – und dann mit aller
Macht dafür sorgen, dass
sich nicht doch was Buntes in
die Wohnung schleicht.
In der Küche ist das in der
Regel leichter durchzuhalten
als im Rest der Wohnung

76 4/2018
Ein extrem diszipliniertes Apartment, meint
unsere Kolumnistin. Ihr Befund: Hier lebt wohl
ein Paar, das sich entweder sehr einig ist
( beide lieben Schwarz-Weiß) oder sehr uneinig
(einer liebt Schwarz, der andere Weiß)

AW Architektur&Wohnen 77
KOLUMNE

Fetziges Hellgrau
bildet in dieser
Wohnung schon
die Ausnahme

Klassische Eleganz, die Möbel


in edlem Herrenanzugs-
muster bezogen – und vor allem
die Kunst zu wissen, wann
man die eigenen Regeln bricht.
Ein dunkelgrüner Sessel –
ganz bestimmt geerbt – und
Erbstücke dürfen absolut alles,
die haben Carte blanche

78 4/2018
Sieh mal an, es wird ja doch
noch bunt: Accessoires wie
das rote Auto zwinkern freund-
lich durch all die Strenge

ACH GUCK, wie nett, eine Schwarz-Weiß- Ein Hinweis? Die (natürlich)
Produktion, dachte ich, als ich die Fotos be- Schwarz-Weiß-Fotos an den
kam. Hat man lange nicht mehr gesehen, Wänden zeigen Helden einer
ungewöhnlich für eine Wohnreportage, ist vergangenen Ära: Bette Davis,
mal was and… Halt! Doch keine Schwarz- Marilyn Monroe, der junge Al
Weiß-Bilder, da ist tatsächlich was Buntes: Pacino, der junge Robert De
Buchrücken, zwei neongelbe Beistelltische Niro, der junge John Travolta,
auf dem Patio, eine Tischlampe in Form die junge Audrey Hepburn, der
eines roten Autos auf der Anrichte, die junge Paul Newman (Gott, war
so auffällig aus dem Farbschema heraus- der schön! Memo an mich: Un-
bricht, dass ich sie lange angestarrt habe, bedingt mal wieder „Die Katze
um ihr Geheimnis zu ergründen. Warum auf dem heißen Blechdach“ gu-
gerade dieses Ding als Bruch? Was hat es cken). Sämtlich Bilder aus einer
mit dem Auto auf sich? (Memo an mich: Zeit, als Ikonen ebenfalls fast
Unbedingt danach fragen, wenn ich mit schwarz-weiß schienen, mit klaren Kanten, Wegen des roten Autos dachte ich
den Bewohnern telefoniere!) wie Strichzeichnungen, jederzeit wieder- spontan: ein Mann. Doch inzwischen glau-
Es ist eine disziplinierte Wohnung: Al- erkennbar. So ist das ganze Apartment: be ich, hier lebt ein Paar, schon aufgrund
les schwarz oder weiß oder schwarz-weiß ikonografisch. Wie der Kleiderschrank des unterschiedlichen Büchergeschmacks
gemustert wie das Hahnentritt-Sofa und von Mickey Rourke in „9 ½ Wochen“, wo links und rechts des Betts. Auf einer Seite:
der gestreifte Teppich. Nur das Schlafzim- nur schwarze Anzüge und weiße Hemden „Eat Pray Love“ und Amor Towles. Auf der
mer bildet mit einem fetzigen Hellgrau hingen – beinahe unheimlich in seiner anderen Seite: „Lonely Planet“-Reiseführer
die Ausnahme – und ein dunkelgrün rigiden Beschränkung. Wir befinden uns Tansania und was über Bruce Springsteen.
bezogener Lehnsessel, tausendprozentig ziemlich sicher in Italien, vielleicht in Mai- Ein Paar, das sich – von Büchern mal
ein Erbstück. Bei den Kleinmöbeln eine land. Der oder die Bewohner könnten im abgesehen – wahnsinnig einig sein muss
Vorliebe für Stühle, Hocker, Lampen von Design- oder Fashionbusiness beheimatet in Geschmacksdingen. Oder wahnsinnig
Kartell, insbesondere von Philippe Starck sein: haben mit wechselnden Moden zu uneinig? Vielleicht liebt der eine Schwarz
und Francesco Laviani – und siehe da, tun und wollen es zu Hause so neutral und und der andere Weiß? Erfolgreicher kön-
ein Kartell-Bildband auf dem Couchtisch. zeitlos wie möglich. nen sich Gegensätze gar nicht anziehen.

AW Architektur&Wohnen 79
KOLUMNE

Meike Winnemuth bekommt die Auflösung Castelli, den Gründern von Kartell. Ich haben von der Dachterrasse aus einen
unseres Wohnrätsels und nimmt Kontakt habe sie neu mit grünem Samt beziehen Rundblick über Mailand. Aber zunächst
zu Lorenza Luti auf. lassen, aber die Rückseite ist schwarz. mussten wir die Wohnung entkernen
Oh, ich wusste nicht, dass Sie die Enkelin und renovieren, sie war schon sehr in
Fangen wir mal mit den auffälligsten der legendären Anna Castelli Ferrieri sind! die Jahre gekommen. Wir begannen mit
Gegenständen in Ihrer Wohnung an: Ein richtiges Familienunternehmen also? weißen Wänden und einer maßgefertig-
dem roten Auto und den grünen Sesseln. Ja, mein Vater und mein Bruder sind auch ten schwarzen Küche – der Rest hat sich
Beides so klar aus dem Farbschema aus- in der Firma. Und das Apartment, in dem daraus ergeben.
brechend, dass es damit bestimmt etwas ich seit sechs Jahren lebe, liegt in
auf sich hat. der obersten Etage des Hauses,
Und ob! (lacht) Die Tischleuchte ist das in dem ich geboren bin. Ich habe
Hochzeitsgeschenk eines Freundes, er hat zwischenzeitlich woanders ge-
sie von einem Künstler anfertigen lassen. wohnt, aber es war schön, wieder
Die Sessel sind Erbstücke meiner Groß- zurückzukehren. Wir bewohnen
eltern Anna Castelli Ferrieri und Giulio das gesamte Stockwerk und

Sie wohnt hier:


Lorenza Luti, Director
Marketing und Retail der
Designfirma Kartell,
lebt mit Mann und zwei
Töchtern
in Mailand

Wenn jemand so diszipliniert in Schwarz-


Weiß wohnt wie Sie, ist das meist entweder
eine Fortsetzung seiner Arbeitsumgebung
– oder der genaue Gegenentwurf…
In meinem Fall beides. Ich bin ein struk-
turierter, ordnungsliebender Mensch, bei
mir muss alles immer am richtigen Platz
sein. Schwarz-Weiß ist da maßgeschnei-
dert für mich. Und, ja, ich beschäftige
mich den ganzen Tag mit Farben, wech-
selnden Moden, da brauche ich abends
optische Ruhe. Selbst die Bepflanzung
auf der Terrasse ist nur grün und weiß.
Und auch die Kunst an den Wänden:
ausschließlich Schwarz-Weiß-Fotografien.
Das ist eine Leidenschaft meines Mannes.
Er flöht alle Archive und hat eine riesige
Sammlung alter Hollywood-Fotos.
Sie sitzen ja nun an der Quelle. Ich stelle
es mir nicht leicht vor, aus dem großen

80 4/2019
So glasklar das Design-
konzept auch im Ankleide-
zimmer durchgezogen wird
(mit punktueller Unterstützung
durch Philippe Starcks Stuhl
„Mademoiselle“), so farbig ist
der Inhalt der Schränke.
Der Dresscode gilt schließlich
nur für die Wohnung, nicht
für Signora Luti! Produkte von
Kartell finden sich in jedem
Winkel, auf dem kleinen Bild in
der Mitte etwa die Leuchte
„Planet“ von Tokujin Yoshioka

AW Architektur&Wohnen 81
KOLUMNE

Das Ecksofa unter der Foto-


sammlung ist maßgefertigt, das
Mobiliar spielt mit den Dimen-
sionen: Vorn stehen zwei
Kinderversionen von Philippe
Starcks „Louis Ghost“-Stuhl

82 4/2019
Kartell-Angebot eine Auswahl für private
Räume zu treffen. Oder nehmen Sie
wöchentlich eine andere Lampe mit heim?
(Lacht) Ganz so schlimm ist es noch
nicht. Als ich 2005 aus Paris nach Mai-
land zurückkehrte, entwickelten wir zum
ersten Mal transparente Möbel aus Poly-
karbonat im Spritzgussverfahren, wie die
legendären Stühle „La Marie“ und „Louis
Ghost“ von Philippe Starck. Viele der
Stücke habe ich bis heute, weil sie ein-
fach zu jedem Stil passen. Sie machen
sich quasi unsichtbar. Kleinere Acces-
soires wie Lampen oder Beistelltische

Durchblick, Weitblick –
und immer konzentriert
aufs Wesentliche

Auch im Schlafzimmer (l.) spielt


Hollywood eine wichtige
Rolle, hier mit einem Foto von
Brad Pitt und Angelina
Jolie in glücklicheren Tagen

zu etwas Begehrenswertem zu in jedem Haushalt ein Gegenstand von


machen. Ikea steht. Dasselbe könnte auch für
Es war eigentlich ganz einfach: Kartell gelten, oder? Ich zum Beispiel
Wir haben den besten Desig- habe seit Studententagen einen „Com-
nern alle Freiheiten gegeben, ponibili“-Container, den Ihre Oma vor
aus dem Material rauszuholen, mehr als 50 Jahren entworfen hat.
was im Rahmen industrieller Wie schön! Genau das ist unsere Phi-
tausche ich dagegen öfter mal aus. Es Fertigung möglich ist. Wir entwickeln losophie: Wenn man schon mit einem
geht uns bei Kartell darum, möglichst immer weiter neue Materialien mit neu- Material arbeitet, das lange hält, muss
viele Angebote zu machen. Unsere Sa- en Möglichkeiten, Carbon etwa – und auch das Design lange halten. –
chen können sich unauffällig einfügen, vor allem neue Herstellungsmethoden.
Fotos: Monica Spezia/LivingInside;

aber auch so prominent und kühn sein, Nachhaltigkeit ist uns sehr wichtig:
dass sie einen Raum völlig verändern. Unser Polykarbonat ist zu 99 Prozent
Ich erspähe auf Ihrer Dachterrasse den recycelbar, und bei der Produktion gibt MEIKE WINNEMUTH
Illustration: Karin Kellner

Gartenzwerg-Hocker von Starck, das wäre es keinen Ausschuss. Wenn ein Stuhl Die Bestsellerautorin („Das
große Los“) versucht für
so ein Beispiel für prominent, nicht? nicht perfekt ist, wird er geschreddert
uns, anhand einiger Fotos
Ja, der ist schwer zu übersehen. (lacht) und neu gegossen. eines Zuhauses die Bewohner
Was mich immer fasziniert hat, ist die Tat- Zur Nachhaltigkeit gehört ja auch, dass zu erraten. Meist geht es
sache, dass Sie es geschafft haben, Plastik Sie Longseller produzieren. Es heißt, dass schief. Sie findet das lustig.

AW Architektur&Wohnen 83
MILANO meets NAPOLI

84 4/2019
Wenn ein neapolitanischer Architekt ein Mailänder
Apartment gestaltet, kann daraus eine spannende Erzählung
werden. Giuliano Andrea dell’Uvas Narrativ: Er konfrontiert
Strenge mit Heiterkeit, komponiert ins Schwarz-Weiß
des Nordens das Grün, Gelb und Marineblau des Südens
text anita hackethal
fotos mattia aquila

GELIEBTE
Gegensätze
Entra! Der Haupteingang ist
eine Mailänder Originaltür
im Zentrum eines speziell
angefertigten dunklen
Wandregals aus Eisen. Ein
schwarzer tunnelartiger
Rahmen aus dem gleichen
Material verbindet Küche
und Wohnbereich. Das
ursprüngliche Parkett aus
hellem Ahorn in der Küche
wurde mit schwarzen
Intarsien aus Wengenholz
verziert. Rechts Der Architekt
Giuliano Andrea dell’Uva

AW Architektur&Wohnen 85
MILANO meets NAPOLI

iese Wohnung erzählt eine Geschichte – von Kontrast


und Symbiose. Da ist zunächst ein Kubus aus schwar-
zem Metall. Eingang und zugleich Bindeglied zweier
komplementärer Bereiche: Auf der einen Seite helle,
lichtdurchflutete Wohn- und Schlafräume, auf der
anderen eine in dunklen Farben gestaltete Küche und
ein Gästebad mit vollständig schwarzen Oberflächen.
Schwarzes Metall begegnet einem auch in der Biblio-
thek. Lebendiger Gegensatz: die Bücher und Dinge des
täglichen Lebens der Bewohner.
Chiara aus dem Piemont und Tommaso aus
Genua leben hier. Beide Finanzanwälte, die es frisch
verheiratet nach Mailand zog. Unmittelbar neben dem
modernen Wohn- und Wirtschaftsviertel CityLife, in
einem abgelegenen Winkel des alten Stadtzentrums,
gaben bis vor Kurzem noch Gebäude aus dem frühen
zwanzigsten Jahrhundert den Ton an. Mittlerweile
bildet zeitgenössische Architektur von Zaha Hadid
und anderen die Kulisse einer sich immer eleganter
gebenden Gegend. Das Alte und das Neue begegnen
einander dort mit wohlwollender Rücksicht.

In einem der klassischen ortstypischen Mehr-


familienhäuser haben Chiara und Tommaso ein neues
Zuhause gefunden. Wenn sie nicht gerade auf Reisen
sind, verbringen die zwei Kunst- und Kulturinteressier-
ten ihre Zeit am liebsten zusammen daheim, meist
in der Küche oder im Studio. Ihr Wunsch war es, die
Wohnung im typisch mailändischen Stil einzurichten,
also gediegen, klassisch modern, aber bitte aufgeheitert
mit leuchtenden mediterranen Farben.
Eine Aufgabe wie geschaffen für den Architekten
Giuliano Andrea dell’Uva. Der gebürtige Neapolitaner
lebt und arbeitet in zwei Städten. Sein Büro mit einem
Team von zwölf Architekten und Designern liegt in
Neapel, in einem Gebäude aus dem späten 17. Jahrhun-
dert am Golfo di Napoli, dessen oberste Etage dell’Uva
bewohnt. Die Familie hingegen lebt in Mailand, wo sich
auch die meisten seiner Bauprojekte befinden.
Dell’Uvas Arbeit erzählt von der spannungsreichen
Verbindung außergewöhnlicher Objekte mit Räumen.
Der Liebhaber von Altem und Neuem in Kunst und

86 4/2019
Links oben: Eyecatcher – das Diese Seite: Marken setzen: Das
frei stehende Waschbecken Sofa „Feel good“ von Antonio
aus lackiertem Stahl im Gäste- Citterio für Flexform trifft auf
bad, „Vieques“ von Patricia zwei „LC2“-Sessel von Le Cor-
Urquiola für Agape. Die busier in leuchtenden Farben –
schwarze Armatur „Sen“ für eine limitierte Edition des
Agape sowie der dunkle Klassikers von Cassina. Die
Bodenbelag aus Metall repe- farbigen Zementfliesen aus
tieren das Spiel mit Kontrasten. Sizilien hat der Architekt
Links unten: Der Schreibtisch aus selbst entworfen (realisiert von
dem 19. Jahrhundert ist ein Galleria Elena Superfici).
Familienerbstück. Davor der Hinter der weißen Trennwand
weiß lackierte faltbare Alumini- aus Holz liegt das Studio.
umstuhl „Stitch“ für Cappellini Der Kamin ist beidseitig offen

G EG
G E
Ü KSICH
H

AW Architektur&Wohnen 87
MILANO meets NAPOLI

Gekonnt gemixt: Der neue


Rahmen aus schwarzem
Eisen im Eingangsbereich
bildet eine perfekte Bühne
für die alte Stütze aus
rauem Sichtbeton. Rechts
führt eine – ebenfalls
schwarze – Tür ins Gästebad

88 4/2019
Exquisites Stelldichein:
Tisch „Naan“ von Piero Lissoni
für Cassina, Stühle „Bac“
von Jasper Morrison für
Cappellini. Auf dem Tisch
zwei Marmorvasen von
Christophe Delcourt, erworben
im Mailänder Spotti-Show-
room, und der Tafelaufsatz
„Colosseum“ von Paola C.
Im Hintergrund ein Kunst-
objekt von Tobias Zielony:
„Silber“, 2013, für die Galerie
Lia Rumma, Mailand. Pendel-
leuchte „Peggy“ von Vistosi

KLASSISCHE MODERNE MIT KRÄFTIGEN


FARBAKZENTEN AUFGEFRISCHT

AW Architektur&Wohnen 89
MILANO meets NAPOLI
blicke, die die Tiefe des Hauses erahnen lassen. Selbst
Bad en suite. Bett von Orizzonti/
die neuen Trennwände aus Holz und Metall haben den
Horm, Tagesdecke „Quaderno“ Charakter von Möbelstücken und lassen so die Grenze
von Livio de Simone und Bezüge zwischen Gebäude und Interior verschwinden. Wie
aus Leinen von Society Limonta. Erinnerungsstücke treten die Teile der Wohnung auf,
Eine weiße Holzverkleidung die erhalten wurden: eine Stütze aus rauem Sichtbeton
versteckt die Türen zum begeh-
baren Kleiderschrank.
oder alte Mailänder Holztüren.
Unten Wanne mit Aussicht – nach Es war eingangs bereits die Rede von Kontrast und
draußen und auf handbemalte Symbiose. Das ganze Farbspektrum der Wohnung
Wandtextilien von Livio de erscheint schließlich nochmals in expressiven, polygo-
Simone (nach einem Entwurf nalen Bodenfliesen aus Cocciopesto; einer besonderen
des Architekten, eingelassen in
Art von Zementfliesen, die in Sizilien hergestellt
Kunstharz von Rezina Tessile).
Wanne „Kos Morphing“ von Rober- werden. „Bei der sehr geometrisch und grafischen
to+Ludovica Palomba für Zucchetti, Gestaltung habe ich mich von Gio Ponti inspirieren
Armaturen „Fez“ von Agape lassen“, erzählt dell’Uva. Er erwähnt ihn oft, den itali-
enischen Altmeister, der unter anderem in Sorrent in
der Nähe Neapels gearbeitet hat. „Grün, Marineblau
und Gelb sind die Farben Neapels“, so der Architekt.
Wie das Meer und die Sonne. Dem entgegen steht der
strenge Kontrast von Schwarz und Weiß, den dell’Uva
mit der Rationalität alla Milanese verbindet: „Mailand
hat einfach keine Tradition, die der Farbe gewidmet ist.“
Der Architekt lächelt. Selbst die Menschen seien hier
größtenteils schwarz gekleidet.
Anders die neu gestaltete Wohnung, die für ihn und
seine Auftraggeber etwas sehr Persönliches geworden
ist. Birgt sie doch gleichsam die kulturelle Matrix zweier
Städte, Mailand und Neapel – und verbindet so die
Temperamente des Nordens und des Südens. –

Design ist ständig auf der Suche nach Klassikern


und Kuriositäten. Nach Dingen mit Geschichte. Der
Blick des Kenners findet sie überall, vor allem aber in
Mailand. Die Stadt zieht nach wie vor Interior- und
Kunstbegeisterte aus aller Welt an. Zahlreiche Galerien
bieten eine breite Palette exquisiter Einzelstücke, an
denen man sich laut dell’Uva gar nicht sattsehen kön-
ne. Seine Favoriten bei der Suche nach Preziosen der
besonderen Art: Nilufar, Galleria Rossella Colombari
und Dimore Studio. Doch Auktionshäuser wie Cambi
und Bukowski bieten ihm ebenfalls gute Gelegenheiten
für Entdeckungen.
Fundstücke setzen denn auch die Akzente im
Apartment von Chiara und Tommaso. Doch zunächst
galt es, die Wünsche der Auftraggeber mit den
Gegebenheiten in Einklang zu bringen. „Ich wollte,
dass die Wohnung in ihrer Gesamtheit ein ange-
Fotos: Mattia Aquila/Photofoyer

nehmes, großzügiges Raumgefühl vermittelt“, sagt


dell’Uva, der die ursprüngliche kleinteilige Aufteilung
deshalb aufgelöst hat. Innenwände wurden entfernt,
neue räumliche Beziehungen geschaffen. Auf
150 Quadratmetern Fläche entstanden ein Wohnzim-
mer mit Essbereich, die Küche, zwei Schlafzimmer
sowie drei Bäder und ein Studio. Überall gibt es Durch-

90 4/2019
DIE GESTALTUNG IST GEOMETRISCH,
ABER MIT LIEBEVOLLER NOTE

Lieblingsplatz Küche: Kochinsel


von Alpes mit Arbeitsplatte
aus Edelstahl. Pendelleuchte
„Diablo“ von Achille Castigli-
oni für Flos. Stühle von Alias

AW Architektur&Wohnen 91
Besser:
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ARCHITEKT
des JAHRES
2019

Architektur
& Raum ERLEBNISWELTEN
Die Frau entwirft aufregende Sportstätten wie das
„Prismen“ in Kopenhagen, multifunktionelle Sozial-
räume, kulturelle Begegnungszentren, kinder-
freundliche Bauten … Sachliche Architektur mit ästheti-
schem Charme – das ist das Markenzeichen
von Dorte Mandrup, AW-Architekt des Jahres 2019.
Foto: Robertino Nikolic

S. 94
AW Architektur&Wohnen 93
AW A RCHITEK T des JA HR ES 2019

SPEKTAKEL
ohne SHOW
Wenn kulturelle, soziale und multifunktionale
Zweckbauten mit ausgefallener Ästhetitik gefordert sind,
kommt man an Dorte Mandrup nicht vorbei.
Deshalb ist die Dänin „AW Architekt des Jahres 2019“

TEXT jan van rossem

FOTOS robertino nikolic

94 4/2019
FREMDES WESEN
Gemeindezentrum
Herstedlund

Man kommt vielleicht nicht beim ersten Hin-


sehen darauf, aber hier trifft sich die
Nachbarschaft zum gemeinsamen Kochen,
feiert Partys, klettert, fährt Skateboard.
Dorte Mandrup setzte dem als Dreingabe
noch ein Basketballfeld aufs Dach

AW Architektur&Wohnen 95
AW A RCHITEK T des JA HR ES 2019
STEIN UND EISEN
Bordings Independent
School, Kopenhagen
Von Kopenhagen aus Rostiger Stahl und bunter Backstein –

erobert sie
ehrliche Materialien, offene Grundrisse
und diffuse Durchblicke des Erweiterungs-
baus sollen die Sinne der Schüler

langsam die Welt schärfen und deren Kreativität anregen

96 4/2019
GRÜNE WIESE
Sporthalle „Prismen“,
Kopenhagen

Wie ein offener Park sollte die Sportstätte


wirken, deshalb tauchte die Architektin
Spielfeld samt Zuschauerplätze in Grün. Die
Hülle um die Holzstruktur besteht aus Kunst-
stoff. Sie sorgt für diffuses, schattenfreies
Licht – und ist zudem ziemlich preiswert

NEUES GESICHT
Tagungszentrum
Anwaltskammer

Erst das Vergnügen, dann die Arbeit.


Das „Valencia“ war ursprünglich beliebte
Bierhalle, dann so etwas wie das
Moulin Rouge Kopenhagens. Nach Dorte
Mandrups Umbau dient es als
Tagungszentrum der Anwaltskammer

AW Architektur&Wohnen 97
AW A RC HRES 2019
Irgendwie passiert es unweigerlich, dass das Ergeb-
nis von Mandrups Recherchen zu einem Auftrag stets
auch augenscheinlich Eindrucksvolles hervorbringt.
Zum Beispiel das „Børne Kulturhus Ama’r“ auf dem
Inselstadtteil Amagar, ihrem ersten engeren Wirkungs-
radius. „Auf Amagar war auch die Mülldeponie, deshalb
nannte der Volksmund den Bezirk ,shitty island‘. Und
ich war die ,Queen of shitty island‘.“ Für das Kultur-
as muss man sich erst mal trauen. Mit- haus wurde ihr eine Ecke zwischen einem ehemaligen
ten auf dem platten Land, eine halbe Autostunde Fabrikgelände und Nachbarmietshäusern zur Ver-
vom Zentrum Kopenhagens westwärts, lümmeln fügung gestellt, um Kindern ein Theater, Musikräume,
in verspielter Anordnung zweistöckige Häuschen- eine Ruhezone und einen Kletterparcours zu ermög-
Cluster aus rötlichem Backstein mit Flachdach zwi- lichen. Dazu Büroräume für die Verwaltung.
schen Wiesen und jungen Bäumchen herum. Dänische Kein leichtes Unterfangen. Heraus kam ein Gebilde,
Idylle. Mittendrin ein silberner Fremdkörper, der aus das sich zwar brav über Eck an zwei Nachbarhäuser an-
jedem Blickwinkel eine andere Gestalt annimmt. Mal schließt, aber dazwischen in einem beherzten Auf und
sieht er aus wie ein simpler Quader, mal wie eine un- Ab wie eine umgekehrte, noch dazu eckige Steilkurve
regelmäßige Vieleck-Form, dann wieder wie ein ohne Anfang und Ende, ohne Unterschied zwischen
vornüberkragendes Gebilde. Auf jeden Fall wirkt es Wand und Dach Schabernack mit der Wahrnehmung
nicht wie etwas, das hierhin gehören. des Betrachters treibt. Trotzdem sagt Mandrup: „Es
Tut es aber. Es ist so eine Art Gemeindezentrum, muss immer einen vernünftigen Grund geben, warum
zumindest, was Dänen darunter verstehen. Eine Be- das Gebäude so aussieht, wie es aussieht.“ Die silbern
gegnungsstätte mit Raum zum Kochen und Feiern, mit glitzernde Hausecke ohne systematische Anordnung
Büros und Sondernutzungsraum für die angrenzenden der neonfarben ausgerahmten Fenster, die mal in der
Bewohner. Es ist aber auch eine Aufgabe, wie gemacht Dachregion clustern, mal an der Seite auftauchen
für Dorte Mandrup. Die 57-jährige Dänin hat mit ihrem und dann längere Zeit ganz fehlen, könnte auch einer
Team akribisch analysiert, was denn genau die Nach- Kinderzeichnung entsprungen sein. Und tatsächlich
barn sich wünschen, was sie brauchen – und wovon ließ sich die Architektin von den zukünftigen Nutzern
sie noch gar nicht wissen, dass sie es wünschen oder im Vorfeld inspirieren und bezog deren gezeichnete
brauchen. Jetzt steht dort ein dreistöckiger Silberling, Wünsche in ihr Konzept ein. Vor allem von der vierten
weithin sichtbar von allen Seiten, ein Fixpunkt in Etage des Nachbarhauses aus macht dieses generations-
Albertslund. Mandrup hat nicht nur die Wünsche der übergreifende Gemeinschaftswerk Eindruck.
Gemeinde erfüllt, sondern noch einen draufgesetzt. Dorte Mandrup wuchs auf dem Land in der Nähe
Im Wortsinn. Das Dach umzäunte sie großzügig und von Kopenhagen auf. Ihr Stammbaum legt nahe, dass
bescherte den Albertslundern einen luftigen Basketball- sie sich beruflich mit Gestaltung beschäftigt. Vater
platz. Ging sozusagen aufs Haus. Ingenieur, Mutter Textildesignerin, die Generationen
„Es ist so etwas wie ein Schweizer Armeemesser. davor brachten schon namhafte Architekten hervor.
Als Architektur. Ein Gebäude, das auf engstem Raum Also studiert sie den Beruf des Baumeisters in Aarhus.
die größtmögliche Anzahl von Nutzungen ermöglicht. „Naturwissenschaften interessieren mich auch sehr“,
Wir haben die Funktionen gestapelt. Das Haus macht ergänzt sie mit ihrem typischen Lächeln. Dass nur nie-
sich zu vielen Gelegenheiten nützlich.“ Dorte Mandrup mand auf die Idee kommt, sie sei familiär vorbestimmt.
setzt ihr Lächeln auf. Fast wirkt es, als wolle es ein we- Sie arbeitet ein paar Jahre im Büro von Henning Larsen,
nig Bestätigung erheischen – was sie längst nicht mehr dem großen Dänen, der das Land aus der klassischen
nötig hat. Oder als bitte es darum, ihre Worte nicht ganz Moderne in die Jetztzeit geführt hat. Aber Dorte Man-
so ernst zu nehmen – was man aber sollte. Denn ihre drup spürt schnell, dass sie ihr eigenes Ding machen
Arbeiten sind das Ergebnis tiefer Recherche. Bei aller muss. 1999 gründet sie ihr Büro auf Amagar.
dänischen Lässigkeit gräbt sich die Architektin mit Der erste Auftrag: ein Gemeindehaus, das Mandrup
ihren Teams – heute arbeiten etwa 70 feste Mitarbeiter versteckt am Ende einer Sackgasse spektakulär auf
an zwölf Projekten gleichzeitig – mit wissenschaftlicher Betonstelzen errichtet und dem kleinen holzgerahm-
Akribie in die Bauaufgaben ein. ten Glaskasten so besondere Würde und Grandezza
Dass dabei ein Solitär wie das „Herstedhus“ her- verleiht. Das war 2001. „Ich hatte auch das Glück, dass
auskommt, ist eher ungewöhnlich. „Ich lege Wert auf die Stadt Kopenhagen sehr interessiert daran war, junge
den Respekt vor der Umgebung, vor der Geschichte dänische Architekten zu engagieren.“ Die Anwohner
des Ortes, vor den Gegebenheiten. Meine Architektur ehren ihr Erstlingswerk mehr denn je. Es ist mittler-
dient keinem Selbstzweck, keiner Show. Sie soll funk- weile zusätzlich mit Bibliothek und Café ausgestattet.
tionieren.“ Spektakulär aussehen darf sie allerdings
trotzdem. Hier auf dem Land gab es wenig, worauf
Rücksicht genommen werden musste. Etwas zum
Schauen konnte der Flecken dagegen gut gebrauchen.
„Wir haben eine kleine Duftmarke hinterlassen.“

98 4/2019
Stock, wo die Mitarbeiter wegen der Rundumver-
glasung bei Sonnenschein ganz schön ins Schwitzen
kommen. „Dann wird die manuelle Klimaanlage ein-
gesetzt“, erzählt Pernille Jespersen, verantwortlich für
Gebäude mit Multifunktion sind eine Spezialität Kommunikation. Wohl dem, der seine Zeichenblätter
Mandrups. Eine Herzensangelegenheit. Soll sie ein Ein- beschwert hat, wenn die Fenster geöffnet werden.
kaufszentrum planen, wird noch eine Sporthalle drauf- Pünktlich um zwölf Uhr versammelt sich die Beleg-
gesetzt und der Platz darüber für Apartments genutzt. schaft um das Mittagsbuffet, das netterweise geliefert
So auch in ihrem Projekt „Sundbyøsterhal“. Immer wird. Dänen essen ziemlich zeitig. Manche fahren nach
wieder die gleichen Ansätze: Multifunktionalität, Kul- unten und genießen ihren Lunch auf einer Bank in
tur, Kinder, Nachbarschaft, Soziales. Sind das typische der Sonne. Das typisch Dänische ist jederzeit greifbar:
Frauenthemen? „Von so einer Unterscheidung halte ich Unverschämte Lässigkeit und hochkonzentrierte Pro-
nichts.“ Mit ruhiger, aber entschiedener Stimme ver- fessionalität sind hier kein Widerspruch. Sie scheinen
wehrt sie sich gegen eine Genderdebatte – generell und sich gegenseitig zu bedingen – und zu befruchten.
vor allem in der Architektur. „Ich weiß, in Deutschland Mittlerweile agiert Dorte Mandrup weltweit. In
gibt es diese Unterscheidung zwischen Mann und Frau Kiew ist sie im Rennen um das „Babyn Yar Memorial“,
bei der Berufsbezeichnung. Im Dänischen nicht. Und ein Holocaust-Mahnmal. Für Los Angeles soll sie ein
ich will auch nicht nur mit anderen Architektinnen Stadtmuseum entwerfen. Und architektonisch gesehen
verglichen werden. Nur als die Beste unter Frauen zu ist sie schon fast so etwas wie eine Unesco-Botschafte-
gelten klingt zweitklassig.“ Dorte Mandrup spielt in der rin. Nach ihrer Ausstellungshalle, dem „Wadden Sea
ersten Liga. Geschlechterübergreifend. Centre“ in Ribe auf dem dänischen Festland – einem
Seit einigen Jahren hat sie ihr Studio in einem traditionell strohbedeckten und trotzdem hyper-
Hinterhof am Rande des Szeneviertels Vesterbro. Ein modernen lang gestreckten Baukörper – wurde sie für
blechern verkleideter Außenaufzug fährt in den vierten drei weitere Projekte im Rahmen des Unesco-Welterbes
engagiert: In Groningen baut sie eine weitere Ausstel-
lungshalle zum Thema Wattenmeer. In Wilhelmshaven

„Beste Frau? Das entsteht auf einem ehemaligen Bunker bis 2021 ein
sogenanntes trilaterales Partnerschafts-Center für die

klingt zweitklassig!“ drei Wattenmeer-Anrainer Niederlande, Dänemark und


Deutschland. Und für das südschwedische Karlskrona,
dessen Altstadt Weltkulturerbe-Status genießt, entwirft
dorte m a ndrup sie eine Bibliothek samt kultureller Begegnungsstätte.
Ihr eigentlicher Kosmos aber ist Kopenhagen. Eine
ihrer Lieblingsstraßen dort ist der Værnedamsvej im
Vesterbro, fünf Gehminuten von ihrem Studio entfernt.
Eine vergleichsweise kurze Verbindung zwischen zwei
Hauptstraßen, die sich ein idyllisches Sonderdasein
bewahrt hat. Ein entspanntes Fleckchen für Mittags-
pause oder Feierabend. Bunte Läden, der wundervoll
altmodische Blumenladen Blomsterskuret (ohne
Website), ein paar Bistros. „Wie Klein-Paris“, meint
die Architektin. Hier findet man eher Croque Mon-
sieur als Smørrebrød, und natürlich gibt es auch einen
Käseladen, der heißt aber nicht Fromagerie, sondern
Helges Ost. Man muss es mit dem Französischen nicht
übertreiben. Käse heißt auf Dänisch eben Ost.
So oft schafft es Dorte Mandrup nicht hierher. Ihr
Tagesablauf ist eng getaktet. Zum Glück habe sie Frans
Nielsen gefunden, sagt sie. Der fungiert seit 2015 als
CEO im Studio, sie als Creative Director. „Ein guter Ar-
chitekt ist nicht automatisch ein guter Geschäftsmann.“
Die Architektin kann sich dank seiner Unterstützung
auf ihre Hauptaufgabe fokussieren – das Design. Min-
destens zehn Aufträge muss sie gleichzeitig managen.
Und wie würde ihr Traumprojekt aussehen? Ein
Museum? Ein Konzerthaus? Eine Kirche? Ein Hotel?
„Hotels wären interessant, das reizt mich. Aber eigent-
lich am wichtigsten: ein Auftraggeber, der interessiert
ist an Qualität, der Vertrauen hat und der das Bestmög-
liche erreichen will. Also: der Traum-Klient.“ –

AW Architektur&Wohnen 99
AW A RCHITEK T des JA HR ES 2019

„Meine Architektur
soll Respekt vor
der Umgebung zeigen“
dorte m a ndrup

EINGEBETTET
Kindertagesstätte, Råå

Ganz in Holz, große Ausblicke aufs Meer


und formal der südschwedischen
Dünenlandschaft und den dort typischen
kleinen Fischerhäuschen angepasst –
das ist das Ergebnis all dessen, was Dorte
Mandrup unter Respekt vor der
Umwelt, den örtlichen Gegebenheiten und
der Geschichte des Ortes versteht

100 4/2019
HOCH HINAUS
Gemeindezentrum,
Jemtelandsgade
Es sieht aus wie ein rundum verglastes
Hochregal – Dorte Mandrups Erstlings-
werk auf dem Kopenhagener Inselstadtteil
Amagar hat auch nach fast 20 Jahren
nichts von seiner Attraktivität eingebüßt

AW Architektur&Wohnen 101
AW A RCHITEK T des JA HR ES 2019

Unverschämte
Lässigkeit und konzentrierte
Professionalität

ÜBERGESTÜLPT
Wattenmeer Welterbe
Konferenz Center
Jüngster Coup ist ein Zentrum für die
Anrainerstaaten des Welterbes Watten-
meer. Dorte Mandrup überbaut einen alten
Weltkriegsbunker in Wilhelmshaven – ein
historisches Relikt, das gleichzeitig
gewürdigt und ein wenig versteckt wird

102 4/2019
SPIELTRIEB
Børne Kulturhus
Ama’r, Kopenhagen

Viel mehr als ein Silberstreif am Horizont


– das Kulturhus ist ein Paradies für Kinder
von null bis 18 Jahren. Mit Kletterwand,
Theaterbühne, Musikzimmer. Inspirieren
ließ sich die Architektin von den gezeich-
neten Fantasien der jungen Zielgruppe

AW Architektur&Wohnen 103
AW A RCHITEK T des JA HR ES 2019

Ihre Spezialität:
Immer noch
WATT NU?
einen draufsetzen
Wattenmeer Center
Esbjerg
Erster Schritt ihrer „Wattenmeer Trilogie“:
die Ausstellungshalle in Esbjerg, bei
der Dorte Mandrup traditionelle Bauweise
wie Reetbedachung mit Kühnheit in eine
moderne Formensprache übertragen hat

104 4/2019
16.8.–
26.9.2019
DORTE MANDRUP
„SPEKTAKEL
OHNE SHOW“

AW Architektur&Wohnen ZEIGT DORTE MANDRUP


BEI AEDES IN BERLIN! AUSSTELLUNG VON
WERKEN DER ARCHITEKTIN IN EUROPAS BEDEUTENDER
ARCHITEKTURGALERIE AM PFEFFERBERG

Zum achten Mal präsentiert AW Architektur & Wohnen den


„AW Architekt des Jahres“. Dieses Jahr allerdings erstmals
mit einer mehrwöchigen Ausstellung. Damit können Sie, liebe
Leserinnen und Leser, die Arbeiten dieser Ausnahme-Bau-
meisterin im 100. Jubiläumsjahr des Bauhauses persönlich
und hautnah erleben.
Die von der Architektin selbst konzipierte und von AW
präsentierte Ausstellung wird vom 16. August bis zum 26.
September 2019 im Architektur Forum Aedes zu sehen sein.
Mittelpunkt der Präsentation sind die Projekte für das von der
UNESCO zum Welterbe erklärte Wattenmeer – die „Wadden
Sea Trilogy“. Mit den Bauwerken in Ribe (Dänemark),
Groningen (Niederlande) und Wilhelmshaven schließt sich
ein Kreis architektonischer Institutionen rund um das weltweit
einzigartige Naturreservat.
Wir laden Sie herzlich ein, die Philosophie und die Ge-
danken hinter diesen spektakulären Konzepten zu entdecken,
die den Besuchern die Welt des Wattenmeeres näherbringen,
Wissenschaftlern Forschungsstätten bieten – und die sich
vor allem mit ihrer einfühlsamen Architektur harmonisch in
Fotos: Robertino Nikolic (11); Adam Moerk (5); Torben Eskerod

das sensible Ökosystem Wattenmeer einfügen.

Ihr Joern Frederic Kengelbach,


Chefredakteur

Dorte Mandrup „Spektakel ohne Show“


Aedes Architecture Forum, Christinenstraße 18–19, 10119 Berlin
16.8.–26.9.2019, Öffnungszeiten Di–Fr 11–18.30, Sa–So 13–17

Mit freundlicher Unterstützung von

AW Architektur&Wohnen 105
R AUMKONZEPT

TEXT elke von r adziewsky FOTOS christian grund

Blickrichtung: Baltische See.


Aus Stahlgerippen gebaute
Brücken und Balkone rahmen
den Gebäudekomplex. Der
Garten selbst ist ein felsiges
Biotop. Nur vor der Terrasse
wächst etwas Rasen, sonst
gedeiht, was vom Wind her-
angeweht sich selbst aussät.
Die Feuerschale „Springtime“
hat Jean-Marie Massaud
für B&B Italia entworfen

106 4/2019
„Viel sehen, aber ungesehen bleiben“ lautete die Prämisse
für das Haus des finnischen Woodnotes-Chefs
Mikko Puotila. Dazu Brücken, Balkone und Höfe – ein alt-
modischer und gleichsam moderner Wunschcocktail
wei Millionen Jahre ist es her, Kindheit weggezogen sei. Mit drei Jah- entworfenen, aus Papiergarn gewebten

Z dass sich riesige Gletscher


über das Land wälzten, auf
dem heute Mikko Puotila,
ren, als Jugendlicher und junger Mann
lebte er auf der Seite zum Wald hin,
erst in einem, dann im nächsten dieser
Teppiche und Jalousien von Woodnotes
dieses typisch Finnische, Klare und
wenig Prätentiöse, das wir lieben. Sogar
Ehefrau Jutta, Sohn Julius und Aarre, ein fabelhaft schönen Wohnblocks aus den Japaner akzeptieren die Teppich-Alter-
Zehn-Kilo-Westie, wohnen. Die Eismas- 60er-Jahren. Heute ist der Wald zum native zu ihren Tatami-Matten. Flaches
sen schliffen Felsen zu glatten, runden Park geschrumpft, ist Espoo zur zweit- Gewebe, kühles Material, schlichte
Buckeln und ließen sie wie riesige ge- größten Stadt Finnlands angewachsen, geometrische Muster – reine Reduktion.
strandete Quallen an der Küste liegen. und Mikko Puotila führt als Chef die Auf den ersten Blick lässt sich in Mikko
Um sie herum entstanden Straßen Firma Woodnotes zum Erfolg. Von der Puotilas Haus wenig davon erkennen.
und Plätze, wurden Häuser gebaut und Waldseite seiner Straße ist er auf die DIE IDEE – EINE FESTUNG. Das Wort privat
Gärten angelegt – so wie es auch Mikko Strandseite hinübergewechselt. schreibt Mikko Puotila mit sechs großen
Puotila in jener ruhigen Gegend von Sein Unternehmen fertigt Klassiker Lettern. Zugleich liebt er den weiten
Espoo tat, die er seit Ewigkeiten kennt. des modernen Finnlands. Zusammen Blick, große Balkone und Plätze. Weit se-
Lässt man die Vergangenheit zu- mit den Möbeln von Artek, dem Ge- hen können, aber nicht gesehen werden,
sammenschnurren, scheint es, als ob schirr von Iittala liefern die von Mikkos war Leitmotiv beim Entwerfen. Er check-
der Finne nie aus der Straße seiner Mutter, der Textilkünstlerin Ritva Puotila te jeden erdenklichen Platz für Fenster

AW Architektur&Wohnen 107
R AUMKONZEPT

„DAS HAUS GARANTIERT


BEWEGUNG –
12 000 SCHRITTE AM
TAG SIND GUT“
j ut ta puotil a

108 4/2019
Gläserne Villa: Die Nachtsicht
vom Garten aus zeigt die
zentrale Wohnhalle, links die
Kücheninsel, oben die Gale-
rie mit der Bibliothek, an
den Wänden Skulpturen der
heute über 80-jährigen Ritva
Puotila, eine der wichtigen
finnischen Textilkünstlerinnen.
Sie entwickelte das herkömm-
liche finnische Papiergarn
zu dem Designprodukt weiter,
mit dem ihr Sohn Mikko die
Firma Woodnotes aufbaute

AW Architektur&Wohnen 109
R AUMKONZEPT

Schwarz, Weiß, Beige:


Äußerste Farbdisziplin bringt
Ruhe ins Haus. Diese Seite:
Der Hof vor dem Wohnge-
bäude. Ein kurzer Schuppen
und die ungewöhnliche
Brücke über die ganze Hof-
breite grenzen den Platz
zur Straße ab. Tisch und
Stühle stammen von Zeus.
Rechte Seite: Das Herz des
Hauses. Man kann es Wohn-
zimmer nennen. Aber auch
Meeting Point oder Halle.
Die Flechtsessel „Frog“
sind ein Design von Pierro
Lissoni (Living Divani)

110 4/2019
„VERFALLZEIT:
100 JAHRE, SO LANGE
HÄLT DER BETON“
pekka helin

AW Architektur&Wohnen 111
R AUMKONZEPT

in seinem zukünftige Haus. Es entstan- geräumige Garderobe: eine Lösung, die vor Schlaf- und Fernsehzimmer. Und für
den Brücken, ein seltenes Element im quasi über Bande spielt. Hier und an- alles Treppen, rauf und runter, Brücken,
modernen Privathaus. Die rahmen das derswo beschleicht einen der Eindruck, hin und her. Wenn Juttas App 12 000
Haus vorn und hinten – eine Art zwei- bei diesem Bauherrn in eine Art Vexier- Schritte zählt, ist es gut. Das Haus lebt
stöckigen Kasten, von Schachteln nicht spiel geraten zu sein, in ein Regelwerk von der Bewegung. Das auszutüfteln,
vollständig gefüllt, mit den Brücken als für das gute Leben der Bewohner. Eine „war harte Arbeit“, so Puotila.
Randverstärkung. Man kann sich den Sauna für Mikko, von außen und innen DAS INTERIEUR – KEINE EITELKEITEN. Die
Gebäudekomplex aber auch als Festung zu erreichen. Die Bibliothek für Jutta, Konstruktion ist also das große Werk.
in rechteckiger Form denken. Dann oben auf der Galerie, einer Kommando- Mehr Extravaganzen gibt es nicht. Kein
wären die Brücken alten Wehrgängen brücke gleich. Es gibt Einkapselungen Möbel führt hier ein Eigenleben, kein
(Garderobe und Haus- Tisch will Schaustück sein, kein Stuhl gar
haltsraum), Anhängsel eine Skulptur. Außer einem „Egg Chair“
(Garage, Einliegerwoh- von Arne Jacobsen, der seine eigene
nung), private Kabinette Geschichte hat. Ritva Puotila hatte sich
(oben) und gemeinsame in frühen Jahren drei von ihnen gekauft,
Räume (unten), Balkone statt eines Sofas, das sie nicht finden

abgeschaut. Ob Kasten oder Festung, der


Komplex ist zur Straße hin zwar nicht
hermetisch verschlossen, aber doch so
weit zugezogen, dass nur ein schmaler
Gang in den Eingangshof führt. Zum
Garten hin ist die gesamte Front gläsern
und damit weit geöffnet, ein komplexes
Schaustück aus stählernen Streben und
Trägern. Das Spezialgebiet von Pekka
Helin, dem Architekten. „Er hatte noch
viel mehr Stahl im Entwurf“, sagt Mikko
Puotila. „Wir haben es gemeinsam um
einen großen Teil reduziert.“
DIE RAUMFOLGE – EIN VEXIERSPIEL.
Festung gebaut, doch wie kommt man
hinein? Schön sei, so Puotila, wenn man
die Dinge nach und nach entdecke. Also
verzögert er die Ankunft, lenkt den Weg
erst durch den Vorgarten, dann durch
den Vorhof, eine schmale Tür, in einen
kleinen Flur – und um die Ecke in die

112 4/2019
Linke Seite: Glücklich in ihrem
Haus – Mikko Puotila und
Ehefrau Jutta. Auf der Terrasse
(links daneben) der Sitzsack
„Outdoor My“, als Insel für
die Sitzgruppe (diese Seite) die
Teppiche „Stripes“ und „Squa-
replay“ aus langfaserigem
Kraftpapier (beides Woodnotes)

EG OG 1 Erster Hof
2 Garage
3 Garderobe
8
4 Wohnhalle
1 2
5 Küche, Essplatz
9
6 Zweiter Hof
7 Extra-Apartment
12 10
8 Sauna
3 14
5 4 9 Bad
13
11 10 Kinderzimmer
11 Fernsehecke
S
12 Bibliothek
7
13 Schlafzimmer
6
14 Ankleide

DER ARCHITEKT PEKKA HELIN (1947) KONSTRUKTION EIN MIX AUS STAHL, BETON UND GLAS
In einem Team mit 32 Kollegen erarbeitet der Experte für Mit 583 m² beansprucht der aus vielfältigen Rechtecken
Holz- und Stahlkonstruktionen sowohl große städtebauliche bestehende Gebäudekomplex fast ein Drittel des Grundstücks.
Aufgaben als auch Kleinstarchitekturen, etwa den nachhaltig Massive Wände wurden am Ort aus Beton über Stahlstreben
konstruierten Metsä-Pavillon für die Sommerolympiade 2020 gegossen und mit schneeweißen Kacheln verkleidet.
in Tokio. Zu seinen Hauptwerken gehört der Erweiterungsbau Fensterrahmen und Vorrichtungen für die Jalousien sind
zum finnischen Parlamentsgebäude, das Pikkuparlamentti. in der Wand verborgen. Die Bauzeit betrug ein gutes Jahr.

AW Architektur&Wohnen 113
R AUMKONZEPT

Patrouille auf der Kommando-


brücke: Wirklicher Hausherr
ist Aarre, ein Zehn-Kilo-Wes-
tie. Der Übergang verbindet
das Schlaf- mit dem Fernseh-
zimmer. Unten: die Bibliothek
auf der innen liegenden
Galerie und das Zimmer von
Julius, dem Sohn des Hauses.
Rechte Seite: Das Outdoor-
Esszimmer auf einem Teppich
von Woodnotes

konnte. Bei jedem ihrer Söhne steht


heute einer aus der ehemaligen Gruppe.
Abgesehen von diesem Erbstück regiert
die Funktionalität. Die offene Küche
setzt sich zusammen aus einer geräumi-
gen Kochinsel und einer glatten, weißen
Wand, hinter deren Türen alles Nötige
verschwindet. Die Sitzgruppe mit Sofa,
Sesseln und Pouf ist auf einem gewürfel-
ten Teppich wie auf einem Schachbrett
platziert. Im Schlafzimmer reduziert
sich die Ausstattung auf Bett, Nacht-
tische und einen Sessel. Im Zimmer
des Sohns sind Tisch und Regal wand-
lang eingebaut. Alles wirkt überlegt, und Zitronen gefüllt. Mikko und Jutta DAS RESULTAT – FAST PERFEKT. Er hat
sachlich, aufgeräumt – und ist auch trinken Limonade aus Flaschen mit es erdacht. „Planen ist mein Hobby“,
Ergebnis äußerster Farbdisziplin. Das gelben Schraubverschlüssen. Zu viel bemerkt der Unternehmer. Gäbe es
Kolorit beschränkt sich auf Schwarz für des Guten möchte man meinen, bis Jutta denn etwas, das er nach einigen Jahren
die zugrunde liegende Struktur, Weiß, die Tür einer kleinen Kammer neben Wohnerfahrung ändern würde? „Alles
Beige und den Zusatz Gelb. Jeder hält sich der Küche öffnet und einen monströsen ist so geworden, wie es ein soll.“ Sagt es
daran, sogar Aarre mit seinem eierschal- Haufen Zeug demonstriert. Hier landet, und zögert. Eine Kleinigkeit kommt ihm
farbenen Lockenfell. In der Vase stecken was sich nicht fügt. „Das muss man in den Sinn. „Das Schlafzimmer könnte
sonnige Chrysanthemen. Die Schale haben in einem Haus wie diesem“, sagt 30 Zentimeter kürzer sein, dann hätten
auf dem Küchentresen ist mit Bananen Mikko Puotila. wir mehr Platz in der Ankleide.“ –

114 4/2019
„UNWICHTIGE ZIMMER
GIBT ES NICHT,
ALLES IST PRIME AREA“
mikko puotil a

AW Architektur&Wohnen 115
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Garten &
Landschaft

IN BESTEN KREISEN
Tom Stuart-Smith hat Kunden in aller Welt, zu
denen auch Windsor Castle und die ehrgeizige
Royal Horticultural Society gehören. Für
sie hat der Gestalter 2007 in Wisley einen
spiralförmigen Garten beim Glashaus angelegt –
Amphitheater nennt er ihn gern.

S. 120
Foto: Regina Recht

AW Architektur&Wohnen 119
PORTRÄT

Nur wenige Kilometer entfernt von einem donnernden


Autobahnkreuz liegt im County Hertfordshire „The Barn“, der
private Garten von Tom Stuart-Smith. Die Nähe von Chaos
macht Schönes kostbarer, findet der Landschaftsarchitekt, der
in seiner Arbeit Moderne mit Tradition vereint
text josephine grever fotos regina recht

„Es gibt zu viel


EFFEKTHASCHEREI“

120 4/2019
Ein Mann wie ein Baum: Tom grüner Hain in der Mitte des Blumen-
Stuart-Smith ist studierter zeltes. Medaillen muss dieser Verfechter
Zoologe und führender Land- der britischen Gartenkunst nicht mehr
schaftsarchitekt Englands. gewinnen. Von 1998 bis 2010 heimste er
Er lebt in Serge Hill, seit vier
in Chelsea acht Goldmedaillen ein, dazu
Generationen Sitz der Familie
in Bedmond, Hertfordshire. dreimal ein „Best in Show“. Doch damit
Für sich und seine Familie nicht genug: Er entwarf auch den Sonder-
baute er eine gut 300 Jahre garten in Windsor Castle zum Goldenen
alte Scheune auf dem Thronjubiläum der Queen (2002). Ihm
Anwesen zum Wohnhaus um.
fiel der Auftrag für die Außenanlagen
Wie sie den dazugehörigen
Garten entwickelten,
des großen Gewächshauses zu, mit
schildern der Gestalter dem die Royal Horticultural Society
und seine Frau Sue in dem ihren 200. Geburtstag feierte (2007).
Buch „The Barn Garden“ Und wieder war er der erste und einzige
lebende Landschaftsarchitekt, den das
Londoner Garden Museum mit einer
Ausstellung ehrte (2011).
Nun baut dieser Meister für die RHS

s ist Ende Mai,inLondonfindet ihm Anspielungen

E die Chelsea Flower Show statt.


Gezeigt werden in diesem Jahr
nur wenige bunte Blumen-
auf die Farbrabatten
in Sissinghurst oder
die Parkanlagen im
beete, stattdessen wachsen in waldartigen walisischen Bodnant: „Wir sollten die bei Manchester um (Eröffnung 2020).
Schaugärten viele Gräser, dazu Hosta, kostbare Vielseitigkeit britischer Gärten Kostproben von dem, was er vorhat,
Farne und Wiesenkerbel im Überfluss. nicht aus den Augen verlieren.“ gibt er in Chelsea, zeigt Collagen aus
Lauter dauerhafte Gewächse, die auf Mr. Stuart-Smith sitzt in seinem Wildstauden und Gehölzen, mit denen
Naturnähe und Nachhaltigkeit abzielen. Chelsea-Garten, auf einer Bank im er die Strukturen der Anlage aus dem
Gärtnern im Zeichen des Klimawandels Schatten eines blühenden Hartriegel- 19. Jahrhundert wiederbeleben will. Es
steht hoch im Kurs. Tom Stuart-Smith, baums. Jahrgang 1960, fast zwei Meter ist ein für ihn charakteristisches Projekt.
einer der wichtigsten Landschaftsarchi- groß, ein Mann wie ein Baum, wie er Kontinuität ist ihm wichtig.
tekten Englands, nickt zustimmend. gern beschrieben wird. Erst im letzten Dass es nicht reicht, einen schönen
„Das ist zweifellos gut und richtig“, sagt Jahr, 2018, war er nach langer Pause als Garten zu schaffen, sondern dass auch
er. „Schade nur, dass alles ausschließlich Teilnehmer zur Show zurückgekehrt, Umwelt und Verantwortung eine Rolle
in diese Richtung zu gehen scheint. mit einem Sondergarten außer Kon- spielen, verstand Tom Stuart-Smith
Schön wäre es, etwas aus der eigenen kurrenz, errichtet für einen der größten schon als Kind. Sein Vater war Richter
Tradition zu sehen.“ Gefallen würden Sponsoren der Show, ein wunderbarer am Obersten Gerichtshof. Er lebte mit

AW Architektur&Wohnen 121
PORTRÄT

seinen Eltern und fünf Geschwistern auf vor dem Wohnhaus, das einst eine Wunderbar unbeschwert wirkt die
der Farm seiner Großeltern 22 Meilen Scheune war. Um Wasserbecken aus blühende Wiese, die den kultivierten Gar-
östlich von London in der Grafschaft wetterfestem Baustahl gruppiert sich ten von bestelltem Ackerland separiert.
Hertfordshire und half in den Som- ein Meer von Blumen: Tulpen und Iris Ihre heitere Ungezügeltheit ist ein uner-
mermonaten auf benachbarten Bauern- im Frühling, wogende Gräser und mal- warteter Kontrast zu den kontrollierten,
höfen mit – säuberte Kornsilos, stapelte venfarbene Königskerzen im
Strohballen, lief über die Felder wieder Sommer. Auf der Rückseite
nach Hause. „Nichts hat mich mehr des Hauses geleiten einen
geprägt“, betont er. Nach der Schulzeit makellos gestutzte Rasenflä-
im Eton College studierte er Zoologie chen, akkurat geschnittene
in Cambridge, dann Gartendesign an Buchs- und Buchenhecken
der Universität von Manchester. 1998 zu verschwiegenen Ecken
eröffnete er sein eigenes Designbüro und üppigen Blumenbeeten.
im Londoner Stadtteil Clerkenwell. In Von Bäumen umsäumt, führt
den nächsten Jahren will er es nach der Garten zu einer großen
Serge Hill bringen, in die Nähe von „The Wildblumenwiese, auf der
Barn“, seinem Privatgarten. vor Jahren Gänseblümchen,
Der ist ein Traum, ohne Frage. Zu- Schlüsselblumen und Wind-
nächst ist da ein malerischer Senkgarten röschen ausgesät wurden.

„ICH KÄME MIR WIE EIN SCHWINDLER


VOR, HÄTTE ICH NICHT AUS-
PROBIERT, WAS ICH KUNDEN EMPFEHLE“
TOM STUART- SMITH

122 4/2019
Akkurat gestutztes Grün in
einer Serie von Garten-
räumen, eine ungezähmte
Wildblumenwiese: Tom Stuart-
Smith beschreibt seinen Stil
als „diskret“ und „zeitlos
modern“. Ein Garten, in dem
nichts „out of place“ sein
darf, ist ihm ein Gräuel. Seit
geraumer Zeit wächst sein
Interesse an den heilenden
Kräften grüner Umgebungen.
Verheiratet mit der renom-
mierten Psychotherapeutin
Sue Stuart-Smith, ist er
überzeugt, dass ein Garten
heilende Wirkung hat
PORTRÄT

Wisley ist der älteste und


meistbesuchte von den vier
Mustergärten, die die engli-
sche Royal Horticultural Society
unterhält. Zur Feier ihres
200-jährigen Bestehens ließ
sie das „Bicentenary Glass-
house“ errichten. Den Auftrag
für den zwei Hektar großen
Garten rund um den gläsernen
Palast erhielt Tom Stuart-Smith.
Zu seiner halbkreisförmigen
Anlage gehören Präriegärten,
die er als Experiment in Koope-
ration mit dem Professor für
Botanik, James Hitchmough, von
der Universität Sheffield anlegte

124 4/2019
makellos gestutzten Buchsbaumhecken. Perfekt ist diese ländliche Idylle trotz- habe ihn dies alles geärgert, sagt er. Mitt-
„Warum nicht?“, fragt Tom Stuart-Smith. dem nicht. Der Lärm von zwei nahen lerweile betrachtet er es als „part of life“
„Solche Gegenpole sind wie ein Drama Autobahnen ist immer präsent. „Wir sind – es gehört zum Dasein wie die braunen
im Theater. Die Pause zwischen den von Satellitenstädten und Industrie um- Maulwurfshügel, die sich manchmal auf
Akten erfrischt.“ geben“, kommentiert Stuart-Smith seinem perfekten Rasen breitmachen.
mit einem Seufzer. „Heute denke ich, dass die unmittelbare
„Nachts umzingeln Nähe von Chaos die schönen Dinge des
uns die Lichter der Lebens noch kostbarer macht.“
Schnellstraßen. Dieses Um die richtige Antwort auf die
Stückchen Natur hängt Umgebung ging es auch in „Wisley“,
an einem dünnen Fa- dem 1903 gegründeten und 100 Hektar
den.“ Aus der Ferne großen Lehrgarten der Royal Horti-
dringen Polizeisirenen cultural Society in Surrey, südwestlich
zu ihm, immer wieder von London. Tom Stuart-Smith erzählt
findet er Abfall, den von der zwei Hektar großen Anlage
Anwohner an den Feld- mit geschwungenen Graswegen und
wegen ablegen. Früher üppigen Rabatten, in denen sich viele

„EIN GARTEN HILFT BEI JEDER


KRANKHEIT, HAT EIN EIGENLEBEN –
UND WILL NACHTS SCHLAFEN“
TOM STUART- SMITH
PORTRÄT

DER PLAN VON SERGE HILL: Nuancen von Grün, aber auch reinwei- Denn: „Ein gestresstes Umfeld braucht
1 frühere Home Farm ße Silberkerzen und Blütenstauden in Vielfältigkeit“.
2 die Scheune „The Barn“ schillernden Farben aneinanderreihen. Inzwischen ist der Besucherstrom
3 der Gemüsegarten
4 die Präriewiese
Wichtig sei ihm „the idea of gradien- in Tom Stuart-Smiths Showgarten der-
5 „The Orchard“, das Gelände für Tom ce“ gewesen, sagt der Gestalter – ein art angewachsen, dass ein Gespräch
Stuart-Smiths zukünftiges Design-Studio langsamer und stufenweiser Übergang schwierig wird. „An Enthusiasmus für
Bild oben: Sommerwiese mit Echinaceen von trockenen zu feuchten Standorten. Gartenkultur fehlt es heutzutage nicht“,
sagt Stuart-Smith, „aber es gibt zu viel
Effekthascherei.“ Und der Unterschied
zwischen Stadt und Land werde nicht
richtig verstanden. Kleine urbane Gärten
würden der Erholung dienen. Aber auf
dem Land gehe es um mehr. Die Aufga-
4 be dort sei der Zusammenhalt von Tier,
Mensch und Natur, der mit der indus-
Fotos: Regina Recht (7); Allan Pollok-Morris; Marianne Majerus

triellen Landwirtschaft verloren gegan-


gen sei. „Ich verstehe Leute, die einen
1 Rasenroboter wunderbar finden“, sagt er,
3
„aber für mich ist das zu unwirklich und
2
kommt nicht infrage.“ Genauso wie auf-
wendig inszenierte Gartenbeleuchtung.
„Gärten haben ein Eigenleben. Nachts
möchten sie schlafen.“ –

THE BARN kann 2019 noch im Juli und September


am jeweils ersten Dienstag jedes Monats
5 von 9.30–12.30 Uhr besucht werden. Die 15 £
Eintrittsgeld kommen wohltätigen Zwecken zugute.
Mehr Info auf: tomstuartsmith.co.uk

126 4/2019
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Reise &
Inspiration

GESAMTKUNSTWERK
Bis ins allerletzte Detail konzipierte Frank Lloyd
Wright das „Hollyhook House“ in Los Angeles.
Ein bisschen Art déco, ein bisschen Maya-Kultur,
alles maßgeschneidert für die Auftraggeberin.
Bei der Übergabe des Hauses gab es für Architekt
und Bauherrin allerdings eine böse Überraschung.
Foto: Benjamin Antony Monn

S. 130

AW Architektur&Wohnen 129
ROADTRIP

IT’S all WRIGHT


Niemand hat in Amerika so viel gebaut wie Frank Lloyd Wright.
Und sich dabei stilistisch immer wieder neu erfunden.
Seinen Grundprinzipien ist er jedoch bis zum Schluss treu geblieben.
Eine Spurensuche zum Vermächtnis der Moderne
text reinhard sebastian tromm fotos benjamin antony monn

130 4/2019
LO S
ANGELES

H O L LY H O C K
HOUSE

Steine des Anstoßes verbaute


Frank Lloyd Wright in
diesem von der Maya-Kultur
inspirierten Anwesen zuhauf.
Zu düster, zu unpraktisch,
zu teuer, wie ein Mausoleum,
befand die Auftraggeberin
das Werk – und feuerte
den Architekten kurzerhand

AW Architektur&Wohnen 131
ROADTRIP
New Yorker Guggenheim Museum mit seinem
schneckenförmigen Ausstellungsraum und das
über einem Wasserfall schwebende Fallingwater.
Wright war ein Universalgenie, der in seinem 91
Jahre langen Leben zwar nie seine Grundsätze des
organischen Bauens aufgegeben, seinen Stil aber
immer wieder extrem variiert hat.
Eine halbe Stunde dauert die Fahrt zum Storer
e oulevard. Hauptschlagader House in West Hollywood. Eine Art Maya-Tempel
des nördlichen Los Angeles. 35 Kilometer lang. am Fuß eines steilen Hangs, umgeben von Pinien
Von der Pazifikküste bis nach Downtown windet und Eukalyptus-Bäumen. Schmale vertikale Fenster.
sich die vierspurige Straße. Hier beginnt eine Breite horizontale Linien. Alle Außenmauern sind
Tour, die den Spuren des einflussreichsten US- mit einzeln gegossenen Betonquadern verblendet,
Architekten der Moderne folgt – Frank Lloyd Wright. durch die sich ein von Wright gestaltetes Orna-
Von Südkalifornien nach Arizona. Drei Tage. 740 ment zieht. 1923 hat er mit diesem Haus für den
Kilometer. Eine Werkschau. Heilpraktiker John Storer einen Coup gelandet. Er
Erste Ausfahrt: Brentwood Heights. Ruhige bewies, dass Beton nicht nur als billiger Baustoff
Wohngegend für gut situierte Familien. Gepflegte für Fabrikhallen, sondern auch für Wohnhäuser
Vorgärten, weiße Fassaden, Stars and Stripes der oberen Mittelklasse eingesetzt werden konnte
allerorten. Das George Sturges House jedoch durch- – bahnbrechend zu jener Zeit. Der Architekt ließ
bricht die homogene Szenerie. Wortwörtlich. Denn einzelne Quader gießen und durch ein Stahlnetz
sein Dach liegt höher als die anderen. In einen in der Fassade und im Innenraum der Häuser zu-
bepflanzten Hang fügt sich ein schmales Backstein- sammenfügen. Ein selbst entwickeltes Verfahren,
fundament ein, an dem rechtwinklig in etwa drei das den Häuser ihren Namen gab: Textile Block.
Metern Höhe ein vollständig mit unbehandeltem Zudem zitierte Wright erstmalig Einflüsse aus dem
Holz verkleideter Wohnbereich konstruiert wurde. präkolonialen Mexiko in der modernen Architektur.
Pergoladach und umlaufende Terrasse wirken, als
würden sie über der Nachbarschaft schweben. Weil
das Gebäude, das Wright 1939 für den Luft-und
Raumfahrtingenieur George Sturges entworfen hat,
durch einen Hügel auf der einen und Bäume auf der
anderen Seite gerahmt wird, könnte man meinen, es
gäbe keine angrenzenden Grundstücke. An seinen
Lehrling John Lautner schrieb der Meister einst:
„Es ist eines der simpelsten Dinge, die wir je gebaut
haben. Und eines der besten.“
Vom Beginn seiner Karriere 1888 bis zu seinem
Tod 1959 plante Frank Lloyd Wright etwa 1 100
Projekte und setzte 550 davon um. Darunter das

Einen modernen Rundbau mit PHOENIX


schneckenförmigem Aufgang
schuf der Vater für seinen
Sohn David und dessen Frau DAVID AND
Gladys. Die Gestaltung des GL ADYS
Interieurs samt geometrisch WRIGHT HOU SE
gemustertem Teppich ließ er
sich ebenfalls nicht nehmen

132 4/2019
Das Runde, nicht das
Eckige stand in Frank Lloyd
Wrights Spätphase im
Mittelpunkt seines Interesses.
Dieser Entwurf in Arizona
weckt Assoziationen
an ein verirrtes Ufo

PHOENIX

N O R M A N LY K E S
HOUSE

AW Architektur&Wohnen 133
ROADTRIP

Auf einem drei Meter hohen


Hügel errichtete Wright
das Haus für den Flugzeug-
ingenieur Sturges. Der
tetrisartige Kastenbau
überragt dadurch die Nach-
barhäuser, sodass es
wirkt, als ob er allein steht

LO S
ANGELES
GEORGE
STURGES
HOUSE

134 4/2019
zum ersten Mal betreten hatte, feuerte sie den Ar-
chitekten. Zu unpraktisch und zu teuer. Außerdem
hatte Wright all ihre Ideen, Entwürfe, Vorhaben zum
Bau eines „Künstlerzentrums und Privathauses“
Weiter führt der Weg nach Osten. Zum uminterpretiert. Besser gesagt: völlig ignoriert. Herr
Hollyhock House. Wright baute es 1921 für Aline Herr lächelt und wünscht einen geruhsamen Abend.
Barnsdall, Tochter eines Öl-Magnaten. Tausende Am nächsten Morgen geht’s gleich sechs
Besucher im Jahr, auf der Top-Ten-Liste der wich- Stunden ostwärts – über den Wüsten-Freeway. Zu
tigsten Gebäude in L.A., Nominierung als Unesco einer exklusiven Immobilie, die einen weiteren
Weltkulturerbe, der in diesem Jahr voraussichtlich Meilenstein in Wrights Schaffensprozess markiert
die Aufnahme folgen wird. Verheißt Großes – doch – das David and Gladys Wright House für seinen
dann? Erst mal ein schmaler tunnelartiger Gang. An Sohn und dessen Frau. Es befindet sich in Arcadia,
dessen Ende eine noch schmaler wirkende metalle- einem Vorort von Phoenix, und steht zum Verkauf.
ne Flügeltür. Darauf schlichte Ornamente, die die Schon länger. Woher diese Gleichgültigkeit gegen-
Hollyhock (Stockmalve) interpretieren – ein Motiv, über Preziosen? „Oldtimer sind eine Leidenschaft,
das sich im Grundriss des Gebäudes wiederfindet. die Pflege und ein großes Budget erfordern“, sagt
Kurator Jeffrey Herr öffnet. Stahlblaue Augen,
schlichte Hornbrille, weißer, sauber gestutzter
Bart, schmale Statur. Nur das Plätschern eines
Wasserlaufs im quadratisch angelegten Garten ist
zu hören. Keine Empfangshalle, niedrige Decken.
Der Blick wird durch eine Wand gebrochen: Auf
der einen Seite ein Flur, auf der anderen ein Winkel
des Wohnzimmers. Je weiter man vordringt, desto
klarer wird, welche Ausmaße der Komplex hat –
und wie viel schöpferische Energie der Architekt in
dieses Haus einfließen ließ: Maya-Anleihen an der
Fassade, ein puristischer Garten als Herzstück und
Wrights ureigenes Experimentieren mit organischen SCOTTSDALE
Formen. „Er entwarf das Haus an einem Tiefpunkt
seiner Karriere“, erklärt Jeffrey, „und erfand sich in
diesem Projekt neu.“ Aline Barnsdall war allerdings
not amused: Nachdem sie das Hollyhock House FR ANK LLOYD
WRIGHT HOU SE

Als Winterquartier diente

„STUDIERE DIE NATUR. dem Architekten und seinem


Team das Wohn- und Atelier-
haus „Talliesin West“ nahe

SIE ENTTÄUSCHT DICH NIE“ Phoenix. Charakteristisch:


das holzverstrebte Dach,
durch dessen transluzente
Oberfläche genügend Licht in
FR ANK LLOYD WRIGHT die zentrale Halle gelangt

AW Architektur&Wohnen 135
ROADTRIP

„DIE WAHRHEIT IST


WICHTIGER ALS TATSACHEN“
FR ANK LLOYD WRIGHT

Bob Hassett. Der Immobilienmakler ist Ende 50, er in die Natur. „Der Raum im Innern des Gebäudes ist
trägt Shorts, hellblaues Hemd, Sonnenbrille. Seine seine Seele“, lautet einer von Wrights Grundsätzen.
Körperhaltung: ein Ausrufezeichen. Er führt ins Hier wird er spürbar.
Haus. Dessen Einrichtung wurde seit den 50ern, Zum Ende der Reise steht ein Theaterbesuch
in denen David und Gladys hier lebten, kaum ver- an. Mit dem „Gammage Memorial Auditorium“
ändert. Geometrische Formen auf hellem Teppich- in der Nachbarstadt Tempe verwirklichte Wright
boden, vom Meister selbst entworfene Einrichtung seinen letzten öffentlichen Auftrag. Und seine
aus Kirschholz, eingefügte Sitzecken an durch- Vorstellungen eines Theater- und Konzerthauses.
laufenden Fensterbändern. In jedem der hellen Eigentlich hatte es der Architekt als Opernhaus für
Räume: eine von Wrights Stehlampen „Taliesin 1“, die irakische Hauptstadt Bagdad geplant. In Arizo-
ebenfalls aus Kirschholz. Das Areal ist über zwei na drängte jedoch der Präsident der Arizona State
Hektar groß und von Olivenbäumen umgeben. Der University und Wright-Vertraute Grady Gammage
Blick geht auf den Camelback, der über Arcadia und darauf, dem jungen Campus ein neues Wahr-
Scottsdale thront. Dort befindet sich eine Haupt- zeichen zu schenken. Das Ergebnis: ein radiales,
Pilgerstätte für Wright-Fans: das 1937 erbaute Talie- 24 Meter hohes Gebäude, das auf drei Ebenen gut
sin West, Wrights Studio, das 20 Jahre lang Zentrum 3000 Zuschauer fasst. Getragen von 50 Betonsäulen
seines kreativen Schaffens war. sowie zwei Fußgängerbrücken, die auf einer Länge
Next Stop: die „First Christian Church“. 1950 ent- von 61 Metern das Hauptgebäude mit Parkplätzen
worfen, 21 Jahre später realisiert. Sakralbauten waren verbinden. An der Außenfassade setzte Wright
eine Herzensangelegenheit für den bekennenden Spiral-Aufgänge ein, die anstelle von Treppen
Unitarier Wright. Der Grundriss besteht aus zwei den Zugang zu den Rängen ermöglichen. Weder
Dreiecken, die eine Gebetspose symbolisieren. Im Gammage und noch Wright erlebten die Eröffnung
Innenraum fällt das Sonnenlicht durch mehrfarbige 1964. Auftraggeber und Architekt verstarben 1959.
Laternen, der Altarraum wirkt wie ein fantasievolles Aber ihr Vermächtnis ist geblieben. –
Bühnenbild mit Kaktusmotiven, inspiriert von der
umgebenden Landschaft. 500 Mitglieder finden Platz
in der First Christian Church. Heute ist sie leer. Stille.
Eine warme Stille. Niedrige Decken – und freier Blick

136 4/2019
Porträt: The Frank Lloyd Wright Foundation Archives/The Museum of Modern Art/Avery Architectural & Fine Arts Library, Columbia University, New York

PHOENIX

FIRST
CHRISTIAN
CHURCH

Ein Lob des Dreiecks und


damit auch der christlichen
Dreifaltigkeit entwarf
Frank Lloyd Wright 1950.
Bau und Eröffnung
der Kirche 1973 erlebte
der Architekt (kleines
Bild links) nicht mehr. Wright
starb 1959 mit 91 Jahren

AW Architektur&Wohnen 137
MOBILITÄT GESTERN & HEUTE

COMEBACK
mit Grandezza
text r alf eibl

Ode an die Freude: Ein verlorener Sohn ist zurück – und


zeigt Zukunftspotenzial. Mit der Neuauflage des „Garmisch“
präsentiert BMW ein Showcar, das vor 50 Jahren
vom visionären Designer Marcello Gandini entworfen wurde

138 4/2019
Adrian van Hooydonk,
Designchef BMW Group (l.),
berichtet, wie Marcello
Gandini das erste Modell
korrigierte: „Am Übergang
Haube zu Kotflügel ist es
zu hart, da müsst ihr ein
wenig mehr Anlauf nehmen“

igentlich wünschen wir uns tiefere Reiz. „The so called sheer driving werden, wenn ich ihn wieder brauche.“

E doch nichts mehr als die pure


Freude am Fahren. Ist man
mit einem autonomen Auto
pleasure“, wenn die Landschaft dann
doch wie im Rausch vorbeigleitet, wenn
unsere Gedanken schneller sind als der
Aber so weit ist die Autoindustrie nicht
– noch nicht.
Und weil unsere Mobilität sich gerade
unterwegs, wird zwar ein Superhirn eigene Schatten, wenn der animalische in einer Geschwindigkeit verändert, bei
namens Computer mit allem gefüttert, Ölbüffel in uns auf Vollgas schaltet. der die sensorische Freude kaum noch
was im Asphaltzirkus irgendwie passie- „Es gibt beim autonomen Fahren mithält, wird zunehmend die erinnerte
ren oder irgendwo in unsere Sphäre nicht das sinnliche Erlebnis, aber den Emotion aus der Kiste geholt. Wie bei
rauschen könnte. Und, ja, ein Robotcar, Stress, dass man von jemand Drittem ge- BMW gerade der „Garmisch“. 50 Jahre
also dieser Herr Superschlau am Steuer, lenkt wird.“ Der, der das sagt, ist 81 Jahre nach ihrer Konzeption wurde die
das bis unter die Lenksäule mit Algorith- jung, trägt grauen Maßanzug und eine Designstudie als Unikat neu gebaut. Der
men künstlicher Intelligenz vollgestopft perfekt sitzende Krawatte.
wurde, hat schließlich auch nie einen Bad Seine Gedanken schiebt
Hair Day, der den Blick in den Rückspie- Marcello Gandini hinter-
gel vermiest. Genauso wenig kennt unser her, als würde er zügig
mobiles Superhirn am Wochenende ein in den nächsthöheren Gang schalten: Name des Modells klingt wie aus der Zeit
Gläschen Chardonnay zu viel oder steht Und wenn schon autonomes Auto, gefallen. Er war 1970 gewählt worden,
im Auffahrnahkampf auf der Autobahn dann wenigstens eines, das nicht nur um sowohl die italienische Society als
kurz vor dem Ausrasten. „Jeder noch von allein am Hotel vorfährt, sondern auch die bayerischen BMW-Manager zu
so friedliche Mensch läuft am Steuer sich genauso selbstständig eine Ruhe- überzeugen. ,Garmisch‘ beschwor Sehn-
Gefahr, die Beherrschung zu verlieren“, positionsucht.NervigesEinparken?Könne süchte nach alpiner Eleganz. Jenen Glanz
wissen Verkehrsexperten. Aber in all der sein Wagen getrost ohne ihn machen. hat sich Garmisch nicht bewahrt. Macht
unnützen Emotion liegt eben auch der „Ich will von ihm nur noch abgeholt aber nichts.

AW Architektur&Wohnen 139
MOBILITÄT GESTERN & HEUTE

MARCELLO HAT NACH WIE VOR Der Haifisch der Bayerischen


Motoren Werke: Während
EIN SUPER AUGE die Seitenflächen des Autos
sehr aufgeräumt und glatt
wirkten, überraschte der BMW
„Garmisch“ mit einer kantig-
kühnen und vertikal positio-
nierten Variation des
Diese Geschichte begann auch die Gestaltung des BMW „Garmisch“? berühmten Nieren-Kühlergrills
mit der verblichenen Fotografie eines Marcello Gandini, ohne den vor allem
champagnerfarbenen Automobils, das die italienische Automobilgeschichte
wie beiläufig vor einer Sandsteinwand anders verlaufen wäre: Der Großmeister
abgestellt wurde. „Ich sah das Bild zum des geometrischen Automobildesigns
ersten Mal vor einigen Jahren, und es ist gilt neben den ebenfalls 1938 gebore-
mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf nen Designern Giorgetto Giugiaro und
gegangen“, sagt Adrian van Hooydonk, Leonardo Fioravanti als wichtigster
Designchef der BMW Group. „Das Auto italienischer Gestalter der mobilen Bella
stammte ganz offensichtlich aus der Figura des 20. Jahrhunderts. Er entwarf
Vergangenheit, und doch hatte es etwas als Erstlingswerk den atemberaubenden
überraschend Modernes an sich.“ Lamborghini „Miura“. Und selbst den
Wie sich herausstellte, handelte es stellte er später mit dem „Countach“
sich um ebenjenen BMW „Garmisch“, noch in den Schatten und umriss mit
einem bei Bertone in Turin als unab- keilförmigen Showcars wie dem Lancia
hängiger Designvorschlag entwickelten „Stratos Zero“ oder dem Alfa Romeo
Prototypen, der im Frühjahr 1970 auf „Carabo“ eine extreme Formensprache.
dem Genfer Autosalon enthüllt wurde. Doch auch weniger spektakuläre Autos
Kurz darauf verlor sich seine Spur. wie der erste BMW 5er und der „Innocenti
Zurück blieben nur einige Zeichnungen Mini“ wurden von Gandini gestaltet.
und eine Handvoll Fotografien aus dem „Der BMW ,Garmisch‘ steht exem-
Archiv von Bertone. Verantwortlich für plarisch für die Designphilosophie von

140 4/2019
ARCHITEKTUR
GARTEN
Bertone zu dieser Zeit und sicherlich kaum noch vorstellbar. Damals hatte
auch für Marcello Gandinis Sicht auf eine Designabteilung bei BMW nur sechs
die Marke BMW“, erklärt Adrian van Mitarbeiter, heute arbeiten 600 Designer
Hooydonk. „Deshalb begeisterte mich unter mir. Früher hat man sich Kreativer
die Idee, das Auto zurückzubringen – um wie Gandini bedient, und manchmal
Marcello Gandini als herausragenden ging deren Wirken dann auch in Serie.
Designer zu ehren. Außerdem konnten Bertone hatte aber bereits eine Arbeits- ZZZJDUWHQKDXV]HQWUXPGH
wir damit gleichzeitig eine Lücke in der beziehung zu BMW, vielleicht wollte man
Geschichte von BMW schließen.“ die mit dem ,Garmisch‘ vertiefen. Trotz-

LESEN
MIT
GENUSS!

Da fliegt mir doch das


Blech weg! Mit einem unge-



wöhnlichen Radio, das


  &     
im Hochkantformat in der "


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Mittelkonsole ange- &  "
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ordnet wurde, setzt sich %   
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das Interieur in Szene   


 
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Denn während Gandinis Sport- dem war BMW sicher überrascht, was da
   
!,2 3,0' (5(2  .$//( 10( ,%8( 50' 1/$+$7-
*(2:5&+(24(2 ((4(5)(. '$95 2$)),0,(24( $2,0$'(0 5;6;/

wagen und Prototypen von Sammlern schließlich auf dem Genfer Automobil-
und Autoconcours gefeiert werden, ist salon stand“, schmunzelt van Hooydonk.
sein stilistischer Einfluss auf BMW kaum
dokumentiert. Es war in den Sixties und
In jedem Fall: Gandini sei für ihn eine
lebende Legende: „Es hat Jahre gebraucht,
Für jeden
Seventies gängige Praxis in Automo-
bildesignstudios, einige Entwürfe bei
bis ich den Mut aufgebracht habe, mit
ihm über ein paar BMW zu reden. Er
Geschmack
den großen Konzernen einzureichen, hat sich anfangs sehr dagegen gewehrt, die richtige
um die eigene Kreativität und Innova- in die Vergangenheit zu schauen. Das
tionsfähigkeit als Beratungsagentur zu fand ich sympathisch. Er ist nur mit der Zeitschrift.
demonstrieren. „Dies ist heute leider Zukunft beschäftigt. Eben ein echter

AW Architektur&Wohnen
sho
op.jalag.de
MOBILITÄT GESTERN & HEUTE

MAN SPÜRT, DASS Designer wie Gandini wollten


mit jedem Entwurf Neuland
betreten – etwas, das

ALLES NOCH VON HAND heute in der Autoindustrie


nicht mehr möglich ist

GEZEICHNET WURDE

„Ich hatte eine Menge Freiheit


Ende der 60er-Jahre bei
Bertone“, erinnert sich Marcello
Gandini, „eigentlich konnte
ich machen, was mir gefiel.“
Heraus kamen dabei drei
Klassiker für Lamborghini wie
das One-off-Modell
„Marzal“, der „Espada“ und
der „Countach LP400“

Um seinen Ent- gleich noch dem Innenraum Charakter:


wurf deutlich von den mit seinem ungewöhnlichen Radio, das
Münchner Serienmo- im Hochkantformat in der Mittelkonsole
dellen abzusetzen, er- angeordnet wurde, sowie einem großen
gänzte Gandini das Aufklappspiegel für den Beifahrer. Auf
Design um zwei präg- dem Autosalon in Genf hieß es 1970:
nante Lufteinlässe, die Freude am Entwerfen.
Bella Figura auch für den mehr an noch tiefer Als der neu gebaute „Garmisch“
Co-Piloten. Ein großer Auf- gelegte Sportwagen beim exklusiven Concorso d’Eleganza
klappspiegel interpretiert erinnern. Hinzu kam in der Villa d’Este am Comer See vor
die Bordkonsole auf piemon- diese unwiderstehliche, einigen Wochen debütierte, raunte
tesisch-elegante Weise
wabenförmig struk- die Menge der Connaisseurs. „Beim
turierte Sonnenschutz- Concorso d’Eleganza reflektieren wir
Fotos: Remi Dargegen (2); Fabio Principe

Vollblutdesigner.“ Aber wir könnten eine blende auf der Heckscheibe – ein typi- die Vergangenheit, wir denken aber
Menge von Gandinis Gestaltungsweise sches Stilelement Marcello Gandinis, das auch an die Zukunft“, sagt van Hooy-
lernen, so der Designchef. Den Ansatz, mit sich auch beim Lamborghini „Marzal“ donk. Und Gandini, wieder im grauen
einfachen Mitteln viel zu erreichen, halte wiederfindet. „Das Team wollte sehen, Anzug, erinnert: „Automobildesign
er noch immer für äußerst modern. Das wie weit sich die Marke entwickeln in den Seventies war der Ausdruck
sei gerade in Zeiten wichtig, in denen ließ“, so Adrian van Hooydonk. „Aus grenzenloser Freiheit, die uns die auto-
gestalterische Emotion kaum mit der Bertones Sicht war das notwendig, mobile Fortbewegung versprach.“ Das
rasanten technologischen Entwicklung um die Aufmerksamkeit von BMW zu sollten die Bordcomputer der Zukunft
Schritt halten könne. erregen.“ Und so verpasste Gandini niemals vergessen. –

142 4/2019
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Comporta ist ein Phänomen: Bereits vor über 30 Jahren


verliebte sich Interieur Designer Jacques Grange in das
verlassene Naturschutzgebiet eineinhalb Autostunden südlich
von Lissabon. Und erzählte es seinen Freunden. Die fanden
es auch wunderbar dort. Endlose Sandstrände am rauen neun Wasservillen, die auf Stelzen über einem Teich stehen.
Atlantik. In den Dünen nur zwei kleine Bars, die Café Cortado Direkter Zugang zum Wasser inklusive. Die Chalets verstehen
servieren, dahinter ein paar hübsche Ferienhäuser. Viel sich als Hommage an die einstigen Fischerhütten des Nach-
unberührte Natur und das ganze Jahr über ein mildes Klima. bardorfes Carrasqueira. Der Carrasqueira Palatific Quay ist
Immer wieder gab es Anzeichen, Comporta könnte das in der Region so was wie ein Kulturerbe; die Hütten wurden in
neue Ibiza werden, doch viele Projekte versandeten. Was den 50er-Jahren an weitverzweigten Stegen errichtet, sind in-
wohl auch daran lag, dass so gut wie alle Felder und zwischen aber dem Verfall überlassen. Im Sublime Comporta
Wiesen der portugiesischen Bankiersfamilie Espírito Santo Countryhouse & Retreat haben sie eine Art Revival. Es ist vor
gehörten. Selbst der kleine Hype, den Madonna, Christian allem der Mix aus modernem Anspruch und nachhaltigem
Louboutin und Philippe Starck auslösten, als sie hier Tourismus, der hier überzeugt. Man lebt einerseits sehr
Sommerhäuser erwarben, bewegte am Ende: nichts. einfach in einem Hüttendorf, lässt sich andererseits fürstlich
Doch vor fünf Jahren passierte das eigentlich Undenk- vom unauffälligen Personal bedienen, bevor man mit den
bare: Der mächtigen Dynastie Espírito Santo ging das Geld Kindern in die endlosen Weiten des zehn Minuten entfernten
aus. Seither verkaufen sie Ländereien – in großem Stil. Einer Sandstrandes abtaucht.
der Ersten, der dies nutzte, war Gonçalo Pessoa. Der Pilot PS: Ganz neu ist das Hotel Quinta da Comporta. Ebenfalls
hatte gleich 2014 ein Grundstück im Hinterland für sich und eine zurückhaltende Herberge mit hohem Designanspruch.
seine Familie erworben. Doch als Freunde immer öfter kamen Ein Mix aus Soho Farmhouse und Bulgari Hotel Dubai.
und auch dafür zahlen wollten, ließ er auf dem Areal zwei Etwas schicker als das Sublime, doch dem Credo des Ortes
Fotos: Nelson Garrido (3)

lokale Architekten, José Alberto Charrua und Miguel Cancio verpflichtet: Alles bettet sich organisch in die Landschaft ein,
Martins, sich wunderbar in die Landschaft integrierende nichts ist künstlich. So bleibt Comporta, was es schon immer
Holzhütten errichten – und startete im Jahr 2016 sein gewesen ist: wunderbar! Robert Kittel
Hotelresort mit eigenem Spa und Designerpool vor dem Haus.
Jedes Jahr kamen ein paar Erweiterungen dazu; die jüngsten, Sublime Comporta DZ ab 275 Euro pro Nacht. sublimecomporta.pt
im Mai 2019 fertiggestellten, sind die bislang spektakulärsten: Quinta da Comporta DZ ab 260 Euro pro Nacht. quintadacomporta.com

AW Architektur&Wohnen 143
EVENT

Lichtfest in der
1

Hamburger City. Occhio


eröffnet Showroom
In bester Lage – direkt am Hamburger Rathausmarkt
– eröffnete ein gut gelaunter Axel Meise an einem
lauen Maiabend seinen neuen Occhio-Showroom für
Privatkunden, der gleichzeitig Kompetenzzentrum im
Norden für Architekten und Planer ist. Hier können
Besucher innovative Lichtinszenierungen in stylishen
Wohnwelten erleben. Das taten die rund 700 Gäste
und feierten ausgelassen bis tief in die Nacht.
2

3 4

Fotos: Leon Zarbock (5); Christoph Philadelphia (2)

1 Occhio-Chef Axel Meise mit der Leuchte „Mito sospeso“.


2+7 Jeder will dabei sein: Dichtes Gedrängel vor und im neuen
Showroom. 3 Je später der Abend … Die Eröffnung des
Showrooms entwickelte sich zu einer ausgelassenen Party.
4 Licht live erleben kann man im Occhio-Store in wohnlicher
Atmosphäre. 5 Jörn Kengelbach, Chefredakteur AW, und
Lifestyle-Blogger Michael Christian Meyer begutachten eine
„Mito volo“. 6 Beste City-Lage: der neue Occhio-Store 7

144 4/2019
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SHADES of GREY
fig. 3

fig. 1

Nach 145 Seiten Schwarz und Weiß fehlen mir jetzt ein wenig Wider das Schwarze, wider das Weiße, für die Zwischen-
die Grautöne. Oder um es mit Hannah Arendt zu sagen: töne: Neulich hatte ich diesen Albtraum, der mich mitten
die „Kunst, glücklich zu sein in den eigenen vier Wänden, in der Nacht aus schwarz-weißen Angstwelten riss. Dabei war
zwischen Bett und Schrank, Tisch und Stuhl, umgeben es noch nicht mal Vollmond, und ich schlief auch nicht in
von Hund, Katze und Blumentopf“. Und einfach nur Grau. einem Interior von Kelly Hoppen, sondern in einem kleinen
Denn dieses gerade verdaute ständige Oszillieren zwischen Hotel in Den Haag. Den Tag zuvor hatte ich im ehemaligen
Schwarz und Weiß erinnert mich mitunter an eine emotional Winterpalast der Königinmutter Emma verbracht, das seit
instabile Persönlichkeitsstörung, an eine viel zu anstrengende 1992 ein Museum ist und dort die Werke von Maurits Corne-
Achterbahnfahrt, die nie so richtig enden will. Bei den lis Escher in bauliche Grenzen weist, jenem M.C. Escher also,
psychiatrischen Krankheitsbildern gehört das sogenannte der von der Kunstwelt sträflich verniedlicht, aber von Stanley
Schwarz-Weiß-Denken zu den bekanntesten Diagnosen: Kubrick, Mick Jagger und einer Pi-Zahl von Mathematikern
Es fehlen in der dichotomen Wahrnehmung der Betroffenen verehrt wurde und wird.
die Grautöne, und das macht ihr Leben so schwer – ob beim Ich träumte von Eschers „Drawing Hands“ (fig. 3), dem
beruflichen oder sexuellen Antrieb oder auch nur im Alltag Bild zweier Hände, die sich gegenseitig mit einem Bleistift
ihrer seelischen Höhlenbehausung in Schwarz und Weiß. zeichnen. Es ist die Darstellung einer seiner größten
Ich weiß schon: Die Debatte ist so alt wie die Architektur- Faszinationen: der Kontrast zwischen der zweidimensionalen
historie. Die Wikinger hatten die Erleuchtung zu Schwarz – Flachheit eines Blattes und der Illusion eines drei-
und damit weder Luzifer noch Peter Marino (fig. 1) im Sinn. dimensionalen Volumens, das mit künstlerischen Kniffen
Die Technik, Holz mit Pech vor Verwitterung zu schützen, erzeugt werden kann. In „Drawing Hands“ koexistieren
stammte von ihnen. Und für die Moderne charakterisierte Le der Raum und die Ebene, die auseinander entstehen und
Corbusier 1925 das reine Kalkweiß als absolute Farbe: „Wenn zueinander zurückkehren. Es fließt die schwarze Magie der
ein Haus vollkommen weiß ist, hebt sich der Umriss der künstlerischen Illusion, die sich gruselig auf diesem weißen
Dinge ohne die Gefahr eines Fehlers davon ab; die Volumina Blatt Papier manifestiert … In diesem Moment wachte ich
zeigen sich deutlich; die Farben sind eindeutig. Der weiße schweißgebadet auf und starrte im Geiste noch minutenlang
Anstrich ist absolut, alles hebt sich deutlichst davon ab, in Eschers Hände. Erst allmählich lösten sie sich dann
wie schwarz auf weiß, ehrlich und verlässlich.“ auf, in 32 Schattierungen von Grau. Puh! Grau sei Dank!
Ich hingegen bevorzuge wie schon Rembrandt, Picasso,
Joseph Beuys, Andy Warhol oder Gerhard Richter die Grau-
töne. Denn wir sechs hatten alle bereits unsere graue Phase,
Illustrationen: André M. Wyst; Karin Kellner (Porträt)

wobei die meine am Haupthaar am längsten andauern dürfte.


Geniale Künstler und Dilettanten wie ich wissen: Grau ist nicht
nur im Farbkreis von Johannes Itten (fig. 2) der Mittelpunkt.
RALF EIBL
Mischt man möglichst viele Farben zusammen, entsteht im- ist Editor-at-Large, Journalist, Autor mehrerer Bücher
mer Grau. 32 Schattierungen von Grau kann das menschliche und Sammler. Er bekam unter anderem den
Auge dabei unterscheiden, das sagt uns die Wissenschaft. Mehr Axel-Springer-Preis und lebt mit vier Frauen – auf vier
Grau sehen nur noch Bestsellerautorinnen von Erotikbüchern. wie zwei Beinen – und einem Pumuckl in München

Die nächste Ausgabe erscheint am


3. September 2019 mit dem Titelthema „Stein auf Stein“.
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3 EDITORIAL INHALT

NOCH REIZVOLLER ALS I N H A LT


DER GROSSE NAME
BAUHAUS waren für Gesa № 4/2019

Hansen und Daniel Klap-


sing die billigen Mieten
und endlosen Möglichkei-
4
Raus mit euch!
Sieben Klassiker, die an
ten in den gut ausgestat- die frische Luft wollen
teten Werkstätten, als sie
2001 mit dem Studium an 6
Die Bauhaus-Erben
der Bauhaus-Universität Wie relevant ist das Weimarer
Modell heute noch? Fünf Absolven-
anfingen. In der Mitte des ten der Bauhaus-Uni im Gespräch
Jubiläumsjahres – einem
Jahr voller Rückschauen 13 Frisch aufgelegt
und Dokumentationen – Fünf Bauhaus-Ikonen bekommen
haben wir uns gefragt: Wie zum Geburtstag ein Update

lebendig ist der Geist des


Bauhauses heute noch?
14
Setzen, Eins!
Bei Fritz Hansen wird die Vergangen-
Antworten geben fünf er- heit in die Gegenwart gebracht
folgreiche Designer (ab S. 6),
Im Uhrzeigersinn Objekte der Bauhaus-Absolventen: die dort vor 15 Jahren ge- 22 Hidden Champions
Kerzenständer von Gesa Hansen, Fotografie von
Nathalie Mohadjer, Schale und Vase von Milia Seyppel meinsam studiert haben. Wir holen Alltags-Ikonen ins
Rampenlicht
Dass ein großes Erbe auch
eine Last sein kann, weiß Christian Andresen, Head of Design beim
dänischen Möbelhersteller Fritz Hansen (ab S. 14): „Wenn ich ein Brie-
24 Hot or not?
Design-Kurator Matthias Wagner K
fing für einen neuen Stuhl verschicke, bekommen es viele Designer prüft Möbel auf Klassikertauglichkeit
mit der Angst zu tun.“ Ähnlich sieht es unser Kolumnist, der einen
Designklassiker erbt (S. 32) und ihn gar nicht haben will. Neben ein 28 Plastic Fantastic
paar kritischen Tönen ist dieses Heft eine Hommage an Designklas- Darf ein Klassiker Witz haben?
Ja, findet das italienische
siker. An die von gestern und die von morgen, die aus Stahlrohr, aus Unternehmen Kartell
Bugholz oder aus Plastik (siehe unser Besuch bei Kartell, ab S. 28), diejenigen,
die im Rampenlicht stehen, und jene, die wir im Alltag leicht überse- 32
Mies drauf
hen (S. 22). Unser Autor hadert mit einem
Wenn Sie, liebe Leser, sich einen Klassiker zulegen oder ihn aufmö- Familien-Erbstück

beln wollen, finden Sie ab S. 34 die 77 besten Einrichter Deutsch-


lands, die Ihnen gern dabei helfen. Für die Einrichter unter Ihnen
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Eine gute Lektüre wünscht


Ihre Redaktion
50
Der Sofa-Profi
Wie man den perfekten Sofaklassiker
findet, weiß Wittmann-CEO Hartmut
Roehrig

IMPRESSUM DAS SPEZIAL „DESIGNKL ASSIKER VON MORGEN“ IST EINE BEIL AGE VON AW ARCHITEKTUR & WOHNEN 4/2019, ERSCHEINUNGSDATUM 2. JULI 2019 · VERANT WORTLICH JOERN
FREDERIC KENGELBACH (CHEFREDAKTION) · SABINE RETHMEIER (ANZEIGEN) · REDAKTIONELLE LEITUNG & PRODUKTION YSSO GBR, FRANZISKA KLÜN (LTG.), MARIE-SOPHIE MÜLLER (STLV.
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BIRKEL DESIGN COMMUNICATION · AUTOREN LENZ KOPPELSTÄTTER, REBECCA SANDBICHLER, MARLENE S0RENSEN, QUYNH TRAN, NICOLE URBSCHAT · TEXTCHEF LENZ KOPPELSTÄTTER ·
SCHLUSSREDAKTION SCHLUSSREDAKTION.DE · LEITENDER REDAKTIONSMANAGER BARTOSZ PL AKSA · REPRO K+R MEDIEN GMBH, DARMSTADT · DRUCK APPL DRUCK GMBH, SENEFELDER-
STRASSE 3–11, 86650 WEMDING. IM ÜBRIGEN GILT DAS IMPRESSUM VON AW ARCHITEKTUR & WOHNEN 4/2019. A&W ARCHITEKTUR & WOHNEN ERSCHEINT IM JAHRESZEITEN VERLAG GMBH,
HARVESTEHUDER WEG 42, D-20149 HAMBURG
OUTDOOR NEWS 4

Raus mit euch!


Sie trotzen Wind, Wetter und dem
Zeitgeschmack. Klassiker für
den Sommer von heute und morgen

IM LICHTKREIS
↓ Gartenleuchten waren bisher eine ästhetisch eher unterbelichtete Disziplin.
Das ändert sich mit „O“, einer Lampe, die auch eine Skulptur sein könnte. Entworfen
von Elemental, dem Architekturstudio von Alejandro Aravena, geht dem schlanken
Kreis nur ein Licht auf, wenn sein Sensor eine Bewegung registriert. Unsere Prognose:
Das wird ein (sparsamer) Dauerbrenner. artemide.com

LEICHTFÜSSIG
↑ Im Innenraum sind die leichtfüßigen Er-
folgsnummer. In diesem Sommerdarf „Cos-
mos“, ein Entwurf des US-amerikanischen
Designers Jeffrey Bernett, endlich an die
frische Luft. Statt im silberglänzenden Alu-
minium der Wohnzimmervariante ist das
Bein des Outdoor-Tischchens salbei- oder
tonfarben lackiert, die Tischplatte ein Kreis
aus wetterfestem Feinsteinzeug.
bebitalia.com

GUTES KÖRBCHEN
→ Die Flechtwerk-Sessel aus der Kollektion
„Cirql“ könnten aus den 60er-Jahren stammen,
sind aber jüngst von Werner Aisslinger für Dedon
entworfen worden. Die widerstandsfähige Kunst-
faser, auf der das Lüneburger Gartenmöbel-Unter-
nehmen seinen Erfolg gegründet hat, wird dafür
sorgen, dass die Stühle ebenso zeitlos bleiben wie
ihr Design. dedon.de
OUTDOOR

AN DIE
POOLFRONT
← Ein Outdoor-Klassiker im
besten Sinne: das Feldbett. In
der Variante des australischen
Gartengurus Jamie Durie für
Unopiù kann es dank weicher,
gesteppter Bespannung und
in Crème oder Sonnengelb jeg-
liche militärische Assoziation
entspannt abschütteln. Mit
einem Handgriff lässt sich „Camp
Cot“ zusammenfalten und vom
Schatten an die Poolfront trans-
portieren. unopiu.de

STILVOLL ABHÄNGEN
← Dass er so vertraut aussieht, liegt daran, dass sich Designer
Sebastian Herkner für seinen neuen Loungechair „Maraca“ von den
traditionellen Hängematten inspirieren ließ, die in der kolumbiani-
schen Provinz Bolívar überall zu sehen sind. Dort wird der gestreifte
Stoff von Hand gewebt und vom Hersteller Ames dann in ein pulver-
beschichtetes Stahlrohrgestell eingespannt. ames-shop.de

DRAUSSEN WIE DRINNEN


↓ Nendos Ōki Satō schafft es, seine Designs kompakt und selbstverständlich
wirken zu lassen. Es wundert daher nicht, dass seine für Minotti entworfene
Sitzmöbelkollektion „Tape“ bereits ein Jahr nach dem Launch unter dem Namen
„Tape Cord“ als Outdoor-Variante auf den Markt kommt. Stilprägend ist das
filigrane Schnurgeflecht und das bronzefarbene Tape, das die schmalen Beine
mit dem Metallkorpus verbindet. minotti.com
SCHIRM MIT
CHARME
Fotos ANDRES VALBUENA (1); SERGIO CHIMENTI (1)

→ Sonnenschirme müssen nicht massiv


wirken. „Bistrò“ von der italienischen
Outdoor-Spezialistin Paola Lenti zeigt,
dass ein großer Schattenspender auch
so schlank und elegant daherkommen
kann, als wäre er für Mary Poppins’ Som-
merhaus gemacht. Den Schirm gibt es
in den für Paola Lenti typischen Stoffen
„Madras“ und „Tamil“ in verschiedenen
Farbkombinationen. paolalenti.com
Interview FRANZISKA KLÜN UND MARIE-SOPHIE MÜLLER
Fotos NATHALIE MOHADJER
BAUHAUS
KLASSENTREFFEN

Die wahren
Bauhaus-Erben
6
7 KLASSENTREFFEN BAUHAUS

Das Bauhaus wird 100, und alle


blicken feiernd in die Vergangenheit.
Aber hat das Bauhaus auch Zukunft?
Wir treffen fünf Freunde, die gemein-
sam an der Bauhaus-Uni Weimar
studiert haben und heute erfolgreiche
Gestalter sind

ES IST DAS JAHR DER RÜCKSCHAUEN, DOKUMENTATIONEN


UND AUSSTELLUNGEN: Im Jahr 100 nach der Bauhaus-Gründung
wird viel in die Vergangenheit geschaut. Doch in Weimar existiert
mit der Bauhaus-Universität noch immer ein Ort, der als Talent-
schmiede für Künstler und Designer fungiert. Die Absolventen Gesa
Hansen, Daniel Klapsing, Milia Seyppel, Laura Straßer und Nathalie
Mohadjer haben alle glänzende Karrieren in unterschiedlichen
kreativen Disziplinen hingelegt, und sie alle verbindet eine enge Diese Seite Alle Künste vereint: Kerzenständer von Gesa Hansen,
Freundschaft – auch zwölf Jahre nach Uni-Abschluss. Wir treffen „Chapeau“ und „Vases“ von Milia Seyppel, „Rice“-Tassen von Laura
Straßer, Marmor-Eisbecher „Rock“ und VVV-Tisch „Black Straccia-
die fünf in Paris, mittlerweile Heimat von Gesa Hansen und tella“ von Mykilos/Daniel Klapsing, fotografiert – wie die gesamte
Nathalie Mohadjer, und diskutieren mit ihnen über ihr persönliches Strecke – von Nathalie Mohadjer
Bauhaus-Erbe.
Linke Seite Mit Grüßen an Oskar Schlemmer: (Von oben) Laura
Straßer, Daniel Klapsing, Milia Seyppel, Gesa Hansen und Nathalie
Sie haben alle zeitgleich an der Universität in Mohadjer stellen das Gemälde „Konzentrische Mädchengruppe“
Weimar studiert. Warum Bauhaus? (1928) nach

Klapsing: Der Name „Bauhaus“ war natürlich reizvoll, jedoch


bin ich eher zufällig dort gelandet. Ich hatte Nathalie besucht, die
dort schon studierte, und mir gefiel ihre kleine, abgefuckte Alt- Mohadjer: Man war viel unter sich. Mir wurde das manch-
bauwohnung mit ausklappbarer Badewanne in der Küche. Die mal auch zu viel. Ich musste dann in Großstädte fliehen. Deshalb
meisten von uns wollten ursprünglich andere Fächer studieren – bei haben auch fast alle Erasmus genutzt und so internationales Flair
mir war es zum Beispiel Fotografie. Daraus wurde aber Visuelle ins kleine Weimar gebracht.
Kommunikation, und jetzt arbeite ich als Produktdesigner.
Mohadjer: Spannend an der Bauhaus-Idee war, dass man Inwiefern haben Sie von dieser Schule profitiert?
interdisziplinär arbeiten kann und sich nicht festlegen muss, was Klapsing: Studiert man an der Uni in Weimar, heißt es über-
man später machen will. all: „Ah, du bist an der Bauhaus-Universität! Interessant. Wie ist
es da jetzt so?“ Wir wussten damals gar nicht, wie die Lehre früher
Kann man sich in einer Stadt wie Weimar, die war, wir haben trotzdem immer Aufmerksamkeit bekommen. Das
durch Goethe, Schiller, die Weimarer Republik für eine Bauhaus ist eine wahnsinnig starke Marke, die für Design steht –
Idealisierung der Vergangenheit steht, überhaupt für industrielles Design, für handwerkliches Design, für bunte Far-
modern fühlen? Ist man da als Designer tatsächlich ben und für flache Dächer.
am richtigen Ort? Seyppel: Was man auch kritisch sehen muss …
Alle: Ja! Klapsing:  … weil es ein Topf ist, in den man, kommerziell
Seyppel: Auf jeden Fall. Unser Studentendasein hatte gesehen, alles Mögliche reinschmeißen kann, um es besser zu ver-
nichts mit dem historischen Weimar zu tun, das waren absolute kaufen?
Parallelwelten. Straßer: Ich habe ein halbes Jahr lang in New York studiert.
Hansen: … und waren es schon immer! Das Bauhaus wurde Dort merkte ich: Der Name ist ein Scheinriese. Solange du nah dran
nach seiner Gründung überhaupt nicht vom politischen Weimar bist, denkst du nicht viel drüber nach. Aber je weiter du dich weg-
akzeptiert. bewegst, desto größer wird die Aura.
BAUHAUS KLASSENTREFFEN 8

Was hat das heutige Studium noch mit der


historischen Bauhaus-Idee von Gründer Walter
Gropius zu tun?
Klapsing: Es hat noch immer einen starken Bezug zu dem
Weimarer Modell von damals. Gegründet wurde das Bauhaus 1919,
kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Die junge Weimarer Republik
steckte in der Krise, die Währung verlor ihren Wert. Bevor man die
Studenten zu Künstlern ausbildete, wollte man ihnen etwas Prakti-
sches mitgeben und sie zu Handwerkern machen.
Mohadjer: Und so ist das heute noch. Man kann sich aus-
suchen, woran man arbeiten will, wählt eine Technik, bekommt sie
beigebracht oder erlernt sie selbstständig.
Klapsing: Von Woche eins an wirst du in die Werkstatt ge-
schickt, um etwas zu bauen. Das ist das Weimarer Modell! Wir sind
alle handwerklich sehr gut vorgebildet, wenn wir in den Beruf star-
ten. Das ist eine Designerfahrung, die viele unserer Kollegen nicht
in dieser Tiefe haben. Mit diesem Hintergrund entwirft man anders.
Straßer: Na ja, es gibt aber schon einen Unterschied zwi-
schen dem historischen und dem kontemporären Bauhaus. Ja, un-
sere Vorgänger sind auch aufs Handwerk gedrillt worden, aber sie
waren doch bei Weitem nicht so frei wie wir. Die Frauen saßen fest
in der Weberei oder in der Töpferei. Das ist heute ganz anders. Heu-
te dürfen zum Glück alle frei wählen und werden letztlich zu Multi-
talenten ausgebildet. Am Ende kann man alles ein bisschen oder ein
bisschen mehr – für mich persönlich war das nichts. Ich wollte in
einer Sache richtig gut werden, deshalb habe ich mir mit meinen
Porzellanarbeiten eine Nische gesucht.

Fühlen Sie sich als Bauhaus-Erben?


Hansen: Nein. Ich war immer begeistert von Josef Albers’
Farbenlehre, und mich hat vieles inspiriert, aber ich habe mich nie
mit dem Label identifiziert. Im Gegenteil: Ich hatte eher Schwierig-
keiten damit. Mein Vater Hans Hansen hat Bauhaus-inspirierte
Möbel gemacht. Zwischen seinen Stahlmöbeln und Glastischen bin
ich aufgewachsen. Ich konnte sie irgendwann nicht mehr sehen.
Deshalb sind meine Sachen heute auch so stark von der skandina-
vischen Seite meiner Familie geprägt.
Mohadjer: Während des Studiums habe auch ich Anti-Bau-
haus betrieben. Meine Fotos waren kitschbeladen. Erst in den ver-
gangenen Jahren wurde mir bewusst, dass meine Bilder doch von GESA HANSEN
der Architektur und Struktur des Bauhauses beeinflusst sind. So
2001–2007
wie auch Moholy-Nagy fotografiert hat – mit diesen krassen Linien.
Klapsing: Ich fühle mich als Erbe. Wir haben damals eine Visuelle Kommunikation und Design
Ausstellungsserie ins Leben gerufen und sie „My Bauhaus is better
Die 39-jährige Designerin zog es vor Ende
than yours“ genannt, um deutlich zu machen: Wir müssen uns
mit dem Erbe beschäftigen, weil es von außen sowieso immer an des Studiums 2005 aus Weimar weg. In
uns herangetragen wird. Die Bauhaus-Entwürfe sind eben mit die Paris arbeitete sie erst für Jean Nouvel und
bekanntesten Designs, die es in der Welt gibt. Für einen jungen die Design-Agentur H5 und gründete 2007
Studenten ist das natürlich schwierig. dann dort ihr Label The Hansen Family, für
das sie vom dänischen Midcentury
Schwierig? Inwiefern?
Klapsing: Die Erwartungen sind riesengroß. Mit der Ausstel-
inspirierte Holzmöbel und Accessoires
lung wollten wir mit etwas Ironie sagen: „Wir sind einfach besser als entwirft. Für Villeroy & Boch entwickelte
die damals. Unser Scheiß ist noch heißer.“ Natürlich konnten wir Hansen ein Farbkonzept für die aktuellen
das nicht einlösen, aber der Ansatz war für uns sehr erfolgreich, wir Produkte und entwirft zurzeit als Innen-
waren in der Presse, und die Ausstellung war in aller Munde. Eigent- architektin das Interieur eines Hotels im
lich wollten wir Möbel verkaufen, haben dann aber auf der ganzen
Pariser 15. Arrondissement.
Welt Jutetaschen verkauft. Dadurch habe ich erst begriffen, wie
stark die Marke ist und wie verbreitet die Idee ist, dass das Bauhaus thehansenfamily.com
so revolutionär neu war. Wenn man genauer hinschaut, war es ei-
Hocker „Stool“ mit Griff von Gesa Hansen
gentlich gar nicht so revolutionär. für ihr Label The Hansen Family
Seyppel: Überhaupt nicht! Es gab den Werkbund, es gab
De Stijl in Holland, es gab die russische Avantgarde …
9

MILIA SEYPPEL
2001–2007 Produktdesign

Nachdem sie während des Studiums zusammen


mit Laura Straßer das Porzellanlabel French-
knickers gegründet hatte, startete Milia Seyppel
2011 ihr eigenes Designstudio in Hamburg. Die
37-Jährige entwirft Objekte, Lampen und Acces-
soires für Labels wie Lyngby Porcelain, Karakter
Copenhagen, Petite Friture, Bolia und Skagerak.
Nya Nordiska engagierte sie als Designberaterin
und Stylistin, und seit 2017 ist Seyppel auch Teil
des Creative Labs von 25hours Hotels.
miliaseyppel.com

Die Vasenkollektion „Vases“ (handgefertigt) von


Milia Seyppel für Karakter Copenhagen

DANIEL KLAPSING
2001–2008 Visuelle Kommunikation
2010–2016 Ph. D. Kunst und Design

Schon während des Studiums tat sich Daniel


Klapsing, 37, mit seinem Kommilitonen Philipp
Schöpfer, 38, zusammen und gründete das De-
signbüro 45 Kilo, das inzwischen Mykilos heißt
und in Berlin und Hamburg zu Hause ist. Myki-
los ist ein Möbellabel und Planungsbüro mit Fo-
kus auf Küchen und Bäder. Ihr neuestes Projekt:
„Berlin Block“, günstige Küchenmodule, die on-
line vermarktet werden. Klapsing promovierte
2016 mit „Forschung durch Redesign“ zur Frage
der Originalität von Autorenprodukten am Bei-
spiel des Eiermann-Tischgestells. mykilos.de
Regal „Better Shelf“ von Daniel Klapsing und Philipp Schöpfer /
Mykilos. Darauf stehen „Holz Log“ von The Hansen Family und
„Chapeau“-Porzellanschalen von Milia Seyppel
Klassentreffen im Treppenhaus.
In Weimar begann die Freund-
schaft, heute leben die fünf in
Hamburg, Berlin und Paris
11 KLASSENTREFFEN

Klapsing: … Es gab ganz viele Strömungen, die in dieselbe


Richtung gearbeitet haben. Das Bauhaus hat sich einfach nur
wahnsinnig gut vermarktet.
Straßer: Sie haben aber auch selbst Geschichtsschreibung
betrieben. Alles aufgeschrieben, alles aufgehoben, Postkarten zur
Eröffnung eingelagert. Gropius war sich bewusst, dass er archivieren
muss, um am Mythos zu arbeiten. Die haben schon damals kluge
PR gemacht.

Inwiefern ist der Geist des Bauhauses in Ihnen


noch lebendig?
Klapsing: Schon zur Zeit des Bauhauses war die Diskrepanz
zwischen dem Anspruch, etwas für die Masse zu machen, und den
tatsächlichen Produktionsbedingungen ein Problem. Und das ist
leider in meiner täglichen Arbeit auch so. Ich habe lange versucht, gut
und günstig zu produzieren. Aber ich bin damit gescheitert. Ich
stehe in demselben Widerspruch wie die Bauhaus-Schüler damals.
Seyppel: Diesen Widerspruch gibt es nicht erst seit dem
Bauhaus. Seit Beginn der Industrialisierung und der Entstehung des
Berufsbilds Designer hält sich der Diskurs, ob und wie es möglich
sei, Luxus und Verfügbarkeit zu kombinieren.
Straßer: Bei mir ist es der Kontakt mit dem Handwerk und
zur produzierenden Industrie, der ähnlich ist wie die Arbeitsweise
von damals. Da ich Porzellan und Keramik gestalte, habe ich einen
engen Kontakt zur Produktion. Beim historischen Bauhaus war
die Töpferei die einzige Werkstatt, die es geschafft hat, in Serie zu

BIO?
produzieren. Wir müssen uns heute aber ganz andere Fragen stel-
len. Entwerfe ich Produkte für ein großes Label, werden diese wahr-
scheinlich in Asien produziert? Wer leidet am Ende darunter, dass
der Teller für die Massen im Einkauf nur 20 Cent kostet? Vor die-
sem Hintergrund möchte ich gar nicht, dass mein Produkt „billig“,
also für alle erschwinglich, ist.

Wie empfinden Sie die Auseinandersetzung zum „ICH WILL EIN HAUS,
Thema „100 Jahre Bauhaus“? DAS GARANTIERT GESUND IST,
Hansen: Ich finde gut, dass die Frauenthematik endlich eine ABER NICHT SO AUSSIEHT.“
Rolle spielt.
Mohadjer: Ja, erst wollte Gropius, dass sich Frauen einschrei-
ben, dann waren es ihm zu viele, und er fürchtete, das Bauhaus könnte
als Hausfrauenverein gelten.
Seyppel: Neulich erzählte ein früherer Kommilitone, er stand
vor dem neuen Bauhaus-Museum in Weimar, ein paar Jugendliche
gingen vorbei und sagten: „Schau mal, Bauhaus hat jetzt ein Muse-
um, das hat Obi nicht!“ Der Normalbürger kennt das Bauhaus nicht
mehr. Insofern hoffe ich, dass dieses Jubiläum auch aufklärerisch
wirkt.
Hansen: Wenn das Bauhaus-Label leichtfertig benutzt wird,
wird mir bange. Heute wird vieles mit dem Namen einfach ge-
schmückt, ohne inhaltlichen Bezug.

Läuft man mit den vielen Rückschauen Gefahr, NACHWEISLICH


dem Bauhaus die Aktualität zu nehmen? UNERREICHTE WOHN-
GESUNDHEIT UND PREIS-
Könnte damit dem Bauhaus auch ein Endpunkt
GEKRÖNTES DESIGN – DAS
gesetzt werden? KANN NUR BAUFRITZ.
Straßer: Durch das Jubiläum entsteht Aufmerksamkeit für
uns Designer. Was machen die eigentlich? In welchem Konflikt www.baufritz-aw.de
stehen sie? Gute Dokumentation schafft auch den Schwenk ins
Heute. So wächst das allgemeine Wissen über Design – auch als
Wirtschafts- und Kulturfaktor. Im Grunde passiert gerade auch das,
womit der Rat für Formgebung im Auftrag des Bundestages 1953
angetreten ist: Designbildung für alle!

——— SPEZIAL
4/2019
BAUHAUS

LAURA STRASSER
2002–2008 Produktdesign

Die Porzellan- und Keramikgestalterin blieb


auch nach dem Studium in Weimar und
gründete dort 2009 das Studio Laura Stra-
ßer. 2015 zog es die 37-Jährige nach Berlin.
Straßer entwirft für Hersteller wie JIA Inc.,
Lyngby Porcelain, Kahla Thüringen Porzel-
lan und Caussa. Aktuell entwickelt sie mit
einer deutschen Firma ein eigenes Keramik-
label, das 2020 auf den Markt kommen
wird. laura-strasser.de
Porzellanbüste „With Love From China“
von Laura Straßer

NATHALIE MOHADJER
2001–2007
Visuelle Kommunikation und Freie Kunst

Nach dem Diplom zog es Nathalie Mohadjer


2007 nach Paris. Die Arbeiten der 39-jäh-
rigen Fotografin folgen einem dokumenta-
rischen Ansatz. Mohadjer arbeitet für ihre
künstlerischen Serien ausschließlich ana-
log, ihre Arbeiten wurden z. B. im Museum
Pavillon Carré de Baudouin, Paris, in der
Noorderlicht Galerie und bei den Ren-
contres d’Arles ausgestellt. Ihr Buch „Zwei
Bier für Haiti“ gewann 2014 den Deutschen
Fotobuchpreis. Für ihre neueste Arbeit be-
schäftigt sie sich mit dem Thema Logistik
und Zeitarbeit in Deutschland und Frank-
reich. nathaliemohadjer.com
Fotografie Fine Art Print # 01 aus der Serie
„Nightingales“ von Nathalie Mohadjer
13 RE-EDITIONS

Frisch aufgelegt
Fünf Bauhaus-Ikonen, die zum runden
Geburtstag ein Update bekommen

1 Gunta Stölzl war die erste Meisterin am Bauhaus. Einige


Entwürfe der Textildesignerin werden nun als Teppich-
Editionen aufgelegt. christopherfarr.eu / 2 Peter Kelers
Babywiege von 1922 war Teil der Schlafzimmereinrichtung
für das Musterhaus „Haus am Horn“. 2019 bringt der Spiel-
Fotos PRANDINI (1); HEIKO HILLIG (1)

5
zeughersteller Naef sie im Maßstab 1 : 7 heraus. naefspiele.
ch /3 Den „Barcelona Chair“ von Mies van der Rohe gibt es
im Jubiläumsjahr mit schwarz verchromtem Stahlgestell und
grünem Leder knoll-int.com / 4 Falttisch „K10“, ein
Original aus dem Jahr 1924 von Erich Brendel, kommt zum
Jubiläum als „K10N“ luftiger und farbig daher tecta.de /
5 Teekanne „TAC“ mit dem markanten Griff ist ein Entwurf
von Walter Gropius, den es im Dekor „Stripes“, limitiert auf
100 Exemplare, zum runden Geburtstag gibt rosenthal.de
Legacy – in einer großen Halle im
Hauptsitz der Republic of Fritz
Hansen präsentiert die dänische
Marke ihr Erbe in einer dauerhaf-
ten Installation
15 ATELIERBESUCH FRITZ HANSEN

Setzen, Eins!
Text MARLENE SØRENSEN

Der Begriff Klassiker gefällt Christian Andresen


gar nicht. Dennoch sorgt der Designchef des
Fotos ROBERT RIEGER

Möbelherstellers Fritz Hansen dafür, die großen


Entwürfe der Vergangenheit in die Gegenwart zu
bringen. Ein Besuch im dänischen Allerød
FRITZ HANSEN

B
BEIM NAMEN FRITZ HANSEN DENKT MAN SICH NICHTS
BÖSES. Im Gegenteil, er klingt unbedrohlich, freundlich, gerade-
zu klischeedänisch. Und doch kann er furchteinflößend wirken.
„Wenn ich ein Briefing verschicke, in dem es um, sagen wir, einen
Loungestuhl mit niedriger Rückenlehne auf einem Drehsockel
geht, bekommen es viele Designer mit der Angst zu tun“, sagt
Christian Andresen, Head of Design bei Fritz Hansen. „Sie sehen
den Absender und haben plötzlich Hemmungen.“
Das, was die Designer blockiert, ist in einer großen Halle
in Allerød, dem Hauptsitz der Firma nahe Kopenhagen, unter
der Neonschrift „Heritage“ aufgebaut – das Erbe. Eine dauerhafte
Installation von vornehmlich Stühlen und Sesseln, einer umwer-
fender als der nächste: „China“ von Hans J. Wegner aus dem Jahr
1944, „Ameise“ von Arne Jacobsen aus 1952, „PK22“ von Poul Diese Seite Christian Andresen, Designchef bei Fritz Hansen
Kjærholm von 1956. Jeder für sich und zu seiner Zeit eine form- Rechts Der neue „Lounge Chair JH97“ von Jaime Hayon
gebende Entwicklung im Möbeldesign – die Eleganz von Wegners
Entwurf räumte mit wuchtigen Sitzmöbeln auf; Jacobsen schuf
den ersten Stuhl aus einem zusammenhängenden Stück Schicht-
holz; Kjærholm gab Stahl eine unvermutete Leichtigkeit. Als in den Konferenzraum, der selbstverständlich komplett aus dem
Gesamtbild ist die Sammlung noch einmal imposanter, da alle Fritz-Hansen-Sortiment bestückt ist. Andresen, der in gut einge-
Stücke eben unter demselben Dach entstanden. tragener Jeans, Pullover und Kastenbrille ohnehin nicht aussieht
wie ein Erbverwalter, sondern eher der Typ lockerer Kunstlehrer
Fritz Hansen gründete seine Firma 1872 in Kopenhagen ist, arbeitet seit 2015 bei der Firma. Für ihn besteht der Job aus
als Möbelbauunternehmen, sein Sohn Christian E. Hansen ent- zwei Aufgaben: dem Erhalten und dem Erneuern.
wickelte sie zu seinem Versuchslabor für Architekten, Schreiner „Ich habe eine Verantwortung, zeitgemäßes Design zu
und Tischler weiter, die zu einer Vorstellung dänischen Designs fördern. Wenn wir ständig unsere alten Produkte als Messlatte
experimentierten, die bis heute besteht: kühne Ideen, klare Lini- nehmen, wiederholen wir uns und sind irgendwann nicht mehr
en, funktionale Formen. Regelmäßig besuchen Studenten, Pro- relevant.“ Ein Beispiel dafür, wofür Fritz Hansen seiner Meinung
fessoren und Enthusiasten aus aller Welt das Werk, das in der nach heute stehen soll, ist der neue „Lounge Chair JH97“ von
Kleinstadt nicht weiter auffällig zwischen roten Backsteinhäu- Jaime Hayon, der für die Marke unter anderem auch die Sessel
sern und geordneten Vorgärten steht. „Fri“ und „Ro“ gestaltet hat. „Wir haben ja bereits eine Kollektion
Der Tourguide, der durch die Ausstellung führt, berichtet skulpturaler Klumpen, wie ich sie nenne. Wunderschöne Klum-
von einer japanischen Familie, die direkt aus dem Flieger nach pen, aber schwer und extrem geformt. Ich wollte einen Stuhl, der
Allerød kam: Mutter, drei Kleinkinder und der Vater, ein „Kjærholm- so leicht auf dem Boden steht wie eine Ballerina auf der Spitze“,
Fanatiker“. Gegen Ende der Tour dreht der Guide die inzwischen sagt Andresen. Für ihn passt Hayons Entwurf ins Jahr 2019,
recht übermüdeten Kinder in Jacobsens „Ei“-Stuhl, um sie bei könnte aber auch von 1959 sein, mit Anlehnungen an amerikani-
Laune zu halten, während der Vater sich weiter in die Konstruk- sche Gartenmöbel, Nähten wie in Autositzen aus den Fifties
tion von Stahlmöbeln vertiefte. und der modernen Möglichkeit, Holz und Bezug nach Geschmack
Fritz Hansen beschäftigt kein eigenes Designteam, son- zusammenzustellen.
dern arbeitet mit Externen zusammen, die einzelne Produkte und Die Tradition, bei Fritz Hansen mit Massivholz zu arbeiten,
ganze Linien entwerfen, darunter auch Licht und Accessoires. und die Expertise in Stoffen waren die einzigen Anknüpfungs-
Oder, wenn es nach Christian Andresen geht, sollen sie sich über- punkte, die Andresen dem Designer Jaime Hayon mitgab. Von
haupt nicht messen. „Wir dürfen unsere Produkte nicht auf ein Vorschriften hält er wenig. „Wenn es eine Verbindung zurück zu
Podest stellen. Wir müssen sie uns im Leben anschauen“, sagt er unserer Geschichte geben soll, dann höchstens die, relevantes
„Meine Aufgabe ist es
auch, unsere ersten
Kinder weiter zu lieben.“
CHRISTIAN ANDRESEN
19 ATELIERBESUCH FRITZ HANSEN

Linke Seite Veränderungen


an Klassikern seien okay,
so Andresen – eine Minia-
tur- oder XL-Variante von
Jacobsens „Egg Chair“
wird es unter seiner Ägide
dennoch nie geben

Diese Seite Andresen will


zeitgemäßes Design för-
dern, wie zum Beispiel
beim „Lounge Chair JH97“
von Jaime Hayon (oben
rechts) – der mutet „so
leicht wie eine Ballerina
an“, so Andresen. Oder
bei den Veränderungen
an den legendären Arne-
Jacobsen-Entwürfen
(unten)
FRITZ HANSEN

Oben Robust und trittfest:


einer der meistverkauften
Stühle der Designge-
schichte ist die Serie 7 aus
dem Jahr 1955 von Arne
Jacobsen

Unten Eine weitere Ikone


aus dem Hause Fritz
Hansen: die dreibeinige
„Ameise“ von Arne Jacob-
sen von 1952

Design zu fairen Preisen zu machen. Es geht nicht darum, ein Die egalitäre Haltung ist der Grund, warum Designs von
weiteres Möbelstück zu erzwingen, von dem wir hoffen, dass es Fritz Hansen in Vorstandsetagen vertreten sind, wie auch in Emp-
ein Klassiker wird. Ich hasse dieses Wort sowieso.“ fangsbereichen, man sie in Esszimmern findet und in Imbissen.
Wörter, die Andresen lieber mag und ständig gebraucht: Es sind Möbel, die überall funktionieren, weil sie im Glauben ent-
Qualität. Wissen. Lösung. Demokratisch. Relevant. Funktional. worfen worden sind, dass ein Stück einen ganzen Raum verän-
Alles Begriffe, mit denen sich vor 100 Jahren und durch die Bau- dern kann – ohne ihn zu überladen.
hausbewegung angetrieben auch eine Handvoll Professoren Die Produkte verlangen einem keine Haltung ab, sondern
in Dänemark beschäftigte und für ihre Schüler an der Danish sind dazu da, eine schöne Umgebung zu schaffen. Deshalb ist
Design School das Dogma entwickelte, Produkte nicht nur zur auch nicht verwunderlich, dass gerade in diesen unsteten Zeiten
Dekoration zu entwerfen, sondern auch als Gebrauchsgegenstän- Mid-Century-Möbel ein anhaltendes Revival feiern, die Ruhe und
de. „Dieser Ansatz wurde über einen Zeitraum von 20, 30 Jahren einen bleibenden Charakter ausstrahlen.
so durchgängig praktiziert, dass er in die dänische Kultur über- „Meine Aufgabe ist es auch, unsere ersten Kinder nicht zu
gegangen ist“, sagt Andresen. vernachlässigen und weiter zu lieben.“ Konkret bedeutet das, die
Klassiker mit minimalinvasiven Eingriffen stetig anzupassen,
etwa die Sitzhöhe von 42 auf 46,5 Zentimeter anzuheben, wohl-
gemerkt über einen Zeitraum von 30 Jahren; den Härtegrad der
Polsterung für die Nutzung auf Flughäfen zu überprüfen; Modul-
sofas für neue Arbeitswelten in mehr als einer Größe anzubieten.
Gelegentlich wird ein Möbel aus dem Programm genommen, wie
der Kirchenstuhl von Kaare Klint.
„Was jedoch nie passieren wird, ist etwas so Radikales
wie der ‚XL-Schwan-Stuhl‘ oder ein ‚Mini-Ei‘.“ Andresen sagt das
im vollen Bewusstsein, dass von Jacobsens „Ei“ vor 20 Jahren nur
200 Exemplare pro Jahr verkauft worden seien und aktuell 2000,
sich Designvorlieben aber eben immer wieder änderten. Es sei
nur zeitgemäß, Geschmacksvorlieben in Stoffen und Farben auf-
zugreifen, erklärt er. Solange es die Produkte, neue wie alte, aus-
halten.
„Wir werden vermutlich immer langsamer sein als andere,
aber das ist in Ordnung. Es gibt da draußen so viel Neues, das
sich, sobald man es auseinandernimmt, bloß als Trend heraus-
stellt. Der Markt wird mit Samt oder Messing oder Karos über-
laden. Das finde ich nicht relevant.“ Wenn Andresen über Möbel
nachdenkt, überlegt er lieber, welche Geschichten die Besitzer
damit verbinden werden. Sein Lieblingsstück, erzählt er, sei der
„Schwan“ von Arne Jacobsen. Sein eigener ist mit hellem Leder
bespannt, der längst speckig ist und einen großen Rotweinfleck
auf einer Armlehne trägt. Wahrscheinlich sollte er ihn mal neu
beziehen lassen. Doch so wie er es sagt, ahnt man, dass er es nie
machen wird.
——— SPEZIAL
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DESIGN ALLTAGSIKONEN 22

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Jede Linie ein guter Gedanke, jede Kurve
ein funktionaler Kniff: Ausgeklügeltes Design
versteckt sich auch in den einfachen Dingen.
Diese zehn Alltagsgegenstände altern nicht 3
Text REBECCA SANDBICHLER
Illustration PPETER JUDSON

4
2

Aus einem Guss ist die Gießkanne „HB-766“ 1 von Hedwig Bollhagen von 1955. Mit Mulde statt Henkel und einem optimierten Neigungswinkel.
hedwig-bollhagen.de Sein reduziertes Design inspirierte auch Apple. Der „BN001BK“ 2 ist die Neuauflage des legendären Taschenrechners
„ET66“ von Dietrich Lubs und Dieter Rams. braun.de Die „Margrethe Bowl“ 3 von Jacob Jensen vereint sie schlichte Eleganz mit Griff und
Gummifuß und erobert seit 1950 Millionen Haushalte. mepal.com Ein Puzzle, bei dem kein Teil verloren geht: Den farbigen „Zauberwürfel“ 4
erfand der ungarische Architekt Ernő Rubik im Jahr 1974. rubiks.de Konisch zur Ikone: Der Aschenbecher „90010/B“ 5 von Marianne Brandt
sperrte schon 1926 störende Gerüche unter einen perfekt schließenden Deckel. alessi.com
23 ALLTAGSIKONEN DESIGN

10

Dank dreier Federn bleibt sie immer in Balance: Die Arbeitsleuchte „1277“ 6 . 1933 von George Carwardine erfunden und bis heute kaum verändert.
anglepoise.com Ein Hocker, ein Tisch, eine Skulptur. Die „LC14“-Tabourets 7 von Le Corbusier lassen sich dank der Eingriffe kinderleicht arrangieren.
cassina.com In den Vierzigern wanderte die kreisrunde Anzeige einer Säulenwaage erstmals in die Trittfläche – die klassische „Seca 760“ 8 mit
dem chromierten Ring war geboren. seca.com „Verbessern kann man ihn eigentlich nicht“, sagte Günter Kupetz über seinen Entwurf der „Normbrunnen-
flasche“ von 1969. Z. B. gerolsteiner.de Seine flexible Klinge aus Stahl putzt seit 1948 jedes Gemüse. Der Sparschäler „Rex“ 10 des Schweizers
Alfred Neweczerzal. zena.swiss
MAT THIAS WAGNER K DESIGNJURY 24

„Klassiker kann
man nicht planen“
Interview QUYNH TRAN

Matthias Wagner K, Professor an der Hochschule für Gestaltung


Offenbach und Direktor des Museums für Angewandte Kunst in
Frankfurt am Main, spricht über Designikonen der Vergangenheit
– und Zukunft

Herr Wagner, wie entsteht ein Designklassiker? um Klassiker zu sein. Die Möbel von Eames und Le Corbusier wur-
Wenn man heute an Designklassiker denkt, denkt man vor den zur Zeit ihrer Entstehung immer wieder im „Playboy“ abgebil-
allem an Objekte aus der Moderne des 20. Jahrhunderts. Diese det. Das Magazin hatte seinerzeit eine hohe Auflage, stand für die
trugen eine Innovationskraft in sich, weil sie aus neuen Materiali- sexuelle Befreiung, eine gewisse Modernität und brachte die Möbel
en entstanden waren und sich durch neue Formen auszeichneten. damit in Verbindung. Das steigerte ihre Begehrlichkeit maßgeblich.
So weckten sie Begehrlichkeiten. Mit ihnen verband sich das Ge-
fühl, ein moderner Mensch zu sein – und an dieser Stelle kommt Was sind die formalen Kriterien für einen Design-
die Ebene der Kommunikation ins Spiel. Klassiker werden dann zu klassiker?
Klassikern, wenn sie in den richtigen Kontext gesetzt werden und Man kann nicht von Anfang an planen, einen Klassiker zu
eine Bedeutung über sich hinaus haben. schaffen, aber es gibt Kriterien, die es wahrscheinlicher machen:
Das Produkt muss zeitlos sein, eine gewisse Form von Zurück-
Welche Rolle spielt dabei die Kommunikation? haltung und Variabilität muss ihm innewohnen, es muss in unter-
Ein Objekt braucht Präsenz in relevanten Medien und Insti- schiedlichen Zusammenhängen und Räumlichkeiten vorstellbar
tutionen. Früher waren es Magazine und Museen, heute sind es sein, und die Qualität muss so gut sein, dass es sich dement-
soziale Medien wie Instagram und Pinterest. Über das rein Gegen- sprechend lange hält. Und letztendlich hat die Entstehung eines
ständliche hinaus muss das Objekt eine Lebenshaltung vermitteln, Klassikers immer etwas mit der Autorschaft zu tun. Wenn die
Person, die dahintersteht, keine interessante Ge-
schichte zu erzählen hat, keine dezidierte Gestal-
tungshaltung vertritt, wird etwas fehlen.

Was macht die Klassiker von morgen aus?


Es wird sicher immer das ein oder andere her-
ausragende Produkt im Interieur-Bereich geben, das
zum Klassiker werden kann, aber es werden nicht
innerhalb einer kurzen Zeit eine Fülle von Klassikern
über alle Bereiche hinaus entstehen wie beim Bau-
haus oder bei der amerikanischen Moderne. Die
Designer von morgen werden sich weniger mit dem
Gegenständlichen als vielmehr im Sinne des Social
Designs mit der Frage beschäftigen müssen, wie
Verbindungen zwischen dem Analogen und dem Digi-
talen vermittelt werden, wie wir besser miteinander
leben können. Designerinnen und Designer werden
mehr die Rolle von Moderatoren einnehmen müssen,
um komplexe Prozesse vermitteln zu können. Das
wird die zentrale gestalterische Aufgabe sein.

——— SPEZIAL
4/2019
25 DESIGNJURY MAT THIAS WAGNER K

Hot or Not?
Matthias Wagner K erklärt, welche
Designs das Zeug zum Klassiker haben
und welche nicht

IKEA: REGAL „BILLY“, 1978


„Der Klassiker unter den Bücherregalen ist das Billy, auch
wenn es günstig ist und kaum jemand weiß, wer es designt
hat – nämlich Gillis Lundgren, einer der ersten Designer, die
von Ikea angestellt worden waren. Hier zeigt sich, dass ein
Klassiker auch ein Objekt sein kann, das von Menschen aus
unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten gekauft
wird. Es hat sich in seiner Einfachheit und durch sein güns-
tiges Preis-Leistungs-Verhältnis gut bewährt. Wenn aber in
10, 15 Jahren das physische Buch womögl mehr
gefragt ist, wird es auch das Billy-Regal nicht mehr geben.“ OCCHIO: LAMPE „MITO“, 2017
„In ihrer Schlichtheit könnte diese Lampe ein Klassiker wer-
den, wenn sie mit anderen Klassikern wie dem Eames Chair
kombiniert wird. Es sei denn, die Technologie verändert sich
so sehr, dass die LEDs, die in dieser Lampe stecken, irgend-
wann vollkommen überholt sind. Schon jetzt gibt es OLEDs,
und auch die werden mit Sicherheit nicht das letzte Leucht-
mittel sein, das entwickelt wurde.“

BRETZ: SOFA „CLOUD 7“, 2005


„Ich halte das Sofa für sperrig und unfunktional, es erinnert
mich ein wenig an ein Barockmöbel. Es lässt sich nicht gut
kombinieren und besitzt in meinen Augen nicht die Schlicht-
Fotos BILDFELDT AB (1)

heit und Variabilität, um momentanen Zeitgeist zu überdauern.


Außerdem ist solch ein Modell schwer zu transportieren,
sodass es schlechter in das Mobilitätskonzept unserer Zeit
passt – das kann schwer ein Klassiker werden.“
MAT THIAS WAGNER K DESIGNJURY 26

NEW TENDENCY: TISCH „META“,


2011
„Heute läuft die Kommunikation sehr stark über
Bilder. Diesen Beistelltisch sieht man nicht nur in
vielen Magazinen, sondern auch auf Instagram
und Pinterest – diese sozialen Medien sind heute
wichtiger als Facebook. Die Frage ist: Wie lang-
lebig sind diese Bildformen? Was die Gestaltung
angeht, könnte dieses Objekt in seiner Schlicht-
heit ein Klassiker werden.“

CLASSICON: „TAIDGH
SHELF A 2019“, 2019
„Dieses Regal bringt zwar Originalität mit
sich und taugt für eine bestimmte Zeit
als Mode-Objekt, aber im Grunde glaube
ich nicht, dass es langfristig zu einem
Klassiker werden kann. Es ist zu verspielt.
Zu wenig zeitlos. Man muss sich stets
fragen: Ist dieses Objekt in der Lage,
auch in 20, 30 Jahren noch zu bestehen?“

LIGNE ROSET:
SESSEL „ASTAIR“, 2019
„Bei diesem Sessel erinnert mich
vieles an schon Dagewesenes, er
kombiniert zu viele bereits beste-
hende Stilelemente miteinander.
Das kann als Mode funktionieren,
man mag es auf bestimmte Zeit
schön finden. Aber es fehlt für mich
die echte Innovation.“

Fotos CLASSICON, MUNICH. ALL RIGHTS RESERVED (1); EDOARDO CANALI (1)

MAGIS: TROLLEY „360°“, 2009


„Dieser Trolley von Konstantin Grcic hat das Zeug
zum Klassiker – vielleicht ist er sogar schon einer.
Er ist extrem funktional, bietet auf kleinstem Raum
sehr viel Fläche und lässt sich in seiner einfachen
Gestaltung variabel kombinieren. Er schafft ein be-
stimmtes Prinzip von Ordnung. Alles, was den Blicken
entzogen werden will, kann gleichzeitig schnell auf
360 Grad sichtbar gemacht werden, indem die ein-
zelnen Fächer in unterschiedliche Richtungen be-
wegt werden. Das ist eine interessante Kombination.
Diesen Trolley haben wir deshalb auch schon in
unserem Museum ausgestellt.“
TAC Stripes 2.0
BY WALTER GROPIUS

w w w.rosenthal.de
Text LENZ KOPPELSTÄTTER
Fotos PETER WOLFF
KARTELL
PORTRÄT

Plastic?

Fantastic!
28
29 KARTELL

Linke Seite Wirken wie aus


der Laune eines Freigeistes
heraus entstanden: die
Plastikmöbel von Kartell.
Hier Philippe Starcks
„Masters“-Stuhl in Gold

Diese Seite Familiensache:


Die Unternehmensführung
teilt sich Claudio Luti (ganz
rechts) mittlerweile mit
Tochter Lorenza (rechts)
und Sohn Federico

Vor 70 Jahren begann das Mailänder


Familienunternehmen Kartell, bunte
Plastikmöbel zu produzieren.
Obwohl auf den ersten Blick mehr
originelle Designidee als zeitlose
Eleganz, sind viele Entwürfe echte
Klassiker geworden. Wie konnte es
dazu kommen? Eine Spurensuche

CLAUDIO LUTI FÄHRT SICH DURCH DAS SILBERGRAUE HAAR, big und praktisch sein. Aber vor allem eines müssen sie können:
streift mit der Hand über seine Krawatte, dann setzt er sich auf eins Emotionen wecken!“, sagt er. „Sie müssen es schaffen, dass die
der vielen Sofas des Showrooms von Kartell im Zentrum von Mailand. Menschen gebannt ins Schaufenster starren, sie müssen mit den
Er atmet tief aus, schaut sich um. Lächelt spitzbübisch. Zufrie- Passanten kommunizieren, sie ins Geschäft reinziehen. Das macht
den. Um den 72-Jährigen herum hängt und steht die Produktwelt, Klassiker aus. Genau wie in der Mode.“ Luti muss es wissen, jahre-
die seine Familie geschaffen hat: Plastikstühle, Plastiktische, lang hat er in der Mailänder Modebranche gearbeitet. Für Gianni
Plastiklampen. Transparent oder in knalligen Farben. Er rückt eine Versace, dann, 1988, hat er Kartell von seinem Schwiegervater
Lampe zurecht, die auf den ersten Blick wirkt, als stamme sie Giulio Castelli übernommen – und ins 21. Jahrhundert geführt,
aus der Barockzeit und als habe ein Regenbogen seine Farben auf indem er neuen Designern Freiheiten gestattete, nicht ohne ihnen
sie hinabgeregnet. vorab den Kern der Marke zu erläutern.
Seit 70 Jahren bringt die Mailänder Familiendynastie Mö- Kartell ist Teil des Alltags der Italiener geworden. Keines
bel und Haushaltsgegenstände auf den Markt. Kartell kennt jeder, der Produkte wirkt so, als habe man es damit darauf abgesehen,
Kartells überdrehte Formensprache sticht ins Auge, die plakative einen Klassiker zu erfinden. Im Gegenteil. Und wahrscheinlich liegt
Wiedererkennbarkeit des Materials und des Designs bietet An- genau darin das Geheimnis. Die Tische, Lampen, Stühle, Sessel
griffsfläche. Die einen lieben Kartell, die anderen hassen es. Auch wirken, als seien sie aus der Laune eines Designfreigeistes heraus
das trägt dazu bei, dass die Produkte im Gedächtnis bleiben. Zahl- entstanden. Als seien sie rein zufällig Ikonen geworden. Die müh-
reiche Stücke sind zu Klassikern geworden, die weltweit wiederer- same Ideenfindung, die sich dahinter verbirgt, man sieht sie nicht.
kannt werden und sich auch weltweit verkaufen. Das ist die Kunst. Die Produkte wirken leicht, wegen des Designs,
„Das Geheimnis?“ Lutis hellblaue Augen blitzen kurz auf. aber auch wegen des Materials. Und sie wirken, als hätte sie jemand
„Schönes Design allein reicht nicht, die Produkte müssen langle- aus Spaß gemacht. Jemand mit intelligentem Humor.
KARTELL PORTRÄT 30

„Klassiker sind Symbole, Nach wenigen Jahren sind die Produkte von Kartell aus den
italienischen Haushalten nicht mehr wegzudenken – und treten
die in der ganzen Welt von Mailand aus einen weltweiten Siegeszug an.
Darunter Ron Arads „Bookworm“ von 1994. Ein lang ge-
funktionieren.“ zogenes Bücherregal, das sich beliebig wellenförmig formen lässt.
CL AUDIO LUTI
Philippe Starcks transparenter „Louis Ghost“-Stuhl von 2002.
In den Rundungen wirkt dieser Stuhl-Klassiker wie aus der Zeit
königlicher Dekadenz, das transparente Plastik macht ihn modern
und überall einsetzbar. Ferruccio Lavianis „Battery“-Tischlampe
von 2015 – eine Mischung aus Gimmick, Bling-Bling und prakti-
schem Tool.
Alles beginnt 1949, als Giulio Castelli mit einem elastischen Plastik, einst Zukunftsstoff, hat heute einen schlechten Ruf.
Skiträger für Autos den ersten Gebrauchsgegenstand von Kartell Bei Kartell hat man sich längst Gedanken gemacht, wie es weiter-
auf den Markt bringt. Castelli ist Ingenieur und Chemiker, klar, dass geht mit dem zur Tradition des Unternehmens gehörenden Mate-
ihn das damals junge Produktmaterial Plastik fasziniert. Es ist rial. Die Produkte, die jetzt auf den Markt kommen, sind aus lang-
leicht, widerstandsfähig, reinigungsfreundlich, bunt, schön. Zuneh- lebigen und wiederverwertbaren Materialien. Seit vergangenem
mend wird seine Frau Anna Castelli Ferrieri die treibende Kraft, Jahr wird Plastik immer öfter durch Holz ersetzt. Im Dezember 2017
was die Designentwicklung anbelangt, zehn Jahre lang fungierte übernahm Kartell zwei Prozent von Bio-on, einem italienischen
die gelernte Architektin im Unternehmen als Designdirektorin. Sie Unternehmen, das sich auf die Produktion von kompostierbarer
holte renommierte Designer wie Gino Colombini oder Joe Colombo Bioplastik und die Forschung in diesem Bereich spezialisiert hat.
ins Haus und entwirft Ende der 1960er-Jahre selbst eines der be- „Klassiker sind Symbole, die in der ganzen Welt funktionie-
kanntesten Stücke, ein Verkaufsschlager bis heute: das „Componi- ren“, sagt Luti, während er im Showroom einige Unterlagen sortiert –
bili“, ein futuristischer, runder Beistellschrank. Das Prinzip Ästhe- Skizzen möglicher neuer Modelle. „Um das zu schaffen, arbeiten
tik macht bei bald vor keinem noch so scheinbar nur praktisch wir mit renommierten Designern zusammen.“ Den ganzen Tag über
bedingten Haushaltsgegenstand halt. Kartell präsentiert Zitronen- hat er mit Philippe Starck zusammengesessen, sie haben über
pressen, Putzkübel, Schirmständer, Aschenbecher, Geschirr. Dann neue Designs gebrütet. Luti hat Starck eng an das Unternehmen
Möbel. Dann Lampen. Schließlich Stühle. Immer wieder Stühle. gebunden. Der schlicht-elegante Sessel „Mademoiselle à la mode“
stammt von ihm, der Diwan „Bubble Club“ ebenso wie die Stühle
„Mr. Impossible“ und „Masters“. „Design macht man zu zweit“,
sagt der Kartell-Chef, „das Unternehmen und der Designer müssen
sich gegenseitig beeinflussen.“ Luti, der auch Präsident der Mai-
länder Möbelmesse „Salone del Mobile“ ist, trifft sich sehr oft mit
Designklassiker mit den beauftragten Designern – und zwar immer persönlich. „Ich
50-jähriger Tradition:
das Baukastensystem stecke viel Zeit und Energie in diese Treffen, wir müssen einander
„Componibili“ von vertrauen“, fährt er fort, „von 100 Ideen bringen wir nach all der
Anna Castelli Ferrieri Arbeit zehn auf den Markt.“
In der Unternehmensführung teilt sich Claudio Luti die Ver-
antwortung mittlerweile mit seinen Kindern, Kartell geht schritt-
weise in die dritte Generation über. Auch Tochter Lorenza kommt
ursprünglich aus der Mode, sie hat für Ermenegildo Zegna gearbei-
tet, für Kartell Schuhe und Handtaschen entworfen, heute leitet sie
das Marketing. Auch sie hat den Tag mit ihrem Vater und Starck
verbracht. Nun wandelt sie durch den Showroom, nimmt einzelne
Stücke in Augenschein, scheint sich gedanklich Notizen zu machen.
„Ich habe hier im Showroom angefangen“, sagt die Mutter zweier
kleiner Töchter. Heute bestimmt sie gemeinsam mit ihrem Vater
und ihrem Bruder Federico, der den Verkauf leitet, die Geschicke
des Unternehmens. Und sie bestimmt den Weg in die Zukunft:
„Ziel ist es, unsere DNA zu bewahren, aber nicht stehen zu bleiben.
Uns weiterzuentwickeln und stets modern, originell und unver-
wechselbar neu zu präsentieren. Die Produkte, die Technologien,
die Designs – mit immer neuen Kreativen aus aller Welt.“
Lorenza Luti entdeckt ihren Vater auf dem Sofa. „Schluss
für heute!“, sagt sie, winkt ihn herbei, gemeinsam gehen sie in
Richtung Tür, schauen sich gemeinsam noch etwas um, schauen
sich die Welt an, die sie umgibt, die ihre Familie geschaffen hat.
Dann treten sie gemeinsam in den lauen Mailänder Abend hinaus.

——— SPEZIAL
4/2019
PORTRÄT KARTELL

Oben Abstelltisch und


Hocker in einem und mit
Augenzwinkern: der
Gartenzwerg „Attila“ von
Philippe Starck

Rechts Königliche Deka-


denz trifft transparentes
Plastik: „Louis Ghost“,
auch von Philippe Starck
MÖBEL-IKONEN GLOSSE 32

Mies van der Rohe?


Nein, danke!
Kolumnist erbt einen
klassiker, mag ihn aber nicht.
ll er bloß ablehnen, ohne
amilienkrise zu riskieren?
lebnisbericht
Text LENZ KOPPELSTÄTTER
Illustration ALEX JAHN

IM WOHNZIMMER MEINER GROSSELTERN STAND – IMMER Unser kleiner Sohn, der abends meist eher ein Teufel als ein
SCHON – EIN „BARCELONA DAYBED“ VON LUDWIG MIES VAN Engel war, schrie. Wir waren schon beim Kindertherapeuten mit
DER ROHE. Dunkelbraunes Leder, auf helles Holz gebunden, auf ihm, weil er so viel schrie.
silbernen Beinen stehend. Die Liege sah fantastisch aus in ihrem Beim anschließenden Essen war ich wie abwesend. Ich
Wohnzimmer, sie stand an einer Wand, an der ein Fell hing, mein wollte das Daybed nicht. Es konnte tausendmal von Mies van
Großvater erzählte mir immer, das sei das Fell einer sibirischen der Rohe sein, selbst wenn Mies van der Rohe es mit selbst
Krokodilkuh, die er, als er mit Karl May fremde Länder entdeckte, geschossenem Krokodilkuhleder aus Sibirien überzogen hätte –
geschossen hatte. Meine Mutter erzählte mir später, ich habe als es gefiel mir nicht. Nicht mehr. Ich hatte mich im Laufe der Jahre
Kind auf dem Daybed geschlafen wie ein Engel. Sonst sei ich als an Mies-van-der-Rohe-Klassikern und deren Nachahmungen
Kind eher ein Teufel gewesen. sattgesehen. Ich muss bei diesen Stücken mittlerweile stets an
Nachdem meine Großeltern gestorben waren, kam das Versicherungsempfangshallen denken. Ich trank. Ein Glas Wein
Daybed in das Wohnzimmer meiner Eltern. In das Eltern-Wohnzim- nach dem anderen. Ich soff mir Mut an. Mut, meinen Eltern
mer passte die Liege viel weniger, sie stand neben einem Apotheker- zu sagen: „Mama, Papa, ich weiß, ihr meint es nur gut, und ich
schrank mit goldenen Schnallen, das Krokodilkuhfell, von dem ich weiß, wie viel euch dieses Erbstück bedeutet …“ Ich wusste,
mittlerweile erfahren hatte, dass es von einer Südtiroler Milchkuh ich würde es nicht schaffen.
stammte, war bei der Auflösung der Wohnung meiner Großeltern Irgendwann bemerkten wir, dass der Kleine nicht mehr
verloren gegangen. Das Leder des Daybeds hatte mittlerweile schrie. Seltsam. Er hätte längst schon ins Bett gemusst. Wir such-
Risse, an einer Stelle war mit Edding ein Strichmännchen darauf ten ihn, bei seinen Spielsachen war er nicht. Wir fanden ihn im
gekritzelt. Da hatte ich mich als Kind einst künstlerisch verewigt. Flur. Er schlief friedlich auf dem Daybed. Um den Design-Klas-
Eines Tages war das Daybed verschwunden, ich wollte siker herum lagen seine Malstifte. Auf das Leder hatte er gelbe
meine Eltern fragen, warum, vergaß es immer wieder. An meinem Kühe, grüne Sonnen und rote Bäume gemalt. Ich schaute zu
anstehenden runden Geburtstag, ich kam abends nach Hause, meinen Eltern, sie lachten. Wir stimmten mit ein. Wir beschlossen
wo mich die Meinen bereits erwarteten, stand die Liege bei uns gemeinsam: Das Teil kommt ins Kinderzimmer. Seitdem ist
im Flur. Eine rote Schleife um das Leder gebunden, ein dicker abends bei uns Ruhe im Karton. Danke Mama, danke Papa. Dan-
Schmatz auf die Wange. „Weil du es doch, seit du ein Baby warst, ke Oma, danke Opa. Danke Mies!
so sehr liebst.“ Glücklich leuchtende Elternaugen. „D… danke“,
——— SPEZIAL
stammelte ich. Meine Frau schenkte Champagner ein. 4/2019
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das Konzept an Geschäfts­ wie auch Privatkun­ Abgerundet wird das Sortiment durch die
den, die einen individuellen und designorien­ Produkte aus der Cramerfactory, der familien­
GÄRTNER INTERNATIONALE tierten Anspruch an ihre Raumgestaltung eigenen Holz­ und Polstermanufaktur. Hier
MÖBEL FÜR BÜRO UND WOHNEN haben. können Möbel nach individuellem Maß gefer­
Seit 1920 zeigt der Showroom in der Hambur­ SERVICE: Team von Innenarchitekten und tigt werden und stellen so die optimale Lösung
ger Innenstadt in der historischen Kaisergale­ Designern sowie Vertriebs­ und Marketing­ für besondere Kundenwünsche oder räumliche
rie (Wiedereröffnung 2015) inspirierende spezialisten Anforderungen dar. Das Einrichtungshaus ist
Wohn­ und Arbeitswelten auf 2500 m2 über MARKEN: &Tradition, Artek, Artemide, Buzzi außerdem der Hauptsitz der Objekt­ und Pro­
drei Etagen. Dort wird ein Mix aus Kollektio­ Space, Droog, Flos, HAY, Kvadrat, Magis, jektabteilung.
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eigene Holz­ und Polstermanufaktur, Maßan­ Mo–Fr 10–18, Sa 10–14 vielen Jahren arbeitet das gewachsene Team
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in der Polstermanufaktur und Tischlerei Hand in Hand.
MARKEN: Baxter, Cor, Cramerfactory (Cramer SERVICE: Innenarchitektur, Einrichtungsbera­
Holz­ und Polstermanufaktur), De Sede, Drae­ POPO tung, Raumausstattung, hauseigene Montage­
nert, Flexform, Fritz Hansen, Treca, KFF Design, POPO ist der inhabergeführte Einrichtungs­ tischler
Kvadrat, Molteni, Occhio, Thonet, Tobias Grau, spezialist seit 1976 in der zweiten Generation. MARKEN: Bielefelder Werkstätten, Cassina,
Zanotta u. v. m. Das Bremer Einrichtungsgeschäft mit den Cor, De Sede, Draenert, Flexform, Flos, Freifrau,
Markenstores von Montana, Moormann und Giorgetti, Tobias Grau, Interlübke, Janua, KFF,
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Hein Eek, Montana, Muuto, Moormann, Nim­
bus, Occhio, Schramm, Tom Dixon, USM, Vi­

Gütersloh
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MÖBELHANDELSGESELLSCHAFT
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Idee. 1984 gründete er gemeinsam mit Flug­ 28203 Bremen
zeugmechaniker Heino Endler eines der ersten 0421/79 29 50 EINRICHTUNGSHAUS
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aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hat, steht info@popo.de tersloh finden Kunden auf einer Ausstellungs­
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ausbildung als Wandergeselle weltweit Erfah­ fangreiche und hochwertige Produktpalette,
rungen sammelte, um anschließend Holzge­ die sich über Einrichtungen für den privaten
staltung und Objektdesign zu studieren, an der Bereich sowie Objekteinrichtungen erstreckt.
Spitze des Unternehmens.
SERVICE: Team aus (Innen­)Architekten,
Raumausstatterinnen, staatl. geprüfte Holzge­
Oyten Bei der Auswahl wird Wert auf zeitloses
Produktdesign, Funktionalität, Langlebigkeit,
beste Verarbeitungsqualität und natürlich
stalter mit Schwerpunkt Objektdesign, Tisch­ höchsten Komfort gelegt. Ein besonderes High­
ler, Management, Produktionsingenieur und EINRICHTUNGSHAUS light des Einrichtungshauses ist die 600 m2
sogar ein Koch HEINRICH KEHLBECK große Outdoor­Ausstellung.
MARKEN: Cor, Freifrau, Gaggenau, Giorgetti, Gegründet 1906 von Christiane Kehlbecks SERVICE: Eigene Innenarchitektinnen, eigenes
Girsberger, Interlübke, Louis Poulsen, Poltrona Urgroßvater, ist das Einrichtungshaus Kehlbeck Tischler/Innenausbau­Team, Manufakturen­
Frau, Team 7, Tecta, Weishäupl, Wittmann, heute ein über Bremens Grenzen hinaus re­ Events mit Herstellern wie Schramm, Cor und
Zeitraum u. v. m. nommiertes Unternehmen mit über 100 Jahren Cierre
MARKEN: Artemide, ClassiCon, Dedon, Drae­
nert, Freifrau, Girsberger, Tobias Grau, Inter­
lübke, Kettnaker, MDF Italia, Poltrona Frau,
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Auf insgesamt 2500 m2 präsentiert das 15­köp­


fige Kreativ­Team internationale Einrichtungs­
ideen – ob puristisch, avantgardistisch, zeitlos
oder klassisch­modern. 1938 gegründet, bietet
Thomas Christmann individuelle Beratung und
Christmann, Langenberg Planung. Von der kompletten Einrichtung bis
zum Einzelmöbel und feinsten Wohntextilien.
ADRESSEN 38

hochwertige Designprodukte und handwerkliche


Serviceleistungen aus einer Hand. Auf rund
1350 m2 zeigt Torsten Helten die designorien­
tierten Möbelkollektionen. Helten Einrichtun­
gen wurde 1966 von Renate und Fritz Helten
gegründet und wird heute von Torsten Helten
geführt.
SERVICE: Vierköpfiges Innenarchitekten­Team,
Lieferungen und Montagen durch eigenes,
geschultes Personal, Sonderanfertigungen sind
möglich
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Brühl, Cassina, Draenert, Flos, FSM, Inter­
lübke, Kymo, Lema, Montana, Montis,
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Walter Knoll

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architekten, Maßanfertigungen, Deco­Home­
Textilabteilung, regelmäßige Events im Hause
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De Sede, Draenert, Giorgetti, Kettnaker, KFF,
Walter Knoll, Schönbuch, Treca, USM, WK CITIZENOFFICE
Wohnen u. v. m. JATHO WOHNEN Seit 20 Jahren gestaltet citizenoffice mit nun­
In den Räumen von JATHO wohnen – einer ehe­ mehr 25 Mitarbeitern Räume für Unterneh­
Rietberger Straße 9, 33449 Langenberg maligen Werkstatt – finden sich ausgesuchte men, Privatpersonen und öffentliche Institu­
05248/81 06 0 Möbel führender Hersteller in Spitzenqualität. tionen. citizenhome kreiert Wohnatmosphären
Mo–Fr 9.30–18.30, Sa 9.30–16 Liebevoll präsentierte Exponate sollen dem mit ausgewählten Designmarken. Komplet­
christmann.de Kunden schon beim Betreten des Geschäfts tiert wird das Angebot durch den vitrapoint
info@christmann.de eine angenehme Atmosphäre vermitteln. In als Monobrandstore der Marke Vitra. In beiden
den umgebauten Räumlichkeiten der ehema­ angrenzenden Showrooms, auf 900 m2 direkt
ligen Werkstatt präsentieren sich namhafte am Rheinufer im Düsseldorfer Medienhafen,
Kollektionen im Loft­Ambiente. Die ca. 500 m2 schafft das Unternehmen kontinuierlich neue
große Ausstellung zeigt Möbel, Systeme und Inspirationsquellen.

Bielefeld Innenausbauten.
SERVICE: Eigene Innenarchitekten, gut aus­
gebildete Einrichtungsberater, Zusammenar­
SERVICE: Team von Innenarchitekten, Fach­
einrichtungsberatern und eigenen Monteuren,
großes Netzwerk von Schreinern, Küchenan­
beit mit Spezialisten wie Tischlermeister, bietern, Raumausstattern, Medientechnikern,
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Ob es um das repräsentative Einzelstück oder legern, Maßanfertigungen für alle Gewerke MARKEN: Artemide, B&B Italia, Cassina, Cor,
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geht – bei Seemann interieur steht ein erfahre­ des Hauses. Knoll International, Miinu, Montana, Moroso,
nes Team von Fachleuten beratend zur Seite. MARKEN: Artemide, Cor, De Sede, Draenert, Muuto, Occhio, Riva, Tom Dixon, USM, Vitra,
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individuelle Beratung zu Hause ebenso zum Wiener Werkstätten, Schönbuch, Schramm,
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Marken auch ein persönlicher Stil.“
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PFANNES & VIRNICH
Martin Pfannes legt den Schwerpunkt auf
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stellungsfläche von über 300 m2 auf drei Eta­
gen sind hier Möbel unter anderem von Mol­
teni&C, Flexform, Cassina, Kettal, Raumplus
und modernem Design. Gegründet 1930, über­ und Riva zu finden. Das italienische Design
nahm Frank Leukers 1999 das Einrichtungs­ auf höchstem Fertigungsniveau ist die Basis,
haus molitor. Auf 1200 m2 in zentraler Lage
zeigen und entwickeln die 14 Mitarbeiter
ganzheitliche und nachhaltige Einrichtungs­
Moers auf der die Wohnberater von Pfannes & Vir­
nich ihre Gestaltungskonzepte entwickeln.
SERVICE: Planungs­Team, 3­D­Planung von
konzepte. Raumkonzepten, Tischlermeister, Maßanfer­
SERVICE: Eigene Innenarchitekten, Hand­ DRIFTE WOHNFORM tigungen
werker­ und Serviceteam, Zusammenarbeit Seit über 50 Jahren gestaltet das Haus mit MARKEN: Arper, Cassina, Conde House, Edra,
mit einem Schreiner, Maßanfertigungen. ausgewählten Möbelstücken der besten inter­ Flexform, Gervasoni, Giorgetti, Girsberger,
MARKEN: Cassina, Cor, Flos, Freifrau, nationalen Hersteller und Marken individuel­ Kettal, Kettnaker, Lema, Leolux, Molteni, More,
Interlübke, KFF, Knoll International, len Lebensraum. Hier vereinen sich große Raumplus, Schönbuch, Spectral, Verzelloni,
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info@molitors.de Montageteam, Maßanfertigungen
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Draenert, Interlübke, KFF, Occhio, Piure, Riva Im Studio vianden Die Einrichtung wird ganz­
1920, Treca Interiors Paris, USM, Vitra, Walter heitliche Wohnraumgestaltung großgeschrie­
Knoll u. v. m. ben – und das mit über 45 Jahren Erfahrung in

Dortmund Holderberger Straße 88, 47447 Moers


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der Wohn­ und Einrichtungskultur.
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unterschiedlichen Schwerpunkten wie Licht­
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Wim Gelhard auf 1000 m2 Ausstellungsfläche
und drei Etagen Designklassiker, modernes
und zeitloses Wohnen sowie Objekteinrichtun­
gen. „Wir sind uns über die Jahre treu geblie­
ben und nehmen trotzdem Trends auf und
mit“, so Geschäftsführer Paul Spielhoff, der
gemeinsam mit seinen acht Mitarbeitern Ein­
Coesfeld
richtungen für private Wohnungen und Häu­
ser, gewerbliche Objekte wie Büros und Pra­ EINRICHTUNGSSTUDIO SICKING
xen plant. Klassisch, zeitlos und modern – so richtet das
SERVICE: Montage, Aufbau und Auslieferung, Einrichtungsstudio Sicking ein. 40 Jahre nach
Events wie Auktionen für den guten Zweck, der Gründung des Einrichtungsstudios Sicking
Lesungen oder Konzerte führt der Innenarchitekt Hendrik Sicking seit
Foto VIANDEN DIE EINRICHTUNG / KLEMME

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Dibbern, E15, Freitag, Fatboy, HAY, Iittala, tion weiter. Er zeigt auf 850 m2 Produkte inter­
Kartell, Kettnaker, Moormann, Thonet, USM, nationaler Kollektionen in seiner Ausstellung.
VIPP, Vitra SERVICE: Innenarchitekten und Einrichtungs­
berater, computergestützte Visualisierung der
Schliepstraße 12 Pläne, individuelle Fertigung in eigener Werk­
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geteam, ganzheitliche Planung, Sonder­ und
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Con, Cor, Desalto, Flos, interlübke, Intertime,
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die Gestaltung von Räumen im Fokus“, so werkern, eigene Raumausstatterwerkstatt, Mo–Fr 10–1, Sa 10–18
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nen zurückgegriffen, um die Planungen indi­
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Küchen, Licht sowie Gartenmöbel. Wittmann u. v. m. hervorgegangene Einrichtungshaus wird von
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den Brüdern Walter und Willi Hubor und dem Giorgetti, HAY, Intertime, Jacaranda, Janua,
Sohn von Walter, Christian Hubor geführt und Kristalia, Moormann, Piure, Poltrona Frau,
zeigt auf insgesamt 2000 m2 moderne Design­
möbel für alle Wohnbereiche. Im Haupthaus
liegt der Schwerpunkt auf Massivholzmöbeln.
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chitekten, eigene Möbelwerkstatt, Schlosserei halben Jahrhundert die Spezialität von Thie­
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tigung merk auf den Klassikern der Moderne sowie
MARKEN: B&B Italia, Bielefelder Werkstätten, den Entwürfen von Nachwuchstalenten, die
Cor, De Sede, Draenert, Girsberger, JAB das Traditionshaus auf 750 m2 Ausstellungs­
Anstoetz, Kymo, Leicht, Maxalto, Molteni,
Piure, Poliform, Riva, Schönbuch, Walter Knoll
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54675 Mettendorf Leicher Wohnen ist ein Familienunternehmen MARKEN: Arper, Ames, Freifrau, HAY, Ingo
06522/92 930 mit Tradition. In zweiter Generation führt Maurer, Janua, Kasthall, Kristalia, Kvadrat,
Mo, Di, Mi 10–18:30, Do u. Fr 10–20, Inhaberin und Innenarchitektin Katja Leicher Mawa, More, Piure, Schönbuch, Thut, Tobias
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ADRESSEN 42

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Lörrach
Giorgetti, Interlübke, Kettnaker, Montana, Häuser und Office­Einrichtungen.
Occhio, Piure, Schramm, USM, Walter Knoll, SERVICE: Drei Innenarchitekten, gelernte BECKER WOHNBEDARF
Vitra u. v. m. Fachberater, eigene Schreiner, Raumausstat­ Nach 20 Jahren Geschäftstätigkeit übergaben
Irmtraud und Klaus­Hagen Birkel das Möbel­
haus Anfang 2012 an Hans­Werner Breuer.
Heute ist Becker Wohnbedarf eines der tradi­
tionsreichsten Unternehmen Lörrachs und
bietet eine in Südbaden einzigartige Auswahl
an Wohn­, Büro,­ und Firmeneinrichtungen.
Das Team von 10 Mitarbeitern zeigt auf 700 m2
Ausstellungsfläche einen individuellen Mix
ausgewählter Möbelkollektionen namhafter
Hersteller.
SERVICE: Netzwerk von Architekten und Innen­
architekten, eigene Monteure und Ausliefe­
rung, Kooperation mit einer Tischlerei, Maßan­
fertigungen, Komplettservice mit maximaler
Dienstleistung
MARKEN: Artemide, B&B Italia, Cassina, Cor,
Creation Baumann, Freifrau, HAY, Janua,
Kvadrat, Moormann, Muuto, Schramm, Tecta,
Thonet, Vitra, USM, Zeitraum u. v. m.

Palmstraße 4
79539 Lörrach
Foto SEIPP WOHNEN

07621/85 52
Mo–Fr 9.30–18.30
Sa 9.30–16
Seipp Wohnen, Waldshut becker-wohnbedarf.de
info@becker-wohnbedarf.de
47
PLZ 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 ADRESSEN

CAIRO DESIGNSTORE MÜNCHEN


Der Cairo Designstore München zeigt das

Waldshut gesamte verfügbare Cairo­Sortiment (Wohn­


und Büromöbel, Leuchten und Accessoires)
mit einem Schwerpunkt auf Designklassikern
und Neuheiten. Zusätzlich werden saisonale
SEIPP WOHNEN Waren gezeigt – exklusive Leuchten und Möbel
Das Familienunternehmen mit über 115 Jahren für den Außenbereich im Frühling und Som­
Unternehmensgeschichte und zwei Einrich­ mer sowie erlesene Accessoires für den Winter
tungshäusern in Waldshut und Tiengen steht und Dekorationsobjekte für die Weihnachts­
für hochwertige Einrichtung. Das Waldshuter zeit in den Herbst­ und Wintermonaten.
Einrichtungshaus befindet sich im Zentrum WEITERE STANDORTE: Cairo Designstore
der historischen Waldstadt. Das Einrichtungs­ Frankfurt, 60313 Frankfurt
haus im Park liegt nahe der Tiengener Innen­ Cairo Designstore Nürnberg, 90403 Nürnberg
stadt und umfasst neben der Ausstellungsflä­ SERVICE: Einrichtungsversand mit schneller
che die gesamte Verwaltung, Logistik, ein Warenverfügbarkeit: heute bestellt – morgen
Hochregallager und die Werkstatt für beide geliefert
Häuser. MARKEN: Artemide, Belux, Cassina, Driade,
WEITERER STANDORT: Seipp Wohnen, Fatboy, Republic of Fritz Hansen, Jan Kurtz,
79761 Tiengen Kartell, Luceplan, Moormann, Opinion Ciatti,
SERVICE: Eigenes Team von Inneneinrichtern, Piure, Skagerak, Softline,
Innenarchitekten, Servicemitarbeitern, Team Thonet, USM, Vitra, Zack u. v. m. Designfunktion, München
aus Schreinern und Monteuren mit eigenen
Küchen­ und Textilstudios sowie einer Licht­ Tal 30, 80331 München
werkstatt. 089/23 88 88 12
MARKEN: B&B Italia, Cassina, ClassiCon, Mo–Sa 10–20 Leopoldstraße 121, 80804 München
Cor, Flexform, Fritz Hansen, Interlübke, Janua, cairo.de/Designstore-Muenchen 089/306 307-0
Knoll International, Minotti, Montana, Moor­ muenchen@cairo.de Mo–Fr 9–19, Sa 10–18
mann, Piure, Poliform, Tecta, Thonet, USM, designfunktion.de
Vipp, Vitra, Walter Knoll info@designfunktion.de
AMBIENTEDIRECT STORE
Bismarckstraße 35 AmbienteDirect ist der erste Online­Shop im
79761 Waldshut Design­Segment in Deutschland. Seit Mai 2018 MARCUS HANSEN –
07741/60 900 werden die international renommierten Marken BÜRO WOHNEN OBJEKT
Mo–Fr 9–19, Sa 9–17 im Flagshipstore am Lenbachplatz präsentiert. Marcus Hansen zählt seit mehr als zwei Jahr­
seipp.com Im berühmten Bernheimer Palais finden die zehnten zu den führenden Planungsbüros in
wohnen@seipp.com Kunden auf rund 3000 m2 neben exklusiven München. In seinem Showroom in München
Designmöbeln und Accessoires, auch Münchens finden sich auf über 40 m2 ausgesuchte Möbel
größte Design­Leuchtenausstellung. der Designgeschichte in Kombination mit den
SERVICE: Planungs­ und Beratungsteam, um­ angesagtesten Neuheiten der Branche.
fangreicher Bemusterungsservice, eigenes SERVICE: Team aus Projektmanagern, Innen­

München Montageteam, regelmäßig stattfindende Events


MARKEN: &Tradition, Artemide, Casssina, Clas­
sion, Flos, Foscarini, freistil Rolf Ben, Fritz
architekten, Innendienst, Monteure, enge
Zusammenarbeit mit den Bereichen Vor­
hangdekoration und Beschattungssysteme,
Hansen, Gubi, HAY, Ingo Maurer, Knoll Int., Bodenbelag, Beleuchtungskonzepte, Schrei­
BÖHMLER EINRICHTUNGSHAUS Luceplan, Muuto, Serien, USM, Vitra u. v. m. nerarbeiten, Akustiklösungen, Küchen und
1875 wurde das Münchner Einrichtungshaus Raumbegrünung
böhmler von Johann Georg (J.G.) Böhmler Lenbachplatz 3 MARKEN: ClassiCon, Freifrau, Fritz Hansen,
gegründet, dessen Initialen noch heute über 80333 München Flos, Interstuhl, Janua, Knoll International,
dem Eingangsportal zu sehen sind. Schon 089/20 06 00 400 Moormann, Montana, Occhio, Piure, Stua,
kurze Zeit später konnte böhmler sich „König­ Mo–Fr 10–19, Sa 10–18 Thonet, USM, Vitra, Walter Knoll, Wittmann
lich Bayerischer Hoflieferant“ nennen. Bis ambientedirect.com/Store/Muenchen u. v. m.
heute ist das Haus in Familienhand und wird lenbachplatz@ambientedirect.com
in vierter Generation von den Cousins Georg, Bothestraße 5, 81675 München
Stephan und Thomas Böhmler geführt. Das 089/41 07 35 30
Einrichtungshaus hat heute ca. 180 Mitarbeiter. DESIGNFUNKTION Mo–Fr 9–18, Sa 10–14
WEITERE STANDORTE: Poliform | münchen Die designfunktion­Gruppe ist spezialisiert marcushansen.de
Foto DESIGNFUNKTION / MARTIN KREUZER PHOTOGRAPHY

Store, ROLF BENZ+PIURE.by böhmler, München auf die ganzheitliche Entwicklung und Ein­ info@marcushansen.de
SERVICE: Innenarchitekten, individuelle Pla­ richtung von Arbeitswelten. Seit 1981 bündeln
nungs­ und Einrichtungskonzepte, individuelle sich hier fundiertes Wissen und Dienstleis­
Events. tungen mit den besten 100 Marken der Ein­
MARKEN: Baxter, B&B Italia, Cassina, Dedon, richtungswelt. Insgesamt gibt es 17 Standorte
Flexform, Foscarini, Interlübke, Jan Kath, Knoll
International, Molteni & C, Poliform, Poltrona
Frau, Treca, USM, Walter Knoll, Wittmann
in Deutschland. Auf 800 m2 Ausstellungsflä­
che wird zwei bis dreimal jährlich eine kom­
plett neue Ausstellung gezeigt.
Rosenheim
u. v. m. SERVICE: Eigene Planungs­ und Lichtabteilung,
Einrichtungsberatung mit über 100 Partnern NEUE WOHNKULTUR
Tal 11 der gehobenen Einrichtungsbranche, Textilab­ CLASSIC + DESIGN
80331 München teilung, Kooperationspartner im Innenausbau Das Möbelhaus von Lorenz Lindner besteht seit
089/21 360 MARKEN: B&B Italia, Cassina, ClassiCon, Frei­ fast 20 Jahren. Der Showroom, eine historische
Mo–Fr 10–19, Sa 10–16 bzw. 18 frau, Interlübke, Janua, Knoll Int., Living Divani, Schlosserei in Rosenheim, bietet eine Ausstel­
boehmler.de Maxalto, MDF Italia, Meridiani, Miinu, Minotti, lungsfläche ca. 550 m2. Seit einigen Jahren
info@boehmler.de Montana, USM, Vitra, Walter Knoll u. v. m. entwickelt sich das Aufgabenfeld des fünfköpfi­
ADRESSEN 48

Ambiente und umfassendem Service zu schaf­


fen. Mit der Kooperation von smow und „Die
Einrichter“ hat dieses Konzept 2014 auch über­
regional Bedeutung erlangt. Der ersten smow
Store wurde 2002 in Leipzig eröffnet. Es folgte
2008 der smow Onlineshop.
WEITERE STANDORTE: Insgesamt 11 Standorte
in ganz Deutschland, siehe smow.de/info/
smow.html
SERVICE: Eigenes Montageteam, Erstellung
von Visualisierungen, eigener Planer im Haus,
Erstellung von Raumkonzepten, Ergonomie­
beratung
MARKEN: Artemide, Belux, ClassiCon, Fosca­
rini, HAY, Kartell, Louis Poulsen, Muuto, Moor­
mann, Piure, Schönbuch, Tecta, Thonet, USM,
Vitra u. v. m.

Kaufbeurer Straße 91, 87437 Kempten


0831/54 07 47 12
Mo–Fr 8–17, Sa 10–16
smow.de/kempten
Dörfler WOHNEN, Stephanskirchen kempten@smow.de

gen Teams vom „traditionellen Möbelgeschäft“


hin zum Einrichter für ganzheitliche Planung,
Konzeption und Realisierung.
SERVICE: Eigene Innenarchitektinnen und Landshut Ulm
Einrichtungsberater, eigenes Schreinerteam
mit eigener Werkstatt, individuelle Maßanfer­ PFAEHLER EINRICHTUNG
tigungen, Zusammenarbeit mit qualifizierten POINTNER DESIGN Pfaehler Einrichtung steht für 70 Jahre Ein­
Polsterern, Malern und Schreinern Katharina Möller und Jens­Werner Flurschütz richtungstradition in Ulm. Im Jahr 1949 wurde
MARKEN: Cassina, Dedon, Flexform, präsentieren herausragende Möbelkollektionen das Einrichtungshaus von Josephine und
Girsberger, Knoll, Kettal, Kettnaker, Minotti, für Wohnraum, Küche, Schlaf­ und Badezim­ Fritz Pfaehler gegründet. Seit 45 Jahren sind
Molteni, Montana, Piure, Poltrona Frau, mer sowie Hi­Fi, Textilien aus dem eigenen sie Mitglied im Netzwerk Creative Innenein­
Schönbuch, Schramm, Tecta, Wittmann, Atelier, interessante Wandgestaltung, Licht­ richter. 2001 erfolgte die Übernahme durch
Zeitraum u. v. m. objekte aus Tradition und Moderne sowie die Architekten Carola und Jörg Seifert. Sie
Dekoratives zwischen Glamour und schlichter erweiterten das Haus um das Planungsbüro
Königstraße 20, 83022 Rosenheim Eleganz. In ihrem imposanten Showroom seifert architektur und design.
08031/31 029 möchten sie Impulse fernab des Mainstreams SERVICE: Architektenteam, Baubetreuung inkl.
Di–Sa 10–18 bieten. Lichtplanung, technische Beratung, Farbkon­
neuewohnkultur.com SERVICE: Innenarchitekten, eigenes Montage­ zepte und 3­D­Planung, eigenes Montageteam
info@neuewohnkultur.com team mit erfahrenen Schreinermeistern, Raum­, von gelernten Schreinern
Licht­ und Farbkonzepte, Netzwerk an hoch­ MARKEN: Arper, Cassina, Cor, Edra, Foscarini,
wertigen Partnern Flos, Fritz Hansen, Interlübke, MDF Italia,
MARKEN: Agape, B&B Italia, Cassina, Catellani Moormann, Nimbus, Occhio, Thonet, USM,
& Smith, Cor, Freifrau, Interlübke, Janua, Vitra, Walter Knoll u. v. m.

Stephanskirchen Kettnaker, Molteni, Occhio, Rimadesio, Riva


1920, Schramm, Thonet, Walter Knoll, Witt­
mann u. v. m.
Frauenstraße 9–11, 89073 Ulm
0731/65 027
Di–Fr 9–18, Sa 10–16
DÖRFLER WOHNEN Schönbrunner Straße 20 pfaehler-ulm.de
Gegründet 1930, befindet sich dörfler WOH­ 84036 Landshut mail@pfaehler-ulm.de
NEN nun in 3. Generation und ist inhaberge­ 0871/21 091
führt von Christian Dörfler. Er bietet in Mo–Mi 9.30–18, Do–Fr 9.30–19
Stephanskirchen je ein Haus für Wohnen und Sa 10–14
für Küchen, direkt nebeneinander. pointner-design.de
SERVICE: Eigene Innenarchitekten und eigene
Schreinerei
MARKEN: Ars Nova, Arper, B&B Italia, Bora,
info@pointner-design.de
Senden
Contur Küchen, Cor, Flos, Flou, Freifrau, GAN,
interlübke, Janua, Maxalto, Montis, Next125, INTERNI BY INHOFER
Paola Lenti, Riva 1920, Schönbuch, Treca de
Paris Kempten „Design fürs Leben“ – das ist das Konzept von
interni by inhofer. In der großen Ausstellung,
die sich im eigens dafür geschaffenen Gebäu­
Foto DÖRFLER WOHNEN

Kuglmoosstraße 3-7 de befindet, sind auf vier Etagen Klassiker und


83071 Stephanskirchen SMOW KEMPTEN Neuheiten von bekannten Designern sowie
08031/27 580 Der smow Store in Kempten wurde 2009 zu­ große internationale Hersteller und handverle­
Mo–Fr 9.30–17.30, Sa 9.30–13 nächst als „Die Einrichter Office & Home“ von sene, noch nicht so bekannte Marken zu se­
doerflerwohnen.de Franz Schuster gegründet. Ziel war es, ein hen – teilweise in eigenen Studios im interni
wohnen@doerflerwohnen.de Einrichtungshaus mit außergewöhnlichem Turm.
49
PLZ 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 ADRESSEN

SERVICE: Eigene Innenarchitekten, eigenes


Liefer- und Montageteam, ganzheitliche Et Sedia Schadt und Herramhof,
Objektplanung
MARKEN: Artemide, B&B Italia, Cassina, Cor,
DeSede, Flos, Freifrau, Girsberger, Dedon,
Regensburg
Regensburg
Interlübke, Janua, Minotti, Molteni, Muuto,
USM, Thonet, Treca, Vitra, Walter Knoll u. v. m. ET SEDIA SCHADT
UND HERRAMHOF
Germanenstraße 2, 89250 Senden Susanne und Peter Herramhof zeigen in ihrer
07307/85 60 00 400 m2 großen Ausstellungsfläche außerge-
Mo–Sa 10–19 wöhnliche Gestaltungsansätze. Hier finden die
interni.de Kunden einen bunten Mix aus verschiedenen
info@interni.de Kollektionen mit Kombinationen aus Klassi-
kern und aktuellen Designentwürfen. Gegrün-
det im Jahr 1975, widmen sie dem Kunden viel
Zeit und eine intensive Beratung, um die wah-
ren Bedürfnisse herausfinden zu können.

Erlangen SERVICE: Eine Architektin, zwei Schreiner,


planerisches Entwickeln von Räumen und
Konzepten, Planungen werden mit verschie-
denen Programmen zwei- und dreidimensional
DÖRFLER – INTERNATIONALE veranschaulicht.
WOHNKULTUR MARKEN: Alias, Arper, Cassina, E15, Edra,
Familiengeführt in dritter Generation und mit Flexform, Fritz Hansen, Knoll International,
einem 25 Köpfe starken Team von Spezialisten MDF Italia, Moooi, Porro, Röthlisberger,
werden Wohnkonzepte auf höchstem Niveau MARKEN: B&B Italia, Bielefelder Werkstätten, Tecta, Thonet, USM, Vitra, Wogg, Zeitraum
entworfen und realisiert. Auf mehr als 2000 m2 Cor, De Sede, Flexform, Giorgetti, Interlübke, u. v. m.
Ausstellungsfläche mitten in der Erlanger Kettal, Kettnaker, Molteni&C, Occhio, Piure,
Foto PETER HERRAMHOF

Innenstadt ist eine große Auswahl von über Schramm, Treca, USM, Vitra, Walter Knoll Kreuzgasse 1
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des internationalen Wohnens zu finden Friedrichstraße 5, 91054 Erlangen 0941/59 56 90
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Schreinermeister, drei Dekorateurinnen, Mon- Mo–Fr 9:30–19, Sa 10–18 Sa 10–16
tagefachschreiner, Farb-, Material- und Akustik- doerfler.de etsedia.de
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Sie sind Inhaber oder Geschäftsführer
eines erstklassigen Möbelhauses und
waren 2019 nicht unter den 77 besten
Einrichtungshäusern in Deutschland Die77 besten
Einrichtungshäuser
2019 vertreten? Dann senden Sie uns Deutschlands
2019
Ihre Bewerbung für die besten Einrich-
tungshäuser 2020 ab Dezember 2019 an
AUSGEZEICHNET
einrichtungshaeuser@awmagazin.de VON

Wir freuen uns, von Ihnen zu hören! W URD E VO N D ER REDA K T I O N


AW A RCHI T EK T UR & WO HNEN Z U EINEM D ER 7 7 BES T EN
Ihre AW-Redaktion EINRI CH T UN G S H ÄU S ER D EU T S CHL A ND S G E WÄ HLT.

Die 77 besten Einrichtungshäuser in Deutschland


2019 erhalten diesen neu gestalteten Aufkleber für
2019 DIPL.-ING. JOERN FR EDERIC KENGELBACH,
C CHEFREDAKTEUR AW ARCHITEKTUR&WOHNEN

ihre Präsentationsfläche sowie eine Urkunde, die


!
rb t
en
we tz

die Qualität ihres Hauses dokumentiert. Ausgezeichnet von der Redaktion AW Architektur & Wohnen in der Ausgabe 04/2019 – Die 77 besten Einrichtungshäuser
be Je
HARTMUT ROEHRIG SOFAPROFI Seit 2015 bringt
Hartmut Roehrig
frischen Wind
in die österreichi-
sche Traditions-
marke. Zu den

„Nicht vor
Klassikern von
Josef Hoffmann
(unten) kamen
Designs von Jaime
Hayon (oben)

Ehrfurcht
erstarren“
Welcher Klassiker-Typ bin ich?
Hartmut Roehrig, CEO der
Wittmann Möbelwerkstätten,
erklärt, was beim Kauf eines
Sofa-Klassikers zu beachten ist, wie
man ihn findet, pflegt und verändert
Interview NICOLE URBSCHAT

sich mit der Zeit Sitzkuhlen bilden. Das ist ganz natürlich, aber
eine Grundsatzentscheidung beim Kauf eines Klassikers: Kann ich
mit Gebrauchsspuren leben und lasse ich mich darauf ein, mein
Sofa regelmäßig zu pflegen?
Herr Roehrig, wie finde ich den Sofa-Klassiker,
der zu mir passt? Die Wittmann Möbelwerkstätten sind bekannt
Indem Sie sich reinsetzen. Beim Kauf eines Klassikers für ihre Individuallösungen. Inwieweit bleibt ein
beobachten wir oft, dass Kunden denken: Kenn ich doch! Sie Klassiker ein Klassiker, wenn man ihn verändert?
kaufen nur nach Katalogbild. Aber ein Sofa-Klassiker ist nicht In der Tat sind wir bei Klassikern weniger flexibel. Große
nur ein Meilenstein der Designgeschichte, sondern hat einen Änderungen wünschen die Kunden hier meist aber gar nicht.
starken, eigenen Charakter. Und diese Ausstrahlung muss man Einen kleinen Gestaltungsspielraum gibt es dennoch – beispiels-
für sich auch physisch als gut empfinden. weise bei Bezugsstoffen oder dem Material der Beine. Diesen
Spielraum raten wir zu nutzen.
Sofas sind oft ein lebenslanges Investment. Insbe-
sondere Designklassiker. Haben Sie einen Rat, was Warum?
man bei ihrem Kauf besonders beachten sollte? Unsere Empfehlung lautet: Borgen Sie sich nicht seine
Lassen Sie sich vor allem nicht von dem Gedanken leiten, Identität, sondern eignen Sie sich den Klassiker an. Oft denken
Sie müssten dieses Sofa nur kaufen, weil es ein Klassiker ist. Kunden, das Sofa bestimmt den Raum, also brauche ich nichts
Das verhält sich ein wenig wie mit der Kunst. Natürlich können mehr zu machen. Am Schönsten wirkt ein Klassiker aber, wenn
Sie kaufen, was gerade angesagt ist oder einen hohen Wieder- Sie ihn in Ihren persönlichen Interior-Stil mit einbeziehen, wenn
verkaufswert hat. Aber ein Sofa bleibt ein täglicher Gebrauchs- er die anderen Stücke der Einrichtung ergänzt. Klassiker lassen
gegenstand, der vor allem Ihnen gefallen muss. Es ist wichtig, sich sehr gut nutzen, um einen Komplementärpunkt zu einer
dass man nicht vor Ehrfurcht erstarrt. moderneren Einrichtung zu setzen.

Was gilt es, nach dem Kauf, im Laufe der Jahre, Auch Wittmann, als klassische Möbelwerkstatt,
zu bedenken? hat sein Portfolio in den vergangenen Jahren um
Klassiker müssen gut gepflegt werden. Das haben wir Designs von Jaime Hayon oder Sebastian Herkner
heute, aufgrund unkomplizierter Materialien, meist verlernt. Bei erweitert. Was sind Merkmale, die neues Design
einer Daunenpolsterung sollten Sie beispielsweise die Kissen klassisch und zeitlos wirken lassen?
regelmäßig aufschütteln. Und Sie müssen damit rechnen, dass Das Design sollte immer interessant sein, aber nie so, dass
Fotos CHRISTINA HÄUSLER (1)

es zu sehr aus dem Rahmen fällt. Man sollte es in ein nüchternes


genauso wie in ein expressives Interior integrieren können. Ein
wenig wie bei einem Menschen, der sich überall und in jeder Situ-
ation elegant bewegen kann. Klassiker sind Möbel, die universell
einsetzbar sein.

——— SPEZIAL
4/2019
Das Abo-Angebot gilt nur innerhalb Deutschlands und solange der Vorrat reicht. Ihr Geschenk erhalten Sie nach Zahlungseingang. Widerrufsgarantie siehe shop.jalag.de
A&W erscheint in der JAHRESZEITEN VERLAG GmbH, Harvestehuder Weg 42, 20149 Hamburg. Abonnentenvertrieb und Abonnentenbetreuung durch DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH, Tel.: 040 / 21 03 13 71, Fax: 040 / 21 03 13 72, E-Mail: leserservice-jalag@dpv.de
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