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Radiotechnik

Versuche
Elementar-System

Lectron
Lectron

LECTRON Experimentiersystem
Radiotechnik & Radio-Röhrentechnik
2. erweiterte Auflage
Autor
Gerd Kopperschmidt

3
4

4
34
Lectron
Anleitungsbuch
Radiotechnik
& Radio-Röhrentechnik
Herausgeber
Lectron
Eschersheimer Landstr. 26a
60322 Frankfurt
Tel.: +49 (0)69 90 50 12 82
Fax: +49 (0)69 90 50 12 83
Email: lectron@frankfurter-verein.de
www.lectron.de

5
6

Bauteile »Radiotechnik« Lectron 4


34

D
AM 220W

G 2x
Ge 10kW 100µF
S

120W 1,5kW 1,5kW


100kW 100kW 100kW
330pF 330pF 330pF

10µF
4,7kW 5,6kW 10kW 100kW 100kW 330pF 4,7nF

10µF

100kW 680kW

2 0,1µF 0,1µF 47pF


3 330kW
47pF

47nF 100µF 0,1µF 0,1µF


Bauteile Ausbausystem »Radio-Röhrentechnik«
(1,3) ~


250kW

L 2û
3x
1mF
250kW

500W R (2) ~

220W

560W 10kW 20kW 20kW 47kW 47kW 100kW


a’ a a g2 a g2
g’ g g1 g1 g1 s g3

6
100kW 2,2MW 47pF 330pF 4,7nF 47nF 47nF
k’ k k,g3 k,g3 k k
ECC
fm/s f 8x f f EL95 f f EF80

+ 0
g1 aP
Ant D aT g2
FM 10 10

10:1
2 10:1 4,7nF 5,6kW
0,1µF

3
Nf

3,9kW g3
56pF gT ECL
UAbst Ausg Mute Tuning
k,s f f 80

7
8

Verzeichnis der Versuche 4


34

Versuch Thema Seite Versuch Thema Seite Versuch Thema Seite


Zu diesem Kasten 9 20 Aufbau der Elektronenröhre 50 46 UKW - Empfänger mit Nf - Übertrager 104
1 Schallwandler 10 21 Stromversorgung 52 47 UKW - Empfänger mit Lautsprecher 106
2 Transistorverstärker 12 22 Stereo - Nf - Verstärker für Kopfhörer 54 48 UKW - Empf. m. zweistufigem Nf - Verst.108
3 Transistorverstärker mit npn - Transistor 14 23 Stereo - Nf - Verstärker mit ECC85 56 49 UKW - Empf. m. Röhren Nf - Verstärker 110
4 Zweistufiger Verst. mit kompl. Transistoren 16 24 Nf - Verstärker mit Ausgangsübertrager 58 50 UKW - Empf. m. 2 Spannungsversorgungen112
Schwingungen und Modulation 18 25 Nf - Verstärker mit Gitterstrom 60 51 Kombinierter UKW / MW Empfänger 114
5 Detektor 20 26 Zweistufiger Nf - Verstärker 62 52* UKW / MW Empfänger für Netzbetrieb 116
6 Abstimmkreis und Resonanz 22 27 Nf - Verstärker mit Leistungspentode 64
7 Kurzwellendetektor 24
53* Variante des UKW / MW Empfängers 118
28 Trafolose Endstufe mit EL95 66 54* MW / KW Audion m. PCL86 120
8 Antennenankopplung 26 29 Zweistufiger Nf - Verstärker mit ECL80 68
9 Einstufiger Transistorempfänger 28 55* MW / KW Audion m. PCL86 (Variante) 122
30* Detektor mit Röhre 70
10 Einstufiger KW-Transistorempfänger 30 56* UKW Empfänger mit NF-Verstärker 124
31 Detektor mit Triode 72
11 Zweist. Transistorempfänger 57* Lectron UKW - Empfänger Set 126
32 Audion mit Triode 74
mit Rückkopplung 32 58* Komb. MW / UKW Empf. mit PCL86 128
33 Zweistufiges Audion 76
12 Zweistufiger Transistorempfänger mit 34 Audion mit Rückkopplung 78
Weiterführende Hinweise 130
Rückkopplung und Lautsprecher 34 35* Audion mit PC86 / PC88 80 Bauteileliste 132
13 Dreistufiger Transistorempfänger 36 Audion mit Pentode EF80 82 Weitere Versuche 134
mit Lautsprecher 36 37 Audion mit Leistungspentode EL95 84 Ausschneidebogen 135
14 Abstimmbarer dreistufiger Transistor-
38* Audion mit Pentode EF98 86
empfänger mit Lautsprecher 38 *) Im Versuch 19 werden zwei Solarzellen aus dem LECTRON Experimen-
39 Dreistufiger Röhrenempfänger 88 tierkasten »Optoelektronik und Solartechnik« eingesetzt, die es auch
15 Dreistufiger Transistorempfänger
40 MW -Empfänger mit Abstimmdiode 90 einzeln unter der Bestellnummer 2610 bei LECTRON als Zukaufteil gibt.
mit Ferritantenne 40 Für die Versuche 30, 35 und 38 sind die Röhren EAA91, PC86 / PC88 bzw. EF98
41 Abstimmdiode bei inverser Polarität 92 erforderlich, die nicht im Experimentierkasten enthalten sind.
16 Transistorempfänger mit doppelter
Ausnutzung eines Transistors 42
Frequenzmodulation 94 Versuch 45 benötigt einen Operationsverstärker aus dem gleichnamigen LEC-
TRON Experimentierkasten oder als Zukaufteil (Bestell-Nr. 2439).
17 Transistorempfänger mit FET 44 42 UKW - Pendelaudion 96 Versuche 52 und 53 erfordern zusätzliche Verbindungsbausteine, Versuch 52
43 Der LECTRON UKW - Baustein 98 auch das Netzgerät (2601)
18 MW - Empfänger mit integriertem Zum Aufbau der Versuche 54, 55 und 58 werden neben der PCL86 weitere Ver-
Schaltkreis 46 44 UKW - Baustein mit Empfangsanzeige 100 bindungsbausteine eingesetzt.
Neue Bausteine werden in den Versuchen 55 und 56 vorgestellt.
19* MW - Empfänger mit Solarzelle 48 45* Empfangsanzeige mit Operationsverstärker 102
Lectron
Einsetzen in die Röhrenbausteine darf keine Gewalt Schaltung sorgfältig kontrolliert werden, ehe die
angewendet werden. Der Baustein sollte auf einer Versorgungsspannung angelegt wird.
Zu diesem Kasten festen ebenen Fläche liegen und die zugehörige Bei Beachtung dieser Regel wird derjenige, der über-
Röhre senkrecht eingesetzt werden, was anfangs haupt keine Elektronik - Vorkenntnisse besitzt, ge-
Die Zusammenstellung von LECTRON Bausteinen in etwas schwer gehen kann. nauso funktionierende Schaltungen aufbauen kön-
diesem Experimentierkasten erlaubt es, zunächst Der Aufbau der verschiedenen Schaltungen ist ohne nen wie jemand, dem die einzelnen Funktionen der
verschiedene Grundschaltungen der Radiotechnik besondere Vorkenntnisse möglich. Die standardi- verwendeten Bauteile bereits geläufig sind. Für letz-
mit Transistoren aufzubauen: Vom einfachen De- sierten LECTRON Bausteine enthalten entweder ein teren sind die Erklärungen und zusätzlichen Erläu-
tektorempfänger, der ohne Batterie betrieben wird, elektronisches Bauelement oder Verbindungslei- terungen über Schaltungsbesonderheiten gedacht.
bis zum Verstärker mit vier Transistorfunktionsstu- tungen; sie haften mit Magnetkraft an den Kon- Alles von Grund auf zu erklären und herzuleiten
fen und Lautsprecherbetrieb. Mit allen Radios kön- taktplättchen aneinander und an der Grundplatte, hätte den Umfang des Kastens gesprengt. Wer nach
nen Sender im Kurz- und im Mittelwellenbereich wodurch sie elektrisch miteinander verbunden wer- Durchführung der Experimente gerne tiefer in das
empfangen werden. den. Durch sinnvolles Aneinanderreihen der Bau- hochinteressante Gebiet der Elektronik eintauchen
Ab Versuch 20 wird es dann mit dem Ausbau- Sys- steine nach der jeweiligen Vorlage entstehen so möchte, dem seien das LECTRON ‘Einsteiger’ - Sys-
tem nostalgisch; es werden entsprechende Schal- funktionsfähige Schaltungen; gleichzeitig ist auf tem oder das LECTRON ‘Start- und Ausbausystem’
tungen bis zum UKW - Empfänger gezeigt, die mit den weißen Abdeckungen das normgerechte mit ihren ausführlichen und leicht verständlichen
»modernen« Elektronenröhren arbeiten und zwar Schaltbild zu sehen. Diese einfache Handhabung, Anleitungsbüchern empfohlen.
mit niedrigen Anodenspannungen (max. 50 V), so ohne beispielsweise etwas löten zu müssen, zeich- Für Elektronik Experten, die sich auf speziellen Ge-
dass man gefahrlos in die Schaltung fassen kann. net das LECTRON System gegenüber anderen ver- bieten, wie Digitaltechnik, Optoelektronik- und So-
Etwas Vorsicht sollte man jedoch walten lassen, gleichbaren Experimentierkästen aus. lartechnik, Kfz - Elektronik, Schrittmotoren, Opera-
denn die Röhren werden bei längerem Betrieb heiß. Die Schaltungen sind erprobt und werden bei rich- tionsverstärkern und Schwellwertlogik weiter bil-
Die dem Kasten beigegebenen Röhren sind unge- tiger Zusammenlegung der Bausteine funktionie- den möchten, gibt es bei LECTRON ein ganzes Spek-
brauchte Lagerexemplare (NOS = new old stock) aus ren; trotzdem ist sorgfältiges Vorgehen angebracht. trum von entsprechenden Experimentierkästen. Die
früherer Produktion diverser Hersteller oder ge- Halbleiter, wie Diode und Transistoren, können bei Bausteine des vorliegenden Kastens können selbst-
brauchte Exemplare, die für unsere Experimente fehlerhafter Beschaltung leicht zerstört werden verständlich bei diesen Ergänzungskästen weiter
noch eine ausreichende Emission aufweisen. Beim und sind dann unbrauchbar. Deswegen sollte jede verwendet werden.

9
Versuch 10

01
Lectron
Versuch 1 ckelte SPULE (3) besteht aus äußerst dünnem Kup-
ferdraht. Vor der Spule befindet sich eine runde
Schallwandler
STAHLMEMBRAN (4), die wie eine Rasierklinge federt.
Wenn man wie beim Rundfunk akustische Schwin- 3 1 Aus dem GEHÄ USE (5) führen 2 ANSCHLUSSDRÄ HTE (6)
gungen (Schall, Sprache, Musik) über weite Entfer- heraus, welche die Enden der Spule mit den Seiten-
nungen drahtlos übertragen will, müssen diese kontakten des Ohrhörerbausteins verbinden. Wenn
Schwingungen (Schwankungen des Luftdrucks) zu- nun ein Strom durch die Spule fließt, erzeugt sie ein
nächst in elektrische Signale umgesetzt werden. Magnetfeld, das zusammen mit dem Feld des Stab-
Schall
Normalerweise geschieht das in einem Mikrofon. magneten die Membran mehr oder weniger an-
Aber auch der im Kasten vorhandene Ohrhörer ist zieht; aber nur wenn sich die Membran aufgrund
dazu in der Lage. eines wechselnden Stromes bewegt, entstehen
In unserem ersten Versuch fügen wir die Anschluss- durch diese Bewegung Schallwellen, die wir hören.
bausteine der beiden Ohrhörer auf der Aufbauplat- Fließt ein konstanter Strom springt die Membran in
te aneinander und schalten sie in Reihe durch den eine andere Stellung (wir hören einmalig einen
beiderseitigen Abschluss mit den Massebausteinen. 6 2 4 5 Knacks) und verharrt dort.
Die bei dem Experiment verwendeten Ohrhörer sind Strom Auf der Mikrofonseite passierte vorher genau das
gleichartig aufgebaut und wir verwenden den einen Umgekehrte: Schallwellen (nämlich die Luftdruc-
als Mikrofon und den anderen als Hörer. Der erste kschwankungen) treffen auf die Membran und be-
wandelt Schallwellen in winzige elektrische Signa- wegen sie ein wenig, was zu Änderungen im Mag-
le um, die der andere wieder in hörbare Schallwel- netfeld führt und weiter in winzigen Induktions-
len zurück wandelt. Klopfen wir beispielsweise mit wendete Wandler ist dann der Hörer und umge- spannungen, die an den Spulenenden abgenommen
dem Fingernagel dagegen oder pusten über die Öff- kehrt. werden können, resultiert.
nung, so ist eine sehr leise Wiedergabe im anderen Dieses Verhalten wird uns klar, wenn wir uns den Ein Kopfhörer ist ein empfindliches Nachweisin-
vernehmbar. Wir können - weil beide Wandler Aufbau des Ohrhörers genauer ansehen: Im Inneren strument für Wechselströme; mit ihm sind noch
gleich aufgebaut sind - die Signalflussrichtung verbirgt sich ein STABMAGNET (1) mit einem ringför- Ströme im Mikroampere-Bereich hörbar zu ma-
auch vertauschen: Der zunächst als Mikrofon ver- migen POLSCHUH (2). Die um den Magneten gewi- chen.

11
Versuch 12

02

330kW

0,1µF
Lectron
Dazu bauen wir die Schaltung des zweiten Exper- wurde und man mit negativen Spannungen arbei-
imentes auf. An die Basis des Transistors legen wir tete.
den als Mikrofon verwendeten Ohrhörer in Reihe Im Gegensatz zur Digitaltechnik, in der der Transis-
mit einem Koppelkondensator; in den Kollektorkreis tor als Schalter benutzt wird und nur die beiden Zu-
des Transistors den zweiten Ohrhörer als »Lautspre- stände »gesperrt« und »gut leitend« kennt und dabei
cher«. Kratzen wir jetzt am Mikrofon, ist die Wie- keinen Basisstrom bzw. ausreichend Basisstrom
dergabe erheblich lauter. Allerdings sind Mikrofon zum niederohmigen Durchschalten bekommt, wird
und Lautsprecher nicht mehr gleichberechtigt. er hier als Verstärker in einem Zwischenbereich be-
Konnten wir im ersten Experiment beide Hörer so- trieben. Kleine Änderungen des Basisstroms wirken
wohl als Mikrofon wie auch als Hörer nutzen, so hat sich dann als große Änderungen des Kollektor-
jetzt Klopfen oder Kratzen am Hörer in der Kollek- stroms aus. Damit der Transistor seinen Arbeits-
torleitung keine Wirkung mehr auf den Hörer in der punkt in diesem Zwischenbereich hat, bekommt er
Basisleitung. bereits ohne Anliegen des zu verstärkenden Signals
Wir haben diesen Verstärker stilecht mit einem pnp einen geringen Basisstrom.
- Germanium - Transistor aufgebaut. Die ersten In unserer Verstärkerschaltung sorgt der 330 kW Wi-
Transistoren waren aus dem Halbleitermaterial Ger- derstand vom Kollektor dafür, dass der Transistor
manium aufgebaut, wobei pnp die Folge der drei ohne Ansteuerung bereits in diesem Zustand arbei-
mit entsprechenden Fremdatomen dotierten tet, er legt also seinen Arbeitspunkt fest. Das »Mi-
Versuch 2 Schichten des Transistors (Emitter, Basis, Kollektor) krofon« darf nun nicht direkt an die Basis ange-
bezeichnet. Die Größe des vom Emitter zum Kollek- schlossen werden, da sein Innenwiderstand von ca.
Transistorverstärker
tor fließenden Stroms, des Kollektorstroms, wird 600 W den Arbeitspunkt in den Sperrbereich des
Ein besseres Ergebnis erhalten wir, wenn wir zwi- beim Transistor vom ca. 50 - 100 mal kleineren Ba- Transistors verschöbe. Da wir ohnehin nur die im Mi-
schen Mikrofon und Hörer einen Transistorverstär- sisstrom gesteuert. Dazu muss bei einem pnp - Tran- krofon erzeugte Wechselspannung verstärken wol-
ker bauen, der die vom Mikrofon erzeugten winzi- sistor der Emitter auf höherem Potential als die bei- len, eignet sich ein 0,1µF Kondensator gut als Kop-
gen Spannungen verstärkt, ehe sie vom anderen den anderen Elektroden liegen, so dass in den ersten pelelement; er lässt Wechselspannung passieren
Wandler wieder in akustische Signale zurück ge- Transistorschaltungen der Pluspol der Versorgungs- und sperrt die Gleichspannung ab, der vorher einge-
wandelt werden. spannung als Bezugspotential an Masse gelegt stellte Arbeitspunkt bleibt somit erhalten.

13
Versuch 14

03

100kW

0,1µF
Lectron
Versuch 3
Transistorverstärker mit npn - Transistor
Wir können eine Schaltung mit gleicher Funktion
auch mit einem moderneren Silizium npn - Transis-
tor aufbauen und erhalten die oben abgebildete
Konfiguration. Es ist zu beachten, dass jetzt der Mi-
nuspol der Batterie am Bezugspotential Masse
liegt. Die Schaltung sieht auf den ersten Blick etwas
umfangreicher aus als die des Versuchs 2; das liegt
aber lediglich daran, dass es im LECTRON-System
keinen npn - Transistorbaustein mit eingebautem
Widerstand und einer Emitter-Verbindung zur
Masse gibt.
Allgemein lassen sich Schaltungen, die mit pnp -
Transistoren aufgebaut sind, in solche mit npn -
Transistoren umwandeln und umgekehrt, indem
man alle Transistoren durch ihre komplementären
Typen ersetzt, sowie alle Dioden, Elektrolytkonden-
satoren und die Versorgungsspannung umpolt.
Beim Aufbau eines Röhrenverstärkers werden wir
noch einmal zum Vergleich auf diese Schaltung mit
einem npn - Transistor zurück kommen.

15
Versuch 16

04

Schall
M L Akustische Kopplung

Magnetfeld
M L
Induktive Kopplung
10kW

100kW
M
0,1µF 100kW
Elektrisches Feld
Kapazitive Kopplung

0,1µF
L
Lectron
Möglichkeit auf, indem wir eine npn- Stufe mit waren die Phasen von Ein- und Ausgangssignal zu-
einer pnp - Stufe koppeln. Auch der umgekehrte Fall einander invertiert oder hatten eine Phasenver-
ist möglich, ohne dass wir es jetzt ausführen wol- schiebung von 180°. Schalten wir jedoch zwei Stu-
len. fen hintereinander, so führt die zusätzliche Inver-
Bei so hohen Verstärkungen kommt es leicht zu tierung der weiteren Stufe dazu, dass Ein- und Aus-
einer Erscheinung, die wir alle von öffentlichen Ver- gangssignal wieder in Phase sind, die Phasenver-
anstaltungen kennen, auf denen Sprache oder schiebung beträgt 360° oder wieder 0°. Bei solchen
Musik von einem Mikrofon aufgenommen und wei- zweistufigen Verstärkern kommt es also sehr leicht
ter verstärkt über Lautsprecher wieder abgegeben zur Selbsterregung. Wir können das demonstrieren,
werden, nämlich der RÜ CKKOPPLUNG. Statt der Spra- indem wir den Lautsprecher in die Nähe des Mikro-
che oder Musik hören wir dann ein schrilles Pfeifen. fons bringen. Sollte dann wider Erwarten das Pfei-
Das Mikrofon empfängt zu große Anteile dessen, fen nicht auftreten, muss ein Kopfhörerbaustein in
was der Lautsprecher abgibt, der Verstärker ver- der Schaltung um 180° gedreht werden.
stärkt es weiter, das Mikrofon empfängt diese wei- Die Rückkopplung kann auf verschiedene Art zu-
Versuch 4 ter verstärkten Anteile, gibt sie wieder auf den Ver- stande kommen, sie ist nicht auf die eben beschrie-
stärker, usw, usw. … Das System aus Mikrofon, Ver- bene AKKUSTISCHE RÜ CKKOPPLUNG beschränkt. Auch
Zweistufiger Verstärker mit komplemen- stärker und Lautsprecher benötigt zum Anschwin- KAPAZITIVE RÜ CKKOPPLUNGEN über das elektrische
gen nicht einmal eine Anregung mit einem Nutzsig- Feld, beispielsweise über ungünstig zueinander ver-
tären Transistoren
nal, um sich hoch zu schaukeln; das stets vorhande- legte signalführende Leitungen, oder induktive Rüc-
Ist die Verstärkung einer Stufe nicht ausreichend, ne Eigenrauschen reicht bei genügend hoher Ge- kkopplungen über das verkoppelte magnetische
so können wir eine weitere Stufe an die erste an- samtverstärkung aus, das System in diesen Zustand Feld zweier Spulen führen zu der beschriebenen Er-
koppeln. Die Gesamtverstärkung ergibt sich dann zu bringen. Allerdings muss neben einer ausrei- scheinung.
aus dem Produkt der Einzelverstärkungen und wird chenden Verstärkung noch eine andere Bedingung Dass das normalerweise bei Verstärkern uner-
dadurch leicht sehr hoch. Das funktioniert natürlich erfüllt sein: Die so genannte PHASENLAGE des Aus- wünschte Auftreten der Rückkopplung auch sinn-
sowohl bei Stufen, die mit pnp - als auch bei sol- gangssignals muss gleich der des Eingangssignals voll genutzt werden kann, werden wir später in den
chen, die mit npn - Transistoren aufgebaut sind. In sein, sonst kommt es nicht zur Selbsterregung. Schaltungen zum Empfang von Rundfunksendern
unserer Versuchsschaltung zeigen wir eine weitere Bei unseren einstufigen Transistorverstärkern zeigen.

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18
Senderseitige Signale Empfängerseitige Signale

4) Empfangssignal

1) Nf - Signal

5) verstärktes Empfangssignal

2) Hf - Träger unmoduliert

6) gleichgerichtetes
(demoduliertes) Signal

3) moduliertes Sendesignal

7) Nf - Signal
Lectron
Frequenzen im so genannten TONFREQUENZ- oder NIE- In der Fachsprache ist die Hochfrequenz der TRÄ GER,
DERFREQUENZBEREICH; er erstreckt sich von 20 Hz man spricht von einer TRÄ GERFREQUENZ und einer AM-
(Hertz) bis 20 kHz (20 bis 20000 Schwingungen pro PLITUDENMODULATION. Modulierte hochfrequente
Sekunde). Selbst bei äußerst starker Verstärkung Schwingungen werden also von der Sendeantenne
würde eine Sendeantenne diese Frequenzen im Nie- abgestrahlt, breiten sich durch den freien Raum aus
derfrequenzbereich (Nf) kaum abstrahlen, ein und bringen so das moduliertes Signal an unsere
drahtloser Rundfunkempfang wäre nicht möglich. Empfangsantenne. Dieses im allgemeinen äußerst
Anders sieht es dagegen mit Frequenzen im HOCH- schwache Signal (4) ist in der Lage, winzige Span-
FREQUENZBEREICH (Hf) aus. Wenn wir uns die Skala nungen in der Empfangsantenne zu erzeugen, die
eines Rundfunkgerätes betrachten, werden wir bei- wir »weiter verarbeiten« müssen, um die aufmodu-
spielsweise für den »Mittelwellenbereich« Fre- lierte Niederfrequenz wieder zu gewinnen und in
quenzangaben von 550 kHz bis 1500 kHz entde- für uns hörbare akustische Schwingungen umzu-
cken (2). Dass wir diese Frequenzen als Ton nicht setzen (5 bis 7).
mehr wahrnehmen können, dürfte verständlich In den Abbildungen sind die einzelnen Stationen
sein. Aber doch empfangen wir Sender auf einer die- der Signalverarbeitung gezeigt. Das Signal von der
ser Frequenzen. Antenne wird zunächst verstärkt und wir erhalten
Schwingungen und Modulation Man benutzt diesen Frequenzbereich und noch ein Signal, wie es in Abbildung 5 dargestellt ist. Um
weitaus höhere, weil die Ausbreitungsbedingungen die Niederfrequenz vom hochfrequenten Träger zu
In unseren ersten Experimenten bauten wir Mikro- einer elektromagnetischen Welle mit solch hoher trennen, muss das Signal gleichgerichtet oder DEMO-
phonverstärker auf, mit deren Hilfe wir in der Lage Frequenz im freien Raum sehr günstig sind und ar- DULIERT werden. Das so erhaltene Signal (6) wird
waren, akustische Schwingungen (Schall, Sprache, beitet dabei mit einem Trick: Die Hochfrequenz noch geglättet, indem man die hochfrequenten An-
Musik) in elektrische Signale umzusetzen, zu ver- wird mit der Niederfrequenz MODULIERT, indem man teile entfernt, ehe man es einem Kopfhörer zuführt
stärken, über eine Leitung zu übertragen und wie- deren Amplitude (Höhe) im Takte der Niederfre- (7). Möglich ist auch eine weitere Verstärkung des
der in akustische Signale zurück zu wandeln. Wir quenz schwanken lässt (3). Wie das technisch ge- niederfrequenten Signals, um einen Lautsprecher
wollen nun sehen, wie man ohne den Draht aus- macht wird, würde den Rahmen des Experimentier- damit anzusteuern. Die Weiterverarbeitung im Emp-
kommt, also drahtlos überträgt. kastens sprengen und soll deswegen nicht be- fänger wollen wir uns in den folgenden Experimen-
Diese akustischen Signale (Oszillogramm 1) haben schrieben werden. ten genauer ansehen.

19
Versuch 20

05

Erde Antenne

Ge
47pF

4,7nF
stammt auch der Name für diese einfache Emp-
Lectron
ten Sender von den anderen zu trennen. Deswegen
fangseinrichtung. wird ein »Eingangskreis«, bestehend aus einer Spule
Wenn wir uns in einer einigermaßen günstigen und einem veränderbaren Kondensator, einem DREH-
Lage zu einem Mittelwellensender befinden, so KONDENSATOR, benötigt. Drehen wir am Abstimm-
haben wir zu jeder Tageszeit mit Hilfe einer Hoch- kondensator, so finden wir eine Stellung, in der wir
antenne (langer außerhalb des Gebäudes isoliert be- einen bestimmten Sender am lautstärksten emp-
Versuch 5 festigter Draht) einen ausreichenden Empfang, es fangen. Der Eingangskreis liegt dann in RESONANZ
trifft noch genügend Energie vom Sender auf unse- zur Frequenz des gerade eingestellten Senders. Alle
Detektor re Empfangsantenne und regt sie zum Mitschwin- anderen Senderfrequenzen werden unterdrückt.
Wir wollen zunächst - wie in der Frühzeit der Rund- gen an. Abends nach Sonnenuntergang ist der Emp- Die ankommende hochfrequente Wechselspan-
funktechnik üblich - mit einem sogenannten De- fang generell besser, da sich dann speziell im Mit- nung des eingestellten Senders wird von der Diode
tektor versuchen, ohne Batterie und damit ohne telwellenbereich die Ausbreitungsbedingungen ver- gleichgerichtet und die Ohrhörermembran bewegt
weitere Verstärkung (5) das Empfangssignal (4) zu bessern. sich im Takte der umhüllenden Wechselspannung ,
demodulieren. Um aus dem Empfangssignal das auf- Bei aufziehendem Gewitter sollten keine Emp- die ja das Nutzsignal ist: Wir hören die vom Sender
modulierte Nutzsignal zu erhalten, müssen wir die fangsexperimente mit der Hochantenne durchge- ausgestrahlte Sprache oder Musik. Der parallel ge-
eine Hälfte »abschneiden«, es also gleichrichten. führt werden. Am bestens ist es, auch die Antenne schaltete Kondensator schließt die Hochfrequenz-
Die Ohrhörermembran kann ohnehin nicht der rechtzeitig abzubauen oder außerhalb des Gebäu- reste kurz.
Hochfrequenz folgen, aber auch nicht das sie um- des gut zu erden. Es ist wichtig, dass wir zum Demodulieren die Ger-
hüllende Nutzsignal wiedergeben, da es stets so- Wir bauen unsere Schaltung auf und schließen die maniumdiode aus dem Experimentierkasten und
wohl im positiven wie im negativen Spannungsbe- Antenne an. Von ihr gelangt ein ganzes Gemisch keine andere Diode (die alle höhere Schwellenspan-
reich vorkommt und das resultierende Signal stets von Wechselspannungen der verschiedenen Sende- nungen haben und deswegen zum Gleichrichten
gleich Null ist. Das Gleichrichten oder Demodulie- stationen mit ihren unterschiedlichen (Träger-) Fre- des schwachen Antennensignals nicht geeignet
ren geschieht mit der Germaniumdiode. In der Pio- quenzen an den Abstimmbaustein. Die Antenne be- sind) verwenden.
nierzeit des Rundfunks wurde ein Bleiglanzkristall vorzugt zwar den Sender, dessen Trägerfrequenz ge- Versuchsweise können wir zur Empfangsverbesse-
(Bleisulfid) verwendet, auf dem mit einer Drahtspit- rade so hoch ist, dass die dazu gehörige Wellenlän- rung auch noch »Erde« anschließen, und zwar ver-
ze zunächst eine zum Gleichrichten geeignete Stel- ge auf die Antenne »passt«, diese Selektion ist aber binden wir dazu die Aufbauplatte (Masse) mit der
le detektiert (gefunden) werden musste; daher bei weitem nicht ausreichend, um einen gewünsch- Wasserleitung oder der Heizung.

21
Versuch 22

06

Antenne
(Erde)

Ge
47pF

100kW
330pF

4,7nF

MW-Kreuzwickel-
spule mit Ferritkern
Lectron
genau diese Frequenz haben, hat der PARALLEL- größeren Lautstärke eines schwach empfangenen
Versuch 6 Senders erkennen, dass im Vergleich zur Detektor-
SCHWINGKREIS bei Vernachlässigung des Spulenwi-
Abstimmkreis und Resonanz derstandes und der Leckströme im Kondensator schaltung des vorherigen Versuchs die Verluste ge-
einen unendlich hohen Widerstand. Für Wechsel- ringer sind. Abstimmen ist jetzt nicht nur mit dem
Bevor wir eine verbesserte Detektorschaltung auf- ströme mit abweichender Frequenz ist er mehr oder Drehkondensator, sondern auch mit dem Ferritkern
bauen, wollen wir uns näher mit der Wirkung des weniger hoch, sie werden geschwächt. Darauf be- möglich. Die Spule im Abstimmbaustein besteht
SCHWINGKREISES befassen, so heißt nämlich die ruht die Selektion eines Senders mit bestimmter Trä- zwar auch aus verlustarmer Hf - Litze, ist allerdings
Schaltung, die sich in dem Abstimmbaustein befin- gerfrequenz im so genannten ABSTIMM- oder RESO- nicht so kapazitätsarm gewickelt, was später, wenn
det. Das Antennensignal gelangt über den 47pF Kop- NANZKREIS. wir Empfänger mit Verstärkerstufen aufbauen,
pelkondensator auf eine Anordnung von einem Kon- Im praktischen Fall kann hauptsächlich der Spulen- nicht so entscheidend ist wie bei einem Detektor, da
densator, dessen Kapazität von 5pF bis ca. 250pF widerstand nicht vernachlässigt werden, der Wi- die Verluste wieder ausgeglichen werden können.
einstellbar ist und eine Spule (Induktivität); beide derstand des Parallelschwingkreises bleibt im Reso-
sind parallel gegen Masse geschaltet. Für Gleich- nanzfall deswegen endlich. Wie hoch er wird, hängt
strom stellt die Spule mit ihrem fast vernachlässig- wesentlich davon ab, welche Materialien und wel- Der induktive Scheinwiderstand einer Spule
baren Drahtwiderstand einen Kurzschluss gegen che Konstruktion für die Spule verwendet werden. mit der Induktivität L ist:
Masse dar. Für Wechselströme mit sehr hoher Fre- Anfangs verwendete man für Hochfrequenzspulen XL = wL = 2pfL,
quenz ist sie dagegen ein sehr großer Widerstand; Zylinderspulen auf Isolierröhrchen, bei denen die der kapazitive Scheinwiderstand eines
diese werden über den veränderbaren Kondensator Windungen der Wicklung nebeneinander aufge- Kondensators mit der Kapazität C:
kurzgeschlossen. Kondensator und Spule verhalten bracht waren, was viel Raum einnahm. Später wur- XC = 1/wC = 1/2pfC
sich gegenüber Wechselströmen entgegengesetzt. den einfache zylindrische Wickelkörper mit Kreuz- Im Resonanzfall ist XL = XC oder
Der INDUKTIVE WIDERSTAND einer Spule wird mit zu- spulenwicklung (besonders kapazitätsarm) aus Hf - wL = 1/ wC
nehmender Frequenz größer, der KAPAZITIVE WIDER- Litze mit einem Ferritkern zum Einstellen der ge- w2 = 1/LC
STAND eines Kondensators kleiner. Sind Spule und wünschten Induktivität verwendet. Dieser Kern Mit w = 2pf ergibt sich daraus für die
Kondensator - im Abstimmbaustein - parallel ge- kann dazu mehr oder weniger tief in die Spule ge- Resonanzfrequenz:
schaltet, so gibt es für eine bestimmte Frequenz, die dreht werden. fres = 1/2pÖLC
RESONANZFREQUENZ fres = 1/2pÖLC, den Fall, dass Unser Mittelwellen - Spulenbaustein enthält eine
beide gleich groß sind. Für Wechselströme, die solche hochwertige Spule und wir werden an der

23
Versuch 24

07

Antenne
(Erde)

Ge
47pF

100kW
330pF

4,7nF

KW-Cu-Lackdraht-
spule mit Ferritkern
Lectron
draht aufgebaut sind. Wir dürfen an die Empfangs- ist, wird bei einer Empfangsfrequenz im 49 m Kurz-
Versuch 7 qualitäten keine überzogenen Erwartungen stellen, wellenband von fres = 6 MHz eine Bandbreite von
insbesondere, was die Trennschärfe angeht. Wahr- 60 kHz erzielt. Nun sind aber die Abstände der Kurz-
Kurzwellendetektor
scheinlich werden wir mehrere Sender gleichzeitig wellensender häufig nur 10 kHz und weniger aus-
Mit unserem Mittelwellendetektor werden wir tags- hören. Das liegt daran, dass die Güte, und damit die einander, so dass der Abstimmkreis sie nicht mehr
über nur einen Sender empfangen, wenn wir in der Selektion, unseres Abstimmkreises nicht ausrei- trennen kann und wir mehrere gleichzeitig hören.
Nähe eines Mittelwellensenders wohnen. Abends, chend hoch ist. Da wir nicht mit idealen Bauteilen
nach Sonnenuntergang verbessern sich die Emp- arbeiten, ist die im letzten Versuch beschriebene Re-
fangsverhältnisse auch von Sendern aus anderen sonanzkurve mehr oder weniger flach und neben u
Kontinenten geradezu dramatisch, weil dann an dem gewünschten Sender kommen weitere, die auf
elektrisch leitenden oberen Luftschichten der Erde, benachbarten Frequenzen senden, ebenfalls nahe- 100%
der Ionosphäre, die Funkwellen gerade der Fre- zu ungeschwächt durch unseren Abstimmkreis. Ein
quenzen des Mittelwellenbereichs reflektiert wer- Maß für dessen Trennschärfe ist die Güte g. Sie ist
den und dadurch die Reichweite der Sender zu- definiert als
70%
nimmt. Wollen wir also bereits am Tage, wenn die re- Güte = Resonanzfrequenz / Bandbreite
flektierende Schicht noch nicht so ausgebildet ist, g = fres / b
Empfang haben, müssen wir auf den Bereich der Die Bandbreite eines (Abstimm- )Kreises setzt sich
Kurzwelle (3 - 20 MHz) ausweichen. Wir benötigen aus dem Frequenzbereich oberhalb und unterhalb
dafür natürlich einen Abstimmkreis, der für diese der Resonanzfrequenz zusammen, bei dem die auf
Frequenzen geeignet ist. Den Drehkondensator be- 100% bei der Resonanzfrequenz gesetzte Span-
halten wir bei und tauschen nur die Spule, die jetzt nung jeweils auf 70% abgefallen ist. Es gilt:
eine kleinere Induktivität haben muss, aus. Im Ex- Je höher die Güte, desto geringer ist die Bandbreite
perimentierkasten gibt es mehrere Kurzwellenspu- und desto besser werden störende Nachbarfre-
len, die für unterschiedliche Frequenzbereiche quenzen unterdrückt. fres f
(Kurzwellenbänder) geeignet sind. Im Vergleich zur Ein Beispiel soll das verdeutlichen. Wenn wir mit un-
Mittelwellenspule fällt auf, dass sie weniger Win- seren Kurzwellenspulen und dem Drehkondensator b
dungen (ca. 20 - 30) haben und aus Kupferlack- eine Güte g = 100 erreichen, was bereits sehr gut

25
Versuch 26

08

(Erde)

Antenne Antenne
(Erde)

Cx
Ge
47pF

100kW
330pF

4,7nF

(Erde)
Antenne
stung des als ideal angenommenen Generators wird
Lectron
ne wie ein parallel geschalteter Widerstand aus, der
dann in jedem der beiden Widerstände umgesetzt. die Güte des Kreises etwa auf die Hälfte herabsetzt;
Nun wäre es wirklich Zufall, wenn wir beim einfa- der Resonanzwiderstand beträgt also 6,65 kW, was
chen Anschließen eines Stücks Draht an unseren Ab- für den Antennenwiderstand von 60 W keineswegs
stimmkreis Leistungsanpassung erreicht hätten. Leistungsanpassung ist. Der Antennenwiderstand
Wir wollen deswegen mit einer detaillierteren Be- muss dafür um den Faktor 6,65 / 60 = 110 hoch-
trachtung herausfinden, wie wir Leistungsanpas- transformiert werden. Ein Transformator muss des-
Versuch 8 sung erreichen können. wegen das Wicklungsverhältnis Ö110 » 11 haben.,
Dazu gehen wir von unserem Detektor für Kurzwel- Bei einer Windungszahl von 33 der Abstimmspule
Antennenankopplung lenempfang aus. Eine gute Kurzwellenantenne ist bedeutet das eine Windungszahl von 3 für die An-
In unseren bisherigen Versuchen haben wir die An- ein Dipol, bestehend aus zwei lang ausgespannten tennenspule. Die LECTRON Abstimmspulen haben
tenne, ohne darüber nachzudenken, einfach an den Drähten, beispielsweise jeder 12,5 m lang. Ein abge- deswegen noch eine weitere Spule zum Anschluss
Abstimmkreis angeschlossen und hatten damit stimmter Dipol mit der Länge (eines Drahtes) von der Antenne mit 1/10 der Windungszahl der Haupt-
meistens wohl Erfolg: Wir empfingen mehrere Sen- l/4 (l ist die Wellenlänge des Senders, wir empfan- spule.
der und die Abstimmung funktionierte auch. Bei gen also Sender aus dem 49 m Band, entsprechend Meistens haben wir aber gar keinen Dipol, sondern
Rundfunkempfängern und gerade beim Detektor der Trägerfrequenz f = 6 MHz) wirkt für seine Reso- nur einen einfachen, evtl. auch zu kurzen Draht mit
ohne nachträgliche Verstärkung kommt es aber da- nanzfrequenz wie ein Widerstand von 60 bis 70 W. der Impedanz von 25 W oder weniger. Hier kann
rauf an, möglichst viel der Energie, die die Antenne Die von der Dipolantenne aufgefangene Energie eine Ankopplung der Antenne über einen Koppel-
auffängt, dem angeschlossenen Empfänger - und wird mit geringsten Verlusten zum Eingangskreis kondensator mit C = 200 pF / 11 = 18 pF ebenso
hier dem Abstimmkreis - zur Verfügung zu stellen. transportiert, wenn der Wellenwiderstand des An- günstig sein. Es lohnt sich also, mit dem Cx - Bau-
Betrachten wir die Antenne als Generator mit tennenkabel ebenfalls 60 W hat. Nehmen wir an, stein den eingebauten 47 pF Koppelkondensator zu
einem Innenwiderstand, so wissen wir, dass ein Ma- dass der Drehkondensator im Abstimmkreis bei umgehen und andere Werte auszuprobieren. Die
ximum an Energie oder Leistung an die angeschlos- C = 200 pF steht, so hat er einen Scheinwiderstand Versuchsschaltung gibt die drei Möglichkeiten der
sene Stufe weiter gegeben wird, wenn LEISTUNGSAN- von XC = 1/2pfC = 133 W. Gehen wir von einer Güte Antennenankopplung wieder. Allgemein können
PASSUNG vorliegt; dies ist der Fall, wenn Innenwider- g = 100 aus, so ist der Resonanzwiderstand unseres kurze Antennen fester angekoppelt werden, lange
stand des Generators und angeschlossener Lastwi- Abstimmkreises 100 x 133 W = 13,3 kW. Antennen mit loser Kopplung ergeben allerdings
derstand gleich groß sind. Jeweils die Hälfte der Lei- Vom Abstimmkreis aus betrachtet sieht die Anten- bessere Ergebnisse.

27
Versuch 28

09
Antenne
(Erde)

330kW

Ge
47pF 0,1µF

4,7nF

Antenne
(Erde)

330kW

47pF Ge

4,7nF
Lectron
wir nun eine Transistorverstärkerstufe anschließen.
Wir belassen zunächst noch einen Ohrhörer an der
Diode und schließen nur den zweiten zwischen Tran-
sistor und Batterie an. Der Vergleich der beiden Ohr-
hörersignale zeigt uns den deutlichen Unterschied
zwischen unverstärktem und verstärktem Ein-
gangssignal. Nach diesem Vergleich sollte der linke
Hörer entfernt und in Reihe zum rechten geschaltet
werden.
Wenn die Germaniumdiode so wie in der Abbildung
geschaltet ist, brauchen wir keinen Koppelkonden-
sator vorzusehen. Für die Basisvorspannung des
Transistors arbeitet sie in Sperrrichtung und der Ar-
beitspunkt des Transistors verschiebt sich durch die
Ankopplung des Detektorteils nicht. Der 0,1µF Kon-
densator sollte trotzdem wieder in die Schaltung
eingefügt werden, dann ist es gleichgültig, wie
herum die Diode eingebaut ist; der Arbeitspunkt
wird nur durch den 330 kW Widerstand festgelegt.
Auch kann man wieder ausprobieren, ob die Emp-
fangsverhältnisse sich verbessern, wenn man die
Erde anschließt. Versuchsweise kann bei starken
Sendern die Germaniumdiode entfernt und die An-
Versuch 9 kopplung nur über einen 0,1µF Kondensator vorge-
nommen werden, dann übernimmt die Basis -
Einstufiger Transistorempfänger
Emitter - Diode des Transistors die Gleichrichtung
An unsere Detektorschaltung aus Versuch 5 wollen des vom Abstimmkreis gelieferten Signals.

29
Versuch 30

10

Antenne
(Erde) 330kW

Ge
0,1µF
100kW
330pF

47pF 4,7nF
Lectron

Versuch 10
Einstufiger KW-Transistorempfänger
Natürlich ist es auch möglich, den Detektorschal-
tungen aus Versuch 8 einen einstufigen Transistor-
verstärker nachzuschalten. Bei der Ankopplung
müssen wir immer darauf achten, die Germanium-
diode »richtig« herum in die Schaltung zu setzen
oder besser noch einen Koppelkondensator zusätz-
lich zu verwenden, damit der Arbeitspunkt des Tran-
sistors erhalten bleibt.
Auf jeden Fall sollten die verschiedenen Antennen-
ankopplungen auch bei diesem einstufigen Transis-
torempfänger ausprobiert werden.

31
Versuch 32

11

10kW

(Erde)

Antenne 10kW

100kW
47pF

0,1µF
5,6kW

0,1µF
100kW
330pF

330kW
Ge
Lectron
gen auch den bisher vorhandenen 3,3 nF Kondensa-
Versuch 11 tor, der die Hf nach Masse leitete, weggelassen, da
wir die Hf mit der Nf verstärken wollen. Wir drehen
Zweistufiger Transistorempfänger mit den Knopf vorsichtig im Uhrzeigersinn, bis ein
Pfeifton zu hören ist und dann ein wenig zurück. Bei
Rückkopplung
dem Pfeifton handelt es sich um das typische Rück-
Wir brauchen es bei einer Transistor - Verstärker- kopplungspfeifen: Ein Teil der verstärkten Schwin-
stufe nicht zu belassen, sondern können noch eine gungen (Hf und Nf) wird nämlich über den Rück-
zweite anschließen. Da wir nur Wechselsignale ver- kopplungsweg vom Kollektor des zweiten Transis-
stärken wollen, geschieht das über einen Konden- tors dem Verstärkereingang (Basis des ersten Tran-
sator, der diese durchlässt, für Gleichsignale aber sistors) zugeführt und nochmals verstärkt. Durch
ein großes Hindernis darstellt. Den links oben dar- diese Mehrfachverstärkung erhöht sich die Güte
gestellten Schaltungsteil schließen wir noch nicht des Schwingkreises und damit erhöhen sich Trenn-
an. Die zweite Transistorstufe bauen wir mit einem schärfe und Lautstärke, weil die Verluste ausgegli-
weiteren pnp - Germanium - Transistor auf. chen werden. Damit die Stromversorgung die Hf
Nach Anlegen der Batterie werden wir bemerken, nicht kurzschließt, muss eine Hf- Drossel in die Mi-
dass die Lautstärke durch die nochmalige Verstär- nus-Leitung gelegt werden. Sie stellt für Wechsel-
kung erheblich größer geworden ist und wir auch ströme hoher Frequenz einen großen Widerstand
leisere Sender besser hören können. dar, während sie Gleichstrom nahezu ungehindert
Die Lautstärke unseres Empfängers können wir nun passieren lässt. Geben wir zu viel von dem verstärk-
weiter erhöhen, ohne den eigentlichen Verstärker ten Signal noch einmal auf den Eingang, setzt der
oder die Antennenverhältnisse zu verändern. Durch Rückkopplungspfeifton ein, die Schaltung führt
Anschließen des zusätzlichen Schaltungsteils, bei dann Eigenschwingungen aus und wir können das
dem zunächst der Drehknopf des Potentiometers im Sendersignal nicht mehr hören.
Gegenuhrzeigersinn ganz nach links gedreht sein Auch diese Schaltung sollte wieder mit den anderen
sollte, geben wir bereits verstärkte Signale noch ein- Spulen und den weiteren Möglichkeiten der Anten-
mal auf die erste Verstärkerstufe. Wir haben deswe- nenankopplung ausprobiert werden.

33
Versuch 34

12

(Erde)

Antenne
10kW

47pF

10kW 5,6kW

0,1µF 0,1µF
100kW
330pF

330kW 100kW
Ge
Lectron
Versuch 12
Zweistufiger Transistorempfänger mit
Rückkopplung und Lautsprecher
Wir werden bemerkt haben, dass der Empfang recht
laut - fast schon zu laut - für unsere Ohren ist. Da
liegt es nahe zu versuchen, statt der Ohrhörer einen
Lautsprecher anzuschließen.
Auf dem Lautsprecherbaustein sehen wir, dass der
Lautsprecher nicht direkt, sondern über einen Über-
trager angeschlossen wird. Dieser Nf - Übertrager
hat die gleiche Aufgabe wie antennenseitig der Hf -
Übertrager im Spulenbaustein, er soll für eine Leis-
tungsanpassung sorgen (Versuch 8).
Hatten wir die Ohrhörer mit ihrem Innenwiderstand
von circa 600 W pro Hörer bisher direkt in die Kol-
lektorleitung des Transistors gelegt, so würde das
mit dem Lautsprecher und seinen 8 W zu einer kras-
sen Fehlanpassung an den Innenwiderstand des
Transistors führen. Deswegen gibt es in dem Laut-
sprecherbaustein einen Übertrager mit dem Über-
setzungsverhältnis ü = 5:1, der den Lautsprecher-
widerstand auf ü2 . 8 W = 200 W transformiert. Das
ist zwar immer noch nicht ideal, aber schon erheb-
lich besser als ohne Übertrager.

35
Versuch 36

13

Antenne 5,6kW

(Erde)

0,1µF 10kW
680kW

Ge 10µF
330kW 100kW

10kW 10µF

100µF

120W
Lectron
Transistor an die Batterie - Gleichspannung ange- trieben werden kann. Als Koppelkondensatoren für
schlossen. Diese ständig anliegende Gleichspan- die Nf verwenden wir die größeren 10µF Kondensa-
nung würde ein einwandfreies Arbeiten der nach- toren. Zur Arbeitspunktstabilisierung gibt es einen
folgenden Diode unmöglich machen, denn diese 120 W Widerstand in der Emitterleitung des letzten
soll nur die Hochfrequenzspannung gleichrichten. Transistors. Damit die Wechselspannung des Nutz-
Daher ist zwischen dem Kollektor des ersten Tran- signals trotzdem voll verstärkt wird, ist der Wider-
sistors und der Diode ein Kondensator von 0,1µF ein- stand für sie mit einem 100µF Kondensator über-
gefügt, der die Batteriespannung sperrt. Als Ar- brückt.
beitswiderstand für die Hochfrequenzspannung Bei angeschlossener Antenne wird nun die Batterie
wirkt dann auch nicht der 5,6 kW Widerstand, son- eingeschaltet und zunächst am Potentiometer die
Versuch 13 dern der Spulenbaustein. Im Gegensatz zum Kon- volle Spannung abgegriffen. Im Lautsprecher wird
densator hat eine Spule für Gleichstrom praktisch man dann eine ganze Reihe von Rundfunksendern
Dreistufiger Transistorempfänger mit keinen Widerstand. Bei Wechselstrom hat sie je- gleichzeitig hören können. Wohnt man in der Nähe
Lautsprecher doch, je nach Anzahl der Windungen einen sehr eines starken Ortssenders, dann hört man diesen
hohen Widerstand. Parallel zum Spulenbaustein er- am lautesten und muss eventuell am Potentiometer
Eine andere Möglichkeit, einen Empfänger mit Laut- hält man die von der Antenne aufgenommene und die Lautstärke vermindern. Das Aussuchen eines be-
sprecherwiedergabe zu betreiben, besteht darin, im ersten Transistor verstärkte Hochfrequenz- stimmten Senders ist mit dieser Schaltung wegen
das Hochfrequenzsignal von der Antenne in einer Wechselspannung. Die Wechselspannung wird nun der fehlenden Abstimmeinheit natürlich nicht mög-
Stufe zu verstärken, bevor wir es der Diode zum De- der Diode zugeleitet und von dieser gleichgerichtet. lich. Es kann wegen der zusätzlichen Hf - Verstär-
modulieren zuführen. Wir benötigen dann keine Nach der Diode, also am Potentiometerbaustein, kung auch sein, dass ein Ortssender stark einfällt
Rückkopplung. steht dann die aus der modulierten Hochfrequenz- und es zu Verzerrungen kommt. Dann sollte die An-
Wir lassen zunächst die Abstimmeinheit weg; unser spannung zurückgewonnene Niederfrequenzspan- tenne über einen kleinen Koppelkondensator von
Schaltbild zeigt, dass die von der Antenne kommen- nung (Tonfrequenz) wieder zur Verfügung. Je nach wenigen Picofarad an die erste Stufe angeschlossen
den Hochfrequenz-Wechselspannungen unmittel- Lautstärkebedarf nimmt man am Potentiometer die werden. Der Kondensator entsteht einfach dadurch,
bar dem Basisanschluss des ersten Transistors zuge- gesamte Niederfrequenzspannung oder nur einen dass der Anschlussbaustein einige Millimeter vom
führt werden. Dieser sogenannte Eingangstransis- Teil davon ab und steuert damit den folgenden Transistorbaustein abgerückt wird, eine leitende
tor verstärkt die empfangene Hochfrequenzspan- zweistufigen Niederfrequenzverstärker; dieser ist Verbindung zwischen den Kontaktplättchen beider
nung. Über einen Widerstand von 5,6 kW ist der so leistungsfähig, dass damit ein Lautsprecher be- Bausteine also nicht mehr vorhanden ist.

37
Versuch 38

14

5,6kW

0,1µF 10kW

47pF 680kW
Antenne

Ge 10µF
(Erde) 100kW 330kW 100kW
330pF

10kW 10µF

100µF

120W
Lectron
Versuch 14
Abstimmbarer dreistufiger Transistor-
empfänger mit Lautsprecher
Wollen wir unseren dreistufigen Empfänger des vor-
herigen Versuchs mit einem Abstimmkreis verse-
hen, so dürfen wir diesen nicht direkt an die Basis
anschließen. Der Arbeitspunkt des ersten Transis-
tors würde sich durch die galvanische Verbindung
über die Spule mit Masse unzulässig verschieben.
Wir benötigen also einen kleinen Koppelkondensa-
tor und benutzen den 47pF aus dem Drehkondensa-
tor - Baustein dafür. Da wir nun zur Antennenan-
kopplung diesen Kondensator nicht mehr benutzen
können, bedienen wir uns wieder des Tricks aus dem
vorherigen Versuch und ziehen bei Bedarf den An-
schlussbaustein etwas ab. Natürlich können wir
auch die Antenne induktiv über die Zusatzwicklung
des Spulenbausteins ankoppeln. Im Versuchsauf-
bau sind beide Möglichkeiten eingezeichnet.

39
Versuch 40

15

5,6kW

Erde Antenne

0,1µF 10kW
680kW

47pF 0,1µF Ge 10µF


330kW 100kW

10kW 10µF

100µF

120W
Lectron
Schwingkreisspule, die in einem Dreierbaustein ein- empfangen wird. Auf diese Weise lassen sich gege-
gebaut ist. Wie das Schaltbild zeigt, handelt es sich benenfalls auch Sender besser trennen, deren Fre-
eigentlich nicht nur um eine Spule, sondern um quenzen nahe beieinander liegen und die daher
zwei. Zum Abstimmkreis gehört jedoch nur eine da- durch die Abstimmwirkung des Schwingkreises
von. Über die zweite Spule (Koppelspule) wird die allein nicht einwandfrei getrennt werden können.
vom Schwingkreis herausgesuchte Hochfrequenz- Rundfunkempfänger sind dafür mit einer drehbaren
spannung ausgekoppelt. Das ist notwendig, um den Ferritantenne ausgerüstet.
Schwingkreis an den nachfolgenden Transistorein- Der Aufbau der Verstärkerstufen und die Gleich-
gang besser anpassen zu können. Damit bildet die- richtung der Hochfrequenzspannung entspricht bei
ser Baustein also einen Transformator. Die Ankopp- dieser Schaltung dem vorigen Versuch. Lediglich die
lung an die Basis des ersten Transistors geschieht Ankopplung der Antenne wird über die Abstimm-
wieder über einen Koppelkondensator, da andern- bausteine vorgenommen. Sie ist auch bei dieser
falls ein Gleichstromweg über die Spule nach Masse Schaltung noch notwendig. Die Antennenspan-
bestünde, der den Arbeitspunkt des Transistors ver- nung gelangt über den 47 pF Kondensator an den
schöbe. Schwingkreis. Über die Koppelspule und den 0,1 µF
Beide Spulen sind gemeinsam auf einen stabförmi- Kondensator wird die Hochfrequenzspannung der
gen Kern aus einem besonderen Material, das uns Basis des Eingangstransistors zugeführt.
bereits bei den Abstimmkernen begegnete - einen Durch Drehen am Abstimmkondensator lassen sich
sogenannten FERRITSTAB - gewickelt. Bei einem emp- einzelne Sender heraussuchen; wir können das
Versuch 15 findlichen Rundfunkempfänger, wie wir ihn noch Gerät abstimmen. Da hier nur ein einziger Ab-
aufbauen werden, genügt bereits dieser Ferritstab stimmkreis vorhanden ist, erreicht man allerdings
Dreistufiger Transistorempfänger mit Fer- als Antenne, und man kann auf den Anschluss einer noch keine sehr große Trennschärfe. Moderne Rund-
ritantenne zusätzlichen Antenne verzichten. Dabei ist aller- funkempfänger arbeiten mit mehreren Abstimm-
dings zu beachten, dass eine solche Anordnung rich- kreisen und haben damit eine wesentlich bessere
Statt der bisher verwendeten Abstimmeinheiten tungsempfindlich ist. Die größte Lautstärke im Emp- Trennschärfe. Mit dem Versuchsaufbau können wir
wollen wir nun eine weitere einsetzen. Wir behal- fänger erzielt man dann, wenn der Ferritstab quer - vor allem abends - mehrere starke Sender im Mit-
ten den Drehkondensator bei und verwenden eine zu der Richtung liegt, aus der der jeweilige Sender telwellenbereich einwandfrei empfangen.

41
Versuch 42

16

220W

5,6kW 2x
100µF

(Erde) (Antenne) 10µF 10kW

10µF
680kW 330kW 100kW

47pF 0,1µF 0,1µF


10kW

Ge 100µF

47nF 120W
Lectron
schluss der Koppelspule über einen 47 nF Konden- stand. Als Arbeitswiderstand für die Niederfrequenz
Versuch 16 sator an Masse gelegt ist. Im Kollektorkreis dieses ist daher der in Reihe zum Spulenbaustein liegende
Transistors liegt zunächst der Spulenbaustein als Ar- 5,6 kW Widerstand anzusehen. Die verstärkte Nie-
Transistorempfänger mit doppelter Aus- beitswiderstand. Für die Hochfrequenz - Wechsel- derfrequenz kann somit an diesem Widerstand ab-
nutzung eines Transistors spannung stellt er einen sehr großen Widerstand genommen werden und gelangt über einen weite-
dar. Über den Spulenbaustein kann daher praktisch ren Kondensator von 10µF zum Potentiometer. Von
Durch einen besonderen Kunstgriff kann man einen kein Hochfrequenzstrom fließen. Die vom Schwing- dort aus erfolgt die weitere Verstärkung der Nieder-
Rundfunkempfänger mit drei Transistoren, wie er in kreis ausgesuchte und im Transistor verstärkte frequenzspannung wie in den vorhergehenden Ver-
den letzten Schaltungen aufgebaut wurde, noch we- Hochfrequenzspannung steht daher in voller Größe suchsschaltungen.
sentlich empfindlicher machen, wenn man einen an seinem Kollektor zur Verfügung. Über einen In die Stromzuführungsleitung des ersten Transis-
Transistor doppelt - zur Hochfrequenz- und zur Nie- 0,1µF Kondensator erreicht sie die Diode und wird tors ist das Entkopplungsglied eingefügt, um eine
derfrequenzverstärkung - ausnutzt. Man erhält von ihr gleichgerichtet. An dem zwischen der Diode unerwünschte Rückkopplung zu vermeiden.
eine Hochfrequenz- und drei Niederfrequenz- und Masse liegenden 47 nF Kondensator entsteht Da in dieser Schaltung gegenüber dem letzten Ver-
verstärkerstufen. Bei einer solchen Vielzahl von Ver- die gleichgerichtete Hochfrequenzspannung, also such eine nochmalige Verstärkung der Niederfre-
stärkerstufen kann es vorkommen, dass zwischen die Niederfrequenz- (Tonfrequenz-) Spannung. quenz stattfindet, ist eine erheblich größere Emp-
den einzelnen Stufen über die Stromquelle (Batte- Über die Koppelspule wird diese Niederfrequenz findlichkeit zu erreichen. Wir können daher auf den
rie) eine unerwünschte Rückkopplung erfolgt. Die wieder der Basis des ersten Transistors zugeführt. Anschluss einer zusätzlichen Antenne verzichten
Schaltung beginnt wie gewohnt zu pfeifen. Um das Da die Induktivität der Koppelspule gering und die und den eingebauten Ferritstab als Antenne ver-
zu vermeiden, müssen die Verstärkerstufen gegen- Frequenz niedrig ist, stellt die Spule keinen Wider- wenden. In der Beschreibung der Abstimmspule
seitig mit einem RC - Glied (220 W / 2x 100µF) ent- stand für die Niederfrequenz dar. Auch die Nieder- wurde schon auf die Richtungsempfindlichkeit
koppelt werden. frequenz wird jetzt im ersten Transistor verstärkt. einer solchen Ferritstab - Antenne, die statt des elek-
Wie beim letzten Versuch erfolgt auch hier mit dem Für diese Frequenz bedeutet der vom Kollektor zur trischen das magnetische Feld des Senders emp-
Schwingkreis eine Abstimmung auf den gewünsch- Diode führende 0,1µF Kondensator einen großen fängt, hingewiesen. Um eine gute Empfangsleistung
ten Sender. Die Hochfrequenzspannung gelangt Widerstand, daher wird in diesem Stromkreis prak- zu erzielen, müssen wir daher den Versuchsaufbau
über die Koppelspule zur Basis des ersten Transis- tisch kein Niederfrequenz-Wechselstrom fließen. mit der Grundplatte so drehen, bis die größte Laut-
tors. Hier kann auf die Zwischenschaltung eines Dagegen bildet der Spulenbaustein im Kollektor- stärke des eingestellten Senders auftritt. Die Ferrit-
Kondensators verzichtet werden, da der andere An- kreis für die Niederfrequenz einen geringen Wider- stabachse liegt dann quer zur Senderrichtung.

43
Versuch 44

17

ID
ID = - UGS / R
IDSS

(Erde) Antenne

UP UGS
100kW D

Ge
330pF
G
47pF
S

ID

120W
UGS = 0V
-2V
-4V

UDS
Lectron
conductor bzw. insulated gate transistor), bei dem
Versuch 17 die Steuerelektrode durch eine Isolierschicht vom
Kanal getrennt ist, und
Transistorempfänger mit Feldeffekttran-
den Sperrschicht-FET, bei dem das Steuerfeld über
sistor einen in Rückwärtsrichtung vorgespannten pn -
Nach diesen Experimenten mit Rundfunkempfän- Übergang auf den Kanal wirkt, deswegen auch pn-
gern wollen wir noch kurz einen Transistor vorstel- FET genannt.
len, der nicht mit einem Strom, sondern mit einer Genauso wie es pnp und npn bipolare Transistoren
Spannung gesteuert wird, nämlich den Feldeffekt- gibt, kann man bei FETs p-Kanal und n-Kanal Typen
transistor, kurz FET genannt. Er weist in dieser Hin- unterscheiden. Wir wollen uns nur mit dem Sperr-
sicht Gemeinsamkeiten mit der Elektronenröhre schicht-FET beschäftigen und eine kleine Verstär-
auf, die in ähnlicher Weise gesteuert wird. kerstufe damit aufbauen. Der LECTRON FET - Bau-
Das Prinzip des Feldeffekttransistors ist seit Mitte stein enthält den n-Kanal Typ BF244/45; seine Elek-
der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts be- troden heißen Source S (entspricht dem Emitter),
kannt, also bereits vor Erfindung der so genannten Gate G (Basis) und Drain D (Kollektor). Sein höch-
BIPOLAREN Transistoren, mit denen wir bisher exper- ster Drainstrom ID = IDSS fließt bei UGS = 0. Die Polari-
imentiert haben. Wegen der damals noch nicht ent- tät der Gatespannung kann nur in der Richtung ge-
wickelten Fertigungstechniken und unzureichen- wählt werden, dass der Drainstrom kleiner wird, an-
der Kenntnisse über die Vorgänge in Halbleitern dernfalls flösse ein unerwünschter Gatestrom, weil
konnte er jedoch nicht gebaut werden. Das Prinzip der pn - Übergang dann in leitender Richtung be-
des FET beruht auf der Steuerung eines Stroms in trieben würde. Die UGS - Spannung, die erforderlich
einem Halbleiterkanal durch ein senkrecht zur ist, den Transistor zu sperren, wird als Abschnür-
Stromrichtung wirkendes elektrisches Feld. Das spannung (pinchoff voltage) UP bezeichnet.
Steuerfeld wirkt auf den Kanal über eine Isolier- In unserem Versuchsaufbau ist an die Gleichrich-
schicht; nach Art dieser Schicht unterscheidet man terdiode der FET angeschlossen, wobei sein Arbeits-
zwei Grundformen: punkt mit dem Widerstand in der Source -Leitung
Den MOS-FET oder IG-FET (engl. metal - oxid - semi- eingestellt wird. Es ist ID = - UGS / R.

45
Versuch 46

18

10kW

1,5kW 0,1µF 10µF

100kW

AM
47pF 4,7kW 0,1µF 100kW

0,1µF 47nF 10kW 0,1µF

330pF

100µF 120W
Lectron
Versuch 18
bindet. Da sowohl der LECTRON - Drehkondensator
MW - Empfänger mit integriertem als auch die Ferritantenne einseitig mit Masse ver-
bunden sind, müssen wir leicht geänderte Konfigu-
Schaltkreis rationen wählen.
Zum Abschluss der Experimente mit Transistoremp- Zur Gewinnung der 1,5 V Versorgungsspannung aus
fängern wollen wir noch einen Schaltkreis vorstel- der 9 V Batteriespannung und Stabilisierung dient
len, bei dem die Stufen Hf - Verstärkung, Demodu- die rote Leuchtdiode mit dem 10 kW Vorwiderstand.
lation und Schwundregelung auf einem einzigen Si- Der Baustein benötigt lediglich 0,3 mA Versor-
liziumkristall realisiert sind; wir müssen lediglich gungsstrom. Beim Empfang eines Senders können
die Stufen Abstimmkreis und Endstufe hinzufügen. wir sehen, wie die Helligkeit der Leuchtdiode im
Dieser Baustein wurde ursprünglich von der Firma Takt von Sprache oder Musik etwas schwankt. Die
Ferranti unter der Bezeichnung ZN414 in einem drei- Endstufe mit dem npn - Transistor ist kapazitiv an
poligen Transistorgehäuse herausgebracht und ar- den Ausgang angekoppelt. Am 10 kW Potentiome-
beitet mit nur 1,5 V Versorgungsspannung und ter lässt sich die Lautstärke einstellen. Die Arbeits-
einem Ohrhörer. Es ist allerdings auch möglich über punktfestlegung des Transistors geschieht mit dem
einen Ausgangsübertrager, wie ihn der LECTRON - 100 kW Kollektor - Basis -Widerstand. Außerdem
Lautsprecherbaustein enthält, einen 8 W Lautspre- ist der Transistor mit der 120 W / 100 µF RC - Kom-
cher zu betreiben. Mittlerweile ist er unter der Be- bination leicht gegengekoppelt.
zeichnung MK484 von einer anderen Firma erhält- Wir werden tagsüber ohne Schwierigkeiten den
lich, da bei Ferranti die Produktion eingestellt wur- Ortssender und abends viele andere MW - Sender
de. empfangen. Durch die Ferritantenne ist der Aufbau
Der Abstimmkreis ist in der von der Herstellfirma ge- richtungsempfindlich, durch Drehen der ganzen Ver-
lieferten Applikation ein Parallelschwingkreis mit suchsanordnung ist es möglich, ein Maximum an
Drehkondensator und Ferritstabantenne; er liegt in Feldstärke in dem Ferritstab zu erzeugen, nämlich
Reihe zum 100 kW Widerstand, der den Ausgang dann, wenn seine Stabachse 90° zur Richtung, in
mit dem Eingang des integrierten Schaltkreises ver- der der Sender steht, liegt.

47
Versuch 48

19*

1,5kW

100kW

1,5kW 100kW

AM
0,1µF

0,1µF
47pF

100µF 120W
Lectron

Versuch 19*
MW - Empfänger mit Solarzelle
Da der integrierte Schaltkreis aus dem vorherigen
Experiment nur 1,5 V Versorgungsspannung benö-
tigt, bietet es sich an, ihn mit zwei Solarzellen statt
mit einer herkömmlichen Batterie zu betreiben.
Wer den LECTRON Experimentierkasten »Optoelek-
tronik & Solartechnik«, der fünf dieser auffallend
blauen Solarzellen enthält, nicht besitzt, kann sie
unter der Bestellnummer 2610 von LECTRON ein-
zeln beziehen.
Die Schaltung ist noch einmal weiter vereinfacht,
da die Stabilisierung wegfällt. Der Abstimmkreis ist
in einer anderen Variante als im vorherigen Versuch
angekoppelt. Trotz der geringen Versorgungsspan-
nung ist ebenso ein Lautsprecherempfang zumin-
dest des Ortssenders möglich, wenn die Sonne
scheint.

49
Versuch 50

20

(1,3) ~

a’ a
g’ g 3x

1mF

k’ k 1û

g ECC
k a fm/s f 85 (2) ~
f f
Schnitt durch ein
Trioden-System 12W

Vorsicht!
Widerstand wird heiß
Langbeinig einstecken
Lectron
Glühlampe fließen. Edison erkannte die Bedeutung Damit eine Röhre in der beschrieben Weise arbeiten
Versuch 20 nicht und so gilt sein Landsmann Lee de Forest, der kann, muss natürlich der Heizfaden in Ordnung
zwischen den Glühdraht (Kathode) und dem be- sein, was sich leicht mit einem Durchgangsprüfer
Aufbau der Elektronenröhre feststellen lässt. Nach Anlegen der passenden Heiz-
schriebenen Draht (Anode) eine weitere Elektrode
Bevor der Transistor zu Beginn der sechziger Jahre (Gitter) zum Steuern dieses Stromes anbrachte, als spannung muss die Heizwendel glühen. Außerdem
seinen Siegeszug antrat, waren die Rundfunkemp- Erfinder der Elektronenröhre. Erinnerten die ersten muss die Kathode noch Elektronen emittieren kön-
fänger mit Elektronenröhren ausgerüstet. Es gab Röhren in ihrem Aussehen noch stark an Glühlam- nen. Ob die Emissionsfähigkeit und das Vakuum der
keine andere Möglichkeit, das von der Antenne auf- pen, so sind moderne etwas anders aufgebaut, ob- Röhre in Ordnung sind, findet man mit einer Span-
gefangene Signal so weit zu verstärken, dass man wohl sich ihr Arbeitsprinzip nicht geändert hat: nungsmessung zwischen Gitter und Kathode einer
damit Lautsprecher betreiben konnte. Obwohl der Eine Heizwendel f - f erhitzt eine dünnes langes Ni- beheizten Röhre heraus. Ein hochohmiges Instru-
Transistor wegen vieler Vorteile die Röhre in Rund- ckel - Röhrchen k, das mit Bariumoxid überzogen ment (Ri = 1 MW/V) zeigt circa -0,5 V Spannung an,
funkempfängern völlig verdrängt hat, ist sie häufig und für die Elektronenemission verantwortlich ist. die dadurch zustande kommt, dass selbst ohne An-
noch in Nf - Verstärkern anzutreffen und wir wollen Die Heizung der Röhre ist also indirekt. Um dieses liegen einer positiven Anodenspannung Elektronen
uns in den folgenden Experimenten mit ihr näher be- Röhrchen herum befindet sich ein dünner als Wen- die Kathode verlassen, zum Gitter gelangen und es
schäftigen. del ausgebildeter Draht, das Gitter g ; die ganze An- negativ aufladen.
Die Fähigkeit der Röhre, ein elektrisches Signal ver- ordnung wird von einem weiteren Zylinder, der Wir wollen das bei der ECC85, einer Doppeltriode, in
stärken zu können, beruht auf einem Effekt, der be- Anode a, umschlossen. Wegen dieser drei Elektro- einem Versuch zeigen. Die Röhre benötigt eine Heiz-
reits dem amerikanischen Erfinder Edison aufgefal- den nennt man eine solche Röhre TRIODE. Über das spannung von 6,3 V~ bei 435 mA, unsere Stromver-
len war, als er mit Glühlampen experimentierte. Gitter wird mit gegenüber der Kathode negativen sorgung, die wir im nächsten Versuch genauer be-
Und zwar emittierte ein heißer Glühfaden in einem Spannungen, damit es selbst stromlos bleibt, die schreiben, gibt 12 V~ ab. Wir legen eine Universal-
luftleeren Glaskolben elektrisch negativ geladene Höhe des Anodenstroms leistungslos gesteuert. Üb- diode in Reihe, die nur jede zweite Halbwelle
Ladungsträger, die Elektronen. Über einen in den- lich sind Anodenspannungen von +250 V. Wir wer- durchlässt, und einen 12 W Leistungswiderstand in
selben Glaskolben eingeschmolzenen dritten Draht, den allerdings mit erheblich geringeren - und damit Reihe. Wir können auch, falls kein Digitalmultime-
der keine leitende Verbindung zum Glühdraht hat- ungefährlichen - Anodenspannungen unsere Ex- ter vorhanden ist, mit dem LECTRON - Instrument
te, konnte ein kleiner Strom - besonders wenn die- perimente durchführen. Viele Röhren funktionieren den Gitterstrom messen, er wird, wenn die Röhre
ser Draht eine positive Spannung gegenüber dem nämlich auch schon mit 30 - 50 V, speziell entwi- nach einer halben Minute glüht, circa -20µA in
Glühdraht hatte - praktisch durch das Vakuum der ckelte bereits mit 6 V. jedem Trioden - System betragen.

51
Versuch 52

21 1û

(1,3)~

U~

(2)~

Villard-Verdreifacherschaltung

(1,3) ~

(1,3) ~
3x

3û 1mF

3x
47kW

47kW
2û 1û
1mF

(2) ~
a g2 a g2
g1 s g3 1û g1 s g3
18W
0,1µF (2) ~ 0,1µF

Vorsicht!
k k k k
18W Widerstand wird heiß
100kW EF80 Langbeinig einstecken 100kW EF80
f f f f
Lectron
Halbwelle wird der Fußpunkt des unteren Konden-
maximal zwei Röhren verwenden, kommen wir mit
Versuch 21 einigen Milliampere Anodenstrom aus. Wir benöti- sators um weitere û angehoben und die dritte Diode
gen zur Versorgung also keinen schweren Trafo, son- lädt den dritten Kondensator auf 3û auf. Das Mus-
Stromversorgung ter der Schaltung kann so fortgesetzt werden, uns
dern ein Steckernetzgerät, das uns 12 bis 13 V Wech-
Röhrenschaltungen benötigen mehrere Betriebs- selspannung mit einer Belastbarkeit von 1 A für die reicht aber die Verdreifachung. Die Arbeitsweise der
spannungen, die in Röhrenrundfunkgeräten ein Röhrenheizung zur Verfügung stellt. Die Anoden- Schaltungen beruht auf der Eigenschaft der Dioden,
Transformator zur Verfügung stellt. Es die Heiz- gleichspannung erzeugen wir mit einer Verdreifa- Schaltungsteile gerade immer im »richtigen« Au-
spannung, meistens 6,3 V oder 12,6 V mit einer rela- cherschaltung (Villard - Schaltung). Sie ist in einem genblick selbsttätig zu entkoppeln. Der Massean-
tiv hohen Belastbarkeit von einigen Ampere; eine Dreierbaustein untergebracht und funktioniert fol- schluss kann auch an den oberen Wechselspan-
Röhre benötigt typisch 2 W Heizleistung, bei 6,3 V gendermaßen: nungseingang gelegt werden. Eine eingebaute
also 300 mA Heizstrom, der bei indirekt geheizten Bei Anliegen der negativen Halbwelle lädt sich der Leuchtdiode zeigt das Vorhandensein der Spannung
Röhren, wie wir sie hier meistens verwenden wol- obere linke Kondensator über die linke Diode auf 3û an. Benötigen wir 50 V oder 17 V Anodenspan-
len, Wechselstrom ist. Außerdem brauchen die Röh- den Scheitelwert der Wechselspannung auf; sein po- nung, so müssen wir sie an 3û bzw. 1û abgreifen
ren normalerweise eine Anodengleichspannung sitiver Anschluss wird zunächst auf Erdpotential ge- und (3,1)~ wird mit Masse verbunden. Die Heiz-
von 200 V bis 250 V mit einer Belastbarkeit, die sich halten, sein negativer Anschluss liegt auf -û. Wäh- wechselspannung von 12,6 V erhalten wir an (2)~.
in einem Rundfunkgerät auf circa 100 mA sum- rend der folgenden positiven Halbwelle nimmt die- Wollen wir mit 34 V Anodenspannung arbeiten, so
miert. Hierfür gibt es eine Transformatorwicklung, ser Punkt gegen Erde das Potential +û an. Er kann steht diese an 2û zur Verfügung; (2)~ wird dann
die an einen Gleichrichter angeschlossen ist. Dieser sich nun aber nicht über die linke Diode entladen, mit Masse verbunden und die Heizspannung an
Gleichrichter war in früheren Zeiten ebenfalls eine da sie sperrt; er behält Ladung und Spannung bei, so (3,1)~ abgegriffen.
Röhre ohne Gitter, denn es kann ja nur ein Elektro- dass das Potential an seinem positiven Anschluss In der linken Abbildung ist gezeigt, wie man ver-
nenstrom von der heißen Kathode zur Anode und auf +2û angehoben wird. Über die nächste Diode drahten muss, wenn man eine EF80 an 3û = 50 V
nicht umgekehrt fließen, was man für Gleichrich- wird der untere Kondensator ebenfalls auf dieses Po- und in der rechten an 2û = 34 V betreiben will. In die
terzwecke ausnutzte. tential aufgeladen. Es steht dann als Ausgangs- Heizleitung muss auf jeden Fall wieder die Univer-
Wir wollen mit solch hohen Anodenspannungen spannung zur Verfügung, denn während der nächs- saldiode (nicht mit der Ge - Diode verwechseln!)
nicht experimentieren, sondern höchstens 50 V ver- ten negativen Halbwelle kann der untere Konden- und ein Leistungsvorwiderstand 18 W, sonst brennt
wenden; entsprechend kleiner sind dann die Ano- sator sich ebenfalls nicht entladen, da die zweite der Heizfaden der Röhre, der 6,3 V~ erwartet, durch
denströme. Und da wir in unseren Schaltungen nur Diode dies verhindert. Bei der nächsten positiven und sie wird unbrauchbar.

53
Versuch 54

22

(1,3) ~ (1,3) ~

3û 3û

3x 3x
2û 2û
1mF 1mF

250kW
1û 1û

47kW 47kW

R
(2) ~ (2) ~

L
0,1µF 0,1µF
a’ a a’ a
g’ g g’ g

0,1µF 0,1µF

k’ k k’ k

250kW ECC ECC


47kW fm/s f 81 47kW fm/s f 81
Lectron
gige Triodensysteme, die lediglich die Heizung ge- mit 1û = 17 V Anodenspannung betreiben. Wählen
meinsam haben. Diese Heizung weist eine Beson- wir den Widerstand kleiner, z. B. 10kW, beträgt die
derheit auf: Sie kann mit 12,6 V / 150 mA oder mit Gittervorspannung circa -100 mV, gleichzeitig
6,3 V / 300 mA betrieben werden. Im ersten Fall steigt der Anodenstrom von 0,1 mA auf 0,2 mA.
braucht nur der eine f - Stift an 12,6 V gelegt zu wer- Auch eine andere wichtige Kenngröße der Röhre,
den, der zweite ist im LECTRON- Baustein bereits die STEILHEIT S wird größer (von 0,5 mA/V auf 1
fest mit Masse verdrahtet; im zweiten Fall müssten mA/V). Vereinfacht gesagt, bedeutet S = 0,5 mA/V
wir den f - Stift an Masse und 6,3 V an die Mittelan- der Anodenstrom ändert sich in diesem Arbeits-
zapfung der Heizung fm legen. Bei den Röhren punkt um 0,5 mA, wenn die Gitterspannung um 1 V
ECC82 und ECC83, die nicht im Experimentierkas- geändert wird. Versuchsweise können wir auch
ten enthalten sind, funktioniert das genauso. leicht die Anodenspannung auf den dreifachen
Da der Nf-Verstärker kaum Teile benötigt und die Wert erhöhen, indem wir die Kopfhörer statt mit
verwendete Röhre zwei Systeme besitzt, bauen wir dem 1û mit dem 3û - Anschluss verbinden. Die höhe-
ihn gleich zweifach für ein Stereosignal auf. Das Ein- re Anodenspannung führt zu einem Arbeitspunkt
gangssignal beispielsweise aus einem CD-Spieler mit höherer Steilheit. Unter »normalen« Bedingun-
wird über die Cinch-Buchse, ein Potentiometer und gen, also mit 250 V Anodenspannung, hat die
einen Koppelkondensator dem Gitter zugeführt. ECC81, die sowohl für Hf- als auch für Nf-
Mit dem Potentiometer kann das Eingangssignal so Anwendungen eingesetzt wird, eine Steilheit von
weit abgeschwächt werden, dass keine Verzerrun- 5,6 mA/V, es fließt bei -2 V Gitterspannung ein Ano-
gen durch Übersteuerung eintreten. Der Wider- denstrom von 10 mA.
stand 47 kW legt den Arbeitspunkt der Röhre fest. Wer gerne statt der im Experimentierkasten vor-
Versuch 22 Wir hatten im vorherigen Experiment gesehen, dass handenen kleinen Ohrhörer seinen eigenen hoch-
das Gitter bei heißer Kathode sich leicht negativ auf- wertigen Kopfhörer anschließen möchte, kann den
Stereo - Nf - Verstärker für Kopfhörer
lädt und den Strom gemessen. Genau das Gleiche Klinkenbuchsen - Adapter benutzen, der das Ste-
Wir wollen als erste Röhrenschaltung einen kleinen passiert jetzt wieder, das Gitter wird ohne Signal reosignal über eine 3,5 mm und eine 6,3 mm Buchse
Nf-Verstärker mit der Doppeltriode ECC81 aufbau- folglich leicht negativ gegenüber der Kathode, bei gleichzeitig zur Verfügung stellt (siehe rechte Ab-
en. In dem Glaskolben befinden sich zwei unabhän- 47 kW ungefähr -200 mV, wenn wir die Schaltung bildung; Anodenspannung an 3û angeschlossen).

55
Versuch 56

23

(1,3) ~

3x

1mF

250kW

47kW

R
(2) ~

L
0,1µF
a’ a
g’ g Vorsicht!
12W Widerstand wird heiß
0,1µF Langbeinig einstecken

k’ k

250kW ECC
47kW fm/s f 85
Anschlüssen nur 6,3 V; einen Heizungsmittelan-
Lectron
schluss besitzt sie nicht, dafür ist an dem entspre- Steilheit Ia/mA
chenden Anschluss eine interne Abschirmung ange-
7
schlossen. Wir müssen also, damit wir die verrin-
gerte Heizspannung erhalten, wieder mit der Uni-
versaldiode und einem Leistungsvorwiderstand ar- Ua = konst. 6
beiten. Die größeren Kathoden (435 mA Heizstrom)
sorgen dafür, dass die Röhre eine größere Steilheit 5
hat und damit besser für niedrige Spannungen ge-
eignet ist als die ECC81. Vorsicht: Wegen der grö- S = 2 mA/0,5 V
4 2mA
S = 4 ma/V
ßeren Kathoden benötigt die Röhre mehr Heizlei-
stung und wird deswegen - wie auch der Vorwi- 3
derstand - heiß. 0,5V
Der Versuchsaufbau zeigt, wie »verdrahtet« werden 2
muss. Auch hier können wir wieder mit verschiede-
nen Gitterableitwiderständen und unterschiedli- 1
chen Anodenspannungen experimentieren.
Versuch 23 Wer in seinem Röhrenfundus eine ECC86 hat, kann
auch diese Röhre in die Schaltung einsetzen; sie be- Ug/V -4 -3 -2 -1 0
Stereo - Nf - Verstärker mit ECC85
nötigt 330 mA Heizstrom bei 6,3 V Heizspannung
Statt der ECC81 können wir auch die im Experimen- (15 W Vorwiderstand verwenden). Da sie eine echte Um die Steilheit einer Röhre herauszufinden, wird
tierkasten vorhandene ECC85 Einsetzen. Diese in Niederspannungsröhre ist und früher im UKW - Teil bei fester Anodenspannung Ua die Gitterspannung
UKW - Röhrenempfängern früher weit verbreitete Ug schrittweise geändert und die sich ergebenden
von Autoradios eingesetzt wurde, arbeitet sie sogar
Anodenströme Ia als GITTERSPANNUNGSKENNLINIE auf-
Hf - Doppeltriode passt auch auf den ECC8x - Bau- mit 6 V Anodenspannung. Sie hat dabei eine Steil- getragen. Ia steigt, wenn Ug positiver wird.
stein, darf jedoch nicht ohne weiteres in den Schal- heit von 2,6 mA/V und 4,6 mA/V bei 12 V Anoden- Die Steilheit S ist definiert als:
tungsaufbau des letzten Experiments eingesetzt spannung, Werte also, die andere Röhren erst bei S = DIa / DUg mit Ua = konst.
werden. Sie verträgt zwischen den beiden f - 250 V erreichen.

57
Versuch 58

24

R
L
(1,3) ~ (1,3) ~

3û 3û

3x 3x
2û 2û
1mF 1mF

1û 1û

10:1 (2) ~ 10:1 (2) ~


10:1 10:1
250kW

47kW 47kW

0,1µF
a’ a
g’ g

0,1µF

k’ k

250kW ECC
47kW fm/s f 81
Lectron
Versuch 24 die 600 W Hörerwiderstand auf ü2 . 600 W = 60 kW;
wir erreichen damit eine sehr gute Leistungsanpas-
Nf - Verstärker mit Ausgangsübertrager sung.

Eigentlich ist es keine gute Idee, Gleichstrom durch


das System eines Kopfhörers zu schicken, da er oh-
nehin nur Wechselstrom in Schall zu wandeln ver- Innenwiderstand Die zweite wichtige Kenngröße einer Röhre, ihr IN-
mag. Dass wir trotzdem befriedigende Ergebnisse er- Ia/mA NENWIDERSTAND Ri, hat mit dem Gleichstromwider-
hielten, liegt daran, dass die Anodenströme relativ stand der Röhre, den sie für die Anodenspannung
klein sind und das System nicht überlastet wird. 7 darstellt, nichts zu tun; Ri kann deswegen auch
Mit seinen 600 W oder noch weniger Widerstand ist nicht einfach durch Messen des Anodengleich-
der Kopfhörer auch äußerst schlecht an den Innen- Ua = 200V 6 stroms ermittelt werden. Man stellt sich vielmehr
widerstand der Röhre, der circa 50 kW beträgt, ange- eine Wechselspannungsquelle ua in den Anoden-
passt. Um die maximale Leistung aus der Röhre als 5 3mA kreis der Röhre, also in Reihe zur Anodengleich-
Generator auf den Kopfhörer als Verbraucher zu 50V spannung, geschaltet vor, die dann einen Wech-
übertragen, müssen - wie bei der Antennenankopp- Ri = 50V/3mA selstrom ia durch die Röhre verursacht, der dem
4
Ri = 16,7kW
lung auch - Generatorinnenwiderstand und Lastwi- Anodengleichstrom überlagert ist. Eine höhere
derstand gleich groß sein. Abhilfe schafft hier ein 3 Anodenspannung, z. B. 200 V, ergibt eine Kennli-
Ausgangsübertrager, der den Lastwiderstand trans- nie mit höheren Stromwerten als eine Anoden-
formiert. Hochwertige Nf - Übertrager sind groß, spannung mit 150 V (Abbildung). Aus den beiden
2
schwer und teuer, da durch spezielle Wicklungs- Kennlinien lässt sich der Innenwiderstand Ri =
techniken ein über der Frequenz lineares Übertra- DUa/DIa bei konstanter Ug berechnen:
Ua = 150V 1
gungsverhalten erreicht werden soll. Wir behelfen Ri = (200 V - 150 V) / (6,5 mA - 3,5 mA)
uns deswegen mit einem Miniaturübertrager 10:1 Ri = 50 V / 3 mA
und sind uns bewusst, dass wir keine überragende Ug/V -4 -3 -2 -1 0 Ri = 16,7 kW
Hifi-Qualität erwarten können. Der Übertrager
transformiert mit seinem Übersetzungsverhältnis ü

59
Versuch 60

25

R
L
(1,3) ~

3x

1mF

10:1 (2) ~
10:1
250kW

20kW 20kW

0,1µF
a’ a
g’ g

0,1µF

k’ k

250kW ECC
fm/s f 81
Lectron
Ia/mA
Durchgriff
7
Es gibt noch ein dritte wichtige Größe zur Kennzeich-
nung der Röhreneigenschaft, den DURCHGRIFF D bzw. sei-

250V
nen reziproken Wert, die LEERLAUFVERSTÄ RKUNG µ =1/D. Er 6

00V
ist definiert als

Ua =
Ua = 2
Versuch 25 D = - DUg / DUa mit Ia = konst.

150V
5

100V
und gibt an, um wieviel sich die Anodenspannung än-

Ua =
Nf - Verstärker mit Gitterstrom dert, wenn sich die Gitterspannung um 1 V ändert, D = 0,7V/50V 4

Ua =
wobei der Anodenstrom konstant bleibt. Da hierfür D = 0,014
Durch eine kleine Schaltungsänderung können wir beide Änderungen entgegengesetzt sein müssen, D und µ = 71
die Lautstärke unseres Stereo-Verstärkers erhöhen; µ aber positiv sein sollen, ist das Minuszeichen einge- 3
DUa = -50V
und zwar ersetzen wir die 47 kW Widerstände nach führt. µ ist die maximal mögliche Verstärkung der Röhre.
Masse gegen 20 kW Widerstände nach Versor- Die wirksame Steuerspannung bei einer Röhre setzt sich 2
gungsspannung. Das sollte man eigentlich mit einer aus der vollen Gitterspannung und einem gewissen An-
Röhre nicht machen, weil jetzt die Triodensysteme teil der Anodenspannung zusammen. 1
Ust = Ug + D . Ua
nicht mehr leistungslos gesteuert werden, aber der
Dieser Anteil D heißt Durchgriff, ausgehend von der Vor-
ansteuernden Quelle, beispielsweise dem CD- stellung, dass die elektrischen Feldlinien von der Anode
Spieler, ist es gleich, ob sie ein paar Milliampere an Ug/V -4 -3 -2 -1 0
durch die Gittermaschen »durchgreifen«. D kann aus der
ihrem Ausgang liefern muss oder nicht. Es reicht, DUg = +0,7V
geometrischen Anordnung von Gitter und Anode be-
diesen Verstärker an der Versorgungsspannung 1û rechnet werden, da hieraus die Teilkapazitäten Cgk und terem und großem Anodenabstand wird der Durchgriff
zu betreiben, der Gitterstrom liegt in der Höhe des Cak zwischen den Elektroden resultieren. Wir leiten D klein. Aus Fabrikationsgründen kann das Gitter nicht be-
Anodenstroms und die Ausgangsleistung steigt um aus dem Kennlinienfeld her (s. Abb.). liebig nah an die Kathode gebracht werden; eine große
eine Größenordnung. Die Verstärkung einer Röhre ist umso höher, je größer die Kathodenoberfläche bedingt eine unerwünscht große
Die Schaltung kann ihre Ähnlichkeit mit denen aus Steilheit und je kleiner der Durchgriff ist. Beide Werte Heizleistung und ein kleiner Durchgriff erfordert hohe
Versuch 2 und Versuch 3 nicht leugnen, auch wenn hängen von ihrer Konstruktion ab. Große Steilheit er- Anodenspannungen, so dass man je nach Verwendungs-
die Wirkungsweise, nach denen Transistoren arbei- reicht man mit großer Kathodenfläche, geringem Gitter zweck der Röhre immer einen Kompromiss schließen
- Kathodenabstand und engmaschigem Gitter. Mit letz- muss.
ten, ganz anders ist.

61
Versuch 62

26

(1,3) ~

3x

10kW

1mF

100kW

47nF (2) ~

47nF
a’ a
250kW

g’ g

47nF 100kW
2,2MW

k’ k
ECC
fm/s f 81
Lectron
Zunächst folgende Vorüberlegung: Bei kleinen Ver-
sorgungsspannungen arbeitet eine Röhre meistens
mit geringerer Steilheit S, kleinerem Innenwider-
stand Ri und damit nach der BARKHAUSENFORMEL
|µ| = S . Ri
auch mit kleinerer Spannungsverstärkung µ.
Bei unseren relativ kleinen Anodenspannungen kön-
nen wir auch nur mit kleinen Gittervorspannungen
arbeiten, damit überhaupt noch Anodenstrom
fließt. Kleine Gittervorspannungen führen aber
dazu, dass meistens noch etwas Gitterstrom fließt,
wodurch der Eingangswiderstand der Röhre uner-
wünscht klein wird. Für eine hohe Spannungsver-
stärkung brauchen wir eigentlich einen großen Ano-
denwiderstand; der an ihm auftretende größere
Versuch 26 Spannungsabfall führt dummerweise zu einer wei-
Zweistufiger Nf - Verstärker teren Verminderung der Anodenspannung, so dass
wir unseren zweistufigen Verstärker schon mit 2û =
Wenn die Verstärkung einer Stufe nicht ausreicht, 34 V oder 3û = 50 V betreiben sollten. Günstig ist es,
kann man zwei Stufen hintereinander schalten. Bei die erste Stufe hochohmig und die zweite niederoh-
Nf-Verstärkungen nimmt man dann gerne Röhren, miger auszulegen, und zwar um eine Größenord-
die eine hohe Leerlaufverstärkung µ haben, wie z. B. nung. So erreichen wir bei akzeptablem Eingangs-
die ECC83. Da wir diese Röhre nicht im Experimen- widerstand eine relativ niedrige Ausgangsimpe-
tierkasten haben, bleiben wir bei der ECC81 und danz. Bei 2û Versorgungsspannung ist die Gesamt-
schalten ihre beide Triodensysteme hintereinander. verstärkung ungefähr 100, bei 3û über 200; mit hö-
Auf eine Stereowiedergabe müssen wir allerdings herer Anodenspannung steigt also auch die Ge-
aus Aufwandsgründen verzichten. samtverstärkung.

63
Versuch 64

27

R
L
(1,3) ~

3x

1mF

(2) ~
10:1 10:1
250kW

10kW

0,1µF
a g2 a g2
g1 g1 g1 g1

0,1µF

k,g3 k,g3 k,g3 k,g3

250kW EL95 EL95


10kW f f f f

Vorsicht!
Widerstand wird heiß
Langbeinig einstecken 27W
Lectron
legt und sorgt dafür, dass von der Anode durch die
jetzt höhere Geschwindigkeit abgeprallte Elektro-
nen wieder zur Anode geleitet werden und nicht auf
dem Schirmgitter landen. Durch diese zusätzlichen
Gitter ist der Eingang der Röhre wesentlich besser
vom Ausgang entkoppelt. Dieser Röhrentyp heißt
wegen seiner fünf Elektroden PENTODE. Da die Ano-
denspannung kaum noch Einfluss auf den Anoden-
strom hat, werden Ri und µ sehr groß. Im Exper-
imentierkasten gibt es eine Leistungspentode EL95,
die wegen ihres großen Anodenstroms in Endstufen
eingesetzt wurde. Sie benötigt bei 6,3 V Heizspan-
nung nur einen Strom von 200 mA (27 W Vorwider-
stand verwenden) und wir wollen mit dieser besser
Versuch 27 für Nf - Verstärker geeigneten Röhre als die ECC-
Nf - Verstärker mit Leistungspentode Typen einen Kopfhörerverstärker mit Ausgangs-
übertrager aufbauen.
Die Eigenschaften einer Triode lassen sich verbes- Durch Zukauf eines weiteren Röhrenbausteins mit
sern, indem man zusätzliche Gitter zwischen Ka- Röhre lässt sich der Verstärker auch als Stereo-
thode und Anode in die Röhre einbaut. So dient das Verstärker aufbauen und man hat den Vorteil, die
fest mit einer positiven Spannung verbundene Heizungen beider Röhren in Reihe an 12,6 V betrei-
SCHIRMGITTER (g2) dazu, die Elektronen auf dem Weg ben zu können. Einkanalig müssen wir mit der Diode
zur Anode zu beschleunigen und den Einfluss der und Vorwiderstand arbeiten.
schwankenden Anodenspannung auf den Anoden- Auch hier lohnt es sich mit der Größe der Gitterab-
strom zu reduzieren; der Durchgriff D der Anode leitwiderstände und der Anodenspannung zu ex-
wird dadurch kleiner. Ein weiteres Gitter, nämlich perimentieren, um ein Optimum an Verzerrungsar-
das BREMSGITTER (g3), ist auf Kathodenpotential ge- mut heraus zu finden.

65
Versuch 66

28

R
L
(1,3) ~

3x

1mF

1,5kW 10µF 1,5kW 10µF (2) ~

250kW

10kW

0,1µF
a g2 a g2
g1 g1 g1 g1

0,1µF

k,g3 k,g3 k,g3 k,g3

250kW EL95 EL95


10kW f f f f
Lectron
Versuch 28
Trafolose Endstufe mit EL95
Wir hatten bereits darauf hingewiesen, dass gute
Ausgangsübertrager aufwendig gewickelt werden
müssen und ihren Preis haben. Unser kleiner 10:1
Übertrager erhebt keinen Anspruch auf Hifi - Quali-
tät, wir wollen lediglich mit ihm das Schaltungs-
prinzip vorstellen.
Wenn man Klangeinbußen durch einen qualitativ
nicht so hochwertigen Übertrager vermeiden,
trotzdem aber keinen Gleichstrom durch die Kopf-
hörer fließen lassen will, dann gibt es noch die An-
kopplung mit einem Kondensator, der ja nur Wech-
selstrom durchlässt und Gleichstrom abtrennt. Wir
müssen dann allerdings Kopfhörer mit 600 W ver-
wenden, niederohmige bringen keine guten Ergeb-
nisse. Wir können die Endstufe wieder an 2û oder
3û betreiben, auch 1û wird funktionieren.
Der Versuchsaufbau ist zweikanalig wiedergege-
ben, wir benötigen dazu einen weiteren EL95 - Röh-
renbaustein, der nicht im Experimentierbaukasten
enthalten ist. Beim einkanaligen Aufbau, der ent-
sprechend Versuch 27 leicht aufzubauen ist, müs-
sen wir wieder in die Heizleitung eine Diode und
einen Vorwiderstand (Vorsicht! Er wird heiß) legen.

67
Versuch 68

29

(1,3) ~

3x

1mF

10kW
(2) ~

10kW
10:1
R

0,1µF
g1 aP
aT g2
L
0,1µF

g3
gT ECL
250kW k,s f f 80

Vorsicht!
18W Widerstand wird heiß
Langbeinig einstecken
Lectron
Wenn wir - bei kleinen Anodenspannungen - genü-
gend Strom in der Pentode haben möchten, müssen
wir sie mit geringer Gittervorspannung betreiben,
wobei leider ein nicht zu vernachlässigender Git-
terstrom fließt. Die Vorstufe kann deswegen auch
nicht sehr hochohmig aufgebaut werden; aller-
dings führt ein niederohmiger Anodenwiderstand
zu kleinen Spannungsverstärkungen. Nun hat das
Triodensystem der ECL80 auch bei kleinen Anoden-
strömen eine für uns ausreichende Steilheit. Wenn
wir beim Betrieb an 1û einen Anodenwiderstand
von 10 kW wählen, reicht die Spannungsverstär-
kung aus. Das Pentodensystem bekommt einen Git-
terableitwiderstand derselben Größe. Trotz der
Versuch 29 dann relativ kleinen Spannungsverstärkung von
circa 2,5 hat die Triode die wichtige Funktion, für
Zweistufiger Nf - Verstärker mit ECL80
einen hochohmigen Verstärkereingang zu sorgen.
Die ECL80 war früher weit verbreitet; auch sie eig- Größere Leistung bekommen wir aus unserem Ver-
net sich für einen Betrieb an niedrigen Anoden- stärker dadurch geliefert, dass wir die Versorgungs-
spannungen, obwohl sie nicht als Niederspan- spannung auf 3û erhöhen. Dann ist es auch eine
nungsröhre konzipiert war. Wir werden einige Ex- hochohmigere Dimensionierung möglich und wir
perimente mit ihr aufbauen. Die Röhre ist - wie die können Anodenwiderstand der Triode und Gitterab-
bereits verwendeten Doppeltrioden - eine Zweisys- leitwiderstand der Pentode auf 100 kW erhöhen.
temröhre. In ihrem Glaskolben befinden sich ein Zur Optimierung an die verschiedenen zur Auswahl
Trioden - und ein Pentodensystem, wobei ersteres stehenden Versorgungsspannungen sollte man
als Vor- und letzteres als Endverstärker eingesetzt ruhig einmal die Werte dieser beiden Widerstände
wird. verändern.

69
Versuch 70

30*
(Erde)

Antenne
(1,3) ~
47pF

3x

1mF

100kW 100kW
100kW
330pF

(2) ~
k EAA91 s g1 aP
EL95
k’ d’ aT g2

330pF 2,2MW 0,1µF

d d g3
gT ECL
47nF
f f k,s f f 80

100kW
Lectron
Versuch 30*
Detektor mit Röhre
Das Arbeitsprinzip der Röhre, einen Elektronen-
strom von der Kathode zur positiv geladenen Anode
- aber nicht umgekehrt - fließen zu lassen, legt es
nahe, die Röhre als Gleichrichter zu verwenden. Es
wurde bereits darauf hingewiesen, dass man in
Rundfunkempfängern aus der Netzwechselspan-
nung mit einer Gleichrichterröhre die hohe Ano-
dengleichspannung gewonnen hat. Aber nicht nur
zu dieser Gleichrichtung kann man die Röhre ver-
wenden, sie kann auch den Detektorkristall, später
die Germaniumdiode, zur Demodulation des emp-
fangenen Sendersignals ersetzen. Hierfür gab es
spezielle Röhrendioden oder -doppeldioden, die
heute jedoch nicht mehr häufig anzutreffen und
dementsprechend teuer sind, beispielsweise die
Doppeldioden EAA91 oder EB91. Wer so eine Röhre
besitzt, kann sie auf den Röhrenbaustein der EL95
setzen und eins der beiden Diodensysteme zum De-
modulieren verwenden. Die Schaltung ist allerdings
sehr hochohmig und kann nicht ohne weiteres
einen Kopfhörer ansteuern, so dass wir den Nf- Ver-
stärker mit seinem hochohmigen Eingang nach-
schalten.

71
Versuch 72

31

(1,3) ~

3x

1mF

(2) ~

330pF 4,7nF
a’ a
g’ g

(Erde) 2,2MW

k’ k
Antenne ECC
fm/s f 81 100kW
100kW
330pF

47pF
Lectron

Versuch 31
Detektor mit Triode
Wenn wir keine Doppeldiode besitzen, können wir
uns dadurch behelfen, dass wir statt der Röhrendio-
de eine Triode, z. B. unsere ECC81, einsetzen und das
Gitter mit der Anode verbinden. Das zweite System
nutzen wir als Verstärker aus.
Tagsüber werden wir bei Verwendung der Kurzwel-
lenspulen und einer kleinen Außenantenne sicher
viele Stationen empfangen, wobei wir an die Trenn-
schärfe unseres KW - Empfängers keine hohen An-
sprüche stellen sollten. Abends werden wir mit der
MW - Spule ebenso viele Stationen aus ganz Europa
und sogar Asien empfangen können. Eine Schal-
tung, die eine wesentlich bessere Trennschärfe hat,
werden wir in den nächsten Experimenten kennen
lernen.

73
Versuch 74

32

(1,3) ~

3x

1mF

Ca

(Erde) Antenne 330pF Ra


(2) ~

100kW Rg a’ a
330pF Cg g’ g

47pF

k’ k
ECC
fm/s f 81
Lectron
Versuch 32 Ia
Die Arbeitsweise des Audions
Audion mit Triode Beim Audion wird im Gegensatz zur Gleichrichtung in Anodenstrom- Ia_ iNf
Im Gegensatz zur Diodengleichrichtung verwendet der Diodenschaltung nicht die am nachgeschalteten Wi- kennlinie iHf
die AUDION- oder Gittergleichrichtung (von lat. derstand entstehende sogenannte RICHTSPANNUNG wei-
audio = ich höre ) eine Triode. Vereinfacht darge- terverarbeitet, sondern die an der Diodenstrecke (Katho- S Gitterstrom-
de - Gitter) sich ausbildende Spannung wird im Trioden- Ug kennlinie ig
stellt dient dabei die Strecke Gitter - Kathode mit
ihrem Gitterstrom zur Hf - Gleichrichtung und die teil verstärkt. Sie besteht aus drei Komponenten: einer uAnt
t
ug ua
Gleichspannung U_, die hier als Gittervorspannung Nf
Strecke Kathode - Gitter - Anode zur Verstärkung
der gleichgerichteten Spannung. Die Gleichrich- wirkt, der niederfrequenten Signalspannung und der vol-
len Hf-Spannung. t
tung kommt dadurch zustande, dass das Audion bei uC Einschwingvorgang
fehlender Eingangsspannung praktisch ohne Git- In den Augenblicken, in denen die Gitterwechselspan-
nung ins Positive geht, fließt ein Gitterstrom, der von der ug = uC + uAnt
tervorspannung ist; deshalb wird das Gitter, sobald
Steilheit S der Gitterstromkennlinie abhängt. Er lädt den
Hf - Energie von der Antenne einfällt, periodisch ins Kondensator C mit der Zeitkonstanten ta = CRi = C/S so
positive Gitterspannungsgebiet ausgesteuert. auf, dass der gitterseitige Anschluss negativ wird; die re- t t
Durch geeignete Wahl von Gitterwiderstand und sultierende Steuerspannung ug = uC + uAnt wird dadurch wird so eine einseitig schwankende hauptsächlich nega-
Gitterkondensator erzeugt sich das Audion seine ne- ins Negative verschoben. Ist ta genügend klein, so lädt tive Gitterspannung. Nur für kurze Augenblicke gehen
gative Gittervorspannung, bei der eine Demodulati- sich C in wenigen Hochfrequenzperioden auf den jewei- die Hf-Spannungsspitzen ins Positive, die Gitterstrecke
on stattfinden kann, selbst. Dies kann aber nur bei ligen Scheitelwert der Hf-Spannung auf. Während der wird leitend und der Kondensator auf den jeweiligen
sehr kleinen Hf-Spannungen genügend verzer- Sperrphase der Diode versucht der Kondensator sich Scheitelwert nachgeladen. Das Audion erzeugt sich so
rungsarm geschehen, bei größeren Wechselspan- über den Gitterwiderstand Rg mit te = CRg zu entladen. Rg seine jeweils erforderliche negative Vorspannung selbst.
nungen stellt sich ein Arbeitspunkt im stark ge- und C müssen nun so dimensioniert sein, dass sich die Die Gitterspannung schwankt im Rhythmus der Nf und
krümmten unteren Teil der Ia/Ug-Kennlinie mit er- Kondensatorspannung innerhalb einer Hf-Periode nicht der Hf, so dass sich im Anodenkreis ebenfalls iHf und iNf
heblichen Verzerrungen ein. In der Anfangszeit des wesentlich ändert, andererseits aber doch den erheblich überlagern. iNf erzeugt am Anodenwiderstand Ra eine nie-
Rundfunkempfangs war das Audion wegen seines langsameren niederfrequenten Schwankungen in der derfrequente Wechselspannung ua, iHf wird über einen
einfachen Aufbaus weit verbreitet. Hüllkurve der Hf folgen kann; dann entspricht die Vor- Kondensator Ca kurzgeschlossen, kann aber anodensei-
spannung ug = uC genau dem Hüllkurvenbild der Hf. Aus tig auch zum Zweck der Rückkopplung abgegriffen wer-
Im Versuchsaufbau sind zur Erhöhung der Steilheit
der doppelseitig modulierten Antennenspannung uAnt den.
beide Triodensysteme parallel geschaltet.

75
Versuch 76

33

(1,3) ~

3x

1mF

47kW
(2) ~

0,1µF
(Erde)
Antenne

330pF
100kW a’ a
330pF g’ g

47pF 10kW

k’ k
ECC
fm/s f 81
Lectron
nicht parallel schalten, sondern können das zweite
zur Verstärkung des Nf - Signals verwenden. Die
Kopplung von der Anode des Audions zur weiteren
Stufe geschieht über einen 0,1 µF Kondensator, die
Hochfrequenz findet ihren Weg über den 330 pF
Kondensator zur Masse und wird nicht mitver-
stärkt. In diesem Versuchsaufbau zeigen wir eine
weitere Ankopplung der Antenne an den Abstimm-
kreis. Im Einzelfall sollte aber immer ausprobiert
werden, welche Kopplung die besten Empfangser-
gebnisse bringt.
Die Schaltung funktioniert auch mit der anderen
Doppeltriode ECC85; dann muss aber unbedingt
mit Diode und 12 W Heizvorwiderstand gearbeitet
werden, da diese Röhre zwischen ihren f - Stiften
bei 435 mA Heizstrom nur 6,3 V Heizspannung ver-
trägt. (siehe Versuch 23).
Wer die Niederspannungsröhre ECC86, die nicht zur
Ausstattung des Experimentierkasten gehört, be-
sitzt, kann auch sie einsetzen. In ihre Heizleitung
muss in Reihe zur Diode ein 15 W Vorwiderstand ge-
schaltet werden (IHeiz = 330mA). Als echte Nieder-
spannungsröhre arbeitet sie bereits mit 6 V Ano-
Versuch 33 denspannung und wir können bei Vorhandensein
Zweistufiges Audion einer 6 V Gleichspannungsquelle ausreichender Lei-
stung (Steckernetzgerät oder 6 V Autobatterie)
Wir müssen natürlich die beiden Triodensysteme Heiz- und Anodenspannung zusammen schalten.

77
Versuch 78

34
(1,3) ~ (1,3) ~

3û 3û

3x 3x
2û 2û
1mF 1mF

250kW 250kW
1û 1û

(2) ~ (2) ~

10:1 10:1

Antenne
(Erde) 10kW 10kW
R

330pF 47nF 47nF


100kW a’ a
330pF g’ g

47pF 100kW
100kW

k’ k
ECC
fm/s f 81

(Erde)

Antenne
Lectron
tive Kopplung zurück. Kurz vor dem Einsatz der lung lässt sich noch dadurch verkleinern, dass wir
Stufe zur Selbsterregung, die sich durch das cha- die Kontaktflächen von Drehkondensator - und An-
rakteristische Pfeifen bemerkbar macht, sind Emp- schluss - Baustein nicht gegeneinander klicken las-
findlichkeit und Trennschärfe maximal. sen, sondern auf Abstand voneinander mit Papier
In unserem Versuchsaufbau mit der Doppeltriode oder Folie isolieren. Wir können so das Optimum he-
ECC81 haben wir die DREIPUNKTSCHALTUNG gewählt. raus finden.
Man kann sie sich daraus entstanden denken, dass Den Rückkopplungsgrad stellen wir über die Höhe
von der Anode des Audions das Hf - Signal über eine der Anodenspannung ein; von ihr sind auch die
Spule transformatorisch auf die Schwingkreisspule Steilheit und die Verstärkung der Röhre abhängig.
phasenrichtig gekoppelt wird. Durch Vertauschen Je nach Wahl des Spulensatzes können wir Kurz-
Versuch 34 der Reihenfolge von Rückkopplungsspule und Ano- wellensender und lokale Mittelwellensender ganz-
denspannungsquelle haben beide Spulen einen ge- tägig und fernere Mittelwellensender in den
Audion mit Rückkopplung
meinsamen Punkt, der auf Kathodenpotential liegt. Abendstunden gut empfangen. Der Vergleich mit
Da das Audion nicht nur das Nf - , sondern auch das Dieselbe Konfiguration mit der richtigen Phasenla- dem Audion ohne Rückkopplung zeigt speziell im
Hf - Signal verstärkt, haben wir die Möglichkeit, ge des rückgekoppelten Hf - Signals erreicht man Kurzwellenbereich deutlich die jetzt doch erheblich
eine Rückkopplung einzubauen, von der wir aus den nun schließlich, indem man eine Spule mit einer An- bessere Trennschärfe. Die Rückkopplung setzt sehr
Experimenten mit dem Transistor bereits wissen, zapfung versieht, an die die Kathode angeschlossen weich ein und ein feinfühliges Einstellen ist mög-
dass sie die Empfindlichkeit und die Trennschärfe wird. Bei der resultierenden Abstimmeinheit mit lich; sollte sie gar nicht einsetzen, muss die Anten-
des Empfängers gewaltig verbessert, weil alle Ver- den drei Anschlüssen (daher der Name Dreipunkt) ne schwächer angekoppelt werden.
luste der Stufe ausgeglichen werden können. Das kann der Stator des Drehkondensators einseitig an Wir können unsere Schaltung mit kleinem Ohrhörer
verstärkte Hf - Signal muss dazu phasenrichtig wie- Masse gelegt werden, was mechanisch gerade bei bestücken oder über den Klinkenstecker - Adapter
der auf den Schwingkreis gekoppelt werden. Der großen Luftdrehkondensatoren von Vorteil ist. einen qualitativ besseren 600 W Stereokopfhörer
Grad der Einkopplung ist zweckmäßigerweise ver- Da das Audion mit völlig entdämpftem Schwing- anschließen. Durch die Serienschaltung von linkem
änderlich, was man durch mehrere Möglichkeiten kreis arbeitet, sollte die Antenne nur schwach ange- und rechtem System hören wir das Mono - Signal
erreichen kann: Entweder man gestaltet die Hf - Ver- koppelt werden. Die Kopplung können wir induktiv auf beiden Ohren. Auch sollten wir ausprobieren,
stärkung veränderlich oder man führt nur einen ein- über die kleine Zusatzspule oder kapazitiv über den wie sich höhere Anodenspannungen 2û und 3û aus-
stellbaren Teil der Hf - durch induktive oder kapazi- 47 pF Kondensator vornehmen. Die kapazitive Kopp- wirken.

79
Versuch 80

35*

(1,3) ~

_ 3x

4,5 V 1mF
+


47pF

(2) ~

330pF
a g
g k

250kW
100kW
330pF

k g

330pF PC86
a f ECC8x

27W

Vorsicht!
Widerstand wird heiß
Langbeinig einstecken
Lectron
dings auch nichts, wenn die Röhre 10% Überspan-
nung erhält.
Im Experimentierkasten gibt es für diese Röhren kei-
nen eigenen Baustein. Wir können jedoch den
ECC8x Baustein verwenden und als Schaltbild für
die PC86 Röhre das entsprechende aus dem Aus-
schneidebogen am Ende der Anleitung auflegen.*)
Für die PC88 eignet sich der EF80 Baustein, wobei
aber unbedingt der Bodenkontakt abgeklebt wer-
Versuch 35* den muss, sonst ist das Gitter fest an Masse gelegt.
Durch die unterschiedliche Anschlussbelegung erge-
Audion mit PC86 / PC88
ben sich Änderungen im Aufbau. Es ist nur das Bild
Die steilen Hf - Trioden PC86 und PC88 wurden mil- für die PC86 angegeben, es dürfte keine Schwierig-
lionenfach in Fernsehapparaten als Mischstufe ein- keiten bereiten, die Schaltung für die PC88 abzuän-
gesetzt und mussten Frequenzen bis 0,8 GHz verar- dern. *)
beiten. Das ging nur bei kleinen Elektrodenabstän- Die Antenne wird fest an den Schwingkreis gekop-
den, woraus eine relativ große Steilheit und ein pelt, das RC- Glied des Spulenbausteins können wir
gutes Arbeiten bei kleinen Anodenspannungen re- nicht nutzen, weil wir den Grad der Rückkopplung
sultiert. Wer eine solche weit verbreitete Röhre in über eine veränderliche Gitterspannung einstellen
seiner Sammlung hat, kann ein Audion aufbauen, wollen und die Anodenspannung konstant halten.
das mit 4,5 V Anodenspannung aus einer Flachbat- Als Kopfhörer kommen unsere 600 W Ohrhörer zum
terie arbeitet. Aus derselben Spannungsquelle kann Einsatz. Für denjenigen, der mit höherer Anoden-
auch die eingesetzte Röhre geheizt werden; sie be- spannung arbeiten möchte, ist die Speisung der
nötigt 300 mA Strom bei einer Heizspannung von Röhre aus dem Vervielfacher - Baustein zusätzlich
nur 3,8 V. Bei einer frischen Flachbatterie sollte un- angegeben.
sere Universaldiode in Reihe gelegt werden, um die *) Bei LECTRON sind auf Anfrage passende Röhrenbausteine (jeweils ohne die
Spannung um 0,7 V abzusenken. Es schadet aller- Röhren) erhältlich.

81
Versuch 82

36
(1,3) ~

3x

1mF

(2) ~
R

10:1 250kW

L
4,7nF

330pF
100kW a g2
330pF g1 s g3

47pF

Vorsicht!
k k
18W Widerstand wird heiß
EF80 Langbeinig einstecken
f f
Lectron
Versuch 36
Audion mit Pentode EF80
Gegenüber einer Triodenschaltung bringt ein Pen-
toden - Audion Vorteile. Die Steilheit der Röhre -
und damit ihre Verstärkung - lässt sich durch Ver-
ändern der Schirmgitterspannung einstellen. Das
System Kathode - Steuergitter - Schirmgitter ar-
beitet wie ein Triodensystem, demoduliert das Hf -
Signal und entdämpft den Empfangskreis. Das de-
modulierte Signal wird an der Anode abgegriffen.
Wir starten zunächst mit der Anodenspannung 1û
und sehen dann, welche Verbesserungen mit 3û zu
erzielen sind. Das Nf - Signal koppeln wir über unse-
ren 10:1 Übertrager aus. In Abhängigkeit vom Spu-
lensatz werden wir MW - oder KW - Stationen be-
reits mit dieser einen Stufe lautstark empfangen.
Auf jeden Fall sollten wir trotzdem die uns bereits
bekannten Antennenankopplungen zur Optimie-
rung des Empfangs ausprobieren.
Der Klinkenstecker - Adapter ist wieder so geschal-
tet, dass beide Kopfhörer - Systeme in Reihe liegen.

83
Versuch 84

37
(1,3) ~

3x

1mF

(2) ~
R

10:1 250kW

L
4,7nF

330pF
100kW a g2
330pF g1 g1

47pF

Vorsicht!
k,g3 k,g3
27W Widerstand wird heiß
EL95 Langbeinig einstecken
f f
Lectron
Versuch 37
Audion mit Leistungspentode EL95
Obwohl unsere Leistungspentode EL95 eigentlich
für den Einsatz in Endstufen, also zur Verstärkung
des Nf - Signals - konstruiert wurde, eignet sie sich
auch als Audion. Der Versuchsaufbau zeigt, welcher
Heizvorwiderstand verwendet werden muss und an
welchen Stiften die einzelnen Elektroden heraus ge-
führt sind. Wir können mit diesem Aufbau die glei-
chen Optimierungsexperimente durchführen wie
im vorherigen Versuch.
Der gleiche Aufbau eignet sich auch für die früher
weit verbreitete Hf-Pentode EF95. Sie unterschei-
det sich allerdings in der Sockelbeschaltung: Am
rechten oberen Kontaktplättchen (im Versuchsauf-
bau nicht benutzt) liegt nicht g1, sondern ein drit-
tes Mal k, g3. Wer ein solches Exemplar in seiner
Röhrensammlung hat, kann damit die gleichen Ex-
perimente anstellen. Die Röhre arbeitet bereits mit
12 V Anodenspannung. Für einen Dauerbetrieb
muss allerdings der Heizvorwiderstand auf 30 bis
33 W erhöht werden; die Röhre benötigt nur einen
Heizstrom von 175 mA statt 200 mA wie die EL95.

85
Versuch 86

38*
(1,3) ~

3x

1mF

(2) ~
R

10:1 250kW

L
4,7nF

330pF
100kW a g2
330pF g1 g3

47pF

Vorsicht!
k,s k,s
18W Widerstand wird heiß
f f
EF98 Langbeinig einstecken
EL95
Lectron
ten. Neben der uns schon bekannten Doppeltriode
ECC86 wurden die Pentoden EF97 / EF98 entwi-
ckelt. Diese Röhren wurden nicht mehr in so großen
Stückzahlen hergestellt, da der Siegeszug des Tran-
sistors nicht mehr aufzuhalten war.
Die EF98 kann man schon fast legendär nennen, da
sie ab 1960 im KOSMOS Radiomann eingesetzt wur-
de. Leider sind deswegen gebrauchte oder auch ori-
ginal verpackte Röhren dieses Typs nur zu entspre-
chenden Preisen zu bekommen. Wer also solch
einen Schatz in seiner Röhrensammlung hat, kann
ihn an Stelle der EL95 in den EL95 Röhrenbaustein
einsetzen und aus dem Ausschneidebogen am Ende
des Anleitungsbuchs das entsprechende Schaltbild
auflegen.*) Die beiden Typen unterscheiden sich im
Heizstrom, weswegen der Heizvorwiderstand ange-
passt werden muss. Außerdem weisen sie einen klei-
nen Unterschied in der Stiftbelegung aus: g3 der
EF98 ist nicht intern mit der Kathode verbunden
Versuch 38* wie bei der EL95, sondern separat an der Stelle des
rechten g1 - Anschlusses heraus geführt. Die EF98
Audion mit Pentode EF98
darf auch nur mit maximal 30 V Anodenspannung
In den sechziger Jahren hatte man für den UKW - betrieben werden, also nicht mit 2û oder 3û verbin-
Teil von Autoradios noch keine passenden Transis- den! Wir werden bereits brauchbare Ergebnisse mit
toren für die hohen zu verarbeitenden Frequenzen, 6 V Anodenspannung erhalten.
musste also auf Röhren zurückgreifen, die ohne Zer- *) Bei LECTRON ist auf Anfrage ein passender Röhrenbaustein (ohne die EF98)
hacker mit 6 V oder 12 V der Autobatterie arbeite- erhältlich.

87
Versuch 88

39

10µF

330pF 4,7nF 100kW 100kW

47kW 47kW
(1,3) ~

47pF 3û

250kW
g1 aP
3x
aT g2 2û
1mF
0,1µF 0,1µF
100kW a g2
330pF g1 s g3 g3 1û
gT ECL
250kW 0,1µF k,s f f 80 (2) ~

k k

EF80 100kW
f f
Lectron
also gut in Serie schalten und von unserem Versor-
gungsbaustein speisen. Wir arbeiten wieder mit
Rückkopplung (durch Ändern der Schirmgitter-
spannung), können die verschiedenen Spulen im Ab-
stimmkreis einsetzen und die unterschiedlichen An-
tennenankopplungen ausprobieren. Die Senderein-
stellung erfolgt zweckmäßigerweise beidhändig;
mit der linken Hand stellen wir am Drehkondensa-
tor die gewünschten Sender ein, die sich bei ange-
zogener Rückkopplung (Poti am Anschlag im Ge-
genuhrzeigersinn) durch Pfeifen bemerkbar ma-
chen, mit der rechten Hand vermindern wir die Rüc-
kkopplung durch Drehen am Potentiometer im Uhr-
zeigersinn, bis das Pfeifen aufhört. Wir können am
Einstellknopf dann feinfühlig in Gegenrichtung dre-
Versuch 39 hen bis kurz vor den erneuten Einsatz der Rüc-
Dreistufiger Röhrenempfänger kkopplung, denn an dieser Stelle ist die Trennschär-
fe ja am besten. Eventuell muss die Abstimmung
Nachdem wir bereits mehrere Audionstufen mit un- noch leicht nachgestellt werden.
seren unterschiedlichen Röhren aufgebaut und Obwohl wir den LECTRON Lautsprecherbaustein
auch verschiedene Nf - Verstärker ausprobiert ha- mit einem 5:1 Übertrager für Transistorbetrieb ver-
ben, liegt es nahe, beide Stufen zu kombinieren. wenden, erzielen wir mit dieser krassen Fehlanpas-
Für die Audionstufe verwenden wir unsere EF80 sung gute Ergebnisse. Die Schaltung funktioniert be-
und für die Nf - Stufe die ECL80, mit deren zwei Sys- reits bei Betrieb mit 1û Anodenspannung, wird aber
temen wir die Vor- und die Endverstärkung bewerk- bei 3û deutlich besser, so dass auch die Lautstärke-
stelligen wollen. Die beiden Röhren haben 6,3 V einstellung mit dem weiteren Potentiometer ihren
Heizspannung und 300 mA Heizstrom, lassen sich Sinn hat.

89
Versuch 90

40

10kW 20kW 20kW

(1,3) ~
10µF 10µF

330pF 4,7nF

3x

1mF
47kW 47kW
100kW 100kW

250kW (2) ~
g1 aP
aT g2

0,1µF 0,1µF
100kW a g2
330pF g1 s g3 g3
gT ECL
47pF 250kW 0,1µF k,s f f 80

k k

EF80 100kW
f f
Lectron
Kondensator angesehen werden kann, wenn sie in einander geschaltet sind und die wie ein Kondensa-
Sperrrichtung vorgespannt ist. Es bildet sich dann tor in einen Schwingkreis eingebaut werden kann.
nämlich an der Grenzschicht ihrer beiden Elektro- Über den gemeinsamen Katoden - Anschluss wird
den, dem pn - Übergang, eine ladungsträgerfreie die veränderliche Sperrspannung zugeführt. Die bei-
Zone aus, die als Dielektrikum des Kondensators fun- den Kapazitäten liegen wechselspannungsmäßig in
giert. Die Dicke des Dielektrikums und damit die Ka- Reihe und jede einzelne muss sich um DC = 500 pF
pazität des Kondensators ist von der Höhe der ange- verändern können, damit die resultierende Kapazi-
legten (Sperr-) Spannung abhängig und kann da- tätsänderung 250 pF beträgt.
durch sehr fein mit einem Potentiometer eingestellt Die andere Bauform ist eine einzelne Diode, bei der
werden. Bei kleiner Sperrspannung ist die Sperr- die zweite durch eine Festkapazität ersetzt werden
schicht dünn und damit die Kapazität hoch, beim Er- muss, damit man die Abstimmspannung überhaupt
höhen der Sperrspannung wird sie breiter, wodurch zuführen kann. Die veränderliche Kapazität liegt
Versuch 40 die Kapazität sinkt. Bei »normalen« Dioden hält man dann mit der Festkapazität wieder in Reihe.
diese Sperrschichtkapazität klein, da die Umschalt- Schaltungstechnisch muss in beiden Fällen dafür ge-
MW - Empfänger mit Abstimmdiode
zeit vom Leiten zum Sperren und umgekehrt, die so sorgt werden, dass die hochfrequente Signalspan-
In unseren bisherigen Empfängerschaltungen genannte Sperrverzögerungszeit, auch möglichst nung nicht über die Sperrspannungsquelle kurzge-
haben wir die Abstimmung dadurch vorgenommen, klein sein soll. Von einem Abstimmkondensator im schlossen wird, was wir leicht mit einer Drossel ver-
dass wir die Kapazität im Abstimmkreis veränder- Mittelwellenbereich wird typisch eine Kapazitäts- hindern können. Eine zusätzliche Stützung der Ab-
lich ausführten. Bei fester Induktivität der Spule ver- änderung von DC = 250 pF verlangt, damit der stimm - Spannung mit einem Blockkondensator ist
änderten wir mit Hilfe eines Drehkondensators die ganze MW - Bereich überstrichen werden kann. Nor- empfehlenswert. Wir erhalten dann den dargestell-
Kapazität und konnten so die verschiedenen Sender male Dioden ändern ihre Sperrschichtkapazität al- ten Schaltungsaufbau, bei dem statt des Drehkon-
selektieren. lenfalls um einige Picofarad, wenn man sie mit bis densators ein Potentiometer zur Senderauswahl ver-
Drehkondensatoren sind, besonders wenn bei ihnen zu 25 V vorspannt. Es war also nötig, hier spezielle wendet wird. Soll die Antenne lose angekoppelt wer-
als Isolation nur Luft verwendet wird, voluminöse Dioden, KAPAZITÄ TSDIODEN oder VARAKTOR - Dioden ge- den, können wir den 47 pF Kondensator verwenden
Gebilde und stehen der allgemeinen Miniaturisie- nannt, zu entwickeln. Auf dem Markt gibt es haupt- oder durch ein Stück Plastikfolie zwischen den Kon-
rung entgegen. Um auch hier weiterzukommen, hat sächlich zwei verschiedene Bauformen: taktplättchen von Anschluss- und Spulenbaustein
man sich daran erinnert, dass jede Diode auch als Eine, bei der zwei Dioden mit ihren Katoden gegen- eine kleinere Kapazität nachbilden.

91
Versuch 92

41

500W

220W

5,6kW 2x
100kW
100µF

100kW 10µF 10kW

10µF
680kW 330kW 100kW

0,1µF 10kW 0,1µF

Ge 100µF

120W

47pF 4,7nF 47nF


Lectron

Versuch 41
Abstimmdiode bei invertierter Polarität
Natürlich kann die eben vorgestellte Konfiguration
bei allen bisher aufgebauten Empfängern den Dreh-
kondensator ersetzen. Vorsicht ist allerdings bei
den Transistor - Empfängern geboten, bei denen der
Pluspol an Masse liegt. Hier muss die Ab-
stimm(sperr)-Spannung an der Anode zugeführt
werden; wir nutzen jetzt nur eine Diode des Bau-
steins, nämlich die untere (können die obere sogar
noch zu ihr parallel schalten) und ersetzen die ur-
sprünglich andere durch eine 4,7 nF Festkapazität.
Auf diese Weise müssen wir auch immer verfahren,
wenn wir nur eine Abstimmdiode haben. Lassen wir
uns die Abstimmspannung mit dem Messinstru-
ment anzeigen, so haben wir eine kleine Senderska-
la.

93
94

U Uf0 + Df

Senderseitige Modulation Nf

UNf
Uf0

t Uf0 - Df

f0+Df
f0-Df f0
UHf
fRes f t

U
f0
t

f0+Df
Empfängerseitige zusätzliche Amplituden-
f0
f0 modulation an der Flanke eines Resonanz-
UFM
kreises und Demodulation (Gleichrichtung)
f0-Df f0

mit Diode
t
f0+Df

f0+Df f0-Df f0+Df


t

f0 f0 f0 f0
Lectron
Senderamplituden konstant, aber die Sendefre- eine Gleichspannung (Vorspannung) in Sperrrich-
quenz schwankt um einen Mittelwert f0 im Takt der tung und als Überlagerung die vom Mikrofon kom-
zu übertragenden Niederfrequenz (Nf). Es verändert mende Modulationswechselspannung (Nf). Steigt
sich also nur die Frequenz um den Betrag ± Df, die Amplitude der vom Mikrofon gelieferten Span-
nicht die Amplitude. Dies hat einen besonderen Vor- nung in positiver Richtung an, wird die Sperrspan-
teil in der Signalübertragung: Störungen von ande- nung an der Kapazitätsdiode größer, damit ihre
ren elektrischen Geräten oder atmosphärische Stö- Sperrschicht breiter und ihre Kapazität kleiner und
rungen wirken sich nur auf die Amplitude eines Sig- als Folge die Frequenz höher; umgekehrt ist es bei
nals aus. Auf der Empfängerseite kann man die Spit- Nf - Spannungen in negativer Richtung, hier wird
zen eines Signals abschneiden (begrenzen), ohne die Frequenz kleiner. Dabei ändert sich die Amplitu-
einen Einfluss auf die in der Frequenz vorhandenen de der Schwingung nicht. Die Empfindlichkeit eines
Information zu nehmen; daher ist FM wesentlich solchen Modulators kann man in kHz / V angeben.
störungsfreier zu empfangen als AM. Zusätzlich Empfängerseitig geschieht die Demodulation da-
führt man folgenden Kniff durch: Auf der Sender- durch, dass man die FM auf einen etwas verstimm-
seite hebt man bei der Modulation die hohen Fre- ten Schwingkreis gibt. Die in Resonanznähe liegen-
Frequenzmodulation quenzen in der Lautstärke etwas an (EMPHASIS). den Frequenzen erzeugen dann eine höhere Span-
Damit der Klang auf der Empfangsseite erhalten nung als die weiter ab liegenden, und das entste-
Nach der Amplitudenmodulation (AM), die wir bis- bleibt, senkt man die hohen Frequenzen entspre- hende Signal ist zusätzlich amplitudenmoduliert.
her kennen gelernt haben, wollen wir uns zum Ab- chend wieder ab (DEEMPHASIS). Störgeräusche bei Seine Hüllkurve entspricht der ursprünglichen Nf
schluss noch mit einer anderen Modulationsart be- der AM bestehen nun hauptsächlich aus hohen Fre- und kann durch Gleichrichten mit einer Diode wie-
schäftigen, der Frequenzmodulation (FM), mit der quenzen (Zischen und Prasseln). Treten sie doch in ir- der gewonnen werden. Dieser FM FLANKENGLEICH-
bei uns in Deutschland alle UKW - Sender arbeiten. gendeiner Form auf, werden sie in gleichem Maße RICHTER unterscheidet sich nicht von einem AM -
Grundsätzlich könnten auch die Sender im UKW - herabgesetzt und weit weniger wirksam. Gleichrichter. Er ist allerdings heute wegen vieler
Bereich (30 MHz bis 300 MHz) amplitudenmodu- Ohne dass wir in Einzelheiten gehen wollen, können Nachteile nicht mehr gebräuchlich und spielte nur
liert werden, man wählte bei der UKW - Einführung wir uns senderseitig die Modulation so vorstellen: in der Anfangszeit des UKW-Rundfunks eine Rolle;
jedoch diese neue Modulation, da sie viele Vorteile Zum Schwingkreis eines Oszillators wird eine Kapa- trotzdem man kann an ihm die prinzipielle Arbeits-
gegenüber der AM aufweist. Bei der FM bleiben die zitätsdiode parallel geschaltet. Diese Diode erhält weise eines FM - Demodulators gut erkennen.

95
Versuch 96

42

1,5kW

L
560W 10µF 220W 100µF

Ant D
0,1µF
100kW
R
4,7nF 5,6kW

3,9kW
56pF
47nF 250kW 10kW UAbst Ausg 0,1µF

4,7nF

0,1µF
Lectron
enthält den FET, Kondensatoren, Spulen, die bei Fre- Kapazität der Abstimmdiode einen Sender zu fin-
Versuch 42 quenzen im Bereich 85 - 110 MHz nur noch wenige den und so einzustellen, dass gleichzeitig eine Flan-
Windungen haben, und zum Abstimmen eine Kapa- kendemodulation stattfinden kann. Die verwendete
UKW - Pendelaudion Abstimmdiode verändert ihre Kapazität im Bereich
zitätsdiode.
Mit dem folgenden Experiment wollen wir sehen, Wir wissen bereits vom normalen Audion, dass Ver- von 0 - 9 V um circa 15 pF, womit wir bereits den ge-
wie man mit wenigen Bauteilen eine Empfänger- luste im Abstimmkreis durch Entdämpfung ausge- samten UKW überstreichen. Es ist also viel Finger-
schaltung, die sich der Flankendemodulation be- glichen und sehr hohe Gütewerte (woraus eine spitzengefühl erforderlich. Zur besseren Einstellung
dient, aufbauen kann. Es ist ein PENDELAUDION, das in hohe Trennschärfe folgt) erreicht werden können. eines Senders begrenzen wir den Spannungsbe-
der Anfangszeit des UKW - Rundfunks verwendet Diese Eigenschaften wollen wir ausnutzen. Die Rüc- reich mit einer LED, der gegebenenfalls noch eine
wurde. Die Schaltung ist an Einfachheit kaum zu un- kkopplung ist so fest eingestellt, dass kräftige Ei- normale Si - Diode in Reihe geschaltet wird. Auch
terbieten; sie ist eine Sonderform der Audionschal- genschwingungen entstehen, die periodisch das können wir Diode / Potentiometer mit dem 560 W
tung, bei der durch überkritische Einstellung der Gate so weit negativ aufladen, dass der Transistor Festwiderstand vertauschen, so dass die Abstimm-
Rückkopplung Hf - Schwingungen periodisch ein- sperrt und die Schwingungen von selbst abreißen, diode höhere Spannungen bekommt, dann eine klei-
setzen und wieder abreißen. Die Schwingungsam- bevor eine neue Schwingung mit der erwähnten nere Kapazität besitzt und wir höhere Frequenzen
plitude pendelt deswegen; liegt die Pendelfrequenz Pendelfrequenz aufgebaut wird. Der Schwingkreis empfangen können. Der Spannungsteiler kann ver-
oberhalb des menschlichen Hörbereichs, also bei 50 ist also periodisch äußerst gut entdämpft und bie- suchsweise auch mit Festwiderständen und dem
bis 100 kHz, wird sie uns nicht weiter stören. tet für einfallende Radiowellen nahezu ideale Emp- 500 W Potentiometer aufgebaut werden. Selbst die
Da der Aufbau von UKW Empfängern eine extrem fangsbedingungen. Fällt kein Sender ein, hört man Größe des Verbindungswiderstandes geht in die
gedrängte Aufbauweise der Bauelemente erfordert, im Kopfhörer durch die stets vorhandene Rausch- Empfangsqualität ein, weswegen er als 10 kW Ein-
können wir das Herz der Schaltung, die Pendelau- spannung des Schwingkreises und des Transistors, stellwiderstand ausgelegt ist. Beginnen sollten wir
dionstufe mit dem Feldeffekttransistor, nicht mit die hoch verstärkt wird, ein starkes Rauschen. Bei hier mit einer mittleren Einstellung, die nach Auf-
einzelnen LECTRON - Bausteinen zusammen legen, guter Einstellung ist das Pendelaudion so empfind- finden eines Senders noch verändert werden kann.
sondern verwenden den eigens dafür geschaffenen lich, dass selbst ohne Antenne (70 cm langer Kup- Probeweise kann auch die Aufbauplatte geerdet
Baustein. Die stets vorhandenen Kapazitäten der ferdraht, senkrecht in Trennungsbaustein gesteckt) werden. Die günstigsten Empfangsbedingungen
Verbindungsleitungen hätten gerade bei den hohen mehrere Sender allein über den offenen Schwing- hängen von vielen Faktoren ab, so dass wir ein
Frequenzen einen störenden Einfluss, so dass die kreis empfangen werden können. wenig experimentieren müssen, um sie heraus zu
Schaltung nicht funktionieren würde. Der Baustein Die Kunst besteht jetzt darin, durch Verändern der finden.

97
Versuch 98

43

100kW
L
100kW
+
FM Nf
0,1µF 0,1µF R

Mute Tuning

1,5kW 1,5kW

10kW

500W
Lectron
und Verstärker, auf die wir nicht näher eingehen
wollen.
Intern arbeitet der UKW - LECTRON Baustein mit
FM Nf
Dj TP einer Versorgungsspannung von 5,6 V, die auch
dazu genutzt werden kann, die Stummschaltung
Versuch 43
oder RAUSCHUNTERDRÜ CKUNG zu deaktivieren, wenn
Der LECTRON UKW - Baustein kein Sender einfällt. Wer die Sendersuche also gern
geräuschvoll haben möchte, kann die interne Span-
Moderne UKW - Empfänger bewerkstelligen die De- nung auf den »Mute« - Anschluss geben. Weiter
modulation nach einem anderen Verfahren, mit VCO wird sie zur Senderauswahl benötigt, die intern
dem auch der integrierte Schaltkreis TDA7000 in un- über eine Kapazitätsdiode geschieht und mit zwei
serem UKW - Baustein arbeitet. Ziel der Entwic- Potentiometern für die Grob- und die Feineinstel-
klung war, schlecht integrierbare Bauelemente wie lung über den »Tuning« - Eingang durchgeführt
Kondensatoren und Induktivitäten für den ten Oszillators so nachzuziehen, dass beide über- wird.
Schwingkreis zu eliminieren. Kern dieser Schaltung einstimmen. Das Ausgangssignal des Bausteins muss kapazitiv
ist ein so genannter PHASENREGELKREIS PLL (engl.: Ohne Modulation des FM - Signals hat die Regel- abgenommen werden; es ist in der Lage, nur einen
phase locked loop). Er besteht aus einem SPAN- spannung einen mittleren Wert und der VCO gibt hochohmigen Kopfhörer anzusteuern und wird des-
NUNGSGESTEUERTEN OSZILLATOR VCO (engl.: voltage ein Signal ab, das die gleiche Frequenz, wie das an- wegen in einer einfachen Transistorstufe weiter ver-
controlled oscillator), einem KOMPARATOR Dj und kommende FM-Signal hat. Ändert sich die Frequenz stärkt. Wir können dazu wahlweise einen npn - oder
einem Tiefpass - Filter TP. Die Frequenz des Oszilla- des FM-Signals durch Frequenzmodulation, ent- einen pnp - Transistor verwenden. Es lohnt sich
tors wird durch eine anliegende Spannung be- steht eine Spannung, die den VCO eigentlich nach- dann auch, einen hochwertigen Kopfhörer über den
stimmt. Der Komparator vergleicht nun ständig die regeln will und das auch tut; gleichzeitig entspricht Klinkenbuchsen - Adapter anzuschließen. Beide
Frequenz und die Phase des Oszillatorsignals mit diese Spannung aber auch der Frequenzänderung Schaltungen sind angegeben.
der des (vorher verstärkten) FM - Empfangssignals. und ist damit direkt das demodulierte NF-Signal, Als UKW - Antenne verwenden wir einen senkrech-
Solange beide nicht übereinstimmen, gibt er an sei- das wir - weiter verstärkt - hörbar machen können. ten massiven Kupferdraht von ca 70 cm Länge, der
nem Ausgang ein Fehlersignal ab, das gefiltert Neben dem PLL enthält der TDA7000 natürlich noch direkt in den Anschlussbaustein gesteckt werden
dafür sorgt, die Frequenz des spannungsgesteuer- andere Schaltungselemente, wie Begrenzer, Filter kann.

99
Versuch 100

44

L
1,5kW 10kW

100kW
10kW R
+
FM Nf
0,1µF
S
G

D Mute Tuning

20kW 20kW 1,5kW

500W

10kW
Lectron
gungsspannung liegt, die mit dem Source - An-
schluss verbunden wird. Sein pn - Übergang ist
dann stets in Sperrrichtung vorgespannt und es
fließt kein Strom über den Gate - Anschluss. Den
Drain - Anschluss legen wir über einen Arbeitswi-
derstand von 10 kW an die 9 V Versorgungsspan-
nung. Beim Empfang eines Senders leitet der FET
besser als wenn wir keinen Sender empfangen, die
Spannung am Drain - Anschluss sinkt dann durch
Versuch 44 den höheren Spannungsabfall, den der Drainstrom
verursacht, ab. Schaltungsmäßig brauchen wir die
UKW - Baustein mit Empfangsanzeige
Gatespannung nicht »im Bogen« um den FET herum
Solange kein Sender einfällt, gibt der Mute - An- zu führen; da unser FET intern symmetrisch aufge-
schluss eine Spannung ab, die ca 0,7 V unter der in- baut ist, können wir ihn verkehrt herum einsetzen.
tern erzeugten Versorgungsspannung liegt. Diese Die Elektrode mit dem tiefsten Potential wird auto-
Spannung ist mit einem hochohmigen Messinstru- matisch Source, die mit dem höchsten Drain. Die
ment auch messbar. Das LECTRON - Instrument ist am 10 kW anfallende Spannungsänderung verstär-
nicht so gut dafür geeignet. ken wir mit einem pnp - Transistor. Sein Kollektor-
Empfangen wir einen Sender, so steigt die Span- strom reicht dann aus, eine LED hell leuchten zu las-
nung auf nahezu die Höhe der internen Versor- sen.
gungsspannung an. Diese Veränderung können wir Als UKW-Sender-Skala verwenden wir das Messin-
zur Empfangsanzeige ausnutzen. Da der Mute - An- strument. Damit wir die gesamte Skala zur Anzeige
schluss nicht belastet werden darf, empfiehlt sich ausnutzen können, misst das Instrument die Ab-
ein hochohmiger Verbraucher, nämlich unser FET. Er stimmspannung nicht gegen Masse, sondern gegen
macht zufällig auch genau das Richtige, wenn wir Uintern/2. Der Spannungsteiler aus den beiden 20 kW
sein Gate an den Mute - Anschluss legen, der po- Widerständen begrenzt den Strom gerade so, dass
tentialmäßig immer unter der internen Versor- nahezu die ganze Skala überstrichen wird.

101
Versuch 102

45*

1,5kW

250kW
L

100kW
2 _7 8 R
6

3 +4 5 +
1
FM Nf
_ 0,1µF

Mute Tuning

1,5kW

10kW 500W
Lectron
Versuch 45*
Empfangsanzeige mit Operationsverstär-
ker
Wer den LECTRON Experimentierkasten »Opera-
tionsverstärker« besitzt, kann die Anzeige mit
einem als Komparator geschalteten Operationsver-
stärker ausführen. Das Vergleichssignal gewinnen
wir aus der Versorgungsspannung, es wird hochoh-
mig über das 250 kW Potentiometer an den inver-
tierenden Eingang gelegt. Das Potentiometer muss
so eingestellt werden, dass beim Empfang eines Sen-
ders die Leuchtdiode leuchtet. Der nichtinvertie-
rende Eingang wird mit dem Mute - Anschluss ver-
bunden. Übersteigt die Spannung hier beim Emp-
fang eines Senders die Vergleichsspannung vom Po-
tentiometer, so gibt der Operationsverstärker hohes
Potential ab, das über einen Emitterfolger verstärkt
die Leuchtdiode zum Leuchten bringt. Ohne Emp-
fang gibt der Operationsverstärker nahezu Masse-
potential ab und die Leuchtdiode leuchtet nicht.
Durch die äußerst hohe Verstärkung des Opera-
tionsverstärkers erfolgt die Umschaltung schlagar-
tig.

103
Versuch 104

46

+
L
FM Nf
10kW 0,1µF 100kW

10kW Mute Tuning R


10:1

G
S

D
1,5kW

20kW 1,5kW 4,7kW

20kW
500W

10kW
Lectron
Versuch 46
UKW - Empfänger mit Nf - Übertrager
Bisher haben wir unseren Kopfhörer direkt in die Kol-
lektorleitung der dem UKW - Baustein folgenden
Transistorstufe gelegt; es fließt also auch ein nicht
gewünschter Gleichstrom über den Kopfhörer. Wir
können das wieder durch Zwischenschaltung des
Ausgangsübertragers vermeiden und erhalten den
angegebenen Versuchsaufbau. In Reihe zu dem
Übertrager liegt ein 4,7 kW Widerstand; durch Vari-
ieren des Widerstandswerts ändert sich der Ar-
beitspunkt des Transistors etwas und damit auch
die »Klangfarbe« des Nf-Signals. Es lohnt sich also,
hier etwas zu experimentieren und das Optimum he-
raus zu finden. Rechtes und linkes Kopfhörersystem
sind parallel geschaltet. Auch eine Serienschaltung
ist möglich, indem wir jeweils den L - und den R -
Eingang mit einer Leitung des Übertragers verbin-
den und den Masseanschluss - Baustein weglassen.

105
Versuch 106

47

+
FM Nf
10kW 0,1µF 100kW

10kW Mute Tuning 100kW


G
S

1,5kW 5,6kW 250kW 0,1µF

20kW 1,5kW 10µF

20kW 120W
500W

10kW
Lectron
Versuch 47
UKW - Empfänger mit Lautsprecher
Die einstufige Verstärkung mit dem Transistor ist
nicht ausreichend für die Ansteuerung eines Laut-
sprechers. Möchten wir UKW - Sender über Laut-
sprecher hören, müssen wir also eine weitere Ver-
stärkerstufe anfügen. Wir bauen sie diesmal mit
einem npn - Transistor auf, obwohl natürlich auch
ein komplementärer pnp - Transistor verwendet
werden könnte. Die Gesamtverstärkung ist jetzt so
hoch, dass es zu Übersteuerungen und damit zu Ver-
zerrungen kommen kann. Eine Lautstärkeeinstel-
lung ist deswegen sinnvoll. Leider haben wir kein
weiteres 10 kW Potentiometer mehr und müssen
auf das für den Transistor zu hochohmige 250 kW
Potentiometer zurück greifen. Einfach in die Kollek-
torleitung geschaltet würde sich der Arbeitspunkt
der ersten Transistorstufe unzulässig verschieben;
als Arbeitswiderstand sind 250 kW ungeeignet
hoch. Wir schalten deswegen als Behelf einen Ar-
beitswiderstand von 5,6 kW gegen Masse und grei-
fen über ihm mit dem Potentiometer eine Teilspan-
nung, die weiter verstärkt wird, ab. Zusätzlich er-
hält die letzte Stufe noch die bereits bekannte Ge-
genkopplung in die Emitterleitung.

107
Versuch 108

48

0,1µF

+
FM Nf
10kW
680kW 100µF 120W

10kW Mute Tuning


G
S

1,5kW 4,7kW 250kW 0,1µF 100kW

L
20kW 1,5kW
10:1

20kW
500W
R

10kW
Lectron

Versuch 48
UKW - Empfänger mit zweistufigem Nf
- Verstärker
Auch an den zweistufigen Nf - Verstärker können
wir statt des Lautsprechers unseren eigenen Kopf-
hörer anschließen. Der Versuchsaufbau ist eine Va-
riante des vorherigen Versuchs und bringt nichts
grundsätzlich Neues; beide Transistorstufen sind
diesmal mit pnp - Transistoren aufgebaut und die
Kopfhörersysteme parallel geschaltet.

109
Versuch 110

49
(1,3) ~

3x

1mF

1,5kW 10kW 10µF 100kW 100kW

10kW 220W
(2) ~
+
FM Nf
0,1µF 100kW
S
g1 aP
G
aT g2
D Mute Tuning 0,1µF

g3
gT ECL
0,1µF k,s f f 80

250kW 18W
20kW 20kW 1,5kW 100kW

500W 5,6kW Vorsicht!


Widerstand wird heiß
Langbeinig einstecken

10kW
Lectron
Versuch 49
UKW - Empfänger mit Röhren Nf - Ver-
stärker
Statt mit einem Transistor Nf - Verstärker können
wir den UKW - Empfänger auch mit einem Röhren
NF - Verstärker kombinieren. Es ist dann zweckmä-
ßig, die Versorgungsspannung für den UKW - Teil
ebenfalls aus dem Vervielfacher - Baustein zu ent-
nehmen und zwar bei 1û. Die interne Versorgungs-
spannung für das IC wird über eine einfache Stabili-
sierungsschaltung mit 5,6 V Zenerdiode und Vorwi-
derstand erzeugt. Damit dieser Vorwiderstand, der
für den Betrieb an 9 V ausgelegt ist, jetzt nicht über-
lastet wird, führen wir die Spannung über einen wei-
teren Widerstand (220 W) zu, an dem die über-
schüssige Spannung abfällt, und blocken die Span-
nung mit einem 10µF Elko ab.
Ungünstig ist für den dem FM - Baustein folgenden
Transistor das 250 kW Lautstärkepotentiometer als
Arbeitswiderstand, wir behelfen uns mit dem Fest-
widerstand 5,6 kW parallel zum Potentiometer.

111
Versuch 112

50 1,5kW

S
10kW
20kW

G
Mute
20kW 10kW

FM
Tuning

+
Nf
10kW

500W 1,5kW 0,1µF 120W

100kW

(1,3) ~


5,6kW
100kW

250kW 3x

1mF
0,1µF
g1 aP
aT g2 1û

0,1µF 100kW (2) ~

g3
gT ECL
100kW
k,s f f 80
Vorsicht!
Widerstand wird heiß
18W
Langbeinig einstecken
Lectron

Versuch 50
UKW - Empfänger mit zwei Spannungs-
versorgungen
Sollte es beim vorherigen Versuch Probleme mit zu
hoher Brummspannung geben, kann die Span-
nungsversorgung des FM - Teils abgetrennt und
vom Batteriebaustein aus erfolgen. Ein möglicher
Versuchsaufbau ist vorstehend angegeben.

113
Versuch 114

51 1,5kW

S
20kW 10kW

G
Mute
10kW

20kW 10kW

FM
Tuning

+
500W

Nf
330pF 1,5kW 0,1µF 120W

47pF
47kW 47kW 4,7kW
(1,3) ~

100kW
0,1µF 100kW

3x

1mF

10µF 5,6kW 0,1µF


250kW
100kW a g2 g1 aP
330pF g1 s g3 aT g2 1û

4,7nF 250kW 0,1µF 100kW (2) ~

k k g3
gT ECL
EF80 100kW 220W 560W
f f k,s f f 80
Lectron
Versuch 51
Kombinierter UKW / MW Empfänger
Wenn wir nach Abschluss aller Experimente gern
ein Radio aufgebaut haben möchten, mit dem wir
sowohl UKW als auch MW / KW Sender empfangen
können, bietet es sich an, beide entsprechenden Ver-
suchsaufbauten miteinander zu kombieren. Die Aus-
wahl des Wellenbereichs treffen wir mit einem Um-
schalter, der die Nf der jeweiligen Empfangsstufe
(FM - Baustein oder EF80 Audion) auf den mit der
ECL80 aufgebauten Nf Verstärker bringt. Die Kom-
bination der drei Schaltungsteile erfordert aus
Platz- und Materialproblemen einige Kompromisse.
So speisen wir den UKW - Baustein wieder aus dem
Batteriebaustein und drei der erforderlichen gera-
den Verbindungen ersetzen wir durch nicht benö-
tigte Widerstände (220 W, 560 W und 4,7 kW).
Bei überwiegendem Empfang von MW / KW ist es
günstig, den als Arbeitswiderstand der Transistors-
tufe wirkenden 5,6 kW Widerstand heraus zu neh-
men oder seine Masseverbindung zu unterbrechen.
Leider können wir auch nicht mehr die gesamte Brei-
te der Skala vom Messinstrument als Senderanzei-
ge nutzen.

115
Versuch 116

1,25V

9V
8V~

8V~
1,25÷9V

1,25÷9V
52* 20kW 1,5kW

S
20kW 10kW

G
Mute
10kW

FM
10kW

Tuning

+
500W

Nf
330pF 1,5kW 0,1µF 120W 10µF

47pF
47kW 4,7kW 47kW
(1,3) ~

100kW
0,1µF 100kW

3x

1mF
5,6kW 0,1µF
250kW
100kW a g2 g1 aP
330pF g1 s g3 aT g2 1û

4,7nF 250kW 0,1µF 100kW (2) ~

k k g3
gT ECL
EF80 100kW 220W 560W
f f k,s f f 80
Lectron
Versuch 52*
UKW / MW Empfänger für Netzbetrieb
Für den Dauerbetrieb ist es empfehlenswert, statt
des Batteriebausteins das LECTRON Netzteil (Be-
stellnummer 2601) einzusetzen und so den Nach-
kauf von Batterien zu vermeiden. Wenn wir uns zu
diesem Schritt entschließen, müssen wir daran den-
ken, dass das Netzteil eine Zuleitung besitzt und
nicht immer einfach an die Stelle des Batteriebau-
steins gesetzt werden kann, obwohl beides Dreier-
bausteine sind. Leider trifft das auch bei diesem Ver-
suchsaufbau zu. Das Netzteil muss weiter am Rand
der Aufbauplatte plaziert werden und der An-
schluss an die Schaltung erfordert zusätzlich anzu-
schaffende Verbindungsbausteine, falls sie nicht
aus anderen LECTRON Kästen vorhanden sind. Mit
noch weiteren Verbindungsbausteinen schaffen wir
dann auch eine Schaltungsmodifikation, bei der der
5,6 kW Widerstand ständig angeschlossen bleiben
kann und wir auch wieder die gesamte Skalenbreite
des Instruments nutzen können.

117
Versuch 118

53* 1,5kW

S
20kW 10kW

G
Mute
(1,3) ~


20kW 10kW

FM
3x

Tuning

1mF

+
Nf
10kW

500W 1,5kW 10µF 10µF 220W


(2) ~

47kW 47kW

330pF 0,1µF

47pF 4,7nF 250kW 250kW 100kW 0,1µF 100kW


100kW a g2 g1 aP
330pF g1 s g3 aT g2

0,1µF

k k g3
gT ECL
EF80 100kW
f f k,s f f 80

47pF
Lectron

Versuch 53*
Variante des UKW / MW Empfängers
Wenn wir weitere Verbindungsbausteine einsetzen
und auf die zusätzliche Transistorstufe nach dem
FM-Baustein verzichten können, ist ein kompakter
Versuchsaufbau möglich. Eine Variante, die mit
einem Netzgerät auskommt, da der Spannungsver-
dreifacher den UKW-Teil mit versorgt, ist abgebil-
det.

119
Versuch 120

54*
(1,3) ~

47pF 3û

3x

1mF

1,5kW
100kW
330pF 1û

(2) ~
gT aP
kT k,g3

g1
g2 PCL
f
aT f 86

250kW 100kW 47nF


10µF

2,2MW 330pF
Lectron
sind zwei Katoden vorhanden, so dass das Trioden-
system als Audion und das Pentodensystem als Nf-
Verstärker geschaltet werden kann. Günstig ist die
Heizspannung der Röhre von 12,6 V bei 300mA Heiz-
strom ; wir benötigen keinen Heizvorwiderstand.
Die Rückkopplung wird über die Höhe der Trioden-
Anodenspannung eingestellt. Eine Lautstärkeein-
stellung ist bei der Gesamtverstärkung nicht erfor-
derlich. Die Röhre muss unbedingt auf die ECC8x -
Fassung gesetzt werden, eine neue Abdeckung fin-
Versuch 54* det man in der Ausschneidetafel, wenn man es
nicht vorzieht, den passenden Röhrenbaustein bei
MW / KW Audion mit PCL86 für Laut- Lectron zu beziehen (Bestell-Nr. 2469 ). Die Anten-
nenankopplung kann auf verschiedene Weise be-
sprecherbetrieb
werkstelligt werden; welches im speziellen Fall die
Die Anregung von B. Kainka (s. Kap. »Weiterführen- günstigste ist, muss experimentell heraus gefunden
de Hinweise«), der das Kosmos Jubiläumsmodell des werden. Drehen wir den Spulenkern weiter heraus,
Radiomanns konzipierte und dafür auch einen können wir Sender im oberen MW-Bereich emp-
Umbau auf Lautsprecherbetrieb angibt, lässt sich fangen.
leicht mit dem Lectron Experimentierkasten umset- Für Kurzwellenempfang braucht nur die Mittelwel-
zen: Wer in seiner Röhrensammlung die PCL86 hat, lenspule gegen eine KW - Spule ausgetauscht zu
kann sofort die Schaltung aufbauen, da alle sonst werden.
noch benötigten Bauteile bereits vorhanden sind. Dieser Versuchsaufbau ist auf kleiner Edelstahlplat-
Die PCL86 war früher weit verbreitet und kam im Au- te (ca. DIN A4) bei Lectron als Set (Bestell-Nr. 1111 )
dioteil von Fernsehapparaten vor. Beim Betrachten erhältlich für diejenigen, die gern ein Radio ständig
der Röhre fällt auf, dass Trioden- und Pentodenteil aufgebaut haben und trotzdem gleichzeitig exper-
getrennt aufgebaut sind. Anders als bei der ECL80 imentieren möchten.

121
Versuch 122

55*

47pF

(1,3) ~
20:1

1,5kW

100kW
3x
330pF 2û
1mF

gT aP
kT k,g3 1û

(2) ~

g1
g2 PCL
f
aT f 86

10µF 250kW 100kW 47nF

2,2MW 330pF
Lectron

Versuch 55*
MW / KW Audion mit PCL86 (Variante)
Eine weitere Aufbauvariante zeigt , wie wir unter
Verwendung des 20:1 Übertragers, der bei Lectron
als Einzelbaustein erhältlich ist, die Schaltung des
vorherigen Versuchs so umgestalten können, dass
ein eigener, hochwertiger Lautsprecher oder Kopf-
hörer (4-8 W) über den eingebauten Klinkenstecker
angeschlossen werden kann.

123
Versuch 124

56*

+
FM Nf
10kW 2,2kW

+
(+) In
Out1

5
10kW Mute Tuning 2 1
250kW

G
3 6
8
S

D
Out2
1,5kW _

20kW 1,5kW

20kW 500W

10kW
Lectron
Versuch 56*
UKW - Empfänger mit Nf - Verstärker
Für den platzsparenden Aufbau des UKW - Empfän-
gers wurde eigens ein NF - Verstärkerbaustein ge-
schaffen, der als Einzelteil bei Lectron erhältlich (Be-
stell-Nr. 2464 ) ist. Dieser Baustein enthält einen in-
tegrierten Schaltkreis zum Betrieb an 9 V, der direkt
einen kleinen 8 W Lautsprecher, welcher ebenfalls
als Einzelteil (Bestell-Nr. 2711 ) erworben werden
kann, ansteuert. Der Baustein selbst ist kurz-
schlussfest und muss über ein Koppelkondensator
angesteuert werden. Dieser Kondensator ist bereits
im FM - Baustein vorhanden.
Für Dauerbetrieb empfiehlt es sich, das Netzteil zu
verwenden. Das Aufbaubild zeigt eine mögliche An-
ordnung. Natürlich kann statt des kleinen Lautspre-
chers ein eigener hochwertiger Kopfhörer über Klin-
ken- oder Cinchbuchse angeschlossen werden,
damit der volle Klang der empfangenen UKW - Sen-
der zur Geltung kommt.

125
Versuch 126

57*

47kW

10kW 120W 10µF


+
FM Nf 100kW

S
G (+)
Mute Tuning
D 10kW

0,1µF

1,5kW
100kW
20kW

500W

20kW

10kW
Lectron
Versuch 57*
Lectron UKW - Empfänger Set
Neben dem MW-Audion mit der Röhre PCL86 gibt
es bei Lectron auch ein Set mit einem UKW-Radio
(Bestell-Nr. 1112 ). Dem FM-Baustein ist ein zwei-
stufiger Verstärker mit Germanium-Transistoren
nachgeschaltet, so dass Lautsprecherbetrieb mög-
lich ist. Die Abbildung zeigt den platzsparenden Ver-
suchsaufbau. Wer den Transistor mit rechtem Ba-
sisanschluss (Bestell-Nr. 2424 ) besitzt, kann sich
die Schaltung leicht zusammen legen. Durch die Ver-
wendung der neuen superhellen Leuchtdiode (Be-
stell-Nr. 2474 ) entfällt die bisherige Transistorstufe
zur LED-Ansteuerung. Diese Schaltungsvariante ist
natürlich auch für alle entsprechenden Versuchs-
aufbauten mit dem FM-Baustein in diesem Anlei-
tungsbuch möglich.
Beim Betrieb der Leuchtdiode an 9 V muss ein Vor-
widerstand von mindestens 20 kW verwendet wer-
den; sie ist sonst so hell, dass die Gefahr von Netz-
hautverbrennungen besteht, wenn man direkt in
den Strahl sieht.
Für Dauerbetrieb ist der Einsatz des Netzgerätes
empfehlenswert.

127
Versuch 128

58*

10kW
(1,3) ~

47pF 3û

500W 20kW

3x

1mF

1,5kW 1,5kW 20kW


100kW
330pF 1û

(2) ~
D
gT aP Tuning Mute
kT k,g3
(+) G
S

Nf
g1 FM
g2 PCL
f 270W
+
aT f 86

100kW
10kW

10µF 250kW 100kW 47nF 0,1µF 10kW 47kW

2,2MW 330pF 10µF


Lectron

Versuch 58*
Kombinierter MW / UKW - Empfänger
mit PCL86
Auch das PCL86 - Audion lässt sich mit dem UKW-
Teil für den ständigen Gebrauch kombinieren. Das
Aufbaubild zeigt eine platzsparende mögliche An-
ordnung der Gesamtschaltung. Der FM - Teil wird
vom Spannungsverdreifacher versorgt, so dass die
zusätzliche 9 V Spannungsversorgung entfällt.
Die Bausteine dieses Versuchs sind bei Lectron als
Set (Bestell-Nr. 1113 ) erhältlich.

129
130

9 6 7 8
g1 aP a g2
aT g2 g1 s g3
1 8 2 9
6

g3 k k
2 gT 7 3 1
3 ECL EF80
k,s f f 80 f f
4 5 4 5
1 6 5 6
a’ a a g2
g’ g g1 g1
2 7 1 7

k’ k k,g3 k,g3
3 8 2 2
4
ECC EL95
fm/s f 8x f f
9 5 3 4
der Übergangszeit zum Transistor. Zahlreiche Links
Lectron
Betrieb mit niedrigen Anodenspannungen eignen,
zu anderen Seiten sorgen für stundenlangen in- zusammen gestellt hat.
Weiterführende Hinweise haltsreichen Lesestoff am Bildschirm. Möchte man mit anderen als in diesem LECTRON
Wer das mit diesem Experimentierkasten erworbe- http://www.b-kainka.de/bastel0.htm Baukasten vorhandenen Röhrentypen experimen-
ne Wissen gern ausbauen und vertiefen möchte, fin- tieren, so stellt sich häufig die Frage nach einer Be-
Burkhard Kainka (alias Dietrich Drahtlos) ist je- schaffungsmöglichkeit. Hier lohnt es sich, bei Ebay
det im Internet*) auf den folgenden Seiten reichlich mand, der sich beim Anblick eines herum liegenden
Material für weitere Experimente: nach dem gewünschten Typ, neu oder gebraucht,
Elektronikbauteils offensichtlich sofort fragt: »Was Ausschau zu halten. Wertvolle Tipps, damit man
http://www.oldradioworld.de kann ich damit noch anfangen?« und dann auch nicht zu viel bezahlt (und Grundsätzliches über Röh-
Auf dieser Seite gibt es fundierte Tipps zum Bau von immer irgendeine interessante Bastellösung dafür ren), gibt es auf der Seite
Hochleistungs - Kristall - Detektoren. Es wird de- findet. Auf der angegeben Seite sind seine - zum
Teil sehr originellen - Schaltungen in einer stetig www.elektronikinfo.de/strom/roehren
tailliert gezeigt, wie man die verschiedensten Arten
von Schwingkreisspulen baut, die auch noch das wachsenden Liste zusammen gestellt. Die Beschrei- Hier findet man auch viele Links zu Firmen, die Röh-
letzte Mikrovolt von der Antenne verwerten, wel- bungen sind so gut, dass man bei Vorhandensein ren und Zubehör anbieten, z. B.:
che Gleichrichterdioden am besten wozu taugen, der Bauteile gleich mit dem Zusammenlöten der
was die Vor- und Nachteile der einzelnen Drehkon- Schaltungen beginnen kann. http://www.fragjanzuerst.de/dindex.htm
densatortypen sind und wie man Antennen am be- Sehr empfehlenswert ist auch das von ihm verfasste http://www.tube-audio.de/
sten ankoppelt. Buch: http://www.reichelt.de/
Angeschlossen ist ein Versandhandel mit den vor- »Röhren - Projekte von 6 bis 60 V« http://www.btb-elektronik.de/
gestellten Teile, so dass man alle Tipps in der Praxis Elektor - Verlag GmbH
nachprüfen kann. Bilder von aufgebauten Detekto- ISBN 3-89576-142-7 Die Fassungen der LECTRON Röhrenbausteine sind
ren aus aller Welt runden die Seite ab. auch für andere Typen nutzbar. Dazu sind oben die
In ihm findet man über die in diesem Experimen- Stiftnummerierungen (Sockel stets von unten
http://www.jogis-roehrenbude.de/ tierkasten vorgestellten mehr grundlegenden Röh- gegen die Stifte gesehen und im Uhrzeigersinn ge-
Dieser äußerst umfangreiche Internet - Auftritt renschaltungen hinaus viele Anleitungen für den zählt) angegeben.
lässt keine Frage zum Thema Elektronenröhren un- Aufbau von Verstärkern, Empfängern und Spezial-
beantwortet. Das auch optisch sehr ansprechend schaltungen. Was das Buch zusätzlich sehr wertvoll *) Mit Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Ausbrin-
gung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Für alle diese Links gilt des-
präsentierte Material reicht von den ersten Röhren macht, sind die tabellarischen Daten - Übersichten, wegen: LECTRON erklärt ausdrücklich, dass LECTRON keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die In-
halte dieser Seiten hat. Deshalb übernimmt LECTRON keine Garantie oder Verantwortung
überhaupt bis zu den Niederspannungsröhren aus die B. Kainka von zahlreichen Röhren, die sich zum für die Inhalte externer Links und macht sich diese Inhalte auch nicht zu Eigen.

131
132

Bauteile Lectron 4
34

Radiotechnik HF-Diode AA 119 1 Widerstand 220 W 1


Verbindung Masse 10 Leuchtdiode rot 1 Widerstand 560 W 1
Verbindung Gerade 6 FET - Transistor BF 244 / BF 245 1 Widerstand 10 kW 1
Verbindung T-Stück 13 Transistor AC 125 rechts mit BW 100 kW 1 Widerstand 20 kW 2
Verbindung Winkel 5 Transistor AC 125 links mit BW 330 kW/ Masse1 Widerstand 47 kW 2
Verbindung Kreuzung, verbunden 1 Transistor AF 126 links mit BW 680 kW 1 Widerstand 100 kW 2
Verbindung Kreuzung, isoliert 5 Transistor npn o BW links 2N 3704 1 Widerstand 2,2 MW 1
Verbindung dreifach, Gerade 1 AM-Baustein 1 Potentiometer 500 W 1
Trennbaustein 1 Ohrhörerbaustein, magnetisch 2 Potentiometer 250 kW 2
Anschlussbaustein 1 Ferritantenne Mittelwelle 1 Kondensator 47 pF 1
Batterie-Baustein 2pol. 1 Lautsprecher 8 W / 0,2 Watt 1 Kondensator 330 pF 1
Widerstand 120 W 1 Kondensator 4,7 nF 1
HF-Drossel ca. 5 mH 1
Widerstand 1,5 kW 2 Mittelwellenspule 1 Kondensator 47 nF 2
Widerstand 4,7 kW 1 Kurzwellenspule 19 m Band 1 Kapazitätsdiode KV1560NT 1
Widerstand 5,6 kW 1 Kurzwellenspule 41 m Band 1 Leistungsdiode 1N400.. 1
Widerstand 10 kW 1 Aufbauplatte DIN A3 1 FM-Baustein 1
Widerstand 100 kW 2 Anleitungsbuch 1 Röhren-Baustein ECC8x 1
Potentiometer 10 kW 1 Zubehör Röhren-Baustein EF80 1
Kondensator 330 pF 1 Radio-Röhrentechnik Röhren-Baustein ECL80 1
Kondensator 4,7 nF 1 Verbindung Masse 4 Röhren-Baustein EL95 1
Kondensator 47 nF 1 Verbindung Gerade 6 UKW Pendelaudion Baustein 1
Kondensator 0,1 µF 4 Verbindung T-Stück 5 Umschalter SKS I K, 1x UM 1
Elektrolyt - Kondensator 10 µF 2 Verbindung Winkel 13 Drehspul-Messgerät 100 µA / Ri 4 kW 1
Elektrolyt- Kondensator 100 µF 1 Verbindung Kreuzung, isoliert 6 Villard-Vervielfältiger-Baustein 1
Drehkondensator 220 pF / 47 pF 1 Verbindung dreifach, Gerade 2 Übertrager 10:1 2
Abstimmbst. m. Drehko 220 pF / 47 pF & Spule 1 Cinch-Buchse 1 Transistor pnp o BW links 2N 3702 1
Entkopplungsbaustein 220 W / 2 x 100 µF 1 Klinkenbuchse 1 Zubehör (Einzelwiderstände, 5 Röhren, usw.)
Lectron

Autor
Gerd Kopperschmidt

Herausgeber
Lectron
Eschersheimer Landstr. 26a
60322 Frankfurt
Tel.: +49 (0)69 90 50 12 82
Fax: +49 (0)69 90 50 12 83
Email: lectron@frankfurter-verein.de
www.lectron.de

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134

4
34

Weitere Versuche bauplatte) als Zubehörsatz an (Bestell-Nr. 2912 ); die


Spulen lassen sich aber auch nach den angegeben Bau-
Lectron hat in dem neuen Anleitungsbuch »Schwingun- anleitungen leicht aus 2mm Aluminiumdraht selbst her-
gen & Resonanz« (Bestell-Nr.3114 ) 15 Experimente zu-
stellen.
sammen gestellt, die das Verständnis über die Arbeits-
Obwohl alle Experimente mit dem Batteriebaustein dar-
weise von Schwingkreisen vertiefen und eine ideale Er-
gänzung zu den Versuchen dieses Baukastens sind. gestellt sind, empfiehlt sich der Einsatz des Netzteils (Be-
Mit den Experimenten lassen sich die wichtigsten stell-Nr. 2601 ), das neuerdings zwischen 1,25 V und 12V
Grundlagen und Phänomene zur drahtlosen Energie- einstellbar ist.
und Informationsübertragung leicht erarbeiten. Die Nach Durchführung aller Experimente weiß man, wie
meisten der dafür benötigten LECTRON Bausteine sind Schwingkreise im Rundfunk-Empfänger zur Auswahl einer
bereits vorhanden, so dass nur wenige Bausteine erwor- bestimmten Senderfrequenz dienen und es ermöglichen,
ben werden müssen. eben diesen gewünschten Sender mit seiner Information
Neu ist der Quarzbaustein mit der Frequenz 13,56 MHz aus dem allgemeinen »Wellensalat«, den die Antenne emp-
(Bestell-Nr. 2475 ), die für wissenschaftliche und exper- fängt, zu selektieren. 120W 270W 1,5kW 100kW 47pF 47pF

imentelle Zwecke freigegeben ist. Diese Frequenz hat Man durchschaut aber auch, wie moderne Zauberkünstler
den großen Vorteil, dass die Schwingkreisspulen mit es schaffen, einfach in der Hand gehaltene Leuchtstoff-
ihren 9 Windungen und die entsprechenden Stabanten- röhren zum Leuchten zu bringen, ohne dabei selbst Scha- 13,56MHz 0,1µF 330pF

nen noch handliche Ausmaße haben und selbst leicht den zu nehmen. Wenn man es richtig anstellt, sind hoch-
hergestellt werden können. gespannte und hochfrequente Ströme für den menschli-
Ein weiterer neuer Baustein ist die superhelle rote LED chen Körper ungefährlich. Die Energieübertragung beruht 500W

(Bestell-Nr. 2474 ), die zur Anzeige der gesendeten und dabei durchweg auf der Energiekopplung zwischen abge-
der empfangenen Energie verwendet wird. stimmten Schwingkreisen. Nikola Tesla (1856 - 1943) hat
Alle benötigten Bausteine sind nebenstehend abgebil- in Amerika um 1900 damit in spektakulären Versuchen viel 2
47pF 47pF

det, so dass man leicht feststellen kann, welche davon in Aufsehen erregt und auch heute kann man mit Tesla
der Sammlung fehlen; sie können bei LECTRON pro- Transformatoren, die nach den hier vorgestellten Prinzi-
blemlos als Einzelteil bezogen werden. LECTRON bietet pien arbeiten, ein staunendes Publikum verblüffen. Solche
darüber hinaus die Zusatzteile (2 Spulen, 4 Antennens- Versuche sprengen allerdings die Möglichkeiten des LEC- Benötigte Bauteile
täbe, 3 Drähte mit Steckern für Koppelspulen, kleine Auf- TRON Systems und sind teilweise auch nicht ungefährlich.
gT aP a g2 g
Lectrong a k s
a Bodenkontakt
abkleben EAA91
EL95
kT k,g3 g1 g3 g k g k’ d’
k

PCL86 EF98 PC86 PC88 EAA91


g1 k,s k,s k g g g d d
g2 PCL
f EF98 PC86 PC88
aT ECC8x f 86 f f EL95 a f ECC8x f f EF80 f f

Ausschneidebogen
gT aP a g2 a g g a k s
EAA91
kT k,g3 g1 g3 g k g k’ d’
k

g1 k,s k,s k g g g d d
g2 PCL
f
aT f 86 f f EF98 a f PC86 f f PC88 f f
Bestell-Nr. 2469 Bestell-Nr. 2470 Bestell-Nr. 2471 Bestell-Nr. 2472 Bestell-Nr. 2473
Auf Anfrage sind bei LECTRON auch diese passenden Röhrenbausteine (Lieferung jeweils ohne Röhre) erhältlich.

111
135