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Betriebsanleitung

TCD 2015
z Dieser Motor ist ausschließlich z Kühlluft-Zuströmbereich zum Gebläse nicht ver- Gefahr
für den dem Lieferumfang ent- ändern, verbauen eine ungehinderte Kühlluftzu-
fuhr muss gewährleitet sein. Dieses Symbol wird bei allen Sicher-
sprechenden Verwendungs- heitshinweisen verwendet, bei deren
zweck - definiert durch den Eine Haftung des Herstellers für daraus resultie-
rende Schäden ist ausgeschlossen. Missachtung eine unmittelbare Gefahr
Gerätehersteller - gebaut (be-
stimmungsgemäßer Gebrauch). Jeder darüber von Leib und Leben der betroffenen
z Bei der Durchführung von Wartungs-/Reparatur-
hinausgehende Gebrauch gilt als nicht bestim- arbeiten am Motor ist grundsätzlich die Verwen- Personen besteht. Beachten Sie diese
mungsgemäß. Für hieraus resultierende Schä- dung von DEUTZ Originalteilen vorgeschrieben. sorgfältig. Geben Sie Sicherheitsan-
den haftet der Hersteller nicht. Das Risiko hierfür Diese sind speziell für Ihren Motor ausgelegt weisungen auch an Ihr Bedienungs-
trägt allein der Benutzer. und gewährleisten einen einwandfreien Betrieb. personal weiter. Darüber hinaus sind
z Zur bestimmungsgemäßen Verwendung gehört Bei Nichtbeachtung erlischt die Gewährleistung ! die „Allgemeinen Sicherheits- und Un-
auch die Einhaltung der vom Hersteller vorge- Die Durchführung von Wartungs-/Reinigungsar- fallverhütungsvorschriften“ des Ge-
schriebenen Betriebs-, Wartungs- und Instand- beiten am Motor ist grundsätzlich nur bei Mo- setzgebers zu beachten.
haltungsvorschriften. Der Motor darf nur von torstillstand und abgekühltem Motor erlaubt. Achtung
Personen genutzt, gewartet und instandgesetzt Hierbei ist darauf zu achten, dass die elektri-
werden, die hiermit vertraut und über die Gefah- schen Anlagen abgestellt sind (Zündschlüssel Dieses Symbol weist auf eine Gefähr-
ren unterrichtet sind. ziehen). dung des Bauteils / Motors hin. Die be-
Die einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften Die Unfallverhütungsvorschriften bei elektr. An- treffenden Hinweise sind unbedingt zu
sowie die sonstigen allgemein anerkannten si- lagen (z.B. -VDE-0100/-0101/-0104/-0105 Elek- beachten, da ihr Nichteinhalten zur
cherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen trische Schutzmaßnahmen gegen gefährliche Zerstörung des Bauteils / Motors füh-
Regeln sind einzuhalten. Berührungsspannungen) sind zu beachten. ren kann.
z Bei laufendem Motor besteht Verletzungsgefahr Bei der Reinigung mit Flüssigkeiten sind alle
durch: elektrischen Bauteile dicht abzudecken.
– drehende / heiße Bauteile z Keine Arbeiten am Kraftstoffsystem bei laufen-
dem Motor - Lebensgefahr.
– bei Motoren mit Fremdzündung (hohe elektri- Nach Stillstand des Motors Druckabbau abwar-
sche Spannung) Berührung unbedingt ver- ten (bei Motoren mit DEUTZ Common Rail ca. 5
meiden! Minuten, sonst 1 Minute), da System unter ho-
z Eigenmächtige Veränderungen am Motor schlie- hem Druck steht, besteht Lebensgefahr.
ßen eine Haftung des Herstellers für daraus re- Beim ersten Probelauf nicht im Gefahrenbereich
sultierende Schäden aus. des Motors aufhalten.
z Ebenso können Manipulationen am Einspritz- Gefahr durch hohen Druck bei Undichtigkeiten -
und Regelsystem Leistungs- und Abgasverhal- Lebensgefahr.
ten des Motors beeinflussen. Die Einhaltung der – Bei Undichtigkeiten sofort Werkstatt aufsu-
gesetzlichen Umweltschutzauflagen wird damit chen.
nicht mehr gewährleistet. – Bei Arbeiten am Kraftstoffsystem sicherstel-
len, dass der Motor während der Reparatur
nicht unbeabsichtigt gestartet wird - Lebens-
gefahr.
Betriebsanleitung TCD 2015
Vorwort Motornummer Bestellnummer
Sehr geehrter Kunde. Bitte tragen Sie hier die Motornummer ein 0312 3411de
(6). Sie erleichtern hierdurch die Abwicklung
Herzlichen Glückwunsch zum Kauf Ihres bei Kundendienst-, Reparatur- und Ersatzteil-
DEUTZ Motors. fragen.
Die luft-/flüssigkeitsgekühlten Motoren der
Marke DEUTZ sind für ein breites Anwen-
dungsspektrum entwickelt. Dabei wird durch
ein umfangreiches Angebot von Varianten si-
chergestellt, dass die jeweiligen speziellen An- Hinweis
forderungen erfüllt werden. Technische Änderungen, die der Weiterent-
Der Motor ist dem von Ihnen angegebenen wicklung der Motoren dienen, sind gegenüber
Einbaufall entsprechend ausgerüstet, das den Darstellungen und Angaben in dieser Be-
heißt, nicht alle in dieser Betriebsanleitung be- triebsanleitung vorbehalten.
schriebenen Bauteile sind an Ihrem Motor an- Nachdruck und Vervielfältigung jeglicher Art,
gebaut. auch auszugsweise, sind nur mit unserer aus-
drücklichen Genehmigung gestattet.
Wir haben uns bemüht, die Unterschiede deut-
lich herauszustellen, so dass Sie die für Ihren
Motor geltenden Betriebs- und Wartungshin-
weise leichter finden können.
Bitte stellen Sie sicher, dass diese Betriebsan-
leitung jedem an Betrieb, Wartung und In-
standsetzung des Motors Beteiligten zur
Verfügung steht und der Inhalt verstanden
wird.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an uns,
wir beraten Sie gerne.
Ihre
DEUTZ AG

3
Inhalt
Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 6.6 Einstellarbeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 6.7 Elektrische Anlage . . . . . . . . . . . . . . . 42
2 Motorbeschreibung . . . . . . . . . . . . . . . . 6 7 Störungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
2.1 Bauart . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 7.1 Störungstabelle . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
2.2 Motorabbildung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 7.2 Motormanagement. . . . . . . . . . . . . . . 46
2.3 Schmierölkreislauf . . . . . . . . . . . . . . . 11 8 Transport und Lagerung . . . . . . . . . . 48
2.4 Kraftstoffkreislauf . . . . . . . . . . . . . . . . 12 8.1 Motortransport . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
2.5 Kühlflüssigkeitskreislauf . . . . . . . . . . . 13 8.2 Motorkonservierung . . . . . . . . . . . . . . 49
2.6 Elektrik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 9 Technische Daten . . . . . . . . . . . . . . . . 51
3 Bedienung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 9.1 Technische Daten . . . . . . . . . . . . . . . 51
3.1 Umgebungsbedingungen . . . . . . . . . . 15
3.2 Erstinbetriebnahme . . . . . . . . . . . . . . 16
3.3 Startvorgang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
3.4 Betriebsüberwachung. . . . . . . . . . . . . 19
3.5 Stopvorgang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
4 Betriebsstoffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
4.1 Schmieröl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
4.2 Kraftstoff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
4.3 Kühlflüssigkeit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
5 Wartung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
5.1 Wartungsplan . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
6 Pflege- und Wartungsarbeiten . . . . . . 29
6.1 Schmierölsystem . . . . . . . . . . . . . . . . 29
6.2 Kraftstoffsystem . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
6.3 Kühlsystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
6.4 Motorreinigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
6.5 Ansaugsystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
6.6 Riementriebe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39

4
Allgemeines
DEUTZ Dieselmotoren
sind das Produkt jahrelanger Forschung und
Original DEUTZ Teile
unterliegen den gleichen strengen Qualitäts-
währleistet und für einen Kundendienst, auf
den Sie zählen können. 1
Entwicklung. Das dadurch gewonnene fundier- anforderungen wie die DEUTZ Motoren. Wei- Wenden Sie sich bei Betriebsstörungen und
te Know-how in Verbindung mit hohen Quali- terentwicklungen, zur Verbesserung der Ersatzteilfragen an eine unserer zuständigen
tätsanforderungen ist die Garantie für die Motoren werden selbstverständlich auch bei Service-Vertretungen. Unser geschultes Fach-
Herstellung von Motoren mit langer Lebens- den Original DEUTZ Teilen eingeführt. Nur die personal sorgt im Schadensfall für eine schnel-
dauer, hoher Zuverlässigkeit und geringem Verwendung von nach neuesten Erkenntnis- le und fachgerechte Instandsetzung unter
Kraftstoffverbrauch. Es ist selbstverständlich, sen gefertigten Original DEUTZ Teilen bietet Verwendung von Original DEUTZ Teilen.
dass auch die hohen Anforderungen zum die Gewähr einwandfreier Funktion und hoher Einen immer aktuellen Überblick über die
Schutz der Umwelt erfüllt werden. Zuverlässigkeit. DEUTZ Partner in Ihrer Nähe liefert die DEUTZ
Sicherheitsvorkehrungen bei DEUTZ Xchange Homepage mit Hinweisen zu Produkt-Zustän-
laufendem Motor Austauschkomponenten digkeiten und Service-Leistungen. Oder nut-
zen Sie einen weiteren schnellen und
Wartungsarbeiten oder Reparaturen nur bei DEUTZ Austauschkomponenten sind eine komfortablen Weg über das Internet unter
abgestelltem Motor durchführen. Sicherstel- preiswerte Alternative. Selbstverständlich www.deutzshop.de. Mit dem DEUTZ P@rts
len, dass der Motor nicht unbeaufsichtigt ge- gelten auch hier wie für Neuteile höchste Qua- OnlineTeileKatalog haben Sie direkten Kon-
startet werden kann – Unfallgefahr! litätsmaßstäbe. In Funktion und Zuverlässig- takt zu der nächsten DEUTZ Service Station
Eventuell entfernte Schutzvorrichtungen nach keit sind DEUTZ Austauschkomponenten den Vorort.
Abschluss der Arbeiten wieder montieren. Original DEUTZ Teilen gleichwertig.
Bei Motorbetrieb in geschlossenen Räumen Asbest DEUTZ AG
oder Untertage Arbeitsschutzbestimmungen
Bei diesem Motor verwendete Dichtungen sind Deutz-Mülheimer Str. 147-149
beachten.
asbestfrei. Bitte verwenden Sie bei Wartungs- D-51057 Köln
Bei Arbeiten am laufenden Motor muss die Ar- und Reparaturarbeiten entsprechende Ersatz-
beitskleidung fest anliegen. teile
Nur bei abgestelltem Motor tanken. Telefon: 0049-221-822-0
Service Telefax: 0049-221-822-5304
Wartung und Pflege Die hohen Leistungen unserer Motoren und Telex:8812-0 khd d
sind mit entscheidend, ob der Motor die in ihn damit das Vertrauen und die Zufriedenheit un-
gestellten Forderungen zufriedenstellend er- http://www.deutz.com
serer Kunden wollen wir erhalten. Daher sind
füllt. Die Einhaltung der vorgeschriebenen wir weltweit mit einem Netz von Service-Nie-
Wartungszeiten und die sorgfältige Durchfüh- derlassungen vertreten.
rung der Wartungs- und Pflegearbeiten sind So steht der Name DEUTZ nicht nur für einen
daher unbedingt notwendig. Motor, der das Ergebnis ausgereifter Entwick-
Insbesondere sind vom normalen Betrieb ab- lungsarbeit ist, DEUTZ-Parts Katalog steht
weichende, erschwerende Betriebsbedingun- auch für ein komplettes Service-Paket, das
gen zu beachten. den optimalen Betrieb unserer Motoren ge-

5
Motorbeschreibung 2.1 Bauart

left
D XX
XX
XX

2
X
A B

Mot.-Typ Code Mot.-Nr.


KW(G) red. EP K

kW(G)

kW(W)
KW(S) 1/min <
KW(S) red.
C
°C

R m

DEUTZ AG MADE IN GERMANY

right

Firmenschild Lage des Firmenschildes und Allgemeine Definitionen


Die Bauart A, die Motornummer B sowie die Motornummer Zylinderanordnung, Motorseiten und
Leistungsdaten sind auf dem Firmenschild ein- Das Firmenschild C und Motornummer D sind Drehrichtung
gestempelt. am Kurbelgehäuse befestigt bzw. eingestem-
Bei der Ersatzteilbeschaffung müssen Bauart pelt. Zylinderanordnung
und Motornummer angegeben werden. Die Zylinder sind beginnend vom Schwungrad
1 fortlaufend zu zählen.
Drehrichtung
Auf Antriebsseite gesehen
z linksdrehend: entgegen Uhrzeigersinn (sie-
he Beispiel)
Motorseiten
Blickrichtung auf kraftabgebende Seite.
z left = links,
z right = rechts.

6
2.2 Motorabbildung Motorbeschreibung
1. Kurbelraumentlüftung
2. Anschluss zum Kühlmittelwärmetauscher
17 18 1 2 3 3. Ladeluftkanal

16
4. Kühlmittelpumpe
5. Anschluss vom Kühlmittelwärmetauscher 2
6. Schwingungsdämpfer / Keilriemenscheibe
7. Schmierölwanne
8. Generator
9. Ölablassschraube
10.Kraftstoffförderpumpe
11.Anschluss vom Ladeluftkühler links
(optional: rechts)
12.Anschluss zum Ladeluftkühler
15 13.Zylinderkopfhaube
14.Transportwinkel
15.Abgassammelrohr
14 16.Anschluss vom Luftfilter
17.Abgasturbolader
18.Anschluss zum Abgasschalldämpfer
4
13
5
12
6

11 10 9 8

Beispiel: TCD2015 V08 Standard-, Industrie- und Fahrzeugmotor, rechte Seite

7
Motorbeschreibung 2.2 Motorabbildung
19.Einspritzpumpe (Steckpumpe)
20.Getriebeanschluss (SAE)
21.Schwungrad

2 22.Starter
23.Schmierölfilterpatrone
24.Einspritzleitung
25.Schmierölkühler

19

25

24
20
23

21
22

Beispiel: TCD2015 V08 Standard-, Industrie- und Fahrzeugmotor, linke Seite

8
2.2 Motorabbildung Motorbeschreibung
1. Kurbelraumentlüftung
2. Anschluss zum Kühlmittelwärmetauscher
20 21 22 1 2 3 4 3. Flammglühkerze
4. Anschluss vom Ladeluftkühler
5. Anschluss zum Ladeluftkühler 2
6. Anschluss vom Kühlmittelwärmetauscher
7. Schmierölfilterpatrone
8. Kühlmittelpumpe
9. Anschluss vom separaten Schmieröltank
19 10.Anschluss zum separaten Schmieröltank
11.Schwingungsdämpfer / Keilriemenscheibe
12.Generator
13.Motortypenschild (Firmenschild)
14.Abgassammelrohr
15.Anschluss zum EMR3-System
16.Anschluss zum MVS-System
17.Anschluss vom Luftfilter
18.Zylinderkopfhaube
19.Anschluss zum Abgasschalldämpfer
20.Abgasturbolader
21.Ladeluftsaugleitung
18 22.Transportvorrichtung
5
17
6

16 7
15
8
14 13 12 11 10 9

Beispiel: TCD2015 V06 Bahnmotor, rechte Seite

9
Motorbeschreibung 2.2 Motorabbildung
23.Nebenantrieb
24.Motoraufhängung
29 30 31 25.Getriebeanschluss (SAE)

2 26.Schwungrad
27.freier Nebenantrieb
28.Kurbelraum-Entlüftungsleitung
29.Schmierölkühler
30.Einspritzpumpe (Steckpumpe)
31.Einspritzleitung

23

24

25

26

28 27

Beispiel: TCD2015 V06 Bahnmotor, linke Seite

10
2.3 Schmierölkreislauf Motorbeschreibung
1. Schmierölwanne
2. Schmierölansaugleitung
3. Schmierölpumpe
4. Überdruckventil
5. Schmierölkühler 2
6. Schmierölfilter
7. Hauptölleitungen
8. Kurbelwellenlager
9. Pleuellager
10.Nockenwellenlager
11.Ölzulauf zu den Einzeleinspritzpumpen
12.Einspritzpumpe mit Einspitzventil
13.Nockenwellenschmierung
14.Leitung zur Spritzdüse
15.Spritzdüse mit Druckhalteventil für Kolbenküh-
lung
16.Stößel mit Impulsschmierung der Kipphebel
17.Stößelstange, Ölzufuhr zur Kipphebelschmie-
rung
18.Kipphebel
19.Ölrücklaufbohrung im Zylinderkopf zum Kurbel-
raum
20.Öldruckgeber / Öldruckschalter
21.Ölleitung zum Abgasturbolader
22.Abgasturbolader
23.Ölleitung zur Kurbel- u. Nockenwelle, Kompres-
sor / Hydraulikpumpe
24.Kompressor (optional)
25.Hydraulikpumpe (optional)
26.Druckhalteventil (einstellbar)
27.Rücklaufleitung vom Kompressor / Hydraulik-
pumpe zum Kurbelraum
28.Rücklaufleitung vom Abgasturbolader

Beispiel: Schmierölschema

11
Motorbeschreibung 2.4 Kraftstoffkreislauf
1. Kraftstoffbehälter
2. min. Abstand 500 mm
3. Kraftstoffzulaufleitung vom Tank

2 4. Handförderpumpe zum entlüften


5. Kraftstoffvorfilter (Beispiel)
6. Kraftstoffförderpumpe
7. Kraftstoffdoppelfilter
8. Kraftstoffzuleitung zu den Einspritzpumpen
9. Einspritzpumpe
10.Einspritzleitung
11.Einspritzventile
12.Kraftstoffzulauf zu den Einspritzpumpen
13.Kraftstoffrücklauf von den Einspritzpumpen
14 Druckhalteventil
15 Kraftstoffrücklauf zum Kraftstoffbehälter

Beispiel: Kraftstoffschema

12
2.5 Kühlflüssigkeitskreislauf Motorbeschreibung
1. Kühlmittelpumpe
2. Schmierölkühler
6 7 8 9 10 11 12 3. Kühlmittelkanal
4. Zylinderrohr- /Kopfkühlung (Zylinderzahl / -anord-
nung ist baureihenabhängig)
5. Kompressor (optional)
2
6. Getriebeölkühler (optional)
7. Zusatzkühler (optional)
8. Temperaturgeber
9. Thermostat
10.Ausgleichsbehälter
x1 x2 11.Einfüllstutzen
12.Wärmetauscher
T 13.Kabinenheizung (optional)
x1 x2

1 2 3 4

5 4 3 2 1 13

Beispiel: Kühlflüssigkeitsschema

13
Motorbeschreibung 2.6 Elektrik
1. Öldruckgeber
1 2 3 4 2. Kraftstofftemperaturgeber
10 3. Ladelufttemperatur- Ladeluftdruckgeber

2 11
4. Motorsteuergerät
5. Kühlmitteltemperaturgeber
6. Ölniveaugeber
7. Zentralstecker
8. Drehzahlgeber Kurbelwelle
12 9. Drehzahlgeber Nockenwelle
10.Energieversorgung
9 11.Multifunktionsanzeigen
13 12.Ausgänge (konfigurierbar)
13.Eingänge (konfigurierbar) (PWM/Digital/Analog)
14.Fahrpedal
14 15.Handgas (optional)
16.Umschalter Funktionen
17.Schlüsselschalter Start/Stop
15 18.Diagnosetaster
19.Fehlerlampe mit Blinkcode
20.Diagnoseschnittstelle/CAN-Bus
16
8
17

18

19
7 6 5
20

Beispiel: Elektrik

14
3.1 Umgebungsbedingungen Bedienung
Kaltstarthilfe
z Als Kaltstarthilfen dienen z.B. Glühstiftker-
zen, Heizflansch, Flammglühanlage (18).
Kühlflüssigkeit
z Mischungsverhältnis Gefrierschutzmittel/
Kühlwasser (26).
Hohe Umgebungstemperaturen, 3
große Höhe
Bei den nachfolgend genannten Be-
triebsbedingungen erfolgt automatisch
eine Kraftstoffmengenreduzierung, ge-
regelt durch das elektronische Steuer-
gerät.
Niedrige Umgebungstemperaturen Bei Betrieb unter folgenden Einsatz- und Um-
gebungsbedingungen muss eine Kraftstoff-
Schmieröl mengenreduzierung erfolgen.
z Schmieröl nach Umgebungstemperatur z über 1000 m Höhe
auswählen (22) und ggf. Rücksprache mit z über 30 °C Umgebungstemperatur
DEUTZ-Partner.
Grund: Mit zunehmender Höhe oder steigen-
z Bei häufigem Kaltstart Ölwechselzeiten hal- der Umgebungstemperatur nimmt die Luftdich-
bieren. te ab. Dadurch verringert sich auch die Menge
Kraftstoff an Sauerstoff in der Motoransaugluft und es
z Unter 0 °C Winterkraftstoff verwenden entstünde ohne Reduzierung der Kraftstoffein-
(24). spritzmenge ein zu fettes Kraftstoff-Luftge-
misch.
Batterie
z Die Folgen wären:
z Ein guter Ladezustand der Batterie (42) ist
Voraussetzung für den Motorstart . – schwarzer Rauch im Abgas
z Anwärmen der Batterie auf ca. 20°C ver- – hohe Motortemperatur
bessert das Startverhalten des Motors. – Verringerung der Motorleistung
(Ausbau und Aufbewahrung der Batterie in – evtl. Beeinträchtigung des Startverhal-
einem warmen Raum). tens
Bei weiteren Fragen wenden Sie sich an Ihren
Gerätelieferanten oder DEUTZ-Partner.

15
Bedienung 3.2 Erstinbetriebnahme
Vorarbeiten zur Erstinbetriebnahme z Schmierölstand prüfen, ggf. nachfüllen.
(Wartungsplan E 10) Kraftstoff einfüllen
z Konservierten Motor entkonservieren(49). z Krafststoffniederdrucksystem ist nach dem
z Evtl. vorhandene Transportvorrichtungen Befüllen mit Handförderpumpe vor den 1.
entfernen. Start zu entlüften (32).
z Batterie und Kabelanschlüsse prüfen und Nur bei Motorstillstand tanken.
3 ggf. montieren (42).
z Riemenspannung prüfen (39).
Auf Sauberkeit achten.
Keinen Kraftstoff verschütten.
z Motorüberwachung bzw. Warnanlage von
autorisiertem Personal überprüfen lassen. Ein zusätzliches Entlüften des Kraft-
z Motorlagerung prüfen. stoffsystems durch einen 5 minütigen
Probelauf im Leerlauf oder bei gerin-
z alle Schlauchverbindungen und Schellen ger Last, ist zwingend notwendig.
auf korrekten Sitz prüfen.
Nur sauberen handelsüblichen Markendiesel-
Bei grundüberholten Motoren sind zusätz- kraftstoff verwenden. Kraftstoffqualität beach-
lich folgende Arbeiten auszuführen: Kühlflüssigkeitssystem füllen
ten (24). Im Bedarfsfall Kraftstoffvorfilter
z Kraftstoffvorfilter und Hauptfilter prüfen und einsetzen. Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Kühlflüssigkeit muss eine vorgeschrie-
ggf. wechseln DEUTZ-Partner. bene Kühlsystemschutzmittel-Konzen-
z Ansaugluftfilter prüfen (wenn vorhanden, Je nach Außentemperatur Sommer- oder Win- tration (26) haben .
nach Wartungsanzeiger warten) terkraftstoff verwenden. Motor niemals ohne Kühlflussigkeit be-
z Im Ladeluftkühler befindliches Schmieröl treiben, auch nicht kurzzeitig!
und Kondenswasser ablassen Bestellung von Kühlsystemschutzmit-
Motoröl einfüllen tel (26) bei Ihrem DEUTZ-Partner .
Ölmangel und Ölüberfüllung führen zu z Kühlsystem-Verschlussdeckel 1 vorsichtig
Schäden am Motor. öffnen.
z Kühlflüssigkeit bis MAX-Markierung am
Die Motoren werden in der Regel ohne Ausgleichsbehälter auffüllen und Kühlsys-
Schmierölfüllung ausgeliefert. tem-Verschlussdeckel 1 schließen.
Vor Befüllung Motorölqualität und Vis- z Evtl. vorhandene Heizung einschalten und
kosität auswählen(22). auf höchste Stufe einstellen, damit Heiz-
Bestellung von DEUTZ-Schmierölen kreislauf befüllt und entlüftet wird.
bei Ihrem DEUTZ-Partner (22).
z Füllmenge Kühlsystem beachten (51).
z Motor über Schmieröleinfüllstutzen (29)
mit Schmieröl füllen.
z Öleinfüllmenge (51).
16
3.2 Erstinbetriebnahme Bedienung
Probelauf
Ein Entlüften des Kraftstoffsystems
durch einen 5 minütigen Betrieb im
Leerlauf oder bei geringer Last, ist
zwingend notwendig.
Nach den Vorbereitungen einen kurzen Probe-
lauf bis auf Betriebstemperatur (ca. 90°C)
durchführen.
3
Motor, wenn möglich, dabei nicht belasten.
z Arbeiten bei Motorstillstand:
– Motor auf Dichtheit prüfen.
– Ölstand prüfen und ggf. Öl nachfüllen
(29).
– Kühlflüssigkeitsstand prüfen und ggf.
Kühlflüssigkeit nachfüllen (34).
z Arbeiten während des Probelaufs:
– Motor auf Dichtheit prüfen.

17
Bedienung 3.3 Startvorgang
Starten z Motor wird elektronisch geregelt, z. B. mit
Vor dem Starten sicherstellen, daß Elektronischer Motorregelung EMR3.
sich niemand im Gefahrenbereich des Motor wird programmiert und mit den nöti-
Motors/ der Arbeitsmaschine befindet! gen Funktionskonfigurationen ausgeliefert.
Nach Reparaturen: z Sofern möglich Motor durch Auskuppeln
Prüfen, ob alle Schutzvorrichtungen von anzutreibenden Geräten trennen.

3 montiert und alle Werkzeuge vom Mo-


tor entfernt worden sind!
z Motor nicht direkt aus dem kaltem Zustand
in den hohen Leerlauf-/Volllastbetrieb hoch-
Beim Starten mit Glühstift- Flammglüh- fahren
/kerzen/Heizflansch, keine zusätzli- z Ist der Starter über ein Relais am EMR3 an-
chen Starthilfen (z.B. Einspritzung mit geschlossen,
Startpilot) anwenden!
– wird die maximale Startdauer durch das
Unfallgefahr!
EMR3 begrenzt.
Springt der Motor nicht an und blinkt – wird die Pause zwischen zwei Startversu-
die Fehlerlampe, dann hat das EMR3 chen vom EMR3 vorgegeben.
System zum Motorschutz die Start- – Ist die Tippstartfunktion programmiert, so
sperre aktiviert. reicht ein kurzer Startbefehl mit dem
Die Startsperre wird aufgehoben, in- Zündschlüssel in Position 2, oder falls
dem man das System mit dem Zünd- vorhanden, durch einen Startknopf.
schlüssel für ca. 30 s ausschaltet. – Der Start wird dann automatisch durch
Den Motor möglichst durch Auskup- das EMR3 fortgesetzt.
peln von angetriebenen Geräten tren- – Für Spezialanwendungen kann das
nen. EMR3 per Datensatz so programmiert
Max. 20 Sekunden ununterbrochen werden, dass das Steuergerät auch auto-
starten! Wenn der Motor nicht an- matische weitere Startversuche durch-
springt, nach einer Minute Pause führt, wenn der Motor nicht anspringt.
Startvorgang wiederholen.
Ist der Motor nach zwei Startvorgän-
gen nicht angesprungen, Ursache ge-
mäß Störungstabelle (s.7.1) suchen.
Motor nicht direkt aus dem kaltem Zu-
stand in den hohen Leerlauf-/Volllast-
betrieb hochfahren.

18
3.4 Betriebsüberwachung Bedienung
Betriebsüberwachung durch EMR3 Startverhinderung überbrückt werden.
z Das EMR3 System überwacht den Motorzu- Dieses Überschreiben der Motorschutz-
stand und sich selbst. funktionen wird im Steuergerät protokol-
liert.
z Die Zustände werden durch die Fehlerlam-
pe angezeigt: – Die Startsperre wird beseitigt, in dem man
das System mit dem Zündschlüssel für
z Lampentest:
ca. 30s ausschaltet.
– Die Fehlerlampe leuchtet für ca. 2s nach
Zündung ein (Zündschloss Stufe 1).
3
z Dauerlicht:
– Es liegt ein Fehler im System vor oder
eine Größe des Motors (Temperatur,
Druck, etc.) ist im Warnbereich.
Je nach Fehler kann die Leistung des Mo-
tors vom EMR3 zum Motorschutz redu-
ziert werden. Anzeige Instument
z Schnelles blinken:
– Achtung, der Motor ist gefährdet und Mögliche Anzeigen:
muss ausgeschaltet werden. z Farbskala
– Je nach Anwendung schaltet das – Anzeige des Betriebszustandes über
Steuergerät den Motor selbständig Farbbereiche (Grün - i.O. / Rot - geeigne-
aus. te Maßnahmen einleiten)
– Zur Kühlung des Motors vor der Abschal- z Messwertskala
tung kann das Steuergerät einen zwang- – Istwert kann direkt abgelesen werden.
weisen Motorbetrieb mit niedrigem Der Sollwert ist den Technischen Daten
Leerlauf vorgeben, ggf. automatischer zu entnehmen (51).
Abschaltung.
– Nach Motorstop kann eine Startsperre
vorliegen.
– Ggf. werden zusätzliche Kontrolllampen
z.B. für Öldruck oder die Öltemperatur
eingeschaltet.
– Mit der Overridetaste kann zur Vermei-
dung kritischer Situationen die Leistungs-
reduktion überbrückt, die automatische
Abschaltung zeitlich verzögert oder eine
19
Bedienung 3.4 Betriebsüberwachung

Instru-
ment o. Bezeichnung mögliche Anzeigen Maßnahmen
Anzeige

Schmieröldruck- Schmieröldruck unter min. Den Mindestöldruck entnehmen


Motor abstellen
anzeige Sie bitte dem Kapitel 9.1
3 Schmieröldruck-
Schmieröldruck im roten Bereich Motor abstellen
anzeige

Motortemperatur Motortemperatur zu hoch Motor abstellen

Schmieröldruck- Wenn Kontrollleuchte nach dem Motorstart /oder während des


Motor abstellen
kontrolllampe Motorlaufs leuchtet, Schmieröldruck zu niedrig

Wenn Kontrollleuchte nach dem Motorstart /oder während des


Schmierölniveau Ölstand prüfen / ggf. Öl nachfüllen
Motorlaufs leuchtet, Schmierölstand zu niedrig

Wenn Kontrollleuchte nach dem Motorstart /oder während des


Kühlmittelniveau Motor abstellen, abkühlen lassen und Kühlmittel nachfüllen
Motorlaufs leuchtet, Kühlmittelstand zu niedrig

Betriebsstunden-
123 Zeigt die bisherige Laufdauer des Motors an Wartungsintervalle beachten
zähler

Hupe Bei akustischem Signal siehe Störungstabelle Kap.7

20
3.5 Stopvorgang Bedienung
Abstellen
Das Abstellen aus dem Volllastbetrieb
ist zu vermeiden (Verkokung/Verstop-
A
fung des Restöles im Turboladerlager-
gehäuse).
Schmierölversorgung des Turboladers
ist dann nicht mehr gegeben!
Motor nach Entlastung noch ca. eine
B 3
Minute im niederen Leerlauf betreiben.
Das Steuergerät bleibt noch ca. 40 Se-
kunden zur Speicherung der System-
daten aktiv (Nachlauf) und schaltet C
sich dann selbst ab.

Elektrische Abstellung (optional)


z Schlüssel auf Stufe 0 stellen.
Kontrolllampen A+B+C erlöschen.

21
Betriebsstoffe 4.1 Schmieröl
Allgemein keit von der Temperatur. Die Schmierölviskosi- Für die Motoren dieser Betriebsanleitung sind
Moderne Dieselmotoren stellen sehr hohe An- tät hat keinen Einfluß und Auswirkung auf die folgende Schmieröle vorgeschrieben:
forderungen an das verwendete Schmieröl. Schmierölqualität.
Empfohlene Qualitätsklasse
Die im Laufe der letzten Jahre ständig erhöh- Synthetische Schmieröle werden in verstärk-
ten spezifischen Motorleistungen führen zu er- tem Maße eingesetzt und bieten Vorteile. Die- DEUTZ DQC ACEA API
höhter thermischer Beanspruchung des Öles, se Öle haben eine bessere Temperatur- und DQC-III E4-99 / E6-04 1)
und außerdem wird infolge verminderter Ölver- Oxidationsstabilität sowie relativ niedrige Käl- DQC-IV E4-99 / E6-04
bräuche und erhöhter Ölwechselintervalle das te-Viskosität. Da einige Vorgänge, die für die 1)
Öl durch Verschmutzung stärker belastet. Aus Festlegung der Schmierölwechselzeiten rele- Bitte wenden Sie sich an Ihren DEUTZ-
diesem Grund ist es notwendig, die in dieser vant sind, nicht wesentlich von der Schmieröl- Partner
4 Betriebsanleitung beschriebenen Anforderun-
gen und Empfehlungen zu beachten, um die
qualität abhängen (wie z.B. der Eintrag von
Ruß und anderen Verschmutzungen), darf die DEUTZ-Schmieröle DQC III
Lebensdauer des Motors nicht zu mindern. Schmierölwechselzeit auch bei Verwendung TLX - 10W40 FE
Schmieröle bestehen immer aus einem Grund- von synthetischen Schmierölen nicht gegenü- Gebinde Bestell-Nr.
öl und einem Additiv-Paket. Die wichtigsten ber den Angaben der Schmierölwechselinter-
5 Liter Behälter 0101 6335
Aufgaben eines Schmieröls (z.B. Verschleiß- valle(27) erhöht werden.
20 Liter Behälter 0101 6336
schutz, Korrosionsschutz, Neutralisation von Biologisch abbaubare Schmieröle dürfen in
Säuren aus Verbrennungsprodukten, Verhin- DEUTZ-Motoren verwendet werden, wenn sie 209 Liter Fass 0101 6337
derung von Koks- und Rußablagerungen auf den Anforderungen dieser Betriebsanleitung Tanklager 0101 6338
Motorbauteilen) werden von den Additiven entsprechen.
übernommen. Die Eigenschaften des Grund- Schmierölwechselintervalle
Qualität z Die Intervalle (27) sind abhängig von:
öls sind in des ebenfalls für die Qualität des
Produkts mitentscheidend, z.B. bezüglich ther- Schmieröle werden von DEUTZ nach ihrer
Leistungsfähigkeit und Qualitätsklasse – Ölqualität
mischer Belastbarkeit. – Schwefelgehalt im Kraftstoff
(DQC : Deutz Quality Class) eingeteilt. Grund-
Grundsätzlich sind alle Motorenöle untereinan- sätzlich gilt: mit aufsteigender Qualitätsklasse – Einsatzart des Motors
der mischbar. Mischungen von Motorenölen (DQC I, II, III, IV) werden die Schmieröle leis-
sollten aber vermieden werden, da immer die z Das Schmierölwechselintervall ist zu halbie-
tungsfähiger bzw. hochwertiger. ren, wenn mindestens eine der folgenden
schlechtesten Eigenschaften der Mischung Der Anhang (- 02 / - 05) der Qualitätsklassen-
dominieren. Bedingungen zutrifft:
bezeichnung sagt aus, in welchem Jahr die – Dauerumgebungstemperaturen unter
Die Schmierölqualität hat erheblichen Einfluß Klassifikation erstellt wurde.
auf die Lebensdauer, Leistungsfähigkeit und -10 °C (14 °F) oder Öltemperatur unter
Schmieröle nach anderen, vergleichbaren 60 °C (84 °F).
damit auch auf die Wirtschaftlichkeit des Mo- Spezifikationen können verwendet werden,
tors. Grundsätzlich gilt: je besser die – Schwefelgehalt im Dieselkraftstoff von
solange sie den DEUTZ-Anforderungen ent-
Schmierölqualität, um so besser diese Eigen- 0,5 - 1 Gewicht %.
sprechen. In Regionen, in denen keine dieser
schaften. Qualitäten verfügbar sein sollten, wenden Sie – Betrieb mit Bio-Dieselkraftstoff.
Die Schmierölviskosität beschreibt das sich bitte an den zuständigen DEUTZ Partner.
Fließverhalten des Schmieröles in Abhängig-
22
4.1 Schmieröl Betriebsstoffe
z Sollten die Ölwechselintervalle bei Fahr-
zeugmotoren nach Betriebsstunden durch- 60
geführt werden, dann gelten die 55
Ölwechselintervalle für Einbaumotoren.
z Werden die Ölwechselintervalle innerhalb 50

SAE 25W-60
20W50
eines Jahres nicht erreicht, ist der Ölwech- 45
sel mindestens 1 x jährlich durchzuführen.

SAE 20W-50
20W50
Viskosität 40

SAE
Für die Auswahl der richtigen Viskositätsklas- 35
se ist die Umgebungstemperatur am Aufstell-
30 4

SAE
ort bzw. Einsatzgebiet des Motors

SAE 15W-40
maßgebend. Zu hohe Viskosität kann zu Start- 25
schwierigkeiten führen, zu niedrige Viskosität
20

SAE 10W-30
kann die Schmierwirkung gefährden sowie ho-

SAE 5W-30
hen Schmierölverbrauch zur Folge haben. Bei 15
Umgebungstemperaturen unter -40 °C muß
das Schmieröl vorgewärmt werden (z.B. durch 10
Abstellen des Fahrzeuges bzw. Arbeitsma-
schine in einer Halle). -5

SAE 5W-40
SAE 0W-40
Die Viskosität ist nach SAE klassifiziert. 0° C
Grundsätzlich sind Mehrbereichsöle zu ver-

SAE 10W-40
wenden. In geschlossenen, beheizten Räu- -5
men bei Temperaturen >5 °C können -10
Einbereichsöle verwendet werden.
In Abhängigkeit von der Umgebungstempera- -15 SAE 0W-30
tur empfehlen wir folgende gängigen Viskosi- -20
tätsklassen:
-25
-30
-35
-40

23
Betriebsstoffe 4.2 Kraftstoff
Zugelassene Kraftstoffe Bei niedrigen Umgebungstemperaturen kön-
Folgende Kraftstoffspezifikationen sind zuge- nen durch Paraffinausscheidungen Verstop-
lassen: fungen im Kraftstoffsystem auftreten und
z Dieselkraftstoffe nach DIN EN 590 Betriebsstörungen verursachen. Unter 0°C Au-
ßentemperatur Winterdieselkraftstoff (bis -
z US Dieselkraftstoff nach ASTM D 975 Gra- 20°C) verwenden (wird von den Tankstellen
de-No.1-D und 2-D rechtzeitig vor Beginn der kalten Jahreszeit an-
z Japanischer Dieselkraftstoff JIS K 2204 geboten).
Grade 1 Fuel und Grade 2 Fuel, mit z Unterhalb -20°C ist Petroleum beizumi-
Schmiereigenschaften entsprechend Die- schen. Erforderliche Mischungsverhältnisse
4 selkraftstoff EN 590 (HFFR max. 460 Mikro-
meter entsprechend EN ISO 12156)
gemäß nebenstehendem Diagramm.
z Für arktische Klimazonen bis - 44 °C können
Handelsübliche Dieselkraftstoffe mit einem spezielle Dieselkraftstoffe eingesetzt wer-
Schwefelgehalt unter 0,5% verwenden. Bei den.
höherem Schwefelgehalt sind die Schmieröl-
wechselintervalle zu verkürzen (27). Ist die Verwendung von Sommer-Dieselkraft-
stoff unter 0°C erforderlich, so kann ebenfalls I Sommerdieselkraftstoff
Bei Verwendung anderer Kraftstoffe, die nicht Petroleum bis zu 30% gemäß dem nebenste- II Winterdieselkraftstoff
den Anforderungen dieser Betriebsanleitung henden Diagramm zugemischt werden. A Außentemperatur
entsprechen, wird die Gewährleistung ausge- B Zumischungsanteil Petroleum
schlossen. Meistens kann auch ausreichende Kältefestig-
keit durch Zugabe eines Fließverbesserers er-
Die Zertifizierungsmessungen zur Einhaltung reicht werden. Fragen Sie hierzu Ihren
der gesetzlichen Emissionsgrenzwerte werden DEUTZ-Partner.
mit den in den Gesetzgebungen festgelegten
Testkraftstoffen durchgeführt. Diese entspre-
chen den in dieser Betriebsanleitung beschrie-
benen Dieselkraftstoffen nach EN 590 und
ASTM D 975. Mit den in dieser Betriebsanlei-
tung beschriebenen sonstigen Kraftstoffen
werden keine Emissionswerte garantiert.
Winterbetrieb mit Dieselkraftstoff
Mischung nur im Tank vornehmen.
Zuerst die notwendige Menge Petrole-
um einfüllen, dann Dieselkraftstoff
nachfüllen.
Eine Zumischung von Normal- oder
Superbenzin ist nicht gestattet.
24
4.3 Kühlflüssigkeit Betriebsstoffe
Allgemein Bei Abweichungen der Analysewerte ist das
Wasser aufzubereiten.
Bei flüssigkeitsgekühlten Motoren ist die Kühl-
flüssigkeit aufzubereiten und zu überwachen, z pH-Wert zu niedrig:
da ansonsten Schäden am Motor auftreten Zumischen von verdünnter Natron- oder Ka-
können durch: lilauge. Kleine Probemischungen sind rat-
sam.
z Korrosion
z Gesamthärte zu hoch:
z Kavitation
Mischen mit enthärtetem Wasser (pH-neu-
z Gefrieren trales Kondensat, oder mittels Ionentau-
Wasserqualität
Zur Aufbereitung der Kühlflüssigkeit ist die
scher enthärtetes Wasser)
z Gesamthärte bzw. Karbonhärte zu 4
richtige Wasserqualität wichtig. Grundsätzlich niedrig:
ist klares, sauberes Wasser innerhalb nachfol- Mischen mit härterem Wasser (Härteres
gender Analysewerte zu verwenden: Wasser steht in den meisten Fällen in Form
von Trinkwasser zur Verfügung)
Analysewerte min. max. z Chloride und / oder Sulfate zu hoch:
ph-Wert bei 20°C 6,5 8,5 Mischen mit enthärtetem Wasser (pH-neu-
trales Kondensat, oder mittels Ionentau-
Chlorid-Ionengehalt [mg/dm³] - 100 scher enthärtetes Wasser)
Sulfat-Ionengehalt [mg/dm³] - 100
1)
Gesamthärte [°dGH] 3 12
1)
Karbonathärteanteil an der Gesamthärte
min. 3 dGH
Angaben über die Wasserqualität erteilen örtli-
che Wasserwerke. Für eine Überprüfung Ihrer
Wasserqualität kann bei DEUTZ-Partner ein
Testkoffer angefordert werden (Bestell-Nr.
1213 0382).

25
Betriebsstoffe 4.3 Kühlflüssigkeit
Kühlsystemschutzmittel Kühlsystem- Wasseran- Kälteschutz
Bei Mischung von Kühlsystemschutz- schutzanteil teil bis
mitteln auf Nitritbasis mit Mitteln auf min. 35 % 65 % -22 °C
Aminbasis bilden sich gesundheitsge- 40 % 60 % -28 °C
fährdende Nitrosamine! max. 45 % 55 % -35 °C
Kühlsystemschutzmittel müssen um- Bei Temperaturen unter -35°C sprechen Sie
weltgerecht entsorgt werden. mit Ihrem zuständigem DEUTZ-Partner.
Die Aufbereitung der Kühlflüssigkeit für flüssig- Die Verwendung von anderen Kühlsystem-
keitsgekühlte DEUTZ-Kompaktmotoren erfolgt
4 durch Zumischen eines Gefrierschutzmittels
schutzmitteln (z.B. chemische Korrosions-
schutzmittel) ist in Ausnahmefällen möglich.
mit Korrosionsschutzinhibitoren auf Basis von Rücksprache mit DEUTZ-Partner.
Ethylenglykol zum Wasser.
DEUTZ-Kühlsystemschutzmittel
Gebinde Bestell-Nr.
5 Liter Behälter 0101 1490
20 Liter Behälter 1016 4160
210 Liter Fass 1221 1500
Dieses Kühlsystemschutzmittel ist nitrit-, amin-
und phosphatfrei und auf die Werkstoffe in un-
seren Motoren abgestimmt. Bestellung bei Ih-
rem DEUTZ-Partner.
Steht das DEUTZ-Kühlsystemschutzmittel
nicht zur Verfügung, wenden Sie sich bitte an
Ihren DEUTZ-Partner.
Das Kühlsystem muss regelmäßig überwacht
werden. Dies beinhaltet neben der Kontrolle
des Kühlflüssigkeitsstandes auch die Überprü-
fung der Kühlsystemschutzmittel- Konzentrati-
on.
Die Kontrolle der Kühlsystemschutzmittel-
Konzentration kann mit handelsüblichen Prüf-
geräten erfolgen (z.B. Refraktometer).

26
:DUWXQJ

,QGXVWULHPRWRUHQ %K )DKU]HXJPRWRUHQ NP
5HJHOZDUWXQJVSODQ
7&' -DKUHVODXIOHLVWXQJ>NP@
PLWWOHUH)DKUJHVFKZLQGLJNHLW>NPK@
6WXIH 7lWLJNHLW $XV]XIKUHQ 6WDQGDUGXQG(3$]HUWLIL]LHUWH0RWRUHQ NP ! !NP
GXUFK (QYLURPHQWDO3URWHFWLRQ$JHQF\  FDNPK NP FDNPK
FDNPK
( (UVWLQEHWULHEQDKPH.RQ $XWRULVLHUWHV :lKUHQGGHU(LQODXISKDVHRGHUEHL,QEHWULHEQDKPHQHXHURGHUEHUKROWHU0RWRUHQ6LHKH 
WUROOH )DFKSHUVRQDO
( 7lJOLFKH.RQWUROOH .XQGH [WlJOLFKRGHUEHL'DXHUEHWULHEDOOH%K
( :DUWXQJ %K NP NP NP
( HUZHLWHUWH:DUWXQJ, %K NP NP NP
( HUZHLWHUWH:DUWXQJ,, $XWRULVLHUWHV %K QXUEHL(3$ NP NP NP
( =ZLVFKHQEHUKROXQJ )DFKSHUVRQDO %K NP NP NP
( *UXQGEHUKROXQJ %K NP NP NP
7=XRUGQXQJGHU(UKDOWXQJVVWXIHQ]X:DUWXQJVLQWHUYDOOHQ
(LQ:DUWXQJVELOG%HVW1UZLUGLQ
VHOEVWNOHEHQGHU$XVIKUXQJPLWMHGHP0RWRU
PLWJHOLHIHUW(VVROODQJXWVLFKWEDUHU6WHOOHDP
0RWRURGHUDP*HUlWDXIJHNOHEWZHUGHQ
:DUWXQJVSODQ

6WXIH 7lWLJNHLW $EVFKQLWW


( SUIHQ 6FKPLHU|OVWDQG JJIQDFKIOOHQ 
WlJOLFK .KOIOVVLJNHLWVVWDQG 
0RWRUDXI'LFKWKHLW 6LFKWNRQWUROOHDXI/HFNDJHQ 
( SUIHQ .HLOULHPHQ JJIQDFKVSDQQHQE]ZHUQHXHUQ 
HUQHXHUQ 6FKPLHU|O 
gOILOWHU3DWURQH EHLMHGHP6FKPLHU|OZHFKVHO 
UHLQLJHQ .UDIWVWRIIYRUUHLQLJHU.UDIWVWRIIYRUILOWHU )LOWHUHLQVDW]JJIZHFKVHOQ  
( HUQHXHUQ .UDIWVWRIIILOWHU3DWURQH 
$QVDXJOXIWILOWHU ZHQQYRUKDQGHQQDFK:DUWXQJVDQ]HLJHUZDUWHQ 
SUIHQ .KOIOVVLJNHLW $GGLWLYH.RQ]HQWUDWLRQ 
/DGHOXIWNKOHU 6FKPLHU|O.RQGHQVZDVVHUDEODVVHQ 
%DWWHULHXQG.DEHODQVFKOVVH 
.HLOULHPHQ JJIQDFKVSDQQHQE]ZHUQHXHUQ 
.XUEHOJHKlXVH(QWOIWXQJVYHQWLO 
0RWRUODJHUXQJ EHL%HVFKlGLJXQJHUQHXHUQ 
%HIHVWLJXQJHQ6FKODXFKYHUELQGXQJHQ6FKHOOHQ EHL%HVFKlGLJXQJHUQHXHUQ 
HLQVWHOOHQ 9HQWLOVSLHO JJIHLQVWHOOHQ 
( HUQHXHUQ (LQVSULW]YHQWLO QXUEHL(3$ 
( HUQHXHUQ )ODPPJOKNHU]HQ 
.KOIOVVLJNHLWVSXPSH 
'UXFNKDOWHYHQWLODQGHU(LQVSULW]SXPSH096 
.XUEHOJHKlXVH(QWOIWXQJVYHQWLO 
PLQHLQPDO UHLQLJHQ /DGHOXIWNKOHU 6FKPLHU|O.RQGHQVZDVVHUDEODVVHQ 
-lKUOLFK HUQHXHUQ .UDIWVWRIIYRUUHLQLJHU.UDIWVWRIIYRUILOWHU )LOWHUHLQVDW]JJIZHFKVHOQ 
0RWRUEHUZDFKXQJ:DUQDQODJH 
7:DUWXQJVSXQNWH
:DUWXQJVSODQ

6WXIH 7lWLJNHLW $EVFKQLWW


$OOH-DKUH HUQHXHUQ .KOIOVVLJNHLW 
.HLOULHPHQ 
.XUEHOJHKlXVH(QWOIWXQJVILOWHU QXUEHL(3$
7:DUWXQJVSXQNWH)RUWVHW]XQJ
 
%HL$QVSUHFKHQGHU:DUQDQODJH /DPSH+XSH LVWHLQVRIRUWLJHV(QWOHHUHQGHV.UDIWVWRIIYRUILOWHUVQRWZHQGLJ
 
:DUWXQJQXUGXUFKDXWRULVLHUWHV6HUYLFH3HUVRQDO
(LQ:DUWXQJVELOGZLUGLQVHOEVWNOHEHQGHU$XV
IKUXQJPLWMHGHP0RWRUPLWJHOLHIHUW(VVROODQ
JXWVLFKWEDUHU6WHOOHDP0RWRURGHUDP*HUlW
DXIJHNOHEWZHUGHQ'LH%HVWHOOQXPPHULVW

6.1 Schmierölsystem Pflege- und Wartungsarbeiten
Vorschriften bei Arbeiten am Schmierölstand prüfen z Motorschmierölstand prüfen (siehe vorheri-
Schmierölsystem ges Kapitel)
Ölmangel bzw. Ölüberfüllung führen
Keine Arbeiten am laufenden Motor zu Schäden am Motor!
durchführen! Die Ölstandsüberprüfung darf nur bei
Rauchen und offene Flammen verbo- waagerechtem und abgestelltem Mo-
ten! tor erfolgen.
Verbrühungsgefahr durch heißes Wenn Motor warm, Motor abstellen
Schmieröl! und nach 5 Minuten Ölstand prüfen.
Wenn Motor kalt, kann sofort geprüft
Bei Arbeiten am Schmierölsystem auf
werden.
äußerste Sauberkeit achten.
Umfeld der jeweils betroffenen Bautei- Vorsicht bei heißem Öl. Es besteht
le sorgfältig reinigen. Feuchte Stellen Verbrühungsgefahr !
mit Druckluft trocken blasen. z Ölpeilstab ziehen und mit faserfreiem, sau-
Sicherheitsbestimmungen und länder- berem Lappen abwischen.
spezifische Vorschriften im Umgang z Ölpeilstab bis zum Anschlag einstecken.
mit Ölen beachten.
Austretendes Schmieröl und Filterele-
z Ölpeilstab ziehen und Ölstand ablesen. 6
mente vorschriftsgemäß entsorgen. z Der Ölstand muss immer zwischen MIN-
Altöl nicht in den Boden versickern las- und MAX-Markierung liegen! Ggf. bis MAX-
Markierung auffüllen.
sen.
Probelauf nach jeder Arbeit durchfüh- Schmieröl wechseln
ren. Dabei auf Dichtheit und Öldruck z Motor warmfahren (Öltemperatur > 80 °C).
achten und anschließend Motoröl- z Motor bzw. Fahrzeug waagerecht stellen.
stand prüfen. z Motor abstellen.
Bei Kraftstoffen mit höherem Schwe-
felgehalt als 1% fragen Sie Ihre zu- z Auffangbehälter unter Ölablassschraube
ständige Service-Vertretung positionieren.
z Ölablassschraube herausdrehen, Öl ablau-
fen lassen.
z Ölablassschraube, mit neuem Dichtring be-
stückt, eindrehen und festziehen. (Anzugs-
moment 100 Nm).
z Öl einfüllen.
– Qualitäts-/ Viskositätsangaben (23).
– Einfüllmenge (siehe Kap. 9.1).
29
Pflege- und Wartungsarbeiten 6.1 Schmierölsystem

Schmierölfilter-Patrone wechseln
6 Filterpatrone darf niemals vorgefüllt
werden. Es besteht Verschmutzungs-
gefahr
z Bei evtl. angebauter Verdrehsicherung
Spannschellen abnehmen.
z Filterpatrone mit Werkzeug (Best.Nr.
170050) lösen und abschrauben.
z Auslaufendes Öl auffangen.
z Dichtfläche des Filterträgers mit faserfrei-
em, sauberem Lappen reinigen.
z Dichtung der neuen DEUTZ-Original-Filter-
patrone leicht einölen.
z Neue Filterpatrone von Hand anschrauben
bis Dichtung anliegt und mit einer weiteren
halben Umdrehung festziehen.
z Wenn nötig, Spannschellen der Verdrehsi-
cherung befestigen.

30
6.2 Kraftstoffsystem Pflege- und Wartungsarbeiten
Vorschriften bei Arbeiten am Zusätzliche Vorschriften bei DEUTZ Kraftstofffilter-Patrone wechseln
Kraftstoffsystem Pumpe Leitung Düse Filterpatrone darf niemals vorher ge-
Motor muss abgestellt sein! Lebensgefahr! Keine Arbeiten am füllt werden.
Rauchen und offene Flammen verbo- Kraftstoffsystem bei laufendem Motor z Bei evtl. angebauter Verdrehsicherung
ten! durchführen. Das System steht unter Spannschellen abnehmen.
Bei laufendem Motor dürfen grund- hohem Druck! z Filterpatrone mit Werkzeug (Best. Nr.
sätzlich keine Einspritz-/Hochdrucklei- Nicht in die Nähe einer Leckage im 170050) lösen und abschrauben.
tungen gelöst werden Hochdrucksystem gelangen, da Kraft- z Auslaufenden Kraftstoff auffangen.
Vorsicht bei heißem Kraftstoff! stoffstrahl zu schweren Verletzungen
Beim Tanken und bei Arbeiten am führen kann! z Dichtfläche des Filterträgers mit faserfrei-
Kraftstoffsystem auf äußerste Sauber- em, sauberem Lappen reinigen.
Nach dem Abstellen des Motors 30
keit achten. Sekunden warten, bevor Arbeiten am z Dichtung der neuen DEUTZ-Original-Filter-
Umfeld der jeweils betroffenen Bautei- Kraftstoffsystem durchgeführt werden! patrone leicht einölen.
le sorgfältig reinigen. Feuchte Stellen Bei Undichtigkeiten am Kraftstoffsy- z Neue Filterpatrone von Hand anschrauben
mit Druckluft trocken blasen. stem wenden Sie sich sofort an Ihren bis Dichtung anliegt und mit einer weiteren
Sicherheitsbestimmungen und länder- halben Umdrehung festziehen.
spezifische Vorschriften im Umgang
DEUTZ-Partner!
Aufgrund der hohen Fertigungsgenau-
z Wenn nötig, Spannschellen der Verdrehsi- 6
mit Kraftstoffen beachten. cherung befestigen.
Austretenden Kraftstoff und Filterele- igkeit des Systems ist auf äußerste
z Kraftstoffsystem enlüften siehe (32).
mente vorschriftsgemäß entsorgen. Sauberkeit zu achten!
Kraftstoff nicht in den Boden versik- Das Kraftstoffsystem muss dicht und
kern lassen. geschlossen sein. Sichtprüfung auf
Nach allen Arbeiten am Kraftstoffsy- Undichtigkeiten / Beschädigung am
stem ist dieses zu entlüften, ein Probe- System durchführen.
lauf durchzuführen und dabei auf Vor Beginn der Arbeiten den Motor
Dichtheit zu prüfen. und Motorraum gründlich reinigen und
Ein zusätzliches Entlüften des Kraft- trocknen. Motorraumbereiche, von de-
stoffsystems durch einen 5 minütigen nen sich Schmutz lösen können, mit
Probelauf im Leerlauf oder bei gerin- neuer, sauberer Folie abdecken.
ger Last, ist zwingend notwendig. Arbeiten am Krafstoffsystem dürfen
nur in einer absolut sauberen Umge-
bung durchgeführt werden. Luftverun-
reinigungen, wie z.B. Schmutz, Staub,
Feuchtigkeit etc. müssen vermieden
werden.

31
Pflege- und Wartungsarbeiten 6.2 Kraftstoffsystem
z Filterpatrone 2 und Wasserauffangbehälter Krafstoffvorfilter entlüften
3 zusammenschrauben. Dichtflächen der z Entlüftungsschraube 7 leicht lösen.
Filterpatrone und des Wasserauffangbehäl-
z Pumpe so lange betätigen bis blasenfreier
ters mit Kraftstoff benetzen.
Kraftstoff herausfließt.
z Im Uhrzeigersinn montieren. z Entlüftungsschraube 7 festdrehen
z Krafstoffabsperrhahn öffnen und System .
entlüften.
z Nach Motorstart auf Dichtheit prüfen.
Kraftstoffvorfilter-Patrone wechseln
z Kraftstoffzufuhr zum Motor (bei hochliegen-
dem Tank) absperren.
z Auffangbehälter unter den Vorfilter stellen.
z Stecker des optionalen Wasserstandssen-
sors (4) trennen.
1. Filterträger z Entwässerungshahn (5) öffnen und Flüssig-
6 2.
3.
Filterpatrone
Wasserauffangbehälter (Bowle)
keit ablassen.
z Filterpatrone (2) zusammen mit Wasserauf-
4. Elektrischer Anschluß
fangbehälter (3) abschrauben.
5. Ablaßschraube
6. Kraftstoffhandpumpe z Wasserauffangbehälter (3) von Filterpatro-
7. Entlüftungsschraube ne (2) abschrauben.
8. Dichtfläche z Wasserauffangbehälter (3) und alle vorhan-
A Anschlussmöglichkeit für elektr. Wasserstands- denen Dichtflächen mit Pinsel und saube-
sensor (optional) rem Dieselkraftstoff reinigen.
Kraftstoffvorfilter reinigen z Dichtungen der neuen DEUTZ-Original-Fil-
z Kraftstoffabsperrhahn schließen terpatrone (2) leicht einölen bzw. mit Diesel-
z Kraftstoffauffangbehälter unter den Kraft- kraftstoff benetzen.
stoffvorfilter stellen. z Wasserauffangbehälter (3) an die neue Fil-
z Ablaßschraube 5 lösen und Kraftstoff / Was- terpatrone (2) anschrauben.
ser ablassen. z Neue Filterpatrone (2) an Filterträger an-
z Filterpatrone 2 und Wasserauffangbehälter schrauben (Anziehmoment: 17-18 Nm).
3 entgegen dem Uhrzeigersinn herausdre- z Steckverbindung des Wasserstandssensors
hen und abnehmen. Emulsion in dem Was- (A) anschließen.
serauffangbehälter entleeren und Behälter z Kraftstoffzufuhr zum Motor öffnen.
reinigen. z Kraftstoffystem entlüften.
32
6.2 Kraftstoffsystem Pflege- und Wartungsarbeiten
z Krafstoffauffangbehälter unter den Kraft-
stoffvorfilter stellen.
z Wasser und Schmutz durch öffnen (ohne
Gewalt leicht eindrücken und drehen) des
Ablaßhahnes 8 aus der Bowle 6 entleeren
und Ablaßhahn wieder schließen.
z Entlüftungsschraube 1 auf dem Deckel 2
wieder schließen.
z Kraftstoffsystem enlüften siehe (32).
Wechsel des Filterelementes 5:
Mindestens einmal jährlich oder bei Bedarf
wechseln (Leistungsabfall auch nach Rück-
spülung).
z Motor abstellen oder bei Umschaltfilter auf
Kraftstoffvorfilter reinigen / rückspülen anderen Filter umschalten.
ggf. wechseln z Kraftstoff-Absperrhahn oder -Zufuhr schlie-
ßen (wenn vorhanden).
6
Über die Kontakte 7 ist der Anschluß
z Deckelschrauben 3 kreuzweise lösen.
einer Warnanlage (Lampe/Hupe) vor-
geschrieben. Bei Auslösung der Warn- z Deckel 2 abnehmen.
anlage ist eine sofortige Wartung z Federkassette 4 herausnehmen.
notwendig z Filtereinsatz 5 am Bügel herausnehmen.
Bei Arbeiten an der Kraftstoffanlage z Neuen Filtereinsatz 5 einlegen.
kein offenes Feuer! z Federkassette 4 auf das Element legen.
Nicht Rauchen! z Deckeldichtung auf den richtigen Sitz im De-
Altkraftstoff umweltfreundlich entsor- ckel 2 und auf Beschädigungen prüfen (evtl.
gen! auswechseln).
z Deckel 2 mittels der Schrauben 3 über
Reinigen (rückspülen) -entwässern: Kreuz festziehen (Anzugsmoment 6 Nm).
z Motor abstellen oder bei Umschaltfilter auf z Deckel 2 auf richtigen Sitz und Dichtigkeit
den anderen Filter umschalten. prüfen
z Kraftstoff-Absperrhahn oder -Zufuhr schlie- z Kraftstoffsystem enlüften siehe (32).
ßen (wenn vorhanden).
z Entlüftungsschraube 1 auf dem Deckel 2 öff-
nen.
33
Pflege- und Wartungsarbeiten 6.3 Kühlsystem
Vorschriften bei Arbeiten am
Kühlsystem
Verbrühungsgefahr durch heiße Kühl- 1
flüssigkeit!
Kühlsystem steht unter Druck! Ver-
schlussdeckel nur im abgekühlten Zu- °C
stand öffnen.
Kühlflüssigkeit muss eine vorgeschrie-
bene Kühlsystemschutzmittel-Konzen-
tration (26) haben !
Sicherheitsbestimmungen und länder- 2
spezifische Vorschriften im Umgang
mit Kühlmedien beachten.
Bei externem Kühler ist nach Angaben
des Herstellers vorzugehen. Kühlmitteladditive - Konzentration Kühlsystem entleeren
6 Austretende Kühlflüssigkeiten vor-
schriftsgemäß entsorgen und nicht in
prüfen
z Kühlsystem-Verschlussdeckel vorsichtig
z Kühlsystem-Verschlussdeckel vorsichtig
öffnen.
den Boden versickern lassen. öffnen.
Bestellung von Kühlsystemschutzmit- z Auffangbehälter unter Verschlussschraube
z Mit einem handelsüblichen Gefrierschutz- (Pfeil) stellen. Diese ist ebenfalls auf der ge-
tel bei Ihrem DEUTZ-Partner (26).
messgerät 1 (z.B. Hydrometer, Refraktome- genüberliegenden Seite vorhanden.
Kühlflüssigkeitsstand prüfen bei ter) die Kühlmitteladditive - Konzentration im z Verschlussschraube mit Dichtring heraus-
externem Kühler Kühler / Ausgleichsbehälter 2 prüfen. drehen, Kühlflüssigkeit ablaufen lassen.
z Gemäß Angaben des Kühlanlagen-Herstel- z Erforderliche Kühlmitteladditive - Konzent- z Verschlussschraube mit neuem
lers neue Kühlflüssigkeit einfüllen und Sys- ration siehe (26). Dichtring bestückt, eindrehen und festzie-
tem entlüften. Das entsprechende Prüfgerät kann über Ihren hen (Anzugsmoment 38 Nm).
z Kühlsystem-Verschlussdeckel vorsichtig DEUTZ-Partner unter der Bestellnummer 1824 z Auf Dichtheit prüfen.
öffnen. bezogen werden.
z Der Kühlflüssigkeitsstand muss immer zwi-
schen MIN- und MAX-Markierung des Aus-
gleichsbehälters liegen! Ggf. bis MAX-
Markierung auffüllen.

34
6.3 Kühlsystem Pflege- und Wartungsarbeiten

Kühlsystem füllen
z Kühlsystem-Verschlussdeckel 1 vorsichtig
öffnen.
6
z Kühlflüssigkeit bis MAX-Markierung am
Ausgleichsbehälter auffüllen und Kühlsys-
tem-Verschlussdeckel 1 schließen.
z Evtl. vorhandene Heizung einschalten und
auf höchste Stufe einstellen, damit Heiz-
kreislauf befüllt und entlüftet wird.
z Motor bis auf Betriebstemperatur warmfah-
ren (Öffnungstemp. des Thermostats
(51)).
z Motor abstellen.
z Kühlflüssigkeitsstand bei abgekühltem Mo-
tor überprüfen und ggf. bis zur MAX-Markie-
rung am Ausgleichsbehälter nachfüllen.

35
Pflege- und Wartungsarbeiten 6.4 Motorreinigung
Reinigungsarbeiten Reinigung mit Druckluft
Bei allen Reinigungsarbeiten ist darauf z Schmutz ab- bzw. ausblasen. Kühler und
Kühlrippen immer von Abluftseite zur
zu achten, daß keine Beschädigungen
Frischluftseite hin, ausblasen.
an Bauteilen entstehen (z.B. verboge-
ne Kühlerwaben etc.). Reinigung mit Kaltreiniger
z Motor mit Kaltreiniger einsprühen und ca. 10
Elektrische / elektronische Bauteile so- Minuten einwirken lassen.
wie Verbindungen zur Motorreinigung z Motor mit scharfem Wasserstrahl sauber
abdecken (z.B. Steuergeräte, Genera- spritzen.
tor, Magnetventile etc.). Nicht mit di- z Motor warmfahren, damit Wasserrückstän-
rektem Wasser- / Dampfstrahl de verdampfen.
beaufschlagen. Motor anschließend
Reinigung mit Hochdruckreinigungsgerät
warmfahren.
z Motor mit Dampfstrahl reinigen (maximaler
Abspritzdruck 60 bar, maximale Dampftem-
Reinigungsarbeiten am Motor nur bei peratur 90 °C, Abstand mind. 1m)
6 Motorstillstand durchführen.
Motorabdeckung, evtl. vorhandene
z Motor warmfahren, damit die Wasserrück-
stände verdampfen.
Kühllufthaube entfernen und nach Rei- z Reinigung bei externem Kühler gemäß An-
nigung wieder montieren. gaben Kühlerhersteller.
Allgemeines
Folgende Ursachen für eine Verschmutzung
machen eine Reinigung des Motors
notwendig:
z Hoher Staubgehalt in der Luft.
z Spreu und Häcksel im Bereich des Motors.
z Kühlflüssigkeitsleckagen.
z Schmierölleckagen.
z Kraftstoffleckagen.
Aufgrund der unterschiedlichen Einsatzbedin-
gungen muss die Reinigung in Abhängigkeit
der Verschmutzung erfolgen.

36
6.5 Ansaugsystem Pflege- und Wartungsarbeiten
Vorschriften bei Arbeiten am
Ansaugsystem
Keine Arbeiten am laufenden Motor
durchführen!

Bei Arbeiten am Ansaugsystem ist auf


äußerste Sauberkeit zu achten, ggf.
Ansaugöffnungen verschließen.

Alte Filterelemente vorschriftsgemäß


entsorgen.

Wartungsanzeigen für Trockenluftfilter Trockenluftfilter


z Die Wartung des Trockenluftfilters erfolgt
nach Wartungsschalter oder Wartungsan-
Trockenluftfilter warten 6
zeiger. Filterelement (3) nicht mit Benzin oder
heißen Flüssigkeiten reinigen!
z Die Wartung ist erforderlich, wenn:
Beschädigte Filterelemente erneuern.
– bei laufendem Motor das gelbe Kontroll-
z Filterelement (3) warten, gemäß Intervall im
licht des Wartungsschalters aufleuchtet.
Wartungsplan (siehe Kap.5.1).
– das rote Feld (1) des Wartungssanzei- z Spannbügel (1) aufklappen.
gers voll sichtbar ist.
z Filterhaube (2) abnehmen und Filterelement
z Nach Beendigung der Wartungsarbeiten (3) herausziehen.
Rückstellknopf des Wartungsanzeigers drü-
cken. Der Wartungsanzeiger ist wieder be- z Filterelement (3):
triebsbereit. – bei geringer Verschmutzung mit trocke-
ner Druckluft (max. 5 bar) von innen nach
außen ausblasen,
– bei starker Verschmutzung erneuern.

37
Pflege- und Wartungsarbeiten 6.5 Ansaugsystem
Sicherheitspatrone des Trockenluftfilters
erneuern
Sicherheitspatrone (4) niemals
reinigen.
z Sicherheitspatrone (4) gemäß Intervall im
Wartungsplan erneuern (siehe Kap. 5.1).
z Hierzu:
– Sechskantmutter (5) abschrauben,
Sicherheitspatrone (4) herausziehen.
– Neue Sicherheitspatrone einsetzen,
Sechskantmutter aufschrauben.
z Filterelement (3) einsetzen, Haube (2) auf-
setzen und mit Spannbügel (1) befestigen.

Staubaustrageventil des Trockenluft- Zyklon-Vorabscheider reinigen


6 filters reinigen
z Staubaustrageventil (1) durch Zusammen-
Staubbehälter (3) niemals mit
Schmieröl füllen!
drücken des Austrageschlitzes entleeren.
z Flügelmutter (1) lösen und Gehäusedeckel
z Eventuelle Staubverbackungen durch Zu- (2) abheben.
sammendrücken des oberen Ventilbereichs
entfernen. z Staubbehälter (3) von Unterteil (4) abneh-
men und entleeren. Behälter mit Pinsel und
z Austrageschlitz säubern. sauberem Dieselkraftstoff reinigen. An-
schließend trocknen.
z Staubbehälter (3) auf Unterteil (4) setzen
und Gehäusedeckel (2) mit Flügelmutter (1)
festziehen.

38
6.6 Riementriebe Pflege- und Wartungsarbeiten

1 2

B
3 A

Riementrieb prüfen Riemenspannung prüfen Riemen spannen


Arbeiten am Riementrieb nur bei Mo- z Anzeigearm (1) im Messgerät versenken. z Schrauben 2 lösen 6
torstillstand durchführen! z Führung (3) zwischen zwei Riemenschei- z Schraube 1 im Uhrzeigersinn anziehen bis
z Gesamten Riementrieb auf Beschädigun- ben auf dem Keilriemen (2) auflegen. Dabei gewünschte Riemenspannung erreicht ist.
gen sichtprüfen. soll der Anschlag seitlich anliegen. z Schrauben 2 wieder anziehen.
z Drucktaste (4) im rechten Winkel zum Keil-
z Beschädigte Teile erneuern.
riemen (2) gleichmäßig, bis Feder hörbar
Riemen wechseln
z Ggf. Schutzvorrichtungen wieder montieren! oder fühlbar ausrastet, drücken. z Schrauben 2 lösen
z Bei neuen Riemen auf korrekten Sitz ach- z Messgerät vorsichtig anheben, ohne Stel- z Schraube 1 lösen.
ten, Spannung nach 15 min. Laufzeit kon- lung des Anzeigearms (1) zu verändern. z Riemen abnehmen und neuen auflegen.
trollieren. z Schraube 1 im Uhrzeigersinn anziehen bis
z Messwert am Schnittpunkt (Pfeil), Skala (5)
und Anzeigearm (1) ablesen. Einstellwerte gewünschte Riemenspannung erreicht ist.
siehe (51). z Schrauben 2 wieder anziehen.
z ggf. Nachspannen und Messung wiederho-
len.
Werkzeug
Das Riemen-Spannungsmeßgerät (Best. Nr.
8115) kann über Ihren DEUTZ-Partner bezo-
gen werden

39
Pflege- und Wartungsarbeiten 6.6 Einstellarbeiten

EX IN
3 1 2
2
4 1
1

2
x 3

Ventilspiel einstellen z Kontermutter (1) lösen. z Einstellvorgang an jedem Zylinder durchfüh-


6 z Vor Ventilspieleinstellung: Motor mindes-
tens 30 Minuten abkühlen lassen: Öltempe-
z Drehwinkelscheibe (4) und Steckschlüs-
seleinsatz auf Ventilspieleinstellschraube
ren (51).
z Ventilhaube mit neuer Dichtung in umge-
ratur unterhalb 80 °C. (2) aufsetzen. kehrter Demontagereihenfolge wieder mon-
z Kurbelwellenstellung gemäß Einstellsche- z Magnet der Drehwinkelscheibe (4) tieren.
ma, siehe Kap. 6.6 fixieren. z Schrauben wieder montieren (Anzugsmo-
z Schrauben 1 lösen z Drehwinkelscheibe (4) im Uhrzeigersinn bis ment 22 Nm)
z Ventilhaube 2 mit Dichtung 3 entfernen zur Anlage drehen (Kipphebel spielfrei) und .
Skala auf Null stellen. Das Ventilspiel kann auch mit Hilfe einer Füh-
z Durchdrehvorrichtung mit Befestigungs-
schrauben am Schwungrad anbringen. z Drehwinkelscheibe (4) gegen den Uhrzei- lerlehre eingestellt werden. Für das Einlass-
gersinn bis zum Erreichen des vorgegebe- ventil sind Lehren mit 0,25mm bzw. 0,09in zu
z Kurbelwelle durchdrehen bis zum Erreichen verwenden.
nen Drehwinkelgrades drehen:
der Ventilüberschneidung1) Zylinder 1 Bank
A. Reihenfolge (41) IN = Einlassventil 90 ° +10 ° Für das Auslassventil sind Lehren mit 0,30mm
EX = Auslassventil 108 ° +10° bzw. 0,12in zu verwenden.
z Drehwinkelscheibe (4) gegen Verdrehen
festhalten.
z Kontermutter 1 anziehen (Anzugsmoment
20 Nm ).
z Anschließend das zweite Ventil am Kipphe-
1)
Auslassventil ist noch nicht geschlossen, Einlaß- bel wie oben beschrieben einstellen.
ventil beginnt zu öffnen.
40
6.6 Einstellarbeiten Pflege- und Wartungsarbeiten
Einstellschema zum Ventilspiel
Ventilüberschneidung: Auslassventil ist noch
nicht geschlossen; Einlassventil beginnt zu öff-
nen.
Dieser Motor ist mit einem internen Ab-
gasrückführungssystem ausgestattet.
6-Zylinder: Im Ansaugtakt öffnet sich
das Auslassventil kurzzeitig.
8-Zylinder: Im Ausstoßtakt öffnet sich
das Einlassventil kurzzeitig.
Dies nicht mit der Ventilüberschnei-
dung verwechseln!
Motor TCD 2015 - 6 Zylinder
Ventilüberschneidung einstellen
A1
B3
B2
A2 6
A3 B1
B2 A1
A2 B3
B1 A3
Motor TCD 2015 - 8 Zylinder
Ventilüberschneidung einstellen
A1 B3
B4 A3
A4 B2
B1 A2
B3 A1
A3 B4
B2 A4
A2 B1

41
Pflege- und Wartungsarbeiten 6.7 Elektrische Anlage
Vorschriften bei Arbeiten an der Batterie
elektrischen Anlage Beim Abklemmen der Batterie können
Spannungsführende Teile nicht elektronisch gespeicherte Daten verlo-
berühren! ren gehen.
Defekte Kontrolllampen unverzüglich
ersetzen. Batterie sauber und trocken halten.
Auf fachgerechten, festen Sitz der Bat-
Auf richtige Polung der Anschlüsse
terie achten.
achten.
Altbatterien umweltgerecht entsorgen.
Elektrische / elektronische Bauteile so-
wie Verbindungen vor der Motorreini- Explosionsgefahr! Die von der Batterie
gung abdecken (z.B. Steuergeräte, abgegebenen Gase sind explosiv!
Generator, Magnetventile etc.). Nicht Feuer, Funken, Rauchen und offenes
mit direktem Wasser- / Dampfstrahl Licht verboten!
beaufschlagen. Motor anschließend Säurestand prüfen
6 warmfahren, damit Restfeuchtigkeit
verdunstet.
Verätzungsgefahr! Schutzhandschuhe
und Schutzbrille tragen! Kontakt mit
z Verschlusskappen herausdrehen.
z Angaben des Herstellers zum Flüssigkeits-
Haut und Kleidung vermeiden! stand beachten.
Das Spannungsprüfen durch Tupfen Flüssigkeit sollte in der Regel 10-15mm
gegen Masse muß unbedingt unter- Kurzschlussgefahr! Keine Werkzeuge über Plattenoberkante bzw. bis zur evtl. vor-
bleiben. auf die Batterie legen! handenen Kontrolleinrichtung reichen.
z Ausschließlich destilliertes Wasser zum
Bei elektrischen Schweißarbeiten ist Nachfüllen verwenden.
die Masseklemme des Schweißgerä- z Verschlusskappen einschrauben.
tes direkt an das zu schweißende Teil
Spannung prüfen
zu klemmen.
z Mit handelsüblichem Voltmeter Spannung
der Batterie prüfen. Die Spannung gibt Aus-
Drehstromgenerator: Bei laufendem
kunft über den Ladezustand. Sie sollte zwi-
Motor die Verbindung zwischen Batte- schen 12 und 14,4 [V] Volt je Batterie liegen.
rie, Generator und Regler nicht unter-
brechen. Säuredichte prüfen
z Verschlusskappen herausdrehen.
z Säuredichte der einzelnen Zellen mit einem
handelsüblichen Säureprüfgerät messen.
Die Messwerte geben Aufschluss über den
42
6.7 Elektrische Anlage Pflege- und Wartungsarbeiten
Ladezustand der Batterie (siehe T 6-7-1). z Beim Anklemmen erst den Pluspol an-
Die Säuretemperatur sollte beim Messvor- schließen und danach den Minuspol. An-
gang möglichst 20°C betragen. sonsten Kurzschlussgefahr!
z Vor einem evtl. nötigen Ladevorgang muss Auf guten Kontakt der Klemmanschlüsse
vorher der Säurestand geprüft werden. achten. Klemmschrauben handfest anzie-
z Verschlusskappen einschrauben. hen.
z Die zusammengebauten Klemmen mit ei-
Säuredichte Lade- Maß- nem säurefreien und säurebeständigem
[kg/l] zustand nahme Fett einfetten.
Normal Tropen
1,28 1,23 gut —
1,20 1,12 halb laden
sofort
1,12 1,08 leer
aufladen
T 6-7-1 Säuredichte

Batterie ausbauen
z Beim Abklemmen der Batterie immer zuerst
6
Minuspol trennen. Ansonsten Kurzschluss-
gefahr!
z Befestigung demontieren und Batterie aus-
bauen.
Batterie laden
z Verschlusskappen herausdrehen.
z Ladevorgang mit handelsüblichem Batterie-
ladegerät durchführen. Herstellerangaben
beachten!
z Verschlusskappen einschrauben.
Batterie einbauen
z Neue bzw. geladene Batterie einsetzen und
Befestigungen anbringen.
z Anschlussklemmen und Batteriepole mit
feinkörnigem Schleifpapier reinigen.

43
Störungen 7.1 Störungstabelle
Störungen Ursachen Maßnahmen
Nicht ausgekuppelt (falls möglich) Kupplung überprüfen
Startgrenztemperatur unterschritten siehe (15)
Falsche SAE-Viskositäts-Klasse des Motoröls Wechsel des Schmieröles, siehe (23)
Motor springt nicht oder Kraftstoffqualität entspricht nicht der Betriebsanleitung Wechsel des Kraftstoffes, siehe (24)
schlecht an Luft im Kraftstoffsystem Kraftstoffsystem entlüften (32)
Batterie defekt oder nicht geladen Batterie prüfen, siehe (42)
Kabelverbindungen zum Starter lose oder oxidiert Kabelverbindungen prüfen
Starter defekt oder Ritzel spurt nicht ein Starter prüfen
Motor springt nicht an und Dia- Fehler gemäß Fehlercode prüfen ggf. Fehler besei-
Motorelektronik verhindert Start
gnoselampe blinkt tigen
Kraftstoffqualität entspricht nicht der Betriebsanleitung Wechsel des Kraftstoffes, siehe (24)
Motor springt an, läuft jedoch
Einspritzleitung undicht Einspritzleitung überprüfen
unregelmäßig oder setzt aus
Einspritzventil defekt Einspritzventil prüfen/ ggf. wechseln
Drehzahländerungen sind mög-
Motorelektronik hat einen Systemfehler erkannt und aktiviert eine Ersatz- Fehler gemäß Fehlercode prüfen ggf. Fehler besei-
lich und Diagnoselampe leuch-
drehzahl tigen
tet

7 Ölstand zu niedrig
Ölstand zu hoch
Schmieröl auffüllen, siehe (29)
Ölstand prüfen ggf.ablassen, siehe (29)
Luftfilter verschmutzt / Abgasturbolader defekt prüfen/ ggf. wechseln
Motor wird zu heiß. Tempera-
Luftfilter-Wartungsschalter / -anzeiger defekt prüfen/ ggf. wechseln
turwarnanlage spricht an
Lüfter defekt/ Keilriemen gerissen oder lose Lüfter/ Keilriemen prüfen/ ggf. wechseln
Wärmekurzschluss im Kühlsystem Kühlsystem prüfen
Widerstand im Kühlsystem zu hoch/Durchflussmenge zu niedrig Kühlsystem prüfen
Ölstand zu hoch Ölstand überprüfen Schmierölstand, siehe (29)
Kraftstoffqualität entspricht nicht der Betriebsanleitung Wechsel des Kraftstoffes, siehe (24)
Luftfilter verschmutzt / Abgasturbolader defekt prüfen/ ggf. wechseln
Motor hat Leistungsmangel Luftfilter-Wartungsschalter / -Wartungsanzeiger defekt prüfen/ ggf. wechseln
Ladeluftleitung undicht Ladeluftleitung überprüfen
Einspritzleitung undicht Einspritzleitung überprüfen
Einspritzventil defekt Einspritzventil überprüfen
T 7-1: Störungstabelle

44
7.1 Störungstabelle Störungen
Störungen Ursachen Maßnahmen
Motor hat Leistungsmangel und Fehler gemäß Fehlercode prüfen ggf. Fehler besei-
Motorelektronik reduziert die Leistung
Diagnoselampe leuchtet tigen
Motor arbeitet nicht auf allen Einspritzleitung undicht Einspritzventil prüfen/ ggf. wechseln
Zylindern Einspritzventil defekt Einspritzventil prüfen/ ggf. wechseln
Ölstand zu niedrig Schmieröl auffüllen
Motor hat keinen oder zu niedri-
Zu große Schräglage des Motors Motorlagerung prüfen / Schräglage senken
gen Öldruck
Falsche SAE-Klasse bzw. Qualität des Motorschmieröles Wechsel des Schmieröles / siehe (22)
Motor hat zu hohen Ölver- Ölstand zu hoch Ölstand prüfen ggf.ablassen
brauch Zu große Schräglage des Motors Motorlagerung prüfen / Schräglage senken
Ölstand zu hoch Ölstand prüfen ggf.ablassen, siehe (29)
Motor qualmt blau
Zu große Schräglage des Motors Motorlagerung prüfen / Schräglage senken
Startgrenztemperatur unterschritten siehe (15)
Motor qualmt weiss Kraftstoffqualität entspricht nicht der Betriebsanleitung Wechsel des Kraftstoffes, siehe (24)
Einspritzventil defekt Einspritzventil prüfen/ ggf. wechseln
Luftfilter verschmutzt / Abgasturbolader defekt prüfen/ ggf. wechseln
Luftfilter-Wartungsschalter / -Wartungsanzeiger defekt prüfen/ ggf. wechseln
Motor qualmt schwarz
Ladeluftleitung undicht
Einspritzventil defekt
Ladeluftleitung überprüfen
Einspritzventil prüfen/ ggf. wechseln
7
T 7-1: Störungstabelle

45
Störungen 7.2 Motormanagement

Wenn der Fehler behoben ist, geht die Verwendung der Diagnosetaste Tabelle der Fehler-Blinkcodes
Lampe aus. Bei einigen Fehlern ist es Mit der Diagnosetaste besteht die Möglichkeit, Die möglichen Blinkcodes, deren Bedeutung
notwendig, die Zündung auszuschal- die anstehenden Fehler als Blinkcodes auszu- sowie Maßnahmen zur Fehlerbehebung kön-
lesen. Die Diagnosetaste und die Fehlerlampe nen der Tabelle auf der folgenden Seite ent-
ten, 30 s zu warten und erst dann wie-
sind im Fahrstand des Fahrzeugs unterge- nommen werden. Die Blinkcodewerte in der
der die Zündung einzuschalten. bracht. ersten Spalte geben dabei die Anzahl einlei-
Motorschutzfunktion des elektronischen Das Auftreten von Fehlern wird durch Blinken tender kurzer Blinksignale (Leuchtdauer ca.
Motorreglers EMR3 oder Dauerleuchten der Fehlerlampe ange- 0,4 s), die Anzahl der darauf folgenden langen
In Abhängigkeit von der Auslegung der Über- zeigt. Um genauere Informationen zu allen an- Blinksignale (Leuchtdauer ca. 0,8 s) sowie die
wachungsfunktionen kann der EMR3 den Mo- liegenden Fehlern zu erhalten, können diese in Anzahl abschließender kurzer Blinksingnale
tor in bestimmten Fehlersituationen vor Form von Blinkcodes nur bei Motorstillstand an. Der Code 2-1-4 des Fehlers „Überdreh-
Schäden schützen, indem er während des Be- auf folgende Weise ausgelesen werden: Nach zahl“ setzt sich z.B. aus zwei kurzen, einem
triebs die Einhaltung wichtiger Grenzwerte Betätigung der Diagnosetaste für mindestens langen und vier kurzen Blinksignalen zusam-
überwacht und die korrekte Funktionsweise eine Sekunde erlischt die Fehlerlampe und der men. Kann ein Fehler durch die in der Tabelle
der Systemkomponenten prüft. Je nach erste Fehler wird nach dem Loslassen der Tas- genannten Maßnahmen nicht beseitigt wer-
Schwere eines erkannten Fehlers kann der te als Blinkcode ausgegeben. Blinkcode ent- den, wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige
Motor mit Einschränkungen weiterlaufen, wo- sprechend der Tabelle auf der folgenden Seite Service-Vertretung.
bei die Fehlerlampe dauernd leuchtet, oder die auswerten. Nach der Ausgabe des Fehler-
Fehlerlampe weist durch Blinken auf einem Blinkcodes erlischt die Fehlerlampe für fünf
schwerwiegenden Systemfehler hin. In diesem Sekunden.
7 Fall ist der Motor, sobald dies gefahrlos mög-
lich ist, abzuschalten.
Danach kann durch erneute Betätigung der Di-
agnosetaste der nächste (d.h. der im Fehler-
Je nach Motorkonfiguration kann die blinkende speicher folgende) anliegende Fehler
Fehlerlampe folgende Bedeutung haben: angezeigt werden. Falls der letzte anliegende
z Abschaltaufforderung für den Betreiber Fehler angezeigt wurde, wird bei erneuter Be-
z Achtung Gewährleistungsverlust bei Nicht- tätigung der Diagnosetaste wieder der erste
beachten! Fehler angezeigt.
z Autom. Abschaltung des Motors nach einer
kurzen Vorwarnzeit, ggf. verbunden mit ei-
ner Startverhinderung.
z Zur Kühlung des Motors zwangsweiser Mo-
torbetrieb mit niedrigem Leerlauf, ggf. mit
automatischer Abschaltung.
z Startverhinderung.
z siehe auch (18)

46
7.2 Motormanagement Störungen
Blinkcode
Funktion / Komponente Fehler
Kurz (0,4s) Lang (0,8s) Kurz (0,4s)
1 2 6 Handgas Signal fehlerhaft / unplausibel
1 3 6 Überwachung Luftfilter Luftdruck hinter Filter zu gering
1 4 4 Überwachung der Öltemperatur Temperatur außerhalb des Sollbereichs
2 1 6 Überwachung Kraftstoffniederdruck Kraftstoffniederdruck außerhalb des Sollbereichs
2 2 2 Eingang Gaspedal 1 (PWM) PWM-Signal fehlerhaft
2 2 3 Überwachung Ladeluftdruck Ladeluftdruck außerhalb des Sollbereichs
2 2 6 Eingang Gaspedal 1 (Analog) Signal fehlerhaft / unplausibel
2 2 8 Überwachung Kraftstofffilter-Wasserstand Max. Wasserstand überschritten
2 3 1 Überwachung Öldruckd außerhalb des Sollbereichs
2 3 2 Überwachung Kühlmitteltemperatur Temperatur oberhalb des Sollbereichs
2 3 3 Überwachung Ansauglufttemperatur Temperatur oberhalb des Sollbereichs
2 3 5 Überwachung Kühlmittelstand Niveau unterhalb des Sollbereichs
2 3 7 Überwachung Kraftstofftemperatur Temperatur außerhalb des Sollbereichs
2 3 8 Überwachung Lüfterdrehzahl Drehzahl außerhalb des Sollbereichs
2 4 1 Überwachung Verbrennung Fehlzündung in einen oder mehreren Zylindern erkannt
2
3
7
1
1
4
CAN-Bus
Überwachung Hydrauliköltemperatur
Time-Out einer oder mehrerer Sendebotschaften, Bus inaktiv
Temperatur außerhalb des Sollbereichs
7
3 1 8 Überwachung Batterie Spannung außerhalb des Sollbereichs
5 1 4 Überwachung Klemme 15 Kein Signal erkannt
5 1 5 Überwachung Klemme 50 Permanentes Signal erkannt
Bei nicht beschriebenen Blinkcodes, kontaktieren Sie bitte Ihren Service-Partner
Verhalten bei Fehler Signal fehlerhaft / unplausibel: Funktionsprüfung der betroffenen Bauteile vornehmen; Verkabelung und Stecker auf Kurzschluss,
Bruch, Korrosion überprüfen.

47
Transport und Lagerung 8.1 Motortransport

1
2
! 2

Aufhängevorrichtung Lebensgefahr!
z Verwenden Sie für den Motortransport nur Bei falscher Aufhängung kann Motor
die richtige Aufhängevorrichtung. kippen oder abstürzen!
Die Aufhängevorrichtung muss für den Mo-
torschwerpunkt justierbar sein.

48
8.2 Motorkonservierung Transport und Lagerung
Allgemein Innenkonservierung tem zu sprühen bis dieses zum Druckstutzen
Motoren erhalten folgende Arten der Konser- Die Innenkonservierung erfolgt grundsätzlich sichtbar austritt.
vierung durch Wandbenetzung infolge des verwende-
z Innenkonservierung ten Konservierungsmittels mit einem Konser- Kühlsystem
z Außenkonservierung vierungslauf des Motors. Der Konservierungs- Je nach Baureihe sind die Motoren mit Kühl-
lauf kann einmalig zum Konservieren der un- luft-, Kühlöl- oder Kühlflüssigkeitssystem
Passende Konservierungsmittel hält terschiedlichen Systeme durchgeführt werden. (Kühlwasser mit Kühlsystemschutzmittel) aus-
Ihr DEUTZ-Partner für Sie bereit. gerüstet.
Die folgenden Konservierungsarbeiten dürfen Kraftstoffsystem
nur von Personen durchgeführt werden, die z Kraftstofftank füllen mit einer Mischung von: Kühlluftsystem siehe Kap. Außen-
hiermit vertraut und über die Gefahren unter- konservierung.
richtet sind. – 90% Destillatkraftstoff.
Durch die nachfolgenden Maßnahmen für die – 10% Konservierungsöl SAE 20W-20. Bei Motoren der ölgekühlten Baureihen dient
Konservierung nach außer Betrieb setzen z Konservierungslauf bei unbelastetem Motor das umlaufende Schmieröl gleichzeitig zur
des Motors werden die Anforderungen an ei- durchführen, Laufdauer mind. 5 Minuten. Kühlung. Damit werden die Kühlräume auto-
ner Schutzdauer von 12 Monaten erfüllt. Wird matisch mit dem Schmierölsystem konserviert.
von den Maßnahmen abgewichen, indem die Schmierölsystem
konservierten Motoren bzw. Teile ungünstigen Falls bei flüssigkeitsgekühlten Motoren ein
Bedingungen (Aufstellung im Freien oder La- z Schmieröl bei betriebswarmen Motor
Kühlsystemschutzmittel eingefüllt ist, welches
gerung an feuchten, unbelüfteten Orten) aus- ablassen.
Konservierungseigenschaften besitzt, ist nach
gesetzt werden bzw. eine Beschädigung der z Ölwanne, Zylinderkopf mit Kipphebeln, Ven- dem Ablassen keine weitere Maßnahme not-
Konservierungsschicht aufweisen, muss mit tile, Ventilfedern mit Dieselkraftstoff oder wendig.
einer verkürzten Konservierungsdauer gerech- Reinigungsmittel gründlich reinigen.
net werden.
Die Motorkonservierung ist ca. alle 3 Monate
z Motor mit Einlaufkonservierungsöl SAE
20W-20 bis MAX-Markierung füllen und
z Ist dies nicht der Fall, ist die Kühlflüssigkeit
abzulassen und, damit sich eine Deck- 8
schicht auf den Innenflächen des Kühlsys-
durch Öffnen der Abdeckungen zu kontrollie- Konservierungslauf über mind. 5 Minuten tems bildet, ein Konservierungslauf
ren. Wird Korrosion festgestellt, ist eine Nach- durchführen, damit alle Bauteile des durchzuführen mit einem Gemisch beste-
konservierung vorzunehmen. Schmierölsystems benetzt sind, oder hend aus:
Nach Abschluss der Konservierungsarbeiten alle zugänglichen Bauteile mit Einlaufkon-
servierungsöl benetzen und mit einer sepa- – 95% aufbereitetem Wasser
darf der Kurbeltrieb nicht mehr gedreht wer-
den, damit das Konservierungsmittel in den raten Pumpe Einlaufkonservierungsöl durch – 5% Korrosionsschutzmittel
Lagern, Lagerbuchsen und Zylinderbuchsen Motor pumpen bis alle Lager und Lager- z Die Dauer des Konservierungslaufs und
nicht abgestreift wird. buchsen benetzt sind. Konzentration des Korrosionsschutzmittels
ist entprechend der Herstellerangabe des
Luftkompressor
Bei Inbetriebnahme eines konservierten Mo- Korrosionsschutzmittels vorzunehmen.
Bei angebautem Luftkompressor ist nach Ab-
tors ist dieser zu entkonservieren. z Anschließend die Kühlflüssigkeit ablassen.
stellen des Motors ein Korrosionsschutzmittel
solange in das Luftkompressor-Ansaugsys-
49
Transport und Lagerung 8.2 Motorkonservierung
Ansaugluftleitungen Riementriebe Kraftstoffsystem
Im Anschluss an den Konservierungslauf Zy- Keilriemen bzw. Keilrippenriemen demontie- z Falls Gemisch Dieselkraftstoff / Konservie-
linderkopfhaube abbauen und Einspritzventile ren und verpackt lagern. Keilriemenscheiben rungsöl im Kraftstofftank ist, dieses ablas-
ausbauen. Der jeweilige Kolben ist auf UT zu und Spannrollen mit Korrosionsschutzmittel sen.
bringen. einsprühen. z Kraftstofftank und Kraftstoffsystem mit vor-
z Durch die Öffnung ist mit einer Sprühlanze Zahnriemen zur Motorsteuerung dürfen nicht gesehenen Kraftstoff füllen.
der erreichbare Teil der Zylinderbuchse mit demontiert werden.
Einlaufkonservierungsöl zu benetzen.
Kühlflüssigkeitssystem
z Einlaufkonservierungsöl SAE 20W-20 in An- Motoröffnungen z Bei Verträglichkeit des benutzten Konser-
saugluftleitung sprühen. Alle Motoröffnungen sind mit luft- und wasser- vierungsmittels mit dem vorgesehenen
– Öllachen in Leitungen sind unzulässig, dichten Abdeckungen zu versehen, um den Kühlsystemschutzmittel, kann dieses direkt
ggf. absaugen. Verflüchtigungsprozess der Konservierungs- in das Kühlflüssigkeitssystem nach Vor-
stoffe zu verzögern. Bei angebautem Luftkom- schrift eingefüllt werden.
Außenkonservierung pressor ist der Saug- und Druckanschluss mit
Vor der Außenkonservierung ist der Motor mit einer Kappe zu verschließen. z Ist die Verträglicheit des verwendeten Kon-
Reinigungsmittel gründlich zu reinigen. Evtl. Der Lufteintritt ist bei der Ansaugung aus ei- servierungsmittels mit dem zu verwenden-
vorhandene Korrosionsansätze und Farbschä- nem Luftzuführungsrohr abzusperren, um ein den Kühlsystemschutzmittel nicht
den sind zu beseitigen. Durchlüften des Motors (Kaminwirkung) zu zweifelsfrei bekannt, ist vor dem Einfüllen
vermeiden. ein Spüllauf mit klarem Wasser von ca. 15
Minuten Dauer vorzunehmen.
Kühlluftsystem bei luftgekühlten Motoren
Der Luftführungsraum bei V-Motoren ist unla- Entkonservieren der Außenteile
Lagerung und Verpackung
ckiert und ist mit einem Konservierungsmittel Nach der Konservierung ist der Motor in einer z Alle mit Konservierungsmittel überzogene
8 einzusprühen. trockenen, belüfteten Halle zu lagern und mit
einer geeigneten Abdeckung zu versehen.
Flächen und Bauteile mit Destillatkraftstoff
oder einem geeignetem Reinigungsmittel
Diese muss locker am Motor anliegen, damit abwaschen.
Blanke Außenflächen und -teile
die Luft um den Motor zirkulieren kann, so daß z Ggf. Rillen von Keilriemenscheiben
Alle blanken Außenteile und Außenflächen
sich kein Kondenswasser bilden kann. Evtl. abwaschen.
(z.B. Schwungrad, Flanschflächen) mit Kon-
servierungsmittel einstreichen oder einsprü- Trockenmittel verwenden. z Keilriemen bzw. Keilrippenriemen nach Vor-
hen. schrift montieren.
Entkonservieren
Vor dem Starten ist der konservierte Motor zu
Gummiteile entkonservieren. Die Verpackung und alle Ab-
Gummiteile (z.B. Muffen) die nicht überlackiert deckungen der verschlossenen Öffnungen
sind, mit Talkumpulver einreiben. sind zu entfernen. Evtl. vorhandene Korrosi-
onsansätze und Farbschäden sind zu beseiti-
gen.

50
9.1 Technische Daten Technische Daten
Technische Daten
TCD 2015 V06 TCD 2015 V08
Zylinderzahl 6 8
Zyl. Anordnung V- 90° Form
Bohrung [mm] 132
Hub [mm] 145
Gesamthubraum [cm3] 11906 15874
Verdichtungsverhältnis [e] 17,5
Arbeitsweise 4 Takt
Brennverfahren Direkteinspritzung / Aufgeladen
Ventilanordnung hängend im Zylinderkopf, 2 Einlass- / 2 Auslassventile
Drehrichtung linksdrehend
Gewicht ohne Betriebsmittel
[ca. kg] 1020 1244
nach DIN 70020-A
Motorleistung [kW] 240-360 1)
350-5001)
Drehzahl (Nenndrehzahl) [min-1] 1500-2100
Ventilspiel bei kaltem Motor (s. Hinweis unter 6.1.1) [mm] Einlass 0,25 + 0,1 / Auslass 0,3 + 0,1
1)
Vorhub [mm]
Zündfolge des Motors A1-B3-A3-B2-A2-B1 A1-B4-A4-B1-B3-A3-B2-A2
Zünddruck max. [kPa / (bar)] 17500 / (175)

Keiriemenspannung: Generator 55 Ampere [N] Vorspannen: 550±50 / Nachspannen: 300±502)


Keiriemenspannung: Generator 120 Ampere [N] 600 / 350 ± 50
Kühlung Flüssigkeitsgekühlt 9
Kühlflüssigkeitsmenge [ca. l] 17 + ext. Kühlsystem 21 + ext. Kühlsystem
Zul. Dauerkühlmitteltemperatur Motoraustritt [°C] max.103
Temperaturdifferenz zwischen Kühlflüssigkeit - Eintritt / Austritt [°C] Max. 5
Thermostat öffnet ab [°C] Ausführung A 79° oder Ausführung B 87°
Thermostat ist voll geöffnet bei [°C] Ausführung A 94° oder Ausführung B 102°
Schmierung Druckumlaufschmierung
T 9-1: Technische Daten

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Technische Daten 9.1 Technische Daten
TCD 2015 V06 TCD 2015 V08
Mind. Öldruck im warmen Zustand (120 °C)
[kPa / (bar)] 1 00 / (1)
und niedr. Leerlauf / Nenndrehzahl
Ölersteinfüllmenge ohne Filter [l] 343) 453)
Ölersteinfüllmenge (Filter am Motor angebaut) [l] 383) 483)
Ölersteinfüllmenge (Filter separat) [l] 383) 503)
Kraftstoff siehe (24)
Kraftstoffförderpumpe Zahnradpumpe
Zul. Unterdruck Saugseite [kPa / (bar)] 50 bis 100 (0,5 bis 1) absolut
Einspritzsystem Pumpe Leitung Düse
Drehzahlregler elektronisches Steuergerät (EMR3)
T 9-1: Technische Daten
1)
Motorleistung, Drehzahl, Vorhub sind u.a. auf dem Motorfirmenschild eingestempelt
2)
Nach 15 Minuten Laufzeit unter Last nachspannen.
3) Ca.-Werte können je nach Ausführung variieren. Maßgebend ist immer die obere Ölmessstabmarkierung.

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