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IMC OnAir ...

Broadcasting show No. 59


– 18th Mai 2010 ( )
radio station: TideRadio 96.0 ( )

Raga CDs des Monats:

„Indian Swara-s – Mother Natur“


- Moderationstext / DOKU v. 18.05.2010-1 -

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© 05/2010 – Verbundkonzept EUFLETZ (Stiftung i.G.) – Teilprojekt IMC – India meets Classic (Lothar J.R. Maier)
Hintergrund ...
IMC OnAir gliedert sich als Radiosendung (Kabel/Antenne + Internetstream/PodCast)
historisch u. hierarchisch in folgenden Aufbau. Die Struktur soll als konzeptionelle
Markenarchitektur für alle sozialen Projekte von IMC verstanden werden.
Projektbüro „Sinn-Macher.net“ – personalisierte Marke des
Ideengebers und Initiators Lothar J.R. Maier mit
Erstkonzeptionierung in 04/2003.
Die Inhalte dieser auf „Sinn“ fokussierten Website (www.sinn-
macher.net) befasst sich mit nahezu allen Aspekten rund um die
Begrifflichkeit “Sinn” – Und reflektiert das lebensphilosophische
Verständnis, aus dem alle Teilprojekte wie IMC
(www.india-meets-classic.net) entwickelt werden.
Die Teilprojekte von IMC sind Bestandteile des
Gesamtkonzeptes der EUFLEHTZ Stiftung i.G. (Europäisches
Forschungs-, Lehr-/Lern- u. Therapiezentrum für Life-Sciences)
– www.eufletz-stiftung.de .
IMC wurde gegründet zur Realisierung von
musiktherapeutischen Angeboten auf der Basis indisch
klassischer Musik, als Ergänzung zu dem segeltherapeutischen
Konzept „3iE“.
Unter IMC – India meets Classic subsumieren sich alle IMC-
Teilsegmente. Das Logo darf als Dachmarke aller Teilleistungen
und Sub-Brands verstanden werden.
„IMC OnAir“ steht für die Broadcasting-Plattform von IMC via
Radio (www.imcradio.net) und konvergenter Medien, wie das
PodCasting (RSS Feeds – Push-&Pull-Technologie) oder
PhoneCasting.

IMC-Förderinitiative „TablaPerformance – TablaGroup


Hamburg“, das erste der Öffentlichkeit vorgestellte Teilprojekt ...
unter der Themenüberschrift „Heimat – Individuum &
Gesellschaft“ wurde als Weltpremiere beim Festival der Kulturen
2005 das Textrezitativ (Deutschfassung) des englischen
Originalwerkes „Creative Unity“ (1922) von Rabindranath Tagore
interpretiert, Indien’s grösster Philosoph und erster
Nobelpreisträger für Literatur.
Culturebridge „Water is Life – Living with Water“ wurde im
Rahmen des Förderwettbewerbes der FHH in 4/2005 als
Konzept vorgestellt. Es legt den Focus auf Live-Performances
(„night of ragas“) u. Nachwuchsförderung (Schüleraustausch-
programm) mit dem Ziel des interkultureller Dialoges, für einen
KnowHow-Transfer von Indien nach Deutschland.
IMC – India meets Classic verfügt in seinem Gesamtansatz über
ein Konzept für musikpädagogische Arbeit an Schulen als
kleinere Teilleistung (6-wöchiger Workshop).
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(DOKU - Sendemoderation /18052010-1)

Raga CDs des Monats:

Indian Swara-s & Mother Nature


Erstausstrahlung: 18.05.2010 (21:00-21:58 Uhr)
Wiederholungstermin: ---

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[0.] Jingle (Intro)

IMC - India meets Classic ... eine Sendung für indisch klassische Musik.

IMC bietet Ihnen ein monatliches Hör- und Leseangebot mit Werken indischer
Musikmeister, Raga-CDs, Festivalreports und Special Features.

Über die Website Ihres Radiosenders oder mit einem Besuch bei IMC im Internet
finden Sie in deutscher und englischer Sprache weitere Infos zu den
Musikmeistern, zu indischen Instrumenten, dem Musiksystem Indiens und
vorgestellten CD-Titeln.

IMC - India meets Classic wird auch im Podcasting-Verfahren, im MPEG-Format


als Download angeboten. Stellen Sie sich Ihr ganz individuelles Radioprogramm
zur indisch klassischen Musik zusammen unter:

www.imcradio.net
(Englisch: uu-uu-uu_dot_aiemciereidio_dot_net)
imcradio.net
(Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net)

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1.1 Begrüssung...

Sehr verehrte Zuhörerinnen und Zuhörer,


liebe Freunde der indisch-klassischen Musik!
Am Mikrophon begrüsst Sie Lothar J.R. Maier, mit einer neuen Sendung zur
indischen Musikkultur. IMC – India meets Classic präsentiert Ihnen heute
„Indian Swara-s – die indischen Noten & Mutter Natur“.
Wie in all unseren Sendungen „Raga CDs des Monats“ hören Sie dazu
Beispiele original indisch-klassischer Musik. – Beachten Sie auch die
Hinweise zu unserem Hörertelefon und Internetangebot im weiteren Verlauf
der Sendung.
_____________________

1.2 Einführung... Bezug...


Unsere heutige Sendung „Indian Swara-s - die indische Noten & Mutter Natur“
nimmt Bezug auf unser zurückliegendes Thema „Musik & Sprache“, in dem wir
physiologische Aspekte des Hörens gleichsam die Soziologie der Musik im
gesellschaftlichen Zusammenhang akustisch beleuchteten, und dabei auch
die Beziehung unserer westlichen Musikkultur zur indischen Klassik hergestellt
haben.
Dafür hatten wir die spirituelle Dimension weitestgehend aussen vorgelassen
um der physikalischen Struktur von Musik Vorrang gegeben. Sie finden die
Sendung „Musik & Sprache“ in unserem Online-Archiv.
Indische Ragas im Hören zu be-greifen, geht aber nicht ohne Verständnis für
den Hinduismus, zu dem sich etwas mehr als 80% aller Inder bekennen. In
einer Erhebung der indischen Regierung im Jahre 2001 waren dies immerhin
ca. 1,03 Mrd. Inder.
1.3 Einführung... Abgrenzung...
Die sieben (7) Hauptnoten, aus denen ein Raga in der auf- und absteigenden
Skale bestehen kann, leiten sich nach der hinduistischen Mythologie aus
Tierstimmen und Vogelrufen ab.
Die sieben s.g. Swara-s, in der Kurzform Sa, Re, Gha, Ma, Pa, Dha und Ni
entspechen im Tonumfang der in der westlichen Musik bekannten Oktave, und
dem von Guido von Arezzo im 11. Jahrhundert entwickelten Verfahren zur
Benennung der musikalischen Töne für das Singen: Do, Re, Mi, Fa, Sol, La
und Si.
Die indischen Ragas der nord- und südindischen Klassik, die heute von den
Musikmaestros instrumental oder im Gesang präsentiert werden, bestehen
aus wenigstens 5, 6 oder 7 Hauptnoten. Die wesentliche Klangcharakteristik
eines Ragas machen zwei Noten aus, Vadi als Hauptnote und als
zweitwichtigste Note, Samvadi. Ihre Bedeutung erklärt sich nicht aus der
Spielhäufigkeit, sondern aus ihrer Betonung, vergleichbar der sonanten und
konsonanten Noten in der westlichen Musik.
Die heute vorzustellenden Ragas werden wir systematisch anlegen mit
Hörbeispielen, in denen alle 7 Skalenstufen als Vadi bzw. Samvadi
auftauchen.

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1.4 1. Stufe Sa – 5. Stufe Pa... Shadja – Schrei des Pfaus (peacock)


Musikalische Noten aus Tierstimmen und Vogelgesang abzuleiten, ist
kennzeichnend für die enge Verbindung der indischen Künste, Musik und
Tanz mit dem Spirituellen.
Für die antiken Ragakompositionen bediente man sich der Naturklänge, nicht
nur zur Interpretation der klanglichen Umgebung des Menschen, der sich
anders als in unserer Moderne noch in die Natur eingebettet fühlte. – Auch
dem Zuhörer ermöglichte diese Klangimitation gleichsam eine kritische
Prüfung der sängerischen Qualitäten und der Instrumentalisten, ihrer
Genauigkeit des Instrumentes oder der menschlichen Stimme. Zu dem Begriff
des musikalischen und spirituellen Übens, Sadhana, kommen wir noch etwas
später.
Der Grundton Sa, die 1ste Stufe und als Hauptnote Vadi innerhalb eines
Ragas wird dem Schrei des Pfaus zugeordnet. Die ursprüngliche
Notenbezeichnung war Shadja. Im Laufe der Zeit haben sich in Indien die
bequemeren Kurzformen durchgesetzt. Sa entspricht in der westlichen
Notation dem C.

1.5 1. Hörbsp. ... Satish Vyas - Santoor (Raga Jog)


Ob wir tatsächlich den Pfauenschrei in unserem westlichen Hörverständnis
vernehmen können, dafür stellt uns Satish Vyas mit dem Raga Jog auf die
Probe.
Der nordindische Raga Jog ist ein Spätnachtraga. Er gehört dem Kafi-Thaat
an, einer der 10 Hauptragas. Die Betonung Vadi liegt auf der 1. Stufe, dem
Grundton Sa, und Samvadi, die zweitwichtigste Note, liegt auf der 5. Stufe.
Das entspricht unserem G, soweit der Musikmeister den Grundton auf C
einstimmt. Häufig werden davon abweichend Es oder E als Grundton
verwendet.
Satish Vyas spielt den Santoor, ein hackbrettähnliches, indisches Instrument.
Raga Jog finden wir auf der CD Cascade. Auf der Tabla begleitet Sanju Sahai.
Der Live-Mitschnitt aus dem Jahre 1996 wurde bei Navras Records
veröffentlicht.
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2.1 2. Stufe Re – 5. Stufe Pa... Rishaba – der Chataka, einem vogelähnlichen


Tier, das nach dem Partner schreit o. die Kuh, die nach ihrem Kalb muht.
Im Westen wird Indien mit einer Vielzahl von stereotypischen Bildern belegt,
ohne sich oft der wahren Hintergründe bewusst zu sein.
Die Heiligen Kühe auf den Strassen und Markplätzen Indiens gehören gewiss
dazu. Die Kuh wird in Sanskrit Aghnya als „Die Unantastbare“ bezeichnet,
zum berühmten Lichterfest, dem jährlichen Divali als Symbol der Fürsorge und
Lebenserhaltung. Krishna, die Inkarnation der hinduistischen Gottheit Vishnu,
wuchs selbst unter Kuhhirten auf. Bedient man sich einer Kuh, z.B. für den
Ackerbau, sollte eine Waschung als Dankesritual stattfinden.
Warum also das Muhen einer Kuh nicht auch mit einer Hauptnote einer
Ragaskala würdigen ? - Die zweite Stufe ist Re, oder Rhishaba. Ihr Klang
ähnelt dem einer Kuh, die nach ihrem Kalb muht, oder dem Chataka, einem
vogelähnlichen Tier. Akustische Doppelbelegungen sind also möglich.

2.2 2. Hörbsp. ... Ustad Asad Ali Khan - Rudra Veena (Raga Gunakali)
Das heilige Tier Indiens wird uns musikalisch kein anderer als der grösste
Rudra-Veena-Spieler Indiens würdigen. Ustad Asad Ali Khan interpretiert die
Ragas im Stile des ältesten Gesangs Indiens, dem Dhrupad. Die Rudra-Veena
ist eine schwierig zu spielende, indische Laute.
Asad Ali Khan wurde 1937 geboren. Im Jahre 2008 erhielt er den indischen
Zivilorden Padma Bhushan für seine Verdienste um die indische Klassik.
Der nun folgende Raga Gunakali ist ein Frühmorgenraga. Die zweite Stufe Re
ist die Verkörperung des Muhens einer Kuh. Für Gunakali wird als Samvadi,
als zweitwichtigste Note Dha auf der 6. Stufe gespielt.
Die CD Inde Du Norde - North India Instrumental wurde 1991 in einer Auflage
der Unesco „Anthologie des Musiques Traditionelles“ wiederveröffentlicht und
stammt ursprünglich aus dem Jahre 1972.
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3.1 3. Stufe Ga – 6. Stufe Dha... Gandhara / das Meckern einer wilden


Bergziege oder Blöken eines Schafes
Warum Tierlaute und Vogelstimmen als Referenz für das Musizieren ? – Es ist
nicht nur die Ehrerbietung allem Lebenden Gegenüber, wie es im Hinduismus
oder Buddhismus gelehrt wird. - Ein wichtiger Begriff aus dem Sanskrit mag
uns hier helfen. Sadhana.
Damit ist das musikalische Üben eines Musikmaestros gemeint. Gleichsam
wird Sadhana als spirituelle Übung verstanden. Die Anbetung des Göttlichen
durch Klang, Nada Vidya oder Nada Upasana ist wesentliche Funktion des
Musizierens.
Sadhana dient dazu, das Ideal der Musik und die höchste spirituelle Stufe zu
erreichen, eine Bewusstseinsebene, mit dem das göttliche Wissen erfahren
werden kann.
So ist und war die indische Musik nie Unterhaltungsmusik seit ihren Anfangen
in der vedischen und vor-vedischen Zeit, 2000-1500 Jahre v. Chr. Geburt.
Die indische Klassik verhilft als Yoga Sadhana auch dem Zuhörer in seiner
spirituellen Entwicklung, vermittelt durch einen auf einer höheren
Bewusstseinsebene befindlichen Musikmaestro, als Sänger, Instrumentalist
oder Perkussionist.
Selbstverwirklichung im indischen Verständnis ist nicht gleichzusetzen mit
dem Begriff des Westens. Es ist vielmehr Selbstaufgabe des Egos, das sich
befreien und zu sich finden zum wahren Selbst und dem Erwachsenwerden
der eigenen Seele.
Das nächste Hörbeispiel mit der 3. Stufe Ga als Vadi, als Hauptnote, stellt
gewiss für jeden Musikmeister eine Herausforderung dar. Denn Ga, Gandhara
versinnbildlicht das klanglich anspruchsvolle Meckern einer wilden Bergziege
oder das Blöken eines Schafes.

3.2 3. Hörbsp. ... Vikas Gupta – Sitar (Raga Gaud Sarang)


Der Sitarmaestro Vikas Gupta hat für seine CD A Journey den energischen
Raga Gaud Sarang ausgewählt. Seine Zick-Zack-Melodie kommt dem
Meckern einer Bergziege ziemlich nahe. Traditionsgemäss wird dieser Raga
zur Nachmittagsstunde gespielt.
Dieser vollständige Raga mit allen sieben (7) Hauptnoten wird zusätzlich um
Teevra Ma ergänzt. Das in Raga Gaud Sarang abgeschwächte Ma oder
Madhyama ist die 4. Stufe, und würde in der westlichen Notation dem F
entsprechen. Teevra kann damit nur eine Erhöhung in Richtung Fis bedeuten.
Allerdings haben wir in den indischen Ragaskalen keine gewöhnlichen
Halbtonschritte, viel mehr eine Mikrotonale Struktur. Ein Ganztonabstand ist in
bis zu 4 Töne unterteilt.
Die Hauptnote Vadi liegt für Raga Gaud Sarang, wie schon dargestellt, auf der
3. Stufe Ga mit Samvadi auf der 6. Stufe, Da. Zu Dhaivata als Vadi kommen
wir in unserem letzten Hörbeispiel.
Die CD A Journey mit dem Sitarspieler Vikas Gupta wurde 2005 beim Label
SenseWorldMusik (SWM) veröffentlicht. Akram Khan begleitet auf der Tabla.
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4.1 3. Stufe Ga – 7. Stufe Ni... Gandhara / das Meckern einer einer wilden
Bergziege oder eines Schafes
Nach dem Meckern einer wilden Bergziege oder Blöken eines Schafes, das
entspricht der 3. Stufe Gha, Gandharva wollen wir noch eine Besonderheit
dieser Note kennenlernen, bevor wir zur 4. Stufe weiter emporklettern.
Wie eben gehört, existieren Ragas nicht nur mit Gha auf der 3. Stufe als Vadi,
als Hauptnote und mit der 6. Stufe Dha als Samvadi, als zweitwichtigste Note.
Wir finden in dem unermesslichen Kosmos von Ragas auch die Kombination
von 3. und 7. Stufe: Ga und Ni, Nishada.
4.2 Umkehrung: 7. Ni... Nishada / das Trompeten des indischen Elephanten.
Das mächtigste Tier Indiens wird nicht nur als Arbeits- oder Reittier
verwendet. Das Trompeten des Elefantes wird mit Ni, Nishada, der 7. Stufe
einer Ragaskale identifiziert.
Matanga, das bedeutet im Sanskrit wortgetreu „Elefant“. Bereits der indische
Weise gleichen Namens, Matanga Muni verfasste, nicht genau datiert, im 5.-7.
Jahrhundert n. Ch. Schriften zur musiktherapeutischen Wirkung von Ragas.
Noch heute finden wir diese Erkenntis in der ayurvedischen Medizin. Dazu
verweisen wir auf eine unserer früheren Sendungen „Zeitzyklus und die
ayurvedischen Prinzipien“.
Die Natur, der Mensch und die Tiere waren im musikalischen Verständnis des
antiken Indiens durch die Musik vereint. In der Weise, dass Musik die
Energiezentren positiv stimuliert.
Das Blut wird in Fluss gebracht, und die stimulierenden Energieströme wirken
ausgleichend auf die sieben (7) Hauptchakren. Der Atem wird besser
kontrolliert und reguliert, mit Stärkung der Lungen und Reinigung des Blutes.
Durch die indischen Ragas wird der Geist beruhigt, die Willenskraft gestärkt.
Kindern hilft das Musizieren von indischen Ragas, einen inneren Rhythmus zu
finden und zu lernen ihren Alltag zu strukturieren.
4.3 4. Hörbsp. ... Partho Sarothy (Raga Yaman)
Die Kombination der 3. und 7. Stufe, mit Ga als Vadi und Ni als Samvadi,
charakterisiert den Raga Yaman, einer der bedeutendesten Vertreter der
nordindischen, Hindustanimusik. Die Musikstudenten lernen ihn als einen der
ersten Ragas kennen. Die Spielzeit von Raga Yaman ist das 1. Viertel der
Nacht – pratam prahar.
Yaman o. auch Aiman hat mit unserem vorherigen Beispiel des Ragas Guad
Sarang die abgeschwächte 4. Stufe Teevra Ma gemeinsam. Die
aufsteigenden und absteigenden Skala sind vollständig, bestehen also aus 7
Hauptnoten.
Partho Sarothy ist ein Sarodspieler und Vertreter der jüngeren
Musikergeneration. Geboren 1960, stammt er aus Kolkata. Partho Sarothy
steht ganz in der Tradition der ältesten Musikschule Indiens, die bis in’s 16.
Jahrhundert zurückgeht, der Mahir-Gharana, der auch Ravi Shankar, Ali Akbar
Khan u. Smt. Annapurna Devi angehören. Sie alle wurden von der
Musikerlegende Baba Allauddin Khan ausgebildet.
Raga Yaman spielen wir mit Partho Sarothy aus der CD „Tribute to Australia“
des Labels Hindusthan aus dem Jahre 2003.
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5.1 4. Stufe Ma – 8. Stufe Sa... Madhyama / der Ruf des Fischreihers (heron) ,
gleichsam der Grundton der Natur
Nach dem letzten Beispiel zur 7. Stufe Ni, oder Nishad, mit dem das
Trompeten des Elefanten klanglich dargestellt wird, verweilen wir noch ein
wenig bei diesem majestätischen Tier.
Der Elefantengott Ganesha tauchte erstmalig im 4., 5. Jahrhundert während
der Gupta-Periode auf. Seine Herkunft lassen sich bis in die vedische und vor-
vedische Zeit zurückverfolgen.
Ganesha ist Gott der Hindernisse, sowohl in der spirituellen wie weltlichen
Ordnung. Er verspricht Wohlstand und Reichtum. Kein Geschäft in Indien wird
ohne Ehrerbietung von Ganesha angebahnt, um eventuelle Hindernisse aus
dem Weg zu räumen und erfolgreich zu meistern.
Ganesha wird auch mit dem Aum, dem göttlichen Klang identifiziert,
hierzulande oft als OM ausgesprochen. Es steht für den Ursprung des
Universums. Zu Beginn seiner Entstehung manifestierte sich das Göttliche,
das allumfassende Bewusstsein, die absolute Wirklichkeit zunächst als Klang,
als Aum. In den vedischen Schriften heisst es:
Purnamadah purnamidham purnath purnamudachyathe
Purnasya purnamadhya purnamevavashisate
AUM ist unbegrenzt, es kommt es aus dem Unendlichen.
Wird das Unendliche davon abgezogen,
bleibt wiederum das Unendliche.
So ist seine unermessliche Weite.
Wie das Universum mit seinem unsterblichen Klang verfügt auch die Natur
über eine Art Grundton. Er entspricht der 4. Stufe Ma. Mit Madhyama wird
auch der Ruf des Fischreihers assoziiert.

5.2 5. Hörbsp. ... Tejendra Darayan Majumdar (Raga Bhatiyar)


Ob die zuvor von Parto Sarothy gehörte Sarode dem Ruf des Fischreiers
entspricht, können wir nun mit einem weiteren Sarodmeister, Tejendra
Darayan Majumdar erforschen. Diesmal allerdings im schnellen Teil, dem
Ghat des Frühmorgenragas Bhatiyar, der zum Tagesanbruch gespielt wird.
Dieser antike und komplexe Raga, so wird berichtet, soll sich von dem König
Bhartrhari ableiten. Bhatiyar stellt an den Musiker in seiner Asymetrie und
Akzentuierung hohe Anforderungen.
Ursprünglich auf der Mandoline von seinem Grossvater Ranjan Majumdar
ausgebildet, wird der Sarodspieler und Musikdirektor Tejendra Majumdar den
Anforderung von Raga Bhatiyar spielend gerecht.
Die CD Twilight Melodies erschien 2006 bei Navras Records.
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6.1 5. Stufe Pa – 8. Stufe Sa... Panchama / Das Lied der indischen Nachtigall
oder des Kuckuks (Kokila)
Wir haben vom universellen, göttlichen Klang Aum gesprochen, und von dem
der Natur eigenen Grundton. Die indische Musik kann aber noch mehr. Sie
verhilft zu einem inneren, klanglosen Klang: Anahata Naada.
Ein verdienstvollster Student der Musik, ein Upasaka, verändert sich von einer
nach aussen gerichteten Musik zu einer Blickrichtung auf sein Inneres.
Zu Beginn des Musizierens mag er nur Bruchteile des göttlichen Klanges
erhaschen; in der weiteren Entwicklungsstufe wird er die Musik in ihrem
emotionalen Gehalt erfahren, das ihm dazu verhelfen mag, die eigenen
Emotionen und den Geist zu bändigen.
Hat man den Lebenszenit überschritten, wird man in der Musik eine Quelle
des Friedens und der Freude finden. Verbindet man sich durch Musik mit dem
Göttlichen, kann die eigene Seele durch die Seele der Musik die Schöpfung
des Universums erfahren. Mit den Noten der Ewigkeit wird das ganze
Universum begreifbar.
Um es weniger pathetisch auszudrücken: die indische Musik kann dazu
verhelfen, das eigene Leben, im wahrsten Sinne des Wortes, in eine
ausbalancierte Stimmung zu bringen.

6.2 6. u. 7. Hörbsp. ... Enayet Khan / Ustad Sabri Khan (Raga Multani)
Wir dürfen davon ausgehen, dass diese Entwicklung hin zu einem
vollkommenen Musiker der Surbaharspieler Enayet Khan mit Bravour
durschritten hatet. Dieser Ausnahmemusiker lebte von 1895-1938. Bereits
sein Vate Imdad Khan auf der Sitar war einer der ersten Musiker Indiens
überhaupt, der zwischen 1905 und 1910 ein Set von neun (9) Musikstücken
aufgenommen hatte. Von seinem Sohn Enayet Khan auf der Surbahar, der
Bass-Sitar gibt’s dagegen nur sehr wenige Aufnahmen. Ich möchte Ihnen
darum den kurzen Höreindruck von Raga Multani mit Enayet Khan nicht
vorenthalten, die Aufnahme ist nicht näher datiert. Für die Tonqualität werden
Sie sicherlich Verständnis haben.
Den Raga Multani spielt man zur Abenddämmerung, mit Pa auf der 5. Stufe
als Vadi und dem um eine Oktave höher liegendem Sa auf der 8. Stufe als
Samvadi. Raga Multani bildet das Lied der indischen Nachtigall oder des
Kukucks ab.
Als Vergleich zu dem Spiel von Enayet Khan wird im direkten Anschluss Sabri
Khan auf der indischen Fiddel nochmals Raga Multani interpretieren. (Anm.:
Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1991.) Sabri Khan ist ein Sarangispieler
aus dem Uttar Pradesh, einer nördlichen Provinz Indiens, angrenzend zu
Nepal.
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7.1 6. Stufe Dha – 9. Stufe Re... Dhaivata / Das Wiehern des Pferdes oder das
Quaken des Frosches in der Regensaison, dem indischen Monsoon
Bevor wir uns zum Abschluss der Sendung der 6. Stufe Dha, Dhaivata
widmen, möchte ich zur Wahrung der Objektivität kurz in Erinnerung rufen,
dass wir uns mit der Abbildung von Tierstimmen und Vogelgesängen in den
indischen Ragaskalen mit einem hinduistischen Mythos befassen.
Gewiss aber ist, dass sich die karnatische Musik, die südindische Klassik,
entsprechend der kulturgeschichtlichen Entwicklung Südindiens mit einem
eigenständigen, sehr durchdachten Musiksystem ausprägte, dem Melakarta-
System und damit seine Vollständigkeit erhalten konnte.
Dagegen waren die Ragas der nordindischen Klassik, der Hindustani-Musik
über viele Jahrhunderte dem Einfluss aus nördlichen Grenzgebieten
ausgesetzt. Es waren vor allem arabische, persische Zivilisationen und
Zentralasien bis zur Islamisierung im 16. Jahrhundert unter der
Moghulherrschaft.
Ungeachtet dieser Realität, basieren Mythen immer auch auf konkreten,
geschichtlichen Fakten und praktischen Erwägungen.
Trotz aller Mythen, Frösche und Monsoonzeit sind in Indien untrennbar
miteinander verknüpft. Mit dem letzten Hörbeispiel, einem Raga mit Hauptton
auf der 6. Stufe Dha, Dhaivata, können wir uns das Quaken des Frosches in
der Regensaison, dem indischen Monsoon oder das Wiehern des Pferdes
vorstellen.

7.2 8. Hörbsp. ... Ustadt Abdul Halim Jaffer Khan (Raga Tilak Kamod)
Dha haben wir bereits als Umkehrung in unserem Hörbeispiel des Ragas
Gaud Sarang von Vikas Gupta auf der Sarod kennengelernt, mit Ga auf der
Dritten und Dha auf der sechsten Stufe als Samvadi.
Nun wird Dha auf der 3. Stufe die Funktion von Vadi als Hauptnote
übernehmen, in dem Raga Tilak Kamod... und hierbei von Re, als
zweitwichtigste Note, als Samvadi in der höher liegenden Oktave auf der 9.
Stufe ergänzt.
Der vergnügliche Raga Tilak Kamod wird in der zweiten Hälfte der Nacht
gespielt.
Der grossartige Sitarmaestro Ustad Abdul Halim Jaffer Khan, seit frühester
Kindheit hinter der Sitar auf der Bühne, wurde 1929 geboren. Noch heute
unterrichtet er und gibt Konzerte mit beeindruckender Virtuosität. Von Abdul
Halim Jaffer Khan existieren eine Vielzahl von Aufnahmen und Filmmusiken,
die bereits seit den 70er Jahren mit einer Vielzahl von Auszeichnungen
gewürdigt werden.
Die CD-Produktion „70th Birthday Release“ mit dem Raga Tilak Kamod ist bei
Navras Record erschienen.
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8.1 Verabschiedung...
Dies war unsere Sendung „IMC – India meets Classic“ mit dem Thema:
„Indian Swara-s – die indischen Noten & Mutter Natur“.
Die Interpreten auf der Sitar, dem Santoor, der Sarod und Sarangi, der
Surbahar und Rudra-Veena waren Satish Vyas, Asad Ali Khan, Vikas Gupta,
Partho Sarothy, Tejendra Narayan Majumdar, Sabri Khan und Abdul Halim
Jaffer Khan.
Vielen Dank fürs Zuhören.
Am Mikrophon verabschiedet sich Lothar J.R. Maier. - Und vielleicht bis zum
nächsten Mal. – Namaste.

8.2 Abspann...

Hinweise zu kommenden Sendeterminen entnehmen Sie dem Internetangebot Ihres


Radiosenders.

- Oder besuchen direkt die Website von IMC - India meets Classic:

www.imcradio.net
(Englisch: uu-uu-uu_dot_aiemciereidio_dot_net)
imcradio.net
(Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net)
...
Sie hörten die Sendung "IMC - India meets Classic" mit der Reihe "Raga CDs des
Monats".

imcradio.net
(Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net).

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I m p r e s s u m ...

Kontakt:
IMC “On Air” ...

eMail: info@imcradio.net
Internet: http://www.imcradio.net

Projektbüro “Sinn-Macher.net”
c/o Lothar J.R. Maier (verantwortl. Redakteur i.S.d.P.)
Sootboern 7
D-22453 Hamburg
Tel.: +49-(0)40- 41431-2872 (Intern.: -2892)
Mobil: +49-(0)170- 882 81 76
Fax2eMail: +49-(0)180.5-999986-58919* (UMS)
email: info@sinn-macher.net
Internet: http://www.sinn-macher.net

*) 12 cent aus dem Netz der Dt. Telekom.

IMC-Kontaktdaten ...

Förderinitiative IMC - India meets Classic (c/o EUFLETZ Stiftung i.G.)


Tel.: +49-(0)40- 41431-2034 (Intern.: -2053)
eMail: info@eufletz-stiftung.de | contact@india-meets-classic.net
Internet: http://www.eufletz-stiftung.de | http://musictherapy.india-meets-classic.net

Authoren:
Lothar J.R. Maier (Endfassung)

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