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IMC OnAir ...

Broadcasting show No. 55


– 19st January 2010 ( )
radio station: TideRadio 96.0 ( )

Raga CDs des Monats:

„Mangala Snaanam – Mangala Isai


Heiliges Bad – Heilige Musik.“
- Moderationstext / DOKU v. 16.01.2010-1 -

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© 01/2010 – Verbundkonzept EUFLETZ (Stiftung i.G.) – Teilprojekt IMC – India meets Classic (Lothar J.R. Maier)
Hintergrund ...
IMC OnAir gliedert sich als Radiosendung (Kabel/Antenne + Internetstream/PodCast)
historisch u. hierarchisch in folgenden Aufbau. Die Struktur soll als konzeptionelle
Markenarchitektur für alle sozialen Projekte von IMC verstanden werden.
Projektbüro „Sinn-Macher.net“ – personalisierte Marke des
Ideengebers und Initiators Lothar J.R. Maier mit
Erstkonzeptionierung in 04/2003.
Die Inhalte dieser auf „Sinn“ fokussierten Website (www.sinn-
macher.net) befasst sich mit nahezu allen Aspekten rund um die
Begrifflichkeit “Sinn” – Und reflektiert das lebensphilosophische
Verständnis, aus dem alle Teilprojekte wie IMC (www.india-
meets-classic.net) entwickelt werden.
Die Teilprojekte von IMC sind Bestandteile des
Gesamtkonzeptes der EUFLEHTZ Stiftung i.G. (Europäisches
Forschungs-, Lehr-/Lern- u. Therapiezentrum für Life-Sciences)
– www.eufletz-stiftung.de .
IMC wurde gegründet zur Realisierung von
musiktherapeutischen Angeboten auf der Basis indisch
klassischer Musik, als Ergänzung zu dem segeltherapeutischen
Konzept „3iE“.
Unter IMC – India meets Classic subsumieren sich alle IMC-
Teilsegmente. Das Logo darf als Dachmarke aller Teilleistungen
und Sub-Brands verstanden werden.
„IMC OnAir“ steht für die Broadcasting-Plattform von IMC via
Radio (www.imcradio.net) und konvergenter Medien, wie das
PodCasting (RSS Feeds – Push-&Pull-Technologie) oder
PhoneCasting.

IMC-Förderinitiative „TablaPerformance – TablaGroup


Hamburg“, das erste der Öffentlichkeit vorgestellte Teilprojekt ...
unter der Themenüberschrift „Heimat – Individuum &
Gesellschaft“ wurde als Weltpremiere beim Festival der Kulturen
2005 das Textrezitativ (Deutschfassung) des englischen
Originalwerkes „Creative Unity“ (1922) von Rabindranath Tagore
interpretiert, Indien’s grösster Philosoph und erster
Nobelpreisträger für Literatur.
Culturebridge „Water is Life – Living with Water“ wurde im
Rahmen des Förderwettbewerbes der FHH in 4/2005 als
Konzept vorgestellt. Es legt den Focus auf Live-Performances
(„night of ragas“) u. Nachwuchsförderung (Schüleraustausch-
programm) mit dem Ziel des interkultureller Dialoges, für einen
KnowHow-Transfer von Indien nach Deutschland.
IMC – India meets Classic verfügt in seinem Gesamtansatz über
ein Konzept für musikpädagogische Arbeit an Schulen als
kleinere Teilleistung (6-wöchiger Workshop).
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(DOKU - Sendemoderation / 16012010-1)

Raga CDs des Monats:

Mangala Snaanam – Mangala Isai | Heiliges Bad – Heilige Musik....


Keine Indische Hochzeit ohne das Nadhaswaram.
Erstausstrahlung: 19.01.2010 (21:00-21:58 Uhr)
Wiederholungstermin: ---

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[0.] Jingle (Intro)

IMC - India meets Classic ... eine Sendung für indisch klassische Musik.

IMC bietet Ihnen ein monatliches Hör- und Leseangebot mit Werken indischer
Musikmeister, Raga-CDs, Festivalreports und Special Features.

Über die Website Ihres Radiosenders oder mit einem Besuch bei IMC im Internet
finden Sie in deutscher und englischer Sprache weitere Infos zu den
Musikmeistern, zu indischen Instrumenten, dem Musiksystem Indiens und
vorgestellten CD-Titeln.

IMC - India meets Classic wird auch im Podcasting-Verfahren, im MPEG-Format


als Download angeboten. Stellen Sie sich Ihr ganz individuelles Radioprogramm
zur indisch klassischen Musik zusammen unter:

www.imcradio.net
(Englisch: uu-uu-uu_dot_aiemciereidio_dot_net)
imcradio.net
(Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net)

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1.1 Begrüssung...

Sehr verehrte Zuhörerinnen und Zuhörer,


liebe Freunde der indisch-klassischen Musik!
Am Mikrophon begrüsst Sie Lothar Maier, mit einer neuen Sendung zur
indischen Musikkultur. IMC – India meets Classic präsentiert Ihnen
heute „Mangala Snaanam – Mangala Isai | Heiliges Bad – Heilige
Musik... keine Indische Hochzeit ohne das Nadhaswaram“.
Wie in all unseren Sendungen „Raga CDs des Monats“ hören Sie
Beispiele original indisch-klassischer Musik. – Beachten Sie auch die
Hinweise zu unserem Hörertelefon und Internetangebot im weiteren
Verlauf der Sendung.
_____________________

2.1 Einführung/Wortbegriff...
Unter den indischen Instrumenten treffen wir auf das Nadhaswaram. Es
ist weltweit das lauteste, nicht metallene akkustische Instrument,
vergleichbar mit der Lautstärke einer Trompete. Dieses Blasinstrument
wird in Südindien gespielt. Die viel kleinere Ausführung Mukhavina (10
cm) wird für die Volksmusik verwendet.
Das Nadhaswaram oder auch Nagaswaram gilt in Indien als ein
glückverheissendes Blasinstrument – Mangala vadya (wind instrument).
Im Duett werden die Nadhaswaramspieler meist von ein oder zwei
Perkussionisten auf der Fasstrommel, der Thavil begleitet.
Thavil und Nadaswaram sind wesentlicher Bestandteil der traditionellen
Feste und Zeremonien in Südindien. Mit seiner beeindruckenden
Lautstärke spielt man das Nadaswaram meist im Freien. Es ist weniger
für geschlossene Räume oder Konzertsääle geeignet.
In der nordindischen Klassik, der Hindustani-Musik treffen wir auf einen
Verwandten des Nadhaswaram, die Shehnai. Sie ist in ihrer Bauart
kleiner als das Nadhaswaram. Ihren unverkennbar näselnden Klang
haben wir mit dem führenden Meister dieses Instruments, Bismillah
Khan in unseren früheren Sendungen schon des öfteren vorgestellt.

2.2 1. Hörbeispiel... Namagiripettai Krishnan / Bhayavami (Ragamalika)


Der Nadhaswaram-Virtuose Namagiripettai Krishnan spielt uns nun
Bhayavami, in der südindischen Kompositionsform Ragamalika. Die
Ragamalika-s setzen sich aus verschiedenen Ragas zusammen.
Namagiripettai Krishnan ist bekannt für sein melodiöses Spiel.
Die CD „Nadhaswaram“ ist bei EMI Music India erschienen...
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3.1 Bauart/Typisierung...
Das Nadaswaram gehört zu der Gruppe der Ärophone und besteht in
einer Länge von 2 – 2 ½ Fuss, mit bis zu 95 Zentimetern (37 inches)
Gesamtlänge aus drei Teilen. Sie werden Kuyhal, Thimiru und Anasu
genannt.
Der Corpus des Nadaswarams wird aus dem Baum der Einheit, aacha
gefertigt. Es ist schwarzes Ebenholz, das konisch aufgebohrt sich
kontinuierlich bis zum Ende erweitert. Der Kopfteil des Nadhaswaram
ist mit einer metallenen Klammer versehen (Mel Anaichu), in die ein
kleiner metallischer Zylinder (Kendai) geklemmt wird. Dieser Zylinder
trägt das Mundstück, das aus einem Rohrblatt (sevali) angefertigt ist.
Eine Nadel aus Elfenbein oder Horn sorgt dafür, dass das Mundstück
von Speichel gesäubert bleibt und die Atemluft ungehindert strömen
kann. Eine metallene Glocke dekoriert das Instrument an seinem
Rohrende.
Für die Tongebung besitzt das Nadaswaram sieben (7) Löcher und hat
wie eine Flöte einen Tonumfang von 2 ½ Oktaven. Auch die
Spieltechnik mit Anordnung der Finger ist ähnlich der auf einer Flöte.
Während ein Flötenspieler die Viertel- und Halbtöne durch das Öffnen
und Schliessen der Löcher erzeugt, generiert man diese Töne auf dem
Nadaswaram durch den Druck und die Stärke des Luftstromes
(tuttukaram-s). Die Zunge spielt dabei eine besondere Rolle, um den
emotionalen Ausdruck der Lyrik (sahitya nubhava) zu gestalten.
Für das Erlernen dieser Technik ist es unablässlich, dass der Musiker
zunächst im indischen Gesang ausgebildet wird, insbesondere für die
Darbietung der Kriti-s des südindischen Komponisten Muthuswami
Dikshitar. Wir verweisen dazu auf eine unserer früheren Sendungen
„Nava Grahas – Ragas für 9 Planeten“.
Die besondere Bauweise des Nadaswaram ermöglicht auch ein Spiel
mit Zirkularatmung.

3.2 2. u. 3. Hörbsp.: TN Rajarathnam Pillai: Thodi (vocal) / RaviChandrika


Ein seltenes Tondokument, das um 1950 datiert ist, beweist uns im
Folgenden die Gesangsfähigkeiten der Nadhaswaram-Spieler. Es ist
kein geringerer als TN Rajarathnam Pillai mit dem Morgenraga Thodi.
Pillai lebte von 1898 bis 1956.
Im Anschluss an Raga Thodi hören wir T.N. Rajarathnam Pillai mit der
42. Tyagaraja-Komposition Niravadhi Sukhada, die bis heute unter den
Künstlern sehr beliebt ist. Die Ragaform ist RaviChandrika,
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4.1 Geschichte/Herkunft...
Eine bedeutende Rolle für die Herkunft des Nadhaswaram spielt die
Kreisstadt Tiruvarur im südindischen Bundesstaat Tamil-Nadu. Sie liegt
etwas 290 Km von der Landeshauptstadt Chennai entfernt.
Über viele Jahrhunderte war der Tiruvarurdistrict ein kulturelles
Zentrum. Die antike Stadt Tiruvarur ist berühmt für den Sri Tyagaraja
Temple. Appar Adigal, der Heilige der hinduistischen Sekte des
Shaivismus bezeichnete diesen Tempel als die Wohnstätte von Gott
Shiva in seiner formlosen wie auch formgebenden Gestalt.
Jedes Jahr im April wird in Tiruvarur ein grosses Tempelfestival
gefeiert, in dem die berühmten Tempelwagen durch die Straßen
paradieren. Tiruvarur ist auch als Geburtsort von Tyagaraja,
Muthuswami Dikshitar und Syama Sastri bekannt. Sie sind als das
Dreigestirn der südindischen Klassik die herausragenden Komponisten
der karnatischen Musik.
Von Anbeginn der Tempelzeremonien in Tiruvarur, seit der
Fertigstellung des Tempels durch Viswakarma um 1030 spielten die
Nainar Aidiyar, die Musiker auf dem Nadhaswaram. Zu ihnen gehörten
im Besonderen die erste Generation wie Thanjan, Kamaleswaran,
Saminatha Iyah, Kamala Thyagesan und Somasekaran.
So uns die Geschichtsschreibung überliefert, soll Rajendara Chola I.,
ein König aus der Chola-Dynastie, die weite Teile Südindiens vom 3.
Jahrhundert vor Christi-Geburt bis zum 12. Jahrhundert regierte, nach
dem Spiel von Thanjai die Stadt Punnai nach ihm umbenannt haben.
Die Stadt Thanjai ist heute als Tanjavur bekannt.
Ebenfalls aus Tiruvarur stammt die Tradition, dass zwei Nadaswarm-
Spieler von zwei Perkussionisten auf der Thavil begleitet werden. Diese
Fasstrommel wird beidhändig gespielt, in der linken Hand mit einem
kurzen, dicken Holzstock und die rechte Hand mit Fingerkappen aus
gehärtetem Brotmehl.

4.2 4. Hörbsp. Sheik Meheboob Subhani&Kaleeshabi Meheboob (marriage song)


Ein herausragendes Beipiel eines Nadhaswaram-Duos sind Kaleeshabi
Mahaboob und Sheik Mahaboob Subhan. Das Musikerpaar stammt aus
Srirangam im südindischen Bundesstaat Tamil-Nadu. Beide waren
Schüler des Nadhaswaram-Maestros Dr. Sheik Chinna Moulana und
stammen selbst aus einer Familie von Nadhaswaram-Spielern in der
8ten Generation. Subhani und Kaleeshabi sind Vertreter des s.g. Bari
Nadhaswaram, dem Spiel auf einer 1 1/2er Skala.
Aus der CD “Subha Mohoortham – Marriage Songs on Nadhaswaram”
hören wir “Seeta Kalyanam”. Die Aufnahme wurde von Shympnony
Records im Jahre 1997 veröffentlicht.
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Das indische Filmmusical aus dem Jahre 1976 des Filmdirektors Babu
trägt den gleichlautenden Namen des nun folgenden Stücks. In „Seeta
Kalyanam“ oder „Die Hochzeit von Seeta“ nach einer Vorlage von
Venkata Ramana Mullapoodi stellt die Hindu-Philosophie über das
Leben, den Kampf, die Wiedergeburt und den Tod ins Zentrum des
Geschehens. Das Musical handelt von den Gottheiten Sita und Rama
und ihre gemeinsame Zeit auf der Erde in der reinkarnierten Form als
Menschengestalten.
...

5.1 Ragas... Einfluss u. Bedeutung für die indische Klassik


Das Spiel in den Tempelzeremonien auf einer 4 ½-Skala wird Thimiri
Nadhaswaram genannt. Es wurde von Adi Sankara entwickelt... im
Gegensatz zu Bari Nadhaswaram, das Spiel auf einer 1 ½-er Skala, wie
wir es soeben von dem Duo Kaleeshabi Mahaboob und Sheik
Mahaboob Subhani hörten.
Das Nadhaswaram kommt wie kaum ein anderes Instrument in der
indischen Klassik der menschlichen Stimme am Nächsten. Während
alle anderen Instrumente wie die Sitar, Sarod, der Santoor oder die
Sarangi zur Imitation der menschlichen Stimme dienen, haben sich eine
Vielzahl der herausragenden Vokalisten an dem Klangbild des
Nadhaswaram orientiert.
Es ist daher nicht verwunderlich, dass man im Spiel auf dem
Nadaswaram der melodischen Improvisation eines Ragas, Alapana
besondere Aufmerksamkeit schenkt.
Südindien (Carnatic)...
In Südindien geht die Spieltradition Mallari auf die Tempelriten zurück.
Während der Prozessionen, in denen die Statuen der Gottheiten durch
die Straßen ziehen, werden in einem festgelegten Ablauf an
unterschiedlichen Ort für ca. 30 Minuten in 3-4 Wiederholungen
rhythmische Kompositionen mit einem Raga gespielt, ursprünglich der
Raga Gambheeranadai.
Vor ca. 165 Jahren wurde von Subbarama Dikshithar, dem Großenkel
von Ramaswamy Dikshithar - Vater des berühmten südindischen
Komponisten Muthuswami Dikshitar - das Buch „Sangita Sambradaya
Pradarshini“ verfasst. Dieses Werk beschreibt ausführlich die
Spielabfolge für die Prozessionen...
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In der Sannathi Straße von Tiruvarur ist es der Raga Mohanam, in der
Ost-Straße Hindola Vsantha, an der Ecke der Südstraße Kambhodi.
Naada Namakriya wird in Kannadiga Mutt und der Raga Panthuvarali in
Rajan Kattalai gespielt. Bewegt sich die Prozession hin zur Weststraße,
folgen die Ragas Dhanyasi und Punnakavarali. Der Kreis schliesst sich
am Ende der Nordstraße mit den Ragas Asabhairavi und Kambhodi.
Nordindien (Hindustani)...
Im Sangita Sambradaya Pradarshini, dem Buch von Subbarama
Dikshitar finden auch die Ragas aus Nordindien Verwendung, wie der
5-Ton-Raga Desh, der antike Raga Yaman Kalyani persischen
Ursprungs oder der für Bahajans, Lieder der leichten indischen Klassik
beliebte Raga Sindhu Bhairavi. Es synchronisieren sich auf wunderbare
Weise das Nadhaswaram Südindiens mit seinem Verwandten des
Nordens, der Shenhai.

5.2 5. u. 6. Hörbsp. ... Dr. Sheik Chinna Moulana / Mambalam MKS Shiva
Kein geringerer als der Lehrmeister unseres zuvorgehörten Duos -
Sheik Meheboob Subhani&Kaleeshabi Meheboob – könnte uns die
Verbindung der südindischen mit der nordindischen Klassik auf dem
Nadhaswaram zu Gehör bringen. Es ist Dr. Sheik Chinna Moulana
Sahib. Dieser Musiker lebte von 1924 bis 1999. Nach seiner
Grundausbildung durch den Vater Kasim Sahib wurde Chinna Moulana
in den Tanjore-Stile durch die Nachiarkoil-Brüder Rajan und Dorai
Kannu ausgebildet. Erst im Alter von 36 Jahren, 1960, gab Chinna
Moulana sein erstes Konzert. Er konnte sich aber sehr schnell beim
Publikum etablieren.
Aus der CD „Nadhaswaram – Vol. 1“ hören wir Sheik Chinna Moulana
mit „Hacherika“ in der nord-/südindischen Ragaform Yadukula
Kambhoji, in dem Taala Jampa, ein 10er-Beat.
Im direkten Anschluss präsentiert uns Mambalam M.K.S. Shiva als ein
Vertreter der jüngeren Nadaswaram-Generation den Raga Yaman
Kalyan, in der Taala-Form Misra Chapu, ein Rhythmuszirkel mit 14
Schlägen. Im Raga Yaman Kalyan werden ausser der 4. Stufe Ma alle
weiteren sechs (6) Hauptnoten gespielt.
Krishna Nee Begane mit Mambalam M.K.S. Shiva findet sich auf der
CD „Golden Melodies of Nadaswaram“...
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6.1 Indische Hochzeit...


Die Musik hat in den hinduistischen Tempeln und auch weiteren
Lebensbereichen der Inder grosse Bedeutung. Ein ganzes Potpourrie
indischer Musik, von der traditionellen Form, Volksmusik bis zu
zeitgenössischen Stilrichtungen finden wir auf einer indischen Hochzeit.
Anders als in unserer westlichen, meist christilichen Kultur, sind
indische Hochzeiten bis heute weit aus mehr ritualisiert. Mehr als 60%
aller Inder, die den Bund für’s Leben schliessen, sind mit der
„arrangierten Heirat“ einverstanden, im Gegensatz zu der noch sehr
geringen, meist in den städtischen Gebieten anzutreffenden
Liebesheirat.
Dieses bedeutsame Ereignis für Braut und Bräutigam und ihre Familien
erstreckt sich in der hinduistischen Form über ganze vier bis fünf Tage.
In der Regel beginnen die Planungen mit dem Engagement eines
Hochzeitsplaners im Dezember oder Januar. Die Befragung eines
Astrologen für den günstigsten Hochzeitstermin darf dabei nicht fehlen.
Die Musik hat in einem indischen Hochzeitsfest auch eine etwas andere
Funktion. Sie nimmt als Sprache des Herzens den Platz ein, das Nicht-
aussprechbare auszudrücken, unter der Vielfalt der Emotionen, die ein
solches Hochzeitsereignis hervorbringt: Freude, Vergnügen und auch
Schmerz. Musik quasi als Rettungsanker des Nicht-Kommunizierbaren.
Ein Abend widmet sich besonders dem Gesang, die Sangeet-
Zeremonie, die darauffolgende Mendi-Zermonie segnet das Brautpaar
und bittet für beide um Wohlstand... und verschiedene Hochzeitslieder
werden von einer Musikkapelle gespielt. Auch DJs unterhalten die
Gäste mit der Möglichkeit zum ausgelassenen Tanz. Die
abschliessende Vidaai-Zeremonie mit dafür eigenen Liedern
beschreibt die Trennung der Braut von ihrer Familie. Gleichzeitig soll
ein Arrangement von Musik durch die Familie des Bräutigams die
Angetraute im neuen Heim Ihres Gatten willkommen heissen.
Die Rituale einer indischen Hochzeit unterscheiden sich nach den
jeweiligen Regionen Indiens. Neben der hinduistischen Zeremonie
haben sich im Punjab, dem Grenzgebiet zwischen Nordindiens und
Pakistan und im südindischen Bundesstaat Tamil-Nadu besondere
Bräuche entwickelt.
In einer tamilischen Hochzeit nehmen in der Morgendämmerung des
Hochzeitstages die Braut und der Bräutigam eine rituelle Waschung
vor. Das heilige Bad, Mangala Snaanam und die heilige Musik Mangala
Isai sind wesentlicher Bestandteil dieses bedeutenden Tages.

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6.2 7. Hörbeispiel... Kalyanasundaram (Tillana – Bharata Natyam)


Die CD „Mangala Isai“ wurde 2007 von dem Nadhaswaramspieler
Kalyanasundaram veröffentlicht. Neben Tyagaraja-Kompositionen
finden wir darauf einen Tillana. Es ist eine Kompositionsform, die wir
auch im südindischen Tanz Bharata Natyam antreffen.
In einer reinen Tanzform werden mit dem Tillana zu unterschiedlichen
Rhythmen eine Vielfalt von Bewegungen mit höchster geometrischer
Präsision in der Fussarbeit und in Handbewegungen präsentiert.
...

7.1 Zukunft des Instruments...


Im antiken Indien und weiten Regionen Südasiens traf man die
Nadhaswaram-Spieler in den Hindu-Tempeln an. Man machte dafür
sogar die Ausnahme, Musikern aus niederen Kasten den Zugang zu
den heiligen Stätten zu gewähren.
Heute nimmt die Zahl der Festanstellungen von Berufsmusikern in den
indischen Tempeln aus Kostengründen ab. Um die Zukunft dieses
besondere Instrumentes, das Glückseligkeit verspricht - Mangala vadya
(wind instrument) – brauchen wir uns aber nicht wirklich bangen.
Denn gerade der musikalische Nachwuchs findet über die Musik auf
dem Nadhaswaram Zugang zur indischen Klassik und Ragas. Jedes
Jahr werden am 15. August für das Arunagirinathar-Festival in
Tiruvannamalai 100 Nadhaswaram- und Tavilspieler eingeladen.
Besonders in den kleineren Dörfern findet man noch talentierte, gut
ausgebildete Musiker im Gurukulam-System, dem traditionellen
Musikstudium in einer engen Lehrer-Schüler-Beziehung.
Eine Vielzahl von Neuveröffentlichungen auf CDs, Auftritte im indischen
Fernsehen oder Konzerte wie mit dem anfangs gehörten Nadaswaram-
Maestro Sri T.N. Rajaratnam Pillai am 31. Dezember 1953 zur Madras
Music Conference oder am 15. Dezember 2009 mit Mambalam M.K.S.
Siva als Auftakt der 83. Konferenz der Music Academy Madras machen
deutlich, dass man sich in Indien der Geschichte und Herkunft des
Nadhaswarams in den letzten Jahrzehnten durchgängig bewusst war
und ist.

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7.2 8. Hörbeispiel... Mambalam M.K.S. Siva – Raga Desh


Mambalam M.K.S. Siva beschliesst auch unsere Sendung mit dem
Abendraga Desh. Seine Spielzeit im Zeitzyklus der Ragas ist von 20:00
bis 22:00 Uhr. Auch diese Aufnahme findet sich auf der CD „Golden
Melodies of Nadaswaram“.
...

8.1 Verabschiedung...
Dies war unsere Sendung „IMC – India meets Classic“ mit dem Thema:
„Mangala Snaanam – Mangala Isai | Heiliges Bad – Heilige Musik...
keine indische Hochzeit ohne das Nadhaswaram“.
Es spielten Namagiripettai Krishnan, T.N. Rajarathnam Pillai, Sheik
Meheboob Subhani & Kaleeshabi Meheboob, Dr. Sheik Chinna
Moulana Sahib, Mambalam M.K.S. Siva und Kalyanasundaram.
Vielen Dank fürs Zuhören.
Am Mikrophon verabschiedet sich Lothar J.R. Maier. - Und vielleicht bis
zum nächsten Mal. – Namaste.

8.2 Abspann...

Hinweise zu kommenden Sendeterminen entnehmen Sie dem Internetangebot Ihres


Radiosenders.

- Oder besuchen direkt die Website von IMC - India meets Classic:

www.imcradio.net
(Englisch: uu-uu-uu_dot_aiemciereidio_dot_net)
imcradio.net
(Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net)
...
Sie hörten die Sendung "IMC - India meets Classic" mit der Reihe "Raga CDs des
Monats".

imcradio.net
(Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net).

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I m p r e s s u m ...

Kontakt:
IMC “On Air” ...

eMail: info@imcradio.net
Internet: http://www.imcradio.net

Projektbüro “Sinn-Macher.net”
c/o Lothar J.R. Maier (verantwortl. Redakteur i.S.d.P.)
Sootboern 7
D-22453 Hamburg
Tel.: +49-(0)40- 41431-2872 (Intern.: -2892)
Mobil: +49-(0)170- 882 81 76
Fax2eMail: +49-(0)180.5-999986-58919* (UMS)
email: info@sinn-macher.net
Internet: http://www.sinn-macher.net

*) 12 cent aus dem Netz der Dt. Telekom.

IMC-Kontaktdaten ...

Förderinitiative IMC - India meets Classic (c/o EUFLETZ Stiftung i.G.)


Tel.: +49-(0)40- 41431-2034 (Intern.: -2053)
eMail: info@eufletz-stiftung.de | contact@india-meets-classic.net
Internet: http://www.eufletz-stiftung.de | http://musictherapy.india-meets-classic.net

Authoren:
Lothar J.R. Maier (Endfassung)

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