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IMC OnAir ...

Broadcasting show No. 51


– 19th October 2009 (Monday - 10:00-10:58 p.m.)
radio station: TideRadio 96.0 (www.tidenet.de)

Raga CDs des Monats:


„Jugalbandi – Twins and Syblings
- das Duett in der indischen Klassik”
(Moderationstext / DOKU v. 19.10.2009-2)

! seit 1.8.2007 gibt’s IMC OnAir als echtes Internetradio !


LiveStream  http://radiostream.india-meets-classic.net

© 10/2009 – Verbundkonzept EUFLETZ (Stiftung i.G.) – Teilprojekt IMC – India meets Classic (Lothar J.R. Maier)
Hintergrund ...
IMC OnAir gliedert sich als Radiosendung (Kabel/Antenne + Internetstream/PodCast)
historisch u. hierarchisch in folgenden Aufbau. Die Struktur soll als konzeptionelle
Markenarchitektur für alle sozialen Projekte von IMC verstanden werden.
Projektbüro „Sinn-Macher.net“ – personalisierte Marke des
Ideengebers und Initiators Lothar J.R. Maier mit
Erstkonzeptionierung in 04/2003.
Die Inhalte dieser auf „Sinn“ fokussierten Website (www.sinn-
macher.net) befasst sich mit nahezu allen Aspekten rund um die
Begrifflichkeit “Sinn” (z.Z. ca. 70 Webpages). – Und reflektiert
das lebensphilosophische Verständnis, aus dem alle
Teilprojekte wie IMC entwickelt werden.
Die Teilprojekte von IMC sind Bestandteile des
Gesamtkonzeptes der EUFLEHTZ Stiftung i.G. (Europäisches
Forschungs-, Lehr-/Lern- u. Therapiezentrum für Life-Sciences)
– www.eufletz-stiftung.de .
IMC wurde gegründet zur Realisierung von
musiktherapeutischen Angeboten auf der Basis indisch
klassischer Musik (www.india-meets-classic.net), als Ergänzung
zu dem segeltherapeutischen Konzept „3iE“.
Unter IMC – India meets Classic subsumieren sich alle IMC-
Teilsegmente. Das Logo darf als Dachmarke aller Teilleistungen
und Sub-Brands verstanden werden.
„IMC OnAir“ steht für die Broadcasting-Plattform von IMC via
Radio (www.imcradio.net) und konvergenter Medien, wie das
PodCasting (RSS Feeds – Push-&Pull-Technologie) oder
PhoneCasting.

IMC-Förderinitiative „TablaPerformance – TablaGroup


Hamburg“, das erste der Öffentlichkeit vorgestellte Teilprojekt ...
unter der Themenüberschrift „Heimat – Individuum &
Gesellschaft“ wurde als Weltpremiere beim Festival der Kulturen
2005 das Textrezitativ (Deutschfassung) des englischen
Originalwerkes „Creative Unity“ (1922) von Rabindranath Tagore
interpretiert, Indien’s grösster Philosoph und erster
Nobelpreisträger für Literatur.
Culturebridge „Water is Life – Living with Water“ wurde im
Rahmen des Förderwettbewerbes der FHH in 4/2005 als
Konzept vorgestellt. Es legt den Focus auf Live-Performances
(„night of ragas“) u. Nachwuchsförderung (Schüleraustausch-
programm) mit dem Ziel des interkultureller Dialoges, für einen
KnowHow-Transfer von Indien nach Deutschland.
IMC – India meets Classic verfügt in seinem Gesamtansatz über
ein Konzept für musikpädagogische Arbeit an Schulen als
kleinere Teilleistung (6-wöchiger Workshop).
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(DOKU - Sendemoderation / 19-10-2009-2)

Raga CDs des Monats:

Jugalbandi – Twins & Syblings


das Duett in der indischen Klassik.

Erstausstrahlung: 19.10.2009 (22:00-22:58 Uhr)


Wiederholungstermin: 20.07.2010 (21:00-21:58 Uhr)

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IMC OnAir/Raga CDs des Monats: JUGALBANDI... - 19.10.09 (22:00-22:58 / Sendeplatz: www.tidenet.de)

[0.] Jingle (Intro)

IMC - India meets Classic ... eine Sendung für indisch klassische Musik.

IMC bietet Ihnen ein monatliches Hör- und Leseangebot mit Werken indischer
Musikmeister, Raga-CDs, Festivalreports und Special Features.

Über die Website Ihres Radiosenders oder mit einem Besuch bei IMC im Internet
finden Sie in deutscher und englischer Sprache weitere Infos zu den
Musikmeistern, zu indischen Instrumenten, dem Musiksystem Indiens und
vorgestellten CD-Titeln.

IMC - India meets Classic wird auch im Podcasting-Verfahren, im MPEG-Format


als Download angeboten. Stellen Sie sich Ihr ganz individuelles Radioprogramm
zur indisch klassischen Musik zusammen unter:

www.imcradio.net
(Englisch: uu-uu-uu_dot_aiemciereidio_dot_net)
imcradio.net
(Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net)

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1. Begrüssung...

Sehr verehrte Zuhörerinnen und Zuhörer;


liebe Freunde der indisch-klassischen Musik!
Am Mikrophon begrüsst Sie Lothar J.R. Maier, mit einer neuen
Sendung zur indischen Musikkultur. IMC – India meets Classic
präsentiert Ihnen heute das Thema: „Jugalbandi – Das Duett in der
indischen Klassik“.
Wie in all unseren Sendungen „Raga CDs des Monats“, hören Sie
Beispiele original indisch-klassischer Musik. – Beachten Sie auch die
Hinweise zu unserem Hörertelefon und Internetangebot im weiteren
Verlauf der Sendung.

2.1 Einführung... Begriffserklärung


Die indisch klassische Musik wird seit Jahrhunderten in Form des uns
im Westen bekannten Kammerspiel-Ensembles präsentiert.
Der Hauptakteur - Instrumentalist oder Vokalist - wird für seine
Ragainterpretation begleitet von ein bis zwei Perkussionisten, in der
südindischen Klassik zuweilen durch Maultrommel und Kanjira, einer
Rahmentrommel.
Die Instrumentalbegleitung kann durch das Harmonium oder die
Sarangi erfolgen. Diese indische Fiddel ist heute auch als
Soloinstrument etabliert. In der südindischen Klassik erfolgt eine
Begleitung immer auf der Violine.
Mit Einzug elektronischer Hilfsmittel werden in nur noch wenigen,
authentischen Konzerten zwei Tanpura-Spieler eingesetzt. Diese
indischen Dronen, in einer unserer früheren Sendungen präsentiert,
übernehmen eine sehr wichtige Funktion für die psychologische
Wirkung des Klangbildes der indisch-klassischen Musik.
Im Jugalbandi gibt es wenigstens zwei Solisten, die gleichberechtigt
nebeneinander spielen. Man kann nicht zwischen einem
Begleitinstrument und einem Hauptakteur unterscheiden. Es ist wie die
Begegnung zweier Fremder, die miteinander synergetisch in einen
Dialog treten. Werden diese von zwei Rhythmikspielern begleitet, z.B.
auf der Tabla und Pakhawaj, spricht man von einem „Double
Jugalbandi“.
Der Begriff „Jugalbandi“ (o. Jugalbhandi) bedeutet im Wortsinne etwa
„in einander verschlungene Zwillinge“ (twins tied together / to tie a pair).
S Jugal = pair + A bandi = to bind

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2.2 1ste Hörbsp. ... Gesangsduett (Jugal-Gaan)... Wadali Brothers (Qwwali)...


Eine Bühnenpräsentation mit zwei Vokalisten - das Jugal-Gaan - ist
eine alte, wenn auch isolierte, in sich geschlossene Tradition in der
indisch klassischen Form. Es waren immer Geschwisterpaare oder
Studenten eines gemeinsamen Lehrers.
Daraus entwickelte sich ein konzertanter Stil, bei dem jeder der Sänger
einen Part der Improvisation übernahm. Der jeweilig führende Interpret
eines Ragas wurde durch den Duetpartner ergänzt oder als eine Art
„Echo“ wiederholt.
Unser ersten Hörbeispiel stammt aus dem Punjab, der Region
zwischen dem zentralen Pakistan und nordwestlichen Indien. Die
Gesangsbrüder Puranchand Wadali und Pyarelal Wadali, in Indien
einfach als Wadali Brothers bekannt, entstammen in 5ter Generation
einer grossen Musikerdynastie. Mit einem sehr einfachen Lebensstil in
dem Dorf Guru Vadali, sieben Kilometer westlich von Amritsar gelegen,
stehen sie ganz im Dienste der Sufimusik und der Lobpreisung des
Göttlichen. Die Wadalis sind Spezialisten des Qawwali, der Ghazals,
Bhajans, Kaafis und anderer sufistischer Genres.
Einen Qawwali, eine sufistische Form, die besonders im muslimischen
Teil Nordindiens und des Südens Pakistan beliebt ist, präsentieren uns
nun die Wadali-Brüder. „Dum-Dum Karo Farid“ stammt aus der
CD FARID, im Jahre 2005 veröffentlicht von dem indischen Label Music
Today.

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3.1 Historischer Bezug...


Wie unser erstes Gesangsbeispiel mit der Interpretation eines Qawwali
durch die Wadali-Brüder zeigt, kann sich ein Jugalbandi, das Duettspiel
in der indischen Klassik, für den Zuhörer zu einer Art „Wettbewerb“
zwischen den gleichberechtigten Solisten entwickeln.
Die Einführung des Jugalbandi kann nicht genau datiert werden.
Während der Khayal, ein moderner und eleganter Gesangsstil der
nordindischen Klassik als Soloform – Ekala – meist einem einzelnen
Sänger vorbehalten bleibt, kennt man das Gesangsduett bereits im
ältesten Stile der nordindischen Klassik, dem Dhrupad. Die Entstehung
des Dhrupad kann auf etwa 100 nach Christi-Geburt datiert werden. Im
Dhrupad wie auch in anderen Genres des Musikschaffens, findet sich
das Wort “yugul“ wieder. Es bedeutet „Paar“.
Es darf davon ausgegangen werden, dass im weiteren Verlauf der
Entwicklung des Jugalbandis aus Neugierde, sowohl seitens des
Publikums, wie auch seitens der Künstler selbst, das Duett als eine Art
Wettbewerbsform genutzt wurde, um die qualitative Hierarchie
innerhalb der einzelnen Genres und Gharana-s, den indischen
Musikschulen, abzugleichen.
Das Konzept des musikalischen Duellierens war ausschliesslich von
einem Wetttbewerbscharakter und gänzlich von traditionellen Werten
bestimmt, in der geistigen Haltung oft negativ geprägt und von
schlechten Absichten geleitet.
3.2 2tes Hörbsp. ... Dhrupad-Gesang... Senior Dagar Brothers
Mit Nasir Moinuddin (1919-66) und Nasir Aminuddin Dagar (1923-2000)
hören wir nun eine Aufnahme im Dhrupadgesang aus dem Jahre 1955.
Als „Senior Dagar Brothers“ bekannt, belebten sie den Dhrupad als die
älteste Gesangsform der nordindischen Klassik neu: Zu jener Zeit hielt
man die Brüder als „verrückt“, galt der Dhrupad weithin als
ausgestorbene Gesangsform.
Nasir Moinuddin und Aminuddin Dagar führten auch die degenerierte
Tradition der Jugalbandis in eine neue Zukunft. Mit Ihren Auftritten
versetzten sie das Publikum in eine meditative Stimmung... in dem
Aminuddin die Tonlage der Noten in den tieferen Oktaven stufenweise
nach unten verlegte und Moinuiddin die Zuhörer mit einer reichen
Ornamentik in den höher liegenden Tonlagen verzauberte.
Den Raga Malkauns, der König der Ragas, wie wir ihn bereits in einen
unserer früheren Sendungen präsentierten, hören wir aus der
CD „Calcutta 1955“. Die Aufnahme wurde von dem Label Raga
Records im Jahre 2007 wiederöffentlicht. Auf der Pakhawaj begleitet
Purushottam Das.

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4.1. Zwillinge, Geschwister... Allgemeines... (1)


Unsere heutige Sendung „Jugalbandi – das Duett in der indischen
Klassik“ wollen wir inhaltlich zu dem gleichlautend kompositorischen
Begriff abgrenzen. Der indische Musikwisschenschaftler Vishnu
Narayan Bhatkhande verfasste Jugalbandi-Kompositionen.
Bhatkhande lebte bis 1936 (10. Aug. 1860 - 19. Sept. 1936); auf ihn
geht das Klassifizierungschema der nordindischen Ragas zurück, das
s.g. Thaat-System.
In seinen Jugalbandi-Kompositionen griff Bhatkhande eine traditionelle
Ragaform auf und stellte ihr eine moderne Abwandlung gegenüber.
Durch diesen Kontrast kristallisiert sich für das Publikum die
traditionelle Ragamelodik (redaktionelle Anmerkung:
„inhaltsbeschreibend“ im Gegensatz zur Melodie als
„formbeschreibend“) deutlich hörbar heraus.
Aber zurück zum Jugalbandi als Duettform. – In den Anfängen des
Dhrupadgesangs bestanden die Jugalbandis überwiegend aus
männlichen Gesangspaaren; gewöhnlich waren es Familienmitglieder,
die zusammen Musikunterricht erhielten. Für eine Raga-Performance
leisteten die Geschwister gleichberechtigt einen Beitrag. In der
zwingenden Einhaltung der Raga-Grammatik, der besonderen
Herausstellung des kompositorischen Anteils eines Ragas, dem
bandish, werden mit den Jugalbandi-s die künstlerischen Fähigkeiten
intensiv geschult... und nur auf der Basis einer engen Vertrautheit
zwischen den Solisten kann eine solche Darbietungsform zu einem
authentischen Hörgenuss werden.

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4.2.1 Zwillinge, Geschwister... Khayal-Gesang / nordindische Klassik (2)


Eine solche harmonische Einheit verkörpern die Sänger Rajan & Sajan
Mishra in perfekter Weise, mit dem folgenden Beispiel des Abendragas
Pooryia (o. Puriya).
Die Wurzeln dieser Interpreten des nordindischen Gesangsstils Khayal
reichen weit mehr als 300 Jahre zurück. Alle Generationen waren
Khayalsänger aus der Banaras Gharana, einer der indischen
Musikschulen.
Der Khayal wurde von Niyamat Khan unter dem Künstlernamen
„Sadarang“ und seinem Neffen Firoz Khan alias „Adarang“ populär
gemacht. Beide Musiker waren am Hofe von Muhammad Sha Rangile
beschäftigt. Dieser Herrscher lebte von 1719 bis 1748.
Für die Interpretation von Liebesgedichten in Hindi griffen Sadarang
und Adarang verschiedene Stilelemente auf: die Würde des Dhrupads,
und das charakterische Klangbild der „glides“ auf der Veena, eine
indische Laute. Und sie fügten eine Anzahl neuer Verzierungen -
Alankara-s - hinzu. Seit dem 18. Jahrhundert wurde der Khayal in den
einzelnen Musikschulen Nordindiens ständig weiterentwickelt. Der
rhythmische Aspekt fand besondere Beachtung.

4.2.2 3tes Hörbsp. ... Khayal-Gesang / Rajan & Sajan Mishra


Rajan & Sajan Mishra erhielten ihre musikalische Ausbildung vom
Großvater Bade Ram Das Ji Mishra und ihrem Vater, Hanuman Prasad
Mishra. Der Onkel Gopal Prasd Mishra, ein Sarangi-Spieler, bildete die
Musiktalente, die bereits als Teenager ihre ersten Konzerte gaben,
weiter aus.
Aus der Serie „Maestro’s Choice“ des indischen Labels Music Today
hören wir Rajan & Sajan Mishra mit einem Khayal in der Ragaform
Pooriya (o. Puriya). – Pooriya ist ein Abendraga, der zum
Sonnenuntergang gespielt wird.
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4.3.1 Zwillinge, Geschwister... Gesang – Südindische Klassik (3)


Für das nächste Beispiel eines Jugalbandis schwenken wir von dem
Norden Indiens in den Süden. Hier besteht seit Jahrhunderten ein
ausgereiftes Musiksystem der südindischen Klassik, der karnatischen
Musik. Die südindischen Ragams sind im Melakarta-System
klassifiziert. Um etwa 1550 wird das Mela-System erstmalig von
Raamamaatya in seinem Werk „Svaramelakalanidhi“ vorgelegt.
Saroja & Lalita sind in Südindien ein prominentes Gesangsduo. Diese
Zwillinge sind allen Liebhabern der karnatischen Musik als „Bombay
Sisters“ bekannt. Seit 1963 treten sie als Jugalbandi auf.

4.3.2 4tes Hörbsp. ...


Aus der CD „Sri Thyagaraja’s Pancharatna Krithis“ (Volume 3) - beim
Label Vani im Jahre 2002 erschienen - präsentieren die Bombay Sisters
den seltenen Kriti „Kanakanaruchira“, in der Ragaform „Varali“. Varali
bedeutet in etwa “Ein Mond mit der Hitze der Sonne“. Varali oder
Jhalavarali ist der 39ste Ragam im Melakarta-System.
Als Kriti wird eine Kompositionsform der südindischen Musik
bezeichnet, ein Format für die längere Spielzeit eines Liedes.
Der Pancharatna Kriti wurde im 19ten Jahrhundert von dem indischen
Komponisten Tyagaraja verfasst. Er ist ein Set aus fünf (5) Kriti-s.
Pancha bedeutet im Sanskrit „fünf“ und Ratna „Juwel“.

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5.1.1 Zwillinge, Geschwister... Instrumentalspiel (1)


Nach diversen Gesangsbeispielen der nordindischen und südischen
Klassik wollen wir auch die Klangcharakteristik der Jugalbandis im
Instrumentalspiel kennenlernen.
Ravi Shankar auf der Sitar hatte zusammen mit Ali Akbar Khan auf der
Sarod bereits in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts das Jugalbandi
populär gemacht.
Neben der Sarod + Sitar sind die Kombinationen „Flöte + Violine“ und
„Shehnai + Violine“ besonders beliebt.

5.1.2 5tes Hörbsp. ... Vilayat Khan (Sitar) + Shujaat Khan (Surbahar – Bass Sitar)
Der nun folgende Ausschnitt aus einem Konzert aus der Royal Festival
Hall in London vom 25. November 1993 präsentiert den
herausragenden Sitar-Maestro Vilayat Khan, im Jugalbandi mit seinem
Sohn Shujaat Khan auf der Bass-Sitar, der Surbahar - in der
Ragainterpreation „Shahana“, ein Mitternachtsraga.
Vilayat Khan wurde in Bangladesh geboren, seine erste 78er-
Schallplatte nahm er im zarten Alter von acht (8) Jahren auf. Sein
letztes Konzert gab er im Jahre 2004; er verstarb am 13. März nach
Erkrankung an Lungenkrebs.
Vilayat Khan ist selbst in dem familieneigenen Stile „Imdadkhani
Gharana“ ausgebildet (Anm.: Auch als Etawah Gharana bekannt,
benannt nach dem Dorf ausserhalb von Agra, in dem Vilayat’s Vater
Imdad lebte.)
Auch Vilayat’s Sohn Shujaat Khan folgt ganz der Familientradition. In
dem folgenden Jugalbandi mit seinem Vater spielt er die Surbahar, die
mit einer um 20 Herz tieferliegenden Frequenz deutlich unterschieden
werden kann. Bereits der Ur-Grossvater von Shujaat, Enayat Khan – er
lebte von 1895-1938 - spielte dieses Instrument.
In der Familientradition der Khans wurde die Sitar als kleinere Bauform
ohne Basseite gespielt, mit einem metallischen Klang und grosser
Spielgeschwindigkeit.
Der Livemitschnitt aus dem Jahre 1993 ist beim Label Navras Records
als DVD erschienen; im Jahre 1997 wurde er als Audio-Doppel-CD
veröffentlicht. Vilayat und Shujaat Khan werden von Sabir Khan auf der
Tabla begleitet.

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5.2.1 Zwillinge, Geschwister... Instrumentalspiel (2)


Das Pandon zum instrumentalen Jugalbandi findet sich auch in der
südindischen Klassik.
Sikkil Kunjumani ist die um 10 Jahre ältere Schwester von Sikkil Neela,
die 1940 geboren wurde. Seit 1962 treten Neela und Kunjumani
zusammen als Jugalbandi auf.
Als Sikkil Sisters bekannt, sind sie das einzige, in Indien existierende
Frauenduett auf der indischen Bambusflöte, der Bansuri. Neela und
Kunjumani entwickelten dabei einen ganz eigenen Stil. Dennoch stehen
sie ganz in der Tradition der südindischen Klassik.

5.2.2 6tes Hörbsp. ... Sikkil Sisters (Flute)


Die Aufnahme „Krishna Nee Begane“ findet sich auf der gleichnamigen
CD. Sie wurde 2004 vom indischen Label Saregama veröffentlicht.

6.1 Summary...
In unserer heutigen Zeit erfreut sich das Jugalbandi mit seinem dialog-
orientierten Spiel und der tonalen Farbenvielfalt zunehmender
Beliebheit. Es ist viel weniger auf Wettbewerb zwischen den Beteiligten
ausgerichtet als in seiner frühen Entstehungsgeschichte.
Die indischen Musikmaestros unserer Zeit verstehen das Jugalbandi als
eine äusserst positive und kreative Übung; sie finden sich aus dem
gegenseitigen Respekt für ihre spielerischen Qualitäten zusammen.

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6.2 7tes und letztes Hörbsp. ... Westliches Instrument: Klarinette


Den Abschluss unserer heutigen Sendung bildet ein sehr seltenes
Tondokument, das von dem Musikwissenschaftler Robert Garfias im
Jahre 1974 in Madras, dem heutigen Chennai aufgenommen wurde.
Die Nathamuni-Brüder, Musiker der südindischen Klassik, spielten die
Ragas auf der Klarinette; sie bedienten sich dafür der besonderen
Bauart des Westens, der Es-Albert-Klarinette, auch bekannt als
Sopran-Klarinette. Dieses Instrument liegt um eine verminderte Terz
höher als das geschriebene Notenmaterial, ist in ihrer Grösse kleiner
und ihre Tonlage höher liegend als die allgemein übliche B-Klarinette.
Lakshimipathi Naidu und Gopalasawmi werden auch von einer
Blechbläsereinheit begleitet.
Die folgende Aufnahme ist eine Ragamalika, eine Girlande von
südindischen Ragas, bestehend aus dem melodiösen Raga
Anandabhairavi, auch in der indischen Folk-Musik anzutreffen... und
dem Raga Kalyani, ebenso ein bedeutender Raga der nordindischen
Klassik und Raga Ranjani, der i.d.R. für Thyagaraja-Kritis verwendet
wird.
Die Originalaufnahmen aus dem Jahr 1974 wurden von dem Label „Fire
Museum Records“ in einer limitierten Auflage von nur 500 Stück im
Jahre 2007 wiederveröffentlicht.

7.1 Verabschiedung
Dies war unsere Sendung „IMC – India meets Classic“ mit dem Thema
„Jugalbandi – Das Duett in der indischen Klassik“.
Wir stellten Ihnen dazu Hörbeispiele im indischen Gesang, dem
Dhrupad, Khayal und Qawwali vor, und auf der Sitar, der Surbahar,
Bansuri, der indischen Flöte und Klarinette.
Vielen Dank für’s Zuhören.
Am Mikrophon verabschiedet sich Lothar J.R. Maier.
- Und vielleicht bis zum nächsten Mal. – Namaste.

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9.2 Abspann...

Hinweise zu kommenden Sendeterminen entnehmen Sie dem Internetangebot Ihres


Radiosenders.

- Oder besuchen direkt die Website von IMC - India meets Classic:

www.imcradio.net
(Englisch: uu-uu-uu_dot_aiemciereidio_dot_net)
imcradio.net
(Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net)
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Sie hörten die Sendung "IMC - India meets Classic" mit der Reihe "Raga CDs des
Monats".

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Projektbüro “Sinn-Macher.net”
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D-22453 Hamburg
Tel.: +49-(0)40- 41431-2872 (Intern.: -2892)
Mobil: +49-(0)170- 882 81 76
Fax2eMail: +49-(0)180.5-999986-58919* (UMS)
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Authoren:
Lothar J.R. Maier (Endfassung)

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