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DER RHEIN UND DIE ENTWICKLUNG

DER WASSERQUALITÄT
Von Luise Switas
https://www.rnz.de/nachrichten/mannheim_artikel,-mannheim-hafenanlieger-wollen-bau-eines-rhein-tunnels-_arid,423654.html
WASSERKREISLAUF

https://www.rnz.de/nachrichten/mannheim_artikel,-mannheim-hafenanlieger-wollen-bau-eines-rhein-tunnels-_arid,423654.html
DER RHEIN
➤ Verkehrsreichster Fluss
Europas
➤ Quellgebiet in Schweizer Alpen
➤ Mündung in niederländischer
Nordsee
➤ Länge von 1.233 km
➤ Stark verzweigtes Gewässernetz
➤ Einzugsgebiet: 200.000 km2
➤ ca. 60 Millionen Einwohner
➤ Durchfließt 6 Staaten

https://www.iksr.org/fileadmin/user_upload/DKDM/Dokumente/Broschueren/DE/bro_De_2017_Rhein_für_alle_01.pdf
ANFÄNGE DES RHEINS ALS WIRTSCHAFTSACHSE
➤ Mit Beginn des Industriezeitalters stetig wachsende
Besiedlungs- und Industriedichte
➤ Ausbau zur Wasserstraße für Handelszwecke und Ansiedlung
von Industrien

ungeachtete Leitung von Abwässern aus Industrie und
Kommunen

Folgen
Schadstoffbelastung im Rhein
INTERNATIONALE KOMMISSION ZUM SCHUTZ DES RHEINS (IKSR)
➤ Gründung: 11. Juli 1950
➤ 1963: „Berner Vereinbarung“
➤ 1972: Unterzeichnung von zwei Übereinkommen
➤ Ziele
Reduzierung der Schadstoffbelastungen
Reduzierung der Chloridbelastung aus französischen
Kaligruben (>200 mg/L)
➤ Allmähliche Verbesserung der Wasserqualität nach Bau von
ersten Klärwerken

http://www.iksms-cipms.org/servlet/is/20090/
CHEMIEUNFALL VON SANDOZ 1986
➤ 1. November 1986: Brandunfall in
Schweizer Chemiewerk bei Basel
➤ Hochgiftiges Löschwasser mit bis zu 30
Tonnen Pestiziden strömt in den Rhein

Folgen
Fischsterben auf mehreren hundert
Rheinkilometern

➤ Umdenken des Umwelt- und


Gewässerschutzes im
Rheineinzugsgebiet

https://www.iksr.org/fileadmin/user_upload/Dokumente_de/Pressemitteilungen/30_Jahre_nach_SANDOZ_Hintergrund.pdf
„AKTIONSPROGRAMM RHEIN“ (1987-2000)
➤ Umfassendes Sanierungsprogramm für dauerhafte Sicherung der Rheinwasserqualität
➤ Ziele: Rückkehr von Fischen in den Rhein
Nutzung des Rheinwassers für Trinkwasserversorgung
Entlastung des Gewässers von Schadstoffen um 50%
➤ Bilanz von 2000:
Rheinfische wieder essbar
Enorme Schadstoffreduzierung zwischen 70-100%
Schadstoffunfälle deutlich abgenommen durch Betriebsaufrüstung gegen Störfälle

Probleme
Belastung von Stickstoff, Schwermetallen und Pestiziden weiterhin vorhanden

➤ 22. Dezember 2000: Europäische Wasserrahmenrichtlinie


„RHEIN 2020“
➤ Januar 2001: Fortsetzung an das erfolgreiche
„Aktionsprogramm Rhein“ (1987-2000)
➤ Ziele: Verbesserung des Ökosystems Rhein
Verbesserung der Hochwasservorsorge
Verbesserung des Hochwasserschutzes
Verbesserung der Wasserqualität
Grundwasserschutz
ZIELE ZUR VERBESSERUNG DER WASSERQUALITÄT IM RHEIN
➤ Ermöglichung von Trinkwassergewinnung mit naturnahen
Aufbereitungsverfahren
➤ Im Rheinwasser enthaltenen Stoffe keine negativen
Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen
➤ Reduzierung von Schadstoffen und deren Anreicherung in
Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen
➤ Verzehr von Rheinfischen, Muscheln und Krebsen
➤ Baden an geeigneten Orten am Rhein
➤ Problemlose Verbringung von Baggergut
NUTZUNGEN DES RHEINEINZUGSGEBIETS

Trinkwasser
Wasserkraft
Industrie
Rhein

Erholungsraum Landwirtschaft

Schifffahrt Siedlungen
HEUTIGE CHEMISCHE WASSERQUALITÄT
➤ Modernisierung von
Kläranlagen verbessert die
Wasserqualität stetig
➤ Von 60 Millionen Menschen
sind 96% an kommunale
Kläranlagen angeschlossen
➤ Regelmäßige
Zustandsüberwachung der
Wasserqualität an
internationalen Messstellen
➤ Großteil der Schadstoffe kann
in Kläranlagen abgebaut
werden

https://www.iksr.org/de/themen/wasserqualitaet/zustandsueberwachung
PRIORITÄRE STOFFE
➤ Bezeichnet Stoffe, die für
Umwelt und Mensch so
schädlich sind, dass für ihre
Verringerung vorrangiger
Handlungsbedarf besteht

Schwermetalle

Pflanzenschutzmittel
➤ Gelangen trotz Klärwerken
zurück ins Gewässer https://www.iksr.org/de/themen/verschmutzungen/schwebstoffbelastung

➤ Langlebiges Hexachlorbenzol
(HCB) reichert sich an
Schwebstoffen an
SCHWERMETALLE

https://www.iksr.org/de/themen/verschmutzungen/schadstoffe/schwermetalle
PFLANZENSCHUTZMITTEL

https://www.iksr.org/fileadmin/user_upload/DKDM/Dokumente/Fachberichte/DE/rp_De_0239.pdf
NÄHRSTOFFE
➤ Düngemittel aus
Landwirtschaft
➤ Hohe Stickstoff- und
Phosphatverbindungen
➤ Problem: Algenwachstum
➤ Bau von Kläranlagen mit
verbesserter Klärtechnik
konnten Nährstoffeinträge
reduzieren
➤ Diffuse Quellen schwer zu
https://www.dvgw.de/themen/umwelt/nitrat-im-wasser/ ermitteln
ABWASSER UND MIKROVERUNREINIGUNGEN
➤ Rund 30 Millionen Menschen trinken aufbereitetes Rheinwasser
➤ Großteil der Schadstoffe kann in Kläranlagen abgebaut werden
Ausnahme: Mikroverunreinigungen

Humanmedizinarzneimittel
Biozide und Korrosionsschutzmittel
Östrogene
Röntgenkontrastmittel
Duftstoffe
Komplexbildner
Industriechemikalien
BILANZ VON „RHEIN 2020“
➤ Seit 70 Jahren kooperieren Mitgliedsstaaten
➤ Modernisierung von Kläranlagen verbessert chemische
Wasserqualität weiterhin
➤ Umweltbewusstsein und konkrete Maßnahmen fördern
positive Bilanz
➤ Punktuelle Schadstoffeinträge durch Phosphor, Stickstoff und
Schwermetallen wurden reduziert

Mikroverunreinigungen weiterhin großes Problem!
AUSBLICK
➤ Bisherige Zusammenarbeit der IKSR soll fortgeführt werden
➤ „Rhein 2040“

Einträge von Mikroverunreinigungen sollen bis 2040 um
mindestens 30% reduziert werden