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Weihnachten in Rumänien

Obwohl die Menschen während dem Kommunismus viele Traditionen aufgeben mussten,
ist Weihnachten in Rumänien heutzutage ein Fest mit zahlreichen Bräuchen. Auf Rumänische
heißt Weihnachten „Crăciun“ und es ist das wichtigste Fest des Jahres. Wie auch in Deutschland
ist Weihnachten in Rumänien ein Familienfest und alle kommen zusammen, um miteinander zu
feiern. Das Weihnachtsfest beginnt am Heiligabend (Ajunul Crăciunului), wenn der Tannenbaum
dekoriert wird, aber die großen Geschenke werden meistens erst am Morgen des 25. Dezembers
ausgepackt.
Traditionen:
Ein wichtiger Bestandteil der rumänischen Weihnacht sind die Colindatori (singende
Kinder), welche schon Tage vor Weihnachten von Haus zu Haus ziehen und traditionelle
rumänische Lieder singen, Gedichte aufsagen und Alles Gute für Weihnachten und das Neue
Jahr wünschen. Die winterlichen Temperaturen halten sie davon nicht ab. Dafür werden die
Sänger und Sängerinnen dann mit Süßigkeiten, Brezeln, Obst und manchmal auch mit Geld
belohnt. In Maramureş, tragen die Kinder auch traditionelle Kleidung. Außerdem ist es üblich,
dass sich eine Person als Ziege mit einer bunten Maske verkleidet. Diese Ziege ist bekannt als
„capra“ und sie hüpft herum und stellt Unfug an. Zudem gibt es in Rumänien mehr und mehr
Weihnachtsmärkte und obwohl es eher eine neuere Tradition ist, sind diese sehr beliebt.
Feiertage:
Wie in Deutschland bringt am sechsten Dezember Sankt Nikolaus (Moş Nicolae) die
ersten Geschenke. Die rumänischen Kinder stellen am Abend des fünften Dezembers ihre
geputzten Schuhe an die Haustüre und warten auf süße Geschenke. Wenn die Kinder unartig
waren, dann steckt Nikolaus ihnen eine Apfelbaum-Rute in den Schuh. Man kann die Rute ins
Wasser stellen und wenn sie bis Weihnachten zu blühen beginnt, dann vergibt Nikolaus den
unartigen Kindern. Des Weiteren wird am 20. Dezember „Sankt Ignatius“ gefeiert. Jede Familie,
die Schweine besitzt, opfert an diesem Tag ein Schwein zu Ehren des heiligen Ignatius. Das
Fleisch wird dann für das Weihnachtsessen verwendet.

Fasten:
Die Menschen, die orthodox gläubig sind, verzichten vor Weihnachten 40 Tage lang auf
Fleisch, Eier und Fisch, um für das Fest vorbereitet zu sein. Ich habe gesehen, dass viele
Bäckereien oder sonstige Einkaufsläden in der Fastenzeit spezielle Fastenprodukte anbieten. Die
Fastenzeit beginnt am 14. November und endet somit am 24. Dezember.
Essen:
Das Essen ist ein großer Bestandteil jedes rumänischen Feiertags, aber besonders wichtig
ist es an Weihnachten. Traditionell wird Schweinfleisch gegessen und Tzuika (ein starker
Pflaumenschnaps) und Wein getrunken. Als Vorspeise werden verschiedene Wurstarten mit
sauren Beilagen, Sarmale (Kohlrouladen) mit Mămăligă (Polenta) gegessen. Danach gibt es dann
Schweinefleisch, aber auch Gans oder Pute und den sogenannten Salată de boeuf. Zum
Nachtisch gibt es zahlreiche Gebäcke, Kuchen und Torten. Der Weihnachtskuchen (Cozonac),
ein Sandkuchen mit Nüssen oder Mohn, und Gogoşi (rumänische Donuts) dürfen nicht fehlen.