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Fake-News von rechtsaußen…

Es war mal wieder so weit: „Man“ hat mal eben so die Behauptung in die Runde
geworfen, die AfD würde in Sachen Oktoberfest lügen und damit gleich einen
Viralhit gelandet. Soweit alles wie immer. Und wie immer dieselben pawlowschen
Reflexe, dasselbe Betroffenheitsgeschwafel, das dreist überzogene Empörungsgetue
(welches ohnehin niemand mit über 3 Gehirnzellen mehr ernst nehmen kann), also
der ganz normale bundesrepublikanische Ablauf seit vielen, vielen Jahren.

Hintergrund diesmal ist ein – Überraschung(!) - AfD-Plakat, das „behauptet“:


“Oktoberfest: Gähnende Leere”.

„Man“ setzt sogleich eine Pressemeldung vom ersten Wiesnwochenende dagegen


und schreibt: „Und wieder lügt die #AfD. Am ersten Wochenende kamen
rund 100.000 mehr(!) als im Vorjahr, trotz ekelhaftem Wetter“.

Auf selbiger Welle reitet natürlich auch die BILD-Politik-Redakteurin Miriam Hollstein
(wie könnte die Springerpresse bei sowas auch wohl zurückstehen?), die von
„kruden Weltbildern“ schwadroniert und das Ganze in Richtung AfD mit der bei
politisch besonders intensiv gebildeten Mitmenschen zur Zeit hippen Überschrift
“Weg mit den Fakten” garniert.

Wie „krude“…; und auch verwerflich. Man ist schockiert, betroffen sowieso.

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Fake-News von rechtsaußen…

Da kann das öffentlich-rechtliche Fernsehen (ebenfalls immer der vollen Wahrheit


verpflichtet) in Form von Quer/BRmit natürlich auch nicht zurückstehen:

Und ein weiterer, wohl aus höheren Sphären zum „Kampf gegen Rechts“
geweihter, ganz besonders betroffener „Internetaktivist“ titelt:

Aja, so dämlich können doch wohl nur Rechtsradikale sein…?!!!

Und auch der SPD-nahe Twitter-Account „Deine SPD“ behauptet, es sei der
erfolgreichste Oktoberfeststart seit Jahren gewesen, 100.000 „mehr“ (als
was/wann) und bezichtigt die AfD ebenfalls der „Wiesn-Lüge“:

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Fake-News von rechtsaußen…

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass 2016 tatsächlich am ersten Wochenende
bei strömendem Regen nur rund 500.000 Besucher den Weg zum Fest fanden und
dieses Jahr rund 100.000 mehr gezählt wurden.

Aber die Frage ist: Was bedeutet das wirklich für die Wiesn?

2016 war für das Fest ein Jahr des drastischen Rückgangs der Besucherzahlen am
ersten Wochenende. So schlecht war es in den ganzen letzten 10 Jahren nicht
mehr, und tatsächlich wurde die Situation damals wörtlich mit “gähnender
Leere”, hier aber im Focus und bei der Welt umschrieben.

Das einzig vergleichbar schlechte Jahr seit 2000 war 2001 – direkt nach den
Anschlägen auf das World Trade Center.

So gesehen sind 100.000 Besucher natürlich etwas mehr.

Aber wenn letztes Jahr unter anderem wegen der Furcht vor Terror,
sexuellen Übergriffen und massiven Sicherheitsvorkehrungen tatsächlich
noch weniger los war, bedeutet der Anstieg noch lange nicht, dass das Fest
gut oder auch nur ausreichend besucht wäre.

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Fake-News von rechtsaußen…

Das zeigt sich, wenn man nicht nur das absolute Horrorjahr 2016 mit der leichten
Verbesserung 2017 vergleicht, sondern bspw. das ganze letzte Jahrzehnt.

Nun aber das ”Hollstein, Quer „Fake News“ vom BR und die “der erfolgreichste
Oktoberfeststart seit Jahren”-SPD entweder nicht verstehen kann, will oder bewusst
verschweigen möchte:

2017: 600.000
2016: 500.000
2015: 1.000.000 trotz durchwachsenem Wetter
2014: 1.000.000 trotz miserablem Wetter
2013: knapp 1.000.000
2012: 850.000 bei einem völlig verregneten Wochenende
2011: etwas unter 1.000.000 bei miserablem Wetter
2010: 900.000 bei kalter Witterung
2009: 1.000.000 bei schönem Wetter
2008: 1.000.000 bei einer richtigen „Regen-Wiesn“
2007: über 1.000.000 bei schönstem Wetter

Soviel zu “der erfolgreichste Oktoberfeststart seit Jahren”, den „Deine


SPD“ ins Internet lügt („faket“).

Betrachtet man also nicht nur den Extremwert vom letzten Jahr, sondern die
tatsächliche Entwicklung und den Mittelwert der letzten 10 Jahre, stellt man dann
noch in Rechnung, dass für das erste Wochenende in den Medien nun Worte wie
“ruhig” und “entspannt” benutzt wurden, so ist eigentlich klar, dass die Liebe zur
Wiesn (im Gegensatz zur zitierten SZ-Behauptung) allenfalls sehr langsam
wiederkommt.

Die Zahlen sind ein Schlag ins Kontor – 300.000 bis 400.000 weniger Besucher am
ersten Wochenende sind in der langfristigen Perspektive, und auf die gesamte Wiesn
mit teilweise über 6 Millionen Besucher bezogen, allein schon 5% weniger Besucher.

Auf das Wochenende berechnet bleibt die Zahl 30-40% hinter den
langfristigen Erwartungen zurück.

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Fake-News von rechtsaußen…

Möglicherweise hat es auch etwas damit zu tun, dass in Bayern wegen der
Terrorangst und unlösbarer Sicherheitsprobleme die Sandkerwa in
Bamberg abgesagt werden musste, und die Kirchweih in Hirschaid bei
Bamberg letzte Woche kurz vor dem Abbruch stand, weil eine größere Gruppe
von Migranten Streit und sexuelle Übergriffe verursachten.

Die gähnende Leere, die die AfD erkennen will, ist Ansichtssache im Rahmen der
Meinungsfreiheit – nicht mehr ganz so gähnend wie 2016, aber auch unabhängig
vom Wetter immer noch zu wenig Besucher.

Ich meine es ist einfach FAKT, nicht Fake!

Die 100.000 mehr, die Aktivisten, Medienvertreter und Parteienunterstützer im Chor


als Argument gegen angebliche Lüge und Fake News vorbringen, reichen aber kaum
aus, den massiven Rückgang zu erklären, der das Oktoberfest nach der
Migrationskrise und der Offensive des islamistischen Terrors in Europa nun zum
zweiten Mal trifft – zur Erinnerung:

Der Wiesnauftakt wurde von einem Anschlag in London und einer Messerattacke in
Paris überschattet.

Egal ob der Lügenvorwurf durch die SPD-Freunde oder die “weg mit den Fakten”-
Faktenfreiheit der BILD-Redakteurin oder die Fake News Phrase der Öffentlich-
Rechtlichen:

Im Wahlkampf zählt die ganze Wahrheit nicht besonders.

Für Hunderte von Nutzern reicht in der Endphase eine Behauptung ohne jede tiefere
Recherche durch einen Netzaktivisten völlig aus, um sie ungeprüft zu verbreiten…

Hauptsache ist, die AfD kommt dabei als unglaubwürdig rüber.

An der Erkenntnis, dass 600.000 Besucher am ersten Wiesenwochenende


auch nach dem letzten Jahr immer noch eine äußerst schlechte Auslastung
eines Festes sind, das spielend leicht mehr als 1 Million Besucher
aufnehmen kann, vergleichsweise also „gähnende Leere“, führt kein Weg
vorbei.

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