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Karl-Heinz Göttert. Biografie einer Sprache.

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Im abschließenden Beitrag des Bandes nimmt R obe rt W i l k i nson


(S. 169-182) Stellung zu auf Englisch unterrichteten Kursen an der Univer-
sität Maastricht. Nach der innerhalb von zwanzig Jahren akkumulierten Er-
fahrung mit Unterricht in englischer Sprache formuliert Wilkinson zehn
Prinzipien.
Der hier besprochene Band enthält eine Reihe wertvoller Beiträge zur
laufenden Diskussion um die Frage, ob Englisch noch mehr die Sprache der
Universitäten und des universitären Forschens und Lehrens werden soll, als
es ohnehin schon der Fall ist. Klar wird jedoch auch, dass wir es mit keiner
abgeschlossenen Diskussion zu tun haben, sondern dass weiter diskutiert
und geforscht wird und werden muss. Als Kritik an dem Band kann ange-
führt werden, dass in Teilen zu wenig konkret weitergedacht und mitunter
lieber eine klare Antwort zugunsten einer ,universal‘ interpretierbaren ge-
scheut wird. Mehr Mut zu griffigeren, die Diskussion belebenden Thesen
hätte hier jeweils gut getan.

Karl-Heinz Göttert. 2010. Deutsch. Biografie einer Sprache. 2. Aufl. Berlin:


Ullstein. 400 S.

Hans Ulrich Schmid. 2009. Einführung in die deutsche Sprachgeschichte.


Stuttgart, Weimar: J. B. Metzler. 299 S.

Augustin Speyer. 2010. Deutsche Sprachgeschichte. Göttingen: Vandenhoeck


& Ruprecht. 128 S.

Melitta Gillmann Universität Hamburg


Institut für Germanistik I
Von-Melle-Park 6
D-20146 Hamburg
melitta.gillmann@uni-hamburg.de

Bei Karl Heinz Götterts Deutsch. Biografie einer Sprache, Augustin Speyers
Deutsche Sprachgeschichte und Hans Ulrich Schmids Einführung in die deut-
sche Sprachgeschichte handelt es sich um Einstiegswerke in die deutsche
Sprachgeschichte, die sich in unterschiedlichem Maße linguistischen Frage-
stellungen widmen. Diese Besprechung erfolgt aus Sicht einer Lehrenden der
Historischen Sprachwissenschaft und konzentriert sich auf die Verwendbar-
keit in der Hochschullehre.

ZRS, Band 4, Heft 1


© Walter de Gruyter 2012 DOI 10.1515/zrs-2012-0011
46 Melitta Gillmann

Deutsch. Biografie einer Sprache

Bei Götterts Monografie handelt es sich um eine populärwissenschaftliche


Lektüre, die nicht für die Hochschullehre konzipiert ist, weshalb ihr in die-
ser Besprechung der geringste Raum zukommt.
Wie der Untertitel Biografie einer Sprache verrät, wendet Göttert die
Metapher einer Lebensgeschichte auf die Sprache an: Sie entsteht als Kind
germanischer Eltern, Mönche sind Geburtshelfer. Im weiteren Verlauf wird
Heranwachsen und Reifungsprozess beschrieben. Das Bild ist problematisch,
da es einen eindeutigen Anfangspunkt sowie ein (Lebens-)Ende suggeriert.1
Der Verfasser intendiert jedoch Gegenteiliges zu zeigen: Trotz des nicht zu
leugnenden starken Einflusses des Englischen sei das Deutsche nicht von
Verdrängung oder Verfall bedroht, auch wenn der heutige Sprachkontakt
von besonderer Intensität sei. Mit der diachronen Perspektive will Göttert
verdeutlichen, dass es in seiner Geschichte häufig in Sprachkontakt stand.
Dabei liegt sein Schwerpunkt weniger auf dem innersprachlichen Wandel:
Er behandelt die kulturhistorischen Hintergründe der Sprachentwicklung
und die Etablierung des Deutschen als Literatur- und Wissenschaftssprache.
Zu diesem Zweck werden die wichtigsten literarischen Epochen durchlau-
fen, wobei immer ein besonderes Augenmerk auf der rhetorisch-stilistischen
Ausgestaltung der Texte liegt. Auch werden die Anfänge der wissenschaftli-
chen Beschäftigung mit der deutschen Sprache behandelt: Nach Leibniz’
grundlegenden Überlegungen zum Verhältnis von Sprache und Verstand
kommt Göttert u. a. auf die lexikografischen und grammatischen Schriften
Gottscheds und Adelungs sowie das Grimm’sche Großprojekt des Deut-
schen Wörterbuchs zu sprechen.
Nur am Rande werden innergrammatische Entwicklungen wie die Laut-
verschiebungen oder Monophthongierung und Diphthongierung angespro-
chen. Relativ großen Raum nehmen Ausführungen zum lexikalischen Wan-
del, v. a. zu Entlehnungen, ein. Weiterhin bilden die dialektale Vielfalt und
der durch Kanzleisprache, Reformation und Nationalismus vorangetriebene
Standardisierungsprozess zentrale Themen. Immer wieder kommt Göttert
darauf zu sprechen, dass das Deutsche sich gegenüber prestigehaltigeren
Konkurrenten (Latein, Französisch usw.) behaupten musste bzw. unter de-
ren Einfluss stand. Angesichts dieser historischen Erfahrungen müsse es
nicht als bedrohlich empfunden werden, dass sich gegenwärtig das Englische
zur Lingua Franca etabliert.
Insgesamt ist die Intention des Autors, die Gefahren, die von Sprach-
wandel und Sprachkontakt ausgehen, zu relativieren, aus linguistischer

1
Zudem erinnert es an die überholte Theorie der Sprache als Organismus mit Geburt,
Blütezeit und Verfall u. a. vertreten durch Bopp, Grimm und Schlegel (Berthele
2004: 723).
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Perspektive zu begrüßen. Auch wenn sich das Buch für den sprachhisto-
rischen Unterricht nicht eignet, kann es zur privaten Lektüre empfohlen
werden.

Einführung in die deutsche Sprachgeschichte

Schmids Einführung bietet einen gut verständlichen Zugang zu umfassen-


dem sprachgeschichtlichem Wissen. Sie ist ansprechend und übersichtlich
gestaltet: Zentrale Begriffe sind durch Fettdruck hervorgehoben, Defini-
tionen wichtiger Termini durch Umrahmung abgesetzt. Die besprochenen
Phänomene werden an ausführlichem Quellenmaterial demonstriert. Grau
hinterlegte Abschnitte „zur Vertiefung“ liefern weiterführende Erklärungen.
Nach einem einführenden Abriss über die historischen Sprachepochen rich-
tet sich die Gliederung nach den grammatischen Ebenen Laut und Schrift,
Wortformen, Satzbau und Wortschatz. Innerhalb dieser Kapitel wird chro-
nologisch vorgegangen, wobei der zeitliche Schwerpunkt zwischen dem 7.
und 17. Jh. liegt: So sind epochenübergreifende Entwicklungen gut nach-
vollziehbar dargestellt. Leider sind die sprachgeschichtlichen Fakten kaum
theoretisch untermauert. Im Anschluss an jedes Kapitel erfolgt zwar ein Ab-
riss über mögliche Ursachen der beschriebenen Wandelphänomene, doch
ist dieser nur skizzenhaft gehalten. Besonders die Theorien, an denen der
Autor Kritik übt (z. B. Semitentheorie S. 60, Relevanztheorie S. 182), hätten
einer ausführlicheren Darstellung bedurft.
Das Kapitel „Laut und Schrift“ (S. 57-116) setzt bei den Problemen der
ersten Verschriftungen an. Die darauffolgende phonologische Betrachtung
beginnt mit vokalischen Verschiebungen, wobei Prozesse von der wgerm.
Hebung bis hin zur fnhd. Dehnung in offener Tonsilbe präsentiert werden.
Im konsonantischen Bereich reicht der Einblick von den Lautverschiebun-
gen bis hin zur fnhd. Konsonantenepenthese. Hilfreich ist hier die Einbet-
tung in wissenschaftsgeschichtliche Zusammenhänge. Leider weicht der Au-
tor an manchen Stellen von der üblichen Terminologie ab: So bezeichnet er
vokalharmonisch bedingten Wandel im Wgerm. (e>i, eu>iu, u>o) als „prä-
historischen Umlaut“ (S. 66) und spricht in diesem Zusammenhang davon,
dass „das vorausgehende u zu o gehoben [!] wurde“ (ebd.).
Kapitel 4 (S. 117-183) beschäftigt sich mit dem flexionsmorphologi-
schen Wandel von Verben (4.1), Substantiven (4.2), Adjektiven (4.3), Pro-
nomina (4.4) und Zahlwörtern (4.5). Der verbalmorphologische Teil liefert
eine detaillierte Betrachtung der Ablautreihen. Nach einer allgemeinen Er-
klärung zu Alter und Entstehung der schwachen Verbformen wendet sich
Schmid den unterschiedlichen schwachen Klassen zu. Abschließend folgt
ein Exkurs zu verbalen Sonderklassen.
Der Abschnitt zur Substantivflexion setzt bei der gegenwärtigen Arbi-
trarität der Pluralbildung an, deren Ursachen nur in der sprachgeschicht-
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lichen Betrachtung zu klären seien: So leitet Schmid zur Darstellung des


dreigliedrigen Substantivs im Idg. über, um dann auf die einzelnen
Stammklassen und deren historische Entwicklung einzugehen. Diese Skiz-
ze hätte mit der Darstellung aktueller Tendenzen abgerundet werden
können.
Das syntaktische Kapitel legt den Schwerpunkt auf den „einfache[n] Satz
und die Struktur von Wortgruppen“ (5.1) sowie „Komplexe Sätze“ (5.2). Es
schließt mit Ausführungen zur „Negation“ (5.3). Eine allgemeine Einleitung
stellt die zentrale Rolle des Verbs heraus, um anschließend auf den histori-
schen Valenzwandel durch Kasusabbau (z. B. Ersatz des Instrumentals durch
Präpositionalkasus) einzugehen. Es folgen Ausführungen über die Entwick-
lung von V2-Strukturen im Hauptsatz. Der nächste Abschnitt zur „Verb-
gruppe“ (S. 189) steht im typologischen Kontext der Analytisierung,2 die
Schmid u. a. in der Entstehung periphrastischer Tempusformen verwirklicht
sieht. Er exemplifiziert die Entwicklung an der Herausbildung des Perfekts
und definiert – leider nur sehr skizzenhaft – den Begriff der Grammati-
kalisierung. Auch für die „Substantivgruppe“ (S. 196) konstatiert er Ana-
lytisierungstendenzen, die u. a. aus der Obligatorisierung des Artikels her-
vorgehen.
Nachdem Schmid auf das Abgrenzungsproblem von Haupt- und Ne-
bensätzen vor der Fixierung der Verbstellung verwiesen hat, gibt er einen
Überblick über Attribut-, Inhalts- und verschiedene Adverbialsätze. Die
Entstehung subordinierender Konjunktionen demonstriert er am Beispiel
von dass.3 Abschließend wird der Negationswandel skizziert.
Kapitel 6 (S. 227-278) beginnt mit der Veranschaulichung der Wort-
schatzschichten an einem Zeitungsartikel, die daraufhin besprochen werden.
Abschließend folgen knappe Überlegungen zur ‚Unsichtbaren Hand‘ und
kurze Definitionen zu Mechanismen des Bedeutungswandels.
Dieses Buch empfiehlt sich besonders für Studierende, die sich über
sprachhistorische Fakten informieren möchten. Es übermittelt ein breites
Faktenspektrum, erklärt diese jedoch kaum in Bezug auf linguistische Theo-
rien.

2
Gegen den Gedanken einer uneingeschränkten Analytisierung vgl. u. a. Ronneberger-
Sibold (1993) und neuerdings Szczepaniak (2010).
3
Eine Alternative zu dem hier vorgestellten Szenario, in dem dass aus der Reanalyse
des demonstrativ gebrauchten das im übergeordneten Satz hervorgegangen sein soll,
bietet Axel (2009).
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Deutsche Sprachgeschichte

Speyer gibt einen knappen Überblick über die deutschen Sprachepochen,


wobei der Schwerpunkt auf den linguistischen Ebenen Phonologie, Mor-
phologie und Syntax liegt. Illustrative Abbildungen, tabellarische Übersich-
ten und die Hervorhebung zentraler Termini im Text erleichtern das Ver-
ständnis. Jedes Kapitel beginnt mit einem einführenden Absatz, welcher die
wichtigsten Stichpunkte komprimiert darbietet, und schließt mit wenigen
weiterführenden Literaturhinweisen. Speyer selbst verweist auf die Kürze
der Einführung (S. 7), die auf 120 Seiten einen Überblick über eine ganze
Disziplin geben möchte. Besonders im Theorieteil wären ausführlichere Er-
klärungen hilfreich. An einigen Stellen würden Beispiele das Verständnis
erleichtern.
Kapitel 1 stellt die theoretischen Grundlagen vor, indem es die Mecha-
nismen, die in den grammatischen Modulen wirksam sind, einführt. Wäh-
rend der phonologische Wandel recht ausführlich besprochen wird (S. 9-16),
beschränkt sich der Morphologieteil auf die Analogie (S. 16-18). Darauf
folgt ein zweiseitiger Abschnitt zur Grammatikalisierung. Zum Verständnis
dieses relativ komplexen Prozesses wäre die Verdeutlichung an einem Bei-
spiel hilfreich gewesen. Dies hätte auch in Verknüpfung mit dem Abschnitt
zum syntaktischen Wandel erfolgen können, wo mehrere Grammatikalisie-
rungsprozesse behandelt, aber nicht als solche benannt werden (darunter die
Herausbildung des Definitartikels). In diesem Teil wird Vertrautheit mit
generativen Modellen vorausgesetzt.
Kapitel 2 (S. 25-38) umreißt die wichtigsten idg. und germ. Sprachzwei-
ge. Danach greift der Verfasser exemplarisch einschlägige Charakteristika
der germ. Sprachen auf: Anschaulich präsentiert er die 1. Lautverschiebung
mit Vernerschem Gesetz. Im morphologischen Bereich wird die Entstehung
der schwachen Verbflexion beleuchtet, als syntaktisches Phänomen der Ur-
sprung der V2-Stellung.
In Kapitel 3 bis 6 behandelt Speyer nacheinander die Epochen der dt.
Sprachgeschichte und greift jeweils exemplarisch bestimmte Phänomene aus
Phonologie, Morphologie und Syntax auf, ohne ein besonderes Augenmerk
auf Kontinuität zu legen. Im Abschnitt „Vorgeschichte des Deutschen“
(S. 39-54) geht er auf die 2. Lautverschiebung, den i-Umlaut und unter dem
Stichpunkt „Entstehung einer Bildungssprache“ (S. 51) auf Wortschatz-
erweiterungen ein. Bezüglich der Umlautvokale argumentiert Speyer über-
zeugend, dass der Sekundärumlaut bereits vor seiner Verschriftung lautlich
realisiert wurde.
Das Kapitel zum Ahd. (S. 55-67) beginnt mit der dialektalen Vielfalt.
Im anschließenden Morphologieteil werden exemplarisch einige nominale
Flexionsklassen und die charakteristischen Eigenschaften der schwachen
und starken Verbklasse vorgestellt. Neben der Entwicklung von V2-Struktu-
ren wird die schwach ausgeprägte Hypotaxe der Sprachepoche thematisiert.
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Mit knapp sieben Seiten (S. 68-74) nimmt die mhd. Sprachstufe den
geringsten Raum in diesem Buch ein (Kap. 5): Abgeschwächte Nebensilben
werden als wichtigstes phonologisches Merkmal der Epochenabgrenzung
vorgestellt und im Anschluss hinsichtlich ihrer flexionsmorphologischen
Folgen (Synkretismen) beleuchtet. Der nächste Abschnitt skizziert die wich-
tigsten Entwicklungen im pronominalen Bereich (z. B. Ausbreitung der
Akk.-Endung -ch). Abschließend wird die doppelte Negation besprochen.
Das sechste Kapitel (S. 75-88) präsentiert Monophthongierungen und
Diphthonierungen als Grenzmerkmale zwischen Mhd. und Fnhd. Daneben
wird die zentrale Bedeutung der fnhd. Vokaldehnung betont, die Akzentu-
ierung und Silbenschwere obligatorisch koppelt. Sehr verkürzt ist die Dar-
stellung der periphrastischen Verbformen (werden-Passiv, Zustandspassiv,
Futur und Perfekt). So suggeriert die knappe Darstellung, das sein-Passiv
existiere erst seit dem Mhd. und das Perfekt sei Ende des 14. Jh.s zum
ersten Mal belegt. Der Autor bezieht sich offensichtlich auf die funktionale
Reanalyse. Der Abschnitt zum Umbau der Nominalmorphologie rekurriert
auf die fnhd. Numerusprofilierung und Kasusnivellierung, wobei die Be-
griffe nicht fallen. Dagegen wird auf den Wandel vom Stamm- zum
Grundformprinzip Bezug genommen. Das Kapitel schließt mit einem typolo-
gischen Exkurs auf die Ausbildung verbaler und nominaler Klammerstruktu-
ren.
Das Kapitel „Standard und Dialekt“ (S. 89-101) setzt mit der Entstehung
der Standardsprache aus der „kursächsich-meißnischen Kanzleisprache“
(S. 95) und der Herausbildung einer Aussprachenorm einen soziolinguisti-
schen Schwerpunkt.
In Kapitel 8 zeigt Speyer aktuellere Tendenzen des Deutschen auf
(S. 102-112): Als phonologische Neuerung führt er die „Entrollung des /r/“
(S. 102) an. Danach wird Numerusprofilierung als seit dem Fnhd. anhal-
tende Konstante herausgestellt, die ihr verbalmorphologisches Äquivalent in
der Tempusprofilierung (u. a. durch die Uniformierung des Präteritalab-
lauts) findet. Der syntaktische Abschnitt widmet sich jüngeren Prozessen,
darunter der Entleerung des Mittelfelds durch Ausklammerung. Danach re-
lativiert der Verfasser die vermeintliche Bedrohung des Standards durch die
Jugendsprache und distanziert sich von der populären Diskussion über den
drohenden Verfall des Deutschen.
Im abschließenden Kapitel 9 bekommt der Leser erfreulicherweise auch
einen Einblick in die Sprachgeschichte des Niederdeutschen (S. 113-120):
Nach einer allgemeinen Periodisierung unter Einbezug der wichtigsten
Schriftzeugnisse werden Grundzüge des Altsächs. und Mndt. vorgestellt und
Gründe für die Verdrängung durch das Hdt. genannt.
Insgesamt informiert dieses Buch über die zentralen Charakteristika der
einzelnen Sprachepochen und bietet somit eine gute Einstiegslektüre, die
jedoch v. a. im Bereich der theoretischen Grundlagen ausführlicher sein
könnte.
Christiane Götzeler. Anglizismen in der Pressesprache. 51

Literatur

Axel, Katrin. 2009. Die Entstehung des dass-Satzes – ein neues Szenario. In:
Veronika Ehrich u. a. (Hg.). Koordination und Subordination im Deut-
schen (Linguistische Berichte, Sonderheft 16). Hamburg: Buske. 21-42.
Berthele, Raphael. 2004. Dialektsoziologie. Soziolinguistische Aspekte in der
Dialektologie. In: Ulrich Ammon u. a. (Hg.). Sociolinguistics. Soziolin-
guistik. Ein internationales Handbuch. 1. Teilband. 2. Aufl. Berlin, New
York: De Gruyter. 721-739.
Ronneberger-Sibold, Elke. 1993. ‘Typological Conservatism’ and framing
constructions in German morphosyntax. In: Jaap van Marle (Hg.). His-
torical Linguistics 1991. Papers from the 10th International Conference
on Historical Linguistics. Amsterdam, Philadelphia: John Benjamins.
295-314.
Szczepaniak, Renata. 2010. Wird die deutsche Nominalphrase wirklich ana-
lytischer? Zur Herausbildung von Diskontinuität als synthetische Ver-
dichtung. In: Dagmar Bittner & Livio Gaeta (Hg.). Kodierungstechniken
im Wandel. Das Zusammenspiel von Analytik und Synthese im Gegen-
wartsdeutschen (Linguistik – Impulse & Tendenzen 34). Berlin, New
York: De Gruyter. 123-136.

Christiane Götzeler. 2008. Anglizismen in der Pressesprache. Alte und neue


Bundesländer im Vergleich (Greifswalder Beiträge zur Linguistik 5). Bremen:
Hempen. xii, 417 S.

Thomas Niehr RWTH Aachen University


Institut für Sprach- und Kommunikationswissenschaft
Eilfschornsteinstr. 15
D-52062 Aachen
t.niehr@isk.rwth-aachen.de

Nach wie vor ist die Untersuchung von Pressesprache für LinguistInnen ein
interessantes Feld. Zwar sind die generellen Eigenheiten der Pressesprache
in der reichhaltigen Sekundärliteratur relativ erschöpfend beschrieben wor-
den, andererseits stellen Pressetexte immer noch interessantes Material zur
Analyse besonderer sprachlicher Phänomene dar. Dies macht sich Götzeler
zunutze, indem sie mit ihrer Untersuchung die Pressesprache im westlichen
und östlichen Teil Deutschlands nach der Wende von 1989 untersucht und
den – immer wieder und immer noch sprachkritisch bewerteten – Anglizis-

ZRS, Band 4, Heft 1


© Walter de Gruyter 2012 DOI 10.1515/zrs-2012-0012