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Rede Shdanows auf der Konferenz der kommunistischen

Parteien Europas, 22. September 1947.


(„Zwei-Lager-Theorie“)
Das durch den Zweiten Weltkrieg veränderte Kräfteverhältnis zwischen der Welt des Kapitalismus
und der Welt des Sozialismus hat die Bedeutung der Außenpolitik des Sowjetstaates noch erhöht und
die Maßstäbe seiner außenpolitischen Aktivität erweitert. Die Aufgabe der Sicherung eines gerechten
demokratischen Friedens fasste alle Kräfte des antiimperialistischen und antifaschistischen Lagers
zusammen. Auf dieser Grundlage wuchs und erstarkte die freundschaftliche Zusammenarbeit der
UdSSR und der demokratischen Länder in allen Fragen der Außenpolitik. Diese Länder und vor allem
die Länder der neuen Demokratie, Jugoslawien, Polen, die Tschechoslowakei und Albanien (haben
kommunistische Regierungen), die eine große Rolle in dem Befreiungskrieg gegen den Faschismus
gespielt haben sowie Bulgarien, Rumänien, Ungarn (besetzt durch SU) und zum Teil auch Finnland
(ließ Durchmarsch sowjetischer Truppen zu), die sich der antifaschistischen Front in der
Nachkriegsperiode angeschlossen haben, erwiesen sich als standhafte Kämpfer für den Frieden, für
die Demokratie und für ihre Freiheit und Unabhängigkeit gegen alle Versuche der USA und Englands,
ihre Entwicklung zurückzudrehen und sie erneut unter das imperialistische Joch zu zwingen.
[...] Bereits während des Zweiten Weltkrieges wuchs in England und in den USA ständig die
Aktivitäten der reaktionären Kräfte, die danach strebten, das gemeinsame Vorgehen der alliierten
Mächte zu sabotieren, den Krieg in die Länge zu ziehen, die UdSSR ausbluten zu lassen und die
faschistischen Aggressoren vor einer vollständigen Vernichtung zu retten. Die Sabotierung der
zweiten Front (in Frankreich) durch die angelsächsischen Imperialisten mit Churchill an der Spitze
spiegelte klar diese Tendenz wider, die im Grunde genommen eine Fortsetzung der "München-
Politik" unter neuen, veränderten Verhältnissen darstellte. Aber solange der Krieg andauerte, wagten
die reaktionären Kreise Englands und der USA nicht, der Sowjetunion und den demokratischen
Ländern offen entgegenzutreten, weil sie sich wohl bewusst waren, daß die Sympathien der
Volksmassen in der ganzen Welt ungeteilt auf der Seite der Sowjetunion und der demokratischen
Länder waren. [...]
Bereits im Laufe der Besprechungen auf der Potsdamer Konferenz der drei Mächte im Juli 1945
zeigten die anglo-amerikanischen Imperialisten, daß sie nicht gewillt waren, die legitimen Interessen
der Sowjetunion und der demokratischen Länder zu berücksichtigen.
Quelle: Wolfgang Lautemann/Manfred Schlenke (Hrsg.), Die Welt seit 1945, a. a. O., S. 156 f

Shdanow sieht zwei feindliche Lager entstehen, das sozialistische und das kapitalistisch-
imperialistische Lager.
1. a) Zeige die Vorwürfe, die Shdanow den westlichen Staaten USA und GB macht.

1.b) Shdanow sieht die SU und die sozialistischen Staaten s̈ ehr positiv. Was macht alle
diese Länder aus?
Winston Churchill: Telegramm an Präsident Truman, 12. Mai 1945
(„Eiserner Vorhang“)
Die Lage in Europa beunruhigt mich zutiefst. [...] Die Zeitungen sind voll von Nachrichten über den
massiven Abzug der amerikanischen Armeen aus Europa. Auch unsere Armeen dürften auf Grund
früherer Beschlüsse wesentlich reduziert werden. Die kanadische Armee zieht bestimmt ab. Die
Franzosen sind schwach und schwer zu behandeln. Es liegt offen zutage, dass unsere bewaffnete
Macht auf dem europäischen Kontinent binnen kurzem dahinschwinden wird und dort nur noch
schwache Kräfte zur Niederhaltung Deutschlands verbleiben.
[...] Ich habe mich stets um die Freundschaft der Russen bemüht; aber ihre falsche Auslegung der
Jalta- Beschlüsse, ihre Haltung gegen Polen (Einsetzung einer kommunistischen Regierung), ihr
überwältigender Einfluss auf dem Balkan bis hinunter nach Griechenland (Bürgerkrieg der
Kommunisten gegen Bürgerliche), die uns von ihnen in Wien bereiteten Schwierigkeiten, die
Verkoppelung ihrer Macht mit der Besetzung und Kontrolle so ungeheurer und weiter Gebiete, die
von ihnen inspirierte, kommunistische Taktik in so vielen anderen Ländern und vor allem ihre
Fähigkeit, lange Zeit große Armeen im Felde stehen zu lassen, beunruhigen mich ebenso sehr wie Sie.
Wie wird sich die Lage in ein bis zwei Jahren darstellen, wenn die britischen und amerikanischen
Armeen nicht mehr existieren und die Franzosen noch keine beachtliche Armee aufgestellt haben, so
daß wir nur über eine Handvoll Divisionen, davon die Mehrzahl französischer, verfügen, während
Russland zwei- bis dreihundert unter den Fahnen hält?
Ein eiserner Vorhang ist vor ihrer Front niedergegangen. Was dahinter vorgeht, wissen wir nicht. Es
ist kaum zu bezweifeln, daß der gesamte Raum östlich der Linie Lübeck-Triest-Korfu schon binnen
kurzem völlig in ihrer Hand sein wird. Zu all dem kommen noch die weiten Gebiete, die die
amerikanischen Armeen zwischen Eisenach und der Elbe erobert haben, die aber, wie ich annehmen
muß, nach der Räumung durch Ihre Truppen in ein paar Wochen gleichfalls der russischen
Machtsphäre einverleibt sein werden. [...]
Quelle: Wolfgang Lautemann/Manfred Schlenke (Hrsg.), Weltkriege und Revolutionen 1914-1945, Geschichte in
Quellen, S. 574 f.

2. Winston Churchill zeigt sich in dem Telegramm besorgt über die Lage in Europa.
Zeige die Probleme auf, die seiner Meinung nach Kriegsende in Europa entstanden
sind.