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IMC OnAir ...

Broadcasting show No. 42


– 17th February 2009 ( )
radio station: TideRadio 96.0 ( )

Raga CDs des Monats:


„Moorchanas
- Die Matrix der Seele durch Musik.“
- Moderationstext / VORLAGE v. 16.02.2009-1 -

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© 02/2009 – Verbundkonzept EUFLETZ (Stiftung i.G.) – Teilprojekt IMC – India meets Classic (Lothar J.R. Maier)
Hintergrund ...
IMC OnAir gliedert sich als Radiosendung (Kabel/Antenne + Internetstream/PodCast)
historisch u. hierarchisch in folgenden Aufbau. Die Struktur soll als konzeptionelle
Markenarchitektur für alle sozialen Projekte von IMC verstanden werden.
Projektbüro „Sinn-Macher.net“ – personalisierte Marke des
Ideengebers und Initiators Lothar J.R. Maier mit
Erstkonzeptionierung in 04/2003.
Die Inhalte dieser auf „Sinn“ fokussierten Website (www.sinn-
macher.net) befasst sich mit nahezu allen Aspekten rund um die
Begrifflichkeit “Sinn” (z.Z. ca. 70 Webpages). – Und reflektiert
das lebensphilosophische Verständnis, aus dem alle
Teilprojekte wie IMC entwickelt werden.
Die Teilprojekte von IMC sind Bestandteile des
Gesamtkonzeptes der EUFLEHTZ Stiftung i.G. (Europäisches
Forschungs-, Lehr-/Lern- u. Therapiezentrum für Life-Sciences)
– www.eufletz-stiftung.de .
IMC – India meets Classic (www.india-meets-classic.net) wurde
gegründet zur Realisierung von musiktherapeutischen
Angeboten auf der Basis indisch klassischer Musik, als
Ergänzung zu dem segeltherapeutischen Konzept „3iE“.
Unter IMC – India meets Classic subsumieren sich alle IMC-
Teilsegmente. Das Logo darf als Dachmarke aller Teilleistungen
und Sub-Brands verstanden werden.
„IMC OnAir“ steht für die Broadcasting-Plattform von IMC via
Radio (www.imcradio.net) und konvergenter Medien, wie das
PodCasting (RSS Feeds – Push-&Pull-Technologie) oder
PhoneCasting.

IMC-Förderinitiative „TablaPerformance – TablaGroup


Hamburg“, das erste der Öffentlichkeit vorgestellte Teilprojekt ...
unter der Themenüberschrift „Heimat – Individuum &
Gesellschaft“ wurde als Weltpremiere beim Festival der Kulturen
2005 das Textrezitativ (Deutschfassung) des englischen
Originalwerkes „Creative Unity“ (1922) von Rabindranath Tagore
interpretiert, Indien’s grösster Philosoph und erster
Nobelpreisträger für Literatur.
Culturebridge „Water is Life – Living with Water“ wurde im
Rahmen des Förderwettbewerbes der FHH in 4/2005 als
Konzept vorgestellt. Es legt den Focus auf Live-Performances
(„night of ragas“) u. Nachwuchsförderung (Schüleraustausch-
programm) mit dem Ziel des interkultureller Dialoges, für einen
KnowHow-Transfer von Indien nach Deutschland.
IMC – India meets Classic verfügt in seinem Gesamtansatz über
ein Konzept für musikpädagogische Arbeit an Schulen als
kleinere Teilleistung (6-wöchiger Workshop).
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(DOKU - Sendemoderation / 16022009-1)

Raga CDs des Monats:

Moorchanas
- Die Matrix der Seele durch Musik.

Erstausstrahlung: 17.02.2009 (23:00-23:58 Uhr)


Wiederholungstermin: ---

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[0.] Jingle (Intro)

IMC - India meets Classic ... eine Sendung für indisch klassische Musik.

IMC bietet Ihnen ein monatliches Hör- und Leseangebot mit Werken indischer
Musikmeister, Raga-CDs, Festivalreports und Special Features.

Über die Website Ihres Radiosenders oder mit einem Besuch bei IMC im Internet
finden Sie in deutscher und englischer Sprache weitere Infos zu den
Musikmeistern, zu indischen Instrumenten, dem Musiksystem Indiens und
vorgestellten CD-Titeln.

IMC - India meets Classic wird auch im Podcasting-Verfahren, im MPEG-Format


als Download angeboten. Stellen Sie sich Ihr ganz individuelles Radioprogramm
zur indisch klassischen Musik zusammen unter:

www.imcradio.net
(Englisch: uu-uu-uu_dot_aiemciereidio_dot_net)
imcradio.net
(Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net)

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(1) Anmoderation...
Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer !
... ich heiße Sie herzlich Willkommen bei „IMC - India meets Classic“, mit einer
weiteren Sendung für indisch klassische Musik. Mein Name ist Lothar J.R.
Maier.
Es freut mich, Ihnen unsere heutiges Thema zu präsentieren:
“MOORCHANAS – Die Matrix der Seele durch Musik.“ - Wie in all unseren
Sendungen „Raga-CDs des Monats“ hören Sie Beispiele original indisch-
klassischer Musik.
Beachten Sie auch die Hinweise zu unserem Hörertelefon und
Internetangebot in dem weiteren Verlauf der Sendung.

(2) Einführung (Bezug)...


Ansatz...
Die Grundform der indischen Klassik, die Ragas und Ragams Nord- und
Südindiens, sind auf den ersten Blick von einfacher Struktur. Es sind Skalen
mit fünf (5) bis sieben (7) Hauptnoten in der auf- und absteigenden Form -
innerhalb eines tonalen Raumes der uns in der westlichen Musik bekannten
Oktave.
Die Meister der indischen Klassik, die immer auch als Lehrer (guru) tätig sind,
beschreiben beim Unterrichten einer neuen Ragaskala die Moorchana-s bei
der Abwesenheit einer Note in der Form: „Sie sind vorhanden, aber werden
nicht benutzt.“
Wollen wir das komplexe Schema unserer Seele verstehen, sollten wir
entsprechend der indischen Philosophie die Moorchana-s entdecken. Es sind
hunderte von ineinandergreifender Harmonien, die in abstrakter Form als
„kosmischer Raga“ den lebenden Körper des Universums abbilden.

(3.1) Anmoderation... 1. Hörbsp... ()


Nach dem gleich nun folgenden, ersten Hörbeispiel wollen wir ein wenig mehr
Licht hinter den Begriff „Moorchana“ bringen..
Der herausragende Meister des Khayalgesangs der nordindischen Klassik,
Pandit Jasraj hat massgeblich zu der Wiederbelebung der antiken
Moorchanas beitragen. Aus der CD „Jasraj – Darbar“ hören wir den Raga
Bhinnashadja, ein Fünf-Tonrage. Er wird zur Abendzeit und als saisonaler
Raga im Winter gespielt. Die Komposition „Aja Hun aaye sudhara piaya
shyam“ preist Lord Krishna, die höchste Gottheit im Hinduismus.
Ungewöhnlich in dieser Aufnahme die Begleitung durch Tabla und Pakawaj.
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(3.3) Abmoderation... 1. Hörbeispiel...


Wir hörten den Gesangsvirtuosen Pandit Jasraj, mit dem Abend- und
Winterraga Bhinnashadja und der Komposition „Aja Hun aaye sudhara piaya
shyam“.
Die CD „Jasraj – Darbar“ wurde beim Label SWM – SenseWorldMusic im
Jahre 2003 veröffentlicht. Es begleiteten: Nandan Mehta auf der Tabla und
Hemant Bhatt auf der Pakhawaj. Das Harmonium spielte Mehmood Dhaulpuri,
im Gesang begleiteten Shuman Ghosh und Niraj Parikh.

(4.1) BIOGRAPHISCHES (1)...


Abgrenzung....
Betrachtet man die Entwicklung in der indischen Klassik von der
„romantischen Seite“, wie es sich meist in der Literatur und seitens der
Musikwissenschaften darstellt, werden besonders der emotionale Aspekt der
Ragas, die neun (9) Stimmungsbilder, Nava Rasa-s, der Zeitzyklus, die
Spielzeit des Tages, Samay und die mikrotonale Struktur, die Shruti-s
hervorgehoben... zu einer eher mathematischen Analyse der Moorchanas
kommen wir später.
Literatur...
In der nordindischen und südindischen Klassik gehen die Ragas und Ragams
auf die älteste musikalische Abhandlung des Weisen Matanga Muni zurück. Er
ist der Verfasser des Brihaddeshi. Matanga lebte vor 2000 Jahren. Von ihm
wurden die Moorchanas bereits beschrieben.
Zu Matangas Zeit hatte die Musik ausschliesslich eine Begleitfunktion. Sie
wurde für die Darstellung von Dramen verwendet - purvaranga. Bis in’s 15.-17.
Jahrhundert nach Christus entwickelten sich die uns heute bekannten
Ragaformen, in der südindischen Klassik die Ragams des Melakarta-Systems
bis in’s 18. Jahrhundert.
Sprache...
Das uns bekannte Notenmaterial der Ragas, die shruti-s, kann historisch auf
die stimmliche Klangbildung von Vokalen (Swara-s) und Konsonanten
(Vyanjanas) zurückgeführt werden. Es sind sieben (7) Hauptnoten und 22
Tonintervallen innerhalb einer Oktave.
Matanga Muni führte in der musikalischen Tradition – Ghandarva - den Begriff
Moorhanas ein, in Bezug auf eine frühere Vor-Form der Ragas, den Jati-s -
Jati-Gaan.
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Wortstamm....
„Moorchana“ leitet sich aus dem Wortstamm „Moorcha“ ab. Im Sanskrit
bedeutet dies: „die Unbewusstheit“ (unconsiousness).
Das Sanskrit, die Wissenschaftssprache Indiens entstand aus der
systematische Studie der zu jener Zeit gängigen Alltagssprachen, ihrer
Gemeinsamkeiten und durch eine systematische Bereinigung und Regulierung
(Samskritham)...
Die systematische Herangehensweise für das Sanskrit finden wir im antiken
Indien auch zur Betrachtung und Entwicklung der klassischen Musik und
indischen Ragas. Die Moorchana-s sind ein erstes Ergebnis dieser Studien.

(4.2) Anmoderation... 2.Hörbsp.


Es ist der Verdienst von Pandit Jasraj, den wir in unserem ersten Beispiel zu
Gehör bekamen, ein einzigartiges Konzept für den Duettgesang in der
indischen Klassik eingeführt zu haben.
Auf der Basis des antiken Systems der Moorchanas, singen ein weiblicher und
männlicher Vokalist gleichzeitig unterschiedliche Ragas in ihren jeweiligen
Skalen.
In Pune, der zweitgrössten Stadt des Bundesstaates Maharashtra im Westen
Indiens, wurde dafür von den Musikliebhabern der Begriff „Jasrangi
Jugalbandi“ geprägt.
Es präsentieren uns nun als Vertreter der jüngeren Generation ein Jasrangi in
einem 4er Beat, mit zwölf (12) Zeiteinheiten in sechs (6) Einteilungen – Ektaal
– in dem Übergang von einem langsamen (vilambita) zu schnellen (druta)
Tempo, in der Kombination Abhogi-Kalawati, Pooriayadhanashri-
Suddhabasant und Madhuwanti-Natabhairav.
Wir hören den frühere Schüler von Pandit Jasraj, Sanjeev Abhyankar, geboren
1969 zusammen mit Ashwini Bhide Deshpande, einer 1960 in einer
Musikerfamilie geborenen und sehr ausdrucksstarken Sängerin.
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(4.5) Funktionale Aspekte...


Die Moorchana-s übernehmen eine wichtige Funktion in der Gestaltung von
Ragakompositionen. Mit ihnen kann jede der sieben (7) Hauptstufen einer
Ragaskale in den Grundton „Sa“ verwandelt werden, von dem aus neue
Ragas mit den gleichen Intervallabständen des ursprünglichen Ragas
entwickelt werden. Dieser modale „Shift“, Shadja bewirkt in der akkustischen
Wahrnehmung eine Veränderung des emotionalen Ausdrucks des
ursprünglichen Ragas. Diese Technik wird Moorchana Paddhati genannt.
Modal Shift (Tonic Method) 1. 7.
Sankarabharana: s –r– g– m–p–d –n
Kharaharapriya: n –s–r– g– m–p–d

Neben dieser antiken Form des modalen Shiftens gibt es eine modernere
Variante zur Ableitung der Skalen, dem fixierten System des Grundtons (fixed
Tonic method). Hier wird die erste Stufe Sa beibehalten und einzelne
Intervallabstände verändert.
fixed Tonic Method 3. 7.
Sankarabharana: s–r– g– m–p–d– n
Kharaharapriya: s–r–g– m–p–d–n

Eine Ragaform, die aus verschiedenen Moorchana-s hervorgeht, wird


Moorchanakaraka Raga genannt.

Im Antiken Indien hat man die Ragas mit der Zahlenfigur „999“ identifiziert. Sie
spiegelt die Natur der inneren Geometrie des Cosmos wieder, wie sie durch
die Moorchanas im Inneren des Zuhörers und Musizierenden gespiegelt wird.
Im Äusseren sind die Moorchanas ein Spiegel der Welt, der Grundton Sa
erzählt ihre Geschichte, wie eine Mixtur von Farben, die von dieser einzelnen
Note „Sa“ erzählt wird.
Ein Raga ist die Ausdehnung und Kontraktion des Haupttons Sa, wie das
Universums selbst erschaffen wurde, wie es sich ausdehnte und begrenzt ist.
Das Geheimnis der Moorchanas ist, das Ende mit dem Anfang zu
verknüpfen, in einem endlosen Kreislauf der Erneuerung. Dieser Punkt „Sam“,
mit Neubeginn wieder „Sa“, ist das Ursprungswort für Samadhi, der
Verschmelzung mit dem Göttlichen (Devi):
“Moorchana sangeet ki papaharini devi hai.” (Hindi)
[Muchanaa sangit-ki papherni devi-hä]
In der Musik sind die Moorchana-s das Göttliche, das von allen Sünden
befreit. Das Göttliche, das die Seele im Zustand der Sündenlosigkeit besucht.
Mit der zyklischen Endlosigkeit der Moorchanas – asankhya - erklärt sich die
innere Wahrnehmung des musikalischen Ausdrucks, es ist eine „Musik der
Sphären“.

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(4.6) Anmoderation... 3. Hörbeispiel...


Wie in der nordindischen Klassik finden die Moorchanas gleichfalls in der
südindischen Klassik Beachtung.
Ein Moorchanakaraka Raga auf der Basis des südindischen Ragam
Rasikapriya präsentiert uns der südindische Sänger Kavalam Sreekumar. Der
Ragam Rasikapriya ist der letzte, der 72ste im Melakarta-System der
karnatischen Musik.
Wir hören die Interpretation von „Paripahi Paahi-Krithi“ des in der
malayalamischen Sprache dichtenden Komponisten Kuttikunj Thankachi. Der
Krithi ist eine kompositorisches Format, die typisch ist für die südindische
Klassik. Jedes typische Konzert Südindiens hat einen Kriti als Bestandteil
eines längeren Musikstückes.
Der Sänger Kavalam Sreekumar aus dem Bundesstaat Kerala wird begleitet
im typischer Besetzung mit Violine und Mridangam, begleitet von Avaniswaam
Vinnu, Cherthala Dinesh und Payyannur Govinda Prasad
Der Live-Mitschnitt stammt von Thunchan Festival im Jahre 2007.
...

(5.1) Der Begriff der „Harmonie“...


Wir haben nun kennengelernt, dass die Moorchanas eine Art „harmonischen
Modus“ darstellen... zwischen den einzelnen Noten ein Verbindungsnetz, das
unbenutzt vor sich hinschlummert, bis es aus einem unbewussten Zustand
heraus den Weg freigibt, zu neuen Pfaden von Ragaskalen.
In einem erhöhten Wahrnehmungszustand (sensitivitiy) sind für die Musiker
und auch für den Zuhörer die Moorchanas hörbar. Sie identifizierern die
Herkunft eines Ragas und geben Hinweis darauf, wann sich ein Raga mit
einem anderen Raga zu einem „pochenden Ganzen“ – als ein Spiegel des
Universums - verbindet.
Diese Vision der Moorchanas – Darshan - zu erfahren, und wie sich die
Farben der Seele selbst verändern, ist für einen Musiker ein ständiges
Vergnügen. Sein feinsinniges Gespür lässt ihn die Moorchanas innerhalb der
Morchanas, und die Ragas innerhalb der Ragas hören.

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(5.2) Anmoderation... 4. Hörbsp. ... Flute Jugalbandi


Der südindische Komponist Thyagaraja lebte von 1767 bis 1847 und bildet bis
heute mit Muthuswami Dikshitar und Syama Sastri das Dreigestirn der
karnatischen Musik. Thyagaraja’s Kompositionen, im Besonderen die Kriti-s
sind beim indischen Publikum sehr beliebt.

Auf der Basis des antiken Ragas Kambhoji spielen uns in einem Achter-Beat
(Adi Tala) aus der CD „Carnatic Flute“ im Duett Padmashri Dr. N. Ramani, in
Indien einfach FluteRamani genannt, zusammen mit seinem Sohn,
Thiagarajan Ramani die Thyagaraja-Komposition „Sri Raghuvar Aprameya“.
Hier werden die Moorchana-s namentlich genannt.

virOcana kul(E)zvara svara lay(A)di


mUrchan(O)llasita nArada vinuta (zrI)

Oh Lord of the Solar Dynasty


O Lord praised by sage Narada who is ever sporting
amidst the variations
Arising from svara and laaya
O Lord Sri Raghuvara, the Immeasurable Lord!
Please protect me.
O Lord (Izvara) of the Solar (virOcana) dynasty (kula) (kulEzvara)!
O Lord praised (vinuta) by sage nArada who is ever sporting (ullasita)
amidst the variations (of rAga) (mUrchana) (mUrchanOllasita)
arising from (Adi) svara and laya etc (Adi) (layAdi)
(OR who is ever sporting in svara, laya and variations of rAgas etc)!
O Lord zrI raghuvara, the Immeasurable Lord! Please protect me.

(5.4) Abmoderation... 4. Hörbeispiel...


Das waren im Flötenduett Dr. N. Ramani mit seinem Sohn R. Thyagarajan und
der Komposition „Sri Raghuvara Aprameya“, in der südindischen Ragaform
„Kamboji“. Die Thyagaraja-Komposition findet sich auf der CD „Carnatic Flute“
des Labels RPG-EMI.

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(6.1) Typen von Moorchanas (1)... Gamakas


In der heutigen Lehrauffassung, die wir in Indien antreffen, finden sich die
Moorchana-s einem gestalterisches Stilelement zugeordnet, den s.g.
Gamaka-s.
„Swarasya kambo gamaka: srotra chitta sukhavaha“ (Sanskrit)
[Swarasya-kambo-gamaka: srotra-tschättä sukhavaha]

Die graziöse Bewegung einer Note, das gekonnte Ziehen einer Saite, das
Glückseligkeit an das Ohr des Hörer heranträgt, nennt sich Gamaka.
(That Graceful movement of the swara, that fine pull of the string, which brings
happiness to the hearer is a gamaka.)
Unterschiedliche Ausprägungen von Gamaka-s erzeugen unterschiedliche
Emotionen; dagegen macht das häufige Wiederholen einer Gamaka den
Ragagesang oder das Instrumentalspiel ausdruckslos und monoton. Ein
herausragender Musikmeister zeichnet sich durch das Wissen um eine
gelungene Kombination verschiedener Gamaka-s aus. Sie sind miteinander
verflochten; sie hängen von einander ab.
Am Beipeispiel der indischen Saiteninstrumente, den Veenas wie die Sitar
oder Sarode, werden spieltechnisch drei (3) Formen von Gamakas
unterschieden:
Kampitha Gamaka-s – durch das seitwärtige Ziehen einer Saite auf einer
bestimmten Note...
Sphurita Ghamaka-s – durch ein Anschlagen der Saite mit dem Mittelfinger
der linken Hand erzeugt und
die Ghamaka-s aus der Moorchana-Familie, meistens durch eine Slide-
Technik der rechten Hand entlang der Saite erzeugt.

(6.2) Anmoderation... 5. Hörbeispiele...


Diese Spieltechniken wird uns nun eine Meisterin ihres Faches, auf der
Veena, der indischen Laute präsentieren. Veena E. Gayathri wurde 1959 als
Tochter der Veenaspielerin Smt. Kamala Aswathama geboren. Als
Wunderkind begann sie bereits im Alter von 6 Jahren ihre musikalische
Karriere.
Heute widmet sich Veena Gayathri als Botschafterin dieses schwierigen
Instrumentes mit besonderem Augenmerk auf die spirituelle Bedeutung der
Veena, wegen ihrer strukturellen Ähnlichkeiten zur menschlichen Anatomie
und dem Rückenmark. Nach diesem Verständnis ist der Körper in drei (3)
Zentren, den Moolasthaana-s eingeteilt: Swargam, Marthyam und
Paathaalam, wie auch die Veena drei (3) Oktaven (sthaayees) umfasst:
Mandharam, Madyam und Dhaaram.
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(6.4) Abmoderation... 5. Hörbeispiel...

Von der CD Veena Classical hörten wir die Virtuosin E. Gayathri auf der
indischen Laute mit der Thyagaraja-Komposition „Nagumomu“. Die CD wurde
beim indischen Label T-Series, Super Cassettes Industries Ltd. (Noida)
veröffentlicht.

(7.1) Typen von Moorchanas (2)... Mathematisches Modell


In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts haben Mathematiker,
Computerexperten und Musikwissenschaftler sich der genaueren Betrachtung
der Moorchana-s angenommen und für das Notenmaterial der Ragas
innerhalb einer Oktave – Saptak – Typisierungen nachweisen können.
Mit Methoden der modularen Arithmetik können die Moorchanas und die sich
daraus ableitenden Ragaskalen sehr einfach ermittelt werden. Auch für den
Mathematiklaien steht eine 12x12er-Matrix MTM - Moorchana Transform
Matrix zur Verfügung, mit der sich die Moorchanas eines Ragas sehr schnell
berechnen lassen.
Auf der Basis der 7 Hauptnoten (svara-s), dem melodischen Grundmaterial
eines Ragas, werden die Moorchanas in 14 sequentielle Ordnungsmuster
gefasst. Die 1ste Moorchana „uttaramandra“ bildet folgende Sequenz:
Uttaramandra: 4 (sa) – 3 (ri) – 2 (ga) – 4 (ma) – 4 (pa) – 3 (dha) - 2 (ni).
Neben dieser Organisationsform sadja-grama existiert eine zweite Hauptform,
Madhyama-grama. So gliedert sich die 8. Moorchana „Sauviri“ wie folgt:
Sauviri: 4 (ma) – 3 (pa) – 4 (Dha) – 2 (ni) – 4 (sa) – 3 (ri) – 2 (ga)
Neben diesen beiden Hauptformen Sadja-Grama und Madhyama-Grama
existieren auch Klassifizierungen der Moorchanas für Sonderfälle, wie das
Weglassen von bestimmten Noten: Sadavatana.
Ein Hinzufügen von ein oder zwei Noten zu den sieben Hauptnoten (svara-s)
wird als Sadharana-Svara-s bezeichnet. Vergleichbar den Übergängen
zwischen den Jahreszeiten können damit in der Melodieform eines Ragas
emotionale Wechsel zum Ausdruck gebracht werden.
Weitere Ausprägungen, wie Gandhara-grama aus dem frühen Werk Dattilam
finden sich in dem späteren Natyasastra von Bharata Muni nicht mehr wieder.

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(8.1) Zusammenfassung...
Das System der Moorchana-s ist die umfassendste Quelle, neue Ragas zu
entdecken. Der Begriff der Harmonie in der indischen Klassik versteht sich als
eine Art Symphonie der Strasse, dem melodischen Terrain eines Ragas. Wie
alle Strassen, führen sie in die Welt hinaus; man kann auf ihnen aber auch
wieder zurückkehren. So bewegen wir uns mit Hilfe der Moorchanas durch
eine Ragaskala, zyklisch in der aufsteigenden und absteigenden Form.
In ihrem ruhenden Zustand des Unbewusstsein verharren die Moorchana-s
still, bis sie uns durch einen „reinen Geist“ den Weg zu neuen Ragas und
ihrem Platz innerhalb der universellen Familie von Ragaskalen öffnen - ein
ähnlicher Zustand, wie er sich uns durch Meditationspraxis offenbaren kann.
Die wissenschaftliche Aufarbeitung der Moorchana-s mit mathematischen
und computergestützten Modellen hilft uns im rationalen Sinne, die
Komplexität der Moorchanas zu entzerren und das kompositorische,
gestalterische Potential für Ragaskalen zu begreifen.

(8.2) Anmoderation... 6. Hörbsp. ...


Mit dem Klangbild des südindischen Ragas Malayamarutham, einem 6-Ton-
Raga in der aufsteigenden und absteigenden Skala, beschliessen wir heute
unsere Sendung. Der Ragam Malayamarutham erweckt in seiner meditativen
Stimmung den Morgen. Er gehört zu den Janya Ragas, als eine Abwandlung
von Chakravaham (Vegavahini (Dikshitar), dem 16. der 72 Hauptragas im
Melakarta-System.
Der klassische Prototyp von Malayamarutham ist der Thyagaraja-Kriti
„Manasa Etulo“, bereits in älteren Produktionen von Hindifilme anzutreffen.
Kein geringerer als der Violinist M.S. Gopalakrishnan präsentiert er uns die
subtile Ausführung der Moorchanas in dieser Komposition, in einem 7er-Beat
mit drei (3) Zeiteinheiten (Rupak Tala).
MSG wird begleitet von seiner Tochter Smt. M. Narmada. Die Aufnahme
stammt aus der CD „Master Piece – 13 / M.S.Gopalakrishnan Vol. 2“
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(9.1) Verabschiedung / Schlussmoderation


Das war IMC - India meets Classic. - Eine Sendung für indisch klassische
Musik.
Ich hoffe, Ihnen hat das heutige Thema zur Sendung "Raga CDs des Monats“
gefallen: „MOORCHANAS – Die Matrix der Seele durch Musik“.
Sie hörten dazu Beispiele mit den Gesangsvirtuosen Pandit Jasraj, Kavalam
Sreekumar und im Duett Sanjeev Abhyankar mit Ashwini Bhide Deshpande,
die Flötisten Dr. N. Ramani und Thiagarajan Ramani, Veena E. Gayathri und
auf der Violine M.S. Gopalakrishnan mit seiner Tochter Smt. M. Narmada.
Vielen Dank für’s Zuhören. - Am Mikrophon war Lothar J.R. Maier.
- Und vielleicht bis zum nächsten Mal. - Namaste.

(9.2) Abspann...

Hinweise zu kommenden Sendeterminen entnehmen Sie dem Internetangebot Ihres


Radiosenders.

- Oder besuchen direkt die Website von IMC - India meets Classic:

www.imcradio.net
(Englisch: uu-uu-uu_dot_aiemciereidio_dot_net)
imcradio.net
(Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net)
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Sie hörten die Sendung "IMC - India meets Classic" mit der Reihe "Raga CDs des Monats".

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(Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net).

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Kontakt:
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eMail: info@imcradio.net
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Projektbüro “Sinn-Macher.net”
c/o Lothar J.R. Maier (verantwortl. Redakteur i.S.d.P.)
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D-22453 Hamburg
Tel.: +49-(0)40- 41431-2872 (Intern.: -2892)
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Fax2eMail: +49-(0)180.5-999986-58919* (UMS)
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Internet: http://www.sinn-macher.net

*) 12 cent aus dem Netz der Dt. Telekom.

IMC-Kontaktdaten ...

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Tel.: +49-(0)40- 41431-2034 (Intern.: -2053)
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Internet: http://www.eufletz-stiftung.de | http://musictherapy.india-meets-classic.net

Authoren:
Lothar J.R. Maier (Endfassung)

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