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Unsere Meere
Hundischlau Wissen

© Copyright Hundischlau 2014

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Inhaltsverzeichnis

Die Entstehung der Meere ................................................................................. 3

Die Entwicklung der Meere ................................................................................ 5

Die 7 Weltmeere ............................................................................................. 5

Einfluss des Menschen auf die Meere ........................................................... 6

Der Anstieg der Meeresspiegel ...................................................................... 7

Natürliche Erderwärmung ............................................................................... 7

Was passiert mit den Eisbären? .................................................................... 8

Fläche und Tiefe der Meere ............................................................................... 9

Meeresströmungen .......................................................................................... 11

Monsterwellen .................................................................................................. 12

Unglaubliche Entdeckungen ............................................................................ 13

Die Gezeiten .................................................................................................... 15

Seebeben ......................................................................................................... 16

Der Tsunami ................................................................................................. 17

Lebewesen im Meer ......................................................................................... 19

Der Anglerfisch ............................................................................................. 26

Nutzung für die Wirtschaft ................................................................................ 28

Meeresforschung ............................................................................................. 29

Information ....................................................................................................... 33

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schlagartig und stieg als Was-
serdampf in die Atmosphäre auf.
Die Entstehung der Meere
Erst vor etwa 4,4 Milliarden Jah-
ren, also 200 bis 250 Millionen
Vor etwa 4,6 Milliarden Jahren Jahre nach der Entstehung, kühl-
entstand die Erde, indem in de n te sich die Erde ab und es ent-
Weiten des Weltalls Gesteins- stand eine äußere Kruste.
brocken aufeinanderprallten.
Durch die Abkühlung verflüssigte
Durch die Aufprallenergie erhitzte (kondensierte) sich der Wasser-
sich das Gestein und so entstand dampf in der Atmosphäre und fiel
eine glühende Gesteinsmasse, als dauerhafter Platzregen herab.
die durch weitere Einschläge
immer größer wurde. Die Wucht Hätten zu dieser Zeit Menschen
des Aufpralls ver- auf der Erde
setzte die Erdku- gelebt, was
gel in eine Dreh- aufgrund
bewegung (Rota- des gerin-
tion), wodurch sie gen Sauer-
ihr kugelförmiges stoffgehaltes
Aussehen bekam. und der gif-
tigen Gase
Durch den hohen der Atmo-
Druck der riesigen sphäre zur
Gesteinsmassen damaligen
wanderte das Eisen Zeit nicht möglich war, wären
aus dem Gestein zum Erdmittel- diese wahrscheinlich durch die
punkt, wo ein massiver Eisenkern Regenmassen ertrunken.
von derzeit 2.400 Kilometern
Durchmesser entstand. Da die Erdoberfläche und die
Meere noch immer sehr heiß wa-
Außer Gesteinsbrocken krachten ren, bildete sich ständig erneut
auch Asteroiden aus Eis auf die Wasserdampf, der für den un-
glühende Erdkugel nieder. Das in unterbrochenen Regen sorgte.
den Asteroiden enthaltende
Wasser verdampfte auf der glü- Schätzungsweise regnete es
hend heißen Erdoberfläche Tausende von Jahren ununter-
brochen, bis alle tiefer gelegenen
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Täler in der Erdkruste schließlich reinigten Wasser die sogenann-
mit Wasser gefüllt waren. ten Urbakterien. Diese Bakte-
rienart ernährte sich von den
So waren schließlich die Urmee- Giftstoffen im Wasser und schied
re entstanden. Doch diese waren als Abfallprodukt reinen Sauer-
keineswegs blau, so wie heute. stoff aus.
Nein, es war eine heiße giftige
Brühe, in der sich kein Leben
entwickeln konnte.

Der Grund dafür


waren, außer die
hohen Tempera-
turen, auch die
Metalle wie Ni-
ckel und Eisen
und die Chemi-
kalien, die der
Niederschlag
aus dem Gestein
gespült hatte.

Nicht nur die Urmeere waren


verunreinigt, auch die Atmosphä-
re, so wie wir sie kennen, exis-
tierte zu diesem Zeitpunkt noch
nicht. Die giftigen Gase ließen
den Himmel orangerot leuchten
und die Niederschläge waren
sauer und hochgiftig.

Vor etwa 3,5 Milliarden Jahren,


also 1 Milliarde Jahre, nachdem
der Wasserdampf der Asteroiden
herabgeregnet war und die Täler
mit Wasser gefüllt hatte, kühlte
die Erde samt der Meere weiter
ab. Nun bildeten sich im verun-

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Die Entwicklung der Meere Nachdem die Giftstoffe abgebaut
waren, blieb in den Meeren die
Die Sauerstoff produzierenden chemische Verbindung von Na-
Urbakterien vermehrten sich ra- trium und Chlorid zurück, was wir
send schnell, reinigten das Was- als Natriumchlorid oder Salz
ser und gaben dabei immer mehr kennen. Dies ist der Grund dafür,
Sauerstoff ab, das aus dem Meer dass die Meere salzig sind.
sprudelte und in die Atmosphäre
Man vermutet, dass vor 542 Mil-
emporstieg. Der orangerote
lionen Jahren bis 488 Millionen
Himmel reicherte sich mit Sauer-
Jahren, demnach über einen
stoff an und färbte sich allmählich
Zeitraum von 34 Millionen Jahre,
blau.
die Lebensvielfalt explodierte.
Auch das trübe Wasser färbte
Das heißt, unzählig neue Le-
sich aufgrund des erhöhten
bensarten wie Tiere und Pflanzen
Sauerstoffgehalts und der Reini-
entstanden in den Meeren, brei-
gung durch die Bakterien zu-
teten sich aus und besiedelten
nehmend blau.
schließlich auch das Land.
Vermutlich dauerte diese Ent-
wicklung Milliarden von Jahren,
denn der älteste Fund organi- Die 7 Weltmeere
scher Stoffe ist nur 542 Millionen
Anfangs bestand die Landmasse
Jahren alt.
aus einem zusammenhängenden
Teil, den man den Urkontinent
Dieser Fund würde besagen,
Pangäa nennt.
dass von vor
3,5 Milliarden
Dieser Konti-
Jahren bis vor
nent zer-
540 Millionen
brach in
Jahren allei-
viele Stü-
nig die Ur-
cke, die
bakterien die
man Kon-
Erde besie-
tinentalplat-
delt hatten.
ten, Erdplat-
ten oder tektonische Platten
Das entspricht einer Zeitspanne
nennt. Diese Stücke drifteten
von 2,96 Milliarden Jahren.
über das heiße flüssige Gestein
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des Erdinneren und sind bis heu- Einfluss des Menschen auf die
te noch ständig in Bewegung. Meere

Durch Verschiebung der Erdplat- Funde belegen, dass es erst vor


ten entstanden große Rillen, in 200.000 Jahren die ersten Men-
die das Meerwasser hineinfloss. schen in Afrika gab. Die Meere
boten den Menschen reichlich
Die Rillen wurden immer größer, Nahrung in Form von Meerestie-
bis sie schließlich kilometerbreit ren, wie Fischen, Muscheln oder
waren. Ähnliches.

Auf diese Weise wurde das riesi- Durch die spätere Industrialisie-
ge Urmeer in 7 kleinere Meere rung unserer Zeit vor 250 Jahren
aufgeteilt. wurden die Fischbestände durch
effektive Fischermethoden dras-
1. Atlantischer Ozean tisch reduziert.
2. Indischer Ozean
3. Pazifischer Ozean Das bewegte die Industrie dazu,
4. Arktisches Mittelmeer Fische als Nahrung zu züchten,
5. Amerikanisches Mittelmeer
um die Bestände der Meere zu
6. Australasiatisches Mittelmeer
7. Europäisches Mittelmeer schonen.

Der Plan geht auf, denn nach


und nach erholen (regenerieren)
sich die Fischbestände.

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Der Anstieg der Meeresspiegel Der ansteigende Meeresspiegel
ist aber kein Grund zur Sorge,
denn durch Vulkanaktivitäten und
Verschiebung der Erdplatten
(tektonische Platten oder Konti-
nentalplatten) entsteht ständig
neues Land, wo die Menschen in
Ruhe leben können.

Natürliche Erderwärmung

Am Meeresgrund befinden sich Durch Bodenproben kam man zu


Schlote, aus denen ununterbro- der Theorie, die sich Schneeball-
chen über 400 Grad Celsius hei- Erde nennt. Diese Theorie be-
ßes Wasser herausströmt und sagt, dass vor 715 bis 680 Millio-
die Meere immer weiter anstei- nen Jahren, demnach 35 Millio-
gen lässt. nen Jahre lang, die Erde wie ein
Schneeball ausgesehen haben
Hinzu kommt, dass durch die Er- muss, weil sie vermutlich unter
wärmung der Erde, die schon seit einer Eisschicht von mehreren
Millionen Jahren stattfindet, die Hundert Metern eingeschlossen
Polarkappen langsam abschmel- war.
zen und zusätzliches Wasser
freigeben. Eine solche Eiszeit vermutet man
noch einmal vor 660 bis 635 Mil-
Momentan steigt der Meeres- lionen Jahren. Also war die Erde
spiegel um etwa 3 Millimeter pro 25 Millionen Jahre lang mit einer
Jahr. Das ist langsam und darum Eisschicht bedeckt.
ist also genug Zeit, um Ortschaf-
ten in Wasser-Nähe umzusiedeln Die Theorie Schneeball-Erde be-
oder Dämme zu bauen, die das sagt auch, dass es der natürli-
Wasser von den Siedlungen chen Erderwärmung zu verdan-
fernhalten, bevor die Meere diese ken ist, dass die Erde keine leb-
einnehmen. lose Eiskugel mehr sei.

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Denn durch Vulkanaktivitäten beziehungsweise Ökostrom, ist
und den dadurch verursachten übrigens Spanien. Die spanische
CO2 Anstieg, erwärmte sich die Kanareninsel El Hierro im Atlantik
Erde wieder, und das Eis taute versorgt knapp 12.000 Einwoh-
ab. Das ist die natürliche Erd- ner und mindestens ebenso viele
erwärmung, die schon immer Touristen mit hundert Prozent
stattfand. umweltfreundlichem Öko-Strom
aus Wind- und Wasserkraft.
Durch den erhöhten Abgasaus-
stoß der heutigen Industrie wird In Deutschland hingegen beträgt
die Erderwärmung zwar be- der Anteil an Ökostrom zum Ver-
schleunigt, aber nicht hervorgeru- gleich erst 12-15 Prozent, Ten-
fen. denz steigend.

Mit Abgasfilter, strengeren Ge-


setzten für die Umwelt und er-
neuerbaren Energien, wie Wind-
kraftanlagen, Wasserkraftwerken
oder Solarkraftwerken wirkt man
der menschengemachten Erd- Was passiert mit den Eisbä-
erwärmung entgegen und hofft, ren?
diese so schnell wie möglich zu
reduzieren.

Wenn die Polkappen abschmel-


zen, wird der Lebensraum der
Eisbären immer weiter einge-
schränkt.

Eisbären leben schon seit


600.000 Jahren auf der Erde. Sie
Vorreiter und Musterbeispiel in entwickelten sich damals, weil sie
Sachen erneuerbarer Energien,
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sich den Klimabedingungen der Fläche und Tiefe der Meere
Erde anpassen mussten. Ändert
sich das Klima, entwickelt sich Unsere Meere bedecken etwa 71
der Eisbär weiter, um sich den Prozent der Erdoberfläche und
neuen Lebensbedingungen an- produzieren ungefähr 70 Prozent
zupassen. unseres Sauerstoffs, den wir zum
Leben benötigen.
Vor einigen Jahren wurden er-
freulicherweise die ersten Hybrid- Übrigens sind in unserer Atemluft
Bären am Polarkreis gesichtet. etwa nur 21 Prozent Sauerstoff
Bei einem Hybrid-Bär handelt es enthalten. Dieser Sauerstoffge-
sich um eine Mischung aus Eis- halt ist für Tier und Mensch opti-
bär und Braunbär. mal, denn mehr oder weniger
Sauerstoff würde uns schaden.
Die neue Bärenart ist bräunlich,
braucht kein Eis, um zu überle-
ben und kann auch in wärmeren
Gefilden leben.

Mit dieser Weiterentwicklung


wurde das Überleben der Eisbä-
ren durch die Evolution (Entwick-
lung von Lebewesen für die An-
passung an die Umwelt) gesi-
chert.
Der tiefste Punkt der Erde ist
eine Schlucht am Meeresgrund,
die man Marianengraben nennt.

Sie liegt im westlichen Pazifi-


schen Ozean, etwa 2500 Kilome-
ter von Australien entfernt.

Die Unterwasserschlucht hat eine


Tiefe von der Wasseroberfläche
bis zum Grund von knapp 11 Ki-
lometern und hat eine Länge von
2.400 Kilometern.
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Aufgrund des hohen Wasser- Damit herrscht am tiefsten Punkt
drucks, der in dieser Tiefe der Erde, im Marianengraben, ein
herrscht, ist die Schlucht nahezu Druck von 1.100 Bar, was 1,1
unerforscht. Tonnen pro Quadratzentimeter
entspricht.

Denn in einer Wassertiefe von 10


Metern wirkt ein Druck von einem Zum Vergleich kann man sich
Bar. Bar bedeutet Kilogramm pro vorstellen, man hat einen Würfel
Quadratzentimeter. mit einer Größe von einem Zen-
timeter. Diesen stellt man sich
Die folgende Tabelle soll die auf die Hand und legt ein Ge-
Druckgegebenheiten veran- wicht von 1,1 Tonnen (etwa
schaulichen. 1.100 Liter Wasser) darauf. Dies
ist genau der Druck, der am tiefs-
Wassertiefe in Druck in Bar ten Punkt der Erde auf den Men-
Meter (kg/cm²) schen einwirken würde.
10 1
U-Boote müssen sehr robust
100 10 sein, um nicht wie eine leere Do-
se zerquetscht zu werden.
1.000 100

10.000 1.000

11.000 1.100

10
Meeresströmungen Selbstverständlich beeinflussen
die Meeresströmungen durch die
Klimaregulierung indirekt auch
das Pflanzen- und Tiervorkom-
men in allen Regionen.

Würde der wärmende Golfstrom


versiegen, wäre es in Deutsch-
land für viele Pflanzen- und Tier-
arten zu kalt.

Der Getreide-, Obst- und Gemü-


seanbau würde unter der Kälte
leiden und brächte die Landwirt-
schaft zum Erliegen. Auch die
Die Meere sind ständig in Bewe-
Nutztiere wie Schweine und
gung. An den Polarkreisen kühlt
Hühner würden unter der Kälte
das Wasser ab und bewegt sich
leiden. Viele Vogelarten würden
in Richtung Äquator, wo es sich
sich aus den kalten Regionen zu-
wieder erwärmt. Dies ist ein
rückziehen und nie wiederkeh-
ständiger Kreislauf, der Strömun-
ren.
gen im Meer verursacht. Weil
diese Strömungen kalt oder Funktion des Golfstroms ver-
warm sind, beeinflussen sie das einfacht ausgedrückt:
Klima der Erde enorm. Die Mehr-
zahl der Strömungen bringen Das Wasser erhitzt sich am
Wärme in kältere Klimazonen Äquator. Weil Wärme steigt,
und machen diese bewohnbar. fließt das warme Wasser auf
der Meeresoberfläche zum
Beispielsweise wäre es in
Nordpol und heizt die Umge-
Deutschland, England, Island
bung auf, an der es vorbei
und weiteren nördlichen Ländern
fließt.
ohne die wärmende Meeresströ-
mung mit dem Namen Golfstrom
Am Nordpol angekommen,
eiskalt. Minus 30 Grad wären in
kühlt es sich ab, und weil Kälte
Deutschland im Winter ohne den
sinkt, fließt das kalte Wasser
Golfstrom keine Seltenheit.
am Meeresgrund wieder zum
Äquator zurück.
11
Monsterwellen

Durch die Einflüsse von Winden,


Mondanziehungskraft, Erddre-
hung, Wärme und Kälte ist das
Meer ständig in Bewegung.

Die Entstehung einer Mons-


terwelle:

Bei bestimmten Windverhältnis-


sen können sich Wellen in unter- Bedeutung einer Monsterwelle:
schiedlichen Geschwindigkeiten
fortbewegen. So kann es passie- Für die Schifffahrt bedeutet eine
ren, dass sich die hinteren Wel- Monsterwelle immer eine große
len schneller als die vorderen Gefahr. Eine 30 bis 40 Meter ho-
Wellen bewegen. he Wasserwand türmt sich wie
aus dem nichts vor dem Schiff
Die Folge ist, die Wellen treffen auf und rast darauf zu. Die
aufeinander, schieben sich auf Schiffsinsassen sehen nur, wie
und verschmelzen zu einer gro- ein haushoher Berg aus Wasser
ßen Welle.
auf sie zurast.
Viele aufeinandertreffende Wel-
Schließlich prallt dieser Wasser-
len erzeugen eine Riesenwelle,
berg mit einer unglaublichen Ge-
auch Monsterwelle oder Ka-
walt an die Bordwände. Kleinere
ventsmann genannt, die bis zu
Schiffe gehen unter, werden zer-
40 Meter hoch werden kann.
schmettert oder werden von der
riesigen Welle einfach überrollt.
Bei größeren Schiffen, wie
Kreuzfahrtschiffen, bersten die
Scheiben, brechen Teile aus dem
Bug oder werden auf eine andere
Weise beschädigt.

Übrigens waren diese Monster-


wellen bis vor einigen Jahren nur

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aus alten Erzählungen früherer Unglaubliche Entdeckungen
Seeleute bekannt.
Monsterwellen:
Man schmunzelte darüber und
vermutete, die Männer fantasier- Wie im Artikel zuvor erwähnt,
ten und solche Wellen würden weiß man erst seit jüngster Zeit,
nicht existieren. dass es Riesenwellen gibt, die
eine Höhe von 30 bis 40 Metern
Doch dann im Jahre 2010 pas- erreichen können.
sierte es, ein Kreuzfahrtschiff
wurde von einer „kleinen“ (8 Me-
ter hohen) Monsterwelle über-
rascht. Riesenkalmare:

Menschen wurden durch den Riesenkalmare gehörten wie die


Monsterwellen und Meerjung-
Aufprall so sehr umhergeworfen,
frauen zu Seemannsgeschichten,
dass einige dabei getötet und
von denen man glaubte, sie sei-
viele verletzt wurden. In letzter
en erfunden.
Zeit passiert es immer häufiger,
dass solche Riesenwellen plötz- Doch im Jahre 2012 wurden die
lich auftauchen und Schiffe zum ersten Riesenkalmare in der
Kentern bringen. Tiefsee entdeckt. Die Tiere kön-
nen mehr als 25 Meter Länge er-
Da die Erkenntnis der Riesenwel- reichen und leben in einer Tiefe
le recht neu ist, muss sich die von über einem Kilometer.
Technik erst diesen Bedingungen
anpassen. Bis Schiffe entwickelt
werden, die vor solchen Wellen
sicher sind, wird wohl noch eine
Weile vergehen, aber die For-
schungen auf diesem Gebiet lau-
fen auf Hochtouren.

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Das geheimnisvolle Bermuda- des Meeres Manganknollen (Me-
dreieck: tallklumpen aus Mangan) befin-
den.

Diese Knollen geben stoßweise


ein Gas namens Methan frei. Das
Meer beginnt durch die aufstei-
genden Gasbläschen zu sprudeln
wie kohlensäurehaltiges Mine-
ralwasser.
Das Bermudadreieck ist ein Be-
reich in Mittelamerika bei der Wissenschaftler vermuten, dass
Inselgruppe Bermudas. durch das Sprudeln die Oberflä-
chenspannung des Wassers re-
Dieser Bereich wurde so bekannt duziert wird und die Schiffe des-
wegen der unheimlichen Vorfälle, halb ohne Vorwarnung wie ein
die sich dort seit vielen Stein auf den Meeres-
Jahren ereignen. boden hinabsinken
würden.
Bei strahlend blau-
em Himmel und Durch die Theorie der Mangan-
kristallklarem knollen würde sich das Ver-
Wasser ver- schwinden der Wasser-
schwinden Boote, fahrzeuge erklären las-
Schiffe und Flugzeuge in Se- sen, aber wie die
kundenschnelle spurlos. Flugzeuge ver-
schwunden sind,
Über das Bermudadreieck gibt es
die das Bermuda-
zahlreiche Mythen, wie zum Bei-
dreieck überflogen, ist
spiel,
dadurch nicht erklärt.
dass dort ein
schwarzes Loch existiert, wel- Einige Schiffwracks wurden tat-
ches die Menschen in eine ande- sächlich auf dem Meeresgrund
re Zeit katapultiert. Sozusagen des Bermudadreiecks entdeckt,
eine Zeitmaschine. aber viele weitere Schiffe, Boote
und Flugzeuge bleiben trotz des
Bei neusten Forschungen fand
man heraus, dass sich am Grund
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kristallklaren Wassers noch im- Die Fliehkraft, die durch die Erd-
mer verschwunden. drehungen entsteht, zieht das
Wasser am Äquator nach außen.
Noch immer ist das Geheimnis Der Mond und die Sonne ziehen
des Bermudadreiecks nicht das Wasser in ihre Richtung.
vollständig gelüftet.
Stehen Sonne und Mond in einer
Richtung, steigt das Wasser be-
sonders hoch an, man spricht
dann von einer Springflut.
Die Gezeiten
An Stränden werden bei sinken-
Gezeiten nennt man den täglich dem Wasserspiegel rote Fahnen
steigenden und sinkenden Mee- aufgestellt, die ein Badeverbot
resspiegel. signalisieren. Denn wenn das
Wasser ins Meer zurückläuft,
Den hohen Wasserstand nennt entstehen gefährliche Unterströ-
man Flut und tiefen Wasserstand mungen, welche die Badegäste
nennt man Ebbe. ohne Vorwarnung in kurzer Zeit
aufs offene Meer hinausziehen
können.

Die Gezeiten werden auch von


der Industrie zur Stromproduktion
genutzt. Diese Konstruktion
nennt sich Gezeitenkraftwerk. Bei
einem Gezeitenkraftwerk werden
Turbinen oder Wasserräder auf
dem Meeresgrund befestigt, die
durch die Unterströmung des
Diese Meeresbewegung wird steigenden und des fallenden
durch den Einfluss der Fliehkraft Wasserspiegels angetrieben
der Erde und durch die Anzie- werden.
hungskräfte (Gravitationskräfte)
des Mondes und der Sonne ver-
ursacht.

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Verschiebung der Erdplatten
Gezeitenkraftwerk am Meeresgrund

Man nennt diese Kontinentalplat-


ten auch tektonische Platten oder
Erdplatten. Die Bewegung dieser
Seebeben Platten nennt man tektonische
Plattenverschiebung, Erdplatten-
verschiebung oder auch Konti-
Bei einem Seebeben bebt der
nentaldrift.
Meeresgrund. Dieses Beben wird
durch die Erdplatten (Kontinen-
Die Verschiebung der Platten er-
talplatten oder tektonische Plat-
folgt ungefähr so schnell, wie ein
ten) der Erdkruste hervorgerufen.
Fingernagel wächst, etwa 2 Zen-
timeter im Jahr.
Die Erdkruste besteht aus ein-
zelnen Platten, die ständig in
Auf der obrigen Abbildung sieht
Bewegung sind und sich überei-
man, wie sich die linke, unter die
nander schieben. Diese Bewe-
rechte Erdplatte schiebt und ins
gung wird durch die Erddrehung,
flüssige Gestein des Erdinneren
die innere Hitze der Erde und
eintaucht. Doch so reibungslos,
durch die entstehenden Gase
wie es klingt, ist es nicht. Denn
verursacht.
die Reibungskante ist nicht glatt,
sondern uneben.

So bleibt es nicht aus, dass die


Platten aneinanderhängen blei-

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ben und sich eine Spannung auf- Draußen auf dem Meer sieht der
baut. Tsunami harmlos aus. Oft ist es
nur eine wenige Zentimeter hohe
Nehmen wir an, 2 Erdplatten Welle. Der Unterschied zur nor-
hängen aneinander fest. Nach 20 malen Welle aber ist, dass diese
Jahren schieben die Platten noch Welle nicht nur bis knapp unter
immer gegeneinander und es hat die Wasseroberfläche, sondern
sich inzwischen ein enormer bis tief nach unten auf den Mee-
Druck aufgebaut, der den Rei- resgrund reicht. Wasserfahrzeu-
bungswiderstand brechen kann. ge, die sich nicht in Landnähe
Die linke Platte schnellt in einer befinden, bleiben verschont.
Sekunde um 40 Zentimeter nach
vorne. Dadurch wird die rechte
Platte schlagartig nach oben ge-
drückt, worauf die Erde bebt.

Der Tsunami

Der Tsunami entsteht durch das


Seebeben, wenn sich der Mee-
resgrund beziehungsweise die
Erdplatte ruckartig um einige
Zentimeter anhebt. Mit der Erd- Erst wenn die Welle in flacheres
platte hebt sich der gesamte Gewässer trifft, bäumt sich eine
Wasserspiegel an und rast mit Wasserwand auf, die mit brachia-
etwa 800 Kilometern pro Stunde ler Gewalt Strände, Ufer und die
über den Ozean auf Festland und gesamte nahe gelegene Umge-
Inseln zu. Es ist so, als wenn bung zerstört. Alles, was dem
man eine Schüssel Wasser plötz- Tsunami im Weg steht, wird fort-
lich nach vorne kippt. gerissen.

Die Energie des Seebebens zeigt Je nachdem, wie weit das über-
sich in einer unscheinbaren Wel- flutete Land über dem Meeres-
le, die aber Kilometer breit sein spiegel liegt, dringt das Wasser
kann. Diese Welle nennt man samt dem Schutt, den es aufge-
Tsunami. nommen hat, weit ins Landesin-
nere vor.

17
Gefährlich wird es noch einmal, Strand standen und das Natur-
wenn sich das verunreinigte schauspiel beobachteten, ahnten
Wasser ins Meer zurückzieht. Al- nicht, dass sich gerade eine
les, was im Weg steht, wird durch haushohe Wand aus Wasser mit
die Schuttbrühe zerquetscht, zer- einer Geschwindigkeit von 800
rissen, zermalmt und ins Meer Kilometern in der Stunde auf sie
gezogen. zubewegte.

Hier ein Beispiel-Szenario: Einer der Menschen schrie:

Es war ein sonniger Nachmittag „Das ist ein Tsunami!“


in einer kleinen Küstenstadt. Die
Leute, die am Strand in ihren Alle schrien auf und rannten um
Häusern lebten, erschraken, als ihr Leben. Einige flüchteten sich
die Erde kurz bebte. Fluchtartig auf Hausdächer, andere liefen in
stürmten die Einwohner aus ihren die Berge.
Häusern und sahen, wie Vögel,
Die Menschen hatten sich gerade
Hunde, Kühe und Ziegen von
rechtzeitig in Sicherheit gebracht,
ihrem sechsten Sinn getrieben,
als die Wasserwand über den
die in Richtung der Berge rann-
Strand donnerte. Holzhäuser,
ten.
Lastwagen und Autos wurden
Als Nächstes horchen die Men- umgerissen, Keller wurden über-
schen auf. Das Rauschen des schwemmt und Bäume wurden
Meeres war plötzlich verstummt. entwurzelt.
Ein Blick auf das Meer verriet
In Windeseile war das Wasser
Unglaubliches. Das Wasser war
mit Schutt gefüllt und glich einer
gewichen und hatte, wo zuvor
Schlammlawine, die sich immer
das herrlich blaue Meer war, eine
weiter ins Landesinnere schob.
Landschaft voller Matsch und
Pfützen hinterlassen.
Glück gehabt, außer Sachscha-
den war nichts passiert.
Weit draußen am Horizont er-
kannte man einen tiefblauen
Streifen aus Wasser. Nur wenige
Momente danach erklang ein an-
haltendes tiefes Grollen. Die
Menschen, die neugierig am

18
Lebewesen im Meer Die Anemone

Die Anemone wird auch See-


Es gibt mehr verschiedene
anemone genannt. Anemonen
Lebewesen in den Meeren als
sind weder Pflanzen noch Tiere,
auf dem Land. Die meisten von
sie sind Blumentiere.
ihnen hat noch kein Mensch ge-
sehen oder entdeckt. Angefan- Arten: mehr als 1200 Arten.
gen von Bakterien über Algen bis
hin zu Fischen oder Anemonen. Lebensraum: weltweit

Bisher wurden von der Tiefsee Größe: je nach Art bis 1,5 Meter.
nur 10 bis 20 Prozent erforscht.
Das heißt, 80 Prozent der Meere Ernährung: Fische, Krebse,
sind noch völlig unbekannt und Schnecken oder Plankton.
warten darauf, erforscht zu wer-
den. Lebenserwartung: Über 100 Jah-
re Alt werden.
Folgend ein paar Meeresbewoh-
ner, die man kennen sollte.

19
Der Delfin Der Hai

Delfine zählen zu den Walen und Haie sind Raubfische und kön-
sind somit keine Fische, sondern nen auch Menschen gefährlich
Säugetiere. Es gibt Zahnwale, werden. Gerne werden sie in
die sich von Fischen ernähren, Filmen als Monster dargestellt.
worunter der Delfin zählt und es Doch so blutrünstig, wie man sie
gibt Bartenwale, die sich von darstellt, sind sie nicht. Trotzdem
Plankton ernähren. sollte man ihnen nicht zu nahe
kommen. Sie sehen den Men-
Arten: über 40. schen nicht als Beute an und
verwechseln ihn oft mit Robben.
Lebensraum: fast weltweit
Sobald sie bemerken, dass ihr
Fang nicht zu ihrer Beute gehört,
Größe: 1,5 und 4 Meter
lassen sie sofort wieder los.
Ernährung: Fische, Kalmare und
Arten: über 500.
Krustentiere.
Lebensraum: fast weltweit
Lebenserwartung: 40 bis 50 Jah-
re.
Größe: je nach Art von 16 Zenti-
metern bis zu 14 Metern.

Ernährung: Allesfresser

Lebenserwartung: 70 bis 100


Jahre.

20
Der Kalmar Der Oktopus

Kalmare zählen zu den Kopffüß- Den Oktopus nennt man auch


lern und haben keine Knochen. Krake oder Tintenfisch. Diese
Sie sind mit einem scharfen und Tiere zählen wie die Kalmare zu
gefährlichen Schnabel ausgestat- den Kopffüßlern ohne Knochen.
tet, mit dem sie ihrer Beute oder Der Name Oktopus ist abgeleitet
ihren Feinden schwere Verlet- von Okto gleichbedeutend mit 8,
zungen zufügen können. denn sie verfügen über acht Ar-
me, die man Tentakel nennt. Je-
Arten: über 250. der Tentakel ist mit Saugnäpfen
übersät, womit die Tiere ihre
Lebensraum: fast weltweit
Beute problemlos festhalten kön-
nen.
Größe: je nach Art bis zu 25 Me-
tern.
Wie ein Kalmar ist auch ein Ok-
topus mit einem scharfen Schna-
Ernährung: Fische, Krebse,
bel ausgestattet. Außerdem hat
Plankton
er einen Tintenbeutel, mit dem er
Lebenserwartung: 2 bis 5 Jahre. bei Gefahr das Wasser einfärbt,
um unbemerkt zu entkommen.
Aus diesem Grund hat er seinen
Namen Tintenfisch bekommen.

Ein Oktopus ist sehr intelligent,


hat ein zentrales Gehirn und
einen Knotenpunkt in jedem Ten-
takel, um diese unabhängig von-
einander zu bewegen.

Mit diesen Meeresbewohnern


wurden schon viele Intelligenz-
tests mit überraschenden Ergeb-
nissen gemacht. Kraken können
Gläser aufschrauben, Korken
öffnen und auch viele andere
schwierige Aufgaben erledigen.

21
Die Krake Paul war wohl die be- Der Pinguin
kannteste dieser Art. Anhand
eines Aufbaus von Flaggen sagte Pinguine zählen zu den flugunfä-
das Tier bei der Fußballeuropa- higen Wasservögeln.
meisterschaft 2008 und bei der
Weltmeisterschaft 2010 die Er- Lebensraum: Südhalbkugel,
Südpol
gebnisse voraus. Bis auf ein
Spiel lag er mit allen Vorhersa-
Größe: je nach Art 30 Zentimeter
gen richtig. Laut Wahrscheinlich-
bis zu 1,20 Meter.
keit hätte er 50 Prozent Treffer
erzielen müssen. Doch die Tref- Ernährung: Fische, Krebse, Krill.
ferquote von Paul war weitaus
höher. Ob es nur ein Zufall war, Lebenserwartung: 26 Jahre.
oder Kraken über einen sechsten
Sinn verfügen, bleibt offen.

Arten: über 250.

Lebensraum: weltweit

Größe: je nach Art bis zu 1 Me-


ter.

Ernährung: Muscheln, Krebse,


Schnecken.

Lebenserwartung: 2 bis 5 Jahre.

22
Das Plankton Der Seehund

Plankton bedeutet soviel wie Seehunde, auch Robben ge-


Umherirrende. Es gibt zwei Arten nannt, können bis zu 200 Meter
von Plankton. Zooplankton und tief und 30 Minuten lang tauchen.
Phytoplankton. An Land sehen ihre Bewegungen
sehr unbeholfen aus, aber im
Zooplankton bezeichnet eine Wasser sind sie sehr schnell und
Mischung aus verschiedenen mi- wendig.
kroskopisch kleinen Organismen,
die in den Meeren zu finden ist. Arten: 5

Phytoplankton sind mikrosko- Lebensraum: Atlantik, Pazifik,


pisch kleine Pflanzenteile, die im Nordsee, Ostsee, arktischer und
Meer treiben. antarktischer Ozean.

Lebensraum: weltweit Größe: 1,40 bis zu 1,70 Meter.

Größe: je nach Art 1 Millimeter Ernährung: Fische


und kleiner.
Lebenserwartung: 30 bis 35 Jah-
Ernährung: Mineralien und Mi- re.
kroorganismen

Lebenserwartung: Durch die vie-


len verschiedenen Organismen,
woraus Plankton besteht, erneu-
ert es sich immer wieder.

23
Der Seelöwe Die Qualle

Seelöwen wirken sehr massig Die Qualle wird auch als Meduse
und plump. Wie die Seehunde oder Medusa bezeichnet und
zählen auch sie zu den Robben. zählt zu den Nesseltieren. Qual-
len sind Tiere, bestehen aus
Lebensraum: subtropische Mee- einer gallertartigen Masse und
re, arktischer und antarktischer verfügen über lange Tentakel, die
Ozean. mit giftigen Nesselzellen ausge-
stattet sind.
Größe: 3,50 Meter.
Bei Berührung der Nesselzellen
Ernährung: Fische, Weichtiere,
schießen die Nesselkapseln
Krebse
pfeilähnliche Fäden in die Haut
und geben ihr Gift ab. Bei Men-
Lebenserwartung: 20 Jahre.
schen führt das zu starken Verät-
zungen, Verbrennungen oder
Vergiftungen.

Manche Quallenarten, wie bei-


spielsweise die Würfelqualle (1
Zentimeter) sind sogar tödlich.

24
Unsterbliche Quallen: Der Thunfisch

Turritopsis nutricula ist eine bis- Der Thunfisch ist ein beliebter
her bekannte Quallenart, die un- Speisefisch und zählt zu den
sterblich ist. Wenn sie alt gewor- größten Raubfischen.
den ist, lässt sie sich auf den Bo-
den sinken und verwandelt sich Arten: 8
in einen Zellkeim, aus dem neue
Lebensraum: tropische und sub-
genetisch identische Quallen
tropische Meere.
schlüpfen.

Arten: über 1000. Größe: 1 bis 4,5 Meter.

Lebensraum: weltweit Ernährung: Fische, Kalmare,


Krebse
Größe Durchmesser: 1 Zentime-
ter bis 2 Meter. Lebenserwartung: 15 bis 20 Jah-
re.
Ernährung: Fische, Plankton

Lebenserwartung: 5 Monate bis


unsterblich

25
Der Wal Unglaubliche Kreaturen

Der Wal ist kein Fisch, sondern Bei neusten Forschungen hat
ein Wal ist das größte Säugetier man herausgefunden, dass es
der Welt. Es gibt zwei Arten. Bar- sogar in Kilometern Tiefe, wo
tenwale ernähren sich von Plank- niemals ein Lichtstrahl hinfällt,
ton. Zu Zahnwalen zählen bei- Fische, Krebse und andere
spielsweise Delfine. Folgend die Lebewesen gibt, die aussehen,
Daten eins Bartenwals. Für als wären sie nicht von dieser
Zahnwale siehe Delfin. Welt.

Arten: 80 Die Tiere leben in ewiger Dun-


kelheit bei einem enorm hohen
Lebensraum: tropische und sub- Wasserdruck, den kein Mensch
tropische Meere. überleben würde. Manche Tierar-
ten der Tiefsee gleichen Figuren
Größe: bis zu 34 Metern.
aus Fantasiegeschichten und
entwickelten zudem auch un-
Ernährung: Plankton
glaubliche Jagdmethoden.
Lebenserwartung: bis zu 200
Jahren.

Der Anglerfisch

Anglerfisch Diceratias trilobus

26
Dieser unheimlich aussehende Die Tiefseequallen:
Fisch lebt im Meer in einer Tiefe
von 1 bis 4 Kilometern, wo ein
Druck von 100 bis 400 Bar
herrscht. Die verschiedenen Ar-
ten des Anglerfischs können zwi-
schen 6 Zentimeter und 1,2 Me-
ter groß werden.

Weil die Tiere in völliger Dunkel-


heit leben, hat sie die Evolution
Tiefseequallen leben in ewiger
mit einem raffinierten Werkzeug
Dunkelheit in der Tiefsee. Sie er-
ausgestattet, womit sie ihre Beu-
te problemlos jagen können. zeugen ein Leuchten durch Bio-
lumineszenz. Das heißt, dass sie
Die leuchtende Angel auf dem über Leuchtorgane verfügen.
Kopf des Fisches macht die Beu-
Bei der Biolumineszenz werden
te in der stockfinsteren Tiefsee
verschiedene chemische Stoffe
neugierig und lockt sie an. Ist die
zusammengeführt, die aufeinan-
Beute nahe genug, schnappt der
der reagieren und die Energie als
Anglerfisch mit seinem messer-
Licht freisetzen. Die leuchtenden
scharfen Gebiss blitzschnell zu.
Quallen leben in einer Meerestie-
Das Leuchten der Angel des fe bis zu 7 Kilometern.
Anglerfischs wird durch spezielle
Forscher nehmen an, dass über
Bakterien erzeugt, die in einer
90 Prozent der Tiefseetiere, die
gegenseitigen Zweckverbindung
in völliger Dunkelheit leben, über
mit dem Fisch zusammenleben.
derartige Leuchtorange verfügen.

Die Meere wurden bisher


nur bis zu 20 Prozent er-
forscht.

Kein Mensch weiß, welche


Überraschungen die unbe-
kannten Tiefen noch für
uns bereithalten.
27
Nutzung für die Wirtschaft

Lieferwege:

Die Meere sind wichtige Trans-


portwege, die günstiger sind, als
Flugfracht. Täglich fahren unzäh-
lige Schiffe über die Meere und
bringen Lebensmittel und Waren
aus Übersee, die uns ein luxuriö-
ses Leben ermöglichen, bei dem
wir auf nichts verzichten müssen.

Nahrung:

Die Meere bieten uns Nahrung in


Form von Fischen, Algen und
weiteren Lebensformen, von
denen wir uns ernähren können.
Entsalzungsanlagen sorgen auch
dafür, dass man das Meerwasser
als Trinkwasser nutzen kann.

Energiegewinnung:

Die Gezeiten werden zur Ener-


giegewinnung genutzt. Dazu
werden am Meeresgrund Gezei-
tenkraftwerke gebaut, welche
durch die Strömungen Strom er-
zeugen.

28
Meeresforschung Nutzen der Korallen für den
Menschen:
Wie zuvor erwähnt, sind bisher
Ein belebtes und bewachsenes
nur 15 bis 20 Prozent der Meere
Korallenriff ist stabil und schützt
erforscht.
durch seine Landnähe die mee-
Korallenriffe: resnahen Siedlungen vor Über-
flutungen, da sich die Wellen am
Forschungen haben leider erge- Grund des Meeres an den Riffen
ben, dass sich durch die Erd- brechen. Darüber hinaus finden
erwärmung auch die Meere er- die Menschen in der Nähe der
wärmen, was Korallen Nahrung in
ein Absterben Form von Fischen.
der Korallen
zur Folge hat. Korallenzüchtung:

Was sind Ko- Um die Korallenriffe


rallen? wieder aufzu-
bauen, hat man
Korallen sind nun verschiede-
die Wälder ne erfolgsver-
der Meere. Sie bestehen aus sprechende Methoden entwickelt.
Zweigen ähnlichen Skeletten ab- Ein Gitter wird mit Korallen be-
gestorbener Nesseltiere. An den spickt und wieder ins Meer ge-
verzweigten Enden siedeln sich lassen. Zusätzlich gibt es die Me-
oftmals farbenprächtige Polypen thode, das Gitter unter einen
an, was das farbenfrohe Leuch- schwachen elektrischen Strom zu
ten der Korallenriffe hervorruft. setzen, wodurch sich Mikroorga-
nismen schneller ansiedeln und
Nutzen für die Natur: das Riff beleben.

Algen und Fische lassen sich in Die verschiedenen Versuche ha-


solchen Riffen nieder und es ent- ben Erfolg gezeigt und es wurden
steht eine lebendige Farben- mit dieser Technik schon mehre-
pracht. Sie finden dort Futter und re Riffe künstlich wieder aufge-
einen geeigneten Platz zur Ver- baut.
mehrung.

29
Die Wiederherstellung der Riffe dem Meeresgrund nach Öl ge-
läuft ununterbrochen und schon bohrt.
bald wird man mehr Korallenriffe
haben als jeher. Die künstlich Öl-Katastrophe:
angelegten Korallenriffe wachsen
Geht bei der Bohrung etwas
so zu, dass man sie nach einigen
schief und das Bohrloch liegt frei,
Jahren nicht mehr von einem na-
kann man es in dieser Tiefe nicht
türlichen Korallenriff unterschei-
so einfach abdichten.
den kann.
Oft strömen Millionen Liter Öl aus
Sandstrände:
der Bohröffnung. Weil Öl leichter
Durch den steigenden Meeres- als Wasser ist, steigt es nach
spiegel und die zunehmenden oben und bildet auf der Wasser-
Unwetter durch Erderwärmung oberfläche einen Ölteppich.
werden Strände einfach wegge-
Ein solcher Ölteppich ist giftig für
spült. Da wo zuvor ein herrli-
alle Meeresbewohner und treibt
cher Sandstrand war,
auch an Küstennähe,
findet man nur noch
wo er Badestrände
eine felsige Küste.
oder Brutplätze von
Mit Arbeitsmaschi-
Vögeln verunreinigen
nen werden künst-
kann.
liche Strände ge-
schaffen, die ein Derzeit sind
beeindruckend Gegenmaßnahmen in Entwick-
paradiesisches Landschaftsbild lung, die für solche Bohrturm-
hinterlassen. Unfälle Abhilfe schaffen sollen.
Tiefseebohrungen:
Derzeit ist es unser größ-
Ölbohrungen in der Tiefsee sol- tes Ziel, ohne Öl auszu-
len die letzten Öl-Ressourcen kommen. Dieser Plan wird
unserer Erde zutage fördern. die Ölbohrungen in ferner
Leider sind diese aber auch mit Zukunft überflüssig ma-
dem Risiko einer Umweltver- chen.
schmutzung verbunden. Bei einer
solchen Tiefseebohrung wird auf
30
Wem gehört das Meer? Tauchfahrten:

Es kann nicht überall im Meer Tiefe


Jahr U-Boot in Me-
gebohrt werden. Denn große Tei- ter
le des Meeres gehören … Tiefseekugel Bathysphä-
1934 re 1000
uns allen. 1960 Bathyskaph 10.916
1986 Alvin 6.000
2012 Jiaolong 7.062
Es handelt sich dabei um das 2012 Deepsea Challenger 10.898
Hoheitsgebiet, das zum …

Erbe der Menschheit In der obrigen Tabelle, rot einge-


färbt, kann man sehen, dass man
… erklärt wurde. Dieser Bereich
bereits 1960 in eine Tiefe vorge-
beginnt etwa 370 Kilometer von
drungen war, die bisher nie mehr
jeder Küste. In diesem Bereich
erreicht wurde. Das lag daran,
sind Bohrungen, Fischfänge oder
dass man sich der großen Ge-
ähnlich Aktivitäten mit wirtschaft-
fahr, in der man sich damals mit
lichem Interesse strikt verboten.
der Tauchfahrt befand, nicht be-
wusst war.

Bei Tauchfahrten nach 1960 ver-


suchte man, das Risiko so gering
wie möglich zu halten und wagte
sich nur langsam immer weiter in
die Tiefen des Meeres hinab.

Zurzeit wird an Tauchrobotern


gearbeitet, die unbemannte
Tauchfahrten ermöglichen sollen,
um die Meere zu erforschen.

Außer die Neugierde der


Menschheit zu stillen, verspricht
man sich davon auch, in der
Tiefsee neue Algenarten, Bakte-
rien oder Gifte zu entdecken, die

31
in der Medizin eingesetzt werden
können.

Darüber hinaus hofft man


so, mehr über die Erde,
deren Entstehung und
zukünftige Entwick-
lung zu erfahren.

Es ist noch ein langer Weg, bis


die Tiefsee lückenlos erforscht
ist. Es ist einfacher, ins Weltall zu
fahren (Raumfahrt) als hinunter
in die Meere. Das liegt daran,
dass der Druckunterschied im
Weltall nur minus 1 Bar ist, wo-
Der Mond ist besser er-
gegen der Unterschied auf dem
forscht als die Tiefsee. Meeresgrund je nach Tiefe über
1000 Bar erreichen kann.

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