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17. Januar 2011

Betreff: Quartalsabrechnung Q4 2010

Liebe Gesellschafter,

trotz Schuldenkrise in Europa, hoher


Arbeitslosigkeit und einer Konjunktur,
die nicht recht anspringen will in den
USA und China, das die Schwäche der
Anderen nutzt um Rohstoffe für sich zu
sichern und bereits auf die Zinsbremse
drückt, um ein Überhitzen der eigenen
Konjunktur zu vermeiden, ist 2010 ein
positives Börsenjahr geworden.
Allerdings verlief die Entwicklung sehr
uneinheitlich: die Börse Shanghai
verlor 15,8% während der Dax allen
anderen Börsen davonlief und 16,1% zulegte. Der WWV als Beispiel der
Aktienstrategie lag nach Gebühren zum Jahresende mit 10,3% im Plus.

Die Debatte um das Sarazinbuch hat die Rentendiskussion 2010 auf ein neues
Niveau gehoben. Dass die staatliche Rente nicht reichen wird, ist sicher jedem
bewusst. Da durch die Finanzkrise auch die eigenen Vorsorgemöglichkeiten in Frage
gestellt wurden, hat sich der Tenor der Diskussion ein wenig gewandelt … „In Rente
gehen gibt es nicht mehr. Rentenzahlungen sind das größte langfristige Problem
einer jeden Regierung. Die meisten sind sich darüber im Klaren, dass sie langfristig
nicht in der Lage sein werden, Pensionsversprechen einhalten zu können. … Das
Renteneintrittsalter wird kontinuierlich steigen.“1 Neben der Frage, was bezahlbar ist,
rückt die Frage, welche Verteilung fair ist, in den Vordergrund.

1
Oliver Jürgens, PearlFisher Outlook 2011
Bei Einführung der Rentenversicherung
im Jahre 1891 betrug der Beitragssatz
1,7%, finanziert zu je einem Drittel von
den Arbeitnehmern, den Arbeitgebern
und staatlichen Zuschüssen, also
Steuergeldern.1 Sie sah eine Altersrente
ab dem 70. Lebensjahr vor (1916 auf das
65. Jahr reduziert), bei einer
Lebenserwartung von dann noch 6,5
Jahren, wenn mindestens 30 Jahre
Beiträge gezahlt wurden, also erstmals
1920. Geplant war entsprechende
Sicherheiten anzusparen, was aber durch
den 1. Weltkrieg und die darauf folgende Weltwirtschaftskrise und Hyperinflation
bereits zunichte gemacht wurde. Notgedrungen konnten nur noch die Einzahlungen
umgelegt werden, die Rentenhöhe betrug etwa 36% des Einkommens eines
Arbeiters, Kinder und die extra gegründete Sozialrentnerfürsorge mussten für den
übrigen Unterhalt aufkommen.2

Mit der Rentenreform 1957


erfolgte endgültig der Übergang
zum System der noch heute
bestehenden
Umlagefinanzierung. Wieder
hatte die Währungsreform
Rentenabsicherung in Form von
Geldvermögen vernichtet. Ziel
war eine Rente in Höhe von 70%
des letzten Einkommens zu
zahlen für ca. 14,7 weitere Lebensjahre, dafür wurde der Beitragssatz auf 15% des
Bruttolohnes angehoben, gezahlt je zur Hälfte von den Arbeitgebern und von den
Pflichtmitgliedern der gesetzlichen Rentenversicherung . In den 50ger und frühen
60ger Jahren ging diese Rechnung auf. Mit steigender Lebenserwartung und der
etwa seit der Jahrtausendwende sinkenden Zahl der Erwerbstätigen tut sie es nicht
mehr.

Wenn wir alle so lange arbeiten würden, dass auch wir nur noch 14,7 Rentenjahre
erleben würden (im Schnitt), also bis zum Alter von 71 Jahren, wären die Renten für
die nächsten 10 Jahre wohl noch gesichert. Danach müsste uns aber dringend etwas
zum Thema Bevölkerungswachstum einfallen – und da sind wir wieder bei Sarazin…

Wer hat zum Schluss den besten Deal gemacht beim Generationenvertrag? Nach
meiner zugegeben sehr groben Einschätzung haben diejenigen, die in den 70ger
Jahren in Rente gegangen sind relativ zu ihrer Einzahlung am meisten wieder
herausbekommen.

Was also tun?

1
wikipedia, Bundesministerium für Arbeit und Soziales(Hrsg.): Über das Sozialrecht, Kapitel 6
Rentenversicherung, 6. Auflage, 2009, ISBN 978-3-8214-7245-4, S. 278
2
Eckart Reidegeld, Staatliche Sozialpolitik in Deutschland, p. 193, (google books)

2
Es ist offensichtlich notwendig,
die Rentensicherung selbst in
die Hand zu nehmen.
Geldvermögen, also Anleihen
und Festgeld bergen neben
der für die nächsten Jahre zu
erwartenden niedrigen Rendite
das (momentan noch geringe)
Risiko bei einer
Währungsreform wertlos zu
werden. Sicherheit in dieser
Hinsicht bieten da 1. Kinder ☺
und 2. Sachwerte wie
Immobilien und Aktien. Beim
WWV sind wir also gut aufgehoben.

Herzlichen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen 2010 und auf gute Geschäfte
2011.

Auf gute Geschäfte

Christiane Brock
Geschäftsführerin