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MINOX GmbH

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Fernglas-ABC
Warum ein Fernglas?
Der Besitz eines Fernglases ist gleichbedeutend mit einem Stück mehr Lebensqualität
weil es

entfernte Dinge einem näher bringt.

Schönheiten der Natur im Detail erkennen lässt.

ein guter Begleiter bei vielen Freizeitaktivitäten ist.

Warum ein MINOX?


Qualität in der Fern- und Sportoptik (diesem Bereich werden Ferngläser und Spektive zugeordnet) hat einen Namen: MINOX.
Hinzu kommt ein faires Preis-/Leistungsverhältnis. Fast schon sprichwörtlich: eine qualitativ hochwertige Fernoptik, ein
Spitzenfernglas, zum erschwinglichen Preis - das ist MINOX. Vergleichen sie! Überzeugen sie sich!

Wie funktioniert ein Fernglas?


Ein Fernglas, das sind zwei parallele nebeneinander liegende, über eine sogenannte Brücke miteinander verbundene Fernrohre.
Jedes im Aufbau identisch mit dem anderen. Auf die vorderen Glasflächen (Objektive) auftreffende, von dem zu betrachtenden
Objekt (Baum, Strauch, Tier, Haus, Mensch u.a.m.) in unterschiedlicher Wellenlänge reflektierte Lichtstrahlen werden im Inneren
des Rohres gebündelt, durch Prismen umgelenkt und durch die Okulare ins Auge des Betrachters geführt. Auf der Netzhaut des
Auges entsteht das Bild des betrachteten Objektes. Eine in den Rohren verschiebbare Linse, die über eine in die Brücke
integrierte Mechanik bewegt wird, dient zur Scharfeinstellung.

Was versteht man unter Objektiv?


Bei allen optischen Geräten, vom Fotoapparat über Ferngläser, Spektive und Zielfernrohre bis zum Mikroskop, wird die dem zu
betrachtenden Objekt zugewandte Optik Objektiv genannt. Der Begriff umfasst nicht nur die von außen sichtbare Front-Linse,
sondern steht auch für ein ganzes Linsensystem. So kann sich ein Objektiv aus zwei oder drei, aber auch vier und mehr Linsen
(z. B. bei der Fotooptik) zusammen setzen. Wichtig für guten Durchblick und exakte Abbildung ist, dass die optische Rechnung
stimmt. D. h.: die zueinander gehörenden Linsen im Objektivsystem müssen in ihrer Wölbung bzw. Krümmung, ihren Dicken und
Abständen und in den Eigenschaften des für sie verwendeten Glases optimal aufeinander abgestimmt sein. Bei MINOX darf
man sich dessen Fernglas für Fernglas sicher sein.

Was bewirken die Prismen in einem Fernglas?


Das vom Objektiv entworfene Bild ist zunächst kopfstehend und seitenverkehrt. Durch den in jedem Rohr befindlichen
Prismensatz wird es infolge mehrfacher Spiegelung wieder gedreht und kann so vom Beobachter durch das Okular seitenrichtig
und aufrechtstehend betrachtet werden. Auf Grund der Formgebung dieser Prismen lässt sich zudem die Baulänge des
Fernglases verkürzen. Dabei sind zwei Bauformen gebräuchlich: 1. Ferngläser mit sog. „Dachkantprisma“, 2. Ferngläser mit sog.
„Porro-Prismen“. Erstere ermöglichen den Bau schlanker Ferngläser, bei denen die optische Achse von Objektiv und Okular
(nahezu) auf einer Linie liegen. Die andere Bauform ist durch einen seitlichen Versatz dieser Achsen gekennzeichnet, wobei das
Objektiv gegenüber dem Okular sowohl nach innen wie auch nach außen versetzt sein kann. Bei nach innen versetzten
Objektiven ergibt sich eine besonders kompakte Bauweise, die aber mit einer verringerten Plastik des Bildes einhergeht. Bei
nach außen versetzten Objektiven ergibt sich eine erhöhte Plastik des Bildes, die aber durch größere äußere Abmessungen und
die charakteristische „Schulter“ des Fernglases erkauft wird. Die Fertigungsgenauigkeit der Prismen bestimmt wesentlich die
Bildqualität eines Fernglases. Insbesondere bei Dachkantprismen kommt es auf exakte Einhaltung der Prismenwinkel und eine
völlig defektfreie Dachkante an, um Doppelkonturen und resultierende Bildunschärfen zu vermeiden. Eine hochwertige
Verspiegelung ist für die Helligkeit und Farbneutralität wichtig. Die Größe des Prismensatzes bestimmt zudem den erfassten
Bildwinkel, das sog. „Sehfeld“ sowie die Lichtstärke eines Fernglases. Kleine Prismen ermöglichen zwar eine kompakte
Bauweise, erlauben aber nur ein eingeengtes Sehfeld und begrenzen den möglichen Durchmesser des Objektivs. Ein großes
Sehfeld sowie große Objektivdurchmesser bedingen wiederum ein entsprechend großes Prismensystem.

Welche Funktion erfüllt ein Okular?


Das Okular ist das Bauteil eines Fernglases, durch das der Betrachter in das Fernglas hineinblickt. Es ist, wie das Objektiv, stets
ein aus mehreren Linsen aufgebautes Linsensystem. Es funktioniert wie eine Lupe, mit der der Benutzer das vom Objektiv durch
die Prismen hindurch entworfene Zwischenbild betrachtet. Auf Grund der exakten gegenseitigen Abstimmung von Objektiv,
Prismen und Okular entsteht dadurch im Auge des Betrachters ein vergrößertes, kontrastreiches, farbgetreues und scharfes Bild
des beobachteten Objekts. Das Verhältnis der Brennweiten von Objektiv und Okular bestimmt die Vergrößerung des Fernglases
bzw. Spektivs. Demgegenüber bestimmt der Durchmesser der Okularlinsen die Lage der sog. Austrittspupille, die wiederum die
Überschaubarkeit des Sehfeldes insbesondere für Brillenträger beeinflusst. Ferngläser mit großem Sehfeld, das auch für
Brillenträger voll überschaubar ist, weisen daher relativ voluminöse Okulare auf. Um ein möglichst kontrastreiches Bild zu
erhalten, sorgen sog. Augenmuscheln am oberen Okularende dafür, dass kein Falschlicht auf die letzte Linsenfläche einfallen
kann. Bei MINOX Ferngläsern sind dies drehbar-ausziehbare Augenmuscheln, die zudem in verschiedenen Auszugsstellungen
arretierbar einrasten. Ein nicht alltäglicher Komfort.

Warum Brillenträger-Okulare?
Die Sehleistung der Menschen ist unterschiedlich und verändert sich im Laufe der Jahre. Manche benötigen von Kind auf eine
Brille, andere erst im Alter. Hersteller eines Qualitätsfernglases, das viele als Anschaffung fürs Leben betrachten, müssen
diesen natürlichen Gegebenheiten Rechnung tragen. MINOX hat alle seine Ferngläser mit Brillenträger-Okularen ausgerüstet.
Bei diesen Okularen ist die sog. Austrittspupille soweit nach hinten verlagert, dass auch der Brillenträger das gesamte Sehfeld
ohne Probleme überblicken kann. Vor allem bei großen Sehfeldern und/oder hoher Lichtstärke des Fernglases bestehen diese
Okulare aus bis zu 8 Linsen mit großen Abmessungen und sind aus speziellen Glasarten gefertigt. Echte Brillenträger-Okulare
sind daher aufwändig in der Herstellung, wenn – wie bei allen MINOX Ferngläsern – die gleiche vorzügliche Abbildungsgüte im
gesamten Bildfeld erhalten bleiben soll. Wichtig zu wissen: Brillenträger-Okulare sind nur dann gewährleistet, wenn sie in der
technischen Beschreibung eines Fernglases ausdrücklich erwähnt werden.

Was ist unter "asphärisch" zu verstehen?


Asphärische Linsen haben eine Besonderheit: sie lenken nicht nur die mittig und eng benachbart auftreffenden, sondern auch
die näher zum Linsenrand verlaufenden Lichtstrahlen exakt auf die gleichen Bildpunkte. Diese können sowohl im Bildzentrum,
aber ebenso am Bildrand liegen, wodurch Bildkontrast und Bildschärfe im gesamten Bildfeld verbessert werden. Damit
verschwinden Randunschärfen, die sich auch bei den besten nicht asphärischen Linsen und hochwertigster Technologie nicht
ganz vermeiden lassen. Bereits seit langem eingesetzt werden asphärische Linsen in hochwertigen und damit auch teueren
Fotoobjektiven. Im Fernglasbau findet die Verwendung von asphärischen Linsen erst in jüngerer Zeit statt, wobei MINOX die
größte Palette an mit asphärischen Linsen ausgestatteten Ferngläsern ausweist: Kennzeichen einer die Bildqualität auch in den
Randbereichen steigernder Technologie!

Was versteht man unter einem Sehfeld?


Wer durch ein Fernglas schaut, der wird
feststellen, dass abhängig von der
Entfernung des zu betrachtenden Objektes
der gesamte einsehbare Bereich
unterschiedlich groß ist. Ist das zu
betrachtende Objekt nahe, dann ist das
sichtbare "Drumherum", gemessen in Metern
vom linken zum rechten Rand und von unten
nach oben, geringer als bei einem Objekt in
weiterer Entfernung. Dabei gilt, dass
sichtbare Breite und Höhe sich immer
entsprechen. Bei Ferngläsern wird stets das
errechnete und auch messbare Sehfeld auf
1000 m angegeben. Seine Ausdehnung wird
durch die Größe der Prismen und
Okularlinsen bestimmt.

Welche Bedeutung hat das Gehäuse?


Das Gehäuse gibt den in den
Fernglashälften eingebauten optischen und
mechanischen Bauteilen Halt und Schutz. Es
dient ihrer stabilen Halterung und korrekten
Lage zueinander. Bei ungewollten
Erschütterungen des Fernglases soll es eine
hieraus mögliche Verschiebung der
Elemente zueinander und damit eine
Dejustierung verhindern. Dies erfordert einen
stabilen Werkstoff, der zudem noch relativ
leicht sein muss, damit das Fernglas
gewichtsmäßig erträglich bleibt. MINOX hat
sich für den im Flugzeug- und Motorenbau bewährten und zugleich hoch belastbaren Werkstoff Aluminium entschieden. Nur das
Beste und Bewährte ist für MINOX-Fernoptik gerade gut genug. In einem solchen Gehäuse sind die optischen Systeme
staubsicher, bei einem MINOX zudem luft- und wasserdicht untergebracht. So kann auch das eingefügte Schutzgas - Stickstoff
oder neuerdings auch Argon – das Beschlagen der Linsen von innen verhindern und nicht entweichen.

Was besagen die Ziffern 8 x 32, 8 x 58 etc.?


Die erste Ziffer gibt die Vergrößerung des Fernglases an. Beim Betrachten durch ein Fernglas mit 8-facher Vergrößerung rückt
ein sich in 100 m Entfernung befindendes Objekt optisch für den Betrachter so nah heran, als befände es sich in 12,50 m
Entfernung (100:8). Die zweite Ziffer gibt Auskunft über den Durchmesser des Objektivs in Millimetern. Je größer der
Objektivdurchmesser, desto größer ist der Lichteinfall in das Fernglas. Ferngläser, mit denen man noch in der Dämmerung oder
bei Mondlicht etwas gut erkennen kann, haben meist einen um 50 mm und darüber liegenden Objektivdurchmesser.

Worin liegt der Unterschied zwischen errechenbarer und tatsächlicher Dämmerungsleistung?


Die Dämmerungsleistung wird durch einen rechnerischen Wert angegeben. Dabei handelt es sich um die Wurzel aus dem
Produkt von Vergrößerung mal Objektivdurchmesser. Beispiele: 8 x 32 = 256. Wurzel aus 256 = 16,0. 8 x 58 = 464. Wurzel aus
464 = 21,54. Je größer die Dämmerungszahl
eines Fernglases, desto besser eignet es
sich zum Sehen in der Dämmerung, heißt
es. Eine Aussage, die zwar mathematisch
richtig ist, in der Praxis aber so nicht
unbedingt stimmt. Vier Dinge sind es, die
das, was man tatsächlich beim Durchblick
durch ein Fernglas in der Dämmerung sieht,
bestimmen:

die Menge des vom Objektiv insgesamt


aufgenommenen Lichtes (abhängig vom
Durchmesser des Objektivs und seiner
Vergütung),

die nach dem passieren der optischen


Systeme (Objektivlinsen, Prismen,
Okularlinsen) verbleibende Restmenge an
Licht (zwischen 92 und 96 Prozent),

die Zusammensetzung der darin enthaltenen


Lichtfarben (bestimmend für den Kontrast
und die Farbtreue des erkennbaren Bildes)
und

der Durchmesser der Pupille im eigenen


Auge (bestimmend für die ins Auge
gelangende Lichtmenge und die damit
gegebene Abbildungshelligkeit).

Gesunde Augen vorausgesetzt, beträgt der Durchmesser der Augenpupille im Alter bis zu 21 Jahren maximal 7 mm. Mit
zunehmenden Alter verringert sie sich auf 4 mm und weniger.

Was versteht man unter einer Vergütung?


Unter Vergütung versteht der Fachmann die Beschichtung einer Oberfläche, in unserem Falle der Oberflächen der in ein
optisches System eingebauten Linsen und Prismen. Das Beschichten erfolgt im künstlich erzeugten Vakuum durch Aufdampfen
verschiedener lichtdurchlässiger Substanzen, u.a. bestimmter Metall-Oxyde und -Fluoride, in weniger als ein Millionstel
Millimeter Stärke. Ein kompliziertes, aufwändiges Verfahren, das mitbestimmend für die Qualität eines Fernglases ist. Die
Vergütung hat die Aufgabe, zu verhindern, dass ein Lichtstrahl beim Auftreffen auf die Oberfläche einer Linse oder eines
Prismas ganz oder teilweise reflektiert wird und damit der Gesamtlichtmenge entzogen wird. Dies kann an jeder Glas-/Luftfläche
erfolgen, von denen es in einem Fernglas - abhängig von der Zahl der eingebauten Linsen – eine ganze Reihe gibt. MINOX-
Ferngläser, die qualitativ zur Topklasse in der Fern- und Sportoptik zählen, haben auf allen Glas-/Luftflächen eine hochwertige
Mehrschichtvergütung. D. h.: auf die Glasflächen werden gleich mehrere, den Lichtdurchlass begünstigende Schichten
aufgedampft, damit möglichst das gesamte Spektrum im Auge des Betrachters ankommt, d.h. maximale Helligkeit und Farbtreue
erreicht wird. Eine hochwertige Mehrschichtvergütung ist durch einen dezenten schwach farbigen Schimmer auf den Objektiven
und Okularen erkennbar. Sie unterscheidet sich deutlich von jenen minderwertigen Belägen, die einen starken Farbreflex haben
- wie rubinrot bei vielen Plagiaten von Markenprodukten z. B. aus Fernost.

Was versteht man unter "Austrittspupille"?


Die sog. Austrittspupille ist augenseitige „Öffnung“ des Fernglases, so wie das Objektiv die dem Objektiv zugewandte Öffnung,
dies sog. Eintrittspupille darstellt. Physikalisch gesehen ist die Austrittspupille das von der Optik im Fernglas entworfene Bild der
Eintrittspupille. Sie lässt sich beobachten, wenn man von hinten aus größerem Abstand auf die Okularlinse blickt. Sie ist stets
kleiner als der freie Durchmesser der Okularlinse. Der Durchmesser der Austrittspupille ergibt sich, wenn man den Durchmesser
des Objektivs (=Eintrittspupille) durch die Fernglas-Vergrößerung dividiert. Durch ihre Größe wird die dem Auge maximal
angebotene Lichtmenge bestimmt. Ob diese Lichtmenge dann tatsächlich ins Auge eintritt, hängt vom momentanen
Durchmesser der Augenpupille ab: ist die Augenpupille größer als die Austrittspupille, wird das gesamte Licht ins Auge geleitet,
ist sie kleiner, geht ein Teil des Lichtes verloren. Dabei reguliert das Auge den freien Durchmesser seiner Pupille (=Iris)
automatisch nach der auf die Netzhaut treffenden Lichtmenge: bei schwacher Beleuchtung ist sie maximal geöffnet, bei sehr
heller Beleuchtung reduziert sich der Pupillendurchmesser u.U. auf weniger als 1mm. Ein Fernglas 8x32 mit 32 mm
Eintrittspupille besitzt demzufolge eine Austrittspupille von 4 mm Durchmesser, ein Fernglas 8x56 mit 56 mm Eintrittspupille
hingegen eine Austrittspupille von 7mm. Auch wenn die Augenpupille sich nicht weiter als 4mm öffnet (z.B. im Alter) hat diese
größere Austrittspupille den Vorteil, dass leichte Verschiebungen des Fernglases (=Zittern) keine erkennbare Bildabschattung
zur Folge haben. Dies wird jedoch durch ein relativ großes Fernglas-Volumen erkauft. Hier muß jeder Benutzer sein Optimum
selbst herausfinden.

Was versteht man unter "Pupillenschnittweite"?


Pupillenschnittweite wird der Abstand zwischen der Okularlinse und der Pupille des Auges genannt, bei dem im Durchblick das
dem Fernglas eigene Sehfeld voll sichtbar ist. Dies ist nur dann gegeben, wenn sich die Augenpupille exakt am gleichen Ort
befindet, wo die Austrittspupille ist (siehe Zeichnung). Liegt das Auge weiter ab (Pupillenschnittweite zu kurz) oder ist es zu nahe
dran (Pupillenschnittweite zu lang), dann treten Abschattungen in einzelnen Bildbereichen (z. B. an den Rändern) auf.
Brillenträger benötigen eine längere Pupillenschnittweite (Abstand Auge-Brillenglas-Okularlinse) als ein Nichtbrillenträger (Auge-
Okularlinse), um das volle Sehfeld verfügbar zu haben. Hier das richtige Mittelmaß zu finden, ist die hohe Kunst der Optik-
Konstrukteure.

Wie berechnet sich die geometrische Lichtstärke?


Die geometrische Lichtstärke ist der Wert, der sich ergibt, wenn der Durchmesser der Austrittspupille mit sich selbst
malgenommen wird. Die geometrische Lichtstärke ist immer niedriger als die rechnerisch ermittelte Dämmerungszahl.

Warum gibt es einen Dioptrieausgleich bei Ferngläsern?


Dioptrie ist die Maßeinheit für die Brechkraft einer Linse oder eines optischen Systems. In Dioptrien wird auch die Fehlsichtigkeit
der Augen gemessen (=Abweichungen der Brechkraft vom Normalfall). Bei den meisten Menschen gibt es Abweichungen in der
Sehschärfe der beiden Augen. Dieses muss bei der Entwicklung und Fertigung eines aus zwei parallel verlaufenden Fernrohren
bestehenden Fernglases berücksichtigt werden. Über den Mitteltrieb wird durch Verschieben der sich in den Fernglashälften
befindenden Fokussierlinsen das jeweils im Fernglas betrachtete Bild scharf gestellt. Streng genommen gilt dies allerdings
immer nur für ein Auge. Für das andere Auge muss die Schärfe durch den Dioptrieausgleich nachjustiert werden. MINOX-
Ferngläser besitzen am rechten Okular den Dioptrieausgleich. Dabei handelt es sich einen Ring, mit dem über die Okularlinse
die Sehschärfe für das rechte Auge nachreguliert werden kann.

Wie erfolgt der Dioptrieausgleich?


Um einen betrachteten Gegenstand absolut scharf zu sehen, müssen ihn beide Augen gleichzeitig scharf sehen. Der
Dioptrieausgleich zwischen den beiden Augen muss hergestellt werden. Dies geschieht wie folgt: während das rechte Auge
geschlossen bzw. das rechte Objektiv durch Aufsetzen des Objektivschutzes abgedunkelt wird, schaut das linke Auge durch das
linke Fernrohr auf ein bestimmtes Objekt. Durch drehen des Mitteltriebes wird die Abbildung des Objektes für das linke Auge
scharf gestellt. Jetzt wird das linke Auge geschlossen bzw. das linke Objektiv abgedunkelt und mit dem rechten Auge durch das
rechte Fernrohr auf das gleiche Objekt geschaut. Die dabei erkennbare Unschärfe wird durch Drehen des
Dioptrieausgleichringes am Okular in eine für das rechte Auge scharfe Abbildung korrigiert. Schaut man jetzt mit beiden Augen
durch das Fernglas wird das betrachtete Objekt für beide Augen scharf abgebildet. Jetzt genügt es, beim Betrachten von
Objekten in unterschiedlicher Entfernung mit dem Mitteltrieb das Bild jeweils scharf zu stellen. Ein erneuter Dioptrieausgleich ist
nur dann erforderlich, wenn jemand anderes das Fernglas benutzt. Empfehlenswert ist es, sich den Wert des eigenen
Dioptrieausgleiches zu merken, damit man ihn nach dem Ausleihen des Fernglases sofort wieder einstellen kann.

Wann entstehen Doppel- bzw. Schattenbilder?


Doppel- oder Schattenbilder sind die Folge einer Dejustierung, d. h. die durch die beiden Fernglashälften geleiteten Lichtstrahlen
verlaufen nicht mehr parallel, sondern in einer mehr oder weniger deutlichen Abweichung zueinander. Diese Abweichung kann
vielfältige Ursachen haben:

zu große Fertigungstoleranzen der verschiedenen Bauteile

unsaubere Montage der optischen Systeme in den Fernrohren und der Fernrohre zueinander bzw. Einbau von Prismen
mit Winkelfehlern. Etwas, das bei hochwertigen Ferngläsern, wie den MINOX-Ferngläsern, praktisch nicht vorkommt. Bei
Billigprodukten sieht das häufig anders aus.

mechanische Dejustierung durch Fall oder Stoß, bei der eines der Prismen oder eine der Linsen aus ihrer Verankerung
gelöst und in ihrer Position im Strahlengang, d.h. zur Position der anderen Linsen/Prismen verschoben wird.

mechanische Beschädigung der die beiden Fernglashälften miteinander verbindenden Brücke und der in ihr eingebauten
Mechanik. Dadurch wird die strenge Parallelität der beiden Fernglasrohre zerstört.

Gut zu wissen: bereits ein Hundertstel Millimeter Versatz reichen aus, um eine erkennbare Dejustierung hervorzurufen. Anfangs
wird dies oftmals nicht bemerkt, weil die Augen selbsttätig versuchen, diese Dejustierung auszugleichen. Die Folge: bei etwas
längerem Durchblick durch ein dejustiertes Fernglas entstehen durch Überanstrengung der Augen Kopfschmerzen und Übelkeit.

Qualitätsmerkmale eines qualitativ hochwertigen Fernglases:


Voraussetzung für ein Qualitätsprodukt ist, dass

die optische Rechnung stimmt.

hochwertige, speziell zusammengestellte Glassorten für die Herstellung der Linsen und Prismen verwendet werden.

alle Glas-/Luftflächen mit einer hochwertigen Mehrschichtvergütung versehen sind.

die Prismen winkelgenau gearbeitet sind und optimal verspiegelt werden.

der Einbau der optischen Systeme (Objektive, Prismen, Okulare) passgenau und unverrückbar erfolgt.
das Gehäuse leicht und dabei doch weitestgehend stoßunempfindlich ist.

die Verbindung der beiden Fernglashälften über die Brücke so erfolgt, dass die Lichtstrahlen paraelle zueinander
verlaufen.

die Mechanik zur Schärferegulierung und zum Dioptrieausgleich präzise arbeitet.

Am besten Sie greifen zu einem Fernglas von MINOX und schauen durch. Dann erkennen und erleben sie ein optisches
Spitzenprodukt von sprichwörtlicher Qualität.
Eben ein MINOX.