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Landesärztekammer Hessen K.d.ö.R.

Hessisches
Ärzteblatt
8  2009
Die Zeitschrift der Landesärztekammer Hessen August 2009
Auch im Internet: www.laekh.de 70. Jahrgang

• 2. Hessischer Heilberufetag
Dürfen wir, was wir können?

• Aufruf an hessische Ärztinnen


und Ärzte zur Mitwirkung bei
Impfungen

• Umgang mit HIV-Infizierten ohne


Risiko für Arzt und Patient

• Bad Nauheimer Gespräch:


Die Freien Berufe und das
Vertrauen der Gesellschaft

• Ärztliche Psychotherapie –
quo vadis?

• Ein Frankfurter Arzt,


der mit einem Bilderbuch welt-
berühmt wurde

Der Struwwelpeter (Bilderklärung siehe Seite 529)


Foto: Marion Herzog-Hoinkis
(nach einem Faksimile von 1925);
Original: Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Hessisches Ärzteblatt 
Mit amtlichen Bekanntmachungen 8 | 2009 • 70. Jahrgang
der Landesärztekammer Hessen K.d.ö.R.
und der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen K.d.ö.R.

Impressum
Herausgeber: 
Landesärztekammer Hessen
Im Vogelsgesang 3, 60488 Frankfurt/M.
Tel. 069 97672-0
Internet: www.laekh.de
E-Mail: info@laekh.de
Editorial Ausbildung: Einsatz und Belohnung! 508
Schriftleitung (verantwortlich): 
Prof. Dr. Toni Graf-Baumann Fortbildung
verantwortlich für Mitteilungen der LÄK Hessen: Phytotherapeutisch bedeutsame Pflanzen in Hessen, Teil 6: Heidelbeere 509
Dr. Michael Popovi ć
verantwortlich für Mitteilungen der Akademie: Aktuelles
Prof. Dr. Ernst-G. Loch Dürfen wir, was wir können? Der 2. Hessische Heilberufetag
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:  fragte nach der Verantwortung von Mensch, Tier und Umwelt 510
Katja Möhrle, M. A.
Aufruf an hessische Ärztinnen und Ärzte zur Mitwirkung bei Impfungen 514
Wissenschaftlicher Beirat:  Ärzte sind zur Anzeige klinischer Studien verpflichtet 515
Prof. Dr. med. Erika Baum, Biebertal
Karl Matthias Roth, Wiesbaden Umgang mit HIV-Infizierten ohne Risiko für Arzt und Patient 515
Dr. med. Alfred Halbsguth, Frankfurt
Prof. Dr. med. Dietrich Höffler, Darmstadt
Landesärztekammer Hessen
Dr. med. Georg Holfelder, Frankfurt Überwachung der Qualitätssicherung bei der Anwendung von
Dr. med. Siegmund Kalinski, Frankfurt Blutprodukten durch die LÄK Hessen, Qualitätsberichte 2008 518
Dr. med. Norbert Löschhorn, Seeheim-Jugenheim
Prof. Dr. med. Peter Osswald, Hanau
Bad Nauheimer Gespräch: Prof. Dr. Christoph Hommerich über die
Prof. Dr. med. Konrad Schwemmle, Gießen Freien Berufe und das Vertrauen der Gesellschaft 520
Dr. med. Gösta Strasding, Frankfurt
PD Dr. med. Oskar Zelder, Marburg Aktuelles Ärztliche Psychotherapie – quo vadis? 522
Dr. med. Walter Schultz-Amling, Hofheim
Medizinhistorisches
Arzt- und Kassenarztrecht:  Geburtshelferin der englischen Königin
Dr. Katharina Deppert,
Gutachter- und Schlichtungsstelle Vor 150 Jahren starb Charlotte Heiland-Heidenreich von Siebold (1788-1859) 525
Dr. Alexander Schmid, Justitiar der LÄK Hessen Ein Frankfurter Arzt, der mit einem Bilderbuch weltberühmt wurde 527
Anschrift der Redaktion:  Fortbildung Sicherer Verordnen 530
Angelika Kob
Im Vogelsgesang 3, 60488 Frankfurt/M. Arzt- und Kassenarztrecht Sturz aus dem Krankenbett 531
Tel. 069 97672-147, Fax 069 97672-247
E-Mail angelika.kob@laekh.de Landesärztekammer Hessen
Redaktionsschluss:  Dokumentation der 4. Fachtagung
fünf Wochen vor Erscheinen „Palliative Versorgung und hospizliche Begleitung in Hessen“ 532
Verlag, Anzeigenleitung und Vertrieb: 
Leipziger Verlagsanstalt GmbH Akademie für Ärztliche Fortbildung und Weiterbildung, Bad Nauheim 533
Paul-Gruner-Straße 62, 04107 Leipzig
Tel. 0341 710039-90, Fax 0341 710039-74 u. -99
Internet: www.l-va.de Carl-Oelemann-Schule, Bad Nauheim 539
E-Mail: lk@l-va.de
Verlagsleitung:  Mit meinen Augen
Dr. Rainer Stumpe
Der Wahlkampf köchelt noch auf sommerlicher Sparflamme ... 541
Anzeigendisposition: 
Livia Kummer Satire Lasst die Außerirdischen kommen! 542
Tel. 0341 710039-92
E-Mail: lk@l-va.de Humoristisches Der Heuschreck 542
Druck:  Von hessischen Ärztinnen und Ärzten 543
Druckhaus Dresden GmbH
Bärensteiner Straße 30, 01277 Dresden Bekanntmachungen der Landesärztekammer Hessen 545
Layout-Design:  Bekanntmachungen der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen 555
Kathrin Artmann, Heidesheim
in Zusammenarbeit mit der LÄK Hessen Mit dem Einreichen eines Beitrages zur Veröffentlichung überträgt der Autor das Recht, den Beitrag in gedruck-
ter und in elektronischer Form zu veröffentlichen auf die Schriftleitung des „Hessischen Ärzteblattes“. Das Hes­­
zzt. ist Anzeigenpreisliste Nr. 5 vom 1.1.2009 gültig.
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Bezugspreis / Abonnementspreise: geschützt. Das Urheberrecht liegt bei namentlich gezeichneten Beiträgen beim Autor, sonst bei der Landes­
Der Bezugspreis im Inland beträgt 104,50  ärztekammer Hes­sen bzw. bei der Kassenärztlichen Ver­ei­­nigung Hessen. Alle Verwertungsrechte der gedruck-
(12 Aus­g a­ben), im Ausland 104,50  zzgl. Versand. ten und der elektronischen Ausgaben sind der Leipziger Verlagsanstalt GmbH übertragen. Kopien in körperlicher
Kündigung des Bezugs 3 Monate vor Ablauf und nichtkörperlicher Form dürfen nur zu persönlichen Zwecken angefertigt werden. Gewerbliche Nutzung ist
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Landes­­ärzte­k ammer Hessen ist der Bezugspreis lagen stellen allein die Meinung der dort erkennbaren Auftraggeber dar. Für unverlangt eingesandte Ma­­nu­skrip­
durch den Mit­g lieds­­beitrag abgegolten. te, Besprechungsexemplare usw. übernimmt die Schriftleitung keine Verantwortung. Vom Autor gezeichnete
Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Schriftleitung wieder. Die Ver­öffent­li­chung der Beiträge „Sicherer
ISSN: 0171-9661 Verordnen“ erfolgt außerhalb der Verantwortung der Schriftleitung und des Ver­lages.

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8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Editorial

Ausbildung: Einsatz und Belohnung !

Lobenswert viele nie­der­ • Der Jugendliche kommt von der Schule, den kann. Der Anwender wird geführt und
gelassene Ärztinnen hat noch keine betriebliche Erfahrung ge- erhält zu allen Eintragungen Anleitung und
und Ärzte, Krankenhäu- sammelt und lässt sich aus diesen Grün- Information. Bei Problemen während der
ser und andere Ein­rich­ den in der Regel gut in die Praxis­um­ge­ Ausbildung stehen die Landesärztekammer,
tun­gen im Gesundheits­ bung und das Praxisteam einpassen. Die die Bezirksärztekammern und 24 Ausbil-
we­­­sen stellen Jahr für erwartenden hohen Einarbeitungskosten dungsberater zur Verfügung.
Jahr Aus­bil­dungs­plät­ze und -schwierigkeiten fallen nicht an. Damit es gelingt, alle Ausbildungsinhalte zu
für Medi­zinische Fach­­ • Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit sei- vermitteln, besuchen die Auszubildenden
ange­stell­te (früher Arzt­ nen späteren Arbeitnehmer frühzeitig und pro Ausbildungsjahr eine Überbetrieb­liche
Dr. Gottfried von
Knoblauch zu Hatzbach ­hel­fer/ in­nen) zur Verfü- gut kennen zu lernen und seine Eignung Ausbildung in der Carl-Oelemann-Schule in
(Bild pop) gung. In Hessen sind es für den Betrieb zu prüfen. Nach der Aus- Bad Nauheim. Der Ausbildungsbetrieb kann
ca. 1.000 Neuverträge bildung kann er sich entscheiden, ob er mittels Auswahl unterschiedlicher Wahlteile
pro Jahr. Für die meisten Praxen gehört es einen Arbeitsvertrag anbietet. eine gute Ergänzung der betrieb­lichen Aus-
schon seit Jahrzehnten zur Selbstverständ- • Jeder Ausbildungsplatz verringert die Ju- bildung erzielen.
lichkeit, Jugendlichen einen Be­­rufs­start zu gendarbeitslosigkeit und gibt Jugendlichen Sollten Sie jetzt Ihre Frage „Lohnt sich Aus-
ermöglichen. eine berufliche Perspektive. bildung?“ mit „Ja“ beantworten können,
Trotzdem beteiligen sich nur ca. 35 % z.B. der Zu beachten ist jedoch, dass die Berufsaus- freuen wir uns über Ihre Ausbildungsbereit-
niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte an bildung einem besonderen Zweck dient. Bei- schaft.
der Ausbildung. Der überwiegende Teil stellt de Vertragspartner verpflichten sich eine
sich die Frage, „Was bringt mir eine Auszu- gute und vollständige Ausbildung durchzu- Ihr
bildende?“ Viele erwarten einen nicht leist- führen, Ausbildungsinteresse und -engage-
baren Einsatz, hohe Kosten und möglicher- ment zu zeigen, damit der Auszubildende
weise Ärger und Unruhe im Praxis­­team. schließlich die Abschlussprüfung erfolgreich
Das Bundesinstitut für berufliche Bildung ablegen kann. Dies ist sicherlich mit viel Dr. med. Gottfried von Knoblauch
(BBiB) kommt aufgrund einer Studie zu dem Mühe verbunden, wird aber auch sehr häufig zu Hatzbach, Präsident
Ergebnis: „Ausbildung lohnt sich!“ durch gute und zuverlässige Mitarbeit über
Sicherlich verursacht eine Auszubildende viele Jahre hinweg belohnt. Im Rahmen der P. S.: Ende Juli / Anfang August schreibe ich
auch Kosten. Nach dem aktuellen Gehaltsta- Abschlussprüfung im Sommer 2009 machen ca. 3.600 derzeit nicht ärztlich tätige Kolle-
rifvertrag beträgt die monatliche Ausbil- wir gerade die Erfahrung, dass es sehr viele ginnen und Kollegen an mit einem Aufruf, sich
dungsvergütung im 1. Jahr 531 Euro, im leistungsmäßig sehr gute und engagierte zur ärztlichen Unterstützung der Gesundheits­
2. Ausbildungsjahr 572 Euro und im 3. Aus­ Auszubildende gibt. Erfreulicherweise be- ämter zur Verfügung zu stellen, falls diese
bildungsjahr 616 Euro. Außerdem fallen Ein- stätigen uns viele Prüflinge, dass sie von ih- zur Bekämpfung einer Pandemie (z.B. Influ-
tragungsgebühr, Prüfungsgebühren und Kos­ rem Ausbildungsbetrieb übernommen wer- enza) mit Massenimpfungen der Gesamtbe-
ten für die Überbetriebliche Ausbildung an. den und sie auch gerne dort weiterarbeiten. völkerung beauftragt werden sollten. (Einzel­
Doch Auszubildende verursachen nicht nur Zahlreiche ausbildende Ärztinnen und Ärzte heiten ersehen Sie auf Seite 514). Es geht
Kosten, sondern erbringen auch eine ad- interessieren sich für die Prüfung und spre- dabei ausschließlich um einen begrenzten
äquate Gegenleistung. Das BBiB hat folgen- chen uns an. Einsatz in solchen ‚Katastrophensituationen‘
de Vorteile aufgelistet: Für die Auswahl eines geeigneten Auszubil- (In denen z.B. kurzfristig neu entwickelte
• Bei guter Auswahl eines geeigneten Be- denden stellen wir kostenlos einen Eignungs­ Impf­stoffe zentral vom Land bereitgestellt
werbers ist der Auszubildende ca. ab der test zur Verfügung. Darüber hinaus beraten und die Gesundheitsämter mit Organisation
Hälfte der Ausbildungszeit wie eine aus- wir über die Berufsausbildung in mündlicher und Durchführung der Impfung beauftragt
gelernte Kraft einsetzbar. Die Ausbildungs­ und schriftlicher Form. Muster-Berufsausbil- würden.), und es besteht keinerlei Über-
vergütung liegt aber weit unter dem Ge- dungsverträge und Informationen sind unter schneidung mit allen anderen – in der nor-
halt einer ausgelernten vollzeitbeschäftig- www.laekh.de abrufbar. Seit 2007 ist dort malen Versorgung überwiegend durch nie-
ten Medizinischen Fachangestellten (z.B. auch ein elektronischer Berufsausbildungs- dergelassene Ärzte durchgeführten – Indi-
1. Berufsjahr Tätigkeitsgruppe I: 1.424 Euro). vertrag eingestellt, der im PC ausgefüllt wer- kationsimpfungen.
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8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Fortbildung

Phytotherapeutisch bedeutsame Pflanzen in Hessen


Teil 6: Heidelbeere (Vaccinium myrtillus L.) Alexander H. Jakob

den und Blasen­ent­ tiker sinnvoll sei, wobei hier auch die feh-
zün­dun­gen traditio­ lende Studienlage im Hinblick auf die
nell ange­w endet fragliche blutzuckersenkende Wirkung
wur­den. Sie können einen Aus­schluss für eine wissenschaft-
eine toxische Wir- lich fundierte Anwendung ergibt.
kung entwickeln,
was einen sinnvol- Anschrift des Verfassers
len Einsatz nicht Dr. med. Alexander H. Jakob
emp­f ehlen lässt. Facharzt für Allgemeinmedizin
Dies gilt auch für – Naturheilverfahren – Akupunktur –
Berichte, dass die Stierstädter Straße 8a
Teezubereitung der 61350 Bad Homburg v.d.H.
Blätter beim Diabe- E-Mail: drjakob@gmx.de
Heidelbeere

Die Heidelbeere, auch Blaubeere genannt,


wächst strauchartig in lichten Wäldern
und Gebüschen und breitet sich dann oft
auf größeren Flächen aus. Sie gehört der
Fami­lie der Heidekrautgewächse (Erica-
ceae) an.
Die früher, vor den Warnungen vor dem
Fuchsbandwurm, oft gesammelten Beeren,
werden frisch oder zubereitet verzehrt
und wurden aufgrund ihres Gehaltes an
Gerbstoffen und Pflanzensäuren in der
Volksmedizin getrocknet oder vergärt als
Mittel gegen Durchfall eingesetzt, was
auch heutzutage noch praktiziert wird.
Bei kurz­f ristigen Diarrhoen ohne Kompli­
ka­­tionen ist der Einsatz von getrockneten
Heidelbeeren als Teezubereitung nach ent­
­sprechender Aufklärung möglich und frei
von Nebenwirkungen.

Abgekochte und abgekühlte Teezube­rei­


tun­gen der getrockneten Beeren werden
auch bei entzündlichen Erkrankungen des
Mund- und Rachenraumes als lokale Spü-
lung angewandt.
Weiter sind die antioxidativen Eigenschaf-
ten der Heidel­beere im Sinne einer krebs­
präventi­ven Wir­kung zu diskutieren.

Anders sieht es mit dem Einsatz der Blät-


ter aus, die in der Überlieferung als Tee­
zuberei­tun­gen gegen Atemwegsbeschwer-
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8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Aktuelles

Dürfen wir, was wir können ?


Der 2. Hessische Heilberufetag fragte nach der Verantwortung für Mensch, Tier und Umwelt

Auf dem Podium: Professor Bostedt und Kardinal Lehmann Über 320 Gäste besuchten den 2. Heilberufetag;
vorne rechts: Jürgen Banzer, Jürgen Hardt, Rose-Lore Scholz

Wird unser Verhältnis zu Natur und Um- Januar 2008 mit dem Spagat zwischen nachzu­d enken
welt noch immer von dem Glauben an Ökonomie und Ethik im Gesundheitswe- und unterstrich:
immer­währenden Fortschritt bestimmt? sen beschäftigt hatte, ging es in diesem „Wir sind keine
Welche Folgen hat unser Lebensstil für Jahr in erster Linie um die Auseinander- Verkäufer, Ge-
uns und unsere Mitgeschöpfe? Was dürfen setzung mit Wertmaßstäben. sundheit ist kei-
wir in Wissenschaft, Technik und Medizin? ne Ware!“ Nach-
Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Die Ethik heilberuflichen   drücklich erin­
2. Hessischen Heilberufetages mit dem Handelns ner­ten die Ver­
Titel „Verantwortung für Mensch, Tier und Gerade in einer tre­ter der Hes-
Dr. Margita Bert
Umwelt – Dürfen wir, was wir können?“, Zeit, in der vie- sischen Heilbe-
zu dem das Bündnis „heilen & helfen“ der les zusammen- rufskörperschaften die Politiker an ihre
Hessischen Heilberufskörperschaften – Lan­ zubrechen droht Verantwortung. Aufgabe der politisch und
desärztekammer Hessen, Kassenärztliche und haltlos ge- gesellschaftlich Verantwortlichen sei es,
Vereinigung Hessen, Landeszahnärztekam­ worden scheint, für Rahmenbedingungen im Gesundheits-
mer Hessen, Kassenzahnärztliche Verei­ ist es wichtig, wesen zu sorgen, damit „heilen & helfen“
nigung Hessen, Landesapothekerkammer grundsätzliche wieder in den Mittelpunkt heilberuflicher
Hessen, Landeskammer für Psychologische Überlegungen Tätigkeit treten kön­nen. Die Politik wurde
Dr. Gottfried von
Psychotherapeuten und Kinder- und Jugend­ zu unserem Um- aufgefordert, gemeinsam mit den Heilbe-
Knoblauch zu Hatzbach
lichenpsychotherapeuten Hessen und Lan­ gang mit uns rufen die zukünftige Gesundheitsversor-
destierärztekammer Hessen – am 3. Juni selbst und unseren – endlichen – Ressour- gung in der Ver­­ant­­­wortung für Mensch und
in die Räume der Casino-Gesellschaft in cen anzustellen. Überlegungen, die sich ent­ Umwelt zu gestalten.
Wiesbaden eingeladen hatte. Das Echo scheidend auch auf die Tagespolitik aus-
auf die öffentliche Veranstaltung mit den wirken werden und müssen“, erläuterte Die menschliche Würde, das Leben an
beiden hochkarätigen Referenten Karl Dr. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, sich, sei ein absolutes Gut, das nicht zum
Kar­dinal Lehmann, Bischof von Mainz, und Präsident der Landesärztekammer Hes- Gegenstand ökonomischer Abwägung ge-
Professor Dr. Hartwig Bostedt, Veterinär- sen zu Beginn der Veranstaltung. Die Vor- macht werden könne, unterstrich Staats-
mediziner von der Universität in Gießen, standsvorsitzende der Kassenärztlichen minister Banzer in seinem Grußwort. „Wir
war groß. Über 320 Besucher fanden sich Vereinigung Hessen, Dr. Margita Bert, rief müssen dieses menschliche Gut ins Zent-
in den stilvollen Räumlichkeiten an der dazu auf, angesichts der Ökonomi­sie­rung rum aller Überlegungen setzen.“ Es sei
Wiesbadener Friedrichstraße ein. Während des Ge­­sund­heits­we­sens über die ethischen jedoch notwendig, im Gesundheitswesen
sich der erste Hessische Heilberufetag im Grund­lagen für heilberufliches Handeln zwischen dem Heilen von Krank­heiten, dem
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8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Aktuelles

Anspruch des und Begleittiere. und nach den Antibiotika-Leitlinien einge-


Wohlbefindens Aufgabe der Tier­ setzt würden. Die Zunahme an resistenten
und der in­­­­zwi­ ärzte sei es, die­­ Keimen im Humanbereich könne nicht
schen zur Life­ se Tiere, eben- allein dem Einsatz von Antibiotika in der
style-Frage ge- so wie Wildtiere, Tiermedizin angelastet werden. Abschlie-
wordenen „Well­ vorbeugend und ßend hob er hervor, dass Human- und
ness-Gesundheit“ heilend zu be- Tiermediziner zusammen gefordert seien,
zu dif ­f e­r en­z ie­ handeln. Die Er­ Strategien zu entwickeln, um den erkenn-
ren. Rose-Lore ­zeugung von Le­­ baren Gefahren zu begegnen. Der Mensch
Staatsminister Banzer Professor Dr.
Scholz, De­­zer­ Hartwig Bostedt bensmitteln – müsse seiner Verantwortung in höherem
nen­tin für Schule und Gesundheit der „from the stable Maß nachkommen als bis­her.
Stadt Wiesbaden, bezeichnete die Frage to the table“ – bedinge, dass auch die Ge-
„Dür­fen wir, was wir können?“ in ihrem sundheit des Menschen zu den wesent­ Grenzen der Medizin
Grußwort als lichen Anliegen und Aufgaben der Tierärz- Dass die Frage nach der Verantwortbar-
Schlüsselfrage teschaft gehöre. Darüber hinaus wies keit menschlichen Tuns neben den Mitteln
im Gesundheits­ Bostedt auf die besondere Bedeutung von und deren Begrenzung vor allem ethische
wesen. Medizin Zoonosen (von Tier zu Mensch und von Aspekte berührt, machte Karl Kardinal
und Gesund­ Mensch zu Tier übertragbare Krankheiten) Lehmann, Bischof von Mainz, in seiner
heits­f örderung hin. So habe sich die Zoonosenlage durch Rede deutlich. „Darf der Mensch, was er
könnten nur im das Zusammenwachsen der Kontinente, kann? Er tut jedenfalls das meiste von
Kontext aller Fak­ den Reiseverkehr und den Klima­wan­del in dem, was er kann“, konstatierte Leh­mann.
toren betrachtet jüngster Zeit deutlich verändert. Tuberku- Dieser elementare Konflikt führe dazu, die
Rose-Lore Scholz werden. lose und Brucellose sowie weitere, die offenkundige Spannung zwischen dem
menschliche Gesundheit bedrohende Zoo­ technisch Machbaren und dem sittlich Ver­
Tier und Mensch –   nosen (u.a. TSE, Q-Fieber, Listeriose, West- ­antwortbaren ausloten zu wollen. „Die
eine Gesundheit Nil-Fieber) träten auch in unseren Breiten Chancen auch und gerade der Medizin
Wie eng die gegenseitige Abhängigkeit wieder auf. Auf den häufig kritisierten Ein- kennen wir alle“, sagte der Kardinal. „Aber
von menschlicher Gesundheit und Tierge- satz von Antibiotika und die MRSA (Multi­ Grenzen?“ Die Wissenschaft scheine gera-
sundheit ist, betonte Profes­sor Dr. Hartwig resistenz)-Problematik be­­zogen, stellte de dadurch Wissenschaft zu sein, dass ihr
Bostedt, Ve­­te­ri­närmediziner von der Uni- Bostedt klar, dass Antibio­tika in der Tier- niemand von außen Grenzen setze. „Frei-
versität in Gießen, in seinem Vortrag „Tier medizin mit Verantwortungs­bewusstsein lich wissen wir alle, dass es solche Gren-
und Mensch – eine Gesundheit“. Die EU-
Festlegung „Tier und Mensch – eine Ge-
sundheit“, die sich die hessischen Heilbe-
rufskörperschaften zu eigen gemacht hät­
ten, verlange dringend nach neuen Ant-
worten. Human- und Veterinärmediziner
seien gemeinsam gefordert, Strategien zu
entwickeln, um den erkennbaren Gefahren
zu begegnen. Auch die Schweinegrippe
dokumentiere, wie sich die biologischen
Wege von Mensch und Tier kreuzten. Tiere
würden nicht nur landwirtschaftlich – und
damit sowohl zur Lebensmittelerzeugung
als auch zur Erhaltung der Kulturland-
schaft – genutzt, sondern seien auch Heim-
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8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Aktuelles

zen gibt.“ Natur winn und Verantwortung der Wissen- sident der Lan-
sei immer noch schaft dürften nicht voneinander getrennt deskammer für
etwas, das den werden. Der Mensch sei nur Mensch, Psychologische
Menschen um- wenn er sowohl die schöpferische Beherr- P s y ­c h o t h e r a ­
greife und be- schung der Natur ausübe und zugleich mit peu­­ten (LPPKJP),
stimme. Nach- dieser Natur und in ihr lebe. Lehmann be- Jürgen Hardt.
dem der Mensch tonte einmal mehr das Prinzip der Verant- Ge­­­­sellschaft und
Jahr tau sende wortung, die sich auf die Folgen des eige- Politik sähen
lang mit der Na- nen und kollektiven Handelns – und damit sich mit einer
Karl Kardinal Lehmann Dr. Michael Frank
tur in einer Sym­ auf die Zukunft der Menschheit beziehe. Ve r ­m a r k t u n g
biose gelebt habe, sei diese Form des Zu­ Diese Sorge für die geschichtliche Zukunft des Lebens kon­­­
­sammenlebens von einer fortschreitenden zeige sich im Maßhalten, sowohl beim frontiert. Es ge­
Unterwerfung der Natur abgelöst worden. Verbrauch der natürlichen Ressourcen als ­he darum, was
Der Begriff des Fortschritts gehöre un- auch im Umgang mit Reichtum und techni- bezahlbar und
trennbar dazu. Lehmann kritisierte diesen schen Möglichkeiten. Mit Blick auf die For- was machbar sei:
Fortschrittsglauben, der zwar erschüttert schung bekräftige Lehmann, wie wichtig Ker nproblem
sei, dem die Menschen jedoch wegen sei- es sei, dass Wissenschaftler freiwillig die sei die ökonomi­
ner „Errungenschaften“ noch immer an- Maßstäbe ihres Tuns aufstellten und ihre sche Frage und
hingen. Die Dominanz neoliberalen Den- Ziele rechtfertigten. deren politische
kens trage zu dieser Einstellung nicht un- Ver mar k t ung.
Jürgen Hardt
wesentlich bei. Vermarktung des Lebens „In dieser Situa-
„Das Problem ist, dass wir nicht den ge- tion von Menschenverachtung zu spre-
Inzwischen sei der Prozess der Beherr- meinsamen Willen zur Änderung haben, chen, ist unwürdig“, sagte Hardt, der sich
schung der Welt allerdings an einem Punkt sondern in einer pluralis­tischen Gesell- damit auf die Kritik von Bundesgesund-
angelangt, wo er sich gegen den Men- schaft leben“, un­­terstrich Lehmann in der heitsministerin Ulla Schmidt an dem Prio-
schen selbst wende. Der Mensch werde anschließenden, von Dr. Michael Frank, risierungvorschlag bezog, den Professor
sich bewusst, dass die Ressourcen der dem Präsidenten der Lan­d eszahn­ärzte­ Dr. Jörg Dietrich Hoppe, Präsident der Bun­
Natur endlich sind. Eine Chance zur Neu- kam­mer Hessen, moderierten Diskussion. ­desärztekammer, auf dem 112. Deutschen
orientierung liege in einer neuen ethischen Die Frage, was hinzunehmen sei und was Ärztetag in Mainz unterbreitet hatte. Auch
Betrachtung des technisch Machbaren, nicht, dringe leider nicht in den gesell­ Moderator Dr. Michael Frank zeigte sich
führte Lehmann weiter aus. Erkenntnisge- schaft­lichen Diskurs vor, urteilte der Prä- davon überzeugt, dass Hoppes Vorschläge
von Politikern und Medien bewusst fehlin-
terpretiert worden seien.

Aufruf zur Sensibilität im  


Umgang mit den Heilberufen
Angesichts der schwierigen Lage und des
schwindenden Interesses junger Menschen
an dem Arztberuf rief Kardinal Lehmann
die Politik zu mehr Behutsamkeit und
Sensibilität im Umgang mit Ärzten und
den anderen im Gesundheitswesen täti-
gen Berufen auf. Mit Blick auf die aktuelle
Finanz- und Wirtschaftskrise äußerte Leh-
mann die Hoffnung auf ein gesellschaft­
liches Umdenken. Dazu gehöre, dass der
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8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Aktuelles

verantwortungsbewusste Umgang mit den sentliche Vorausset­


knappen Ressourcen in den Mittelpunkt zung dafür seien
rücke. „Wenn wir meinen, wir müssten Durch­setzung und
wieder zu unseren alten Gewohnheiten Einhaltung von Ver-
zurückkehren, haben wir nichts aus der ordnungen. Der Per­
Krise gelernt“, mahnte der Kardinal. Bo­ sonalmangel in Ve-
stedt teilte Lehmanns Auffassung, dass die terinäreinrichtungen
führe jedoch leider
dazu, dass Kontrol-
len nicht in dem
erforder­lichen Um-
fang durchgeführt Dr. Friedrich Leipner, Ehrenpräsident der Landestierärztekammer
werden könnten.
Um diesen Zustand zu verbessern, sei ein (Übertragung von lebens- und funktions-
gemeinsames Vorgehen der Heilbe­rufe tüchtigen Zellen oder Zellverbänden – ein-
wichtig. schließlich ganzer Organe oder Körper­
Professor Dr. Hartwig Bostedt und teile – zwischen verschiedenen Spezies)
Karl Kardinal Lehmann (v.l.n.r.) Organtransplantationen aufgreifend, wollte ein anderer Besucher
Von einem Zuhörer auf seine Einstellung des Heilberufetages wissen, woher der
Finanzkrise eine Chance des Umdenkens zur Organtransplantation angesprochen, Mensch das Recht nehme, andere Ge-
in vielen Bereichen eröffne. Dazu zähle gab Kardinal Lehmann zu bedenken, dass schöpfe zu töten. „Auf diese Frage habe
auch ein neues Bewusstsein für die ethi- dieses Thema für viele Menschen ausge- ich keine Patentantwort“, erwiderte Leh-
sche Verantwortung des Menschen in sei- sprochen schwierig sei und daher äußerst mann. Er hege jedoch Zweifel daran, ob
nem Umgang mit dem Tier. Die Bibel habe sensibel behandelt werden müsse. Er wand­ man dies ohne Weiteres tun dürfe. „Ich
Tiere als Mitgeschöpfe des Menschen be- ­te sich dagegen, vom Bedarf her zu argu- glaube, wir handeln uns durch Xenotrans-
trachtet; später sei die Autonomie der mentieren und Andere zu einer Entschei- plantation mehr Probleme ein als wir glau-
Tiere Jahrhunderte lang entweder über- dung zu zwingen. Ablehnende Haltungen ben“, stellte Marion Selig, Tierärztin und
oder unterbewertet worden. Auch heute müssten respektiert werde. Um Menschen Vorstandsmitglied der Landestierärztekam­
müsse zwischen Menschen und Tieren eine zur Organspende zu motivieren, sei eine mer Hessen fest. Die Methode gehe mit
klare Unterscheidung vorgenommen wer- große Behutsamkeit vonnöten. Die aktu- hohem Tierverbrauch und hohem Tierleid
den, betonte Bostedt. Doch die Überord- elle Diskussion über Xenotransplantation einher; auch müsse bei der Transplanta­
nung von vernunftbegabten Wesen über
nicht vernunftbegabte Wesen, dürfe nicht
zum Leiden der Letztgenannten führen.

Ob der Titel der Veranstaltung angesichts


von Massentierhaltung nicht eher „Dürfen
wir, was wir wollen?“ hei­­ßen müsste, woll­
­te eine Zuhörerin wissen. „Wir leben nicht
auf einer Insel der Seligen“, gab Bostedt
zur Antwort. Der Wunsch nach einer Rück-
kehr zum einfachen Leben er­­scheine ihm
kaum erfüllbar – ebenso wenig wie eine
Abschaffung der Massentierhaltung. Aller­
dings müsse diese so organisiert sein, dass
sie für die Tiere lebenswert sei. Eine we-
513
8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Aktuelles

tion mit Abstoßungsreaktionen gerechnet Pro­f es­s or Dr. fentlichen Gesundheit gegenüber sehe.
werden. Selig rief den Titel der Veranstal- Alexander Her- Angesichts der globalen Situation sei ei­­ne
tung „Dürfen wir, was wir können?“ ins zog, dass sich enge Kooperation zwischen den Heilberu-
Gedächtnis und appellierte an die Verant- die Tierärzte- fen notwen­dig. „Was also gebraucht wird,
wortung, die jeder Einzelne auch als Ver- schaf t neuen ist nicht nur die verbale, sondern die tat-
braucher habe. H e r a u s f o r d e ­ sächliche Realisierung des Konzeptes
run­gen, so­­wohl „eine Welt, eine Gesundheit, eine Medizin“.
Neue Herausforderungen beim Schutz der
In seinem Schlusswort erklärte der Präsi- Tiergesundheit Katja Möhrle
dent der Lan­des­tierärz­te­kam­mer Hessen, Dr. Alexander Herzog als auch der öf- (alle Bilder pop)

Gemeinsames Projekt der LÄKH und des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD)  


zur Vorbereitung auf allgemeine Bevölkerungsimpfungen im Falle einer Pandemie –

Aufruf an hessische Ärztinnen und Ärzte  


zur Mitwirkung bei Impfungen R. H. Kaiser , A. Winter , U. Heldmann 1 2 3

Zu den wichtigsten und wirksamsten Ab- gen Ärztinnen und Ärzte werden durch Rahmen eines kurzfristigen Anstellungs-
wehrmaßnahmen gegen virale Pandemien zahlreiche akute Erkrankungsfälle ohne- vertrages mit Vergütung auf Zeitbasis er-
(z.B. Influenza) zählt – sobald ein geeigne- hin überlastet und somit zur Un­­terstüt­ folgen sollen, werden die eingesetzten
ter Impfstoff zur Verfügung steht – die zung des ÖGD nicht verfügbar sein. Ärztinnen/Ärzte keinem nennenswerten
frü­hestmögliche Durchimpfung der Bevöl- Deshalb hat die LÄKH in Zusammenarbeit Haftungsrisiko aus­gesetzt und benötigen
kerung. Dies ist immer ein Wettlauf gegen mit dem Regierungspräsidium Darmstadt auch keine besondere persönliche Impf­
die Zeit, dessen Erfolg wesentlich davon und den hessischen Gesundheitsämtern qualifikation.)
abhängt, dass sich möglichst viele Men- bereits 2008 eine Strategie entwickelt, Bitte achten Sie auf die einschlägigen
schen gefährdeter Gebiete (Auszunehmen die Anzahl der Impfärzte zu erhöhen. Mit Briefe ihrer Landesärztekammer, prüfen
sind lediglich Personen mit einer speziel- Unterstützung des Hessischen Ministe­ Sie, ob Sie sich zu dieser wichtigen ärzt-
len medizinischen Kontraindika­tion.) in kur­ riums für Arbeit, Familie und Gesundheit lichen Aufgabe im Dienste des Gemein-
zer Zeit impfen lassen. Neben der Bereit- wird die Ärztekammer im Juli/August wohles entschließen können und schicken
schaft und aktiven Mitwirkung der Bevöl- 2009 ca. 3.600 hessische Ärztinnen und Sie ggf. den für Sie vorbereiteten persön-
kerung bedarf es dazu einer sorg­­fältigen Ärzte, die gegenwärtig nicht ärztlich tätig lichen Rückmeldebogen baldmöglichst
frühzeitigen Vorbereitung und ausgefeil- sind, anschreiben und sie bitten, sich zu- an das zuständige Gesundheitsamt. Von
ten Organisation, um in Sonder­impfstellen nächst unverbindlich bei ihren Gesund- dort erhalten Sie dann persönlich weitere
unter Leitung der Gesundheits­ämter diese heitsämtern zu melden, wenn sie evtl. Detailinformationen.
Herausforderung zu meistern. Das ständi- bereit sind, diesen in solchen Notsituati-
ge ärztliche Personal dieser Ämter wird onen bei ‚Mas­senimpfungen‘ zu helfen. Wir danken Ihnen auch im Namen der hes-
dafür keineswegs ausreichen, und die in (Da diese Impfungen unter fachlicher Auf- sischen Bürger bereits im Voraus für Ihre
Praxen, Krankenhäusern etc. klinisch täti- sicht und Einweisung durch Amtsärzte im aktive Unterstützung dieses Projektes.
1
Landesärztekammer Hessen, Im Vogelsgesang 3, 60488 Frankfurt
2
Hessisches Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit, Referat V3, Dostojewski-Straße 4, 65187 Wiesbaden
3
Regierungspräsidium Darmstadt, Dezernat II 24, Luisenplatz 2, 64283 Darmstadt

514
8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Aktuelles

Ärzte sind zur Anzeige


klinischer Studien verpflichtet
Alle in Hessen praktizierenden Ärzte in durch den verantwortlichen Prüfarzt selbst rend der Durchführung klinischer Studien.
Kli­niken und Praxen, die klinische Studien erfolgen. „Wir empfehlen jedem Prüfarzt, Die Inspektoren haben in den vergangenen
durchführen, sind zur Anzeige des Beginns, sich beim Sponsor über die Erfüllung der Jahren selten kritische, wenige schwer­wie­
der Änderung und der Beendigung einer Anzeigepflichten zu vergewissern“ sagt gende aber etliche sonstige Mängel fest-
Studie beim Regierungspräsidium Darm- Sabine Aretz, Leiterin des zuständigen gestellt und damit dazu beigetragen, den
stadt verpflichtet. Darauf macht die für die Pharmaziedezernates. Die Kopie der An- insgesamt guten Standard klinischer Stu-
Überwachung klinischer Studien in Hessen zeige ist Bestandteil des Prüfarztordners dien aufrecht zu erhalten. Ziel ist es, eine
zentral zuständige Behörde aufmerksam am Zentrum. Ein schriftlicher Beleg zur 100-Prozent-Quote bei den Anzeigen des
„um für alle Beteiligten zeitaufwändige, De­­legation der Anzeigepflicht an den Spon­ Beginns und der Beendigung klinischer
unerwünschte Nachfragen und eventuelle sor oder das Auftragsforschungsinstitut Prüfungen und damit eine weitere Quali-
Bußgelder zu vermeiden“. (z.B. über den Prüfarztvertrag oder eine tätssteigerung in der klinischen Forschung
Sponsoren und Auftragsforschungsinsti- Aktennotiz) wird den Prüfärzten empfohlen, zu erreichen, die zur Gewährleistung der
tute sind dazu verpflichtet, die Anträge um die eindeutige Zuordnung zu belegen. Arzneimittelsicherheit und der Therapie-
auf Zuteilung einer EudraCT-Nummer bei Die Landesbehörde benötigt aktuelle Da- entwicklung unerlässlich ist.
der Europäischen Arzneimittelagentur, auf ten, um eine risikobasierte Auswahl der Das Formular des bundesweit verbindlichen
zustimmende Bewertung durch die Ethik- zu inspizierenden Studien treffen zu kön- Anzeigeformulars für klinische Studien ist
Kommission und auf Genehmigung der nen. Für Hessen sind zurzeit rund 1.400 über die Homepage des Regierungsprä­si­
Studie durch die Bundesoberbehörde zu Prüfärzte mit 1.500 laufenden klinischen diums Darmstadt (www.rp-darmstadt.hes­­
stellen. Häufig übernehmen Sponsoren Prüfungen in der Datenbank des Regierungs­ sen.de) oder der Zentralstelle der Länder
oder Auftragsforschungsinstitute auch die präsidiums registriert. Inspektionen bei für den Gesundheitsschutz (www.zlg.de)
Anzeige bei der Überwachungsbehörde. Prüfärzten, Sponsoren und Auftragsfor- abrufbar.
Ins­besondere im Fall von Studien, die vom schungsinstituten sind ein wesentliches
Prüfarzt initiiert werden, müssen An- und Element zur Optimierung der Qualität des Sabine Aretz
Abmeldung sowie eventuelle Änderungen Patienten- und Probandenschutzes wäh- Regierungspräsidium Darmstadt

Umgang mit HIV-Infizierten ohne Risiko für Arzt und Patient


Der Beginn der neunziger Jahre war ge- eigenen Auseinandersetzungen mit Kolle- Der Anteil Heterosexueller an den Neu-
prägt durch massive Präsenz der Kampag­ gen hat gezeigt, dass für viele Kollegen Infektionen betrug 20 % und stellt die
nen zur AIDS Aufklärung und Safer-Sex- Untersuchungen und diagnostische Bera- zweitgrößte Gruppe dar – demnach hat
Kampagnen. tung selbstverständlich sind im Rahmen mittlerweile mehr als jeder fünfte Betrof-
der ärztlichen Behandlungsverpflichtung. fene andere als die früher klassischen
Die HIV-Präventionmaßnahmen, die auch Andere Kollegen hingegen machen aus Transmissionsrisiken.
heute noch bestehenden Folgen der AIDS- ihrer Abneigung in der Behandlung von
Erkrankung oder die Toxizitätsprobleme HIV-infizierten Patienten keinen Hehl. In den Frankfurter Schwerpunktpraxen
der vielen zur Verfügung stehenden anti- Nach Angaben des Robert Koch-Institutes und Beratungsstellen wie der AIDS-AUF-
retroviralen Medikamente sind nicht un- leben in Deutschland derzeit etwa 63.500 KLÄRUNG e.V. stieg die Anzahl der Men-
bedingt Themen, welche die meisten Men­ Menschen mit einer HIV-Infektion. 2008 schen, die sich auf den HI-Virus haben
schen vor Augen geführt haben möchten. wurden 3.000 Neuinfektionen gemeldet – testen lassen, rapide an, als ein weiblicher
Heute ist diesbezüglich so etwas wie dies entspricht einem Plus von 9 % gegen- heterosexueller Popstar in die Öffentlich-
„Normalität“ eingekehrt. über dem Vorjahr. Am häufigsten betrof- keit gezerrt wurde, weil sie andere Men-
Doch was ist Normalität? Die Erfahrung fen sind Männer, die Sex mit Männern schen infiziert haben soll.
der HIV-Schwerpunktpraxen in Deutsch- haben, ihr Anteil an den Neuinfektionen Entsprach sie doch so wenig dem immer
land durch Berichte ihrer Patienten oder lag bei 72 %. noch in der Öffentlichkeit bestehenden Bild
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8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Aktuelles

eines infizierten Patienten und wenn sie Eigentlich kann es kein mangelndes Wis- Risikoverhalten ist für den Arzt oft nicht
sich infiziert hat, dann kann es doch auch sen sein. Alle ärztlichen Kolleg/innen wis- erkennbar, daher sollte in den Praxen aller
jedem anderen passieren. sen aufgrund ihrer medizinischen Ausbil- Fachrichtungen viel häufiger an die Mög-
Dieses Bild des „typischen“ Patienten ist dung, dass beim Umgang mit Blut und lichkeit einer HIV-Infektion gedacht wer-
leider nicht nur in den Köpfen von Men- Blutprodukten äußerste Sorgfalt geboten den. Nur das Wissen um die Infektion er-
schen die in unsere Praxen kommen ver- ist. Ob dieser Erkenntnis sind in allen me- möglicht eine effektive Therapie und schützt
ankert, sondern ist ebenso unter ärztli- dizinischen Einrichtungen Sicherheitsmaß­ die Sexualpartner der Betroffenen.
chen Kollegen verbreitet. nahmen zum Schutz aller Mitarbeiter Stan­­ Dies betrifft auch die nicht endende Dis-
Immer wieder berichten HIV-infizierte Pa- dard – insbesondere beim Umgang mit kussion der HIV-Testung von Schwange-
tienten von Erlebnissen der Diskriminie- potentiell infektiösem Material wie u.a. ren, denn auch hier ermöglicht die recht-
rung in Krankenhäusern und Arztpraxen Blut. Bei Einhalt der generell gültigen zeitige Diagnosestellung eine effiziente
(auf dem Land wie auch in der Stadt) wenn Schutzmaßnahmen ist das Infektionsrisi- Therapie und einen Schutz des Neugebo-
sie sich dort vorstellen oder dort sogar ko nahezu ausgeschlossen. renen unter der Geburt.
eine HIV-Infektion erstmals diagnostiziert Eine Infektion mit HIV oder Hepatitis B/C Frische HIV-Infektionen bleiben oft uner-
wird. beschränkt sich keineswegs auf soge- kannt, sind aber für den Sexualpartner
So stellte sich beispielsweise vor einem nannte „Risikogruppen“, die auch noch besonders riskant, da in dieser Phase die
Jahr eine ältere attraktive Dame zur Infu- erkennbar wären. Im Rahmen all unserer HI-Virusbelastung und damit auch die In-
sionstherapie beim ärztlichen Notdienst unterschiedlichen ärztlichen Tätigkeit wird fektiosität besonders hoch sind.
vor und als der dortige Kollege von ihrer sich (z.B. bei schätzungsweise bundes- Während jeden Behandler opportunistische
HIV-Infektion erfährt, beschimpft er sie weit 400.000 bis 600.000 mit dem HC-Vi- Infektionen wie Kaposi-Sarkome oder
und droht ihr sogar unberechtigterweise rus Infizierten) vermutlich schon oft der eine Pneumocystis-carinii-Pneumonie sehr
mit einer Anzeige. Ein junger Patient wird eine oder andere möglicherweise nicht schnell auf die richtige Spur führen soll-
aus einer HNO-Praxis regelrecht hinaus diagnostizierte Patient in der Behandlung ten, bringen unspezifische Symptome bei
geworfen, als er dort ganz offen vor der befunden haben. der akuten oder frühen chronischen HIV-
Behandlung von seiner HIV-Infektion be- HIV-Infektionen – wie auch andere poten- Infektion diesen meist erst mal auf die
richtet. Eine Stationsärztin unterstellt ei- tiell durch Blut übertragene Infektionen – falsche Fährte und führen zu multiplen
nem schockierten und erschütterten Pati- spielen sich in der Mitte unserer Gesell- diagnostischen Maßnahmen. So kann eine
enten, der gerade von ihr seine HIV-Diag- schaft ab (d.h. männlich, weiblich, alt, frische HIV-Infektion einem grippalen In-
nose erfährt, dass er es doch schon längst jung, homo-, heterosexuell, quer durch fekt oder einer Mononukleose ähneln und
gewusst habe, denn er wäre schließlich alle Einkommensschichten) und sind kei- sich mit Fieber, Kopf- und Gliederschmer-
homosexuell. ner Randgruppe vorbehalten. Es betrifft zen, Pharyngitis, Hautausschlag und Lym-
Es ist immer wieder erschütternd, wie ek- die ländliche kassenärztliche Hausarzt- phadenopathie äußern.
latant der Wissensmangel bezüglich HIV praxis genauso wie eine Privatpraxis im Im weiteren Verlauf der Erkrankung kön-
und insbesondere der Übertragungswege schicken Frankfurter Westend und, nicht nen Mundsoor, gehäufte und schwer ver-
ist und welche Ängste daraus in der Patien­ zu unterschätzen, die ärztlichen Notdiens- laufende Herpes-Infektionen, Non-Hodgkin-
tenbetreuung entstehen. te in allen Regionen. Lymphome oder Dellwarzen (Mollusca
Neben dem Patientenkontakt ist aber auch Eine HIV-Infektion ist heute dank wirksa- contagiosa) dagegen auf eine HIV-Infek­
das richtige Verfahren bei der beruflichen mer antiretroviraler Arzneimittel kein tion aufmerksam machen.
Postexpositionsprophylaxe (PEP) etwas, „Todesurteil“ mehr, sondern eine wenn Länger bestehende, unklare konstitutio-
was unter die ärztliche Sorgfaltspflicht auch langfristig behandelbare Infektion nelle Symptome wie Nachtschweiß, Ge-
gegenüber allen Mitarbeiter/innen in den mit einer fast normalen Lebenserwartung wichtsverlust und Diarrhöen sind typische
Praxen und Krankenhäusern fällt. Auch - die alles entscheidende Voraussetzung HIV-assoziierte Erkrankungen und sollten
hier bestehen erhebliche Wissenslücken. hierfür ist die möglichst frühzeitige Diag- ebenso immer auch an eine HIV-Infektion
Die Frage, die sich hier in aller Deutlich- nosestellung. denken lassen.
keit stellt, ist, woran liegt diese fehlende Vielen Betroffenen ist ein vorhandenes Da nur das Wissen um eine HIV-Infektion
Empathie von Kolleginnen und Kollegen? Transmissionsrisiko nicht bewusst und ein die Möglichkeit einer effektiven Therapie
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8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Aktuelles

eröffnet und so auch zugleich zum Schutz


des Sexualpartners des Betroffenen bei- AIDS-AUFKLÄRUNG e.V.
trägt, sollte die Durchführung eines HIV-
Die AIDS-AUFKLÄRUNG e.V. ist als gemeinnützig anerkannter Verein seit 1986 tätig
Test viel häufiger angeboten werden.
– ehrenamtliches ärztliches Engagement war hierbei stets eine tragende Säule. Ziel
Dies bedeutet aber, dass ein persönliches
der AIDS-AUFKLÄRUNG e.V. ist es, Neuinfektionen mit dem HI-Virus verhindern zu
Patientengespräch vor und nach dem Test
helfen und für all diejenigen leicht erreichbar zu sein, die Information und Rat be-
stattfinden muss. In diesem sollte zum
nötigen. Das Angebot auf aktuellstem Wissenstand beinhaltet auch den anonymen
einen die guten Behandlungsmöglichkei-
HIV-Antikörper-Test, der von Ärzten (z.B. im Ruhestand oder in der Elternzeit) in
ten im Falle eine HIV-Infektion dargestellt
den Räumen der Geschäftsstelle in Frankfurt Bockenheim durchgeführt wird. Um
werden, zum anderen ebenso auch über
die steigende Nachfrage zu erfüllen, suchen wir Sie, liebe Kolleginnen und Kolle-
zukünftige Präventionsmaßnahmen gespro­
chen werden. gen, die uns ehrenamtlich unterstützen. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!
Die Morbidität und Mortalität HIV-Infizier- AIDS-AUFKLÄRUNG e.V., Große Seestraße 31, 60486 Frankfurt
ter ist seit Einführung der HAART (hoch- Telefon: 069 762933, E-Mail: info@aids-aufklaerung.de, www.aids-aufklaerung.de
aktive antiretrovirale Kombinationsthera-
pie) dramatisch gesunken. So stehen in-
zwischen mehr als 25 antiretrovirale Medi­ von potentiellen Wechselwirkungen einer 16 Uhr, siehe Seite 533) Eine Veranstal-
kamente zur Verfügung, die eine Vielzahl medikamentösen Therapie mit der ggf. tung für Praxispersonal ist in Planung.
von individuell auf den Patienten zuge- eingenommen HAART. Diskriminierung im
schnittenen Behandlungsregime er­­mög­li­ Arzt-Patienten-Kontakt oder durch das Anschrift der Verfasserin
chen. Da die Durchführung einer HIV-The- Personal konterkarieren diese Bemühun- Dr. med. Gabriele Knecht
rapie sehr komplex ist und bei dem behan­ gen und könnten zu einem Verschweigen Internistin / Infektiologie
delnden Arzt viel Erfahrung voraussetzt, der Infektion führen, welches keinem der HIV Schwerpunktpraxis (DAGNÄ)
sollten Initiierung und Kontrolle dieser Beteiligten dient. Infektiologikum
Therapie den HIV-Schwerpunktbehandlern Die infektiologisch und in der Betreuung Stresemannallee 3
überlassen werden. von HIV-Infizierten Patienten engagiert 60596 Frankfurt
Drei zum 1. Juli 2009 bundesweit neu ein- arbeitenden Kollegen aller Fachrichtungen Tel. 069 695972-30
geführte EBM Ziffern spiegeln dies wieder sind über ihren Zusammenschluss in Ar- Fax. 069 695972-40
(Ziffer 30920 Grundpauschale, plus bei beitsgemeinschaften (www.hivag.de und www.infektiologikum.de
antiretroviralen Behandlung Ziffer 30922 www.dagnae.de) nicht nur in der Patien- www.hivag.de
oder bei HIV-assoziierten Erkrankungen tenversorgung und ihrer eigenen Fortbil-
Ziffer 30924). Sie können nur nach Bean- dung, sondern auch in hohem Maß in der
tragung bei der Kassenärztlichen Bundes- Präventionsarbeit und in der Fortbildung
vereinigung (oder regionalen KV) im je- aller Interessierten – auch ärztlichen Kol-
weiligen Bundesland angesetzt werden. legen und deren Mitarbeiter – tätig und
Vorraussetzung sind bestimmte Qualitäts- stehen jederzeit konsiliarisch zur Verfü-
standards (die Kriterien werden noch fest- gung.
gelegt), welche auch stichprobenhaft über­ Institutionen wie die AIDS-AUFKLÄRUNG
prüft werden. e.V. (www.aids-aufklaerung.de) leisten
Die Schwerpunktbehandler/innen werben Präventionsarbeit nicht nur in Schulen,
bei ihren Patienten dafür, offen mit ihrer sondern die Vorstandsvorsitzende Dr. med.
Infektion im Kontakt mit allen medizini- Dagmar Charrier moderiert zusammen mit
schen Einrichtungen umzugehen. Dies Frankfurter Schwerpunktärzten eine Fort-
ermöglicht den mitbehandelnden Kolle- bildungsveranstaltung zu diesem Thema
gen die richtige Interpretation von Unter- der Landesärztekammer in Bad Nauheim.
suchungsbefunden oder die Einschätzung (9. September 2009 Bad Nauheim, Beginn
517
8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Landesärztekammer Hessen

Überwachung der Qualitätssicherung bei der Anwendung


von Blutprodukten durch die Landesärztekammer Hessen,
Qualitätsberichte 2008
Nachdem erstmalig für das Berichtsjahr sem Jahr keine aktiven Mahnaktionen mehr fusionsbeauftragten sind bisher noch nicht
2005 die Erstellung eines Qualitätsberich- durchführt. Entsprechend den Hämothera­ in befriedigender Zahl benannt und quali-
tes Hämotherapie nach den Richtlinien der pie-Richtlinien müssen die Blutprodukte fiziert. Hier entstehen durch eine hohe Fluk­
Bundesärztekammer erfolgen musste, anwendenden Einrichtungen der Verpflich­ tuation immer wieder deutliche Lücken.
blicken wir nun auf das vierte Berichtsjahr tung zur Qualitätssicherung jedoch unauf-
zurück. Die standardisierten Formate für gefordert und fristgerecht nachkommen. In den wichtigen Bereichen Dokumenta­
Qualitätsberichte, die gemeinsam mit den Die Erinnerungsaktion der Kammer diente tion und Fehlermanagement sind seit Jah-
Landesärztekammern aus Bayern und West­ lediglich dazu, entsprechende Einrichtun- ren kontinuierliche Verbesserungen erkenn­
falen-Lippe erarbeitet wurden, erfreuen gen für diese Verpflichtung zu sensibilisie­ bar.
sich nach dem 2. Verwendungsjahr 2008 ren.
großer Beliebtheit und sind gut etabliert. Die Berichts- und Überwachungspflicht
Ergebnisse hat im Bereich Hämotherapie zu Verbes-
Meldedisziplin Es zeigt sich eine zunehmende Sicherheit serungen der einschlägigen Qualitäts­
Für das Berichtsjahr 2008 gingen von ins- und Vollständigkeit bei der Beantwortung sicherung an den hessischen Kliniken und
gesamt 141 überwachungspflichtigen Ein- der Fragen. Erfreulich ist, dass vermehrt Einrichtungen geführt. Dies ist sicher auch
richtungen 127 Qualitätsberichte bei der auch nicht verpflichtende Angaben ge- dem Umstand geschuldet, dass der per-
Landesärztekammer Hessen ein. Davon macht werden und somit eine umfassen- sonelle Wechsel bei den Qualitätsbeauf-
wurden für 125 Berichte unsere Vorlagen dere Einschätzung des Qualitätsstandards tragten Ärztinnen und Ärzten gering ist
verwendet. Im Vergleich dazu wurden im in der Hämotherapie bezogen auf einzel- und die Zusammenarbeit mit der Stabs-
ersten Jahr nach der Einführung 136 Be- nen Einrichtungen, aber auch hessenweit stelle Qualitätssicherung der LÄKH ausge-
richte eingesandt, davon 98 auf unseren möglich ist. In fast allen Bereichen kann sprochen kooperativ und vertrauensvoll
Vorlagen. insgesamt eine Verbesserung der Qualitäts­ verläuft.
Zu diesem Erfolg hat sicherlich die Zusen- parameter verzeichnet werden. So ha­­ben
dung der Berichte mit den bereits vorge- z.B. die Qualifizierungskurse der Landes- Anlagen zu den Berichten
druckten Daten im vergangenen Jahr bei- ärztekammer dazu beigetragen, dass in- Da ein standardisierter Bericht nicht alle
getragen. zwischen fast alle Qualitätsbeauftragten Fälle und Besonderheiten erfassen kann
Der Rückgang der Berichte lässt sich da- und Transfusionsverantwortlichen die not­ und häufig auch keine Ergebnisqualität
durch erklären, dass die Kammer ab die- wendige Qualifikation besitzen. Die Trans- abbildet, hat die Kammer angeregt und
dazu aufgefordert, die Berichte – sofern
notwendig – durch Anlagen zu ergänzen.
In diesen können und sollen Details näher
ausgeführt und Umsetzungen dargestellt
werden. Hier sind auch Ergebnisse von
internen Audits festzuhalten sowie getrof-
fene Maßnahmen und Verabredungen zu
dokumentieren.
Von dieser Möglichkeit hat eine steigende
Anzahl der Qualitätsbeauftragten Hämo-
therapie Gebrauch gemacht.

In diesen Anlagen werden vor allem Er-


gebnisse von Begehungen und internen
Audits, sowie die der Geschäftsführung
518
8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Landesärztekammer Hessen

vorgeschlagenen oder angeratenen Maß- Fortbildung Durchführung und Auswertung  


nahmen dokumentiert. Ebenso sind hier Bei dem von der LÄKH veranstalteten und von internen Audits 11P
Fristsetzungen fixiert und konkrete Hin- regelmäßig stattfindenden „Erfahrungs-
(Beispiel: Transfusionsmedizin) Die ein-
weise zu Verbesserungsmaßnahmen per- austausch der QBÄ Hämotherapie“ wurde
tägige Veranstaltung findet insgesamt an
soneller, struktureller oder organisato­ vielfach deutlich, dass sich viele Quali-
zwei Terminen statt, jeweils 9-18 Uhr. Für
rischer Art nachzulesen. tätsbeauftragte bei der Evaluation des beide Termine sind noch einzelne Plätze
QM-Systems und hierbei speziell bei der frei.
Positivliste Durchführung interner Audits noch un­ 1. Mittwoch, 9. September 2009
In unsere Positivliste werden alle Blutpro- sicher fühlen. 2. Freitag, 6. November 2009
dukte anwendenden Einrichtungen aufge- Die Fortbildung vermittelt u.a. Kenntnisse
nommen, die eine Qualitätssicherung nach Die LÄKH hat deshalb ein spezielles Fort- für die Planung, Vorbereitung und Durch-
den Hämotherapie-Richtlinien durchfüh- bildungsangebot entwickelt und bietet vor­ führung eines Audits sowie die diesem
ren, ihren Verpflichtungen vollständig und aussichtlich noch in diesem Jahr dazu ver- folgende Auswertung und Berichterstat-
fristgerecht nachkommen, sowie ihr Ein- schiedene Veranstaltungen an. tung. Angegangen werden schwierige
verständnis zur Veröffentlichung gegeben Situationen und der Umgang mit Kritik
haben. Die Liste wird jährlich zum 1. Juni Als weitere Aktionen sind im Herbst die- und Konflikten. (siehe Seite 535)
aktualisiert und ist auf der Homepage der sen Jahres zwei Fortbildungen zu drei Ter-
Landesärztekammer (www.laekh.de) öffent­ minen geplant. Am 9. September sowie Indikation für Blutkomponenten
lich zugänglich. am 6. November findet eine Fortbildung
und Gerinnungspräparate auf der
Basis der neuen Querschnitts- 
„Durchführung und Auswertung von inter-
Leitlinien der BÄK 5P
Die Liste ging ebenfalls in die zweite Run- nen Audits“ statt. Nach dem großen Erfolg
de. Im ersten Jahr nach der Bekanntgabe, unserer Fortbildung „Indikation für Blut- Donnerstag, 19. November 2009,  
14-18 Uhr
wurden insgesamt 72 Einrichtungen in komponenten und Gerinnungspräparate auf
In dieser Fortbildung wird in die Thema-
diese Liste aufgenommen. In diesem Jahr der Basis der neuen Querschnitts-Leit­linien
tik Querschnitts-Leitlinien eingeführt und
sind es bereits 87, Tendenz weiter stei- der BÄK“ findet auf mehrfachen Wunsch am
es werden wichtige aktuelle Neuerungen
gend. 19. November eine Wiederholung statt.
vorgestellt. (siehe Seite 534)
Dieses Verfahren hat auch bundesweit An­ Infos zu den Fortbildungen erhalten Sie
­erkennung gefunden und wird von Kam- unter: 069 97672-195 oder qs@laekh.de
mern weiterer Bundesländer übernommen (siehe Veranstaltungsankündigungen auf Nina Walter, Liina Baumann
werden. den Seiten 534 und 535). Landesärztekammer Hessen

MEDICA e.V. und Zeitschrift klinikarzt schreiben Förderpreis aus


Die MEDICA Deutsche Gesellschaft für Interdisziplinäre Medizin e.V. den, denn Interdisziplinarität als verbindende Klammer in der medizi-
und die Zeitschrift klinikarzt schreiben den mit 5.000 Euro dotierten nischen Versorgung ist wichtiger denn je. Einsendeschluss ist der
Förderpreis für interdisziplinäre Projekte in der Medizin aus. Bewer- 15. September 2009 (Datum des Poststempels).
ben können sich alle Personen, die im Gesundheitswesen tätig sind.
Verliehen wird der Preis an praxisrelevante, klinische Projekte, die Ausschreibungsunterlagen und Autorenrichtlinien
sich im laufenden Jahr entweder durch medizinische, strukturelle oder MEDICA Deutsche Gesellschaft für Interdisziplinäre Medizin e.V.
gesundheitspolitische Aspekte fachübergreifend verbinden. Chemnitzer Straße 21, 70597 Stuttgart
Die MEDICA-Gesellschaft steht mit ihrem Namen und den handelnden Tel.: 0711 720712-0, Fax: 0711 720712-29
Personen für Interdisziplinarität in der Medizin. Mit dem Preis soll der E-Mail: info@medicacongress.de
Gedanke fachübergreifender Zusammenarbeit weiter gefördert wer- www.medicacongress.de

519
8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Landesärztekammer Hessen

Bad Nauheimer Gespräch

Professor Dr. Christoph Hommerich über die


Freien Berufe und das Vertrauen der Gesellschaft
mit gut beraten, sich durch aktive Vertrau-
ensarbeit von der allgemeinen Vertrau-
enskrise abzukoppeln. Dies beginnt mit
der Wiederherstellung des Vertrauens in
das System, namentlich in Expertensyste-
me wie das der Ärzteschaft.
Expertensysteme prägen nahezu alle Le-
bensbereiche, sie sind Systeme profes­
sioneller Sachkenntnis und damit die Vor-
aussetzung arbeitsteiliger Problemlösun-
gen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.
In den meisten Lebensbereichen sind wir
Dr. Ingrid Hasselblatt-Diedrich Dr. Giesbert Schulz-Freywald nämlich Laien und daher auf den Beistand
Foto: Annette Borngräber Foto: Annette Borngräber unterschiedlichster Expertensysteme an-
gewiesen.
Nach der Begrüßung durch die Gastgebe- der Reduktion sozialer Komplexität.“ Nach Der Freiberufler mit seiner spezifischen
rin Dr. Ingrid Hasselblatt-Diedrich stimmte Luhmann ist Vertrauen immer dann von- Kom­petenz stellt als Einzelperson den Zu-
Moderator Dr. Giesbert Schulz-Freywald, nöten, wenn die Informationen unvoll- gang zu seinem jeweiligen Expertensys-
Präsident des Verbandes der Freien Beru- ständig sind. Es fußt auf der Annahme, tem her. Die Aufhebung der Asymmetrie
fe in Hessen, mit einigen Zahlen zur Be- dass ein bestimmter Akteur sich in be- zwischen Laien und Experten hält Profes-
deutung der Feien Berufe hierzulande ein. stimmter Weise verhält, zum Beispiel pro- sor Hommerich allerdings für illusorisch.
Eine der eindrucksvollsten: Die vier Millio­ fessionell, so dass in gewissem Umfang
nen Freiberufler in Deutschland tragen auf Kontrolle verzichtet werden kann. In- Deshalb wird nach seiner Auffassung der
immerhin zehn Prozent zum Bruttosozial- sofern reduziert Vertrauen die Komplexi- vielfach propagierte „mündige Patient“
produkt bei. Schulz-Freywalds Fazit: Der tät von Wahlmöglichkeiten. immer eine Fiktion bleiben. Hommerich
heute so oft beschworene Vorrang des geht aber noch einen Schritt weiter und
Kollektivs gegenüber dem Individuum sei Ein heutzutage beliebtes Instrument, Miss­ fordert den Schutz der Laien vor dem op-
deshalb nicht unbedingt segensreich. trauen zu induzieren, ist die Skandalisie- portunistischen Verhalten der Experten.
Dann hatte Professor Hommerich das rung. Eine besondere Rolle spielen dabei Sie neigen im Sinne des Faustschen „Das
Wort, der unserer Gesellschaft einleitend die Medien, die mit Schlagzeilen wie „Hor- Beste darfst Du den Buben doch nicht sa-
einen riskanten Vertrauensverlust in Sys- den hungriger Anwälte“ oder „Milliarden- gen“ ja gerne dazu, aus bloßem Populis-
teme und Institutionen diagnostizierte. Wem tricks der Ärzte“ nahezu alle Erscheinungs­ mus letzte Wahrheiten vorzuenthalten.
vertrauen wir? Als Privatperson Freunden, formen wirtschaftlichen Handelns in Miss- Freilich sollte der Experte Wissenslücken
Banken, Handwerkern, Anwälten, Putz- kredit zu bringen versuchen. Eine andere der Laien nicht zu seinen Gunsten ausnut-
frauen. Hinter jeder Gruppe könnte auch Variante ist die Selbsttrivialisierung, wenn zen. Das Vertrauen des Laien ist denn im
ein Fragezeichen stehen. Umgekehrt durch­ aus Apothekern Händler, aus Steuerbera- Ergebnis immer blindes Vertrauen.
zieht die Vertrauensfrage das Verhältnis tern Anlageberater werden.
der Freiberufler zu ihrer Klientel, zu ihren Ein noch sensibleres Vertrauen als das in
Patienten, Mandanten. Experten als Problemlöser Systeme ist jenes in Personen. Homme-
Immer wieder bezog sich der Referent da- Die Freien Berufe haben es, so Homme- rich fordert deshalb die Unterwerfung des
bei auf das „Vertrauen“ betitelte Buch von rich, in den vergangenen Jahren versäumt, Freiberuflers unter „Integritätsregeln“. Was
Niklas Luhmann, dessen Untertitel bereits ihre Sonderstellung in der Gesellschaft so fremdartig klingt, ist doch gut vertraut,
eine Erklärung birgt: „Ein Mechanismus glaubwürdig zu rechtfertigen und sind so- denn er meint damit Diskretion, Ver­schwie­
520
8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Landesärztekammer Hessen

genheit, Glaubwürdigkeit, Offenheit, Kon- des Vertrauens. Für die Patienten wird es
sistenz, Distanz, Stetigkeit und auch Ver- immer schwieriger, verantwortliche Träger
lässlichkeit. Ein großer Teil hiervon wird von Vertrauen zu finden.
gewiss durch das Arztgeheimnis abge- Seinen Zuhörern riet Hommerich deshalb
deckt. abschließend, die beschriebenen Zentri-
Hommerich vermisst allerdings ein tiefe- fugalkräfte zu stoppen und die bislang
res Verständnis von Verantwortung und vernachlässigte Legitimationsarbeit nach
Verantwortlichkeit, denn Freiberufler über­ außen aufzunehmen. Nach innen sollte
nehmen nun einmal Verantwortung für dies von nachhaltigen Integrationsanstren­
Dritte, sie übernehmen stellvertretend für gungen begleitet werden.
den ihnen anvertrauten Mandanten/Klien-
ten/Patienten sogar Risiken in dessen Diskussion
wohlverstandenem Interesse, und für des- Professor Dr. Christoph Hommerich lehrt an der In der anschließenden Aussprache bekräf-
sen Wahrnehmung ist die Unabhängig­keit Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW tigte der Referent, dass der Kampf um die
(Bild pop)
des Freiberuflers unerlässliche Vorausset- Autonomie der Freien Berufe geschlossen
zung. geführt werden muss. Entschieden wand-
nämlich auch nötig, um sich zu legitimie- te er sich gegen politische Parteinahme
Autonomie der Entscheider ren. Hommerich fordert darum zuallererst im Wartezimmer, weil sie geeignet ist, be-
Er wirft deshalb die Frage auf, wie die Au- die Wiederherstellung der Berufsmoral stehendes Vertrauen zu stören. Da eine
tonomie der Entscheider gesichert werden durch Selbstorganisation. Dazu gehört die Begegnung von Halbgöttern in Weiß mit
kann, denn ohne ihre Selbstständigkeit intraprofessionelle Integration wie auch die mündigen Patienten nicht zustande kom-
würden sie wohl kaum die Risiken anderer sachgerechte interprofessionelle Koope- men kann, plädierte er für die gemeinsa-
auf sich nehmen. ration, woraus am Ende wieder das perso- me Reflexion von Arzt und Patient. Grund-
nale Vertrauen in den Experten resultie- sätzlich hält Hommerich die Ergänzung
Autonomie ist, so Hommerich, eine Frage ren kann. des Berufsrechts durch eine Berufsmoral
der inneren Haltung und der gelebten Be- für angebracht.
rufsmoral. Sie muss erkämpft, gelebt und Fliehkräfte
behauptet werden und ist Ausdruck der Dabei ist sich Hommerich der Risiken für Jörg Pompetzki
Fähigkeit zur Verständigung auf gemein- die Freien Berufe durchaus bewusst, denn
same Werte und eine gemeinsame Berufs- die Ökonomisierung der Freien Berufe be-
moral, der man sich freiwillig und mit allen wirkt schon jetzt eine Marktsegmentie-
Konsequenzen unterwirft. rung, zu der er auch die Spezialisierung
rechnet. Damit werden die Fliehkräfte in-
Die Verinnerlichung einer Berufsmoral in nerhalb der verschieden freien Berufe (z.B.
Ausbildung und Beruf durch ständige Re- Hausärzte gegen Fachärzte) beschleunigt.
flexion und Übung ist Voraussetzung für Die Patienten wollen zum Spezialisten,
integres Handeln. Dafür bedarf es ständi- weil sie meinen, er beherrsche sein Metier
ger ethischer Reflexion und der Orientie- besser als andere. Dabei kann er aber nur
rung an Vorbildern. Sicherlich bezeichnend ein bisschen am besten.
ist es, wenn der Referent in diesem Zu-
sammenhang beklagt, dass die Bachelor- Die zunehmende innere Differenzierung
Module an den Hochschulen dafür keinen der freien Berufe führt indes auch zu
Raum mehr bieten. Ethische Reflexion wäre Machtverlust und zu einer Fragmentierung
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8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Aktuelles

Ärztliche Psychotherapie – quo vadis?


Gedanken zum Stand der ärztlichen Psychotherapie – nicht nur aus tiefenpsychologischer Sicht
H. Peseschkian*, A. Schüler-Schneider**

Die bereits im Jahr 2003 in die Muster- biet bezogen psychotherapeutisch behan- Da die fachgebundene Psychotherapie
Weiterbildungsordnung der Bundesärzte- deln. Dies ist konzipiert analog zum Bei- sich ihrer Definition nach auf die Behand-
kammer eingeführte Zusatz-Weiterbil­­ spiel zur fachgebundenen Radiologie oder lung von Erkrankungen aus somatomedi-
dung der fachgebundenen Psychothera- Labormedizin. Nach den Grundregeln der zinischen Gebieten bezieht, ist sie ihrer
pie ist vor dem Hintergrund der aktuellen Gebietsabgrenzungen im Sinne eines Natur nach als „psychosomatische“ Psy-
Diskussionen um das vom Bundesgesund- Tätigkeitsschwerpunkts ist sie lediglich chotherapie zu verstehen. Der neue Zu-
heitsministerium in Auftrag gegebene For­ innerhalb des jeweiligen grundständigen satztitel fügt sich damit formal in die
schungsgutachten, einer Muster-Weiter­bil­ Fachgebiets anzuwenden. Hintergrund der Grundsystematik der Weiterbildungsord-
dungsordnung der Psychologischen Psy- neu geschaffenen Psychotherapie-Quali- nung ein.
chotherapeuten und Kinder- und Ju­gend­ fikation für Ärzte war sicherlich der erheb-
lichenpsychotherapeuten, des Rückgangs liche Nachwuchsmangel bei der fünfjähri- Vergleicht man die Weiterbildungsmin-
der Weiterbildungsteilnehmer für ärztliche gen fachärztlichen Weiterbildung (in Hes- destanforderungen für die fachgebunde-
Psychotherapie und dem Anstieg der Ab- sen gibt es jährlich nur weniger als zehn ne Psychotherapie mit denen der Gebiets-
solventen der Psychologischen Psycho- Facharztprüfungen im Bereich Psychoso- ärzte für psychische Störungen bezie-
therapie (und Kinder- und Jugendlichen- matische Medizin und Psychotherapie; in hungsweise mit denen der Psychologi-
psychotherapie) eine nähere Betrachtung der Psychiatrie über 40). Für Fachärzte an- schen Psychotherapeuten, dann ist etwa
wert. derer Gebiete wurde die fachgebundene ein Drittel bis die Hälfte an Aufwand ge-
Die Muster-Weiterbildungsordnung aus Psychotherapie eingeführt, die niederge- fordert, um diese Zusatzbezeichnung zu
dem Jahre 2003 hat eine neue psychothe- lassenen Fachärzten die Durchführung erwerben. Die Landesärztekammern ha-
rapeutische Qualifikation geschaffen, die und Abrechnung psychotherapeutischer ben die Regelungen der Muster-Weiterbil-
Fachärzten die Möglichkeit eröffnet, ihre Leistungen unter erleichterten Bedingun- dungsordnung in ihre Weiterbildungsord-
jeweiligen somatischen Fächer um psycho­ gen ermöglichen soll. nungen umgesetzt.
therapeutische, psychosoziale und psycho­
somatische Kompetenzen zu erweitern. Der Unterschied zu Ärzten für Psychiatrie Die wesentlichen Regelungen zur fachge-
Konnte bislang jeder Arzt den Zusatztitel und Psychotherapie, Ärzten für Psychoso- bundenen Psychotherapie sollen im Fol-
„Psychotherapie“ erwerben und damit um­ matische Medizin und Psychotherapie genden wiedergegeben werden:
fassend psychotherapeutisch behandeln, oder Psychologischen Psychotherapeuten
ist dies seit 2003 nur noch den Fachärzten ist, dass ein fachgebundener Psychothe- Die Zusatz-Weiterbildung fachgebundene
für Psychiatrie und Psychotherapie, Fach- rapeut nur mit einem reduzierten Spekt- Psychotherapie umfasst in Ergänzung zu
ärzten für Kinder- und Jugendpsychiatrie rum an Störungen vertraut sein muss. Ein einer Facharztkompetenz die Vorbeugung,
und -psychotherapie, den Fachärzten für Kardiologe muss sich mit Angsterkran- Erkennung und psychotherapeutische indi-
Psychosomatische Medizin und Psycho- kungen auskennen, ein Gynäkologe mit kationsbezogene Behandlung von Erkran-
therapie erlaubt und den Psychologischen Progredienzangst bei Krebserkrankungen, kungen des jeweiligen Gebietes, die durch
Psy­chotherapeuten und Kinder- und Ju- Dysmenorrhö oder Partnerschaftsproble- psychosoziale Faktoren und Belastungs-
gendlichenpsychotherapeuten. men, ein Urologe mit Inkontinenz oder reaktionen mit bedingt sind. Die Weiter-
Impotenz. Der Allgemeinarzt begegnet in bildung erfolgt entweder in der Grund­
Alle anderen Fachärzte können nach den der Primärversorgung einem breiteren orientierung psychodynamisch/tiefenpsy-
neuen Regelungen die Zusatzbezeichnung Spektrum an psychischen Störungen und chologisch fundierte Psychotherapie oder
„Fachgebundene Psychotherapie“ erwer- muss eine besondere Sensibilität in der in Verhaltenstherapie. Die letzte Änderung,
ben und damit jedoch nur auf ihr Fachge- Früherkennung haben. die zum 1. Juli 2009 in Kraft trat, wurde im

*
Dr. med. habil. Hamid Peseschkian, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Nervenarzt / Psychotherapie, Geschäftsführender Institutsleiter der
Wiesbadener Akademie für Psychotherapie, Luisenstraße 28, 65185 Wiesbaden, E-Mail: hp@wiap.de
**
Dr. med. Axel-Schüler-Schneider, Facharzt für Innere Medizin, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychoanalyse, Geschäfts-
führer der Arbeitsgemeinschaft für die Weiterbildung zum Erwerb der Zusatzbezeichnung ‚Psychotherapie‘ e.V. Guiollettstraße 27, 60325 Frankfurt am
Main, E-Mail: Axel.Schueler-Schneider@agpt.de

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Aktuelles

Juni-Heft des Hessischen Ärzteblattes ver- schen Teil ihres Facharztes (für Psychia­ Handvoll Absolventen pro Jahr in Hes-
öffentlicht: trie und Psychotherapie) meist an den sen gibt.
Kliniken und müssen nur noch wenig • Seit 1999 gibt es das Psychotherapeu-
Curriculum   extern an Instituten absolvieren. tengesetz, welches die Ausbildung zum
Fachgebundene Psychotherapie • Eine zunehmende Zahl der psychiatri- Psychologischen Psychotherapeuten und
In Ergänzung zur Facharztkompetenz schen Kliniken ist verhaltenstherapeu- Kinder- und Jugendlichenpsychothera-
kann eine Weiterbildung in der Grund- tisch orientiert, während die Weiterbil- peuten regelt. Während es hier eine An-
orientierung „psychodynamische/tie- dung früher mehr an den tiefenpsycho- forderung von 4.200 Ausbildungsstun-
fenpsychologische Psychotherapie“ logischen Instituten stattfand. den gibt, reichen für die fachgebundene
oder „Verhaltenstherapie“ erfolgen. • Viele Ärztinnen und Ärzte fanden von Psychotherapie ca. 460 Weiterbildungs-
Nach der hessischen Weiterbildungs- der somatischen Medizin später zur stunden. Nach dem Psychotherapeuten­
ordnung sind abzuleisten: Psychotherapie und entschieden sich gesetz sind 600 bis 800 Behandlungs-
• 120 Stunden theoretische Weiterbil- diese schwerpunktmäßig fortzusetzen. stunden unter Supervision erforderlich.
dung Dies ist heute nicht mehr möglich. Ärzte Für die fachgebundene Psychotherapie
• 16 Doppelstunden autogenes Training müssen heute direkt nach dem Staats- 120 Stunden, d.h. ca. drei Behandlungs-
oder progressive Muskelentspannung examen entscheiden, ob sie rein psy- fälle á 40 Stunden. Dafür, dass die Ärzte
oder Hypnose chotherapeutisch oder eher somatisch später die gleichen Ziffern für Richt­li­
• 15 Doppelstunden Balintgruppenar- arbeiten möchten. Eine spätere Ände- nien­­psychotherapie abrechnen können,
beit oder patientenbezogene Selbst- rung ist nur noch mit einem neuen Fach- scheint dies sehr wenig an Behandlungs­
erfahrungsgruppe arzttitel möglich. erfahrung unter Supervision. Doch wird
• 10 dokumentierte und supervidierte • Mit dem Facharzt Psychosomatische dieses Defizit nach unserer Erfahrung
Erstuntersuchungen Medizin und Psychotherapie (zunächst von den Kolleginnen und Kollegen eigen­
• 15 Doppelstunden Fallseminar hieß er noch Psychotherapeutische Me- verantwortlich ausgeglichen, indem sie
• 120 Stunden supervidierte Psycho- dizin) wurde zwar ein eigenständiger die Supervision individuell solange bean­
therapie, davon drei abgeschlossene psychotherapeutischer Facharzt etab- spruchen, bis sie sich kompetent fühlen.
Fälle liert, die Hürden diesen zu erlangen • Für die Zukunft sollte ein einheitliches
• 100 Stunden Gruppen- oder Einzel- sind jedoch so hoch, dass es nur eine Niveau der Anforderungen in den psy-
selbsterfahrung im gleichen Verfah-
ren, in dem die Grundorientierung
stattfindet.

Während bis Ende der 1980er Jahre ein


wahrer „Psycho-Boom“ in der Weiterbil-
dung zu verzeichnen war, hat sich durch
einige Entwicklungen die heutige Land-
schaft völlig geändert. Besonders bedau-
erlich ist es aus der Sicht der Autoren,
dass einige dieser Änderungen mit Ent-
scheidungen der Ärztevertreter in den
Kammern und Kassenärztlichen Vereini-
gungen zusammenhängen und zu einem
deutlichen Rückgang der ärztlichen Psy-
chotherapie geführt haben:

• Die psychiatrischen Assistenzärzte er-


werben derzeit den psychotherapeu­ti­
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Aktuelles

chotherapeutischen Fächern und Wei- Da die neue fachgebundene Zusatzweiter- Das Anliegen der Autoren und der ihr an-
terbildungsgängen angestrebt werden. bildung Psychotherapie im Vergleich zur geschlossenen Weiterbildungsinstitute ist
• Derzeit befinden sich ca. 7.900 Psycho- alten Zusatzbezeichnung Psychotherapie eine optimale Patientenversorgung. Wir
logische Psychotherapeuten in Ausbil- vom Inhalt und Umfang deutlich reduziert sind jedoch sehr besorgt um die ärztliche
dung (und ca. 3.000 Kinder- und Jugend­ worden ist (z.B. kein Psychiatriejahr, kein und ihre tiefenpsychologische Psychothe-
lichenpsychotherapeuten i. A.). Ca. 1.000 zweites therapeutisches Verfahren), wird rapieweiterbildung. Denn gerade die zu-
schließen jährlich mit der Approbation dadurch der Erwerb dieser Zusatzweiter­ nehmende Zahl der Patienten mit psycho-
ab und drängen in die Versorgung. Dem- bil­dung in begrenztem zeitlichen und fi­nan­­ somatischen Erkrankungen benötigt Ärzte
gegenüber steht der Ärztemangel, die ziel­len Umfang für viele Ärzte möglich. Eini­­­ mit psychotherapeutischer Zusatzqualifi-
hohe Abbrecherquote von Medizinstu- ge Weiterbildungsinstitute verzeichnen kation, um die körperlichen und psychi-
denten, die zunehmende Abwanderung auch ein deutlich gestiegenes Interesse schen Aspekte der Erkrankungen frühzei-
von Ärzten ins Ausland und die hohe im Vergleich zu den vergangenen Jahren, tig und fachgerecht zu diagnostizieren
Hürde für den Facharzt für Psychosoma- so dass es zu hoffen bleibt, dass die ärzt- und behandeln zu können.
tische Medizin und Psychotherapie. liche Kom­petenz auch weiterhin Psycho-
• Im Kinder- und Jugendbereich sieht die therapiepatienten zur Verfügung stehen
Situation anders aus, da es neben den wird. Eine gute Nachricht ist, dass Ärzte Korrespondenzadresse
Kinder- und Jugendpsychiatern nur sehr mit der fach­gebundenen Psychotherapie Dr. med. A. Schüler-Schneider
wenige Kinderärzte mit dem Zusatztitel antrags- und genehmigungspflichtige Richt­ Guiollettstraße 27
Psychotherapie gibt. Hier können die ­linienpsy­cho­therapie erbringen können, 60325 Frankfurt am Main
Kinder- und Jugendlichenpsychothera- wie Fachärzte für Psychosomatische Me- Tel. und Fax: 069 635363
peuten einen großen Beitrag zur Versor- dizin und Psycho­therapie und Psycholo­ E-Mail: psymed@t-online.de
gung leisten. gische Psychotherapeuten. www.psymed.eu

„Hufeland-Preis“ zum 50. mal ausgeschrieben


Zum 50. mal wird der von der Deutschen Ärzteversicherung AG, Die an der Ausschreibung zum „Hufeland-Preis 2010“ teilneh-
Köln, gestiftete „Hufeland-Preis“ zur Förderung der Präventiv- menden Arbeiten müssen bis zum 31. März 2010 bei der Nota-
medizin in Deutschland ausgeschrieben. rin Dr. Ingrid Doyé, Kattenbug 2, 50667 Köln, unter dem Stich-
wort „Hufeland-Preis“ in zweifacher Ausfertigung eingereicht
Prämiert wird jährlich die beste Arbeit auf dem Gebiet der Prä- werden.
ventivmedizin, wobei der mit 20.000 Euro dotierte Preis auch
zwei als gleichwertig anerkannte Arbeiten je zur Hälfte zuge- Die Bewertung der eingereichten Arbeiten wird durch ein Preis-
sprochen werden kann. Die Arbeit muss ein Thema der Gesund­ richterkollegium vorgenommen, dessen Mitglieder von dem
heitsvorsorge, der Vorbeugung gegen Schäden oder Erkran- Kuratorium der Stiftung „Hufeland-Preis“ bestellt werden. Die
kungen, die für die Gesundheit der Bevölkerung von Bedeutung Verleihung des Preises nimmt das Kuratorium auf Vorschlag
sind, oder der vorbeugenden Maßnahmen gegen das Auf­tre­ten des Preisrichterkollegiums vor.
bestimmter Krankheiten oder Schäden, die bei vielen Betroffe­
nen die Lebenserwartung beeinträchtigen oder Berufsunfähig- Träger des „Hufeland-Preises“ sind neben der Stifterin des Prei­­ses,
keit zur Folge haben können, zum Inhalt haben. Zur Teilnahme der Deutschen Ärzteversicherung AG, die Bundesärztekammer,
berechtigt sind Ärzte/innen und Zahnärzte/innen, die im Besitz die Bundeszahnärztekammer und die Bundesvereinigung für
einer deutschen Approbation sind, gegebenenfalls zusammen Gesundheit e.V.
mit maximal zwei Co-Autoren/innen mit abgeschlossenem wis- Die kompletten Ausschreibungsunterlagen finden Sie unter:
senschaftlichen Studium. www.aerzteversicherung.de

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Medizinhistorisches

Geburtshelferin der englischen Königin


Vor 150 Jahren starb Charlotte Heiland-Heidenreich von Siebold (1788-1859) Ulrike Enke

“Later too we saw Mme Heidenreich, who is Gotha (1819-1861), wurde mit Charlotte
a real Physician and who attended Mama Heiland-Heidenreichs Hilfe, übrigens im
when I was born, – a[nd] Albert’s Mother gleichen Jahr, zur Welt gebracht.
when he was born, which is a very curious
circumstance – a[nd] who had never seen Wer war diese Frau mit der verwirrenden
either of us since.” Fülle an Nachnamen, die nicht nur könig­
liche Hebamme war, sondern auch als
Die Erwähnung von Albert weist den Weg: eine der ersten Frauen Deutschlands stu­
Bei der Schreiberin dieser Zeilen handelt diert und promoviert hatte?
es sich um keine Geringere als Queen
Victoria von England (1819-1901), die Toch­ Marianne Theodore Charlotte Heiland
ter Victorias von Sachsen-Coburg-Saalfeld wur­­de am 12. September 1788 als Tochter
(1786-1861) und Edward Augusts von Kent des Regierungsrates Johann Georg Hei­land
und Strathearn (1767-1820). Anlässlich und seiner Frau Regine Josephe Henning
eines Besuches in Deutschland hatte sie im (1771-1849) in Heiligenstadt geboren. Nach
Sommer 1845 die Hebamme ihrer Mutter, dem frühen Tod des Vaters im Jahr 1793
die Darmstädterin Charlotte Heiland-Hei­ heiratete die Mutter 1795 den aus der be­ Abb. 2: Charlotte Heiland-Heidenreich, genannt
den­reich, genannt von Siebold, getroffen kannten Würzburger Ärztedynastie stam­ von Siebold (1788-1859). Ölgemälde von Adolf
und diese Begegnung in einem Brief fest­ menden Damian von Siebold, einen Göt­tin­ Schmitz (1848). Bildarchiv des Instituts für
Geschichte der Medizin, Gießen.
gehalten. In dem oben zitierten Auszug ger Stadtarzt und Physikus, der Char­­­lotte
kommt nicht nur zur Sprache, dass Hei­ und ihre Schwester adoptierte. 1797 zog ab 1811 für zwei Jahre in Göttingen priva­
land eine wirkliche – also studierte – Ärz­ die Familie nach Worms und danach in die tissime und legte 1813 am Groß­herzog­
tin (a real physician) war, erwähnt wird hessische Residenzstadt Darmstadt, wo lichen Medicinal-Collegium in Darmstadt
auch ein wahrlich merkwürdiger Zufall, ihre Mutter als Geburtshelferin praktizier­ die Prüfung als Geburtshelferin ab. Am
dem Victoria in ihrem Schreiben große te. Von beiden Eltern unterrichtet, ent­ 12. November 1814 erhielt Charlotte die
Be­deutung zumisst (man beachte die mar­ schloss sich Charlotte wie die Mutter Ge­ Erlaubnis zur Niederlassung als Geburts­
kanten Unterstreichungen): Nicht nur sie, burtshelferin zu werden. Obwohl Frauen helferin.
sondern auch ihr Gemahl, der von ihr innig zu dieser Zeit noch nicht offiziell an Uni­
geliebte Albert von Sachsen-Coburg und versitäten zugelassen waren, studierte sie Dank der Unterstützung ihres Stief- und
Adoptivvaters von Siebold wurde sie am
24. März 1817 vom Dekan der Medi­zi­ni­
schen Fakultät der Universität Gießen
unter Vorsitz des Medizinprofessors und
Direktors der Entbindungsanstalt Ferdi­
nand August von Ritgen (1787-1867) zur
Doktorin der Geburtshilfe promoviert und
erhielt die Erlaubnis zu publizieren. Im
gleichen Jahr, 1817, erschien in Gießen
ihre Dissertation Ueber Schwangerschaft
ausserhalb der Gebärmutter und über
eine Bauchhöhlenschwangerschaft insbe­
sondere. Die 23 Seiten umfassende Schrift
wurde ergänzt durch Sätze, welche den
[handschriftl.:] 26. März 1817 zur Erlan­
Abb. 1: Schreiben von Queen Victoria aus dem Jahr 1845, nachdem sie am 17. August in Mainz
mit Charlotte Heiland zusammen getroffen war. (Royal Archives Windsor Castle, Z 279/28.
gung der Doctor=Würde in der Ent­bin­
By gracious Permission of her Majesty Queen Elizabeth II.) dungs­kunst öffentlich [...] verteidigen
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Medizinhistorisches

wird Charlotte Heiland genannt v. Siebold, des­kräfte in Frage: „Thorheit, wenn man den armen Bevölkerungsschichten. So
aus Heiligenstadt. glaubt, Geburtshelferinnen können das­ setzte sie sich sehr für die Errichtung einer
selbe leisten, was ein der Entbin­dungs­kunst Entbindungsanstalt in Darmstadt ein. 1829
In der Schrift dokumentiert Heiland die recht verständiger Arzt leisten könne; heiratete sie den hessischen Oberstabs­
Bauchhöhlenschwangerschaft einer 23- denn wenn man solche Jungfern und arzt Dr. Andreas August Heidenreich, ihre
jäh­rigen Bauersfrau aus Steinbuch im Frauen auch zu Doctoren creirt, wird ihnen Ehe blieb kinderlos. Charlotte starb vor
Odenwald, den tödlich endenden Verlauf Heilwissenschaft und Heilkunst mit dem 150 Jahren am 8. Juli 1859. Sie praktizierte
der Gravidität und die Obduktion der nach schönsten Diplom nicht zutheil werden bis zu ihrem Lebensende. Kurz nach ihrem
einer Bauchoperation zu Tode gekom­me­ und der Geist der Weisheit und des Ver­ Tod wurde ihr zu Ehren in Darmstadt die
nen Primapara. Doch insbesondere mit standes in medicinischen und chirur­gi­schen Stiftung „Zur Unterstützung verheirateter
den beigefügten „Sätzen“, also Disputa­ Dingen durch den Doctorhut nicht über sie armer Wöchnerinnen“ ins Leben gerufen,
tionsthesen, rief Heiland die Kritik ihres kommen.“ (Vgl. Seidel, 1998, 153.) die als „Heidenreich-von-Siebold-Stiftung“
einstigen Göttinger Lehrers Friedrich Ben­ bis 1948 bestand.
jamin Osiander (1759-1822) hervor, einem Nachdem Charlotte die Genehmigung zur
strikten Verfechter der Zangenentbindung. Ausübung der Geburtshilfe erhalten hatte, Weiterführende Literatur: Marita Metz-
Charlotte erkannte zwar deren Nutzen an, begann sie in Darmstadt und Umgebung Becker, Der verwaltete Körper. Die Medi­
wandte sich aber gegen das Überhand­ zu praktizieren. Nach dem Tod der Mutter kalisierung der schwangeren Frauen in
nehmen ihres Einsatzes: Obschon die übernahm sie deren Klientel, ihr Ruf und den Gebärhäusern des frühen 19. Jahr­
Geburtszange als eine der „wohltätigsten ihr wachsendes Ansehen führten sie über hun­derts. Frankfurt am Main: Campus,
Erfindungen“ anzusehen sei, so sei doch die hessischen Grenzen bis an den Hof 1997; Hans-Christoph Seidel, Eine neue
„im Allgemeinen Beschränkung ihres Ge­ des Herzogs von Sachsen-Coburg und „Kultur des Gebärens“. Die Medikalisierung
brauchs zu wünschen“, schreibt sie in nach England, wo sie, wie beschrieben, von Geburt im 18. und 19. Jahrhundert in
ihren Thesen (ebd., These 20, S. 6). die Niederkunft von Victoria von Sachsen- Deutschland. Stuttgart: Steiner, 1998.
Osianders Kritik beschränkte sich jedoch Coburg-Saalfeld in England und die Geburt
nicht nur auf die fachliche Diskussion um Alberts von Sachsen-Coburg und Gotha Anschrift der Verfasserin
den sinnvollen Einsatz der Geburtszange, begleitete. Dr. Ulrike Enke
vielmehr stellte er die Fähigkeit der Frauen Trotz ihrer Kontakte zum Hochadel wid­ Institut für Geschichte der Medizin
medizinisch und chirurgisch tätig zu sein mete Charlotte wie auch schon ihre Mutter Jheringstraße 6, 35392 Gießen
wegen angeblich mangelhafter Verstan­ Regine Josephe ihre besondere Fürsorge E-Mail: ulrike.enke@t-online.de

Neue Online-Zeitschrift für Philosophie und Psychosomatik


Seit Anfang Juni kann die neu gegründete „Internationale Zeit- („open-access“) im Sinne eines gebührenfreien Netzauftritts.
schrift für Philosophie und Psychosomatik“ (izpp) online auf- Primäre Publikationssprache ist Deutsch, es werden aber auch
gerufen werden. Das halbjährlich erscheinende Fachjournal Beiträge in Englisch und Französisch angenommen und in Ori-
versteht sich als Forum zur Förderung interdisziplinärer Zusam- ginalsprache publiziert. Die Zeitschrift wird herausgegeben
menarbeit in Fragen zum „Leib-Seele-Problem“. Dabei sollen von Dr. med. Wolfgang Eirund, Bad Schwalbach, und Dr. phil.
natur- und geisteswissenschaftliche Aspekte gleichermaßen Joachim Heil, Mainz. Unter www.izpp.de stellen die Herausgeber
gewürdigt werden. Neben akademischen Beiträgen werden neben der inhaltlichen Ausrichtung der Zeitschrift das aktuelle
auch Arbeiten aus der psychotherapeutischen und medizini- „Call for papers“ zum Themenschwerpunkt im Dezember 2009
schen Praxis publiziert, um deren Relevanz für weltanschau- vor. Manuskripte für die geplante Ausgabe können noch bis
liche Haltungen und philosophische Strömungen zu reflektieren. zum 15. Oktober 2009 angenommen werden.
Als elektronische Fachzeitschrift besteht ein offener Zugang ak

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Medizinhistorisches

Ein Frankfurter Arzt,


der mit einem Bilderbuch weltberühmt wurde
Zum 200. Geburtstag von Heinrich Hoffmann (1809-1894) Helmut Siefert

„Ich hatte mich entschlossen, Arzt zu wer- Praxis als Arzt und Geburtshelfer. Von
den“, schreibt Heinrich Hoffmann in sei- 1845 bis 1851 ist er zusätzlich Lehrer der
nen Lebenserinnerungen, „obgleich ich zu Anatomie bei der Dr. Senckenbergischen
diesem oder auch einem anderen Beruf Stiftung, der Institution, bei der er etwa
keine besonders sich aussprechende Nei- fünfzehn Jahre zuvor „anatomische Vorstu­
gung verraten hatte. Mein Vater hatte klu- dien“ getrieben hat. Damals umfasste die
gerweise seinen Plan zu meinem Wunsch Anatomie nicht nur die Anatomie des gesun­
gemacht.“ Der Vater von Heinrich Hoff- den, sondern auch die des kranken Men-
mann sagt zu seinem Sohn im Gespräch schen, war also zugleich pathologische Ana-
über verschiedene Berufe: „Aber Arzt! Er tomie. In Paris hat Hoffmann gelernt, dass
ist der Freund in der Not, der Vertraute der die klinische Symptomatik und das patho-
Menschen, er ist der Freieste, nur den Ge- logische Substrat zwei Seiten eines Krank-
boten seiner Wissenschaft folgend. Das heitsgeschehens sind. Insofern ergän­zen
scheint mir das Beste! Nun überlege und sich Hoffmanns praktische ärztliche und
wähle!“ „Ich überlegte“, fährt Heinrich seine pathologisch-anatomische Tätig­keit.
Hoffmann fort, „und beschloss, Arzt zu 1845 ist Hoffmann Gründungsmitglied des
werden. Freilich ohne zu bedenken, dass Frankfurter „Ärztlichen Vereins“, eines
es mit der Freiheit nicht weit her sein kann, von vielen ärztlichen Vereinen des 19. Jahr­
da der Arzt abhängiger ist als alle die an- hunderts, in denen sowohl wissenschaft-
deren, abhängig von allen, die ihn wollen licher Austausch als auch Geselligkeit ge­
und rufen.“ Diese Einsicht hat jedoch pflegt wurde. „Von 7 bis 9 wurden ärztliche
Hein­rich Hoffmann nicht resignieren lassen: Dinge, der genius epidemicus, einzelne in­
Er ist bis zu seinem achtzigsten Lebens- Heinrich Hoffmann um 1883. Fotografie von ­teressante Fälle, neue Heilmethoden ver-
jahr ärztlich tätig gewesen. Hermann Maas, Frankfurt am Main. Mit einem handelt. Es wurde ein Protokoll geführt
Faksimile von Hoffmanns Unterschrift: und dann von 9 bis 11 oder 12 Uhr fröhlich
Der Medizinstudent und „HHoffmann MedDr. / Arzt der städtischen
Irrenanstalt.“
soupiert und geschwätzt.“ Dabei wird
junge Arzt Nachlass Heinrich Hoffmann; häufig und gern gesungen. Die Texte vie-
Bevor Heinrich Hoffmann sein Medizinstu- Foto: Marion Herzog-Hoinkis ler dieser Lieder stammen aus der Feder
dium 1829 beginnt, beschäftigt er sich in von Heinrich Hoffmann. Übrigens, was den
Frankfurt am „Theatrum anatomicum“ der arme Patienten vor allem in den Dörfern „Ärztlichen Verein“ angeht: Als „Frankfur-
Dr. Senckenbergischen Stiftung mit „ana- der Umgebung. Und Hoffmann eröffnet in ter Medizinische Gesellschaft“ besteht er
tomischen Vorstudien“. Diese Angebote zwei Räumen eines Gasthofes eine eigene bis auf den heutigen Tag.
für Chirurgenlehrlinge, für Hebammen und
Apotheker, aber auch für interessierte
Bürger und Schüler der höheren Klassen
könnte man eine qualifizierte Fortbildung
nennen.
Auf diese Weise gut vorbereitet, studiert
Heinrich Hoffmann Medizin in Heidelberg
und Halle von 1829 bis 1833. Dank eines
Stipendiums verbringt er anschließend zehn
Monate in Paris, der Stadt, die in der ersten
Hälfte des 19. Jahrhunderts europaweit
führend in der klinischen Medizin war.
1834 nach Frankfurt zurückgekehrt, enga-
giert sich Hoffmann an der kurz zuvor ge-
gründeten Armenklinik. Sechs Ärzte über-
nehmen dort abwechselnd den stationä-
ren und ambulanten Dienst und betreuen

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Medizinhistorisches

1842 veröffentlicht Hoffmann Gedichte Maximilian Jacobi, Christian Roller, später nicht ein erkünsteltes, nicht das einer hu-
und satirische Prosatexte, u.a. „Stoma- auch zu Wilhelm Griesinger, den führen- manisierenden Mode, sondern eine Forde­
chica für tafelnde Ärzte“. So wird Hoff- den „Somatiker“, dessen Leitspruch lau- rung der gesamten zivilisierten Welt ge-
mann schon vor seinem ersten Kinder- tet: „Psychische Erkrankungen sind Krank­ worden ist, die nirgends ohne Beantwor-
buch „Der Struwwelpeter“, das er als heiten des Gehirns.“ Roller und Griesinger tung überhört werden kann. Ich füge des-
Weihnachtsgeschenk 1844 für seinen drei- sind für den Psychiater Heinrich Hoffmann halb nichts weiter bei als dies: Man nennt
jährigen Sohn Carl zeichnet und dichtet die entscheidenden Vorbilder. unsere Stadt das reiche Frankfurt; das
und das 1845 erstmals gedruckt wird, Mit der festen Anstellung als (der vorerst mögen andere tun! Wir selbst wollen mit
„weit hinaus in das offene und unsichere einzige) Arzt der Frankfurter „Anstalt für größerem Stolze uns das wohltätige Frank­
Meer der poetischen Produktion geführt Irre und Epileptische“ ist für Heinrich furt nennen und demgemäß handeln.“
... Fortan also teilte sich mein Tun in mei- Hoffmann die Zeit des Suchens und Aus-
nen Beruf, in gesellige Zerstreuung und in probierens zu Ende. An einen Freund Hoffmanns Wunsch, in Frankfurt eine neue,
dichterische Versuche.“ schreibt er: „Ich bin nunmehr in eine defi- moderne Heil- und Pflegeanstalt zu bauen,
nitiv ärztliche Stellung hineingeraten; al- geht schließlich in Erfüllung. 1859 wird
Der Psychiater les andere war ja bisher nur Propädeutik.“ mit dem Bau begonnen, nachdem Ludwig
Seit 1833 hat Heinrich Hoffmann ein brei- 37 Jahre lang ist er „Irrenarzt“, die dama- Fried­rich Wilhelm Freiherr von Wiesenhüt-
tes Spektrum ärztlicher Tätigkeiten ken- lige Bezeichnung für einen Psychiater. ten eine großzügige Spende von 100.000
nen gelernt. Aber es fehlt noch der Schwer­ Die Frankfurter „Anstalt für Irre und Epi- Gulden an den Baubeginn innerhalb von
punkt, die Mitte. Das ändert sich 1851. leptische“ hat im Jahr 1851 bereits eine Jahresfrist gebunden hat, außerdem an
„Das Jahr 1851“, schreibt Hoffmann in sei- lange Geschichte. Als „Tollhaus“ gab es die Bedingung, „dass von der neuen An-
ner Autobiographie, „war das bedeutungs­ dieses Hospital seit Ende des 16. Jahrhun- stalt alle in der Stadt verbürgerten armen
vollste in dieser Zeit meines Lebens für derts. Ab 1780 hieß es „Kastenhospital“, Irren ohne Unterschied des Glaubens un-
mich ... Die Stelle des Arztes an der Irren- da es vom „Allgemeinen Almosenkasten“ entgeltlich verpflegt werden können“, also
anstalt wurde definitiv frei ... Ich meldete der Stadt Frankfurt unterhalten wurde, Christen aller Konfessionen und Juden in
mich, und das Pflegamt ... sagte mir die seit 1833 „Anstalt für Irre und Epilep­ gleicher Weise in der neuen Anstalt aufge-
Stelle zu.“ Es fällt auf, dass nicht die Jahre tische“. nommen werden.
1844 und 1845 mit seinem Bestseller „Der 1864 wird der neugotische Bau mit 101 Pa-
Struwwelpeter“ im Rückblick die „bedeu- Der Kampf um eine tienten bezogen. Der Volksmund spricht
tungsvollsten“ für ihn sind. Die berufliche neue Anstalt angesichts der großzügigen, weitläufigen
Tätigkeit als Arzt und Psychiater ist für ihn In Hoffmanns anfängliche Begeisterung Anlage vom „Irrenschloss“ und vom „Af-
zeit seines Lebens wichtiger als das Ver- mischen sich bereits 1851 sehr kritische fenstein“. Die neue Anstalt lag nämlich auf
fassen von Kinderbüchern, Gedichten und Töne: „Ich aber fand die Anstalt ... in ganz dem „Affensteiner Feld“, einer Flurbe-
Satiren. trostlosem Zustand, so dass schon da- zeichnung, die sich – volkstümlich verball-
mals der Entschluss in mir fest wurde, alle hornt – von einem Ave-Maria-Stein herlei-
Und jetzt kommt etwas Erstaunliches: meine Kraft einzusetzen, um eine neue tet, einem Steindenkmal, das zu einem
„Ich hatte die Anstalt noch nie betreten“, Anstalt zu bauen. In unserer Republik Ave-Maria-Gebet einlud.
schreibt Hoffmann über das psychiatrische herrschte ein trauriger konservativer Sinn Die neue Anstalt vor den Toren der Stadt,
Krankenhaus, dessen Leitung er über- für alte Missbräuche ...“ dennoch stadtnah gelegen, hat eine „Wei-
nimmt. Er hat „noch nie eine Irrenanstalt Heinrich Hoffmann entwickelt mit viel berseite“ und eine „Männerseite“. Die
besucht. Aber ich glaube, dass ich an die Phantasie Initiativen, um bei seinen Mit- Ruhigen, die Unruhigen, die Blödsinnigen,
rechte Stelle kam.“ Das Berufsbild des bürgern Verständnis für den notwendi­ die Epileptischen und die Tobsüchtigen
Psychiaters war in der Mitte des 19. Jahr- gen Neubau zu wecken und Geld dafür zu haben getrennte Abteilungen und jeweils
hunderts noch nicht fest umrissen; es gab sammeln. Mit Aufrufen, Flugblättern, Zei- dazu gehörige Gärten. 1906 kommt unter
noch keine fachärztliche Weiterbildungs- tungsartikeln, Geldsammelaktionen, Ver- Hoffmanns Nachfolger Emil Sioli – erst-
ordnung. Insofern ist Hoffmanns steile sammlungen und anderen „Bürgerinitiati- mals in Deutschland – eine kinder- und
psychiatrische Karriere für seine Zeit nicht ven“ versucht er, „die öffentliche Meinung jugendpsychiatrische Abeilung hinzu.
allzu ungewöhnlich. Er holt das Versäum- zu gewinnen“. In einem Zeitungsartikel Ein großes Problem in psychiatrischen An-
te nach, indem er mehrere „Belehrungs- mit dem kennzeichnenden Titel „Die Hu- stalten ist Ende des 19., Anfang des 20.
reisen“ unternimmt und so die europäische manität der Gegenwart in ihrer Sorge für Jahrhunderts die rapide Zunahme der Zahl
Anstaltspsychiatrie um die Mitte des die Geisteskranken“ schreibt Hoffmann von psychisch Kranken, was eine Überfül-
19. Jahrhunderts kennen lernt und Kontak- im April 1857: „Es ist klar ersichtlich, dass lung der Anstalten zur Folge hat. 1864
te zu vielen Psychiatern knüpft, u.a. zu das Bedürfnis besserer Irrenanstalten wird der Neubau, der Platz für 200 Kranke

528
8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Medizinhistorisches

bietet, mit 101 Patienten bezogen, um heimer und Franz Nissl, denen hier bahn- Literatur
1900 werden hier zeitweise 500 und mehr brechende Entdeckungen zur Histopatho- Heinrich Hoffmann: „Allerlei Weisheit und
Patienten gleichzeitig behandelt. Heinrich logie des Gehirns gelingen. Torheit“. Ein Lesebuch zum 200. Geburts-
Hoffmann schreibt dazu 1883: „Ich bin der tag des berühmten Frankfurter Arztes und
Ansicht geworden, dass die nervösen Krank­ Der expressionistische Architekt Hans Kinderbuchautors. Hrsg. von Helmut Siefert
heiten und besonders die als Psychosen Poelzig errichtet auf dem freigewordenen und Marion Herzog-Hoinkis. Frankfurt am
bezeichneten Hirnstörungen in den letz- Gelände die Konzernzentrale der IG Far- Main: Mabuse 2009
ten Dezennien ganz bedeutend zugenom- ben. Die Chemiewerke der IG Farben sind
men haben und noch zunehmen werden. während des Nationalsozialismus in die Heinrich Hoffmann – Peter Struwwel. Ein
... Die Menschheit der Gegenwart ist eine Kriegswirtschaft fest eingebunden. Sie stel­ Frankfurter Leben 1809-1894. Hrsg. von
vorzugsweise nervöse geworden, eine zu len auch das Kohlenmonoxid-Gas für die Wolfgang P. Cilleßen und Jan Willem Hun-
nervösen Erkrankungen steigend dispo- „Euthanasie“-Tötungsanstalten her, außer­ tebrinker. Begleitbuch zur Ausstellung im
nierte.“ Das führt Ende der 1920er Jahre dem das Zyklon B für den millionenfachen Historischen Museum Frankfurt. Peters-
zu einem weiteren Neubau. Mord in den Konzentrationslagern und berg: Imhof 2009
Fleckfieber-Impfstoff für Experimente an
Hoffmanns Nachfolger Häftlingen im KZ Buchenwald. Somit ist Alle Veranstaltungen zum „Heinrich-
1929/1930 wird die von Heinrich Hoffmann das IG Farben-Haus auch eine Gedenkstät­ Hoffmann-Sommer 2009“ finden sich
zusammen mit dem Architekten Oskar te für das dunkelste Kapitel der deutschen im Internet unter:
Pichler erbaute Anstalt, das „Irrenschloss“ Geschichte und der deutschen Medizin. www.hoffmann-sommer.de
im neugotischen Stil, abgerissen. Das Ge- Ende der zwanziger Jahre errichtet Karl
bäude war seit 1914, dem Gründungsjahr Kleist zusammen mit dem Architekten Anschrift des Verfassers
der Frankfurter Universität, unter Emil Sioli Martin Elsaesser einen Neubau der Ner- Senckenbergisches Institut für
und seit 1920 unter Karl Kleist die erste venklinik in Niederrad am Rande des Frank­ Geschichte und Ethik der Medizin
Frankfurter Universitäts-Nervenklinik mit furter Universitätsklinikums. Dieses archi- Fachbereich Medizin und
der Bezeichnung „Städtische und Univer- tektonische Meisterwerk im Bauhaus­stil Klinikum der Goethe-Universität
sitätsklinik für Gemüts- und Nervenkran- ist heute das „Zentrum der Psychiatrie“ in Theodor-Stern-Kai 7
ke“. Assistenten von Sioli sind Alois Alz- der Heinrich-Hoffmann-Straße. 60590 Frankfurt am Main

Der Struwwelpeter (Bilderklärung)


Der Ur-Struwwelpeter von 1844. chen wurde „Der Struwwelpeter“ das weltweit wohl am meis-
Aquarellierte Federzeichnung von ten verbreitete Bilderbuch für Kinder.
Heinrich Hoffmann. Am oberen Nur für Kinder? Die Struwwelpeter-Geschichten dienen in Struwwel­
Rand steht: „Der Struwwel-Pe- peter-Parodien als sozialkritische Folie für politische, gesell-
ter“; durchgestrichen ist: „Das schaftliche und kulturelle Phänomene (z.B. 1941 „Struwwelhitler“,
Struwwel- und Nagel-Kind.“ Links 1970 „Der Anti-Struwwelpeter“ von Friedrich Karl Waechter).
oben ist „6.“ zu lesen: Der spä- Und Georg Groddeck spricht 1927 begeistert vom Struwwelpeter
tere Titelheld stand in den ers- als einem „Lehrbuch der Psychoanalyse“ und sagt: „Oh Hoff-
ten Auflagen als sechste Ge- mann, du Weisester aller Weisen, die Menschen glauben, du hät­
schichte am Schluss. Das Buch test ein Bilderbuch für Kinder gemacht und hast doch das Hohe
hatte (und hat) eine beispiel­ Lied des Unbewussten für die Großen gedichtet und gemalt.“
lose Karriere: Die Zahl der Bild- Der hier abgebildete Struwwelpeter ist im Urmanuskript von
und Textgeschichten wuchs auf zehn, der Struwwelpeter rück- 1844 die erste Fassung des Titelhelden, mehr in sich gekehrt
te als Titelgeschichte nach vorn, der Autor, der sich in den als auf späteren Zeichnungen von Hoffmann und auf gedruck-
ersten fünf Auflagen (bis 1847) hinter dem Pseudonym Reime- ten Abbildungen.
rich Kinderlieb, dann Heinrich Kinderlieb versteckte, gibt sich
mit seinem vollen Namen zu erkennen. Die 100. Auflage er- Foto: Marion Herzog-Hoinkis (nach einem Faksimile von 1925);
scheint bereits 1876. Mit Übersetzungen in nahezu alle Spra- Original: Germanisches Nationalmuseum Nürnberg

529
8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Fortbildung

Sicherer Verordnen

Grippemittel – Wirksamkeit telabbauende Enzymsystem eine wichtige allgemein gültig zu sein, da die UAW von
Rolle, vor allem das sog. Cytochrom P450 NSAIDs individuell unterschiedlich stark
gegen A/H1N1 2C19. Genetische Varianten dieses CYP ausgeprägt sind und dosisabhängig auf-
Nach einer Umfrage bei Lesern einer ärzt-
2C19 (sog. „poor metabolizer“, PM) kön- treten. Zusätzlich darf die obstipierende
lichen Tageszeitung seien Ärzte zu über
nen zu einer verminderten Funktion dieses Wirkung der Opioide gerade im Alter nicht
56 % nicht gut auf die Schweinegrippe
Enzyms führen, resultierend in geringerer unterschätzt werden.
vorbereitet. Bei weltweit über 100.000 In-
gerinnungshemmender Wirkung von Clo- Quelle: Newsletter Deutsches Ärztebl.
fizierten (mit meist milden Symptomen,
pidogrel (in einer Studie hochsignifikant vom 7. Mai 2009, www.aezteblatt.de
Stand 15. Juni 2009) – davon in Deutsch-
verringert) und in einer erhöhten Rate kar-
land über 200 – und 160 Todesfällen (in
diovaskulärer Ereignisse (in einer Studie
Deutsch­land: 0, in der EU: 3) scheint die
Gefährdung der deutschen Bevölkerung
war die Rate dieser Ereignisse nach Be- Elektronische Verschreibungs­
handlung von Patienten mit akutem Herz-
durch den Erreger der Schweinegrippe
infarkt bei PM 3,6-fach erhöht).
systeme – sinnvolle Warnungen?
A/H1N1 derzeit nicht allzu hoch zu sein. In einer amerikanischen Studie wurde der
Nicht nur genetische Varianten, sog. Poly-
Generell kann das Risiko jedoch noch nicht Umgang von Ärzten mit Warnungen zu
morphismen, sondern auch Hemmstoffe
eingeschätzt werden, auch nicht eine mög­ UAW und Interaktionen aus einem elek­
von CYP 2C19 können die Wirksamkeit von
liche teilweise Wirksamkeit von Grippe­ tronischen Verschreibungssystem unter-
Clopidogrel verringern. Die AkdÄ verweist
imp­f ungen und einer Postexpositionspro- sucht. Die Ärzte akzeptierten 9,2 % der
auf eine Studie, nach der Patienten mit
phylaxe mit Neuraminidasehemmern wie angezeigten Interaktionen und 23 % der
einer Begleitmedikation von Protonenpum­
Osel­ta­mi­vir (Tamiflu®) oder Zanamivir (Re- Allergien, die sich aufgrund gespeicherter
penhemmern (PPI) zur Therapie mit Clopi-
lenza®). Basierend auf den Symptomen Grunddaten der Patienten ergeben konn-
dogrel ein signifikant erhöhtes Risiko eines
oder bekannten Kontakten mit bestätig- ten. Die verordnenden Ärzte differenzier-
Reinfarktes hatten. Nur unter Pantoprazol
ten Er­kran­kungen im Umfeld kann die ten dabei jedoch je nach Schwere der In­
als einzigem PPI sei das Risiko nicht er-
Gabe eines Neuraminidasehemmers sinn- ter­aktionen und der Medikamentenklasse,
höht gewesen. In einer neuen retrospekti-
voll sein. Zu erwägen sind dabei die be- auch wurden Warnungen eher ignoriert,
ven Studie mit über 16.000 Patienten nach
kannten unerwünschten Wirkungen dieser wenn das Medikament dem Patienten schon
Stent-Implantation konnte dies jedoch
Arzneistoffe (z.B. anaphylaktoide Reak­ einmal verschrieben wurde. In einem Kom­
nicht betätigt werden: unter der Gabe von
tionen und psychiatrische UAW) sowie die mentar wurde festgestellt, dass es sinn-
Pantoprazol traten schwere kardiovasku-
Gefahr einer Resistenzbildung bei unkri- voll erscheint,
läre Ereignisse in ähnlich hoher Rate auf
tisch häufigen Verordnungen. • Warnungen auf wenige, mit hohem Risiko
wie unter anderen PPI (Esomeprazol, Lan-
Aktuelle Informationen können auf der verbundene Interaktionen zu beschrän-
soprazol, Omeprazol, Rabeprazol). Die
Homepage des Robert Koch-Institutes ken
Autoren empfehlen (ähnlich wie auch die
(www.rki.de), aber auch auf Seiten ärzt­ • wiederholte Warnungen zu unterdrücken
AkdÄ) keine routinemäßige Gabe von PPI
licher Organisationen wie der Kassenärzt- • Warnungen an den jeweiligen Anwender
bei Patienten unter der Therapie mit Clo-
lichen Bundesvereinigung (www.kbv.de) anzupassen.
pidogrel und als Ausweichmedikation die
nachgelesen werden. Wichtig ist die Kennt­ Darüber hinaus wird empfohlen, zukünf­
Gabe von H2-Blockern (z.B. Ranitidin), es
nis und Befolgung einer neuen Melde- tige elektronische Warnsysteme so aus-
sei denn es bestehe eine strenge Indika­
pflichtverordnung (in Kraft seit 3. Mai 2009) zustatten, dass sie aus allen substanz-,
tion für PPI bei besonders gefährdeten
bei Krankheitsverdacht, um weitere Infor- therapie- und patientenspezifischen Risi-
Patienten.
mationen über den neuen Erreger zu er- ken nur wenige umfassende und klinisch
Quellen: Drug Safety Mail 2009-062,
halten. Die Entscheidung, ob die bereits relevante Warnungen generieren.
www.akdae.de, www.medscape.com/
angelaufene Produktion eines Impfstoffes Die letzte Empfehlung trifft des Pudels
viewarticle/702485?sssdmh=dml.46854
für die nächste Grippesaison gestoppt Kern, um einen Arzt bei seiner individuel-
werden soll, um auf einen Impfstoff mit len Verordnung entlasten zu können. Es
Antigenen der neuen Influenza A/H1N1 zu wird jedoch schwierig sein, ein derartiges
wechseln, ist bei weltweit bis zu 500.000
NSAID – Risiko im Alter Programm zu erstellen und – mindestens
Nach neuen Empfehlungen amerikanischer
Todesfällen unter der „alten“ Grippe keine genauso wichtig – aktuelle Erkenntnisse
Geriater sollten Nicht-steroidale Antiphlo-
leichte Entscheidung. zeitnah einzuspeisen. Hierzu bedarf es
gistika (NSAIDs) zur Dauertherapie von
Quellen: Dt. Ärztebl. 2009; 106(16): C 762, einer Zusammenarbeit aller medizinischer
Schmerzen bei Patienten über 75 Jahren
Ärztezeitung online vom 18.Juni 2009 Fachrichtungen und langjähriger praktischer
nicht mehr eingesetzt werden. Neben den
Erfahrungen.
bekannten gastrointestinalen Komplika­
Quelle: Arch.Intern.Med. 2009; 169: 305-311,
tionen bestehe auch ein kardiovaskuläres
Clopidogrel / Protonenpumpen­ und nephrotoxisches Risiko (siehe auch
zitiert in Dt. Med. Wschr. 2009; 134: 730
hemmer – Interaktion Sicherer Verordnen in 6/2009, Seite 393).
Der Wirkstoff Clopidogrel (Iscover ®, Pla- Sie empfehlen stattdessen die Gabe Dr. G. Hopf
vix®) ist eine sog. Prodrug, die erst im Kör- schwa­cher Opioide, da deren Abhängig-
per zum wirksamen Metaboliten verstoff- keitspotential im Alter gering sei. Grund- Nachdruck aus:
wechselt wird. Dabei spielt das arzneimit- sätzlich scheint dieser Vorschlag nicht Rheinisches Ärzteblatt 6/2009
530
8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Arzt- und Kassenarztrecht

Sturz aus dem Krankenbett Thomas K. Heinz

Der Krankenhaus-Aufnahmevertrag ver- Ausgleichszahlung in Anspruch genom- bestätigt, das Kran-


pflichtet das Klinikpersonal, einem unru- men und vorgetragen, im Schlaf aus dem kenhauspersonal als-
hig schlafenden Patienten im Rahmen des Bett gestürzt zu sein, weil man dem in der bald nach der statio-
Möglichen und Zumutbaren auch vor der Klinik sorgfaltswidrig nicht vorgebeugt nären Aufnahme mehr­
Gefahr zu schützen, sich bei einem Sturz habe. fach auf den unruhigen
aus dem Bett zu verletzen. Gleichwohl ist Schlaf des Klägers
das Anbringen von Bettgittern nur unter Das Landgericht wies die Klage ab; der und das dadurch – zu
besonderen Umständen angezeigt, weil Koblenzer Senat hat die daraufhin einge- Hause langjährig um-
sie das Aufstehen behindern und daher legte Berufung zurückgewiesen mit der gesetzte – Erforder-
ihrerseits verletzungsträchtig sein können. Begründung, der Klinik könne kein Pflich- nis hingewiesen zu haben, das Bett seit-
Trotz bestehender Indikation zum Anbrin- tenverstoß angelastet werden. Zwar war lich zu sichern. Ihr Mann sei nämlich vor
gen von Bettgittern muss jedoch davon das Krankenhaus – so der Senat – auf- der Installation einer solchen Sicherung
abgesehen werden, wenn der über die Ri- grund des Aufnahmevertrages gehalten, zu Fall gekommen.
siken informierte, bewusstseinsklare Pa- den Kläger im Rahmen des Möglichen und Gleichwohl ergibt sich unter diesen Um-
tient eine derartige Sicherungsmaßnahme Zumutbaren zu schützen. Dazu gehöre ständen nur dann eine rechtliche Ver-
ablehnt. auch ihn vor einer vor ihm selbst ausge- pflichtung für eine solche Sicherungsmaß-
henden Schädigung zu bewahren (vg. hier­ nahme, wenn der Kläger selbst mit der
Mit diesem Leitsatz hat das OLG Koblenz ­zu OLG Düsseldorf, Urt. v. 11. September Montage von Gittern einverstanden ist.
(GesR 2009 85) einen weiteren „Sturz-Fall“ 2003 Az. 8 U 17/03, OLGReport Düsseldorf Denn hierbei handelt es sich um eine frei-
entschieden, dem folgender Sachverhalt 2004, 362, 363). Daher musste in Betracht heitseinschränkende Maßnahme, die nur
zugrunde lag: Der Kläger wurde wegen gezogen werden, das Bett des Klägers mit mit seiner Zustimmung vorgenommen
Verdachts auf Schlaganfall in die Klinik Gittern zu sichern, um einen Sturz abzu- werden darf. Das diese Zustimmung er-
der Beklagten aufgenommen, wo sich in wenden. Freilich ist das Anbringen von teilt worden wäre, lässt sich indessen
den Folgetagen sein Zustand besserte. Ei- Gittern an Krankenbetten, ebenso wie nicht feststellen (wird ausgeführt...).
nes Morgens wurde er krampfend neben dies erst recht für die Fixierung eines Pa-
dem Bett aufgefunden. An seinem Rücken tienten im Bett oder im Rollstuhl gilt (hier- Anschrift des Verfassers
hatte sich, bedingt durch den Kontakt mit zu OLG Düsseldorf VersR 2002, 984, 985), Rechtsanwalt und Fachanwalt
dem benachbarten Heizkörper eine Brand- nur unter besonderen Umständen ange- für Medizinrecht
wunde gebildet. Vor diesem Hintergrund zeigt, weil es das Aufstehen behindern Dr. Thomas K. Heinz
hat der Kläger die Klinik auf Zahlung eines und verletzungsträchtig sein kann. Hier Cronstettenstraße 66
mit mindestens Euro 20.000,- bezifferten sprach jedoch viel für eine entsprechende 60322 Frankfurt
Schmerzensgeldes und einer materiellen Indikation. Die Ehefrau des Klägers hat www.mmw-law.de

55. Angiologischer Arbeitskreis Rhein Main


Thromboembolie und Carotisdissektion – ein interaktiver Workshop
9. September 2009, 18:00 Uhr s.t., Goethehaus, Frankfurt am Main

Themen: Die Laßeisen des Walther H. Ryff anno 1545 Professor Dr. Wolfgang Hach, Frankfurt, Thrombose, Thrombophilie
und Antikoagulation – instruktive Kasuistiken Privatdozentin Dr. Christine Espinola-Klein, Mainz, Carotis- und Vertebralis­
dissektionen – Diagnostik und Therapie Professor Dr. Armin Grau, Ludwigshafen
Leitung und Auskunft: Professor Dr. Viola Hach-Wunderle, Tel.: 069 20707, Fax: 069 50930094
E-Mail: Hach-Wunderle@t-online.de

531
8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Landesärztekammer Hessen

NEU: Dokumentation der 4. Fachtagung


„Palliative Versorgung und hospizliche Begleitung in Hessen“
I n f o r m a t i o n s a u s - Hessisches Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit),
tausch und die wei- die gemeinsam von der Akademie für Ärztliche Fortbildung
tere Verbesserung und Weiterbildung, der Koordinations- und Ansprechstelle für
der Zusammenarbeit Dienste der Sterbebegleitung und Angehörigenbetreuung (KASA)
aller an der Sterbe- und der LAG Hospize mit Unterstützung der Willy Robert Pitzer
begleitung beteilig- Stiftung veranstaltet wurde, fand am 9. April 2008 im Fortbil-
ten Berufsgruppen dungszentrum der Landesärztekammer in Bad Nauheim statt.
auf regionaler Ebene Die von der Landesärztekammer herausgegebene Dokumen-
standen im Mittel- tationsbroschüre bietet eine klar strukturierte Übersicht über
punkt der 4. Fachta- die Inhalte der Fachtagung. Sie umfasst Grußworte und Vorträge,
gung „Palliative Ver- Diskussionsbeiträge und eine Zusammenstellung der Work­
sorgung und hospiz- shop-Ergebnisse.
liche Begleitung in Gegen eine Gebühr von 8,50 Euro, die Sie bitte vorab auf das
Hessen“. Die inter- Konto der Akademie, Kto. Nr. 36002255, Sparkasse Oberhessen,
disziplinäre Tagung BLZ 518 500 79, überweisen, können Sie die Dokumentations-
unter der Schirm- broschüre bei marianne.blum@laekh.de bestellen.
herrschaft des Hes- „Palliative Versorgung und hospizliche Begleitung in Hessen“,
sischen Sozialminis- DIN A4, 88 Seiten.
teriums (seit 2009 möh

Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® – Deutsche Hypertonie Gesellschaft


und die Deutsche Hypertonie Stiftung (DHS) schreibt für 2009  
hoch dotierte Wissenschaftspreise aus
Essentieller Bestandteil der Arbeit der Deutschen Hochdruck- Neben diesen Wissenschaftspreisen, für die sich im Bereich
liga e.V. DHL® – Deutschen Hypertonie Gesellschaft und die der Hypertensiologie tätige Wissenschaftler bewerben können,
Deutschen Hypertonie Stiftung (DHS) ist die Forschungsför- verleiht die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® – Deutsche Hyper­
derung im Bereich Hypertensiologie. tonie Gesellschaft auch Auszeichnungen nach dem Vorschlags-
verfahren. So wird der mit 10.000 Euro dotierte Franz-Gross-
Wissenschaftler, die auf dem Gebiet Hypertensiologie tätig
Wis­senschaftspreis, der eine der höchsten Ehrungen auf dem
sind, können sich bis zum 1. Oktober 2009 für die folgenden
Gebiet der deutschen Hochdruckforschung darstellt, auf Basis
Auszeichnungen bewerben:
von Vorschlägen und nach Bewertung einer Wissenschaftsjury
Dieter Klaus-Förderpreis für die Hochdruckforschung vergeben.
Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert.
Alle Ehrungen werden auf dem Hypertonie Kongress „Hyperto­
Forschungspreis „Dr. Adalbert Buding“ nie 2009“ in Lübeck vom 19. bis 21. November 2009 vergeben.
Der Forschungspreis ist mit 10.000 Euro dotiert.
Für weitere Informationen sowie für die Einreichung der Be-
Förderpreis der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL® – werbungsunterlagen:
Deutschen Hypertonie Gesellschaft für Sport und Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® –
nicht-medikamentöse Therapie bei Bluthochdruck Deutsche Hypertonie Gesellschaft
Der Förderpreis ist mit 2.000 Euro dotiert. Berliner Straße 46, 69120 Heidelberg
Tel. 06221 58855-0, Fax 0622158866-25
Promotionspreis der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL® –
Deutschen Hypertonie Gesellschaft Die gesamten Ausschreibungsunterlagen finden Sie unter
Der Promotionspreis ist mit 3.000 Euro dotiert. www.hochdruckliga.de

532
Akademie für Ärztliche Fortbildung und Weiterbildung

I. Seminare / Veranstaltungen zur permanenten Fortbildung


Bitte beachten Sie die Allgemeinen Hinweise!

Strukturierte fachspezifische Fortbildung Update Herzschrittmacher- und Defibrillator –  


„Kinder- und Jugendmedizin“ 7 P Therapie 2009 – aus der Praxis für die Praxis – 6P
Kinderchirurgie Bei dieser Veranstaltung soll zunächst in die Funktionen von Herz­
Themen: Hämangiome / Vaskuläre Malformationen / Lymph­angio­me; schrittmachern und Defibrillatoren eingeführt werden. Anhand von
Minimal invasive Chirurgie im Kindesalter; Plastisch rekonstruk- Kasuistiken sollen anstehende Alltagsfragen behandelt werden.
tive Kinderchirurgie; Kinderurologie: Kongenitale Hydronephrose; Ziel ist es, Fragen im Umgang mit Patienten mit Herzschrittma-
Das akute Abdomen im Kindesalter; Harn- und Stuhlentleerungs- chern und Defibrillatoren zu beantworten und diese Kenntnisse
störungen im Kindesalter; Fragen zu allen Aspekten der Kinder­ in der täglichen ärztlichen Praxis umsetzen zu können.
chirurgie. Samstag, 19. Sep. 2009, 09:00 – 13:00 Uhr
Samstag, 29. Aug. 2009, 09:00 – 16:30 Uhr Leitung: Dr. med. J. Sperzel, Kerckhoff-Klinik, Bad Nauheim
Leitung: Prof. Dr. med. U. Rolle, Frankfurt a. M. Teilnahmebeitrag: € 80 (Akademiemitgl. € 72)
Teilnahmebeitrag: € 90 (Akademiemitgl. kostenfrei) Tagungsort: Bad Nauheim, FBZ der LÄKH, Carl-Oelemann-Weg 5-7
Auskunft und Anmeldung: Frau R. Heßler, Akademie,
Tagungsort: Bad Nauheim,
Tel.: 06032 782-203, Fax: -229, E-Mail: renate.hessler@laekh.de
FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7
Auskunft und Anmeldung: Frau M. Turano, Akademie,
Tel.: 06032 782-213, Fax: -220, E-Mail: melanie.turano@laekh.de Aktuelles aus Nephrologie und Nierentransplantation –
Weiterer Termine 2009: 28. Nov. Wissen für die Praxis
Chronische Niereninsuffizienz – was tun?
Herbstsymposium Osteoporose In Zusammenarbeit mit der Akademie der LÄKH.
Themen: Früherkennung, Stadieneinteilung, Progressionshem-
Zielgruppe: Orthopäden und Unfallchirurgen; Allgemein­medi­zi­ner; mung, Begleiterkrankungen; Indikationen zur Dialyse, Auswahl
Gynäkologen des Dialyseverfahren; Lebend-Nierentransplantation als optimale
Samstag, 05. Sep. 2009, 09:00 – 15:30 Uhr Therapie.
Leitung: Prof. Dr. med. S. Rehart, Frankfurt a. M. Mittwoch, 16. Sep. 2009, 18:00 – 20:15 Uhr
Prof. Dr. med. R. Hoffmann, Frankfurt a. M. Leitung: PD Dr. med. H.-W. Birk, Gießen
Teilnahmebeitrag: € 110 (Akademiemitgl. € 99) Prof. Dr. med. R. Weimer, Gießen
Tagungsort: Bad Nauheim, Teilnahmebeitrag: kostenfrei
FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7 Tagungsort: Klein-Linden, Bürgerhaus
Auskunft und Anmeldung: Frau M. Turano, Akademie, Auskunft und Anmeldung: Frau K. Baumann, Akademie,
Tel.: 06032 782-213, Fax: -220, E-Mail: melanie.turano@laekh.de Tel.: 06032 782-281, Fax: -220, E-Mail: katja.baumann@laekh.de

HIV – Umgang ohne Risiko für Arzt und Patient Aktuelle Diabetologie

Zielgruppe: Ärzte, Lehrer und Pflegepersonal Gemeinsame Fortbildungsreihe für Hausärzte der LÄKH in Zusam­
menarbeit mit der Hessischen Fachvereinigung für Diabetes (HFD),
Die Zertifizierung ist auch für Lehrer beantragt.
DMP-zertifiziert.
Themen: Einführung in das Thema; Therapie mit Schwangeren;
Ansteckungsrisiko für Ärzte und klinisches Personal; Junkies, Mittwoch, 30. Sep. 2009, 15:30 – 20:00 Uhr 5P
Teil 1: Prävention: Chancen und Umsetzungsmöglichkeiten
Hepatitis und Co-Infektionen; Abschlussdiskussion und gemüt-
Teil 2: Das Metabolische Syndrom und aktuelle therapeutische
liches Beisammensein.
Strategien
Mittwoch, 09. Sep. 2009, ab 16:00 Uhr siehe Seite 515
Mittwoch, 18. Nov. 2009, 15:30 – 20:00 Uhr 5P
Leitung: Dr. med. D. Charrier, Steinbach Teil 1: Die nichtmedikamentöse Diabetestherapie
Moderation: Dr. med. M. Popović, Frankfurt a. M. Teil 2: Insulintherapie für die Praxis
Teilnahmebeitrag: auf Anfrage Leitung: Dr. med. C. Marck, Pohlheim
Tagungsort: Bad Nauheim, Teilnahmebeitrag: kostenfrei
FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7 Tagungsort: Bad Nauheim, FBZ der LÄKH, Carl-Oelemann-Weg 5-7
Auskunft und Anmeldung: Frau C. Cordes, Akademie, Auskunft und Anmeldung: Frau A. Zinkl, Akademie,
Tel.: 06032 782-287, Fax: -228, E-Mail: claudia.cordes@laekh.de Tel.: 06032 782-227, Fax: -229, E-Mail: adelheid.zinkl@laekh.de

533
Akademie für Ärztliche Fortbildung und Weiterbildung

Winterkongress zum Thema Kopfschmerz Palliativmedizin und Physiotherapie


Samstag, 14. Nov. 2009, 09:30 – 16:00 Uhr Samstag, 14. Nov. 2009, 10:00 – 17:30 Uhr
Leitung: Prof. Dr. med. R. W. C. Janzen, Bad Homburg Leitung: Prof. Dr. med. A. Henneberg, Frankfurt a. M.
Prof. Dr. med. H. Steinmetz, Frankfurt a. M. H.-Y. Massuger, Frankfurt a. M.
Teilnahmebeitrag: auf Anfrage Teilnahmebeitrag: auf Anfrage
Tagungsort: Bad Nauheim, Tagungsort: Bad Nauheim,
FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7 FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7
Auskunft und Anmeldung: Frau M. Turano, Akademie, Auskunft und Anmeldung: Frau M. Turano, Akademie,
Tel.: 06032 782-213, Fax: -220, E-Mail: melanie.turano@laekh.de Tel.: 06032 782-213, Fax: -220, E-Mail: melanie.turano@laekh.de

Fortbildung für Assistenten in Weiterbildung und


Repetitorium Innere Medizin 2009
für Ärzte der Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Ideal für die Vorbereitung zur Facharztprüfung oder zur Auffri-
Infektionen als Ursache der Frühgeburt
schung vorhandener Kenntnisse.
Mittwoch, 07. Okt. 2009, 09:00 – 16:00 Uhr 10 P
Montag, 23. – Samstag, 28. Nov. 2009
Leitung: Prof. Dr. med. W. Künzel, Gießen
Prof. Dr. med. E.-G. Loch, Bad Nauheim Programmübersicht: (siehe HÄBl 06/09)
Teilnahmebeitrag: € 90 (Akademiemitgl. kostenfrei) Leitung: Prof. Dr. med. W. Faßbinder, Fulda
Tagungsort: Bad Nauheim, Teilnahmebeitrag insg.: € 495 (Akademiemitgl. und Mitgl. des
FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7 BDI und der DGIM € 445)
Auskunft und Anmeldung: Frau M. Turano, Akademie, Einzelbuchung pro Tag: € 150 (Akademiemitgl. und Mitgl. des
Tel.: 06032 782-213, Fax: -220, E-Mail: melanie.turano@laekh.de BDI und der DGIM € 135)
Tagungsort: Bad Nauheim,
FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7
Fachgebiet Innere Medizin
Auskunft und Anmeldung: Frau A. Zinkl, Akademie,
Gastroenterologisches Fallseminar
Tel.: 06032 782-227, Fax: -229 E-Mail: adelheid.zinkl@laekh.de
In Zusammenarbeit mit der Rhein-Main Arbeitsgemeinschaft für
Gastroenterologie.
Mittwoch, 07. Okt. 2009, 17:30 – 20:00 Uhr 3P Patientenaufklärung
Leitung: Prof. Dr. med. S. Zeuzem, Frankfurt a. M.
Das Aufklärungsgespräch:  
Fallstricke und ihre zeitsparende Vermeidung
Teilnahmebeitrag: kostenfrei
Tagungsort: Frankfurt am Main, Universitätsklinikum Das Aufklärungsgespräch ist in allen Bereichen der Medizin von
Auskunft und Anmeldung: Frau A. Zinkl, Akademie, zentraler Bedeutung und Mängel sind der häufigste Anlass für
Tel.: 06032 782-227, Fax: -229, E-Mail: adelheid.zinkl@laekh.de Patientenklagen.
Die Veranstaltung bietet hier praxisnahe Hilfestellung mit inten-
Indikation für Blutkomponenten und siver Kleingruppenarbeit und praktischen Übungen.
Gerinnungspräparaten auf Basis der Samstag, 12. Dez. 2009, 09:00 – 15:30 Uhr 9P
neuen Querschnitts-Leitlinien der BÄK Leitung: Prof. Dr. med. E. Baum, Marburg
Teilnahmebeitrag: € 90 (Akademiemitgl. kostenfrei)
In Zusammenarbeit mit der Akademie für Ärztliche Fortbildung in
Tagungsort: Bad Nauheim,
Rheinland-Pfalz.
Themen: Therapieleitlinien der BÄK – Entwicklung und Bedeu- FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7
tung; Indikationen für Blutkomponenten; Indikationen für Gerin- Auskunft und Anmeldung: Frau E. Hiltscher, Akademie,
nungspräparate. siehe Seite 518 Tel.: 06032 782-211, Fax: -229, E-Mail: edda.hiltscher@laekh.de
Donnerstag, 19. Nov. 2009, 14:00 Uhr – 18:00 Uhr 5P
Leitung: Prof. Dr. med. V. Kretschmer, Rostock Hautkrebs-Screening
Teilnahmebeitrag: € 50 (Akademiemitgl. kostenfrei)
Tagungsort: Bad Nauheim, Termine für 2010 in Planung!
FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7 FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7
Auskunft und Anmeldung: Frau H. Cichon, Akademie, Auskunft und Anmeldung: Frau C. Cordes, Akademie,
Tel.: 06032 782-209, Fax: -229, E-Mail: heike.cichon@laekh.de Tel.: 06032 782-287, Fax: -228, E-Mail: claudia.cordes@laekh.de

534
Akademie für Ärztliche Fortbildung und Weiterbildung

II. Kurse zur Fort- und Weiterbildung

Grundausbildung Zusatzbezeichnung Akupunktur Arbeits- und Betriebsmedizin (360 Std.)


(200 Stunden)
Grundkurs A2 Samstag, 12. Sep. – Samstag, 19. Sep. 2009 60 P
In Zusammenarbeit mit der Deutschen Ärztegesellschaft für Aku- Aufbaukurs B2 Samstag, 31. Okt. – Samstag, 07. Nov. 2009 60 P
punktur e.V. / DÄGfA gemäß Curriculum der BÄK. Aufbaukurs C2 Samstag, 28. Nov. – Samstag, 05. Dez. 2009 60 P
Teilnahmebeitrag pro Kursteil: € 490 (Akademiemitgl. € 441)
I. Teil Theorie (120 Stunden) Leitung: Prof. Dr. med. H.-J. Woitowitz, Dr. med. D. Kobosil
Freitag, 28. Aug. – Sonntag, 30. Aug. 2009 G1-G3 Tagungsort: Bad Nauheim,
Freitag, 11. Sep. – Sonntag, 13. Sep. 2009 G1P-G3P FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7
Freitag, 02. Okt. – Sonntag, 04. Okt. 2009 G4-G6 Auskunft und Anmeldung: Frau L. Stieler, Akademie,
Freitag, 13. Nov. – Sonntag, 15. Nov. 2009 G7-G9 Tel.: 06032 782-283, Fax: -229, E-Mail: luise.stieler@laekh.de
Freitag, 04. Dez. – Samstag, 05. Dez. 2009 G10-G11 Termine 2010
Samstag, 12. Dez. 2009 G12 Grundkurs A1 Samstag, 23. Jan. – Samstag, 30. Jan. 2010
Aufbaukurs B1 Samstag, 27. Feb. – Samstag, 06. März 2010
II. Teil Praktische Akupunkturbehandlungen /  Aufbaukurs C1 Samstag, 17. Apr. – Samstag, 24. April 2010
Fallseminare (80 Stunden) Grundkurs A2 Samstag, 11. Sep. – Samstag, 18. Sep. 2010
Aufbaukurs B2 Samstag, 30. Okt. – Samstag, 06. Nov. 2010
Samstag, 12. Sep. 2009 G13 Sonntag, 13. Sep. 2009 G14 Aufbaukurs C2 Samstag, 27. Nov. – Samstag, 04. Dez. 2010
Samstag, 03. Okt. 2009 G1 Sonntag, 04. Okt. 2009 G16
Samstag, 14. Nov. 2009 G17 Samstag, 21. Nov. 2009 G18
(Weitere Termine siehe HÄBl 06/09) Hämotherapie
Leitung: Dr. med. W. Marić-Oehler, Bad Homburg
Teilnahmebeitrag: auf Anfrage Transfusionsverantwortlicher/-beauftragter (16 Std.)
Tagungsort: Bad Nauheim, Freitag, 20. Nov. – Samstag, 21. Nov. 2009 16 P
FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7 Teilnahmebeitrag: € 340 (Akademiemitgl. € 306)
Auskunft und Anmeldung: Frau M. Turano, Akademie, Durchführung und Auswertung von internen Audits
Tel.: 06032 782-213, Fax: -220, E-Mail: melanie.turano@laekh.de (Beispiel Transfusionsmedizin)
oder Frau A. Bauß, Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur e.V.
In Zusammenarbeit mit der Akademie für Ärztliche Fortbildung in
Tel.: 089 71005-13, Fax: -25, E-Mail: bauss@daegfa.de
Rheinland-Pfalz.
Mittwoch, 09. Sep. 2009, 09:00 – 17:00 Uhr 11 P
Kurs-Weiterbildung Allgemeinmedizin Freitag, 06. Nov. 2009, 09:00 – 17:00 Uhr 11 P
Leitung: Dr. Dipl.-Psych. Christine Kuch, Köln
Die Kurse können in beliebiger Reihenfolge absolviert werden. Teilnahmebeitrag: € 180 (Akademiemitgl. € 162)
Weiterbildungsordnung ab 01. Nov. 2005 Max. Teilnehmerzahl: 10 Personen siehe Seite 518
Kurs B 11./12. Sep. 2009 20 Std. 20 P Tagungsort: Bad Nauheim, FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7
Psychosomatische Grundversorgung – Vermittlung und Einübung Auskunft und Anmeldung: Frau H. Cichon, Akademie,
verb. Interventionstechniken Tel.: 06032 782-209, Fax: -229, E-Mail: heike.cichon@laekh.de
Weiterbildungsordnung ab 1999
Block 17 Psychosomatische Grundversorgung – Vermittlung
und Einübung verbaler Interventionstechniken Interkulturelle Kompetenz für Heil- und Gesundheitsberufe
Kurs B wird anerkannt
Teilnahmebeitrag: 6 Std. € 50, 8 Std. € 60, 20 Std. € 155 Termine: in Planung für das I. Halbjahr 2010
Tagungsort: Bad Nauheim, Leitung: Dr. med. U. Schreiber-Popović
FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7 Dipl.- Psych. U. Cramer-Düncher
Auskunft und Anmeldung: Frau R. Heßler, Akademie, Auskunft und Anmeldung: Frau H. Cichon, Akademie,
Tel.: 06032 782-203, Fax: -229, E-Mail: renate.hessler@laekh.de Tel.: 06032 782-209, Fax: -229, E-Mail: heike.cichon@laekh.de

Arbeitsmedizinische Gehörvorsorge – G 20 –   Palliativmedizin


Lärm als Blended-Learning-Veranstaltung
(Kombination aus E-Learning und Präsenzlernen) Fallseminar Modul III
09. – 13. Nov. 2009 € 700 (Akademiemitgl. € 630) 40 P
Achtung Terminänderung! Basiskurs 01. – 05. Dez. 2009 € 600 (Akademiemitgl. € 540) 40 P
Telelernphase: 08. Okt. 2009 – 04. Dez. 2009 insg. 30 P Tagungsort: Bad Nauheim, FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7
Präsenzphase: 05. – 06. Dez. 2009 Aufbaukurs Modul I 18. – 22. Nov. 2009 40 P
mit abschließender Lernerfolgskontrolle – in Zusammenarbeit mit A.N.R. Lahn-Dill-Kreis e. V.
Leitung: Dr. med. D. Kobosil / R. Demare, Bad Nauheim Tagungsort: Wetzlar,
Teilnahmebeitrag: € 220 (Akademiemitgl. € 198) Hospiz- u. Palliativakademie Mittelhessen, Charlotte-Bamberg-Str. 14
Auskunft und Anmeldung: Frau L. Stieler, Akademie, Auskunft und Anmeldung: Frau V. Wolfinger, Akademie,
Tel: 06032 782-283, Fax: -229, E-Mail: luise.stieler@laekh.de Tel.: 06032 782-202, Fax: -229, E-Mail: veronika.wolfinger@laekh.de

535
Akademie für Ärztliche Fortbildung und Weiterbildung

Ärztliches Qualitätsmanagement Notfallmedizinische Fortbildung


Termine 2009: Seminar Ärztlicher Bereitschaftsdienst ÄBD
Block III 07. Sep. – 12. Sep. 2009 € 1.100 (Akademiemitgl. € 990) 48 P Freitag, 02. Okt. – Sonntag, 04. Okt. 2009
Block IV 16. Nov. – 21. Nov. 2009 € 1.100 (Akademiemitgl. € 990) 48 P Leitung: Dr. med. A. Dorsch, Haimhausen
Tagungsort: Bad Nauheim, FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7
Auskunft und Anmeldung: Frau H. Cichon, Akademie, M. Leimbeck, Braunfels
Tel.: 06032 782 -209, Fax: -229, E-Mail: heike.cichon@laekh.de Teilnahmebeitrag: € 400 (Akademiemitgl € 360)
Kurse für 2010 in Planung Tagungsort: Bad Nauheim,
FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7
WH-Seminar Leitender Notarzt
Didaktik Samstag, 31. Okt. 2009 Kassel
Moderatorentraining 20 P Seminar Leitender Notarzt
In Zusammenarbeit mit der Münsterfeld-Akademie. Samstag, 21. Nov. – Dienstag, 24. Nov. 2009 Kassel
Seminarziel: Vermittlung kollegialer Moderationstechniken für
Qualitätszirkel, incl. der Vermittlung von entsprechenden Metho- Notfallmedizinisches Intensivtraining
den und Techniken. in der niedergelassenen Praxis
Freitag 06. – Samstag 07. Nov. 2009 Samstag, 16. Jan. 2010 10 P
Leitung: Dr. med. W. Zeckey, Fulda Leitung: Dr. med. A. Dorsch, Haimhausen
Teilnahmebeitrag: € 280 (Akademiemitgl. € 252) Tagungsort: Bad Nauheim,
Tagungsort: Fulda FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7
Auskunft und Anmeldung: Frau U. Dauth, Akademie Auskunft und Anmeldung: Frau V. Wolfinger, Akademie,
Tel.: 06032 782-238, Fax: -229, E-Mail: ursula.dauth@laekh.de
Tel.: 06032 782-202, Fax: -229, E-Mail: veronika.wolfinger@laekh.de
Marburger Kompaktkurs
Grundlagen der medizinischen Begutachtung (40 Std.) „Zusatzbezeichnung Notfallmedizin“
Termine für 2010 in Planung! Kursteile A – D gem. den Richtlinien der BÄK (80 Std.) 80 P
Leitung: Prof. Dr. med. H. Bratzke, Frankfurt a. M. In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Notfallmedizin des
Tagungsort: Bad Nauheim, Uniklinikums Gießen/Marburg.
FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7 Freitag, 02. Okt. – Samstag, 10. Okt. 2009
Auskunft und Anmeldung: Frau L. Stieler, Akademie, Leitung: Dr. med. C. Kill, Marburg
Tel.: 06032 782-283, Fax: -229, E-Mail: luise.stieler@laekh.de Tagungsort: Marburg,
Klinikum Lahnberge, Baldingerstr.
Impfkurs Teilnahmebeitrag: € 550 (Akademiemitgl. € 495) excl. Verpflegung
Auskunft und Anmeldung: Zentrum für Notfallmedizin,
Programm siehe HÄBl 07/2009 Baldingerstraße, 35033 Marburg, Tel.: 06421 586-5980, Fax: -6996,
Samstag, 10. Okt. 2009, 09:00 – 17:30 Uhr 11 P E-Mail: sek1anae@med.uni-marburg.de
Leitung: Dr. med. H. Meireis, Wiesbaden
Teilnahmebeitrag: € 160 (Akademiemitgl. € 144)
Tagungsort: Bad Nauheim, Medizinische Rehabilitation 16-Stunden-Kurs nach der
FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7 neuen Reha-Richtlinie (§ 135 Abs. 2 SGB V)
Auskunft und Anmeldung: Frau E. Hiltscher, Akademie,
Tel.: 06032 782-211, Fax: -229, E-Mail: edda.hiltscher@laekh.de Samstag, 12. Sep. 2009, 09:00 – 17:00 Uhr 21 P
Leitung: Prof. Dr. med. T. Wendt, Bad Nauheim
Teilnahmebeitrag: € 180 (Akademiemitgl. € 162)
Ernährungsmedizin (100 Std.) insg. 100 P
Tagungsort: Bad Nauheim,
(Kurs gemäß Curriculum der Bundesärztekammer) Rehazentrum der DRV-Bund, Klinik Wetterau, Zanderstraße 30-32
Teil I 22./23. Jan. 2010 Teil IV 16./17. Apr. 04.2010 Auskunft und Anmeldung: Frau R. Heßler, Akademie,
Teil II 19./20. Feb. 2010 Teil V 07./08. Mai 2010 Tel.: 06032 782-203, Fax: -229, E-Mail: renate.hessler@laekh.de
Teil III 19./20. März 2010
Hospitation 09./11. und 12. Juni 2010
Klausur am 30. Juni 2010 Prüfarzt in klinischen Studien 18 P
Leitung: Prof. Dr. med. Michael Krawinkel, Gießen
Prof. Dr. med. Dr. oec. troph. Jürgen Stein, Frankfurt a. M. Freitag, 28. und Samstag, 29. Mai 2010
Teilnahmebeitrag: auf Anfrage Leitung: Prof. Dr. med. S. Harder, Frankfurt a. M.
Tagungsorte: Teil I bis V Bad Nauheim, Teilnahmebeitrag: auf Anfrage
FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7
Tagungsort: Bad Nauheim,
Hospitation: Frankfurt a. M. und Gießen
Universitätskliniken FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7
Auskunft und Anmeldung: Frau A. Zinkl, Akademie, Auskunft und Anmeldung: Frau A. Zinkl, Akademie,
Tel.: 06032 782-227, Fax: -229, E-Mail: adelheid.zinkl@laekh.de Tel.: 06032 782-227, Fax: -229, E-Mail: adelheid.zinkl@laekh.de

536
Akademie für Ärztliche Fortbildung und Weiterbildung

Reisemedizinische Gesundheitsberatung – Basisseminar Psychiatrie / Gutachten


– Strukturierte curriculäre Fortbildung (32 Std.) 32 P Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen
in aufenthaltsrechtlichen Verfahren bei Erwachsenen
(Kurs gemäß Curriculum der Bundesärztekammer)
Freitag, 04. Sep. – Samstag, 05. Sep. 2009 und  Veranstaltung der LÄKH/Akademie in Zusammenarbeit mit der
Freitag, 02. Okt. – Samstag, 03. Okt. 2009 Lan­deskammer für Psychologische Psychotherapeutinnen und
Leitung: Dr. med. U. Klinsing, Frankfurt a. M. -therapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen
Teilnahmebeitrag: € 480 (Akademiemitgl. € 432) und -therapeuten Hessen.
Tagungsort: Bad Nauheim,
FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7, Diese Fortbildung für Fachärzte (Psychiatrie/ Psychiatrie u. Psy-
Auskunft und Anmeldung: Frau R. Heßler, Akademie, chotherapie, Psychotherapeutische/Psychosomatische Medizin,
Tel.: 06032 782-203, Fax: -229, E-Mail: renate.hessler@laekh.de Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychotherapie, Nervenheilkunde,
Ärztliche Psychotherapeuten) und Psychologische Psychothera-
peuten dient der Qualifikation zum Erstellen von Gutachten in
Sozialmedizin (insg. 320 Std.) auf­enthaltsrechtlichen Verfahren. Nach erfolgreicher Teilnahme
AK II Mittwoch, 28. Okt. – Freitag, 06. Nov. 2009 80 P an der Theorie und dem Erstellen von drei supervidierten Gutach­
Teilnahmebeitrag: pro Teil € 650 (Akademiemitgl. € 585) ten können die Teilnehmer in eine Liste von Fachgutachtern in
Tagungsort: Bad Nauheim, auf­enthaltsrechtlichen Verfahren zur Klärung der Frage nach psy-
FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7 chisch reaktiven Traumafolgen aufgenommen werden, welche
Auskunft und Anmeldung: Frau C. Cordes, Akademie, die LÄK z. B. Verwaltungsgerichten zur Verfügung stellt.
Tel.: 06032 782-287, Fax: -228, E-Mail: claudia.cordes@laekh.de Samstag/Sonntag, 07./08. November 2009 und
Termine 2010: Samstag/Sonntag, im Februar 2010 geplant
GK I Mittwoch, 14. Apr. – Freitag, 23. Apr. 2010 80 P
GK II Mittwoch, 29. Sep. – Freitag, 08. Okt. 2010 80 P Leitung: Z̆. C̆unović, Dr. med. B. Wolff, Frankfurt a.M.
Teilnahmebeitrag: € 500 (Akademiemitglieder € 450)
Tagungsort: Bad Nauheim,
Psychosomatische Grundversorgung (EBM 35100/35110) FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7
Auskunft: Z̆. C̆unović, Tel.: 069 7167-8776
15. Curriculum Psychosomatische Grundversorgung
Dr. med. B: Wolff, Tel.: 069 78995335
04. Sep. –06. Sep. 2009 (Freitag 16:00 – Sonntag 13:00 Uhr)
A. Magen–Darm–Erkrankungen; Suchtkrankheit im engeren und Anmeldung: Frau U. Dauth, Akademie,
weiteren Sinne; Verläufe, Balintgruppenarbeit. Tel.: 06032 782-238, Fax: -229, E-Mail: ursula.dauth@laekh.de
B. Die psychosomatische Bedeutung von besonderen Entwicklungs­
abschnitten; hiermit zusammenhängende Lebensereignisse
und Umgang damit: Schwangerschaft, Geburt, Schule, Partner­ Spezielle Schmerztherapie
schaft, Trennung, Tod und Sinnkrisen. Spezielle Interventions-
formen im Falle von Suchterkrankung. (Kurs gemäß Curriculum der Bundesärztekammer)
Weiterer Termin 2009: 20. – 22. Nov. Block C 19./20. Sep. 2009 Wiesbaden 20 P
Leitung: Prof. Dr. med. W. Schüffel, Marburg Schmerzen bei vaskulären Erkrankungen; Schmerzen bei viszera­
Dr. med. W. Merkle, Frankfurt a. M. len Erkrankungen; Tumorschmerz; Schmerzen im Alter; Schmer-
Tagungsort: Bad Nauheim, zen bei Kindern und Jugendlichen.
FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7 Leitung: Dr. med. U. Nickel, Wiesbaden
Teilnahmebeitrag: Block (20h) € 320 (Akademiemitgl. € 288)
Block B 31.Okt./01. Nov. 2009 Kassel 20 P
Konferenz Psychosomatische Grundversorgung Neuropathische Schmerzen; Kopfschmerzen
für Absolventen der Grundveranstaltung
Leitung: Prof. Dr. med. M. Tryba/Dr. med. M. Gehling, Kassel
Samstag, 31. Okt. 2009
Teilnahmebeitrag pro Teil: € 240 (Akademiemitgl. € 216)
Leitung: Prof. Dr. med. W. Schüffel, Marburg
Dr. med. W. Merkle, Frankfurt a. M. Auskunft und Anmeldung: Frau A. Zinkl, Akademie,
Tagungsort: Frankfurt a. M., Tel.: 06032 782-227, Fax: -229, E-Mail: adelheid.zinkl@laekh.de
Hospital zum Heiligen Geist GmbH, Lange Str. 4-6
Teilnahmebeitrag: € 160 (Akademiemitgl. € 144)
Auskunft und Anmeldung Frau U. Dauth, Akademie, Curriculum „Qualifikation Tabakentwöhnung“
Tel.: 06032 782-238, Fax: -229, E-Mail: ursula.dauth@laekh.de als Blended-Learning-Veranstaltung
(Kombination aus E-Learning und Präsenzlernen)
32. Bad Nauheimer Psychotherapie-Tage 2009
Einführungsseminar: 02. Okt. 2009
Theorie und Praxis: (s. HÄBl 02/09) Telelernphase: 02. Okt. – 13. Nov. 2009
Block 3: Freitag, 04. Sep. – Sonntag, 06. Sep. 2009 Präsenzphase: 14. Nov. 2009
Block 4: Sonntag, 11. Okt. 2009 mit abschließender Lernerfolgskontrolle.
Leitung: Prof. h.c. Dr. med. Nossrat Peseschkian, Wiesbaden Leitung: Dr. phil. nat. W. Köhler, Frankfurt a. M.
Tagungsort und Anmeldung: Wiesbaden, Internat. Akademie für Po­ Teilnahmebeitrag inkl. Verpflegung: € 200 (Akademiemitgl. € 180)
sitive und Transkulturelle Psychotherapie, Kaiser-Friedrich-Residenz, Auskunft und Anmeldung: Frau K. Baumann, Akademie,
Langgasse 38-40, Tel.: 0611 3411-675 und -674, Fax: 0611 3411-676 Tel: 06032 782-281, Fax: -220, E-Mail: katja.baumann@laekh.de

537
Akademie für Ärztliche Fortbildung und Weiterbildung

Fachkunde im Strahlenschutz für Ärzte gem. RöV Suchtmedizinische Grundversorgung (50 Std.)
Spezialkurs Computertomografie In Kooperation mit der Akademie für Ärztliche Fortbildung in
Samstag, 31. Okt. 2009, vormittags 5P Rheinland-Pfalz.
Spezialkurs Interventionsradiologie Die Module sind inhaltlich so konzipiert, dass z.B. Modul I in Hessen
Samstag, 31. Okt. 2009, nachmittags 6P Modul I in Rheinland-Pfalz entspricht.
Die Computertomografie und die Interventionsradiologie sind nicht Herbst 2009 Rheinland-Pfalz
nur ein wichtiger Bestandteil des Gebietes Radiologie, sondern Modul I Freitag, 25. Sep. – Samstag, 26. Sep. 2009 in Ffm.
sie bereichern die diagnostischen Möglichkeiten anderer klinischer Modul II Freitag, 30. Okt. – Samstag, 31. Okt. 2009 in Landau
Disziplinen, z.B. die HNO, Neurologie, Innere Medizin u.a.m. in Modul III / IV Freitag, 11. Dez. – 12. Dez. 2009 in Lustadt
der CT sowie z.B. die Kardiologie, Angiologie, Neurologie/Neuro- Modul V Freitag, 18. Dez. – Samstag, 19. Dez. 2009 in Lustadt
chirurgie u.a.m. in der Interventionsradiologie. Teilnahmebeitrag pro Wochenende: € 165 (pro Kurs € 660)
Mit dem „Spezialkurs Computertomografie“ oder dem „Spezial- Auskunft: Frau B. Kröhler, Deutschhausplatz 3, 55116 Mainz,
kurs Interventionsradiologie“ können klinisch tätige Ärztinnen u. Tel.: 06131 28438-15, Fax: -10, E-Mail: kroehler@arztkolleg.de
Ärzte, die nicht die Gebietsweiterbildung „Radiologie“ durchlaufen,
die Fachkunde CT oder die Fachkunde Interventionsradiologie im Ultraschallkurse
Strahlenschutz gem. RöV erwerben, um in ihrem speziellen Be-
reich die CT oder die Interventionsradiologie einzusetzen. Abdomen
Voraussetzung für den Erwerb der Fachkunde CT oder den Er- Leitung: Dr. med. J. Bönhof, Dr. med. W. Stelzel
werb der Fachkunde Interventionsradiologie ist die erfolgreiche Abschlusskurs – Samstag, 07. Nov. 2009 (Theorie) 29 P
Teilnahme am Spezialkurs Röntgendiagnostik sowie der Erwerb + 2 Termine Praktikum (jew. 5 Std.) € 230 (Akademiemitgl. € 207)
der entsprechenden Sachkunde. Gefäße
Teilnahmebeitrag: € 100 (Akademiemitgl. € 90) je Kurs Leitung: Prof. Dr. med. V. Hach-Wunderle, Dr. med. J. Bönhof
Spezialkurs für Röntgendiagnostiker Abschlusskurs (Periphere Gefäße) – 20 P
Samstag, 29. Aug. – Sonntag, 30. Aug. 2009 22 P Freitag, 20. – Samstag, 21. Nov. 2009 (Theorie + Praktikum)
+ 1 Nachmittag nach Wahl in der Folgewoche f. Praktikum u. Prüfung € 290 (Akademiemitgl. € 260)
im Uni-Klinikum Gießen Auskunft und Anmeldung: Frau M. Jost,
Teilnahmebeitrag: € 280 (Akademiemitgl. € 252) Tel.: 069 97672-552, Fax: -555, E-Mail: marianne.jost@laekh.de
Kenntniskurse
(theoretische u. praktische Unterweisung auch einzeln buchbar) Umweltmedizin
Samstag, 26. Sep. 2009 13 P
Teilnahmebeitrag: € 140 (Akademiemitgl. € 126) Neue Termine in Planung!
Theoretische Unterweisung, vormittags 6P Auskunft und Anmeldung: Frau C. Cordes, Akademie,
Teilnahmebeitrag: € 100 (Akademiemitgl. € 90) Tel. 06032 782-287, Fax: -228, E-Mail: claudia.cordes@laekh.de
Praktische Unterweisung, nachmittags 7P
Teilnahmebeitrag: € 50 (Akademiemitgl. € 45)
Teilnehmerzahl: max. 36 Verkehrsmedizinische Qualifikation
(Kurs gemäß Curriculum der Bundesärztekammer)
Aktualisierungskurs
Samstag, 14. Nov. 2009 9P Freitag, 25. Juni – Samstag, 26. Juni 2010 16 P
Teilnahmebeitrag: € 120 (Akademiemitgl. € 108) Leitung: Prof. Dr. med. H. Bratzke, Frankfurt a. M.
Leitung: Dr. med. S. Trittmacher, Frankfurt a. M. Teilnahmebeitrag: auf Anfrage
Tagungsort: Bad Nauheim, Tagungsort: Bad Nauheim,
FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7 FBZ der LÄK Hessen, Carl-Oelemann-Weg 5-7,
Auskunft und Anmeldung: Frau E. Hiltscher, Akademie, Auskunft und Anmeldung: Frau R. Heßler Akademie,
Tel.: 06032 782-211, Fax: -229, E-Mail: edda.hiltscher@laekh.de Tel.: 06032 782-203, Fax: -229, E-Mail: renate.hessler@laekh.de

ALLGEMEINE HINWEISE Übernachtungsmöglichkeit: Teilnehmer von Veranstaltungen unserer


Akademie können ein Sonderkontingent für Übernachtungen im Gäste­
haus in Anspruch nehmen. Für nähere Informationen wenden Sie sich
Programme: Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns kurzfristige bitte an: Mirjana Redzić, Gästehaus der Carl-Oelemann-Schule, Carl-Oele­
Änderungen vorbehalten müssen. mann-Weg 26, 61231 Bad Nauheim, Tel.: 06032 782-140, Fax: 06032
Anmeldung: Ihre unterschriebene Anmeldung gilt als verbindlich. Sie 782-250, E-Mail: mirjana.redzic@laekh.de
erhalten keine weitere Bestätigung. Wenn wir Veranstaltungen kurz- Freiwilliges Fortbildungszer­ti­fikat der Akademie: Das hessische Mit-
fristig absagen müssen, werden Sie von uns benachrichtigt. Bitte be- glied muss mindestens 250 Fort­bildungspunkte in 5 Jahren gemäß den
achten Sie etwaige Teilnahmevoraussetzungen! in der Akademie gültigen Krite­rien erwerben. Der Nachweis wird mit
Teilnahmebeitrag: gilt inkl. Seminarunterlagen und Pausenverpflegung dem 5 Jahre gültigen freiwilligen Fortbildungszertifikat der Akademie
(sofern nicht anders angegeben). und der Blauen Plakette bestätigt.
Akademie-Mitgliedschaft: Akademie-Mitglieder zahlen in der Regel er­ Die erworbenen Punkte zählen auch als Pflichtpunkte im Rahmen des
­mäßigte Teilnahmebeiträge für Akademieveranstaltungen und können Gesundheitsmodernisierungsgesetzes für die Kassenärztliche Vereini­
kostenfrei an ausgewählten Veranstaltungen teilnehmen. Für Studen- gung. Einen formlosen Antrag stellen Sie bitte bei der Akademie für
ten der Humanmedizin ist die Mitgliedschaft kostenfrei. Während der Ärzt­liche Fortbildung und Weiterbildung, Ingrid Krahe, Fax: 06032
Zeit der Weiterbildung beträgt der jährliche Beitrag e 45 danach e 90. 782-228, E-Mail: ingrid.krahe@laekh.de.
Weitere Informationen erhalten Sie von Cornelia Thriene, Tel.: 06032 Wir bitten um Ihr Verständnis, dass das Ausstellen einige Wochen in
782-204, E-Mail: cornelia.thriene@laekh.de. Anspruch nehmen kann.

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Fortbildung für Arzthelferinnen /Med. Fachangestellten Carl-Oelemann-Schule

Patientenbetreuung / Praxisorganisation Dezentrale Fortbildung in Kassel in Zusammenarbeit


mit dem Marienkrankenhaus Kassel
Kommunikation und Gesprächsführung (PAT 7) Die Veranstaltung findet im Marienkrankenhaus,
Inhalte: Techniken der Kommunikation anwenden, Gesprächsfüh­ Marburger Straße 85 in 34127 Kassel statt.
rung insbesondere mit spezifischen Patientengruppen und be- Termin: 06./07.11.2009 und 13./14.11.2009 und 21.11.2009
treuenden Personen beherrschen, Telefonkommunikation durch-
führen, Konfliktlösungsstrategien einsetzen, sich mit der Berufs- Teilnahmegebühr: € 410
rolle auseinandersetzen. Information: Monika Kinscher, Tel: 06032 782-187, Fax -180
Termin: Freitag, 04.09.2009, 10:00 - 17:30 Uhr (8 Stunden)
Einführung in die ärztliche Abrechnung (PAT 4) Ambulante Versorgung älterer Menschen
Inhalte: Kostenträger, Besonderheiten bei der Abrechnung mit
den „Sonstigen Kostenträgern“, Aufbau und Systematik des EBM, Krankheitsbilder und typische Fallkonstellationen (AVÄ1)
Allgemeine Bestimmungen, wann darf ich welche Ziffer abrechnen, Inhalte: Altersmedizinische Grundlagen kennen, demenzielles Syn­
Umgang mit der Praxisgebühr, Besprechung sonstiger aktueller drom beschreiben, Diabetes mit Folgekrankheiten erläutern, Krank­
Themen. heiten mit erhöhtem Sturzrisiko beschreiben, Dekubitusrisiko
Termin: einschätzen, Schwerstkranke und Palliativpatienten begleiten.
Stufe 1: Samstag, 31.10.2009, 10:00-16:30 Uhr Termin: Freitag, 18.09.2009
Stufe 2: Samstag, 07.11.2009, 09:30-17:30 Uhr (16 Stunden) Teilnahmegebühr: € 95
Teilnahmegebühr: € 185
Geriatrisches Basisassessment (AVÄ 2)
Wahrnehmung und Motivation (PAT 11) Inhalte: Verfahren zur Funktions- und Fähigkeitseinschätzung
Inhalte: Modelle der Selbst- und Fremdwahrnehmung verstehen, handhaben, Verfahren zur Beurteilung der Sturzgefahr anwen-
Motivation und Bedürfnisse einschätzen, Patienten und betreuende den, Verfahren zur Beurteilung der Hirnleistung anwenden, Ver-
Personen zur Mitwirkung motivieren, Besonderheiten spezi­fischer fahren zur Beurteilung von Nutrition und Kontinenz anwenden.
Patientengruppen berücksichtigen, soziales Umfeld einschätzen. Termin: Samstag, 19.09.2009, 09:30-15:00 Uhr
Termin: Samstag, 05.09.2009, 10:00-17:30 Uhr Teilnahmebeitrag: € 95
Teilnahmegebühr: € 95
Hausbesuche und Versorgungsplanung (AVÄ 3)
Information: Karin Jablotschkin, Tel: 06032 782-184, Fax -180 Inhalte: Rechtliche und medizinische Rahmenbedingungen von
Hausbesuchen beachten, häusliche Rahmenbedingungen ein-
schätzen und Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen, Hausbe-
Schwerpunkt Medizin suchstasche kontrollieren, Hausbesuchsprotokoll führen, Ver-
sorgungs- und sozialrechtliche Anträge begleiten.
Sonderkurs zur Fortgeltung der Fachkunde und Termin: Mittwoch, 23.09.2009, 15:00-18:30 Uhr
der erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz Teilnahmebeitrag: € 70
für medizinisches Assistenzpersonal
Aktualisierungskurs nach § 18a RöV (MED 11) Information: Karin Jablotschkin, Tel: 06032 782-184, Fax -180
Der vorliegende Sonderkurs richtet sich an alle Personen, die die
Frist bis zum 1. Juni 2007 zur Aktualisierung versäumt haben und
damit die Fachkunde oder die Kenntnisse im Strahlenschutz der- Ernährungsmedizin
zeit nicht mehr nachweisen können.
Termin: Freitag, 09. 10.2009 ab 9:00 Uhr bis Kooperation und Koordination (ERM 6)
Samstag, 10. 10. 2009, 16:15 Uhr (16 Stunden) Inhalte: Rolle und Funktion der MFA verstehen und im ernährungs-
Teilnahmegebühr: € 245 therapeutischen Team kooperieren, Qualitätsmanagement durch-
führen, Organisation/Dokumentation/Abrechnung durchführen.
Injektionen/Infusionen (MED 5) Termin: Mittwoch 26.08.2009, 10:00-16:00 Uhr (6 Std.)
Inhalte: Rechtliche Grundlagen, Grundlagen der Anatomie und Teilnahmegebühr: € 95
Physiologie, Grundlagen der Pharmakologie, Maßnahmen zur Vor­
bereitung und Durchführung einer Injektion, Maßnahmen und Vor­ Information: Elvira Keller, Tel: 06032 782-185, Fax -180
bereitung einer Infusion, Tuberkulin Hauttest, Praktische Übun­gen.
Die Veranstaltung wird unter ärztlicher Leitung durchgeführt.
Termin: Samstag, 05.09.2009, 10:00-16:30 Uhr Prävention im Kindes- und Jugendalter
Teilnahmegebühr: € 95
Entwicklung und Familie (PRK 1)
Information: Karin Jablotschkin, Tel: 06032 782-184, Fax -180 Inhalte: Entwicklungspsychologische Grundlagen von Kindheit
Aufbereitung von Medizinprodukten und Jugend kennen, systemische und dynamische Aspekte von
in der ärztlichen Praxis (MED 10) Familie erkennen.
Erwerb der Sachkenntnis gemäß § 4 Abs. 3 Termin: Samstag, 29.08.2009, 08:30-14:00 Uhr (6 Std.)
MPBetreibV für Arzthelfer/innen und Medizinische Fachangestellte Teilnahmegebühr: € 95
Inhalte: Mikrobiologie und Grundlagen der Epidemiologie, Infek- Primäre Prävention in Kindheit und Jugend (PRK 2)
tionsprophylaktische Maßnahmen zum Schutz des Patienten und Inhalte: Einschlägige Begriffe erläutern, Gesundheits- und Krank­
des Personals, Fehlerquellen und Probleme, Handhabung und Auf­ heitskonzepte von Kindern und Jugendlichen unterscheiden, prä-
bereitung von Medizinprodukten, Qualitätsmanagement, recht- ventive Maßnahmen durchführen.
liche Aspekte. Termin: Donnerstag, 10.09.2009 ab 13:30 Uhr bis
Termin: 11.09.2009 – 12.09.2009 und 17.09.2009 –19.09.2009 Samstag, 12.09.2009, 17:45 Uhr (26 Std.)
(30 Stunden) Teilnahmegebühr: € 350

539
Fortbildung für Arzthelferinnen /Med. Fachangestellten Carl-Oelemann-Schule

Sekundäre Prävention in Kindheit und Jugend (PRK 3) Neue Aufstiegsfortbildung zur


Inhalte: Bedeutung und Chancen von Früherkennungsuntersu- Fachwirt/in für ambulante medizinische Versorgung
chungen erläutern, bei präventiven Maßnahmen mitwirken
Termin: Freitag, 25.09.2009, 13:30-16:45 Uhr Die Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung erwirbt
Teilnahmegebühr: € 70 durch ihre Ausbildung die Kompetenzen, spezifische Fach- und
Führungsaufgaben im Team des niedergelassenen Arztes oder
Information: Elvira Keller, Tel: 06032 782-185, Fax -180
anderer ambulanter Einrichtungen der medizinischen Versorgung
zu übernehmen. Sie ist sowohl Fachkraft für administrative-ver-
waltungsbezogene Bereiche wie auch für medizinische Bereiche,
Schwerpunkt Onkologie und Palliativmedizin die sie im Rahmen der Delegation durch den verantwortlichen
Arzt bzw. der verantwortlichen Ärztin eigenständig durchführt.
Psychoonkologische Grundlagen (ONK 4)
Die Fortbildung umfasst insgesamt 420 Unterrichtsstunden und
Inhalte: Psychosoziale Auswirkungen von Krebserkrankungen
gliedert sich in einen Pflichtteil von 300 Unterrichtsstunden und
reflektieren, Nachsorge/Rehamaßnahmen begleiten
in einen medizinischen Wahlteil von 120 Unterrichtsstunden.
Termin: Donnerstag, 27.08.2009 ab 13:30 bis
Freitag, 28.08.2009, 13:30 Uhr (9 Std.) Der Pflichtteil besteht aus folgenden 8 Modulen:
Teilnahmegebühr: € 95 • Lern- und Arbeitsmethodik
• Durchführung der Ausbildung
Palliativmedizinische Zusammenarbeit und Koordination (PAL 4)
• Betriebswirtschaftliche Praxisführung
Inhalte: Öffentlich und privatwirtschaftlich finanzierte sowie ehren­
• Risikopatienten und Notfallmanagement
amtliche Institutionen kennen, Aufgaben- und Tätigkeitsbereich
• Patientenbetreuung und Teamführung
der Seelsorge, Pflegealternativen, Verordnungsformulare von
• Qualitätsmanagement
Heil- und Hilfsmitteln, Kostenträger, Dokumentation, Verwaltung,
• Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien
Abrechnung, Rechtsgrundlagen, Ethische Aspekte.
• Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Termin: Mittwoch, 02.09.2009 ab 10:00 Uhr bis
Freitag, 04.09.2009, 12:30 Uhr (20 Std.) Beginn Pflichtteil: ab 27.08.2009
Teilnahmegebühr: € 255 Teilnahmegebühr Pflichtteil: € 1.480
Prüfungsgebühren: € 150
Information: Elvira Keller, Tel: 06032 782-185, Fax -180
Information: Monika Kinscher, Tel: 06032 782-187, Fax -180

Betriebsmedizinische Assistenz
Herz-Kreislauf und Ergometrie in der Arbeitsmedizin (BET 4)
Inhalte: Berufsgenossenschaftliche und staatliche Rechtsvorschrif­
ten, berufsgenossenschaftliche Grundsätze anwenden, Abrech-
nung, physikalische Grundlagen kennen und überwachen, leis-
tungsphysiologische Grundbegriffe erklären, praktische Übungen.
Termin: Fr/Sa, 04.09./ 05.09.2009 (10 Stunden)
Teilnahmegebühr: € 150
Refresher-Workshop für die „Betriebsmedizinische Assistenz“:
Aktuelles in der Arbeits- und Betriebsmedizin
Ziel der Veranstaltung ist, die in den letzten zwei Jahren erfolgten
Änderungen im Verordnungsbereich und deren Auswirkungen im
praxisbezogenen Handlungsfeld vorzustellen. ALLGEMEINE HINWEISE
Termin: Mittwoch, 30.09.2009, 10:00-17:00 Uhr
Teilnahmegebühr: € 95 Anmeldung: bitte melden Sie sich schriftlich oder per Fax zu den Ver-
anstaltungen an. Eine Bestätigung der Anmeldung erfolgt schriftlich.
Information: Elvira Keller, Tel: 06032 782-185, Fax -180 Carl-Oelemann-Schule, Carl-Oelemann-Weg 5, 61231 Bad Nauheim,
Tel.: 06032 782-0, Fax: 06032 782-180
Homepage: www.carl-oelemann-schule.de
Klinikassistenz (120 Stunden) Veranstaltungsort: soweit nicht anders angegeben, finden die Ver-
anstaltungen im Fortbildungszentrum der Landesärztekammer Hes-
Inhalte: DRG Kodierung, Grundlagen krankenhausrelevanter Ge- sen, 61231 Bad Nauheim, Carl-Oelemann-Weg 5, statt.
setzgebung, Aufbau- und Ablauforganisation im Krankenhaus,
Dokumentation und Verwaltung von Patientenakten, EDV, For- Übernachtungsmöglichkeit: Mit Eröffnung des Gästehauses der LÄKH
kön­nen wir nun Übernachtungsmöglichkeiten direkt im Fortbildungs-
mular- und Abrechnungswesen, Gesprächsführung, Praktikum. zentrum bieten. Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Termin: auf Anfrage Frau Mirjana Redzi c,
´ Gästehaus der Carl-Oelemann-Schule,
Teilnahmegebühr: € 1.190 inkl. Kolloquium Carl-Oelemann-Weg 26, 61231 Bad Nauheim, Tel. 06032 782-140,
Information: Monika Kinscher, Tel: 06032 782-187, Fax -180 Fax: 06032 782-250, E-Mail: gaestehaus@fbz-hessen.de

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8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Mit meinen Augen

Der Wahlkampf köchelt


noch auf sommerlicher Sparflamme... Siegmund Kalinski
Seit dem 12. Juli haben die Ministerien in abschließen sollen, in erster Linie mit dem „National Institute of
Berlin für runde sechs Wochen ihre Pforten Hausärzteverband. Doch nur wenige Kran- Health Policy“, die Zen­
geschlossen, fast alle sind in Urlaub. Alles, kenkassen sind dem Gesetz gefolgt, fast trale des ANR und war
was noch anstand, wurde noch vor der alle scheinen bei ihrer Verzögerungstaktik begeistert von diesem
Som­mer­pause durchgepaukt. Jetzt köchelt bleiben zu wollen. Die Hausärzte konter- System. Er nannte es
der Wahlkampf nur auf sommer­licher Spar­ ten mit Anträgen zur Vorladung zu Schieds­ „welt­weit einzigartig“ und
flamme lokal weiter. Doch lassen wir uns verfahren, was keine Bagatelle ist, schon bezeichnete es als ein
nicht einlullen: Die letzte Augustdekade allein, wenn man den zeitlichen Aufwand „geniales Modell“ für die
wird völlig anders sein, dann werden die betrachtet, sprach man doch von über USA.
Kessel unter Dampf gesetzt, die heiße tausend Verfahren. Hecken hat daher
Pha­s e des Bundestagswahlkampfs be- auch sofort nach Ablauf der vom Gesetz- Geldverschwendung
ginnt. geber gestellten Frist reagiert: „Um die auf breiter Linie
hausarztzentrierte Versorgung jetzt mög- Für den ANR haben die Krankenkassen kein
Gerüchte um das lichst bald auf den Weg zu bringen, halte Geld – für anderes scheint es im Überfluss
Gesundheitsministerium ich es für unerlässlich, die Schiedsverfah- da zu sein. Allein ihre Werbeausgaben
Kaum hat Ulla Schmidt ihren 60. Geburts- ren zu bündeln, indem nur wenige Schieds­ steigerte die BEK im ersten Halbjahr 2009
tag gefeiert, da machte eine Nachricht die personen eingesetzt werden.“ um 83 Prozent im Vergleich zum Vorjah-
Runde, die für sie wie eine kalte Dusche reshalbjahr, auf 3,96 Millionen Euro. Bei
gewirkt haben musste. Der „Stern“ mel- Für den ANR haben die der KKH-Allianz war es sogar eine Verviel-
dete in seiner Ausgabe vom 2. Juli 2009 Krankenkassen kein Geld fachung von 293.000 Euro auf 2,44 Mil­lio­
und bezog sich dabei auf Regierungskreise, Für vieles haben die GKV-Kassen anschei- nen. Genauso viel gab die DAK im ersten
dass Josef Hecken (CDU), Chef des Bun- nend genug Geld – nicht jedoch für den Halbjahr 2009 für diesen Etat aus – wobei
desversicherungsamts (BVA), Gesundheits­ ANR, den „Arzt-Notruf für die Region“. An- das geradezu moderat erscheint im Ver-
minister werden solle, falls die schwarz- statt ihn wie bisher mit 650.000 Euro jähr- gleich zu den gigantischen 9,44 Millionen
gelbe Koalition als Sieger aus den Bun- lich zu unterstützen, sind die Krankenkas- Euro der AOK (Quelle: „Berliner Zeitung“).
destagswahlen hervorgehen würde. sen im nächsten Jahr nur noch bereit,
250.000 Euro zu zahlen. Das allerdings Vertreter der CDU und SPD
Hecken (49) war von Oktober 2004 bis April würde hinten und vorn nicht reichen, und blamieren sich beim
2008 saarländischer Minister für Justiz, somit wird der Notruf am 1. Januar 2010 Hessischen Hausärztetag
Gesundheit und Soziales, wobei er zum abgeschaltet. Und das, obwohl laut Gut- Der 7. Hessische Hausärztetag am 27. Juni
Schluss auch noch das Ressort Arbeit achten die flächendeckende Einführung 2009 fand in Frankfurt statt und war eine
übernommen hatte. Im April 2008 wech- des ANR-Systems in Deutschland dem Ge- runde Sache. Doch nein – nicht alles war
selte er völlig überraschend als Chef des sundheitssystem jährlich mehrere Millio- rund! Voller Erwartung hatten die Medizi-
Bundesversicherungsamts nach Bonn, wo nen Euro einsparen könnte. Zwar versucht ner der politischen Diskussion mit Vertre-
er die Aufsicht über alle gesetzlichen der hessische Gesundheitsminister Jürgen tern der Parteien entgegengefiebert. Doch
Kran­ken-, Pflege-, Renten- und Unfallver- Banzer noch, den ANR am Leben zu erhal­ selten haben sich Politiker so unvorberei-
sicherungskassen hat. ten, aber die Krankenkassen haben nun tet, so ignorant und unfähig präsentiert,
einmal auf stur geschaltet. Und das soll wie die zwei Repräsentanten der beiden
Schiedsverfahren zum Werbung für die GKV-Krankenkassen so genannten großen Volksparteien. Kein
Abschluss von Verträgen sein? Wunder, dass dem Hausärztechef Ulrich
nach § 73b werden gebündelt Diese Entscheidung ist umso unverständ- Weigeldt irgendwann der Kragen platzte:
Dass Hecken ein Mann der Tat ist, hat er licher, als dieses Arzt-Notruf-System von „Ich finde die Debatte unerträglich. Für die
dann rasch bewiesen. Bis zum 30. Juni anderen sehr gelobt wurde. So besuchte Hausärzte geht es um ihre Existenz, und
2009 hatten die gesetzlichen Krankenkas- unlängst Präsident Obamas Berater für Sie verlieren sich hier in semantischen Be-
sen gemäß § 73 b SGB V die Verträge zur Gesundheitspolitische Fragen, US-Senator trachtungen über den Freiheitsbegriff.“
Sicherung der hausärztlichen Versorgung David Durenberger, der Vorsitzende des So vergibt die Politik ihre Chancen.
541
8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Satire

Lasst die Außerirdischen kommen! Klaus Britting

In der Wissenschaftssendung eines Privat­ Haben Sie noch nichts von papierloser Air wenn die Parteien in einer Regierungsko-
senders, in der es um Weltraumforschung Communication gehört?“ Sie überlegen, alition ständig mehr Geld ausgeben als
ging, behauptete kürzlich ein US-Forscher rot werdend, ob Sie etwas versäumt ha- sie haben, weil sie Wähler fangen wollen.
mit großer Sicherheit, dass man zwischen ben. Der Junge macht mit seinen eigenar- Nicht auszudenken. Lasst die Außerirdi-
2020 und 2025 auf Sterne mit Außerirdi- tigen Gliedmaßen Kreise in die Luft, deu- schen kommen – sofort!
schen treffen werde. Denn in den USA wer­ tet dann mit dem Zeigefinger auf eine
den jetzt gleich mehrere hundert große nicht sichtbare Stelle und sagt streng: Anschrift des Verfassers
Weltraumteleskope installiert, die am Fir- „Hier, sehen Sie? Sie haben letzten Monat Klaus Britting
mament automatisch Millionen von Ster- allein 28 Stunden und 14 Minuten damit Mölken 41
nen absuchen. Und da wäre es geradezu verbracht, auf diese komischen Karten zu 24866 Busdorf
ein Wunder, träfe man nicht auf bisher un- kritzeln. In dieser Zeit hätten Sie täglich Telefon 04621 489555
bekannte Lebewesen. Um der Prognose auf dem Pluto in unserem Hotel die Mittag­
noch mehr Nachdruck zu verleihen, sah man essen herrichten, Schwimmbecken auffül-
den englischen Physiker Stephen Haw­king len und Sand für die neuen Dünen saugen Humoristisches
im Rollstuhl, wie er uns durch sein Sprech- können. Unsere Weltraumsonde bis dahin
gerät prophezeite, dass das eine Kata­ braucht nur zwölf Minuten. Und diese Tas-
strophe für uns sein könnte. Warum? Weil taturen mit den Bildschirmen, die Sie hier
sich wahrscheinlich herausstellen würde, haben, hatten wir schon im letzten Licht-
Der Heuschreck
dass diese Außerirdischen mehr Intelligenz jahr abgeschafft. Wo leben Sie denn?“ Sie Wer ihn nur einmal hörte,
besitzen als wir. Und die Geschichte habe kennen diesen Tonfall sonst nur von Ihrer hat sofort eingesehn,
schon immer gezeigt, dass beim Aufein- Frau und bekommen richtig Angst. dass alle seine Konzerte
andertreffen von Intelligenz und Dumm- aus einem Ton bestehn.
heit die Intelligenz siegt. Gut, so brutal So schlimm muss es natürlich nicht immer Man weiß aus der Beschreibung
hat er sich nicht geäußert, aber dem Sinn kommen. Schließlich haben wir mit dem der Zoologen schon:
nach durchaus. Womit er aber leider nicht Wirtschaftsminister schon einen Halb- durch ganz bestimmte Reibung
erzeugt er diesen Ton
immer Recht hat. Außer­irdischen. Wenn ich mir vorstelle,
wir hätten in der Politik richtige Außerirdi- mit seines Schenkels Breite
Dennoch, diese Prognose ist natürlich ein sche, oder gar in den Bankvorständen und und kennt dann keine Ruh
Schock. Wer nicht das Glück hat, sich bis -aufsichtsräten? Lebewesen mit mehr In- und geigt auf einer Saite
und wer hört zu?
dahin das Geschehen vom Himmel aus telligenz als wir gemeinhin besitzen? Lebe­
ansehen zu dürfen, muss höchst besorgt wesen, die weiter voraussehen können Professor Dr. med. Wilhelm Theopold †
sein. Stellen Sie sich bitte vor, Sie kom- als bis zum ausgestreckten Arm? Oh Gott,
men morgens an Ihren Schreibtisch im dann hätten wir ja weder eine Finanzkrise
ersten Behandlungszimmer, und dort sitzt noch eine Wirtschaftskrise bekommen. Und
ein merkwürdig aussehendes, höchstens müssten uns auch keine Sorgen machen,
zwölfjähriges Lebewesen mit grünlicher wie Bund und Kommunen ihre Schulden
Hautfarbe. Nach der ersten Überraschung jemals rückzahlen. Und stellen Sie sich
sagen Sie scherzend: „Na, Du hast dich bitte vor, unser Gesundheitswesen würde
wohl verirrt, wo ist denn deine Mama oder von einem Alien organisiert, der ohne tau-
sollst Du zurück in den Zoo?“ Worauf der send Ausschüsse sofort sehen würde, dass
Junge, denn um einen solchen handelt es die vorhandenen Gelder für die bisherige
sich, sagt: „Keineswegs, ich bin Ihr neuer Versorgung nicht reichen. Und der auch
Controller.“ Dann nimmt er von Ihrem wüsste, wie man das abstellt und sofort
Schreibtisch die Patientenunterlage, die handeln würde, weil er intelligent ist. Ganz
Ihre Mitarbeiterin schon bereitgelegt hat, zu schweigen von einem Alien als Finanz-
und sagt grinsend: „Was soll denn das? minister, der ganz einfach „Nein“ sagt,
542
8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Von hessischen Ärztinnen und Ärzten

In memoriam Professor Dr. med. Alfred Pannike


geboren 7. November 1933, gestorben 29. April 2009

Er hat seinen Arztberuf geliebt, wie die Mög­ 1969 wechselte er als leitender Oberarzt dizin und Berufskrank-
lich­keit, sein Wis­sen, seine Erfahrung und nach Tübingen an die chirurgische Universi- heiten ernannt. In An-
seine Ein­stellung zum Beruf als Arzt an An- tätsklinik (damaliger Direktor Professor Dr. erkennung seiner Ver-
dere weiterzugeben. L. Koslowski) und baute dort eine über­wie­ dienste wurde er 1996
München, Tübingen, Frankfurt waren die be­ gend operativ eingestellte Unfallsta­tion auf. zum Ehrenmitglied der
­ruflichen Stationen unseres chirurgischen Im Jahr 1974 wurde er zum ärztlichen Direk- Deutschen Gesellschaft
Lehrers und ehema­ligen ärztlichen Direktors tor der Klinik für Unfallchirurgie im Zentrum für Unfallchirurgie er-
der Klinik für Un­­fallchirurgie im Zentrum der der Chirurgie an der Johann Wolfgang Goethe- nannt. Die Landes­ärz­
Chirurgie an der Johann Wolfgang Goethe- Universität Frankfurt am Main berufen. Alfred te­­kammer Hessen ehrte
Universität in Frankfurt am Main, Professor Pannike und Peter Konold, sein langjähriger ihn 1988 mit der Dr. Richard-Hammer-Me-
Dr. med. Alfred Pannike. Noch während sei- Oberarzt, konnten dort eine unfallchirurgi- daille und 2003 mit der Ehrenplakette auf-
ner Weiterbildung im Gebiet Chirurgie bei sche Klinik, die sich überwiegend der Akut- grund seiner jahrzehntelangen aktiven Mit-
Rudolf Zenker an der chirurgischen Univer­ versorgung von Verletzten, Kindern und Er- arbeit bei der ärztlichen Fort- und Weiterbil-
si­täts­kli­nik München-Innenstadt, gewann wachsenen wid­mete, auf- und ausbauen. dung der hessischen Akademie für Ärztliche
Alfred Pannike unter Anleitung des späteren Tatkräftig unterstützte Pannike die von Ulrich Fortbildung und Weiterbildung.
Leiters der chirurgischen Universitätsklinik Steinau in Frankfurt 1978 eingeführte Me- 2003 wurde Alfred Pannike mit Erreichen
zu Köln Mehrheim, Wilhelm Schink, zuneh­ thodik der freien Mus­kelhaut­verpflan­zung seines 65. Lebensjahres emeritiert. In Pro­
mendes Interesse für die damals noch wenig zur Defektdeckung bei chronischen Weich- fes­sor Ingo Marzi konnte ein engagierter
operativ ausgerichteten Fächer Unfallchirur- teil- und Knochendefekten und förder­te da- Nachfolger gefunden werden.
gie und Handchirurgie. mit frühzeitig die Einbindung plastisch-chi- Alfred Pannike war eckig, manchmal grantelig
Bereits 1963 erhielt er ein Kleinfragment-Set rurgischer Verfah­ren in die Unfallchirurgie. und nicht bereit, jedes „Mödele“ sowohl in
der Arbeitsgemeinschaft für Osteosyn­the­­se­ Seine engen Beziehungen zum damaligen der Behandlung von Unfallverletzten wie in
fra­gen (AO). Alfred Pannike nutzte die neuen Batelle-Institut in Frankfurt am Main mach- der Berufs- und Gesundheitspolitik mitzu-
AO-Möglichkeiten, indem er Ope­­ra­t ions­ ten es möglich, spezielle Calcium-Tri­phosphat- machen. Aus- und Weiterbildung waren ihm
tech­nik, Biomechanik und „Philosophie“ auf Keramiken tierexperimentell als Knochener- keine lästige Pflicht, sondern Kür. Es war für
die klein dimensionierten Knochen der Hand satzmaterial zu erproben. ihn selbstverständlich „sich um seinen Patien­
und des distalen Unterarms übertrug. Er Die Entwicklung der Unfallchirurgie innerhalb ten zu kümmern“, egal zu welcher Tages- und
wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, der Chirurgie zu einem selbstständigen Be- Nachtzeit. Er lebte Kollegialität und Empathie
dass dies auch durch Urs Heim in Chur ge- reich und späteren Schwerpunkt begleitete für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und vor
schah. Erst einige Zeit später wurde diese Alfred Pannike äußerst engagiert in seinen allem auch gegenüber denjenigen, denen
Gleichzeitigkeit deutlich. verschiedenen Funktionen in der Deutschen das Schicksal harte Schläge zumutete. Da
Als leitender Arzt der handchirurgischen Ab- Gesellschaft für Unfallchirurgie: als Schrift- war er nicht Chef, nicht ärztlicher Direktor
teilung der chirurgischen Innenstadt-Klinik führer, Generalsekretär und Präsident 1990. und Universitätsprofessor, da war er der ältere
in München von 1965 bis 1969, hatte er Ge- Von 1979 bis 1992 war er zusätzlich als Sek­ beschützende Mentor.
legenheit, Möglichkeiten und Grenzen in der retär der Deutschen Sektion der internatio- Als Schüler und Weggefährten werden wir,
Anwendung der kleinen Implantate vielfältig nalen Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthe­se­ wie auch die Deutsche Gesellschaft für Un-
zu erproben, und getreu der AO-Philosophie fragen im Vorstand der sich rasch entwickeln­ fallchirurgie und viele Freunde, ihm ein dank­
die Ergebnisse zu dokumentieren und „un- den deutschen Sektion tätig. bares und ehrendes Andenken bewahren.
verschönt“ darzustellen. Die fehlenden bio- 1987 richtete er als Präsident der Deutschen
mechanischen Grundlagen hierzu entwickel- Gesellschaft für plastische und Wie­der­her­ Hartmut Siebert, Generalsekretär der
Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
te er im Labor weiter und machte die Ergeb- stellungschirurgie in Frankfurt den Jah­res­
nisse zum Inhalt seiner Habilitationsschrift. kongress aus. 1991 wurde er zum korres- Johannes Rueger, Direktor der Unfall­
Seine Monographie der Grund­lagen und klini­ pondierenden Mitglied der österreichischen chirurgischen Universitätsklinik
schen Anwendung von verschiedenen Osteo­ Gesellschaft für Unfallchirurgie, ebenfalls Hamburg-Eppendorf
syntheseverfahren am Skelett der Hand 1991 zum korrespondierenden Mitglied der Joachim Windolf, Direktor der Unfall­
wur­­de 1973 publiziert. schweizerischen Gesellschaft für Unfallme- chirurgischen Universitätsklinik Düsseldorf

543
8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Von hessischen Ärztinnen und Ärzten

Nachruf Dr. med. Bruno Walther

A m 25 . M a i 20 0 9 wurde. Promoviert wurde er im November nuar 1996 bis Dezember 2006 dank seiner
ist unser Kollege Dr. des gleichen Jahres. Die Approbation er- Konzilianz sehr geschätzt. In der Delegier-
Bruno Walther, Fach- folgte im Januar 1952. Nach zehnmonatiger tenversammlung der LÄKH war er von
arzt für Innere Medi- Tätigkeit an der Universitäts-Frauenklinik 1972-1980 sowie von 1988-2000 vertreten.
zin, im 86. Lebensjahr Frankfurt wechselte Bruno Walther an die Dem Zentralen Fürsor­geausschuss der LÄKH
in Darmstadt verstor- Medizinische Klinik des Elisabethenstiftes gehörte er von 1976-1980 sowie von 1984-
ben. Die hessischen in Darmstadt, wo er bis 1960 blieb. Seine 1996 an. Auch in der Kassen­ärzt­­lichen
Ärzte haben mit Dr. Anerkennung als Facharzt für Innere Me- Vereinigung Hes­sen war er aktiv und be-
Walther einen verdien­ dizin erhielt er im Oktober 1957. Am 1. Ok- gleitete dort mehr als zwei Jahrzehnte das
ten Kollegen verloren. Geboren wurde Dr. tober 1960 erfolgte die Niederlassung als Amt des Vorsitzenden des Beschwerde-
Walther in Alzey als vierter Sohn des Re- Internist in eigener Praxis in Darmstadt. ausschusses. Dem Berufsverband der In-
gierungsoberveterinärrates und Kreistier- Im Oktober 1992 hat Bruno Walther seine ternisten schenkte Bruno Walther großes
arztes Dr. August Walther. Nach Besuch vertragsärztliche Tätigkeit beendet. Interesse. Viele Jahre war er Stellvertre-
der Grundschule absolvierte er das huma- Seine Initiative führte zur Bildung einer tender Vorsitzender des Landes­verbandes
nistische Gymnasium in Darmstadt, wo er Laborgemeinschaft, der ergänzend die Hessen. Das umfangreiche ehrenamtliche
1941 sein Abitur ablegte. Am 1. Mai 1941 Bildung einer Apparategemeinschaft folg- Engagement hat das Präsidium der LÄKH
wurde er bis zum Ende des Krieges zur te. Er wusste, dass Kooperation und Kom- schon 1993 veranlasst, den Kollegen
Wehrmacht eingezogen. Lange Zeit war er promissbereitschaft wichtig sind. Trotz Bruno Walther mit der „Dr.-Richard-Ham-
Flugzeugführer. seiner umfangreichen Praxistätigkeit hat mer-Medaille“ für besondere Verdienste
Da seine Berufswahl feststand, hat sich sich Bruno Walther der Standespolitik zur um die Belange der Ärzteschaft zu ehren.
Bruno Walther als Medizinstudent an der Verfügung gestellt. In der Landesärztekam­ Ein ausgefülltes, erfülltes Berufs- und Ar-
Uni Heidelberg fernimmatrikuliert. Nach mer Hessen war er viele Jahre tätig. beitsleben ist zu Ende. Alle, die seine Hilfe
Kriegsende hat Bruno Walther das reguläre In der Bezirksärztekammer Darmstadt ge- und Unterstützung erfahren haben, erin-
Medizinstudium an der J.W. Goethe-Uni- hörte er 20 Jahre als kompetentes Mit- nern sich seiner in Dank­barkeit.
versität Frankfurt aufgenommen, das mit glied dem Vorstand an. Als Ausbildungs-
dem Staatsexamen 1951 abgeschlossen berater der Arzthelferinnen war er von Ja- Dr. med. Peter Josef Pfuhl

Professor Dr. ihr Ehrenamtli- Professor Dr.


med. Fritz Lam- ches Engage- med. Viola Hach-
pert, Gießen, ment auf dem Wunderle, Fach­
wurde anlässlich Gebiet der AIDS- ärztin für Innere
einer in Gießen Aufklärung und Medizin, Frank-
stattfinden­den im Justizvollzug furt, wurde an-
Veranstaltung sowie im kom- lässlich des 17.
zur „Tour der munalpolitischen Symposiums
Hoffnung“ am Bereich gewür- der Klinischen
29. November 2008 mit der Ehrenplakette digt. Hämostaseologie in Bad Nauheim die
der Landesärztekammer Hessen für sein Staatsminister Jürgen Banzer, Hessisches Ernst von Bergmann-Plakette der Bundes-
überdurchschnittliches Engagement aus- Ministererium für Arbeit, Familie und ärztekammer für ihre herausragenden
gezeichnet. Die Plakette wurde von Dr. Gesundheit, übergab im Auftrag des Leistungen in der Ärztlichen Fortbildung
med. Edgar Pinkowski, Vorsitzender der Bundespräsidenten das Bundesver- verliehen.
Bezirksärztekammer Gießen, überreicht. dienstkreuz am Bande des Verdienstor- Die Auszeichnung nahm der Präsident
dens der Bundesrepublik Deutsch­­land der Landesärztekammer Hessen, Dr. med.
Dr. med. Dagmar Charrier, Fachärztin für in der Dienst­v illa des Hessischen Mi­­ Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach,
Allgemeinmedizin, Steinbach, wurde für nister­p räsiden­ten. vor.
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8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Landesärztekammer Hessen

Bezirksärztekammer Darmstadt

Im Bereich unserer Bezirksärztekammer vollenden die Kolleginnen und


Kollegen

Bezirksärztekammer Kassel

Im Bereich unserer Bezirksärztekammer vollenden die Kolleginnen und


Kollegen

Goldenes Doktorjubiläum

Dr. med. Gerhard Stephan, Darmstadt, am 22. September.

Bezirksärztekammer Frankfurt

Im Bereich unserer Bezirksärztekammer vollenden die Kolleginnen und


Kollegen

Bezirksärztekammer Marburg

Im Bereich unserer Bezirksärztekammer vollenden die Kolleginnen und


Kollegen

Goldenes Doktorjubiläum

Professor Dr. med. Alexander Uhlarik, Frankenberg, am 19. September.

Bezirksärztekammer Wiesbaden

Im Bereich unserer Bezirksärztekammer vollenden die Kolleginnen und


Kollegen

Goldenes Doktorjubiläum

Dr./Inst.F.Med. Cluj Valerian Casian, Offenbach, am 1. September. Wir gratulieren den Kolleginnen und Kollegen zu ihrem Geburtstag und
wünschen ihnen für das kommende Lebensjahr alles Gute.

Bezirksärztekammer Gießen

Im Bereich unserer Bezirksärztekammer vollenden die Kolleginnen und


Kollegen Lösung des Medizinischen Kreuzworträtsels
von Seite 461, Ausgabe 7/2009
DARMBIOPSIE

545
8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Landesärztekammer Hessen

Wir gedenken der Verstorbenen Ehrung langjährig tätiger Arzthelferinnen


Dr. med. Irmgard Adamou-Fehring, Kriftel Wir gratulieren den Arzthelferinnen zum 10-jährigen Berufsjubiläum
* 23.2.1944 † 24.4.2009
Bianca Betzold, tätig bei Dr. med. C. von Heusinger und
Dr. med. Horst Andrasch, Wiesbaden Dr. med. G. Scheuffele, Frankfurt a.M.
* 18.8.1913 † 21.5.2009
Mirjam Lachnicht, tätig bei Dr. med. M. Kammann, Kelkheim
Dr. med. Marga Berg, Kronberg
* 5.5.1925 † 6.5.2009 Julia Lindenhoven, tätig bei Dr. med. H.-J. Hobeck, Dr. med. R. Helmer
und K. Kersberg, Fulda
Dr. med. Georg Fiedler, Offenbach
* 5.3.1918 † 18.5.2009 Maria Vieira, tätig bei Dr. med. E. Emde, Dr. med. G. Schweighöfer,
Dr. med. M. Unnewehr, E. Hempel, Dr. med. B. Rommelfanger,
Dr. med. Hildegard Gäbelein, Frankfurt Dr. med. M. Märtner, Bad Arolsen
* 3.10.1919 † 20.5.2009
Isolde Merkel, tätig bei Dr. med. R. Wegner, Frankfurt a.M.
Dr. med. Margarete Hanke, Bad Orb
* 14.6.1919 † 9.12.2008 zum mehr als 10-jährigen Berufsjubiläum

Dr. med. Kurt Möller, Spangenberg Regine Wolf, seit 15 Jahren tätig am Schmerz- und Palliativzentrum
* 22.10.1916 † 10.1.2008 Rhein Main, Wiesbaden

Dr. med. Ursula Pellizzari, Hattersheim Petra Griesel, seit 20 Jahren tätig bei Dr. med. H.-W. Kaune, Lohfelden
* 19.7.1931 † 1.1.2009 Anette Luzius, seit 20 Jahren tätig bei Dr. med. R. Seidel, Marburg
Dr. med. Helmuth Schmidt, Darmstadt und zum 25-jährigen Berufsjubiläum
* 31.12.1924 † 4.4.2009
Gabriele Schüßler, tätig bei PD Dr. med. P. Rawer und
Dr. med. Bruno Walther, Darmstadt Dr. med. B. Fach, Wetzlar, vormals in verschiedenen Praxen tätig
* 19.10.1923 † 25.5.2009
In Anerkennung ihrer treuen Dienste wurde diesen Arzthelferinnen
die Arzthelferinnen-Brosche in Gold ausgehändigt.

Verlust von Arztausweisen


Wir gratulieren den Arzthelferinnen zum 25-jährigen Berufsjubiläum

Folgende Arztausweise sind verloren gegangen und werden hiermit für Silke Müller, tätig bei Dr. med. D. Mayer und Dr. med. R. Bonn,
ungültig erklärt. Heppenheim
Arztausweis Nr. HS-W-809/2007, ausgestellt am 25.4.2007, und zum mehr als 25-jährigen Berufsjubiläum
für Dr. med. Alexia Bach, Flörsheim,
Petra Schober, seit 32 Jahren tätig bei Dr. med. Sabine Seemann,
Arztausweis (ohne weitere Angaben) für Marianne Domann-Scherf,
vormals Praxis Dr. med. O. Klein, vormals Praxis Dr. med. H. Jäger,
Frankfurt,
Mainz-Kostheim
Arztausweis Nr. HS-W-12/2003, ausgestellt am 20.1.2003,
für Dr. med. Mansoor Heshmat, Mainz, Adelheid Uhlir, seit 30 Jahren tätig bei Dr. med. R. Leutgeb,
vormals Praxis Dr. med. R. Lindenborn, Fürth
Arztausweis (ohne weitere Angaben)
für Dr. med. Elisabeth Maria Hesse-Ertel, Frankfurt, und zum 40-jährigen Berufsjubiläum
Arztausweis Nr. HS-W-135/99, ausgestellt am 26.10.1999, Birgit Lehmann, tätig bei Dr. med. Hans-Peter Marsch,
für Dr. med. Rolf Knepper, Taunusstein-Bleidenstadt, vormals Praxis Dr. med. Erich Marsch, Herleshausen
Arztausweis Nr. 303285/98, ausgestellt am 23.12.1998 durch die
Karin Rudolph, tätig bei Dr. med. R. Leutgeb,
BezÄK Trier, für Dr. med. Manfred Mörchen, Phnom Penh/Kambotscha,
vormals Praxis Dr. med. R. Lindenborn, Fürth
Arztausweis (ohne weitere Angaben) für Ina Wedel, Oberursel,
und zum mehr als 40-jährigen Berufsjubiläum
Arztausweis (ohne weitere Angaben) für Dr. med. Hans-Jürgen Wolfring,
Seligenstadt, Inge Sutor, seit 41 Jahren tätig bei Dr. med. U. Luther,
Bereitschaftsdienstausweis Nummer 005591, ausgestellt am 9.8.2004 Dr. med. B. Heinemann, vormals Praxis Dr. med. U. Luther,
für Albert Schlangen, Bad Homburg, vormals Praxis Dr. med. U. Stoll, Kassel

Bereitschaftsdienstausweis Nummer 005907, In Anerkennung ihrer treuen Dienste wurde diesen Arzthelferinnen
ausgestellt am 19.6.2001, für Abbasali Soleimani, Biebertal. eine Ehrenurkunde ausgehändigt.

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Landesärztekammer Hessen

Anpassung an Bedarf und Anforderungen


Fortbildung „Strahlenschutz“ und Ausbildung „Bildgebende Verfahren“

„Aktualität und regelmäßige Konzeptüberprüfungen sind die Grundlagen für


gute Fortbildungen“, nach diesem Motto werden auch die Lehrgangsinhalte
der Strahlenschutzkurse in der Carl-Oelemann-Schule für Arzthelfer/innen
und Medizinische Fachangestellte den Forderungen der Technik und Entwick­
lung den Gegebenheiten angepasst. Den Impuls, das Konzept des 90-stün-
digen Lehrgangs erneut zu überprüfen, ergab zum einen die stetige Zunahme
der zu vermittelnden Lerninhalte im Hinblick auf die Entwicklungen der digi­
talen Röntgentechnik. Dabei sind gleichzeitig zu vermittelnde Grundlagen-
kenntnisse, wie z.B. Strahlenbiologie, zu beachten. Hinzu kommen die Qua­
li­täts- und Quantitätsanforderungen der Dozenten, verstärkt auf die praktische
Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten in den Bereichen Einstelltechni­
ken, praxisbezogene Erstellung von Verfahrensanweisungen und praktische
Anwendung von Qualitätssicherungsmaßnahmen zu achten. Das neue Kon-
zept und die damit verbundenen Lehrmaterialien wurden mit hohem Einsatz
aller Dozenten überarbeitet und in der inhaltlichen Ausgestaltung fachüber-
greifend abgestimmt. Hierbei wurden alle Möglichkeiten, die die neuen Das Unterrichtsmaterial schließt die Bewertung von
aktuellen und lebensnahen Fällen mit an Foto: T. Tuna
Fachräume im Gästehaus der Carl-Oelemann-Schule zur Verfügung haben,
berücksichtigt. Mit der Unterbringung der neuen Fachräume im Gästehaus Ein weiterer Nutzungsbereich der Fachräume ist heute die Überbetriebliche
wurde nun der letzte Projektschritt der Modernisierung erfolgreich abge- Ausbildung. Eine zu Beginn des Jahres 2006 durchgeführte Umfrage bei
schlossen. ausbildenden Ärztinnen und Ärzten hat ergeben, dass ca. 53 % der Antwor-
tenden dafür waren, in der Überbetrieblichen Ausbildung auch Grundkennt-
Im Gegensatz zum alten Internatsgebäude mit drei befinden sich im Neubau nisse für die Information der Patienten über bildgebende Verfahren in der
der Schule nur zwei Demonstrationsräume für die Einstelltechniken. Diese Medizin zu vermitteln. Klassisches Röntgen, Computertomographie und MRT
Reduzierung praktischer Arbeitsplätze begründet sich aus der Anlage 8 der hielten mehr als 75 % für wichtig oder sehr wichtig. PET hingegen wurde von
Richtlinie zu den 90-stündigen Lehrgängen, die besagt, dass nur acht Per- mehr als 70 % nicht für wichtig erachtet. Das Wahlangebot in der Überbe-
sonen pro praktischer Übungsgruppe zugelassen sind. Somit konnte unter trieblichen Ausbildung, das mit der Neuordnung zur Medizinischen Fachan-
dem Aspekt der Sparsamkeit auf einen Fachraum verzichtet werden. gestellten in den Lehrplänen der Carl-Oelemann-Schule realisiert werden
konnte, berücksichtigt dieses Ergebnis der Befragung.
Die Lehrgangsauswertung des zweiten Ausbildungsjahres 2008/2009 er-
gab, dass 39 % (= 358 Auszubildende) den Wahltag mit sechs Unterrichts-
stunden zum Thema „Bildgebende Verfahren“ angenommen haben. Zielset-
zung dieses Unterweisungsbereichs ist, den angehenden Medizinischen
Fachangestellten Kenntnisse über die Grundlagen diagnostischer Verfahren
wie z.B. Röntgen, MRT, CT oder Ultraschall zu vermitteln und sie in die Lage

Die Ausstattung der Unterrichtsräume in der Carl-Oelemann-Schule


gewährleistet eine Fortbildung der Teilnehmerinnen
anhand von Alltagssituationen Foto: A. Harmert

Die Fachräume werden nicht ausschließlich für die Fortbildungen der Carl-
Oelemann-Schule sondern auch von der Akademie für Ärztliche Fortbildung
und Weiterbildung genutzt. Mit sehr guter Resonanz wurden im Rahmen von
Strahlenschutzkursen für Ärzte 2008 und 2009 praktische Demonstrationen
in den Räumen durchgeführt. Den Teilnehmer/innen konnten anschaulich
die verschiedenen radiologischen Untersuchungsverfahren und Qualitäts- Teilnehmer/innen des Kurses Kenntnisse im Strahlenschutz
sicherungsmaßnahmen gezeigt werden. im ersten Halbjahr 2009 Foto: K. Jablotschkin

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Landesärztekammer Hessen

versetzen, Informationen dazu auch an die Patienten weiterzugeben. Das Thema


steht im Kontext von „Patientenbetreuung und -koordination“ und dem da- Achtung! Die Frist für die Teilnahme am „Sonderkurs zur Fortgeltung
raus resultierenden Leistungsspektrum in der medizinischen Versorgung der Fachkunde und der erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz
sowie den Anforderungen an Dokumentation und Informationsmanagement. für medi­zinisches Assistenzpersonal“ endet zum 1. Juli 2010 (Siehe
Durch die räumlichen und technischen Möglichkeiten sowie die vorhandene Mitteilung: Hess. Ärzteblatt, Ausgabe 5/2009, S. 355).
Fortbildungslogistik der Carl-Oelemann-Schule konnte zusätzlich zeitnah
der Anfrage des Regierungspräsidiums Kassel entsprochen werden, für Per-
sonen, die die Fristen zur Aktualisierung der Fachkunde bzw. Kenntnisse im
Strahlenschutz für medizinisches Assistenzpersonal (d.h. u.a. Arzthelfer/ Beate kleine Brörmann, Radiologin
innen) versäumt haben, einen „Sonderkurs“ zu konzipieren. Der 16-stündige Silvia Happel, Schulleiterin
Aktualisierungskurs wird ab Juli 2009 angeboten. Dr. Roland Kaiser

Mehr Effizienz: Die zentrale Durchführung der Abschlussprüfungen


für alle hessischen Medizinischen Fachangestellten in der
Carl-Oelemann-Schule in Bad Nauheim

Seitdem die Neuordnung des Ausbildungsberufes „Medizinische Fachange- Zu der Entscheidung für die COS trug auch der Umstand bei, dass sich die
stellte“ am 1. August 2006 in Kraft getreten ist, wird der praktische Teil der Berufsschulen angesichts der zeitaufwändigen Einzelprüfungen nicht mehr
Abschlussprüfung für alle hessischen Prüflinge in der Carl-Oelemann-Schule in der Lage sehen, über mehrere Tage hinweg Fach- und Unterrichtsräume
(COS) in Bad Nauheim durchgeführt. Trotz vereinzelter kritischer Stimmen zu blockieren. Auch entspricht die Ausstattung mit Blick auf die Prüfungs-
aus der Ärzteschaft, die sich etwa auf höhere Kosten beziehen, gibt es für inhalte nach eigener Auskunft nicht mehr den Erfordernissen der Ausbil-
die Landesärztekammer Hessen (LÄKH) keine Alternative zu der Zentralisie- dungsverordnung und ist größtenteils veraltet.
rung. Nur durch den zentralen Prüfungsort ist es möglich, den Anforderun-
gen der neuen Ausbildungsordnung gerecht zu werden. Der Beschluss des Berufsbildungsausschusses der LÄKH, Prüfungen auch
an Samstagen und in Ferienzeiten abzuhalten, entlastet auch die Berufs-
Dies gilt besonders für den praktischen Teil der Prüfung, der an Bedeutung schulen, die einen Teil der Prüfungsausschussmitglieder stellen. Vor allem
gewonnen hat. Damit die Prüflinge praxisbezogene Arbeitsabläufe simulie- größere Berufsschulen mit vielen Prüflingen sehen sich nach eigener Aus-
ren, demonstrieren, dokumentieren und präsentieren können, ist eine um- sage nicht in der Lage, eine ausreichende Zahl von Lehrkräften für den Ein-
fangreiche Ausstattung des Prüfungsortes in den Bereichen Medizin, Labor, satz im Prüfungsausschuss zu benennen. Die zentrale Durchführung der
Verwaltung und Abrechnung erforderlich. Mit ihrer modernen, praxisnahen Prüfungen in der COS hat diese Probleme gelöst, da die Gesamtzahl der
Ausstattung bietet die COS gute Voraussetzungen und gleiche Bedingungen Prüflinge einer Abschlussprüfung durch die Rekrutierung von Prüfungsaus-
für alle Prüflinge. schussmitglieder aus allen Schulen abgedeckt werden kann.

Die von der neuen Ausbildungsordnung vorgeschriebene, verlängerte Prü- Fazit: Durch moderne Ausstattung, Praxisnähe und gebündelte Strukturen
fungsdauer von 75 Minuten pro Prüfling, gegen die alle Ärztekammern er- ermöglicht die COS mehr Effizienz bei der Durchführung der Prüfungen. Et-
folglos votiert hatten, ist ein weiterer Grund für die Wahl der COS als zent- waige höhere Kosten resultieren nicht aus der Zentralisierung, sondern sind
ralen Prüfungsort. Pro Tag und Prüfungsausschuss werden sechs Prüflinge Folge der neuen Ausbildungsordnung mit ihren gestiegenen Anforderungen.
geprüft. An der COS können sechs Prüfungsausschüsse parallel eingesetzt
werden, sodass pro Tag insgesamt 36 Prüflinge geprüft werden können. Roswitha Hoerschelmann, Assessorin

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Landesärztekammer Hessen

Zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres möchten wir Sie


auf wichtige Ausbildungsbestimmungen hinweisen:

Zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen der Ausbildenden können Die o.g. Ausführungen gelten hinsichtlich Beschäftigungsverbot und
mehrere natürliche oder juristische Personen in einem Ausbildungsverbund Anrechnungsregelung seit 1. März 1997 wegen einer Änderung des Ju-
zusammenwirken, soweit die Verantwortlichkeit für die einzelnen Ausbil- gendarbeitsschutzgesetzes nicht mehr für volljährige Auszubildende.
dungsabschnitte sowie für die Ausbildungszeit sichergestellt ist (Verbund­ Die volljährigen Auszubildenden müssen an jedem Berufsschultag zu-
ausbildung). (Vertrags)Unterlagen und Auskünfte zu Fördervoraussetzungen sätzlich in die Praxis. Die Unterrichtszeit einschließlich der Pausen und
und -höhe sind bei der zuständigen Bezirksärztekammer erhältlich. Wegezeiten wird konkret auf die Arbeitszeit angerechnet. Die Summe
der Berufsschulzeit und der betrieblichen Ausbildungszeiten kann kalen­
Wichtige gesetzliche Bestimmungen, derwöchentlich größer sein als die regelmäßige tarifliche Wochenaus-
z.B. Berufsbildungsgesetz (BBiG), bildungszeit laut Berufsausbildungsvertrag.
Jugendarbeitsschutzgesetz (JarbSchG)
2. Die Probezeit muss gemäß § 20 BBiG mindestens einen Monat und darf
1. Der Ausbildende ist verpflichtet, den Auszubildenden zum Besuch der höchstens vier Monate betragen. Eine Verlängerung der Probezeit wür-
Berufsschule anzuhalten und ihn dafür freizustellen (§§ 14 Abs. 4, 15 de sich zu Ungunsten des Auszubildenden auswirken (vereinfachte
BBiG). Kündigungsmöglichkeit) und wäre aus diesem Grund gemäß § 4 BBiG
nichtig. Der Manteltarifvertrag, der eine Verlängerung der Probezeit auf
An einem Berufsschultag mit mehr als fünf Unterrichtsstunden von je sechs Monate ermöglicht, gilt insoweit nicht für Auszubildende.
45 Minuten darf der minderjährige Auszubildende nicht mehr in der Eine Probezeit findet bei Wechsel der Ausbildungspraxis erneut statt,
Praxis beschäftigt werden (§ 9 Abs. 1 Ziff. 2 JArbSchG). Liegen in einer allerdings nicht bei Praxisübergabe.
Kalenderwoche zwei Berufsschultage mit mehr als fünf Unterrichtsstun-
den von je 45 Minuten, kann der Auszubildende wahlweise an einem der 3. Der Auszubildende ist für die Teilnahme an Prüfungen freizustellen
langen Berufsschultage beschäftigt werden. (§ 15 BBiG). Prüfungen sind die Zwischenprüfung, die schriftliche Ab-
schlussprüfung, die Prüfung im Fach „Praktische Übungen“ (bzw. der
Ein langer Berufsschultag wird mit acht Stunden auf die Arbeitszeit an- praktische Teil der Abschlussprüfung bei Medizinischen Fachangestell-
gerechnet. Ein Berufsschultag unter sechs Unterrichtsstunden oder ein ten) und die mündliche Ergänzungsprüfung (bzw. die ergänzende münd-
zweiter langer Berufsschultag werden nur hinsichtlich der Unterrichts- liche Prüfung bei Medizinischen Fachangestellten).
zeit einschließlich der Pausen auf die Arbeitszeit angerechnet (§ 9 Abs. Die Freistellung für die Teilnahme an den Prüfungen erstreckt sich
2 Ziff. 1, 3 JArbSchG). grundsätzlich auf die Zeit, die der Auszubildende für eine ordnungsge-
mäße Teilnahme benötigt.
Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts werden auch die Wege-
zeiten zwischen Praxis und Berufsschule als Arbeitszeiten angerechnet. Jugendliche haben darüber hinaus Anspruch darauf, an dem Arbeitstag,
der der schriftlichen Abschlussprüfung unmittelbar vorausgeht, freige-
Für die Feststellung der betrieblichen Ausbildungszeit (nach Abzug der stellt zu werden (§ 10 Abs. 1 Ziff. 2 JArbSchG). Für volljährige Auszubil-
Berufsschulzeit) ist Folgendes zu beachten: dende gibt es eine entsprechende Vorschrift im Berufsausbildungsver-
trag, die aber wegen fehlender gesetzlicher Grundlage von den Vertrags­
Hinter der Anrechnung des langen Berufsschultages mit acht Stunden partnern gestrichen werden kann.
steht die Absicht des Gesetzgebers, den Auszubildenden vor zeitlichen Geht dem Tag der schriftlichen Abschlussprüfung unmittelbar ein Be-
Nachteilen als Folge des Schulbesuches zu bewahren. Er stellt zu die- rufsschultag voran, ist der Auszubildende an dem Arbeitstag unmittel-
sem Zwecke auf die täglich zulässige Höchstarbeitszeit ab, ungeachtet bar vor dem Berufsschultag freizustellen. Eine Freistellung vom Berufs-
der tatsächlichen Ausfallzeit in der Praxis. Um den Auszubildenden da- schulunterricht am Tag vor der Abschlussprüfung kann dagegen nicht
durch keinen Zeitvorteil zu geben, müssen die acht Stunden aber im verlangt werden.
Zusammenhang mit der gesetzlichen regelmäßigen Wochenarbeitszeit
(= 40 Std.) gesehen werden. Wenn der Gesetzgeber bei der Anrechnung 4. Der Ausbildende ist verpflichtet, den Auszubildenden für die Überbe-
von acht Stunden die tatsächliche Ausbildungszeit pro Tag außer Acht triebliche Ausbildung freizustellen und die Kosten für diese Ausbildung
lässt, kann andererseits nicht die durch den Manteltarifvertrag für Medi­ einschließlich der notwendigen Fahrtkosten zu übernehmen. Im Berufs-
zinische Fachangestellte/Arzthelferinnen reduzierte wöchentliche Aus­ ausbildungsvertrag muss eine entsprechende Verpflichtung enthalten
bildungszeit als Bezugsgröße herangezogen werden. sein (§ 19 Abs. 5 der Berufsordnung für die Ärztinnen und Ärzte in Hessen).
Der Auszubildende trägt einen Eigenanteil an den Verpflegungskosten
Beispiel: i.H.v. Euro 25,- pro Lehrgang, der vom Gehalt abgezogen werden kann.
Erster (langer) Berufsschultag: 40 Std. – 8 Std. = 32 Std.
Zweiter Berufsschultag: 32 Std. – 4 1/4 Std. = 27 3/4 Std. 5. Der Ausbildende hat sicherzustellen, dass der Auszubildende über die
27 3/4 Std. verbleiben (im o.g. Beispiel) für die betriebliche Ausbil- Immunisierungsmaßnahmen gegen Hepatitis B zu Beginn der Ausbil-
dungszeit. dung unterrichtet wird. Die Schutzimpfung ist den Auszubildenden kos-

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8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Landesärztekammer Hessen

tenlos anzubieten (vgl. BGR-TRB 250 „Biologische Arbeitsstoffe im Das 13. Monatsgehalt wird auch anteilig für das Jahr gewährt, in dem die
Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege“ der Berufsgenossen- Ausbildung beginnt oder endet. Für jeden angefangenen Monat des
schaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege). Ausbildungsverhältnisses ist ein Zwölftel des 13. Monatsgehaltes zu
zahlen. Ein angefangener Monat wird bei der Berechnung des 13. Mo-
6. Der Ausbildende ist berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheini- natsgehaltes dann voll einbezogen, wenn der Auszubildende mindes-
gung über die Arbeitsunfähigkeit bereits vor Ablauf von drei Kalender- tens 16 Kalendertage im Ausbildungsverhältnis stand. Hat das Ausbil-
tagen zu verlangen (§ 5 Satz 3 Entgeltfortzahlungsgesetz). dungsverhältnis in einem Monat weniger als 16 Kalendertage bestan-
den, ist dieser anteilig zu berücksichtigen (1/30 pro Kalendertag) (§ 12
Vertragliche Bestimmungen (z.B. Gehalts- und Manteltarifvertrag für Abs. 3 MTV).
Medizinische Fachangestellte/Arzthelferinnen, Berufsausbildungsvertrag)
Eine Verpflichtung zur Rückzahlung des 13. Monatsgehaltes bei (vorzei-
Weder für den Gehalts- und Manteltarifvertrag noch für den Tarifvertrag für tigem) Ausscheiden aus der Praxis ist nach dem Manteltarifvertrag zu
die betriebliche Altersversorgung und Entgeltumwandlung ist eine Allge- keinem Zeitpunkt vorgesehen.
meinverbindlichkeitserklärung seitens des Arbeitsministeriums erfolgt. Die
Tarifverträge gelten deshalb nur für Tarifgebundene infolge der Mitglied- 4. Nach dem MTV hat der Auszubildende ab dem 2. Ausbildungsjahr (§ 12
schaft beim tarifschließenden Verband oder durch Bezugnahme auf die Abs. 7 MTV) monatlich Anspruch auf Euro 15,- vermögenswirksame
Tarifverträge im Berufsausbildungsvertrag. Die Anwendung von Mantel- Leistungen.
und Gehaltstarifvertrag und Tarifvertrag zur betrieblichen Altersversorgung
und Entgeltumwandlung für Medizinische Fachangestellte/Arzthelferinnen 5. Der neue Tarifvertrag zur „Betriebliche Altersversorgung und Entgelt-
oder andere Tarifverträge kann deshalb im Berufsausbildungsvertrag unter umwandlung“, der eine Ausweitung des Tarifvertrages aus dem Jahr
Punkt F vereinbart werden. Die Landesärztekammer Hessen empfiehlt auch 2002 darstellt, tritt ab 1. April 2008 in Kraft. Über die ausschließlich
weiterhin die Anwendung der Tarifverträge. arbeitnehmerfinanzierte Altersversorgung durch Umwandlung von ei-
Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf den Manteltarifvertrag, auf genen Entgeltbestandteilen hinaus wird nun ein zusätzlicher arbeitge-
den Gehaltstarifvertrag und auf den Tarifvertrag für betriebliche Altersver- berfinanzierter Vorsorgebeitrag sowie ein Zuschuss zur Entgeltum-
sorgung vom 22. November 2007. wandlung eingeführt. Die Medizinischen Fachangestellten/Arzthelferin-
nen haben bis zum 31. Dezember 2014 das Wahlrecht zwischen VW-
1. Nach dem Manteltarifvertrag (MTV) beträgt die wöchentliche Arbeitszeit Leistungen und der Einzahlung in eine betriebliche Altersversorgung.
ausschließlich der Pausen durchschnittlich 38,5 Stunden (§ 6 Abs. 1 MTV). Bei Abschluss neuer Verträge ab dem 1. Januar 2015 haben sie aus-
schließlich Anspruch auf den Arbeitgeber-Beitrag zur betrieblichen
Über diese wöchentliche Arbeitszeit hinaus geleistete Stunden gelten als Altersversorgung. Der Zuschuss zur VWL wird zum 31. Dezember 2014
Überstunden (§ 7 Abs. 1 MTV). Jede Überstunde muss mit einem 25 %igen abgeschafft. Detaillierte Informationen erhalten Sie von: Deutsche Ärzte-
Zuschlag angerechnet werden (§ 6 Abs. 2 a Gehaltstarifvertrag (GTV)), Versicherung, Tel.: 0221 14822700, MLP-Geschäftsstelle Wiesbaden,
sofern nicht innerhalb eines Zeitraums von vier, längstens zwölf Wo- Ralph Jakobs, Tel.: 0611 97622-31, apo-Finanz, Daniela Schmidt, Tel.:
chen entsprechende Freizeit gewährt wird. Der Freizeitausgleich hat mit 069 795092-252
dem entsprechenden Zeitzuschlag zu erfolgen.
6. In § 4 Nr. 3 des Berufsausbildungsvertrages hat sich der Ausbildende
Für Jugendliche gelten die Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzge- dazu verpflichtet, die Kosten für die Inanspruchnahme von öffentlichen
setzes. Nach der tarifdispositiven Regelung des § 21 a JArbSchG wurde Verkehrsmitteln zum regelmäßigen Besuch der zuständigen Berufs-
im Manteltarifvertrag Folgendes vereinbart: Die maximale Arbeitszeit schule zu tragen. Eine Befreiung tritt dadurch ein, dass das Land Hes-
wird auf bis zu neun Stunden täglich verlängert, die erste Pause muss sen diese Kosten übernimmt, allerdings nur für das 1. Schuljahr.
spätestens nach fünf Stunden gewährt, die Schichtzeit (tägliche Arbeits­ Die Kostenübernahme durch das Land Hessen erfolgt nicht automa-
zeit unter Hinzurechnung der Ruhepausen) wird bis auf elf Stunden täg- tisch, sondern muss über die jeweilige Berufsschule beantragt werden.
lich verlängert, die Arbeitszeit wird auf bis zu 5 1/2 Tage verteilt. Dabei Die Auszubildenden werden i.d.R. in der Berufsschule darüber infor-
darf die wöchentliche Höchstarbeitszeit von 40 Stunden nach dem Ju- miert.
gendarbeitsschutzgesetz nicht überschritten werden (§ 6 Abs. 5 MTV). Die Vorschrift kann wegen fehlender gesetzlicher Grundlage von den
Vertragsparteien gestrichen werden.
2. Nach dem MTV stellt der Ausbildende die notwendige Schutz- und Be-
rufskleidung, mindestens zwei Berufskittel im Jahr, unentgeltlich zur Um der Ausbildung einen rechtmäßigen Rahmen zu geben, bitten wir um
Verfügung. Er trägt die Reinigungskosten (§ 14 MTV). Beachtung der genannten Vorschriften. Für Rückfragen steht Assessorin
Roswitha Hoerschelmann, Landesärztekammer Hessen, Telefon: 069 97672-
Die Schutz- und Berufskleidung verbleibt jedoch im Eigentum des Aus- 154/155 gerne zur Verfügung.
bildenden und ist nach Ausscheiden aus der Praxis zurückzugeben, es
sei denn, es sind andere Vereinbarungen getroffen worden. Landesärztekammer Hessen
Ausbildungswesen: Medizinische Fachangestellte und Arzthelfer/innen
3. Nach dem MTV hat der Auszubildende Anspruch auf Auszahlung eines
13. Monatsgehaltes. Das 13. Monatsgehalt bemisst sich nach der Höhe *
Wegen der besseren Lesbarkeit werden die Begriffe Ausbildender, Auszu-
des letzten vollen Monatsgehaltes. bildender jeweils in der männlichen und weiblichen Form mitgedacht.

550
8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Landesärztekammer Hessen

Das Versorgungswerk informiert:


Änderungen der Satzung und Versorgungsordnung des Versorgungswerkes
der Landesärztekammer Hessen
Die Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen hat in der Die Tabelle gibt an in der Spalte:
Sitzung am 28.03.2009 mit der in § 4 A) (1) a) der Satzung vorgeschriebenen EA = das Eintrittsalter, d. h. das versicherungstechnische Alter*, in dem
Zweidrittelmehrheit aller gewählten Mitglieder die nachfolgenden Änderun- das Mitglied in das Versorgungswerk eintritt, oder falls es nicht
gen der Satzung und Versorgungsordnung beschlossen, die das Hessische unter die Pflichtmitgliedschaft fällt, eine freiwillige Mitgliedschaft
Sozialministerium mit Schreiben vom 25.06.2009 unter dem Geschäfts­ mit dem Versorgungswerk eingeht.
zeichen VI 3 B - 54 g 3110 genehmigt hat: B = den monatlichen zahlbaren Beitrag für die Anwartschaft auf eine
Berufsunfähigkeits- und Altersrente von 10,-- € monatlich.
Neustrukturierung der §§ 9 und 14 ohne materielle Auswirkungen (Renten-
R = den Betrag der monatlichen Rentenanwartschaft auf eine Berufs­
eintrittsalter Altersrente und Zurechnungszeit Berufsunfähigkeitsrente
unfähigkeits- und Altersrente bei Zahlung eines monatlichen Bei­
unverändert)
tra­ges von 10,-- € bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres.
Die Satzungsänderungen dienen der besseren Lesbarkeit und Erleichterung *) Ein bis zum Berechnungsstichtag (Beginn der Mitgliedschaft oder
der Rentenberechnung, ohne dass sie eine materiell-rechtliche Änderung Zeitpunkt einer Beitragsänderung) mehr als zur Hälfte verbrachtes
zur Folge haben. Lebensjahr wird als vollendetes Lebensjahr gerechnet.

Artikel 1
Die Beitrags- und Leistungstabelle ist für laufende Beitragsentrichtungen
1. § 9 Abs. 2 der Versorgungsordnung wird wie folgt neu gefasst: aufgestellt. Als laufender Beitrag eines abgelaufenen Zeitabschnitts gilt der
im Durchschnitt pro Monat dieses Zeitabschnitts entrichtete Beitrag.
„(2) Wird die Gewährung der Altersrente nach § 2 Abs. 3 der Versorgungs-
ordnung vorgezogen, so mindert sich der Betrag der lebenslänglich zahl­ Als maßgebender Zeitabschnitt gilt das Kalenderjahr oder – wenn bis zum
baren Altersrente um einen versicherungsmathematischen Abschlag. Stichtag der Rentenberechnung das Kalenderjahr nicht abgeschlossen war
Dabei wird die aus bereits geleisteten Beiträgen errechnete Anwart- oder sich die Mitgliedschaft zum Versorgungswerk nur auf einen Teil eines
schaft auf eine nach Vollendung des 65. Lebensjahres beginnende Alters­ Kalenderjahres erstreckte – der mit Mitgliedschaftszeiten belegte Teil des
rente in Abhängigkeit vom Zeitraum der vorgezogenen Inanspruchnahme betreffenden Kalenderjahres.
nach Maßgabe der Tabelle 3 des § 14 der Versorgungsordnung gekürzt.“ Für die Zeiten der Nachversicherung wird bei der Bildung des Durchschnitts-
beitrages eine Beitragszahlung des Mitglieds in der Höhe unterstellt, in der
2. § 14 der Versorgungsordnung wird wie folgt neu gefasst:
es als Pflichtversicherter Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung hät-
te entrichten müssen.
㤠14
Tabellen für Rentenberechnungen Als künftiger laufender Monatsbeitrag wird angesehen:

Beitragszahlungen ab dem 01.01.2008 werden gemäß der nachfolgenden a) Zur Mitgliedschaft und zur Höherversorgung gemäß § 11 Abs. 2
Tabelle 1 verrentet. Buchst. a und b der Satzung der Durchschnittsbeitrag der letzten
12 beim Versorgungswerk zurückgelegten beitragspflichtigen Mo-
Tabelle 1: Beitrags- und Leistungstabelle
nate vor dem Stichtag der Rentenberechnung, höchstens der fest-
(gültig für ab 01.01.2008 entrichtete Beiträge)
gesetzte Monatsbeitrag gemäß den §§ 7, 8 und 9 der Satzung und
EA B R EA B R EA B R § 13 der Versorgungsordnung. Hat die Mitgliedschaft insgesamt
bis weniger als 12 Monate bestanden, so gilt als künftiger laufender
20 1,981 50,485 35 4,000 24,998 50 10,412 9,604 Beitrag der Durchschnittsbeitrag aller bis zum Versorgungsfall
21 2,068 48,363 36 4,217 23,712 51 11,331 8,825 zurückgelegten Zeiten der Mitgliedschaft,

22 2,159 46,309 37 4,451 22,469 52 12,390 8,071 b) zur Höherversorgung gemäß § 11 Abs. 1 der Satzung sowie zur
23 2,256 44,324 38 4,702 21,267 53 13,620 7,342 freiwilligen Mitgliedschaft nach der bis zum 31.12.2004 gültigen
24 2,358 42,403 39 4,973 20,107 54 15,069 6,636 Satzung 1/60 der Summe der in den letzten 60 Kalendermonaten
25 2,466 40,544 40 5,267 18,985 55 16,798 5,953 vor dem Berechnungsstichtag entrichteten Beiträge.
26 2,581 38,745 41 5,586 17,902 56 18,900 5,291
Jede Erhöhung des laufenden Beitrages wird technisch als Beginn einer hö-
27 2,702 37,005 42 5,934 16,853 57 21,515 4,648 heren Beitragsentrichtung, jede Herabsetzung des laufenden Beitrages als
28 2,831 35,322 43 6,314 15,839 58 24,851 4,024 Minderung des laufenden Beitrages behandelt.
29 2,968 33,694 44 6,730 14,858 59 29,274 3,416
Zur Bestimmung des durch die Beitragsänderung höheren oder minderen
30 3,113 32,121 45 7,190 13,908 60 35,436 2,822
Rentenanwartschafts- oder Rentenanteils werden die Werte der Beitrags-
31 3,268 30,599 46 7,698 12,990 61 44,643 2,240
und Leistungstabelle verwendet. Dabei ist als Eintrittsalter das versiche-
32 3,433 29,127 47 8,264 12,101 62 59,952 1,668
rungstechnische Alter im Zeitpunkt der Änderung des laufenden Beitrages
33 3,610 27,704 48 8,896 11,241 63 90,498 1,105
zugrunde zu legen und der Tabellenwert R auf die Differenz zwischen den
34 3,798 26,328 49 9,607 10,409 64 181,818 0,550
Beiträgen vor und nach der Änderung anzuwenden.

551
8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Landesärztekammer Hessen

Beitragsänderungen werden nur zum Ende eines abgelaufenen Zeitab- Berechnungsanleitung:


schnitts festgestellt. 1. Spalte „Verringerung“:
Zur Ermittlung des Beitragsausfalls ist der laufende Monatsbeitrag mit der
Hat das Mitglied seine Beitragszahlung zur freiwilligen Mitgliedschaft nach
Anzahl der Ausfalltage zu multiplizieren und durch 30 zu dividieren.
der bis zum 31.12.2004 gültigen Satzung oder zur Höherversorgung gemäß
Sind innerhalb dieser Zeit Beiträge entrichtet worden, so ist die Summe die-
§ 11 Abs. 1 der Satzung eingestellt, so liegt keine laufende Beitragsentrich-
ser Beiträge abzusetzen.
tung hierfür vor. In diesem Fall errechnet sich die Rentenanwartschaft oder
der betreffende Teil der Rentenanwartschaft nur aus den bisher tatsächlich 2. Spalte „Kapitalfaktor“:
entrichteten Beiträgen. Zur Bestimmung des Kapitalwertes einer zu einem Stichtag erworbenen
Tritt während einer Zeit gemäß § 9 Abs. 2 Buchst. b der Satzung, für die kein mtl. Rentenanwartschaft ist der Anwartschaftsbetrag mit dem Tabellen-
oder ein ermäßigter Beitrag entrichtet wird, oder innerhalb von 3 Monaten wert zu multiplizieren, der für das zum Berechnungsstichtag maßgebende
nach Beendigung einer solchen Zeit eine Berufsunfähigkeit ein, so wird eine Alter des Mitglieds gilt.
Berufsunfähigkeitsrente mindestens in Höhe der Anwartschaft gewährt, die
Als maßgebendes Alter für die Anwendung der Tabelle gilt:
vor dem Beginn der Beitragsbefreiung oder Beitragsermäßigung erreicht
A) für Personen, die vor dem 1.7. eines Jahres geboren sind, die Differenz
war.
zwischen dem Kalenderjahr, in das die Ausfallzeit bzw. der Stichtag
Im Übrigen wirken sich Zeiten gemäß § 9 Abs. 2 Buchst. b sowie Zeiten ge- fällt, abzüglich des Geburtsjahres.
mäß § 9 Abs. 2 Buchst. c und d der Satzung, für die kein oder ein ermäßigter B) In allen übrigen Fällen ermäßigt sich das entsprechend A) ermittelte
Beitrag entrichtet wird, mindernd auf die Höhe der Rentenanwartschaft aus Alter um ein Jahr.
der Mitgliedschaft nur nach dem Umfang des Beitragsausfalls gemäß fol-
gender Tabelle aus: Hat das Mitglied innerhalb der Europäischen Union (EU) auch Pflichtversi-
cherungszeiten (Versicherungszeiten im Sinne des Artikels 1 Buchst. r der
Tabelle 2: Verringerung der Rentenanwartschaft  
Verordnung (EWG) Nr. 1408/71) im Ausland zurückgelegt, so wird für die
bei Beitragsausfällen  
Bemessung der Berufsunfähigkeitsrente, soweit sie auf Beitragszahlungen
Faktoren zur Berechnung des Kapitalwertes von Rentenanwartschaften
zur Mitgliedschaft oder zur Höherversorgung gemäß § 11 Abs. 2 Buchst. a
(gültig ab 01.01.2008)
oder b der Satzung beruht, der Teil des künftigen laufenden Monatsbeitra-
Maß­ Verringe- Kapital­ Maß­ Verringe- Kapital­ ges angerechnet, der dem Verhältnis der bis zum Stichtag der Rentenbe-
geb­ rung der mtl. faktor geb­ rung der mtl. faktor rechnung beim Versorgungswerk zurückgelegten Zeiten der Mitgliedschaft
liches Renten­anwart­ liches Renten­anwart­ zu den bis dahin innerhalb der Europäischen Union insgesamt zurückgeleg-
Alter schaft in % der Alter schaft in % der ten Pflichtversicherungszeiten entspricht.
Summe der Summe der
Die anteilige Anrechnung eines künftigen laufenden Monatsbeitrages (an-
ausge­fallenen ausge­fallenen
teilige Zurechnung) erfolgt auch dann, wenn die Mitgliedschaft bereits vor
Beiträge Beiträge
dem Eintritt des Versorgungsfalles geendet hat.
20 1,768333 56,55 43 0,817500 122,32
21 1,711667 58,42 44 0,791667 126,32 Hat das Mitglied bzw. frühere Mitglied Pflichtversicherungszeiten aus-
22 1,654167 60,45 45 0,765000 130,72 schließlich bei inländischen Versorgungseinrichtungen zurückgelegt, so
findet die vorstehende Regelung entsprechende Anwendung, sofern alle
23 1,600833 62,47 46 0,740833 134,98
anderen Versorgungseinrichtungen, bei denen das Mitglied bzw. frühere
24 1,549167 64,55 47 0,716667 139,53
Mitglied pflichtversichert war, gleichfalls eine Invalidenrente mit einer an-
25 1,499167 66,70 48 0,693333 144,23
teiligen Zurechnung gewähren.
26 1,450000 68,97 49 0,670833 149,07
27 1,402500 71,30 50 0,649167 154,04 Soweit in Fällen mit ausschließlich inländischen Pflichtversicherungszeiten
28 1,356667 73,71 51 0,628333 159,15 die Gegenseitigkeit für die Gewährung und Berechnung einer Invalidenren-
29 1,310833 76,29 52 0,607500 164,61 te mit anteiliger Zurechnung im Verhältnis zu anderen Versorgungsträgern
30 1,268333 78,84 53 0,588333 169,97 nicht gewährleistet ist, gelten folgende Regelungen:

31 1,226667 81,52 54 0,569167 175,70 –– Tritt der Versorgungsfall während der Mitgliedschaft beim Versorgungs-
32 1,185833 84,33 55 0,551667 181,27 werk ein und gewährt eine andere Versorgungseinrichtung, bei der das
33 1,146667 87,21 56 0,535833 186,63 Mitglied pflichtversichert war, keine Invalidenrente oder lediglich eine
34 1,108333 90,23 57 0,520000 192,31 Rente aus den tatsächlich gezahlten Beiträgen, so erfolgt bei der Anrech-
35 1,071667 93,31 58 0,506667 197,37 nung des künftigen laufenden Monatsbeitrages keine anteilige Kürzung.
36 1,035833 96,54 59 0,495000 202,02 Erhält das Mitglied aus früherer Pflichtversicherung außerdem eine Inva-
37 1,001667 99,83 60 0,485000 206,19 lidenrente mit anteiliger Zurechnung von einer weiteren Versorgungsein-
38 0,966667 103,45 61 0,476667 209,79 richtung, so wird der auf der Zurechnung beruhende Teil dieser Leistung
auf die Berufsunfähigkeitsrente des Versorgungswerkes angerechnet.
39 0,935000 106,95 62 0,469167 213,14
Mindestens wird jedoch die Rente gewährt, die sich aus den tatsächlich
40 0,902500 110,80 63 0,462500 216,22
gezahlten Beiträgen errechnet.
41 0,874167 114,39 64 0,458333 218,18
–– Tritt der Versorgungsfall während der Pflichtmitgliedschaft bei einer an-
42 0,845000 118,34
deren Versorgungseinrichtung ein und gewährt diese eine Invalidenrente

552
8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Landesärztekammer Hessen

ohne Kürzung wegen anderweitiger Versicherungszeiten, so errechnet Die vorstehenden Änderungen der Satzung und Versorgungsordnung des
sich die Berufsunfähigkeitsrente ausschließlich aus den tatsächlich Versorgungswerkes der Landesärztekammer Hessen werden hiermit ausge-
gezahlten Beiträgen. Erhält das frühere Mitglied von der anderen Ver- fertigt und im Hessischen Ärzteblatt verkündet.
sorgungseinrichtung jedoch eine Invalidenrente mit lediglich anteiliger
Frankfurt am Main, den 26.06.2009
Zurechnung, so gewährt das Versorgungswerk gleichfalls eine Rente
mit anteiliger Zurechnung, auch wenn weitere beteiligte Versorgungs-
träger keine Invalidenrente oder nur eine solche ohne Zurechnung
gewähren.

Die Altersrentenanwartschaft errechnet sich ausschließlich aus den tat-


sächlich gezahlten Beiträgen. Ist das Mitglied bei Eintritt eines Versorgungs­ Dr. med. Gottfried von Knoblauch Dr. med. Brigitte Ende
falles nicht in einem unter den Geltungsbereich der Verordnung (EWG) Nr. zu Hatzbach Vorsitzende des Vorstandes
1408/71 fallenden Staat pflichtversichert und erhält es für die betreffende Präsident der Landesärztekammer Hessen des Versorgungswerkes der
Zeit auch keine Leistung eines Versicherungsträgers eines Mitgliedstaates Landesärztekammer Hessen
der EU, so errechnet sich auch im Falle der Berufsunfähigkeit die Rentenan-
wartschaft ausschließlich aus den tatsächlich gezahlten Beiträgen.

Tabelle 3: Abschläge bei Inanspruchnahme  


einer vorgezogenen Altersrente
(gültig ab 01.01.2008)
Richtige Antworten
Vorverlegung Kürzung um Vorverlegung Kürzung um
um Monate um Monate Zu der Fragebogenaktion „Gangstörungen im Alter – Überblick,  
1 0,5% 31 13,4% Diagnostik und Therapie“ in der Mai-Ausgabe, Seite 310
2 0,9% 32 13,8% Frage 1 5 Frage 6 5
3 1,4% 33 14,2% Frage 2  4 Frage 7 5
4 1,9% 34 14,5% Frage 3  3 Frage 8 1
5 2,3% 35 14,9% Frage 4 4 Frage 9 2
6 2,8% 36 15,3% Frage 5  4 Frage 10 3
7 3,3% 37 15,7%
8 3,7% 38 16,0%
9 4,2% 39 16,4%
Aktive Immunisierung gegen Hepatitis B
10 4,7% 40 16,7%
11 5,1% 41 17,1% Die Landesärztekammer Hessen macht darauf aufmerksam, dass die
12 5,6% 42 17,5% Ärztin/der Arzt als Arbeitgeber verpflichtet ist,
13 6,0% 43 17,8% • sicherzustellen, dass die Beschäftigten, insbesondere auch die Aus-
14 6,5% 44 18,2% zubildenden, bei Aufnahme der Tätigkeit über die für sie in Frage
15 6,9% 45 18,5% kommenden Immunisierungsmaßnahmen in verständlicher Form
16 7,3% 46 18,9% unterrichtet werden,
17 7,7% 47 19,2% • im Einvernehmen mit der Ärztin/dem Arzt, der die arbeitsmedizini-
18 8,2% 48 19,6% schen Vorsorgeuntersuchungen durchführt, festzulegen, welche Imp­
19 8,6% 49 19,9% fungen im Einzelfall geboten sind, und
20 9,0% 50 20,3% • bei gegebener Indikation (Personenkreis, Expositionssituation) die
21 9,4% 51 20,6% Impfungen kostenlos anzubieten.

22 9,9% 52 20,9% Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung empfehlen den gefähr-
23 10,3% 53 21,2% deten Beschäftigten im Gesundheitsdienst dringend, von der Möglich-
24 10,7% 54 21,6% keit der für sie kostenlosen aktiven Schutzimpfung gegen Hepatitis B
25 11,1% 55 21,9% Gebrauch zu machen.
26 11,5% 56 22,2%
Wir bitten eindringlich, diese Vorschrift zu beachten. Rechtsgrundlage
27 11,9% 57 22,5% ist die Biostoffverordnung (BGR-TRB 250) „Biologische Arbeitsstoffe
28 12,2% 58 22,9% im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege. Die vorgeschriebene
29 12,6% 59 23,2% Schutzimpfung ist auch Gegenstand der betriebsärztlichen Betreuung.
30 13,0% 60 23,5%
Landesärztekammer Hessen

Abteilung Ausbildungswesen:
Artikel 2
Medizinische Fachangestellte und Arzthelfer/innen
Die Änderungen treten zum 01.07.2009 in Kraft.

553
Meldedaten der
Landesärztekammer Hessen

Sehr geehrte Kollegin,


sehr geehrter Kollege,

Ihre Adresse ändert sich? Sie haben eine neue


Landesärztekammer Hessen E-Mail-Adresse oder Handynummer? Bitte teilen
– Meldewesen – Sie uns diese Änderung mit.
Postfach 90 06 69 Sie können uns nachstehendes Formular über-
senden per Post, online über das Formular
60446 Frankfurt
Adressänderungen unter www.laekh.de,
per Mail an meldewesen@laekh.de oder selbst-
verständlich per Fax 069 97672-128.

Vielen Dank!

Mitgliedsnummer
Name
Vorname(n)
ggf. Geburtsname
Titel/Akademische Grade
Geburtsdatum Geburtsort
Privatadresse seit
Straße
Postleitzahl
Ort
Telefon
Fax
Mobiltelefon
E-Mail
Homepage http://www.
Dienstadresse seit
Straße
Postleitzahl
Ort
Telefon
Fax
Mobiltelefon
E-Mail
Homepage http://www.

Datum Unterschrift des Mitgliedes

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8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Folgende Vertragsarztsitze werden nach § 103 Abs. 4 SGB V zur Besetzung Frankfurt am Main Orthopädin/Orthopäde
ausgeschrieben. Die Zulassung des Vertragsarztes/der Vertragsärztin endet (Berufsausübungsgemeinschaftsanteil)
und soll durch einen Praxisnachfolger fortgeführt werden: Frankfurt am Main-Nordend Psychotherapeutisch tätige Ärztin/
Psychotherapeutisch tätiger Arzt
(Hälftiger Versorgungsauftrag)
Planungsbereich Darmstadt-Stadt
Frankfurt am Main Psychotherapeutisch tätige Ärztin/
Darmstadt Orthopädin/Orthopäde Psychotherapeutisch tätiger Arzt
(Hälftiger Versorgungsauftrag)
Planungsbereich Landkreis Bergstraße
Planungsbereich Main-Taunus-Kreis
Lindenfels Allgemeinärztin/Allgemeinarzt oder
Internistin/Internist – hausärztlich – Main-Taunus-Kreis Chirurgin/Chirurg
(Berufsausübungsgemeinschaftsanteil) (Hälftiger Versorgungsauftrag,
Bensheim Allgemeinärztin/Allgemeinarzt oder Berufsausübungsgemeinschaftsanteil)
Internistin/Internist – hausärztlich – Main-Taunus-Kreis Frauenärztin/Frauenarzt
(Berufsausübungsgemeinschaftsanteil)
Planungsbereich Hochtaunuskreis
Heppenheim Orthopädin/Orthopäde
(Hälftiger Versorgungsauftrag, Hochtaunuskreis Frauenärztin/Frauenarzt
Berufsausübungsgemeinschaftsanteil) Hochtaunuskreis Frauenärztin/Frauenarzt
Hochtaunuskreis Plastische Chirurgin/Plastischer Chirurg
Planungsbereich Landkreis Darmstadt-Dieburg
Planungsbereich Offenbach am Main
Groß-Zimmern Allgemeinärztin/Allgemeinarzt oder
Internistin/Internist – hausärztlich – Offenbach am Main Psychologische Psychotherapeutin/
(Berufsausübungsgemeinschaftsanteil) Psychologischer Psychotherapeut
Groß-Umstadt Urologin/Urologe
Planungsbereich Landkreis Offenbach
Planungsbereich Landkreis Groß-Gerau
Rodgau-Jügesheim Allgemeinärztin/Allgemeinarzt oder
Mörfelden-Walldorf Psychologische Psychotherapeutin/ Internistin/Internist – hausärztlich –
Psychologischer Psychotherapeut Neu-Isenburg Allgemeinärztin/Allgemeinarzt oder
und Kinder- und Jugendlichen- Internistin/Internist – hausärztlich –
Psychotherapeutin/Kinder- und Landkreis Offenbach Allgemeinärztin/Allgemeinarzt oder
Jugendlichen-Psychotherapeut Internistin/Internist – hausärztlich –
(Hälftiger Versorgungsauftrag)
Planungsbereich Main-Kinzig-Kreis
Planungsbereich Odenwaldkreis
Main-Kinzig-Kreis Allgemeinärztin/Allgemeinarzt oder
Bad König Allgemeinärztin/Allgemeinarzt oder Internistin/Internist – hausärztlich –
Internistin/Internist – hausärztlich – Main-Kinzig-Kreis Allgemeinärztin/Allgemeinarzt oder
(Berufsausübungsgemeinschaftsanteil) Internistin/Internist – hausärztlich –
(Berufsausübungsgemeinschaftsanteil)
Bewerbungen bitten wir binnen eines Monats nach Erscheinen dieser Aus-
Main-Kinzig-Kreis Frauenärztin/Frauenarzt
gabe des Hessischen Ärzteblattes an die Kassenärztliche Vereinigung Hes-
Main-Kinzig-Kreis Urologin/Urologe
sen, Bezirksstelle Darmstadt, Wilhelminenplatz 7, 64283 Darmstadt zu
senden. Bewerbungen bitten wir binnen eines Monats nach Erscheinen dieser Aus-
gabe des Hessischen Ärzteblattes an die Kassenärztliche Vereinigung Hes-
Planungsbereich Frankfurt am Main sen, Landesstelle, Kaufmännische Geschäftsführung, Niederlassungsbe-
ratung/Bedarfsplanung, Georg-Voigt-Straße 15, 60325 Frankfurt zu sen-
Frankfurt am Main Allgemeinärztin/Allgemeinarzt oder
den.
Internistin/Internist – hausärztlich –
(Hälftiger Versorgungsauftrag)
Planungsbereich Vogelsbergkreis
Frankfurt am Main Allgemeinärztin/Allgemeinarzt oder
Internistin/Internist – hausärztlich – Freiensteinau Allgemeinärztin/Allgemeinarzt oder
(Hälftiger Versorgungsauftrag) Internistin/Internist – hausärztlich –
Frankfurt am Main Allgemeinärztin/Allgemeinarzt oder (Gemeinschaftspraxisanteil)
Internistin/Internist – hausärztlich – Romrod Allgemeinärztin/Allgemeinarzt oder
(Berufsausübungsgemeinschaftsanteil Internistin/Internist – hausärztlich –
– mit angestelltem Arzt)
Planungsbereich Lahn-Dill-Kreis
Frankfurt am Main Anästhesistin/Anästhesist
(Hälftiger Versorgungsauftrag) Mittenaar Allgemeinärztin/Allgemeinarzt oder
Frankfurt am Main-Westend Anästhesistin/Anästhesist Internistin/Internist – hausärztlich –
(Hälftiger Versorgungsauftrag) (Hälftiger Versorgungsauftrag,
Frankfurt am Main-Innenstadt Augenärztin/Augenarzt Gemeinschaftspraxisanteil)

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8 2009 • Hessisches Ärzteblatt
Kassenärztliche Vereinigung Hessen

Mittenaar Allgemeinärztin/Allgemeinarzt oder Neu-Anspach Chirurgin/Chirurg


Internistin/Internist – hausärztlich – (Berufsausübungsgemeinschaftsanteil)
(Hälftiger Versorgungsauftrag,
Bewerbungen bitten wir binnen eines Monats nach Erscheinen dieser Aus-
Gemeinschaftspraxisanteil)
gabe des Hessischen Ärzteblattes an die Kassenärztliche Vereinigung Hes-
Wetzlar Allgemeinärztin/Allgemeinarzt oder
sen, Bezirksstelle Limburg, Adelheidstraße 7, 65549 Limburg zu senden.
Internistin/Internist – hausärztlich –

Planungsbereich Wetteraukreis Planungsbereich Marburg-Biedenkopf

Bad Nauheim Internistin/Internist – fachärztlich – Marburg Psychologische Psychotherapeutin/


(Hälftiger Versorgungsauftrag, Psychologischer Psychotherapeut
Gemeinschaftspraxisanteil) (Hälftiger Versorgungsauftrag)
Marburg Frauenärztin/Frauenarzt
Bewerbungen bitten wir binnen eines Monats nach Erscheinen dieser Aus-
Ebsdorfergrund Allgemeinärztin/Allgemeinarzt oder
gabe des Hessischen Ärzteblattes an die Kassenärztliche Vereinigung Hes-
Internistin/Internist – hausärztlich –
sen, Bezirksstelle Gießen, Eichgärtenallee 6-8, 35394 Gießen zu senden.
(Berufsausübungsgemeinschaftsanteil)

Planungsbereich Landkreis Fulda Planungsbereich Schwalm-Eder-Kreis

Petersberg Ärztin/Arzt für Willingshausen Allgemeinärztin/Allgemeinarzt oder


Psychotherapeutische Medizin Internistin/Internist – hausärztlich –
Borken Internistin/Internist – fachärztlich –
Planungsbereich Landkreis Hersfeld-Rotenburg
(Hälftiger Versorgungsauftrag,
Niederaula Kinderärztin/Kinderarzt Berufsausübungsgemeinschaftsanteil)

Planungsbereich Kassel-Stadt Bewerbungen bitten wir binnen eines Monats nach Erscheinen dieser Aus-
gabe des Hessischen Ärzteblattes an die Kassenärztliche Vereinigung Hes-
Kassel Augenärztin/Augenarzt
sen, Bezirksstelle Marburg, Raiffeisenstraße 6, 35043 Marburg zu senden.
Kassel Internistin/Internist – fachärztlich –
Schwerpunkt Endokrinologie
Planungsbereich Wiesbaden
Kassel Psychologische Psychotherapeutin/
Psychologischer Psychotherapeut Wiesbaden Orthopädin/Orthopäde
(Hälftiger Versorgungsauftrag) (Hälftiger Versorgungsauftrag)
Kassel Psychologische Psychotherapeutin/ Wiesbaden Fachärztin/Facharzt für Allgemeinmedizin
Psychologischer Psychotherapeut (Gemeinschaftspraxisanteil)
(Hälftiger Versorgungsauftrag) Wiesbaden Fachärztin/Facharzt für Allgemeinmedizin
(Gemeinschaftspraxisanteil)
Planungsbereich Landkreis Kassel
Wiesbaden Fachärztin/Facharzt für
Vellmar Augenärztin/Augenarzt Psychotherapeutische Medizin
Vellmar Chirurgin/Chirurg (Hälftiger Versorgungsauftrag)
Kaufungen Hautärztin/Hautarzt Wiesbaden Anästhesistin/Anästhesist
Wolfhagen Frauenärztin/Frauenarzt
Planungsbereich Rheingau-Taunus-Kreis
(Gemeinschaftspraxisanteil)
Untertaunus Ärztin/Arzt für Kinder- und Jugendmedizin
Planungsbereich Werra-Meißner-Kreis
(Hälftiger Versorgungsauftrag)
Hessisch Lichtenau Kinderärztin/Kinderarzt
Bewerbungen bitten wir binnen eines Monats nach Erscheinen dieser Aus-
Hessisch Lichtenau Orthopädin/Orthopäde
gabe des Hessischen Ärzteblattes an die Kassenärztliche Vereinigung Hes-
(Gemeinschaftspraxisanteil)
sen, Bezirksstelle Wiesbaden, Abraham-Lincoln-Straße 36, 65189 Wiesba-
Witzenhausen Orthopädin/Orthopäde
den, zu senden.
Planungsbereich Landkreis Waldeck-Frankenberg

Korbach Allgemeinärztin/Allgemeinarzt oder Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen, Körperschaft des Öffent­
Internistin/Internist – hausärztlich – lichen Rechts – Landesstelle – vermittelt für ihre Mitglieder
(Gemeinschaftspraxisanteil) Praxisvertreter/-innen für Praxisvertretungen im Land Hessen.
Bewerbungen bitten wir binnen eines Monats nach Erscheinen dieser Aus- Ärzte, die einen Vertreter benötigen und Ärzte, die selbst eine Vertre-
gabe des Hessischen Ärzteblattes an die Kassenärztliche Vereinigung Hes- tung übernehmen möchten, werden gebeten, sich an die Kassenärzt-
sen, Bezirksstelle Kassel, Pfannkuchstraße 1, 34121 Kassel zu senden. liche Vereinigung Hessen – Landesstelle –, Georg-Voigt-Straße 15,
60325 Frankfurt/M., Telefon 069 / 79502-757 zu wenden.
Planungsbereich Hochtaunus Der Arzt, der sich in seiner Praxis vertreten lässt, hat sich nach § 20
Be­­rufsordnung der Ärzte in Hessen zu vergewissern, dass der Vertreter
Neu-Anspach Chirurgin/Chirurg die Voraussetzungen für eine ordnungsgemäße Vertretung erfüllt.
(Berufsausübungsgemeinschaftsanteil)

556