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War das "alte THW" denn nicht gut genug?

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• •• • •• •• • •
Zielsetzung des THW-Neukonzeptes 4
• • • ••
Aufgaben des THW im In- und Ausland 5
•• • •••• • • • ••••
Die künftigen Strukturen 8
• ••• ••• • • • • •••
Taktische Einheiten - Einsatztaktik, Stärke, Ausstattung 14-32
•• •• ••
Technischer Zug (TZ)
• •• • • • ••
14
.... 1. Der Zugtrupp (ZTr) 15
2. Die 1. Bergungsgruppe (1. BGr) 16
• •••• • • •
·.. . .
3. Die 2. Bergungsgruppe (2. BGr) 17
4. Fachgruppe Infrastruktur (FGr I) 19
••• • ••
5. Fachgruppe Räumen (FGr R) 20
• •••
••••
6. Fachgruppe Ortung (FGr 0)
• •
21
7. Fachgruppe Wassergefahren (FGr W) 22
• •• • •
•••
8. Fachgruppe Elektroversorgung (FGr E)

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•••••
9 . Fachgruppe Wasserschaden/ Pumpen (FGr WP)

25
10. Fachgruppe Trinkwasserversorgung (FGr TW) 26
•••••••
• •••
11. Fachgruppe Brückenbau (FGr BrB) 27
·.. 12. Fachgruppe Ölschaden (FGr Ö) 28
• •••
13. Fachgruppe Logistik (FGr Log) 29
14. Fachgruppe Führung und Kommunikation (FGr FK) 30
•••• •
15. Fachgruppe SEEBA (FGr SEEBA) 32
•• •
Der Mensch im THW 33
••
Die Ausbildung 35
·. Das Umfeld
• ••
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••
Umsetzungsaspekte 40
• •
Zusammenfassung 43
IMPRESSUM
Herausgeber: Osang Verlag GmbH Fotos Titel- und Rückseite: THW
im Auftrag des Ausbildungsreferates der THW-
Leitung Anschrüt des Verla ges:
Osang Verlag GmbH,
Redaktion: Dr Ing A . Kassner, Dip!. Vwwt . (FH)
A . Glass , H Pfitzmeier, Dip!.-Ing . M Schloz, Am Römerlager 2 , 53117 Bonn,
H . Klein-Hitpaß, Dr S Koch (Osang Verlag) Telefon : (0228) 67 83 83 , 67 85 23
Verantwortlich (i S. d . P) · Dr S Koch Fax . (0228) 67 96 31

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Technisches Hilfswerk
War das "alte THW" denn nicht gut genug? Ist die Seit Ende 1994 liegt nun die Entscheidung von Bun-
Ausbildung der THW-Helfer jetzt nichts mehr wert? desinnenminister Manfred Kanther vor; er wünscht
Warum wird unser bewährter Instandsetzungszug auf- ausdrücklich die Umsetzung des Konzeptes ab 1.1.95 .
gelöst, und was wird aus unserer liebevoll gepflegten Auch wenn die Umsetzung manche Härte mit sich
Ausstattung? Welche Einheiten beherbergt künftig bringen wird, kommt diese Vorgabe uns allen ent-
mein Ortsverband, und was kann ich damit anfangen? gegen, wird sie doch um so schneller die von uns
Seit im THW die Rede von einer bevorstehenden tief- ersehnte Klarheit bescheren . Wohin die Reise geht mit
greifenden Umstrukturierung ist, treiben solche Fragen dem THW-Neukonzept, das sollen die folgenden Seiten
- nicht nur - die Ehrenamtlichen im THW um . Auch die möglichst umfassend beantworten und dabei neben
THW-Leitung, obgleich maßgeblich am Umbau betei- dem bloßen Inhalt auch die Idee des THW-Neukon-
ligt, konnte bisher nicht viel Licht ins Dunkel bringen . zeptes näherbringen.
Sie hätte sonst der politischen Entscheidung des Bun-
desinnenministers vorgegriffen.

Ein Dank für harte Arbeit


Das THW-Neukonzept konnte niemand aus dem
Ärmel schütteln. Daß es letztlich rechtzeitig und in
sich schlüssig Bundesinnenminister Manfred Kanther
zur Entscheidung vorlag, verdankt das THW vor
allem zwei Arbeitsgruppen aus Haupt- und Ehren-
amtlichen, die trotz aller Schwierigkeiten nie verzagt
haben. Der "AK 2000" und der "Arbeitskreis THW 4"
mit der Arbeitsgruppe "Neukonzept" mußten politi-
sche und finanzielle Vorgaben, taktische und tech-
nische Anforderungen und ihre Erfahrung aus dem
THW-Alltag so miteinander abwägen, daß daraus
der realistisch tragfähige Rahmen wurde, den das
vorliegende THW-Neukonzept darstellt. Das THW
hat damit seine Zukunft vor dem Hintergrund allge-
meiner Haushaltsmittel-Knappheit konstruktiv in die
Hand genommen und sich nicht zum Objekt pau-
schaler, sachfremder Etatkürzungen machen lassen .
Für die getane harte Arbeit sei allen gedankt die
sich an der Erarbeitung des Konzeptes beteiligt
haben.

Technisches Hilfswerk
3
u
Das THW-Neukonzept war notwendig geworden • Ortsverbände und Einheiten örtlich anforderungs-
aufgrund der veränderten sicherheitspolitischen Situa- gerecht zu verteilen,
tion Deutschlands und wegen der ebenfalls veränder-
• die Flächenpräsenz des THW und damit verbunden
ten Anforderungen an das THW bei größeren bzw,
die Einbindung in kommunale Strukturen zu erhal-
langwierigen Katastrophen- oder Schadenslagen, Die
ten,
bisherige Struktur der Ortsverbände, der Einheiten
sowie die Art der Kfz- und Fachdienstausstattung • Überschneidungen mit den Feuerwehren in Aufga-
genügte den Anforderungen der Zukunft nicht mehr. ben und Ausstattung zu verringern,
Dabei muß sich die Neustrukturierung des THW an • die Organisati ons- und Führungsstrukturen des THW
den drei gleichwertigen gesetzlichen Aufgaben des an die quantitativ und qualitativ gestiegenen
THW (§ I (2) THW-HelfRG) ausrichten: Ansprüche im In- und Ausland anzupassen,
- Technische Hilfe im Zivilschutz, Fundament des THW bleibt das "unbezahlbare"
ehrenamtliche Engagement der Führungskräfte und
- Technische Hilfe bei der Gefahrenabwehr auf
Helfer in den Ortsverbänden , Zur Erfüllung der politi-
Anforderung der zuständigen Stellen (Amtshilfe) ,
schen Vorgaben, keinen Helfer zu entlassen und
- Technische Hilfe im Ausland im Auftrag der Bun- Kosten zu sparen, wird das "Instrument" der Reserve-
desregierung , helfer künftig intensiver eingebunden und vermehrt
genutzt.
Zur Umgestaltung des THW zu einem umfassenden
und autarken Instrument des Bundes mit dem Damit die Beschaffung der notwendigen Fahrzeuge
beschriebenen Dreifachnutzen strebt das Neukonzept und Ausstattung (auf reduziertem Gesamtniveau)
an : finanziert werden kann, sind Einsparungen bei den
Verbrauchskosten notwendig, Für das THW bedeutet
• das Selbstverständnis des THW zu v erändern, hin zu
das schmerzhafte Einschnitte, die es aber zugleich zu
stärkerer Identität als eigenständig arbeitender Ein-
einer Effizienzerhöhung nutzen will ,
satzorganisation bei hoher Flexibilität der Gesamt-
struktur, Der wichtigste Grundsatz des THW-Neukonzeptes -
"Qualität vor Quantität" - ist nicht neu, Die ehrenamt-
• die Motivation der Helfer zu stärken,
lichen Helfer in den Ortsverbänden tragen das Kon-
• durch gezielten Helfernachwuchs aus technischen zept "Weniger ist mehr" dann mit, wenn sie parallel
Berufen das THW weiter zu professionalisieren, zum Abbau von Einheiten und Helfern eine moderne
• qualifizierte Helfer langfristig als Reservehelfer mit und für vielfältige AUfgaben nutzbare Ausstattung
einer befriedigenden Aufgabe zu binden, erhalten, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgabe "Techni-
sche Hilfe" benötigen ,
• das THW weiter zu entbürokratisieren,
• ehrenamtliche Einsatzkapazitäten zu aktivieren,
indem hauptamtliches Personal mehr Verwaltungs-
aufgaben übernimmt,
• die Funktion hauptamtlichen Personals zeitgemäß
auf Management- und Koordinierungsaufgaben
auszurichten
- durch sachgerechte Delegation von Aufgaben
auf die Dienststellen und
- Anpassung der Aus- und Fortbildung an die neue
Organisation des THW,
• zukunftsorientierte und aufgabengerechte Ausstat-
tung der THW-Einheiten,
• mit eigenen Komponenten für Führung, Kommuni-
kation und Logistik
• die von Dritten unabhängige Einsatzfähigkeit zu
sichern,

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Technisches Hilfswerk

Technische Hilfe im Inland IIl . Organisationsstruktur

Zivilschutzperspektiven Die Neukonzeption des Zivilschutzes und die ange-


spannte Haushaltslage erfordern eine Straffung und
In seinem Zivilschutzprogramm gibt das Bundesin- Konzentration aller personellen und sächlichen Res-
nenministerium folgenden Rahmen vor : sourcen . Die bisher in v erschiedenen Einrichtung en
1. Allgemeines/ Katastrophenschutz durchgeführte Ausbildung in den Bereichen Selbst-
schutz, Zivilschutz und zivile Verteidigung wird in einer
1. Das ehrenamtliche Element bleibt Grundpfeiler
Einrichtung zusammengefaßt. Das Bundesamt für Ziv il-
des Ziv ilschutzes. Die Motivation der Helfer sowie die
schutz und die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk
Eigenverantwortung der Organisationen sollen
bleiben tragende Säulen des Zivilschutzes im Verant-
gestärkt werden . Administrative Hemmnisse werden
wortungsbereich des Bundes .
abgebaut.
2. Der Zivilschutz wird auf den Strukturen des vor- Diese Vorgabe bedeutet für das THW :
handenen Gefahrenabwehrpotentials in den Ländern
• Der erweiterte Katastrophenschutz wird deutlicher
aufgebaut. Auf die Vorgabe bundeseinheitlicher als bisher in Bundesauftrags- und Bundeseigenver-
Strukturen wird grundsätzlich v erzichtet. waltung getrennt.
3. Der Bund ergänzt aus Ziv ilschutzgründen das
Katastrophenschutzpotential der Länder in den Berei- • Im Rahmen der Bundesauftragsv erwaltung ergänzt
chen Brandschutz, Sanitätswesen, Betreuung und ABC- der Bund das friedenszeitliche Potential der Länder
Schutz. und verzichtet auf die Vorgabe bundeseinheitlicher
Strukturen .
4. Für den Bereich der Technischen Hilfe hält der
Bund die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk vor. • Das Gesamtpotential des THW wird als Bundesei-
Deren gesamtes Potential steht den Ländern zusätzlich g env erwaltung der Verstärkungsteil des erweiterten
zur Verstärkung ihres eigenen Katastrophenschutzpo- KatS und bleibt damit das einzige operative Instru-
tentials zur Verfügung . ment des Bundes in diesem Bereich.
5. Die Ausbildung wird an den organisationseige-
• Im V -Fall erfüllt das THW die AUfgaben der Tech-
nen Ausbildungseinrichtungen und den Landesfeuer- nischen Hilfe unter Leitung der KatS -Behörden der
wehrschulen durchgeführt. Deshalb kann auf die v om Länder, ist aber für die interne Führung, Kommuni-
Bund finanzierten KatastrophenSChutzschulen der Län-
kation und Logistik selbst verantwortlich .
der grundsätzlich verzichtet werden .
6. Die Wartung und Instandsetzung der Ausstattung Organisationsspezifische Aspekte der THW-Aufgaben
erfolgen grundsätzlich durch die Privatwirtschaft. Hierfür
stellt der Bund pauschalierte Selbstbewirtschaftungsmit- Vor Inkrafttreten des THW-HelfRG hatte das THW nur
tel zur Verfügung . Die bisher vom Bund finanzierten Zen- eine gesetzlich fixierte Aufgabe , nämlich Technische
tralwerkstätten werden damit entbehrlich . Hilfe im Zivilschutz . Das THW wurde als Ziv ilschutzein-
richtung v orrangig für diese Aufgabe strukturiert und
II . Bundesanstalt Technisches Hilfswerk verwaltet. Dies kollidierte mit der auf reale Gefahren-
1. Das Technische Hilfswerk nimmt im Ziv ilschutz die abwehrarbeit ausgerichteten Erwartungshaltung der
Aufgabe "Technische Hilfe" wahr. Darüber hinaus ver- Helfer. Die ehrenamtliche Basis des THW hat sich stets
fügt die Bundesanstalt über eine Komponente für als Hilfeleistungsorganisation gefühlt, die durch örtli-
humanitäre Hilfseinsätze im Ausland . che Einbindung und friedenszeitliche Einsätze Teil des
2. Die Aufbauorganisation des Technischen Hilfs- kommunalen Lebens sein wollte . Erst durch das THW-
werks wird gestrafft . Statt der derzeit elf Landesbeauf- HelfRG, das drei gleichwertige Aufgaben des THW
tragten-Dienststellen im alten Bundesgebiet sollen definierte, und die darauf folgende Herauslösung der
künftig acht vergleichbare Organisationseinheiten für THW-Leitung aus dem Bundesamt für Zivilschutz ergab
das gesamte Bundesgebiet gebildet werden . Die 119 sich ein Gleichklang zwischen den gesetzlichen und
Geschäftsführerbereiche sollen auf 66 verringert und politischen Vorgaben sowie den Forderungen der
umstrukturiert werden . ehrenamtlichen Helferschaft .
3. Der Bund wird sich dafür einsetzen, daß das Das THW verbindet in idealer Weise die Vorteile
Technische Hilfswerk in die allgemeine Gefahrenab- einer straff gefüh rten, schnell reaktionsfähigen Bun-
wehr stärker als bisher ei nbezogen wird . Administrati- deseinrichtung mit der hohen Motivation und Fach-
ve Hemmnisse , die die Erreichung d i eses Zieles kompetenz der in der Regel beruflich vorgebildeten
erschweren, werden beseitigt. ehrenamtlichen Führungskräfte und Helfer. Die Bun-

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Technische s HilJsw erk
desanstalt THW ist damit ein professionelles und des THW auch zum unverzichtbaren Bestandteil des
kostengünstiges Instrument des Bundes zur Leistung Katastrophenschutzes der Länder, wenngleich der Ein-
technischer Hilfe beim Zivilschutz, bei der huma- satz des THW in diesen Fällen als Amtshilfe zu quali-
nitären Auslandshilfe sowie unterstützend oder ergän- fizieren ist.
zend in der Gefahrenabwehr der Länder und
Gemeinden.
Bedrohungsanalyse und Schadensbilder
Bisherige Defizite Ein Krieg in der Art, w ie er allen bisherigen Szena-
Wie jeder engagierte Katastrophenschützer weiß, rien zugrunde lag, ist unwahrscheinlich geworden.
weisen die bisherigen KatS-Strukturen mittlerweile Der V-Fall rückt immer mehr in den Hintergrund . Die-
Defizite auf. Der Bund, nach dem Grundgesetz für den ser Verbesserung der sicherheitspolitischen Lage ste-
Bevölkerungsschutz im Krieg zuständig, hielt dafür - hen aber andere und z. T. auch neue Gefährdungen
zusätzlich zum Gefahrenabwehrsystem der Länder - gegenüber. Beispielhaft seien nur genannt:
den sogenannten Verstärkungsteil im erweiterten
Katastrophenschutz vor, zu dem auch das THW gehör- • Instabilität des früheren kommunistischen Machtbe-
te . Die Grundstrukturen des Verstärkungsteils ent- reichs,
stammen weithin dem Luftschutzhilfsdienst (LSHD) der
• Nord-Süd-Konflikt,
Nachkriegszeit . Der LSHD wurde ab Mitte der 50er
Jahre von Fachleuten aufgebaut, die ihre Erfahrun- • Nationalitätenkonflikte,
gen im Zweiten Weltkrieg gesammelt hatten. Bei der
Auswertung der damaligen Vorschläge zum Aufbau • Religionskonflikte ,
eines Luftschutzes fällt auf, daß stets vom Kriegsbild • regionale Konfliktherde (aktuell: Ex-Jugoslawien) .
und damit vom Schadensbild des Zweiten Weltkrieges
mit Luftangriffen von Bombergeschwadern ausge- Solche außenpolitischen Konflikte können sich zu
gangen wurde, jedoch jeglicher Bezug zur friedens- Krisenherden entwickeln, die Auswirkungen auf die
zeitlichen Nutzung fehlte . Bundesrepublik haben. Auch Bedrohungsursachen,
Bei Ausbildung, Übungen sowie der Beschaffung die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können,
von Ausstattung wurde aus haushaltsrechtlichen sind nicht auszuschließen . Die bisherige - zumindest
Gründen vom Bund ein ausschließlicher V-Fall-Bezug theoretische - Trennung zwischen Krieg und Frieden ist
gefordert und umgesetzt. Dieses schränkte bei vielen schon heute verwischt. Der Staat muß daher - unab-
Fachdiensten die friedenszeitlichen Verwendungs- hängig von den Ursachen - in der Lage sein, die
möglichkeiten ein und war nur unvollkommen mit der Bevölkerung in GroßschadenSlagen zu schützen .
Absicht zu vereinbaren, ein einheitliches Hilfe- Daneben muß er evtl . bei Konflikten in Nachbarre-
leistungspotential für Krieg und Frieden bereitzustellen
gionen Flüchtlingsströme steuern , verso rgen und
(KatSG 1968) . Deswegen klafften in den letzten Jahren
unterbringen . Die bisherige Kalkulierbarkeit - auch für
die beiden Säulen des abwehrenden Bevölkerungs-
die Verteidigungsplanungen - ist entfallen. An ihre
schutzes - einerseits friedenszeitliche Gefahrenab-
wehr durch Länder, Kreise und Gemeinden und Stelle tritt auf absehbare Zeit eine völlig neue Unwäg-
andererseits "Bundes-Katastrophenschutz" - immer barkeit. So wie die NATO ihre Planungen völlig ver-
weiter auseinander. Darunter litt die Zusammenarbeit ändern mußte, ist auch im Zivilschutz künftig flexible-
der am integrierten Hilfeleistungssystem Beteiligten . re Reaktionsfähigkeit gefordert.
Die Vorgabe des Katastrophenschutzgesetzes Grundlage eines jeden Neukonzeptes für den Zivil-
(KatSG), als "Grundlast" des friedenszeitlichen KatS in schutz muß naturgemäß ein angenommenes V-Fall-
jedem Kreis Einheiten aller Fachdienste aufzustellen, Schadensszenario sein . Die bisherige "stabile" Ost-
haben die Länder oder Organisationen in den wenig-
West-Konfrontation ist einer Unberechenbarkeit gewi-
sten Fachdiensten verwirklicht. Dennoch hat sich im
chen .
Rahmen eines Bedarfsdeckungssystems, welches flexi-
bel und schnell auf neue Anforderungen reagierte, Fachlich vertretbar erscheint heute vielmehr die
ein Hilfeleistungspotential hoher Effizienz entwickelt, Annahme künftiger Gefährdung vorwiegend durch
das vor allem die Bereiche Brandschutz, technische
gezielt eingesetzte ballistische Flugkörper, über die
Hilfe im Rahmen der alltäglichen Gefahrenabwehr,
eine Reihe von Staaten verfügen oder in absehbarer
Schadensbekämpfung nach Unfällen mit gefährli-
Zeit verfügen können . Ihre Wirkung ist aus dem Zwei-
chen Stoffen, Rettungs- und Sanitätsdienst umfaßt.
ten Weltkrieg und aus dem Golfkrieg bekannt; sie
Diese Kräfte waren jedoch bei größeren Schadens- haben einen großen Zerstörungsradius und verursa-
lagen über die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gefor-
chen - je nach Siedlungsstruktur - Brände, Vertrüm-
dert, so daß dann i. d . R. auf Einheiten des erweiterten
merungen und Schäden an der Infrastruktur. Dabei ist
KatS zurückgegriffen wurde. Obwohl die Länder im
mit vielen Toten, zahlreichen Verschütteten und einer
Bereich des Bergungs- und Instandsetzungsdienstes
kein eigenes Potential vorhalten, sind in den hohen Anzahl Schwerverletzter zu rechnen . Daneben
Rechtsvorschriften der meisten Länder diese Fach- darf nicht verdrängt werden, daß auch der Einsatz
dienste als Bestandteil des friedenszeitlichen KatS atomar oder chemisch bestückter Gefechtsköpfe wei-
genannt. Damit wird de facto das Bundespotential terhin im Bereich des Denkbaren liegt.

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Technisches Hilfswerk
fallen . Im Schadensfall hat es
deshalb hohe Priorität, der
Bevölkerung und wichtigen
Betrieben sowie Einrichtungen
der öffentlichen Daseinsvorsor-
ge bis zur Reparatur der Lei-
tungen einstweilen die lebens-
wichtige Elektro- und Wasser-
versorgung zu gewährleisten.

Technische Hilfe im
Ausland
Auslandseinsätze haben in
der Geschichte des THW eine
lange Tradition . Bereits seit
1953 leistet das THW huma-
nitäre Hilfe im Ausland .
Gründe dafür waren u . a .:

• Naturkatastrophen durch
Erdbeben, Dürre, Hochwas-
ser. Dammbruch, Sturmflut

• Umweltkatastrophen, z. B.
durch Ausströmen von ÖL

• Zusammenbruch der Versor-


gung mit Wasser, Lebensmit-
teln, Medikamenten, Strom
usw. aufgrund innerer Unru-
hen, Krisen, Kriege ,

• Flüchtlingsbewegungen .

Die Katastrophe von Amsterdam 1992 (Flugzeugabsturz) zeigte ein Die humanitäre Hilfeleistung
Schadensbild, wie es auch durch andere Ursachen in heutigen im Ausland besteht aber nicht
Gebäudeformen vorkommen kann.
nur im Einsatz von THW-Einhei-
ten oder Teileinheiten ; zuneh-
Anforderungsprofil
mend werden auch Erkundun-
Die Notwendigkeit und die erforderliche Ausgestal- gen angefordert oder Gefahren- und Schadens-
tung des THW im Rahmen des erweiterten Katastro- analysen, Gutachten, Beratungen, Vorschläge und
phenschutzes wurde im Zusammenhang mit den krie- Aktionspläne gewünscht die von Spezialisten des THW
gerischen Ereignissen in der Golfregion augenfällig. erbracht werden und dann zu planvoller. erfolgreicher
Hierbei erfolg1e der Einsatz des gesamten Spektrums Hilfe führen . Außerdem bilden THW-Spezialisten ein-
konventioneller Waffen, insbesondere auch gegen die heimische Fachkräfte und Helfer aus, unterweisen und
Bevölkerung und die Infrastruktur. Gleiches zeigt der unterstützen sie - im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe .
Krieg im ehemaligen Jugoslawien.
Auslandseinsätze bauen auf Erfahrungen aus viel-
Es wurden gezielt wichtige Objekte mit erheblichen fältigen Inlandseinsätzen auf. Ohne diese Basis könn-
Folgewirkungen angegriffen. Obwohl die Schadens- ten die gesteigerten Herausforderungen solcher
flächen kleiner werden, ist der Zeit- und Kräfteauf- Einsätze nicht gemeistert werden. Während bei
wand für die Rettung oder Bergung Verschütteter. ins- Inlandseinsätzen der Ortsverband dezentral ereignis-
besondere wegen der heutigen Baukonstruktionen bezogen reagiert, werden Auslandseinsätze
und der Waffenwirkungen, erheblich höher als im grundsätzlich von der THW-Leitung zentral gesteuert.
Zweiten Weltkrieg . Die Wahrnehmu ng des bisherigen
Das fachtechnische Know-how für den Einsatz bie-
Bergungsdienstes ist daher mehr denn je unverzicht-
tet die breite ehrenamtliche Basis, wobei die THW-Hel-
bar. Dafür ist zeitgemäße Technik für Ortung, Ret-
fer aus ihrer beruflichen Tätigkeit stets den aktuellen
tung/Bergung und Sicherung bis hin zur immer
Stand der Technik einbringen. So zeigt das THW -
bedeu1samer gewordenen Räumung erforderlich .
gerade durch die ehrenamtlichen Helfer - ein hohes
Hinsichtlich der Infrastruktur ist davon auszugehen, Maß an technischer Professionalität. Die Auswahl der
daß bei Angriffen, Sabotageakten etc. durch gezielte fachlich und persönliCh geeigneten Helfer ist eine
Zerstörungen (an Knoten und Qu erverbindu ngen) die veran twortungsvolle und schwi erige A u fgabe für d i e
El ektro- und Wasserversorgung sowie die Abwasser- O rtsverbände , aber besonders für die Geschäftsstellen
leitungen in begrenzten Gebieten für längere Zeit aus- und die Landesverbände .

Technisches Hilfswerk
7
-.
I- u kturen
Organi salionsstrukturen bei der Technischen Hilfe renabwehr ergänzen oder abl ösen, wenn THW-spezi-
fische Aufgaben zu erl edigen sind, die meist auch
Das Konzept des BMI geht also von den Strukturen
längere Zeit in Anspru ch nehmen .
der Länder aus. Das gemeinsame Hilfeleistungssy-
stem, zu dem das THW einen wesentlichen Beitrag lei- Bei den konzeptionellen Überlegungen des THW
stet. bekämpft Schäden in Arbeitsteilung. sind über die k lassischen Katastrophenfälle h inaus
auch andere Szen arien wie Konflikte in Nach barre-
Die Spezialisierungsvorteile des THW liegen in den gionen, evtl . verbunden m it Flüchtlingsström en nach
Bereichen, in denen die Behörden und Stellen des Deutsch land etc" zu berücksi chtigen. A u ch in sol ch en
Bundes, der Länder, der Gemeinden und die öff entli- Situa tionen sin d d i e Länder weitgeh end fü r d i e Auf-
chen Unternehmen Schäden entweder gabenbewältigung zuständi g. Der Bund kann sie im
- quantitativ, wesentlichen nur durch das THW u nterstü tzen . Die
zunehmenden Anforderungen bei Naturkatastrophen
- qualitativ oder (Hochwasser. Stürme etc.) machen ebenso das THW
- zeitgerecht als dritte Säule der Gefahrenabwehr neben Feuer-
wehr und Sanitätsorganisationen unverzichtbar.
nicht beseitigen können.
Das THW-Neukonzept sieht eine deutliche Reduzie-
In diesen Fällen kann die benötigte Fachkompe- rung der personellen sowie der einfach en materiellen
tenz des THW zeitgerecht und aufwandskonform ein- Ausstattung des THW vor. Es setzt auf mehr Qualität
gesetzt werden. In der Regel kann das THW im Kata- anstelle von Quantität. In Zeiten immer knapper wer-
strophenfall dann die Kräfte der alltäglichen Gefah- dender Haushaltsmittel ist dieses nach Auffassung des
THW der einzige Weg, ein l eistungsfäh iges Techni-
sches Hilfswerk zu erhalten . Darüber hinaus muß das
THW auch in Zukunft im Interesse seiner zunehmen-
den Rolle als "Visitenkarte" der Bundesregierung in
der humanitären Auslandshilfe aufgaben- und zeit-
gemäßer ausgestattet und ausgebildet werden.

Der Orts verband


Der Ortsverband (OV) ist Keimzelle des THW als
Helfer- und Ein satzorganisation . Er nimmt a u ch die
wichtigste Stu fe des THW-Gefahrenabwehr-Manage-
ments ein . Daher kommen auf den OV-Stab (bisher
"OV-Führung") künftig zusätzliche und höherwertige
Aufgaben zu . Dementsprechend wird der OV -Stab
personell verstärkt und umstrukturiert . Er besteht dann
aus folgenden Personen:

- Ortsbeauftragter.

- Stellvertretender Ortsbeauftragter.
- OV-Ausbild ungsbeau ftragter; dieser nimmt zu g l eich
die Fun k tio n des Fach beratersjVerbindungsmannes
im Stab der Kat S-Behörde bzw. bei andere n Be h ör-
den oder einer TE L wahr.

- Verwaltungshelfer.

- Schirrmeister.

- Helfer für Öffentlichkeitsarbeit und Helferwerbung,


- Jugendbetreuer und
- OV-Koch.

Der Umfang und die Breite des vom THW zu bewäl -


tigenden Einsatzsp ektrums erf orde rn in jedem Ort sver-

• Gemeinsam geht's besser - das THW leistet


wertvolle Beiträge zur Hilfe.
band ein e Min destvorhaltung von ein em Tech nisch en
Zug mit drei Gruppen untersch iedlich e r Ausstattung.

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Technisches Hilfswerk
Das Einsatzkonzept Das Führungskonzept
Das Neukonzept sieht vor : Die Einsätze der letzten Zeit haben beispielhaft die
künftige Einbindung des THW dokumentiert:
• Örtliche Einheiten (mindestens ein Technischer Zug
in jedem Ortsverband) mit großer Verwendungs- Übertragung von räumlich bzw. fachlich abge-
breite zur flächendeckenden Grundversorgung in schlossenen Aufgaben durch die Gefahrenabwehr-
Bergung/Rettung sowie technischer Hilfe insbeson- behörden oder andere Stellen, die vom THW hin-
dere auch im Infrastrukturbereich, sichtlich der
- Führung,
• überörtliche Facheinheiten für technische Schwer-
- Taktik,
punktbildung bei der Bekämpfung von Wasserge-
- Technik und
fahren und -schäden, zur Ortung, Räumung sowie
- Logistik
zur Elektroversorgung, ebenso Einheiten zur THW-
eigenständig zu lösen sind .
Führung, Kommunikation und Logistik,
Weil noch dazu der Bund seine eigenen Führungs-
• überregionale Facheinheiten für Großkatastrophen
und Versorgungsinstrumente im KatS aufgibt. benötigt
und Auslandseinsätze sowie für besondere Scha-
das THW eigene FÜhrungs-, Logistik- und Kommuni-
densfälle im Rahmen der Sicherstellung der Was-
kationskomponenten. (Die früheren TEL. FmZt HVB,
serversorgung, der Ölschadensbekämpfung bzw.
FmZ, FüGr Ber, VpfTr, MatETr, VGTr des Bundes sind
des Umweltschutzes und des Brückenbaus .
aufgelöst.) Die Gefahrenabwehr-/KatS-Behörden wer-
den sich künftig auf die Eigenständigkeit der einge-
setzten Organisationen verlassen und solche Kompo-
nenten i. d . R. nicht selbst vorhalten .
Zahl der Einheiten Bei Einsätzen im Rahmen der Katastrophen- bzw. der
Das THW verfügt künftig über 810 Technische Gefahrenabwehr wird das THW auf Anforderung einer
Züge, die aus je zwei Bergungsgruppen und min- Behörde tätig. Nach den Vorschriften des Verwaltungs-
destens einer technischen Fachgruppe bestehen. verfahrensgesetzes trägt das Technische Hilfswerk als
Die insgesamt 922 technischen Fachgruppen sind ersuchte Behörde die Verantwortung für die Durch-
wie folgt auf die verschiedenen Aufgabenbereiche führung der Maßnahmen. Nach dem Wegfall bundes-
verteilt: einheitlicher FÜhrungsstrukturen und -einheiten muß das
THW dieser Verantwortung durch geeignete Führungs-
und Einsatzgrundsätze, Ausbildung und Strukturierung
Fachgruppen: Anzahl: des Einsatzpotentials gerecht werden .
Infrastruktur ..................................................................... ..... ..264
Dies erfordert auch vom THW, daß es sein Potential
Räumen ....... .. ........................... ,......... ..................................... 132
von der kleineren bis zur Großschadenslage - ange-
Wassergefahren .. ....... .......................................................... 132
paßt an die jeweilige Führungsstruktur der anfordern-
Elektroversorgung ... ... ....... .. ....... .......... ........ ..... .......... ... ...... 66
den Behörden - optimal einsetzen kann .
Ortung ..... .................................................................................. 66
Wasserschaden/Pumpen ......................................... ....... .. 66 Dabei ist v on 4 Führungsebenen auszugehen :
Logistik ... ............ ........................................... ........... .. .. .. .. ..... .. .. 66 1. Stab Gefahrenabwehr-/ KatS-Behörde
Führung/Kommunikation ................................................. 66 (ortsfest) = obere FÜhrungsebene
Trinkwasserversorgung .. ..... ..... .... ... ..... ... " .. .... ... .... ... .. ... .... 32
2. Technische Einsatzleitung
Brückenbau.. .......... .... ........ .. .... . .... ............ .. .. ............ . 16 (angelehnt/ortsfest) = mittlere Führungsebene
Ölschaden .. " .... .. .... .. . . ................... .. ....... 16
3. Abschnitlsführungsstelle
Zur Bildung der Schnelleinsatzeinheit für Bergung (beweglich) = mittlere Führungsebene 2
im Ausland (SEEBA) gibt es außerdem 6 Fachgrup- 4. Züge , Einheiten, Einzelkomponenten
pen SEEBA. (beweglich) = untere Führungsebene
In jedem Fall wird die untere Führungsebene vom
THW nach Auftragsvorgabe der Gefahrenabwehr-
Damit kann der nächst gelegene THW-Ortsverband behörde in eigener Verantwortlichkeit wahrgenom-
einerseits schnell mit ersten Einsatzkräften Hilfe leisten men . Dies gilt häufig auch für die mittlere Führungs-
und andererseits Spezialausstattung und Verstär- ebene 2. Wenngleich die TEL/ EL i. d . R. von der Feuer-
kungskräfte überörtlich heranführen . Dieses Hilfelei- wehr besetzt sein wird , sind Schadensfälle denkbar
stungssystem des THW erfordert oberhalb der OV- (z. B. Aufräumarbeiten nach Zugunglück) , in denen
Ebene Management- und Führungsstrukturen . Dabei das THW auch die Einsatzleitung stellt . Stets entsendet
ist die Geschäftsstelle die zentrale Koordinierungsstel- das THW in die Stäbe der Behörden, die die Scha-
le (für Organisation, Verwaltung. Betreuung, Versor- densbekämpfung leiten, und in die TEL/EL fachlich
gung) . Die Landesverbände sind das koordinierende qualifiziertes Verbindungspersonal .
Steuerungsinstrument für die überregionale Gefahren-
Es ist darauf hinzuweisen, daß Anforderungen an
abwehr und die Auslandseinsätze sowie Ansprech-
das THW bei Einsätzen in der Regel an den Ortsbe-
partner für die Landesregierungen.
auftragten als Vertreter des THW auf örtlicher Ebene

9
Technisches Hilfswerk
(ersuchte Behörde bei der Amtshilfe) gerichtet wer- Analyse der derzeitigen Situation, Schadenscharak-
den . Dieser entscheidet über Art und Umfang des teristik und Einsatzaufgaben
THW-Einsatzes aufgrund der Anforderung und fordert
Die Baustruktur der ersten Hälfte des 20. Jahrhun-
ggf. überörtliche Hilfe beim zuständigen Geschäftsfüh-
derts war noch hauptsächlich von Mauerwerksbau-
rer an . Bei größeren Schadensereignissen werden
weise mit Holzbalkenträgern gekennzeichnet. Das Ein-
Kreisverwaltungen bzw. Sonderbehörden die Hilfe bei
dringen in zusammengestürzte Häuser einschließlich
der Geschäftsstelle als nächsthöherer Stufe der Behör-
ihrer Keller war erheblich leichter als bei der heuti-
de THW anfordern.
gen Bauweise mit Stahlträgern, Stahlbetonwänden
und -decken. Die Feuerwehren bzw. der Brandschutz-
Die Praxis
dienst sind in der Lage , leicht Verschüttete zu bergen.
Für das THW bedeutet das :
Bei allen größeren Schadensereignissen, insbesonde-
• Die THW-Fachberater für die Stäbe HVB müssen re mit zeitintensiven Arbeiten, haben die Feuerwehren
künftig auch Verbindungsaufgaben bei der TEL bisher schon das THW für Bergungs- und Sicherungs-
und anderen Behörden wahrnehmen können . arbeiten angefordert. Dabei hat sich jedoch zuneh-
• Das THW muß für diese neue Anforderung eigene mend herausgestellt, daß das THW mit mehr neuzeit-
Einsatz- und Führungsgrundsätze entwickeln, die es licher Technik (wie Kompressoren, Kernbohrgeräten,
in die Lage versetzen, der Lage entsprechend zu Hydraulikgeräten etc.) ausgestattet werden muß, um
reagieren . in einem angemessenen Zeitraum in Trümmer einzu-
dringen und Verschüttete zu befreien. Ein besonderer
• Dem THW erwachsen neue Aufgaben durch die Bedarf besteht darüber hinaus an fachgerechter
fortschreitende Entwicklung in Industrieanlagen, Ortungskapazität unter kombiniertem Einsatz von
Verkehrssystemen , urbanen Infrastrukturen etc . technischem Gerät und Rettungshunden . Die Beschaf-
Durch die daraus resultierende Steigerung der Kom- fung von Bergungsräumgeräten hat die Effektivität
plexität von Schadenslagen sind die Führungskräf- der Bergungseinsätze erheblich gesteigert. Damit wird
te in zunehmendem Maß gefordert. Ihre Ausbil- deutlich, daß moderne Technik in Verbindung mit
dung und Auswahl muß diesen Anforderungen ent- speziell ausgebildetem Fachpersonal unabdingbar ist.
sprechen.
Um den Bergungseinsatz zu ermöglichen, aber
• Die Führungs- und Organisationsaufgaben sind auch zum Schutze der Bevölkerung vor erheblichen
innerhalb der OV-Führung und zwischen den Ebe- Folgeschäden, müssen die technischen Einheiten des
nen Landesverband - Geschäftsführerbereich - THW künftig befähigt werden, kurzfristig die Energie-
Ortsverband im Rahmen einer funktionsbezogenen und Wasserversorgung bis zur Wiederherstellung der
Arbeitsteilung zu strukturieren. Netze (was Tage, im V-Fall auch Wochen dauern
Zur Verdeutlichung der neuen Verantwortung des kann) sicherzustellen . Als wichtigste Aufgabe ist dabei
THW für seine eigenen Einheiten im Einsatz sollen die die Elektroversorgung zu nennen .
folgenden Beispiele dienen : In den - auch lokalen - Schadenslagen können
• Variante A (siehe Seite 11) nach den Erfahrungen des THW bei seinen Einsätzen
- räumlich begrenzte Schadensstelle, im Inland wie auch im nahen und fernen Ausland
- Anforderung durch zuständige Behörde an den zahlreiche Menschenleben gerettet werden, wenn
OrtsbeauftragtenjOV, unmittelbar nach dem Schadensereignis wenigstens
- OV entsendet Einheit (TZ) , provisorisch
- diese unterstellt sich der örtlichen Einsatzleitung, - Trinkwasser.
- Auftragserteilung durch die örtliche Einsatzleitung,
- eigenverantwortliche Ausführung des Auftrages - Wärme ,
unter THW-Führung, - Licht und
- Nachführung erforderlicher Verstärkung unter Koor-
dination der Geschäftsstelle. - Abwasserentsorgung (Hygiene)

• Variante B (siehe Seite 12) sichergestellt sind. Die Ver- bzw. Entsorgungsunter-
nehmen können zwar beschädigte Leitungssysteme
- großes Schadensereignis (z . B. Sturmschaden, Hoch-
instandsetzen, benötigen aber hierfür entsprechende
wasser) ,
Vorlaufzeiten. Dabei sind deren Kapazitäten auf die
- Anforderung der zuständigen Behörde bei der
Beseitigung einzelner. überschaubarer Störfälle aus-
Geschäftsstelle,
gerichtet.
- Geschäftsstelle koordiniert die Entsendung mehrerer
Einheiten aus verschiedenen Standorten (OV) sowie Die behelfsmäßige Installation und vorübergehen-
zusätzlich der Fachgruppe FÜhrung/Kommunikation de Versorgung bei Schäden an Ver- und Entsorgungs-
(FK) und ggf. der Fachgruppe Logistik, einrichtungen haben hohe Bedeutung, so daß das
- die THW-Fachgruppe FK wird der TEL unterstellt THW Potential für den Bereich Infrastruktur vorhalten
muß. Die bisherige Konzeption berücksichtigte nur
- Auftragserteilung durch die TEL,
unzureichend die materielle Ausstattung zur tem-
- eigenverantwortliche Ausführung des Auftrages
porären Versorgung mit Strom und Wasser während
unter THW-Führung,
der behelfsmäßigen oder auch dauerhaften Instand-
- Nachführung, Ablösung und Logistik unter Koordi- setzung. Bei den durch die pOlitischen Umwälzungen
nation der Geschäftsstelle .

10
Technisches Hilfswerk
Schematischer Einsatzablauf, Variante A:
Einsatz des THW auf örtlicher Ebene

Behördenstruktur Einsatzstruktur
Behördliche Anforderung/Koordination Taktische Führung/Auftrag

Unter-
Anforderung stellung
Amtshilfe- Auftrag
ersuchen

Entsendung
•••
Technischer
Zug

Anfor-
derung
••
1. BGr

Unterstellung

Auftrag
••
Alarmierung

11
Technisch es Hilfswe rk
Schematischer Einsatzablauf, Variante B:
Einsatz des THW auf überörtlicher Ebene bei Großschäden bzw. Katastrophen

Behördenstruktur Einsatzstruktur
Behördliche Anforderung/Koordination Taktische Führung

Unter-
Anforderung stellung
Amtshilfe-
Auftrag
ersuchen

Auftrag
Alarm

••
Technischer

••
Zug

Technischer
Zug

Entsendung

12
Technisches Hilfswerk
der vergangenen Jahre ausgelösten Flüchtlingsströ- gestattet und ausgebildet. Auch hierfür ist die Aus-
men nach Deutschl and war das THW eine wichtige stattung luftverlastbar auszurichten.
Komponente , die zur Unterbringung großer Zahlen
Bei infrastrukturellen Maßnahmen zur Unterbrin-
Übersiedler und Asylbewerber eingesetzt werden
gung von Flüchtlingen greift das THW auf Personal
konnte .
und Material aus den Infrastrukturgruppen zurück.
Derzeit verfügt das THW über eine hohe Zahl Aufgaben des Straßen- und des Brückenbaus werden
gleichartiger Großfahrzeuge mit zum Teil nicht mehr von den Fachgruppen Brückenbau wahrgenommen .
zeitgemäßen Einsatzmöglichkeiten . Ziel der Neukon-
Zunehmende Bedeutung im internationalen Bereich
zeption im Bereich Ausstattung ist. die Anzahl der
wird die Bekämpfung von Umweltschäden und
Groß-Kfz zugunsten einer zeit- und auf-
Umweltgefahren haben. Besondere Gefahren gehen
gabengerechten Technik zu reduzieren .
dabei von Unglücken mit Mineralölprodukten aus .
Entwicklungsländer können Potential zur Bekämpfung
Bessere Ausrichtung auf Auslandseinsätze größerer Ölschäden aus finanziellen Gründen nicht
Ständig vorgehaltene und innerhalb von wenigen vorhalten, so daß sie auf internationale Hilfe ange-
Stunden einsetzbare Einheit ist die Schnelleinsatzein- wiesen sind . Die Fachgruppe Ölschaden wird künftig
heit für Bergungseinsätze im Ausland (SEEBA) des so ausgestattet. daß sie in einer großen fachlichen
THW, die insbesondere nach Erdbeben zum Einsatz Bandbreite Hilfe leisten kann .
kommt. Die dafür notwendige Ausstattung, inkl. Klein-
fahrzeuge, wird luftverlastbar vorgehalten .
Wichtigste Aufgabe des THW wird im Ausland auch
künftig die Versorgung von Flüchtlingen mit Wasser
sein . Derzeit ist das THW weltweit die einzige Organi-
sation, die auf kurzfristig entstehenden Bedarf auch
im größeren Rahmen reagieren kann. Um innerhalb
weniger Tage verfügbar zu sei n, wird künftig ein Teil
der Fachgruppen Wasserversorgung zusätzlich als
Schnelleinsatzeinheit Wasserversorgung (SEEWA) aus-

11 Das THW ist international geachtet, da es kurzfristig Trinkwasser für eine große Zahl Notleidender
.. erzeugen kann. Foto : Glass

13
Technisches Hilfswerk
Einsatztaktik, Stärke, Ausstattung

Technischer Zug (TZ) ••• <*> TZ


Der Technische Zug (TZ) ist die Basiseinheit des THW. ITZI 11/10/29=40 i~~@~ 1 Technischer Zug STAN- Nr.:
stand: 11 /94
Er besteht aus Komponenten des bisherigen Bergungs-
und Instandsetzungsdienstes und der organisationsei-
Der Technische Zug leistet umfassende technische Hilfe zur Rettung von Menschen und Tieren sowie
genen Einheiten . Sein Einsatz erfolgt in modularer zur Erhaltung von Sachwerten bei Gefahrenlagen, einschließlich Wassergefahren. Er führt Erkundungs·,
Weise angepaßt an die Erfordernisse der Schadens- Sicherungs· und Bergungsarbeifen an SchadensteIlen ~urch, überbrückt vorübergehend ausgefallene
Infrastruktur, leislet Räumarbeiten und richtet Wege und Ubergänge her. Ferner unterstützt er Behörden,
bekämpfung. Dabei sind Personal und Technik auf Organisationen und andere Stellen bei der Gefahrenabwehr.
eine weitgehende Verzahnung der örtlich vorhande-
nen Fachgruppen mit überörtlich oder überregional
beistellbaren THW-Fachgruppen ausgerichtet.
Die Ortsverbände (OV) , die gemeinsam einen El
Geschäftsführerbereich (GFB) bilden, stellen neben ~ MTW
einer ausreichenden Anzahl an Bergungsgruppen das
gesamte Spektrum der überörtlichen technischen
Fachgruppen. Auf die Anforderung nach einem Reserve
Schadensereignis reagiert unmittelbar der nächstgelege-
ne Ortsverband . Sofern dessen Leistungsfähigkeit
••
~
nicht ausreicht werden auf GFB-Ebene (regional)
erforderliche Fachgruppen oder ganze Technische
Züge beigestellt. Die zuständige Geschäftsstelle koor- GKW I Anhänger S/7t

diniert die Beistellung v on weiteren Einheiten aus


dem GFB, aus den Nachbar-Geschäftsführerbereichen t tHit tHHt
und ggf. unter Einschaltung der Landesverbands- 18 GrFü TrFü TrFü Reserve

Dienststelle (LV) den überregionalen Einsatz von


Facheinheiten . Fachgruppen für Führung und Kom- ••
munik ation sowie für Logistik und die OV-Stäbe bil-
B2
den die erforderliche Unterstützung für die Einsatz-Ein- I 1

heiten. Die THW-Unterkünfte werden im Einsatzfall v er-


stärkt führungstechnisch und logistisch als Basis ~ @ t t HH tHHt
genutzt. Damit kann das THW Schadensereignissen je
18 GrFü TrFü TrFü Reserve
nach Größe angepaßt und aufgabenorientiert begeg-
nen . •• Die jeweils dritte Gruppe ist variabel

IFGI und ist eine technische Fachgruppe

<*Veränderung bei FGr-Stärke - /4/14=18)

• Der Technische Zug mit FGr I kann als Übergangslösung beispielsweise so aussehen: OY-Kombi als MTW
(1.2), GKW 72 als GKW I (2.2) mit Anhänger (2.3), MKW 72 als GKW 11 mit Stromerzeuger 30 KYA auf Anhän-
ger (3.2), MKW 72 als MLW 3 t der FGr I (4.2 Typ I), Unimog als MLW der FGr I (4.2 Typ 2). Foto: HtJberath

14
Technisches Hilfswerk
1. Der Zugtrupp (ZTr)
Der Zugführer (ZFü) führt den TZ . Ih m bzw. seinem 1.2 Mannschaftstransportwagen (MTW)
Zugtrupp obliegt die taktisch-organisatorische Abwicklung
Der MTW ist ein Multifunktionsfahrzeug für den Auf-
des Einsatzes. Er erteilt Aufträge , die die Gruppenfüh-
gabenbereich des ZTr und für weitere Aufgaben dar-
rer fachlich-technisch in eigener Verantwortung mit
über hinaus.
ihren Gruppen ausführen .
Typ : LKW 1.5 t. geschlossen, Kombi. 1 + 8 Plätze
Der ZTr ist insbesondere zuständig für :
Verwendungszwecke :
• Lageerkundung, -erf assung, -beurteilung, -beob-
achtung, -mel dung, • Führungsfahrzeug
• Auftragsauswertung und -erteilung, - Aufnahme des Zugtrupps und seiner Ausstattung
• Koordinierung des Fachgruppeneinsatzes, zum Transport.

• Anforderung von Verstärkung bzw. Ablösung (ört- - Führungsstelle des Zuges mit der Möglichkeit. bei
lich und überörtlich) , Einsatz mehrerer EinheitenjTeileinheiten eine THW-
Einsatzleitung (THW-EL) aufzunehmen,
• Regelung der Logistik für die eigene Einheit und für
beigestellte THW-Einheiten, - Funk-Kommunikation

• Verbindung zu Einsatzleitungen, anderen Organisa- • Transport von Einsatzkräften zu u nd von der Ein-
tionen und Einheiten, satzstelle

• Einsatz des MTW. - Nachführung von Verstärkung nach Ausrücken der


Einsatzfahrzeuge mit Teilbesatzung,
1.1 Personal
- Transport von Personal der Fachgruppen,
Stärke 1/1/2=4 (+2):
- Transport von Ablösung oder Reserve-Personal.
1 Zugführer. 1 Zugtruppführer. 2 Helfer (und 2 Reser-
vehelfer)
• Transporte für die Zug-Versorgung, Nachführung
von Sondergerät
.~.
I ZTr
IT Z I I 1/1/2=4 [<>~~ I Zugtrupp STA N - Nr.: 02 1- 01
IStand: 11/94
- ermöglicht dem Zug die Eigenversorgung und

- die Zuführung von zusätzlicher Ausstattung .

• Erkundungs- und Lotsenaufgaben

- können im Zug-Rahmen oder ggf. darüber hinaus


wahrgenommen werden .
Der Zugtl1lPP fUhrt den Technischen Zug. Im Einsatz richtet er eine Führungsstelle für den Technischen
Zug und ggl. weitere zugeordnete Einhetten ein und betreibt sie. Im Bedartsfall bilden ein oder mehrere
Zugtrupps eine Abschnitts-Führungsstelle. Ferner organisiert der Zugtrupp eigenständig den Personal-
und Materialeinsatz, die Logistik und die Verbindung der ihm untersteltten Einhetten.
• Sicherung und Absperrung von Einsatzstellen bzw.
-zufahrten.

• Zusätzlich besteht die Möglichkeit. kleine Einsätze


mit geringem Personal- u nd Geräteaufwand eigen-
ständig zu leisten.
1

~1
T Z 1.
;fiil,il
MTW
1.3 Geräteausstattung

Die Geräteausstattung des Zugtrupps umfaßt neben


4
-
~ ~
Kommunikations- und Führungsmitteln auch Geräte
- t tft M zur Verkehrssicherung, Ersterkundung sowie Meß- und
6 ZFü TrFü Reserve
Warngeräte für Gase. Ferner ist dem Zugtrupp ein
=
Melderfahrrad zugeordn et.

Wird der MTW anderweitig verwendet. erfolgt die


Zugführung von einem GKW oder einem anderem
MTWaus .

15
Technisches Hillswerk
2. Die 1. Bergungsgruppe (1. BGr)
Die 1. BGr ist die universellste Gruppe im TZ. Das • Führungsstelle des Zuges ersatzweise bei anderwei-
Personal und die Ausstattung sind auf die Bewälti- tig eingesetztem MTW.
gung eines möglichst breiten Aufgabenspektrums aus-
gerichtet. In der Regel wird diese Gruppe mit ihrem • Zugfahrzeug für Anhänger bis 18 t zulässiges
GKW I auch zuerst zum Einsatz kommen (Schnellein- Gesamtgewicht (zGG) .
satz-Gruppe/SEG). Sie wird ergänzt und unterstützt
durch die 2. BGr oder durch Fachgruppen, oder aber 2.3 Anhänger (Anh.7 t)
sie unterstützt diese .
Typ : Anh . 7 t Nutzlast 2-Achs, Plane/Spriegel
2.1 Personal
Er dient dem TZ zum Transport von zusätzlichem Ein-
Stärke -/3/9=12 (+6): satz gerät von BaumateriaL geborgenen Sachgütern
etc. Ferner steht er dem TZ für allgemeine Logistik-
1 Gruppenführer, 2 Truppführer. 9 Helfer (und 6 Reser-
Aufgaben zur Verfügung .
vehelfer)
2.4 GeräteausstaUung
Sonderfunktionen : Atemschutzgeräteträger. Schweißer
Die Geräteausstattung der 1. BGr ist weitestgehend
2.2 Gerätekraftwagen 1 (GKW I)
absetzbar, tragbar und autark einsetzbar (Eigenan-
Typ : LKW 7 t geländegängig mit Winde (GLW) , trieb) . Die zeitgemäße Ausstattung beinhaltet u . a .
geschlossen/ Kofferaufbau , 1 + 8 Plätze hydraulische und pneumatische Hebe- und Trenn-
geräte, Tauchpumpen, Stromerzeuger sowie leistungs-
Er dient zur Beförderung der Einsatzmannschaft und
fähige Rettungsgeräte . Der GKW I ist mit einem Funk-
als Geräteträger der Ausstattung. Ferner ist er selbst
gerät ausgestattet.
Arbeitsgerät durch seine technischen Möglichkeiten .
Verwendungszwecke :
• Transport
Modulares System
Der Einsatz des Technischen Zuges (TZ) erfolgt
- von 1 + 8 Helfern einschließlich deren persönlicher
Ausstattung, in der Regel nicht als geschlossene Einheit.

- der Geräte- und Werkzeugausstattung der 1. Ber- Die Gruppen sind einsatztaktisch und einsatz-
gungsgruppe, technisch weitgehend eigenständig (modulares
System) und werden im Zugrahmen geführt. Gleich-
- v on einsatzbedingter Zusatzbeladung bzw. Sonder-
wohl besteht eine gewisse personelle und materielle
ausstattung.
Abhängigkeit der einzelnen Gruppen untereinander.
• Arbeitsgerät Sie arbeiten nach taktischen und technischen Erfor-
dernissen zum Teil eng zusammen .
- durch im Fahrgestell montierte, hydraulische Seil-
winde mit 5 bzw. 10 t Zugkraft Der Technische Zug. bestehend aus 1 Zugtrupp und
3 Gruppen, hat grundsätzlich eine Stärke von
- als Arbeitsplatz, zur Wartung der Ausstattung und
1/10/29=40 (+ 20). das heißt 1 Zugführer. 10 Unterführer.
Vorbereitung von Hilfskonstruktionen.
29 Helfer sowie zusätzlich 20 Reservehelfer bilden den
Zug. Die Gruppenstärke ist je -/3/9=12 (+6) . Ausnah-
~ 1.BGr men bilden die Fachgruppen Brückenbau. Trinkwas-
~ -/3/9=12 io@l I 1. Bergungsgruppe STAN-Nr.: 021 - 02
Stand: 11/94 serversorgung, Ölschaden und SEEBA. Diese haben
eine Stärke von -/4/14=18 (+9) . Hier wurde die Stärke
wegen der zu erwartenden Verwendung im Ausland
erhöht. Dadurch ergibt sich die Gesamtstärke der
betroffenen Technischen Züge von 1/11/34=46 (+23) .
Oie 1. Bergungsgruppe rettet Menschen und Tiere und birgt Sachwerte aus Gefahrenlagen,
einschließlich Wassergefahren . Sie führt Sicherungsarbeiten in Schadenslellen durch, leistet leichte Im Einsatz ist ein Ausrücken der einzelnen Gruppen
Räumarbeiten und richtet Wege und Übergänge her. Ferner unterstützt sie technisch und personell die
Fachgruppen des THW. bereits ab einer Stärke von -/1/2=3 bis -/1/5=6 vor-
gesehen. Die Nachführung von weiterem Personal bis
zur Sollstärke von -/3/9 plus 6 Reserve = 18 Personen
ist als Potential zu sehen, aus dem aufgabenorientiert
qualitativ bzw. quantitativ die Einsatzmannschall
zusammengestellt oder die Ablösung - bis hin zum 3-
Schicht-Betrieb - organisiert wird. Diese Personaleintei-
••
B 12 GKW I Anhänger S/7t
lung obliegt dem Gruppenführer. da er aus seinem
direkten Kontakt die Helfer gut einschätzen kann. Der
Zugtrupp koordiniert die ihm im Einsatz unterstellten
ffHH tHiH Gruppen.
TrFü Reserve

16
Technisches Hilfswerk
3. Die 2. Bergungsgruppe (2. BGr)
Die 2, BGr ist neben einer Grundausstattung - die Verwendungszwecke :
der Ausstattung der 1. BGr weitgehend ä hnelt - mit
• Transport
zusätzlichen, schwereren Komponenten ausgerüstet
insbesondere im Bereich der Erzeugung von elektri- - von 1 + 8 Helfern einschließlich deren persönlicher
scher, pneumatischer und h ydraulisch er Energie und Ausstattung,
entsprechende n Endgeräten hierzu , - der Geräte - und Werkzeugauss t a ttu ng der 2,
Der Einsatz e rf olgt weitgehend stationär am Bergungsgruppe,
Sch werpunkt des Einsatzgeschehens, Die besondere
- von einsatzbedingter Zusatzbeladung bzw, Sonder-
technische Leistungsfähigkeit des GKW II e r fordert die
ausstattung.
Zuordnung besonders geSChulter Maschinisten (für
Elektrik, Pneumatik, Hydraulik) , • Arbeitsgerät mit
3.1 Personal 1. Stromerzeuger 50 kVA (im Fahrzeug
montiert).
Stärke -/3/9=12 (+6):
2, Atemluftkompressor 300 bar,
1 Gruppenführer, 2 Truppführer, 9 Helfer (und 6
Reservehelfer) 3 , Hydraulik-Aggregat

Sonderfunktionen : Gerätewart Maschinist (Elektrik, 4 . Flutlichtmast (6 kW) ,


Hydraulik, Pneumatik), A temschutzgeräteträger,
• als Arbeitsplatz, zur Wartung der Ausstattung und
Sch weißer
Vorbereitung von Hilfskonstruktionen ,

3.2 Gerälekraftwagen 11 (GKW 11) • Führungsstelle des Zuges ersatzweise bei anderwei-
tiger Verwendung des MTW.
Typ: LKW 7 t geländegängig (GL), geschlossen/Kof-
feraufbau, 1 + 8 Plätze • Zugfahrzeug für Anhänger bis 18 t zGG ,

Er dient (wie GKW I) zum Transport von Personal und 3.3 Geräleausslallung
Ausstattung und ist in besonderer Weise Arbeitsgerät
Die Geräteausstattung der 2, BGr ergänzt die Aus-
durch seine technische Aussta ttung , Ein MKW wird bis
stattung der 1. BGr und der Fachgruppen und eröffnet
auf weiteres (z , T. mit einem Stromerzeuger auf
taktische Alternativen , Geräte , die bei der 1. BGr z, B,
Anhänger) als GKW II verwendet.
meist mit Verbrennungsmotoren angetrieben werden.
••• sind bei der 2. BGr elektrisch betrieben .
2.BGr
I. z I I -/3/9=12 I~~ I 2. Bergungsgruppe STAN- Nr.: 021 - 03
Stand : 11/94
Der Stromerzeuger betreibt zunächst die elektrischen
Einsatzgeräte des GKW II , Darüber hinaus versorgt er
die Einsatzgeräte verschiedener Fachgruppen (z. B.
Tauchpumpen. Trinkwasseraufbereitungsanlagen) und
insbesondere in Zusammenarbeit mit der FGr Infra-
struktur ganze Einsatzstellen/-abschnitte über Baustel-
Die 2. Bergungsgruppe unterstützt technisch und personell die Fachgruppen der Technischen Züge. lenverteiler (Zentralversorgung) mit elektrischer Ener-
Sie renet Menschen und lIere und birgt Sachwerte aus Gefahrenfagen, einschließlich Wasser gefahren.
~ie führt Sicherungsarbeiten in SchadensteIlen durch. teistet leichte Räumarbenen und richtet Wege und gie . Ferner ist eine Einspeisung in abgetrennte Netztei-
Ubergänge her. le oder Anlagen (Inselbetrieb) zum temporären
Betrieb lebenswichtiger Einrichtungen und Anlagen
durch die FGr Infrastruktur möglich .
Der Atemluftkompressor (Elektroantrieb) befüllt die
Atemluftflaschen des TZ (insgesamt 8 bis 10 Atem-
schutzgeräte je TZ) sowie die Druckluftflaschen für
•• Hebekissenbetrieb und anderer Druckluftwerkzeuge .
Das Hydraulik-Aggregat (Elektroantrieb) versorgt u . a .
132
1 1 eine Betonkettensäge bzw. Schere und Spreizer. Ein
12 GKW 11
Lichtmast mit Flutlichtscheinwerfern (6-kW-Leistung)
, ,HH ttBti leuchtet unter Ergänzung durch Einzelscheinwerfer
18 GrFü TrFü TrFü Reserve Schadenstellen großräumig aus . In der neuen Struktur
ist der GKW II "Schwerpunktfahrzeug" ,

17
Technisches Hilfswerk
GKWII bene Geräte in Frage. Für Energieübertragung von 20
bis über 100 m sind fast ausschließlich Stromleitungen
"Schwerpunkt - Fahrzeug" effektiv und sinnvoll.

Der GKW II verk örpert besonders deutlich den Auch in den beschädigten Strukturen besteht
Gedank en des THW-Neukonzeptes . Bedarf an temporärer Energieversorgung zum Betrieb
lebenswichtiger Anlagen, die vom Leitungsnetz abge-
Einsatztaklik schnitten sind (z . B. Druckerhöhungspumpe im Hoch-
haus, Belüftungsanlagen, Kühleinrichtungen, Aufzüge,
Die Komplexität anzunehmender Schadensstellen
Förderanlagen, Sich erheitseinrichtungen wie Sprink-
erfordert einen engverzahnten Einsatz der Bergungs-
leranlagen) - auch in unmittelbarem Zusammenhang
gruppen und der Fachgruppen der Technischen
Züge . Schadenslagen sind längst nicht mehr über- mit einem Bergungseinsatz .
wiegend in der Dimension "Haus, Garten, Straße", son- Der eng verzahnte Einsatz von Bergungs- und
dern mit hoher Wahrscheinlichkeit in Dimensionen Fachgruppen und auch anderer Fachdienste erfordert
wie 10 Stockwerke eines 200 rn-langen Reihenge- eine koordinierte Stromversorgung an der Schaden-
bäudes anzunehmen. Hinzu kommt daß die Bele- stelle . Nur so kann der Aufwand an kleinen
gung großer Gebäude mit Bewohnern oder Beschäf- Stromerzeugern, Kabelstrecken, Logistik sowie stören-
tigten unüberschaubar hoch sein kann : de Emissionen verringert werden . Ab einer Ein-
Z. B. ergeben Mode llrechnungen, daß sich in satzdauer über ca . 2 Std. kann eine solche Strukturie-
einem einzigen Verwaltungsgebäude mit den rung lohnen.
Abmessungen 100 x 30 x 20 m durchaus ca . 1.000
Personen befinden können, wenn ein Schadensfall Technik
eintritt. In einem Wohnhaus gleicher Größe wäre, Dafür ist der GKW II mit verstärkter Ausstattung zur
wenn alle Bewohner zu Hause sind, immer noch mit Erzeugung und Verteilung von elektrischer, pneumati-
bis zu 600 Personen zu rechnen . scher und hydraulischer Energie ausgestattet. Ins-
Die Baustruktur in Ballungsräumen ergibt große, besondere in Verbindung mit der Fachgruppe Infra-
massive, meist durch Armierung verbundene Trüm- struktur v ersetzt der GKW II den TZ in die Lage, die
mer. Dies gebietet weitestgehend den Einsatz v on Einsatzstelle wie eine "Baustelle" (über Verteiler) zu
Maschinengeräten bzw. Baumaschinen; in Handar- organisieren . Gleichzeitig besitzt der GKW II eine Aus-
beit "mit Hammer und Meißel" ist kaum ein Effekt zu stattung mit Rettung s- und Bergung sgeräten, d ie mit
erreich en . Derzeit und in absehbarer Zukunft w irt- der des GKW I v ergleichbar ist aber Verwendungsal-
schaftlich vorrangig k ommen d afü r elek trisch betrie- ternativ en bietet.

• Prototypen der neuen GKW-Generalion sind bereits in der Erprobung. Foto: Hilberath

18
Technisches Hil1swerk
4. Fachgruppe "Infrastruktur" (FGr I)
Die FGr I erbringt die Grundleistung des THW auf 4.1 Personal
dem Gebiet des bisherigen Instandsetzungsdienstes
Stärke -/3/9=12 (+6) :
und ist die am häufigsten vertretene technische Fach-
gruppe in den TZ (fast in jedem dritten TZ) des THW. 1 Gruppenführer, 2 Truppführer, 9 Helfer (und 6 Reser-
Im Neukonzept wurde der Aufgabenbereich der vehelfer)
Instandsetzung von Infrastruktur qualitativ auf ver-
Sonderfunktionen : Gerätewart, Atemschutzgeräteträ-
schiedene Fachgruppen verteilt . Die FGr I ist für d ie
ger, Schweißer, Elektrofachkraft. Die Führungskräfte
Ebene der Haus-/Gebäudeanschlüsse zuständig . Das
müssen eine entsprechende berufliche Vorbildung
heißt, sie ist ausgerüstet, um in Ver- und Entsorgungs-
besitzen. Auch für einen Teil der Helfer ist dieses erfor-
systemen mit den Leitungsdimensionen tätig zu wer-
derlich .
den, wie sie ab dem Übergabepunkt der Versor-
gungsunternehmen zu und in Gebäuden vorkommen.
4.2 MannSChaftSlastwagen (MLW 2 t)
Höhere Anforderungen in Netzen, Fernleitungen etc.
werden von den FGr E, TW, WP und Ö abgedeckt. Der MLW 2 t ist jeder FGr I zweimal in verschiedenen
Versionen zugeordnet :
Die FGr I arbeitet im Bergungseinsatz eng mit den
BGr zusammen, sichert deren Einsatz und organisiert Typ 1: MLW 2 t Nutzlast, Doppelkabine, Plane/Sprie-
die Energieversorgung und Ausleuchtung an der geL 1 + 6 Plätze
Schadenstelle. Im Infrastruktureinsatz erhält sie Unter-
(Als MLW Typ 1 erhalten die FGr I auf längere Dauer
stützung durch die Bergungsgruppen, insbesondere
bereits beschaffte Fahrzeuge des bisherigen Typs
von der 2. BGr. Mit dem 50-kVA-Generator des GKW
MKW. Diese Fahrzeuge führen die Bezeichnung MLW
II kann eine temporäre Stromversorgung von Scha-
3 t, Doppelkabine, geschlossen, Kofferaufbau, 1+8
denstellen, lebenswichtigen Anlagen oder Einrich-
Plätze .)
tungen eingerichtet werden . Die Anforderungen an
die Helfer dieser Fachgruppe sind sehr vielseitig, Typ 2 : MLW 2 t Nutzlast, GL. Plane/ SpriegeL 1 + 2
hochqualifiziert und erfordern beruflich/handwerkli- Plätze . Dafür werden z. T. auch bisherige ITrKw weiter-
che Ausbildung und Kenntnisse . verwendet werden müssen .

Verwendungszwecke :
Beide Fahrzeuge dienen zum Transport
••• I FGr I
ITZ I I -/3/9=12 (~» I
Fachgruppe
Infrastruktur
STAN- Nr.:
lstand:
031 - 01
11/94
• von Personal der FGr I inkl. pers . Ausstattung,
• der Geräte- und Werkzeug-Ausstattung,
• von einsatzbedingter Sonderausstattung,

• von Baumaterial etc.,


• als Zugfahrzeug für (leichte) Anhänger.
Die Fachgruppe Infrastruktur sichert und ermöglicht den Einsatz der Einheiten des Brandschutzes, der
Bergung , des Sanitätswesens und anderer Hilfskräfte bei Gefahren durch schadhafte Ver· und Dabei ist der MLW Typ 1 vorrangig als "Werkstatt-
Entsorgungssysteme. Sie führt zur Beseitigung von Gefahren und Notlagen notwendige Sicherungs· oder
Absperrmaßnahmen an Elek1ro·, Wasser·, Gas· und Abwasserleitungen auf der EbeneHausan~hluß wagen" und zum Einsatz auf Straßen und befestigtem
und ·installation durch. Sie setzt wichtige Verteiler· und Verbraucheranlagen Wieder ,"stand, nchtet Gelände gedacht. Der MLW Typ 2 ist in seiner hoch-
Elektro-, Wasser- und Abwassersysteme in Notunterkünften und Einrichtungen öHentlichen Interesses ein
und stellt die Stromversorgung von Eir.satzgeräten an der SchadensteIle sicher. Sie wirkt beim Betrieb von geländegängigen Version insbesondere für Transpor-
Notbrunnen mit und arbeitet technisch und personell mit Ver- und Entsorgungsunternehmen zusammen. te abseits befestigter Straßen und Wege ausgel egt
und in besonderer Weise zu m Zieh en und Schleppen
geeignet.

4.3 Geräteausstattung
Die Geräteausstattung der Fachgruppe Infrastruktur
3 ~ ist vollständig absetzbar, tragbar und weitgehend
111
~~
••
9 -r - - ' - -
M L W 2t MLW 2t
autark einsetzbar. Sie umfaßt ein breites Spektrum an
Werkzeug und Geräten für handwerkliche Arbeiten
~ an Elektro-, Wasser- und Abwasserleitungen sowie in
~ ~
I-
i i HH beschränktem Umfang für Gasanlagen und zur
18 GrFü TrFü TrFü Reserve
Bekämpfung kleiner Ölschäden.
F=

19
Technisches Hilfswerk
5. Fachgruppe Räumen (FGr R)
Die FGr R arbeitet bei der "schweren" Bergung und 5.2 Lastkraftwagen/Kipper (LKW/Kipper)
der Räumung zusammen mit den Bergungsgruppen
Typ 1: LKW 7 t Nutzlast, GLW, Allrad, Kipper, 1 + 2
unter Einsatz des Räumgerätes (Radlader oder Bag- Plätze
ger) , des Kippers, des Kompressors mit Bohr- und Auf- oder alternativ an 16 Standorten zusammen mit Tief-
brechhämmern und ggf. mit der Sprengausstattung . lader und Bagger:
Sie ist bei allen Einsätzen des THW beteiligt, bei
Typ 2 : LKW 8 t Nutzlast, GLW, Allrad, Kipper/Zugma-
denen leistungsfähige Baumaschinen benötigt wer-
schine , 1 + 2 Plätze
den . Als zweit häufigste Fachgruppe von Technischen
Zügen ist sie in der Regel zweimal im GFB stationiert Verwendungszwecke :
und kann damit relativ schnell und flächendeckend • Transport
an Einsätzen beteiligt werden. Die neu eingeführten - von Schütt- und Stückgut zu und von der Einsatz-
Bagger sind - zusammen mit entspr. Tiefladern und stelle,
Zugmaschinen - jeweils 2mal pro LV statt Radlader - von Ausstattung der FGr R, insbes . auch der Anbau-
vorgesehen und bilden da eine wertvolle Ergänzung, geräte des BRmG,
wo die Leistung von Radladern ihre Grenzen findet. - von einsatzbedingter Sonderausstattung.

Die Aufgabenzuordnung der beiden Trupps wird • Zugfahrzeug


- für Kompressor,
fachlich getrennt in die Bereiche Räumen und Spren-
- für Anhänger allgern. bis 18 t zGG,
gen.
- Typ 2: für den Tieflader bzw. Anhänger allg. bis
5.1 Personal 20 t zGG .

Stärke -/3/9=12 (+6): • Arbeitsgerät


- durch die im Fahrgestell eingebaute Seilwinde, 5 t
1 Gruppenführer, 2 Truppführer, 9 Helfer (und 6 Reser- Zugkraft .
vehelfer)
5.3 Das Bergungsräumgerät (BRmG)
Sonderfunktionen : Atemschutzgeräteträger, Räum-
Typ 1: Mehrzweck-Radlader, 13 t zGG Allrad, 1 + 1
gerätefahrer oder Baggerführer, Maschinist (Pneuma- Plätze
tik, Hydraulik) , Sprengberechtigter und Sprenghelfer
- mit Zusatzgeräten : Klappschaufel 2 m , Palettenga-
beL Baggerarm mit TieflöffeL Zweischalengreifer,
Polygreifer und Hydraulikhammer
••• FGr R Typ 2: Mehrzweck-Bagger, 14 t zGG Raupenfahr-
ITZI -/3/9=12 [o@! I Fachgruppe
Räumen
STAN - Nr.: 021 - 04
Stand :
11/94
werk, 1 Platz
- mit Zusatzgeräten : Tieflöffel 0,6 m , Greiferlöffel und
Hydraulikhammer
Verwendungszwecke :
Arbeitsgerät zum Graben, Schieben (nicht bei Bag-
ger) , Greifen, Heben, Ziehen, Stemmen/Aufbrechen,
Die Fachgruppe Räumen beseitigt Hindernisse und Trümmer oder ebnet diese ein, schafft Zu- und Zerkleinern im Hoch- und Tiefbaubereich .
Abfahrtswege für die eigene Einheit und für andere Hilfskräfte. Sie unterstützt das Vordringen zu
Eingeschlossenen oder Verschütteten (durch Anheben, Zerkleinern oder Beseitigen großer Trümmer,
Aushubarbeiten etc.) und führt unaufschiebbare Sicherungsarbeiten (Niederlegen, Einebnen) an
5.4 Der Drucklufterzeuger-Anhänger (Anh.Kompressor)
einsturzgefährdeten Gebäude· oder Bauwerksteilen durch. Ferner führt sie Sprengarbeiten durch und
unterstützt andere Hilfskräfte. Typ: Drucklufterzeuger 8 bar, 4 m/min, schallge-
dämmt, 2 Anschl., auf Anhänger, I-Achs
Er dient zum Bohren und Aufbrechen im Bergungs-
einsatz, zur Vorbereitung von Sprengungen und zur
Unterstützung von Fachgruppenarbeiten im Bereich
der Infrastruktur.

.. ; ~
.' lxtn ~ .riI!!!i!1
5.5 Der Tieflader-Anhänger (Anh.Tieflader)
Typ : Anhänger 15 t Nutzlast, Tieflader, 2-Achs
r-;;l 9 -" '; .!. ~ ..
L.::.:::..J 12
1 LKW- Kipper 1t Kompressor
4m 3 /min.
1 Räumgerät
Er dient vorrangig zum Transport der Bergungsräum-
geräte, kann aber darüber hinaus für verschiedene
i} @ t t iHi
GrFü TrFU
tHHt Reserve
Schwertransporte genutzt werden.

18
TrFü 5.6 Geräteausstattung
2 x Sonderau$stattung Sprengen (SP) Die Geräteausstatlung der FGr R beinhaltet über
alternativ bei 16 FGr R: _ _ ~ ~ die Anbaugeräte und das Zubehör der Fahrzeuge
hinaus zwei Sätze Sprengausstattung zur Durchführung
von Sprengungen verschiedenster Art. Weiterhin eine
LKW-Kipper 8t Tieflader 15t Bagger 14t z.Gg. erweiterte Funkausstattung und verschiedene Hilfs-
und Sicherungsgeräte . Ein Großteil des Werkzeugs und
personelle Verstärkung werden bei Bedarf aus den
Bergungsgruppen beigestellt.

20
Technisches Hilfswerk
6. Fachgruppe Orlung (FGr 0)
Die FGr 0 schafft bei schwierigen Schadenslagen - von 1+8 Helfern der FGr 0 und deren persönlicher
die Voraussetzungen für die Rettung Verschütteter. Ausstattung,
indem sie die Lage von Personen ermittelt . Ihre Ein-
- der Geräte- und Werkzeugausstattung der FGr 0
satztaktik setzt auf die Kombination von Bergungsspe-
sowie einsatzbedingter Sonderausstattung.
zialisten, qualifizierten Rettu ngshunden und el ektron i-
schem Ortungsgerät deren Zu sammenspiel a u ch bei
• Zugfahrzeug für Anhänger bis 2,5 t zGG.
Versch ütteten i n schwieri gsten Lagen einen Rettungs-
erfolg verspricht . 6.3 Anhänger (Anh.l I)
Darüber hinaus kann die Fachgruppe Ortung weite- Typ : Anhänger. 1 t Nutzlast 1 Tandem-Achse ,
re Aufgaben wie z. B. Vermißtensuche oder AUfspüren Plane/ Spriegel
von Leckagen an Versorgungsleitungen übernehmen .
Die Fachgruppe Ortung ist besonders geeignet zur zur vielseitigen Verwendung, auch zum Transport von
Übernahme örtlicher Sonderaufgaben in Zweitfunktion Rettungshunden in Transportboxen geeignet.
(wie z. B. Tauchen).
6.4 Geräleausslallung
6.1 Personal
Die Fachgruppe Ortung verfügt über verschiedene
Stärke -/3/9=12 (+6): elektronische Ortungsgeräte, eine spezifische Ret-
tungshundeausstattung, Geräte zur Ersterkundung,
1 Gruppenführer. 2 Truppführer, 9 Helfer (und 6 Reser-
Sanitäts-, Rettungs- und Sicherungsgerät.
vehelfer)
Die Rettungshunde werden von den THW-Hunde-
Sonderfunktionen : Ortungshelfer
führern priv at bzw. von befreundeten Hilfeleistungsor-
6.2 Mannschaflslransporlwagen (MTW) ganisationen beigestellt.
Typ : LKW geschlossen, 1.5 t Nutzlast Kombi. 1+8 Plätze
(Bis zur Neubeschaffung werden vorhandene ITrKw
oder MKW verwendet .) Darf's ein bißehen
Verwendungszwecke :
• Transport
mehr sein?
••• I FGr 0 Mögliche Zweitaufgaben
ITzi I -/3/9=12 M) I Fachgruppe
Ortung
STA N-Nr.: 021 - 07
IStand: 11/94

Die Technischen Züge können Aufgaben in Zweit-


funktion übernehmen . Hierzu gehören u . a . Techni-
sche Hilfe auf Verkehrswegen, Wartung von Not-
brunnen, Schutzraumbetriebsdienst Spezialaufga-
ben gemäß vorhandener oder abzuschließender
Die Fachgruppe Ortung erkundet Schadengebiete und ortet Verschüttete und Eingeschlossene mittels
technischer Ortungsgeräte und durch den Einsatz ausgebildeter und geprüfter Retlungshunde. Sie Vereinbarungen oder Verträge . So ist z. B. auch
unterstützt insbesondere Bergungseinheiten bei der Ertüllung ihrer Aufgaben.
denkbar, daß Fachgruppen Ortung in Zweitaufga-
be auch Taucher stellen, die sonst in der Struktur
nicht vorgesehen sind. Durch die Übernahme von
Nebenaufgaben darf die originäre Aufgabe nicht
vernachlässigt werden .

I ~ Il Ad 12 MTW Anhä ng e r lt
r-
\! i i HH iHHi
~ GrFü T r FU TrFü

21
Technisches Hilfswerk
7. Fachgruppe Wassergefahren (FGr W)
Die FGr W - mit der FGr Räumen die zweithäulig- ein leistungsfähiges Instrument zur Unterstützung. Im
ste Fachgruppe - ist die zentrale Wasserdiensteinheit Wasserdiensteinsatz unterstützen die BGrs die FGr W
im THW und unterscheidet sich in Taktik und Ausstat- insbes. auch durch Gestellung von Zugfahrzeugen für
tung erheblich von der bisherigen Ponton-Gruppe . die Bootsanhänger.
Hauptaufgabe bleibt aber das Retten, Bergen und
Mit der Einführung des THW-Neukonzeptes werden
Arbeiten an und auf dem Wasser. Vom Fähren- und
die Ausstattungen W I und W 2 aufgelöst. Soweit
Schwimmbrückenbau wird künftig Abstand genom-
keine Überführung in die FGr W, Ö oder BrB stattfindet
men . Dafür bleibt die Möglichkeit zum Bau von
können Boote bei begründet und genehmigtem
schwimmenden Arbeitsplattformen - allerdings mit
Bedarf und sichergestellter örtlicher Finanzierung bis
neuer Technologie - erhalten. Die neuen Wasserfahr-
zur Aussonderung verwendet werden . Überzähliges
zeuge sind pontonförmige Arbeitsboote mit absenk-
Leichtmetall-Oberbaugerät wird den FGr BrB als (Gra-
barer Bugklappe, die das Be- und Entladen am Ufer
ben-) Brückenbaugerät zugeteilt .
oder auch auf dem Wasser erheblich verbessert.
Ergänzt werden diese beiden Boote durch zwei
7.1 Personal
Schlauchboote mit fester Unterschale .
Stärke -/3/9=12 (+6):
Der LKW mit seinem 10 mt Ladekran ist ein beson-
ders leistungsfähiges Fahrzeug im THW. Zunächst ist er I Gruppenführer. 2 Truppführer, 9 Helfer (und 6 Reser-
durch seine Größe und seine hochgeländegängige vehelfer
Ausführung in der Lage , insbesondere bei Hochwas-
Sonderfunktionen: Maschinist(Kran) , Gerätewart,
sereinsätzen die Boote der FGr W zu Wasser zu brin-
Bootsführer
gen, leicht überflutetes Gelände zu überwinden und
mit dem Kran Sachgüter zu bergen bzw. umzuschla- 7.2 Lastkraftwagen mit Ladekran 10 mt (LKW 10 t
gen. Außerdem kann er Arbeiten zur Dammsicherung mit Lkr 10 mt)
erheblich unterstützen. Der Ladekran hat Aufnah-
memöglichkeiten für Zusatzgeräte (Zweischalengreifer.
Typ : LKW 10 t Nutzlast G1, 3-Achs, I + 2 Plätze
Palettengabeln etc .) . Mit all diesen Möglichkeiten ist mit Ladekran 10 mt Leistung, Aufnahmeanschlüsse für
der LKW der FGr W auch im sonstigen Einsatz des THW Zusatzgeräte (mit Drehmotor)

Fahrzeuge der Fachgruppe Wassergefahren (Beispiel für Übergangslösung): Lkw mit Ladekran 6 mt
(7.2), 2 Ganzpontons auf Anhänger als Mehrzweckpontons (7.3), 1 Mehrzweckboot auf Anhänger auf
Planstelle Schlauchboot mit Anhänger (7.4 Typ 1), 1 Schlauchboot (7.4 Typ 2) Foto: Hilberath

22
Technisches Hilfswerk
Verwendungszwecke : können direkt vom A nhänger zu Wasser gelassen wer-
• Transport den . Ist das nicht m öglich, kann dies mit dem Lade-
kran des LKW erfolgen . Das MZPt hat einen ebenen,
- von Sachgütem zu und von der Einsatzstelle,
durchgehenden Laderaum (ca. 6 x 2 m) . Die Bug-
- der Ausstattung der FGr W sowie einsatzbedingte klappe kann auch auf dem Wasser abgesenkt werden
Sonderausstattung, (ist dann zusätzlicher Auftriebskörper) und verbessert
so Be- und Entlade- sowie sonstige Arbeitsvorgänge
- verschiedenster Art bei Evakuierungsmaßnahmen
erheblich.
wegen Wassergefahren auch in leicht überflutetem
Gelände. Einrichtungen zum Schleppen und Koppel n ermög-
lichen den Verbund mit anderen Wasserfahrzeugen
• Zugfahrzeug und insbes . mittels eines zusätzlichen Schwimmkörpers
- für die Bootsanhänger der FGr W , die Koppelung zu schwimmenden Arbeitsplatttormen
für unterschiedliche Verwendungen . Der Schwimmkör-
- für Anhänger allgem . bis 20 t zGG .
per kann auch als Anleger verwendet werden. Bis zur
• Arbeitsgerät Auslieferung der MZPt neuer Bauart werden Ganz-
pontons oder Mehrzweckboote verwendet.
- durch den heckseitig angebauten Ladekran mit
Seilwinde und gg1. Zusatzgeräte wie Zweischalen- 7.4 Schlauchboote (SchIB) mit Bootstransportanhän-
greifer, Palettengabel etc. ger (Anh.SchIB), 2 Stück
Typ 1: Schlauchboot Nutzlast. feste Unter-
7.3 Mehrzweckpontons (MZPt) mit Bootstransportan-
schale/KieL mit Außenbordmotor (Aubo) 20 PSI 15 KW
hänger (Anh.Pt), 2 Stück
Typ 2: Schlauchboot wie Typ lohne Aubo
Typ : MZPt (Arbeitsboot), 2 t Nutzlast. Innenbordan-
trieb, Bugklappe, 1 + 9 Plätze Typ : Anhänger. Schlauchboottransport-, ca . 500 kg
Nutzlast. I-Achs, Slipeinrichtung
Typ : Anhänger. Bootstransport-, 2 t Nutzlast. 1 Tan-
dem-Achse , Slip einrichtung Die beiden Schlauchboote ergänzen die MZPt bei
Einsatz in engem oder flachem Fahrwasser und da, wo
Die Boote mit Anhänger sind landgestützt mobil für
ihre besonderen Fahreigenschaften vorteilhaft sind . Bis
den überörtlichen oder überregionalen Einsatz und
zur Auslieferung der Schlauchboote neuer Art werden
die bereits ausgelieferten Schlauchboote weiterver-
wendet. Als Typ 1 kann im Einzelfall bis auf weiteres
••• FGr W auch ein Mehrzweckboot weiterverwendet werden .
IT Z I I -/3/9=12 [~~ I
Fachgruppe
Wassergefahren
STAN - Nr.: 021 - 05
Stand: 1 t /94 7.5 Geräteausstattung
Die Geräteausstattung der FGr W beinhaltet die
entsprechende Boots- und Fahrausstattung, Sicher-
heits- und Rettungsmittel und eine verstärkte Funk-
ausstattung. Die Gerätschaften werden in einem 10-
Fuß-Container. der gleichzeitig Gerätedepot an der
Die Fachgruppe Wassergefahren renet Menschen und Tiere und birgt Sachwerte aus Wassergefahren.
Einsatzstelle sein kann, verstaut und mit dem LKW
Bei Hochwasser wirkt sie zusammen mit anderen Hilfskräften bei der Versorgung der Bevölkerung mit und transportiert.
transportiert schwere Lasten. Sie betreibt hierzu Mehrzweckwassertahrzeuge und baut schwimmende
Arbeitsplattformen. Ferner arbeitet sie bei der Damm- und Deichsicherung mit

M ZPt

i i ti ti
18 GrFü TrFU
MZPt

iiiiii
TrFü
Reserve

23
Technisches Hilfswerk
8. Fachgruppe Elektroversorgung (FGr E)
Die FGr E ist das "mobile Elektrizitätswerk" des THW. 8.2 Lastkraftwagen mit Ladebordwand (LKW 7 t
Mit der mobilen Kraftstation kommt sie dort zum Ein- Lbw)
satz, wo vorübergehend größerer Energiebedarf zu
Typ : LKW 7 t Nutzlast. GL, Plane/Spriegel mit hydrau-
decken ist. Neben der Stromerzeugung und Einspei-
lischer Ladebordwand, 1+2 Plätze
sung sind Spezialisten dieser Gruppe in der Lage, zur
Unterstützung der Energieversorgungsunternehmen Verwendungszwecke :
Reparaturen auf der Ebene des Mittel- und Nieder-
spannungsbereiches vorzunehmen, bis hin zum Über- • Transport
gabepunkt. An dieser Schnittstelle schließt dann das - von Sachgütern zu und von der Einsatzstelle,
Aufgabenfeld der Infrastrukturgruppe an.
- Ausstattung der Fachgruppe Elektroversorgung
Die FGr E ist als Teil des Spektrums technischer sowie einsatzbedingter Sonderausstattung (zur Ver-
Fachgruppen in jedem GFB vorhanden und unterstützt lastung der Ausstattung stehen Gitterboxen und
überörtlich die anderen Fachgruppen am Einsatz- Hubwagen zur Verfügung) .
schwerpunkt. Die Anforderungen an die Helfer dieser
Fachgruppe erfordern beruflich einschlägige Ausbil- • Zugfahrzeug
dung und Kenntnisse.
- für den Anhänger NEA 175 kVA,
8.1 Personal - für sonstige Anhänger bis 18 t zGG .
Stärke -/3/9=12 (+6) :
• Arbeitsgerät
1 Gruppenführer, 2 Truppführer, 9 Helfer (und 6 Reser-
- mit der heckseitig angebrachten Ladebordwand
vehelfer)
können Lasten bis zu 1.5 t angehoben werden .
Sonderfunktionen : Maschinist (NEA/Elektrofachkraft)
8.3 Netzersatzanlage-Anhänger (Anh .NEA 175 kVA)
Die Gruppe muß über einen Elektro-Ingenieur und
über mehrere beruflich qualifizierte Elektrofachkräfte Typ: Stromerzeuger-Aggregat 175 kVA, 230-400 V DS,
verfüge n . 50 Hz, auf Zweiachs-Anhänger

- Verwendung zur temporären Stromerzeugung

••• FGr E
ITZ I I -/3/9=1 2 Fachgruppe
Elektroversorgung
STAN- Nr.: 031 - 02
Stand: 11/94
8.4 Geräteausstattung
Die Geräteausstattung der FGr E be einhaltet
umfangreiches Leitungs- und Verteilermaterial für den
Einsatz der NEA, außerdem eine . Vielzahl von Spezial-
werkzeug, Prüf- und Meßgeräte für Arbeiten am Mit-
tel- und Niederspannungsnetz oder -anl agen, ver-
schiedene Hilfs- und Sicherungsgeräte sowie eine
Die Fachgroppe Efektroversorgung betreibt temporäre Stromversorgung mittels Net2ersat2anlagen lür erweiterte Funkausstattung. Den Großteil von Werk-
Notunterkünfte, gemeindliche Energieversorgungsanlagen, Einrichtungen und Betriebe öffentlichen zeug mit Personal für Arbeiten im spannungslosen
Interesses sowie für andere Hilfskräfte. Sie führt zur Behebung von Gefahren und Notständen
unaufschiebbare Reparaturarbeiten an elektrischen Versorgungsanlagen durch. Bereich stellen die Bergungsgruppen bereit.

LK W 1t mit Ladebord wand NEA 175 kVA

i iitB tHHt
GrFü TrFü TrFü Reserve

• Vorerst werden die vorhandenen Netzersatzan-


lagen unterschiedlicher Leistungen verwendet.
Foto: THW

24
Technisches Hilfswerk
9. Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen (FGr WP)
Die FGr WP ist mit einer Pumpleistung von etwa 15 Verwendungszwecke :
cbm/min das leistungsstärkste Instrument des THW bei
der Bekämpfung von Überflutungen und Über- • Transport
schwemmungen, Hervorzuheben ist hier eine ins Kfz - von Sachgütern zu und von der Einsatzstelle,
eingebaute "Schnelleinsatzpumpe " großer Leistung,
- von Ausstattung der Fachgruppe Wasserschaden/
die bei akuter Gefahr sofort einsetzbar ist. Im Zusam-
Pumpen sowie einsatzbedingter Sonderausstattung
menhang mit der Bekämpfung oder Beseitigung von
(zur Verlastung der Ausstattung stehen Gitterboxen
Wasserschäden in Abwasseranlagen führt sie fachlich
und Hubwagen zur Verfügung) ,
qualifizierte Arbeiten aus , Diese Arbeiten unterstützen
die jeweils geeigneten Fachgruppen ,
• Zugfahrzeug
Besonders beim Einsatz der vollen Pumpkapazität
- für den Anhänger der FGr Wp,
erhält sie Stromversorgung von anderen Fachgruppen
(mit GKW II oder NEA) , - für sonstige Anhänger bis 18 t zGG,

9.1 Personal • Arbeitsgerät


Stärke -/3/9=12 (+6): - durch eine im Fahrgestell eingebaute Schmutzwas-
ser-Kreiselpumpe, Leistung ca, 5 cbm/min (alterna-
1 Gruppenführer, 2 Truppführer, 9 Helfer (und 6 Reser-
tiv kann eine Pumpe gleicher Leistung mit Eigenan-
vehelfer)
trieb beigestellt sein),
Sonderfunktionen: Atemschutzgeräteträger. Maschinist
- mit der heckseitig angebrachten Ladebordwand
(Pumpen)
können Lasten bis zu 1.5 t angehoben werden,

9.2 Lastkraftwagen mit Ladebordwand (LKW 7 t


Lbw) 9.3 Anhänger (Anh. 1,5 t)
Typ : LKW 7 t Nutzlast. GL. Plane/Spriegel mit hydrau- Typ : Anhänger. 1.5 t Nutzlast. I -Achs
lischer Ladebordwand, Einbaupumpe hoher Leistung,
Er dient der FGr WP zum Transport von zusätzlichem
1+2 Plätze
Einsatzgerät. von BaumateriaL geborgenen Sachgü-
tern u , a , m ,
•••
~ Fachgruppe FGr WP
~ 1-/3/9=12 [~~
STAN-N,,; 031 - 04
1 Wasserschaden/Pumpen Stand: 11/94 9.4 Geräteausstattung
Die Geräteausstattung der FGr WP umfaßt unter-
schiedliche Pumpentypen in Leistungsklassen von
1 000 bis 3 000 l/min , mit Korndurchlässen bis zu 100
mm, die geeignet sind, Schmutz- und Abwasser und
sogar Schlamm zu fördern , Als "Schnelleinsatzpumpe "
Die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen führt zur Beheburg und Eindämmung von Gefahren bei
Überflutungen und Überschwemmungen größeren Ausmaßes Pump- und Lenzarbeiten durch, beseitigt ist eine Schmutzwasser-Kreiselpumpe mit einer Lei-
Abwasser aus Schadengebieten (u,a, durch Absperren und Pumparbeiten im Bereich der Kanalisation) stung von 5 000 l/min, üblicherweise im LKW fest
und bekämp~ schädigend eindrirgendes Schmutzwasser (z,B, in Ke llern, Schutzräumen, Brunnen,
Verkehrsanlagen und anderen Anlagen öffentlichen Interesses), installiert. Die dazugehörenden Saug- und Druck-
Sie wirkt bei der Abwasserbeseitigung in Notunterkünften und Betreuungsstellen mit und setzt
beschäd~te Teile von Abwassersystemen instand, Ferner arbeitet sie bei der Deich- und Dammsicherung schläuche entsprechen F-Norm (M/V Schnellkupp-
mit und unterstützt andere Hilfskräfte, lungsanschlüsse, NW 150) und werden direkt am
Fahrzeug mit der Pumpe gekuppelt , Die Schläuche für
die Tauchpumpen entsprechen der Feuerwehr-Norm
(Storz), Eine Adaptierung beider Systeme ist möglich ,
Darüber hinaus gehören zur Ausstattung spezifische
Geräte und Werkzeuge beispielswe ise für Arbeiten in
•• Abwasseranlagen sowie eine erweiterte Funkausstat-
I~pl tung , Der Großteil von manuellem Werkzeug und per-
soneller Verstärkung wird aus den Bergungsgruppen
12 LKW 1t mit Ladebordwand Anhänger l,5t
bereitgestellt ,
f fit;; ;HH;
GrFü TrFü TrFü Reserve

25
Technisches Hilfswerk
10. Fachgruppe Trinkwasserversorgung (FGr TW)
Die FGr TW begegnet Ereignissen, die die Versor- Verwendungszwecke :
gung der Bevölkerung mit Trinkwasser unterbrochen
haben oder gefährden, Diese Spezialisten des THW • Transport
sind in der Lage, Trinkwasser herzustellen, zu trans- - von Sachgütern zu und von der Einsatzstelle,
portieren, fördern und verteilen , Zusätzlich können sie
- von Ausstattung der Fachgruppe Trinkwasserversor-
begrenzt Trinkwassernetze und Förderstrecken
gung sowie einsatzbedingter Sonderausstattung (zur
instandsetzen oder errichten , Zunehmend wird ihr
Verlastung der Ausstattung stehen Gitterboxen und
Know-how bei der humanitären Hilfe der Bundesre-
Hubwagen zur Verfügung) ,
gierung im Ausland benötigt.
Für die ständige Wasserqualitätsanalyse ist auch • Zugfahrzeug
hier eine berufliche Vorqualifikation bestimmter Helfer
- für den TWA-Anhänger,
erforderlich ,
- für sonstige Anhänger bis 18 t zGG,
10.1 Personal
Stärke -/4/14=18 (+9): • Arbeitsgerät
1 Gruppenführer, 3 Truppführer, 14 Helfer (und 9 - durch die heckseiti g angebrachte Ladebordwand
Reservehelfer) können Lasten bis zu 1,5 t angehoben werden,

Sonderfunktionen: Maschinist (TWA) , Wasserl abo-


10.3 Trinkwasseraufbereitungsanlage-Anhänger
rant Schweißer. Die Gruppe muß über Rohrnetzspe-
(Anh.TWA/Conl.)
zialisten, Verfahrenstechniker und Laborfachkräfte
verfügen, Typ : Anhänger, 12 t Nutzlast, 2-Achs

10.2 Lastkraftwagen mit Ladebordwand 10.4 Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWA)


(LKW 7 t Lbw)
Typ : Partikel-Filtration, Leistung ca , 12 cbm/h, alter-
Typ: LKW 7 t Nutzlast GL, Plane/Spriegel mit nativ Sand- oder Anschwemm-Filtration
hydraulischer Ladebordwand, 1+2 Plätze
Für den schnellen Einsatz zur Wasserversorgung im
Ausland erhalten 8 Fachgruppen Trinkwasserversor-
gung anstelle des TWA-Anhängers je einen
~
••• Fachgruppe
FGr TW
10.5 Mannschaftslastwagen (MLW 2 t)
~ 1-/4/14=18 io@~1
STAN-Nr.: 031 - 03
Trinkwasserversorgung Stand: 11/94

Typ : MLW, 2 t Nutzlast GL, PLane/SpriegeL 1+2 (+6)


Plätze
Mit verlasteter Trinkwasseraufbereitungsanlage , zer-
legbar, Leistung 6 cbm/h
Die Fachgruppe Trinkwasserversorgung betreibt Wasserversorgung in Großschadenlagen mittels
Trinkwasseraulbereitungsanlagen, transportiert und verteilt Trinkwasser für die betroffene Bevölkerung, 10.6 GeräteausstaUung
Notunterkünfte, gemeindliche Versorgungsanlagen, Einrichtungen und Betriebe öffentlichen Inleresses
sowie andere Hilfskräfte, insbesondere auch im Rahmen der humanitären Hilfe im Ausland, Sie führt zur Die Geräteausstattung der Fachgruppe Trinkwasser-
Behebung von Gefahren und Notständen unaufschiebbare Inslandsetzungsarbeiten an
Wasserversorgungsanlagen durch, baut Wassertörderstrecken und Behelfsbrunnen, versorgung umfaßt insbesondere Pumpensätze für
Roh- und Trinkwasser, eine Wasserinstallationsausstat-
tung, Meßgeräte zur Wasseranalyse (Wasserlabor)
sowie Falt- und Wassertransportbe h älter.

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26
Technisches Hilfswerk
11. Fachgruppe Brückenbau (FGr BrB)
Die FGr BrB ist überregional einzusetzen. Der außer- Die FGr BrB muß über einen Bauingenieur als
gewöhnliche Bedarf und die besondere Qualität Brückenbauleiter sowie über andere beruflich qualifi-
bedingt eine Stationierung an wenigen (16) Standor- zierte Baufachleute (z . B. Stahlbauschlosser) verfügen .
ten . Die von ihr errichteten Brücken werden zumeist
11.2 Lastkraftwagen/Kipper (LKW/Kipper)
aus vorgefertigten Teilen zusammengefügt. Die Fach-
Typ : LKW 7 t Nutzlast. GLW, Kipper, 1+2 Plätze
gruppe ermöglicht bei Beschädigung von Übergän-
gen und Brücken den kurzfristigen Ersatz, so daß der
Verwendungszwecke :
Verkehr bis zu deren Wiederherstellung aufrechterhal-
ten werden kann. Ihre Aufgabe, Brücken und ähnli- • Transport
- von Schütt- und Stückgut zu und von der Einsatz-
che Bauwerke auch aus handelsüblichen Baustoffen
stelle ,
zu errichten, kann auf allgemeine Bauarbeiten aus-
- von Ausstattung der FGr BrB und einsatzbedingter
gedehnt werden.
Sonderausstattung.
Da die Fachgruppe Brückenbau für ihre Aufgabe
insbesondere mit einem Kran und einem LKW mit • Zugfahrzeug
- für den Anhänger 12 t.
Anhänger ausgestattet ist. kann sie andere Fachgrup-
pen beim Bewegen und Transportieren schwerer - für sonstige Anhänger bis 18 t zGG .
Lasten unterstützen. Sie ist selbst bei der Wahrneh-
• Arbeitsgerät
mung ihrer Aufgabe erheblich von der Unterstützung
durch andere Gruppen abhängig, - durch die im Fahrzeug eingebaute Seilwinde, 5 t
Zugkraft.
Wegen der benötigten bautechnischen Kenntnisse
und Fertigkeiten ist eine berufliche Vorqualifikation 11.3 Mannschaftslastwagen (MLW 2 t)
bestimmter Helfer erforderlich . Typ : MLW 2 t Nutzlast. GL, Plane/Spriegel. 1+2+6
Plätze
11.1 Personal
Verwendungszwecke :
Stärke -/4/14=18 (+9): • Transport
- von Personal der FGr BrB (1+2(+6)) inkl. pers . Aus-
1 Brückenbauleiter/Gruppenführer. 3 Truppführer. 14
stattung,
Helfer (und 9 Reservehelfer)
- der Geräte- und Werkzeug-Ausstattung sow ie ein-
Sonderfunktionen : Kranführer. Schweißer. Bootsführer satzbedingter Sonderausstattung,
••• FGr BrB - von Baumaterial etc.
ITZI I -/4/14=18 [~@! I
Fachgruppe
Brückenbau
STAN - Nr.: 021-06
Stand: 11/94 • Zugfahrzeug für (leichte) Anhänger.
Der MLW ist in seiner hochgeländegängigen Version
insbesondere für Transporte abseits befestigter Straßen
und Wege ausgelegt und in besonderer Weise zum
Ziehen und Schleppen geeignet.
Die Fachgruppe Brückenbau errichtet temporäre Übergänge und BrOCken und repariert zersHIrte 11.4 Autokran 30 mt
Brückenteile für die Bevötkerung, bei Ftuchtbewegungen, zur Aufrechterhaltung der lebenswichtigen
Versorgung, für die Einheiten des THW und für andere Hilfskräfte, insbesondere im ~hmen der Typ: LKW-Sonderfahrzeug, 14 t zGG , GL. 2-Achs, 1+2
humanitären Hilfe im Ausland. Ferner führt sie verschiedene Transporte zur Unterstutzung der
Einsatzkräfte (Baumaterial, Geräte, Maschinen, etc.) und zur Versorgung der Bevölkerung
Plätze, mit Ladekran 30 mt Hubmoment. Kranseilwinde ,
(Unterbringungsmaterial, Bekleidung, etc.) durch und unterstützt andere Hilfskräfte (z.B. durch Aufnahmeanschlüsse für Zusatzgeräte (mit Drehmotor)
Kranarbeiten).
Verwendungszweck:
• Arbeitsgerät zum Heben und Senken, bei einer
Auslage von ca . 15 m etwa 1.5 t Tragkraft. Einsatz-
möglichkeit der Kran-Seilwinde und Option zum
Anbau von Zusatzgeräten (Zweischalengreifer. Palet-
tengabel etc.)
•• 4
Anhänger 12t
11.5 Anhänger (Anh. 12t)
SrS
\ I'418 LKW-Kipper 1t Typ: Anhänger. 12 t Nutzlast. 2-Achs, Containerplattform
12 t Nutzlast für Transport von Brückenbaumaterial
~ @ i iHH ;HHi sowie sonstige Transportaufgaben
GrFü TrFü TrFü
MLW 2t
27
;HH; 11.6 Schlauchboot (SchIB)
TrFü Schlauchboot 1t Nutzlast. feste Unterschale/Kiel
11.7 Geräteausstattung
Reserve Autokran 30mt Die Geräteausstattung der FGr BrB umfaßt u . a. Geräte
zum Heben und Zi ehen von Lasten, Erdbohrgerät und
Explosionsstampframme, Vermessungsgerä te, ein
Schlauchboot mit festem Kiel sowie eine erweiterte
Funkausstattung.

27
Technisches Hilfswerk
12. Fachgruppe Ölschaden (FGr Ö)
Die FGr Ö ist ebenfalls überregional einzusetzen, 12.1 Personal
Auch hier bedingen außergewöhnlicher Bedarf und Stärke -/4/ 14=18 (+9):
die besondere Qualität der Aufgabe eine Stationie- 1 Gruppenführer. 3 Truppführer. 14 Helfer (und 9
rung an wenigen (16) Standorten, Der Einsatz erfolgt Reservehelfer)
im Großschadensfall mit Mineralöl und chemisch ähn- Sonderfunktionen : Kranführer. Atemschutzgeräteträ-
lichen Produkten, Das flächendeckend vorhandene ger. Maschinist (Entölungsanlage) , Bootsführer. (Die
Kraftfahrer sind GefahrguUahrer,)
Potential ergänzend und erweiternd, kann die Fach-
Die Gruppe muß über beruflich qualifiZierte Verfah-
gruppe Ölschaden hohe Ölkonzentrationen aufneh-
renstechniker und Laborfachkräfte verfügen .
men und separieren, Ihre besondere Stärke liegt
darin, bei geringen Verunreinigungsanteilen auch 12.2 Laslkraftwagen mit Ladekran 6ml
einen Reinigungsgrad bis zur Einleitungsqualität in (LKW 71/Lkr 6 ml)
Oberflächengewässer zu erreichen , Typ : LKW, 7 t Nutzl ast. GL. Kipper, mit Ladekran 6 mt.
1+2 Plätze
Je nach Schadensausmaß steht bei der Fachgrup- Verwendungszwecke :
pe Ölschaden die Grundidee des THW-Neukonzeptes
• Transport
im Vordergrund, bei Bedarf weitere Einheiten verstär- - von Schütt- und Stückgut zu und von der Einsatz-
kend beizuziehen , So kann die Reinigungskapazität stelle,
der Gruppe von ca, 100 cbm/h vervielfacht werden , - von Ausstattung der FGr Ö und einsatzbedingter
Sonderausstattung (zur Verlastung der Ausstattung
Zur Gefahrstoffanalyse ist eine besonders enge
steht ein Containersystem zur Verfügung) ,
Zusammenarbeit mit Dritten (z, B, Wasser- oder Umwelt-
behörde, Labor. Hersteller) erforderlich , • Zugfahrzeug
- für den Anhänger Entölungsanlage und den
Die besonderen technischen und chemischen Anhänger Tank,
Anforderungen bedingen eine ständige Fortentw ick- - für sonstige Anhänger bis 18 t zGG
lung insbesondere der Entölungsanlage , Wegen der • Arbeitsgerät
benötigten chemischen Kenntnisse und Fertigkeiten ist - durch den zwischen Führerhaus und Ladefläche
für bestimmte Helfer in der Ölschadensgruppe eine eingebauten Ladekran 6 mt mit der Option zum
berufliche Vorqualifikation erforderlich , Anbau von Zusatzgeräten ,
12.3 Mannschaftslaslwagen (MLW 2 I)
••• Fachgruppe FGr Ö Typ : MLW 2 t Nutzlast. GL. Plane/ SpriegeL 1+2 (+6)
ITZ I I -/4/1 4= 18 i~~~ I Ölschaden
ST AN - Nr.: 031 - 05
Stand: 11 / 94
Plätze
Verwendungszwecke :
• Transport
- von Personal der FGr Ö (1+2(+6)) inkl. pers , Aus-
stattung,
- der Geräte- und Werkzeug-Ausstattung sowie ein-
satzbedingter Sonderausstattung.
Die Fachgruppe Öischaden bekämpft und beseitigt Öischäden größeren Ausmaßes, insbesondere im
Rahmen der humanitären Hilfe im Ausland, auf dem Land und auf Gewässern (durch Absaugen von 01 • Zugfahrzeug für (leichte) Anhänger. inbesondere
von Wasserflächen, Straßen etc., Eindämmen durch Ölsperren, Abdichten von Lecks), rullt Mineralöl um,
längt ausgelaufenes Öl auf, separiert Wasser von Öl und transponiert geborgenes Öl zu MZB
Enlsorgungsstellen.
Der MLW ist in seiner hochgeländegängigen Versi-
on insbesondere für Transporte abseits befestigter
Straßen und Wege ausgelegt und in besonderer
Weise zum Ziehen und Schleppen geeignet .
12.4 Enlölungsanlage (Anh. MÖLA)
Typ: Entölungsanlage, Leistung ca , 100 cbm/h (=28
1/s), auf Anhänger, 2 Achs 18 t zGG
I - I
"=-- .-
12.5 Tankanhänger (Anh. Tank)
14 Typ : Anhänger, 2-Achs, Tank 12 cbm, GGVS-Zulassung
18 L KW -Kipper 7t mit Ladekr an 6m Entöl ungsanlage Anh. l Ot

12.6 Mehrzweckboole (MZB/Aubo) mit Bools-


<> ~ ; tHit tHHt anhänger (Anh. MZB), 2 Slück
GrFü TrFü TrFü
27 Typ: Mehrzweckboot 6m, 1 t Nutzlast. Außenbordmo-

--':ß L \Y ~ Tank-Anhänger 10m 3


tor (Aubo) 50 PS/37 kW
Typ : Anhänger zum Bootstransport. 1 t Nutzlast. 1
MZB
.~
. J ~
M ZB
Achse , Slipeinrichtung
12.7 Geräleausslatiung
~
..J.b
,' , ,..c
" ::=J

MLW 2t
Die Geräteausstattung der FGr Ö beinhaltet beispiels-
TrFü Reserve
weise Ölförderpumpen und Zubehör. Ölsperren, Skim-
merausstattung, Ölwehrgeräte, spezielle Meßgeräte,
erweiterte Funkausstattung ,

28
Technisches Hilfswerk
13. Fachgruppe Logistik (FGr Log)
Die FGr Log ist das zentrale "Serviceunternehmen" Sonderfunktionen : Kranführer. Feldkoch, Materialer-
für alle THW-Einheiten im GFB. Die Geschäftsstelle haltung . (Die Kraftfahrer sind Gefahrgutfahrer.)
koordiniert die Entsendung der Fachgruppe, die dann
13.2 Lastkraftkraftwagen mit Ladekran 6 mt
vor Ort der taktischen Führung des THW untersteht. Sie
(LKW 7 t/Lkr 6 mt)
versorgt umfassend die THW- Einheiten im Einsatz mit
Verbrauchsgütern, Verpflegung und durch Maßnah- Typ : LKW, 7 t Nutzlast GL. Kipper. mit Ladekran 6 mt
men zur Materialerhaltung. Sie stellt damit den rei- 1+2 Plätze
bungslosen Einsatzablauf sicher und entlastet die Verwendungszwecke :
anfordernde Behörde bzw. deren Einsatzleitung. • Transport
- von Ausstattung der FGr Log und einsatzbedingter
Im Auslandseinsatz wird die Leistung der Fach-
Sonderausstattung,
gruppe in erweitertem Umfang gefordert da sie dann
- von Schütt- und Stückgut zu und von der Einsatz-
auch in planerische Vorbereitung, Organisation und
stelle ,
Logistik eingebunden wird . Sie soll im Einsatzland
- sonstige Transport- und Kranaufgaben im GFB.
weitestmöglich das dortige Marktangebot nutzen und
muß bedarfs- und vor allem zeitgerechten Nachschub • Zugfahrzeug
- für den Werkstatt-Anhänger.
sicherstellen.
- für sonstige Anhänger bis 18 t zGG .
Innerhalb des GFB unterstützt sie die Ortsverbände
• Arbeitsgerät
in enger Zusammenarbeit mit den Schirrmeistern und - durch den zwischen Führerhaus und Ladefläche ,
Gerätewarten/Maschinisten sowie der GFB-Dienststel- eingebauten Ladekran 6 mt mit der Option zum
le bei der Materialerhaltung. Mit ihren LKW ist sie die Anbau von Zusatzgeräten.
freie Transportkomponente im GFB.

Die Aufgabenzuordnung der beiden Trupps wird 13.3 Lastkraftwagen mit Ladebordwand
fachlich getrennt in die Bereiche Materialerhaltung/ (LKW 7 t Lbw)
Verbrauchsgütertransport und Verpflegung. Typ : LKW 7 t Nutzlast GL. Plane/Spriegel mit hydrau-
lischer Ladebordwand , 1+2 Plätze
13.1 Personal
Verwendung :
Stärke: -/3/9=12 (+6)
1 Gruppenführer (stets im Trupp Materialerhaltung), 2 • Transport
Truppführer, 9 Helfer (und 6 Reservehelfer) - von Sachgütern zu und von der Einsatzstelle,
- von Ausstattung der Fachgruppe Logistik sowie ein-
•• FGr Log satzbedingter Sonderausstattung (zur Verlastung der
I -/3/9=12 M~ I
Fachgruppe
ILOGI Log istik
ST AN - Nr.: 090- 01
Stand: 11/94
Ausstattung stehen Gitterboxen und Hubwagen zur
Verfügung),
- sonstige Transportaufgaben im GFB .
• Zugfahrzeug
- für den Feldkochherd-Anhänger.
- für sonstige Anhänger bis 18 t zGG .
Die Fachgruppe Logistik versorgt die Einheiten und Einrichtungen des THW mit Verpflegung und
VerbraUChsgütern einschließlich BetriebsstoHen. Sie führt in den Einheiten und Einrichtungen des THW • Arbeitsgerät
Reparatur- und Wartungsarbeiten, auch außerhalb von Einsätzen, durch, die von diesen nicht selbst - durch die heckseitig angebrachte Ladebordwand
erl ed~t werden können. Ferner übernimmt sie allgemeine Transportaufgaben. Bei der Vorbereitung und
Durchführung von Auslandseinsätzen des THW übernimmt sie die ertorderlichen Aufgaben der können Lasten bis zu 1.5 t angehoben werden .
Versorgung und Instandsetzung.

13.4 Werkstattanhänger (Anh.Wkst.)


Typ : Anhänger. 5 t Nutzlast 2-Achs, Koffer geschlossen

Verwendung als mobile Werkstatt für Reparatur- und


Wartungsarbeiten .

•• 13.5 Feldkochherd (Anh.FKH)


I LOG I 12 LKW-Kipper 7t mit Ladekran 6mt Werkstatt-Anhänger 5t Typ: Feldkochherd auf Anhänger. I-Achs, Verpfle-
i iBB
GrFü TrFü
gungskapazität ca . 200 Portionen

13.6 Geräteausstattung
Die Geräteausstattung der FGr Log verfügt neben
LKW 1t mit Ladebordwand 1 FKH
vielfältigen Küchengeräten über Kfz-Prüf-, Werkzeug-
und Ersatzteilausstattung . Für Transportaufgaben ste-
iiiiii hen Behältersätze für Lebensmittel und für sonstige
TrFü Reserve
Materialien sowie Betriebsstoffe zur Verfügung.

Technisches Hilfswerk
29
14. Fachgruppe Führung und Kommunikation (FGr FK)
Die FGr FK führt die THW-Einheiten, die ein Bedarf- 14.2 Führungstrupp (FüTr)
sträger zur Hilfeleistung oder Unterstützung anfordert.
Stärke 1/1/1 =3
grundsätzlich dann, wenn mehr a l s zwei Technische
Züge eingesetzt sind . Sie richtet eine THW-Einsatzlei- 1 Führer/THW-Einsatzleiter, 1 Truppführer. 1 Helfer
tung (THW-EL) ein und betreibt sie. Diese THW-EL ist
14 .2.1 Führungskraftwagen (FüKW)
d i e zuständi ge Ansprechstelle für den Bedarfsträger.
für alle Einsatzaufträge und Anforderungen, die Ein- Typ : LKW 1.5 t. GL. geschl ossen, Kombi. 1+8 Plätze
satzkräfte des THW erledigen sollen . Das THW entsen-
Verwendung :
det stets eine Verbindungskraft als Ansprechpartner in
die Einsatzleitung des Bedarfsträgers . Im Rahmen des - Führungsfahrzeug des Einsatzl eiters,
erhaltenen Auftrags führt die THW-EL die eingesetzten - Vorausfahrzeug des Einsatzleiters zur Herstellung
THW-Einheiten. einer ersten, vorläufigen EL.
Die FGr FK übernimmt die Kommunikationsaufga- - abgesetzter zusätzlicher Einsatzraum für die EL.
ben, die zur Führung der THW-Einsatzkräfte und für - Erkundungs- und Lotsenfahrzeug,
die Verbindungen zum Bedarfsträger erforderlich sind . - temporäre Relaisfunkstelle ,
Sie regelt die Versorgung der THW-Einheiten und
- Versorgungs- und Verbindungsfahrzeug,
bedient sich dabei insbesondere der Fachgruppe
Logistik. Diese Aufgaben erfüllt sie in enger Zusam- - Personaltransport 1+4 für den FüTr.
menarbeit mit und unter Koordination der Geschäfts- Bis auf weiteres werden Fü/FuKw des KatS dafür ver-
stelle. wendet.
Im Auslandseinsatz ist von der FGr FK insbesondere
die Kommunikation nach Deutschland und unter den 14.3 Führungs - und Kommunikationslrupp
Einsatzkräften gefordert. (FüKomTr)

14.1 Personal Stärke 3/ 2/ 1=6 (+4)

Stärke 4/4/4=12 (+6) : 3 Führer (S3/2 , S1/4, Leiter Fm-Dienst), 2 Truppführer (FM-
Betrieb), 1 Helfer (und 4 Reservehelfer)
Die FGr FK besteht aus folgenden Trupps :

• Fahrzeuge der FGr FK (Übergangslösung): FuKw als FüKw (14.2.1), FuKw als FüKomKw (14.3.1), GBKW
auf Planstelle FüLaAnh (14.3.2), FeKw als FmKw (14.4.1) Foto: Hilberath

30
Technisches Hilfswerk
14.3 .1 Führungs- und Kommunikations-Kraftwagen
(FüKomKW)
Typ : LKW 3 1, geschlossen, Kombi, 1+5 Plätze
Verwendung :
- A rb eitsrau m tü r Fü h run g und Fernmel debetrieb,
- Transport der FüKom-Ausstattung,
- Personaltransport 1+5 tür den FüKom Tr,
- Zu gtahrzeu g tür den FüLa-Anh änger.
Bis zur Auslieterung dieser Kfz werden die FuKw des
bisherigen KatS-Fm Dienstes weiterverwendet.

14 .3.2 Führungs- u nd Lage-Anhänger (FüLaAnh)


Typ: Anhänger Sonderaufbau (Faltcontainer) aus-
klappbar, 2 t Nutzlast 1 Tandem-Achse
Verwendu ng:
- mobiler Lage- und Führungsraum (ca . 6 x 3 m) ,
- Fernmeldebetriebsraum in besonderen Lagen.

14.4 Fernmelde-Trupp (FmTr)


Stärke -/1/2=3 (+2):
1 Trupptührer, 2 Helfer (und 2 Reservehelfer)
Auf der Interschutz '94 zeigte das THW seine zeit-
Sonderfunktionen : Kommunikator gemäße Kommunikationstechnik für ln- und Aus-
landseinsätze. Foto: THW
14.4.1 Fernmeldekraftwagen (FmKW) :

Typ : MLW 2 t Nutzlast Doppelkabine, Plane/Spriegel,


IFKI
"
/ - i·~il
1/444-12 Fachgruppe
FG r FK
STAN- Nr.: 090-02
V'lJU Führung/Kommunikation r.:S~ta-=-nd:;:-:'--'-"":";';:;"":"::'-i
1+6 Plätze
12/94
Bis auf weiteres werden FeKW des bisherigen KatS-
Fm-Dienstes weiter verwendet.
Die Fachgruppe FührungIKommunikation tührt die Einheiten des THW im Großschadengebiet. Hierzu
richtet sie eine Einsatzleitung ein und betreibt diese. Sie erstellt und betreibt funk- und drahtgebundene Verwendungszwecke :
Fernmeldeverkehrskreise. Hierzu stellt sie Fernmeldeverbindungen zu der örtlichen bzw. überörtlichen
Einsatzleitung der Gefahrenabwehrbehörde her. Ferner unterstützt sie fernmeldetechnisch andere
Hilfskräfte.
- Abholen und Verlängern von Wählanschlüssen aus
Im Auslandseinsatz übernimmt sie die Kommunikation zwischen Einsatzort und Deutschland und festen Netzen,
innerhalb des Einsatzlandes.
- Bauen und Unterhalten von Zubringerleitungen tür
Richtfunk oder drahtloses Wählnetz,
- Betrieb einzelner Teilnehmerleitungen,

I FüTr I
FüK W
- Einrichtung und Betrieb feldmäßiger Wählnetze,
- Transport des Personals 1+4 des FmTr.
14.4.2 Funk- und Fernsprechanhänger (FuFeAnh.):
+
i i i
F U T rFü Kf
Typ : Anhänger mit Sonderaufbau, 2 t Nutzl ast,
1 Tandem-Achse
- Funk
-Te lefon/Netz
Verwendungszweck:
- Tele f on/OB
- Transport von Aussta ttung und Betrieb von Feldka-
Fü Kom K W 2t FULa Anh.
bel und Richtfunkstrecken .

10
iillit
Fü Fü Fü TrF ü Kf Reserve

• -58 x Feldkabe l
- 8 x Ri chtfunk

I FmTr I
F m K W 2t FuF e Anh.

i i i
T rFü Kf H e R ese r ve

31
Technisch es Hilfswerk
15. Fachgruppe SEEBA (FGr SEEBA)

11 Verschütteten.
Spezialisiert auf Rettungseinsätze im Ausland : SEEBA-HeUer suchen zwischen GeschoBdecken nach

••• Schnelleinsatzeinheit für SEEBA- - Die FGr SEEBA ( Schnelleinsatzeinheit für Bergungs-
~ 11/6/16/47=70 [o~~~ 1 Bergungseinsätze im Ausland STAN - N r.:
Stand:
12/9' einsätze im Ausland) nimmt in der THW-Struktur eine
1 Personalaufstellung in Zweitfunktion aus FG r FK .. . . .. Sonderstellung ein . Die SEEBA ist eine Zusammenfas-
sung von Spezialisten des THW, die ständig durch
• 5 t
I FüTr I ~
besondere Ausbildung auf Auslandseinsätze vorberei-
EL

i i t t
fJr
J
Krad
~
tet werden . Die SEEBA-Grupp en kommen im Bedarfs-

+
--
10 Fü Fü Fü
TL zB DoK Kom

iHH

99 ... fJ~
fall in kürzester Zeit von ihren Heimat- Standorten
zusammen . Dort sind sie als Fachgruppe SEEBA
Fü Sanitäter örtl. K r äfte Krad Bestandteil der Technischen Züge .
San
Im Einsatzfall bilden drei Fachgruppen SEEBA in
Personalaufstellung in Z weitfunktion aus FGr Log . . . ...
- Verbindung mit dem Logistik- und dem Führungstrupp

gJ ~
1

6
t
FüVw

tHH
(in Zweitfunktion) die SEEBA mit einer Stärke von
1/6/ 16/ 47=70 ,

-t-9 ~~
TrFü
+
r- 999 .. .
Örtl. Kräfte NEA 40kVA Anh. 1t
SEEBA-Taktik
Da sich etwa 72 Stunden nach einem Schadens-
- j i i Hi
~
-1. BTr
ereignis die Aussichten auf Lebendbergungen rapi-
•• -
5 GrFü SchM TrFü
de verschlechtern, muß die SEEBA schnell eingesetzt
ISEEBAI ~ iiHH
TrFü
-2. BTr -- Be rgu ngs- und
Ortungsausstattung werden können, Im Einsatzfall stehen rund 70 Helfer

-

18 luftverlas tbar - mit ihrer Ausrüstung innerhalb von 6 Stunden nach
0 ID
i HHi
TrFü
-Ortu ngs Tr
Einsatzauftrag durch das Auswärtige Amt zur Verla-
- ~~~~~~~~~
dung bereit, Ihre Ausstattung ist so gestaltet, daß die
27 R eserve G LKW SEEBA auch normale Linienflüge nutzen kan n, Je
-- nach Transportkapazität werden ihre Fahrzeuge mit-

~
•• 5 oder nachgeführt.
ISEEBAI ~ r14 - - - wie vor - - - ., ,

altern ati v MLW 2t


""

Die SEEBA besteht aus Komponenten, die bei sich


0 ID ändernden Einsatzlagen auch unabhängig vonein-
--
•• 5
ander arbeiten können , Sie ist in der Lage, sich von
der mitgeführten Verpflegung ca , 10 Tage selbst zu
ISEEBAI r!J~ - - - wie vor - - - - 11 -
verpflegen ,
0 ID

32
Technisches Hilfswerk
THW ist ... wenn Menschen zusammen anpacken und mit Verstand und starker Technik etwas
• bewegen, um Gutes zu tun .

Die Neukonzeption erfo rdert eine Reduzierung der ter mit den Kameraden ihren Leistungswillen, und ihre
aktive n Soll-H e lferstärke vo n gegenwärtig rund Erzählungen im Bekanntenkreis ziehen wieder ande-
64 000 auf künftig ca , 44 50 0 Helfer. In der aktiv en re an, Die, die scho n immer genau so ein freund-
He lferzahl si nd künftig Planstellen für Helferanw ärter schaftliches Umfeld gesucht haben, das ganz unver-
in der Grundausbildung in den Ortsverbänden ent- mittelt den "Bumm" einer Einsatzorganisation zeigt
halten , Zusätzlich soll das THW etwa 17 000 Reserve- wenn's darauf ankommt. Und die, deren Persönlich-
helfer vorhalten , , , keit die individuelle Verantwortung für Hilfsbedürftige
tragen kann und die sich davor nicht drücken wollen ,
Sind solche planerischen Grundaussagen alles, was
wir über den Menschen im THW zu sagen haben?
Aktive Helfer
Nein, wir haben nicht vergessen, wer hinter den Zah-
lenkolonnen steckt wer Konzepte und Strukturen erst Alle taktische Planung im THW dreht sich zunächst
mit Leben erfüllt. Es sind M e nschen, Männer und Frau- um die aktiv en Helfer, denn aufgrund ihrer Dienstv er-
en, die auf verschiedenen Wegen zum THW gefunden pflichtung ermö glichen sie das unmittelbare Tätig-
haben: Viele , weil es sie gereizt hat mit vielfältiger werden der Einsatzorganisation THW Auf diese Men-
und starker Technik etwas bewegen zu können und schen, die sich zum Dienst im THW verpflichtet haben,
dabei Gutes zu tun , Viele auch, weil die Verpflich- v erläßt sich das THW
tungszeit im Katastrophenschutz besser in ihre Lebens-
Jeder aktiv e Helfer muß Jahr für Jahr mindestens
planung gepaßt hat als Wehrdienst. "Acht-Zweier"
120 Stunden Dienst leisten , Viele bringen sich weit
heißen sie in unserem Jargon, und ein ansehnlicher
darüber hinaus in das THW-Geschehen ein und
Teil von ihnen bleibt nach der Verpflichtungszeit aus
machen damit dem Prädikat "aktiv" alle Ehre , Je nach
Überzeugung im THW Freiwillig machen sie weiter,
Motivation haben sie hier ihre Aufgabe oder ein
weil sie gemerkt haben, wie sehr sie gebraucht wer-
befriedigendes Hobby gefunden, Dafür müssen die
den , Sie folgen immer wieder nachts und an Wochen-
Familie oder die Freundin viel Verständnis aufbrin-
enden den Alarmierungen, beweisen bei jedem Wet-
gen,

33
Technisches Hilfsw erk
Reservehelfer gespielten Gruppe, so daß der Zu sammenhalt nich t
verlorengeht. - Reserve hat Ruh ', damit jedenfalls will
Bis zum Ende seiner Verpflichtungszeit hat der gut
das THW brechen .
motivierte THW-Helfer eine umfangreiche Ausbildung
genossen. Auch im Beruf hat er sich gewiß weiterent-
Allhelfer
wickelt, und mit all seinem Wissen ist er zu einem
äußerst wertvollen Könner im Ortsverband geworden. Irgendwann kommt aber auch ein THW-Helfer in
Weil aber inzwischen noch andere Dinge in seinem die Jahre, wo sein Zugführer ihn notfalls vor seinem
Leben wichtig geworden sind, ist seine Freizeit knap- eigenen Enthusiasmus bewahren muß. Auf 60 Jahre
per geworden, und der Wegfall der Dienstpflicht wird hat das THW das Alter festgelegt. in dem der immer
zur Erleichterung. Der THW- Ortsverband, der solche noch tätige Reservehelfer ausscheiden muß, auf
Helfer aber weggehen läßt. spielt mit seinem KapitaL Antrag aber Althelfer werden kann . Er kann dann nur
denn er lebt doch von den Erfahrenen und besonders noch mit seinem Einverständnis zur Technischen Hilfe
Motivierten . herangezogen werden . Er nimmt nicht an den regel-
mäßigen Dienstveranstaltungen, sehr wohl aber an
Der Status des Reservehelfers ermöglicht da einen
den gesellig-kameradschaftlichen Zusammenkünften
Kompromiß, der beiden Seiten dient: Das THW erwar-
teil. In vielen Ortsverbänden sind heute Althelfer noch
tet vom Reservehelfer ohne Zwang nur einen Bruchteil
eine wichtige Stütze des OV-Lebens, hoffen wir, daß
der jährliChen Dienststunden. Nur wenn es fachlich
dies so bleibt.
knifflig wird, soll er ran, oder wenn die Aktiven sich
im Einsatz bereits rund um die Uhr abwechseln . Damit
JungheUer
auch mit Reservehelfern die Hilfe mit dem Zahnrad
wie ein Uhrwerk l ä uft. geh ören si e weiter zu ihrer ein- Im THW g ib t es n a tü rli ch auch Jung h elfer. A b
einem A lter von 10 Jah ren lernen sie in der THW-
Jugend e . V. spielend, mit Technik zu helfen . Auch ler-
Der neue Reservehelfer nen sie viele neue Freunde kennen und a llerhand
Praktisches für zu Hause . Auch Spaß und Freude dür-
Durch die Verringerung der Planstellen für aktive fen nicht zu kurz kommen .
Helfer im THW kommt der Funktion der Reserve-
helfer eine stärkere Bedeutung als bisher zu . THW-Junghelfer sind mit ihrer Vorbildung der
Erstrangig sollen in der Helferreserve das Wissen bevorzugte Nachwuchs für die Ortsverbände und
und die Erfahrung von THWlern erhalten bleiben, haben im Zweifelsfall den Vortritt. wenn sich mehrere
die sich nicht mehr in vollem Umfang am aktiven Bewerber um einen Platz im THW bemühen.
Dienst beteiligen können . Vom Junghelfer bis zum Althelfer, sie alle sind Men-
Im Idealfall bleibt der Reservehelfer d irekt seiner schen, die eine kleine zupackende Gesellschaft bil-
bisherigen (Teil-)Einheit zugeordnet. gerade um den, welche in der Not mit Kniff und Fingerspitzenge-
den persönlichen Kontakt zu der eingespielten fühl an der richtigen Stelle anfaßt. Die meisten sind
Mannschaft zu behalten. Reservehelfer verfügen keine farblosen, gelegentlichen Mitmacher. sondern
meist über hohe berufliche Qualifikation und engagierte Helfer im wahrsten Sinne des Wortes, die
haben eine umfangreiche THW-Ausbildung erhal- unser Motto "Helfen mit Herz und Verstand" in die Tat
ten, sie sind und bleiben damit wertvolle Speziali- umsetzen .
sten in ihrer Einheit. Für sie alle ist das THW-Neukonzept nicht das trau-
Den Technischen Zügen bzw. deren Gruppen ist rige Ende eines Streichkonzerts, sondern ein Neuan-
ein Planstellen-Soll fü r Reservehelfer in Höh e von fang, den wir uns für das THW oft gewünscht h aben
einem Drittel der Soll-Stärk e der aktiven Helfer - gen au genommen zu ein em fliegenden Start der
zu geordnet. Kann eine Einheit d iese Reserveh elfer- g u ten , a lten Freigestelltenorganisation h in zur Freiw il-
ligenorgani sation.


Planstellen nicht besetzen, besteht die Möglich keit.
freie Planstellen zunächst innerhalb des Ortsver-
bandes oder ggf. innerhalb des Geschäftsführerbe-
reichs anderweitig zu besetzen . Jeder profiliert
von der Erfah-
Die für Reservehelfer zur Verfügung stehenden rung des ande-
Haushaltsmittel werden auf der Ebene des ren.
Geschäftsführerbereichs zentral verwaltet und nur
für tatsächlich besetzte Stellen in den Einheiten
zugewiesen. Es ist selbstverständlich auch möglich,
daß die Reservehelfer fast soviel Dienst leisten kön-
nen wie die Aktiven. Die Ortsverbände können
auch ihr aktives Helfersoll überschreiten und dafür
weniger Reservehelfer vorhalten. Aber: Mehr
Selbstbewirtschaftungsmittel wird es dafür nicht
geben können, weil die Haushaltsmittel auf Bun-
des- und Landesverbandsebene aufgrund der Soll-
Zahlen errechnet und zugewiesen werden.

34
Technisches Hilfswerk
• Helfen wollen, helfen können, helfen will gelernt sein.

Die Ausbildung der ehrenamtlichen THW-Helfer ori- nen, wenn nicht in ausreichender Zahl Helfer mit
entiert sich an den einsatztaktischen Forderungen für einschlägiger Berufsausbildung gefunden werden
die Einheiten und Teileinheiten , Das THW behält die und für die Erfüllung der Sonderfunktion eine kurze
bewährte Gliederung in Führer, Unterführer, Helfer in Ausbildungsmaßnahme ausreicht (z , B, Bergungs-
Sonderfunktionen, Fachhelfer und einen Ortsver- räumgerätefahrer) ,
bands-Stab (OV-Stab) bei. Wie bisher sind die Helfer
• Es gibt THW-Ausbildung für Führer und Unterführer,
für ihre Tätigkeit in den verschiedenen Fachgruppen
da ihr gemischtes Anforderungsprofil spezielles Ein-
nach ihren beruflichen Kenntnissen auszuwählen , Die
gehen auf THW-Belange erfordert.
Helfer der Fachgruppe Elektroversorgung sollen bei-
spielsweise aus elektrotechnischen Berufen stammen, Inhalt Intensität und Systematik der Ausbildung
wenn sie nicht in einer Funktion Dienst tun (z , B, Kraft- werden der neuen THW-Struktur angepaßt. THW-Aus-
fahrer) , für die andere Qualifikationen wichtiger sind , bildung findet in den Einheiten selbst auf GFB- oder
LV-Ebene, an THW-Ausbildungsstätten oder bei exter-
Es gelten folgende Grundsätze : nen Ausbildungsträgern statt,

• Es gibt keine THW-Ausbildung als Ersatz für eine Der Ortsverbands-Ausbildungsbeauftragte organi-
Berufsausbildung, siert die Grundausbildung im Ortsverband , Im Einsatz
ist er Verbindungsmann zu anderen Führungseinrich-
• Es gibt THW-Ausbildung für THW-Funktionen, die in
tungen ,
Berufsbildern nicht oder nur am Rande enthalten
sind (z , B, Ausbilder für Atemschutz) , In den Geschäftsstellen wird es künftig einen Büro-
sachbearbeiter für Ausbildung geben, der alle damft
• Es gibt THW-Ausbildung für beruflich Vorgebildete,
zusammenhängenden Angelegenheiten bearbeitet
soweit ihnen die besonderen einsatztaktischen For-
(z , B, Sonderausbildungen, Weiterbildung, Lehrgangs-
derungen nahegebracht werden müssen (z , B, Elek-
beschickung) , Für die gesamte Ausbildung im
trofachkraft zum Maschinisten für Stromerzeuger) ,
Geschäftsführerbereich arbeiten alle Bereichsausbil-
• Es gibt THW-Ausbildung für Helfer in Sonderfunktio- der und der Bürosachbearbeiter für Ausbildung

35
(Geschäftsstelle) eng zusammen und unterstützen sich Bereichsausbildung von Helfern mit besonderer
gegenseitig entsprechend ihrer beruflichen und fach- Funktion
lichen Kenntnisse .
In jeder Fachgruppe gibt es Heller mit Sonderfunk-
tionen. die nicht mit den Kenntnissen aus der Grund-
Die Grundausbildung
und Fachausbildung beherrschbar sind . Für folgende
Alle THW-Heller erhalten eine einheitliche Grund- Funktionen bilden ehrenamtliche Bereichsausbilder
ausbildung. Das Ziel ist eine einheitliche Befähigung die Heller im Geschäftsführerbereich aus :
im Umgang mit THW-üblichen Werkzeugen und Gerä-
- Kraltlahrer.
ten . Die Grundausbildung erfolgt am Standort durch
ehrenamtliche Heller. umfaßt ca . 100 Stunden und - Sprechfunker.
sollte innerhalb eines Jahres mit einer Prüfung abge- - Gerätewarte.
schlossen werden . Sie ist vorgesehen für neu einge-
tretene Heller. Bevor diese Helleranwärter dem Tech- - Atemschutzgeräteträger.
nischen Zug oder dem OV -Stab zugewiesen werden - Sanitätsheller und
können. müssen sie außerhalb der Einheit die Grund-
- Köche .
ausbildung absolviert haben . Die Helleranwärter wer-
den in einer Grundausbildungs-Gruppe. bei Bedarf Der Umgang mit der Sprechfunkausstattung erfor-
auch aus mehreren Ortsverbänden. zusammengefaßt. dert pro Fachgruppe durchschnittlich drei Heller mit
Für die Helleranwärter stehen daher außerhalb der der Sonderfunktion Sprechfunker. Sie sind für den
StAN zusätzliche Planstellen zur Verfügung . Sie ent- Betrieb. die Wartung und Überwachung der Geräte
sprechen einem Achtel der aktiven Sollstärke des Ov. zu ständig. Die Anforderungen können durch Wochen-
Erst nach erfolgreichem Abschluß der Grundausbil- endausbildung auf Bereich sebene (GFB) erfü llt wer-
dung stehen diese Heller für den Einsatz zur Verfü- den . Ehrenamtliche THW-Bereichsausbilder bilden pro
gung. GFB jährlich etwa 50 Sprechfunker aus . Die Sprech-
funk-j Kommunikationsausbildung der Fachgruppen
Die Fachausbildung FK erfolgt an Schulen.

Alle Heller der Fachgruppen des Technischen Zuges Da dem Technischen Hilfswerk in der Regel keine
erhalten von ihren Unterführern eine fachgruppen- eigenen Atemschutzübungsanlagen zur Verfügung
stehen. werden Atemschutzgeräteträger in den
spezifische Ausbildung. die sie befähigt. mit den
Geräten und Arbeitsmethoden ihrer Einheit den Ein- Übungseinrichtungen der Kreise (bei den Feuerweh-
satzauftrag zu erfüllen . Die Fachausbildung wird ren) ausgebildet. Dies betrifft in jedem GFB pro Jahr
etwa 30 Heller. Ihre Ausbildung wird der Ausbildung
gestralft und neu überarbeitet.
der Feuerwehren entsprechen.
Für die Erstversorgung der eigenen Heller und von
Wanted: Der Profi Geretteten hat jede Gruppe des TZ einen Sanitätshel-
fer. dessen Ausbildungsniveau oberhalb der Ersthel-
Und noch einen alten Zopf wollen wir mit dem ferbefähigung aller THW-Heller liegt . Die Schulung
THW-Neukonzept abschneiden. Wir haben bisher erfolgt bei den Sanitätsorganisationen.
die Qualifikation eines Hellers vorwiegend an sei-
Die Geschäftsstellen koordinieren. unterstützen und
ner Ausbildung im Katastrophenschutz gemessen. überwachen die Ausbildung. um den ehrenamtlichen
Das bedeutete im ärgsten Fall. daß ein hochkaräti- Ausbildern die Arbeit zu erleichtern und den Ausbil-
ger Könner seines Berufes einem fach fremd en . dungsstand künftig zu verbessern .
dafür im THW altgedienten Unterführer unterstellt Die Grund-. Fach- und Bereichsausbildung finden
war. Klar. daß das kaum der richtige Umgang mit am Standort (im OV b zw GFB) statt .
hochwertigem Spezialwissen sein kann .
Schulische Ausbildung für Helfer mit besonderer
Wir wollen im THW künftig betont auf berufliche Funktion
Neben der Standorausbildung unterhält das THW
Vorqualifikationen setzen und damit auch einen
eigene Ausbildungsstätten (in Hoya und Neuhausen
fachlichen Seiteneinstieg erleichtern. Den Ortsver- a . d . F.) . Schulische Ausbildung ist immer dann von
bänden bietet das die Chance. für besondere Auf- Vorteil. wenn die Lehre
gaben - gerade auch für Auslandseinsätze - Spe- - Spezialwissen des Lehrers.
zialisten gewinnen zu können und ihnen schnell
- eine Vielzahl teurer Ausbildungsgeräte.
adäquate Aufgaben zu bieten . Gleichzeitig werden
die Ortsverbände aber auch in die Pflicht genom- - ein besonders hergerichtetes Übungsgelände.

men. da sie beispielsweise für die Fachgruppe - besondere Befähigung des Lehrenden.
Elektroversorgung einen Elektro-Ingenieur und - Vermittlung bundeseinheitlicher Vorgaben oder
mehrere qualifizierte Elektrofachkräfte als Heller
- Einhaltung gesetzlicher Vorgaben für die Ausbildung
werben und bei der Stange halten müssen.
erfordert.

36
Technisches Hilfswerk
Regelmäßige Übung •
unter realistischen
Bedingungen bewei-
sen den individuellen
und den kollektiven
Lei stungsstand.

Besonders die Ausbildung von Führungskräften im der Basisausbildung direkt zum Zugführer ausgebildet
Fachkunde- und Führungsbereich ist davon betroffen. werden .
Dazu zählen auch die Funktionskräfte des OV-Stabs .
Zum Gruppenführeranwärter-Lehrgang : Die Inhalte
Darüber hinaus muß ein Teil der Helfer für Sonder-
und Lernziele des jeweils zweiwöchigen Lehrgangs
funktionen (z . B. Bergungsräumgerätefahrer, Bootsfüh-
umfassen die Position des Gruppenführers im THW,
rer. Maschinisten, Sprenghelfer. Technische Ortung) im
die fachliche Aufgabe , Grundlagen der Menschen-
oben genannten Sinne schulisch ausgebildet werden .
führung, Methodik der Ausbildung, Einsatztaktik, Fach-
Die Auslandseinsätze des THW erfordern auf grund kunde für die Fachgruppe, Einsatzdurchführung, Beur-
ihrer Größe und der komplexen Einbindung in inter- teilung von Einsatzsituationen und Aufgabendele gati-
nationale Hilfsaktio nen eine fundiert e A usbildung on .
z. B. für
Der Gruppenführer stellt den fachlichen Expe rten
- fremde Kulturen, und Kristallisationspunkt allen fachlichen Wissens sei-
ner Fachgruppe dar. Er ist der fachtechnische Führer
- Projektmanagement und angepaßte Technologie ,
und Ausbilder seiner Gruppe .
- Logistik,
Die Neuordnung des Technischen Zuges erfordert
- Gesundheitswesen/Hygiene, eine moderne Zugführerausbildung . Lehrgangsinhalte
sind unter anderem : Aufgabe und Funktion des Zug-
- psychologische Vor- und Nachbereitung .
führers, Führungs- und Einsatzgrundsätze des THW. Der
Für die Ebene des hauptamtlichen THW-Personals angehende Zugführer soll befähigt werden, den Ein-
wird ebenfalls durch Aus- und Fortbildung den Belan- satz des Technischen Zuges im Auftrag übergeordne-
gen einer Einsatzorganisation Rechnung getragen. ter Stellen zu leiten und dabei die vielfältigen Aufga-
ben der Fachgruppen zu koordinieren . Er leitet den
Führungskräfteausbildung Einsatz im Sinne des Projektmanagements, er koordi-
niert und überwacht Ausbildung und Übungen inner-
Neu strukturiert wird die Ausbildung der Führungs-
halb des Zuges .
kräfte . Alle Führungskräfte im THW erhalten die glei-
che "Basisausbildung Führungskräfte THW" . Die ein- Fortbildung
wöchige Basisausbildung vermittelt allen künftigen Zusätzlich zu dem gestrafften und damit gekürzten
Unterführern und Führern grundsätzliche Handlungs- Ausbildungsgang gibt es Fortbildungsmöglichkeiten,
kompetenz für ihre Funktion im THW. Truppführern die auf besondere Neigungen und Verwendungen
genügt dieser Lehrgang im wesentlichen für die All- eingehen. Vermittlung von Erkenntnissen aus dem
tagstätigkeit. Lehrgangsinhalte sind Aufbau und Struk- praktischen Einsatzgeschehen, technische Neuerun-
tur des THW, Gliederung und Aufgaben der Teilein- gen und Verbesserungen der Ausstattung werden hier
heiten, Einsatzdurchführung und -überwachung, fach- ebenso angeboten wie Optimierung und zeitgemäße
liche Grundkenntnisse (Führung , Arbeitssicherheit, Anpassung der Zugführer- und Gruppenführertätig-
Hygiene, Unfallverhütung) , Grundlagen der Ausbil- keit Methodik und Didaktik der Ausbildung, Men-
dungslehre und der Menschenführung. Auf diese Aus- schenführung und Taktik . Wir werden künftig mehr
bildung fol gt die jeweilige Gruppenführerausbildung Wert auf die Fortbildung legen, um auch die Erfah-
oder auch die Fu nktionsausbildu ng für den OV-Stab. rungen aus In- und Ausl andseinsätzen weitergeben zu
Besonders qualifizierte Führungskräfte können nach können .

37
Technisches Hilfswerk
• Einbindung de s THW zur Unterstützung der zuständigen Behörden und Organisationen.

Schulen Komponentenmodell Katastrophenschutz


Die Katastrophenschutzschulen der Länder (KSL) , In Zukunft wird der Bund für die Länder und Hilfe-
die bisher in das Ausbildungssystem des THW inte- leistungsorganisationen sogenannte Komponenten
griert waren, sollen bis spätestens Ende des Jahres finanzieren . Er ergänzt damit den Katastrophenschutz
1995 geschlossen werden. Die schulische Ausbildung der Länder für den V-Fall in den Bereichen Brand-
im THW wird fortan in zwei THW-eigenen Ausbil- schutz, ABC -Schutz, Sanitätswesen und Betreuung . Das
dungsstätten in Hoya und Neuhausen bei Stuttgart gesamte THW steht den Ländern als Verstärkung des
stattfinden. Für die neuen Bundesländer werden bis Bundes für den erweiterten Katastrophenschutz zur
auf weiteres in Heyrothsberge noch Lehrgänge für das Verfügung .
THW angeboten.
Die ergänzende Ausstattung umfaßt insbesondere :
- für den Brandschutz je 880 Stück LF 16 TS und
Werkstätten
Schlauchwagen 2000 TR
Auch die Zentralwerkstätten des Bundes, in denen - für den ABC-Schutz 1.320 ABC-Erkundungs- und 660
bisher auch die Ausstattung des THW gewartet wurde , Dekontaminations-Kfz,
sehen ihrer Schließung bis spätestens 1999 entgegen. - für das Sanitätswesen 880 Arzttruppkraftwagen und
Nach und nach wird dann die Instandhaltung der 1.760 Krankentransportwagen sowie
Ausstattung vom THW in eigener Zuständigkeit über- - für den Betreuungsbereich 1.320 Kombi und 880
nommen oder an Fremdfirmen vergeben . Die organi- Lastkraftwagen mit Feldkochherden.
satorischen Aufgaben werden im wesentlichen von
den Geschäftsstellen wahrgenommen . Der Wegfall HVB - THW-Bundeseigenverwaltung
der Zentralwerkstätten bedeutet aber auch, daß in
Das THW wird künftig in Bundeseigenverwaltung
den THW-Ortsverbänden meh r eigene Wartungs- und
geführt. Das Bundesinnenministerium erwägt die Frei-
Instandsetzungsarbeiten erledigt werden müssen.
stellung der THW-Helfer vom Wehrdienst von der Bun-
Wozu heißen wir schließlich Technisches Hilfswerk?

38
Technisches Hilfswerk
desbehörde THW selbst vornehmen zu lassen. Um
eine Auseinanderentwicklung der drei Säulen des
Katastrophenschutzes (Feuerwehr, Sanitätsorganisatio-
nen, THW) zu vermeiden, kommt es für das THW dar-
auf an, auf allen Ebenen vertrauensvoll mit den Part-
nern zusammenzuarbeiten. Dieses beinhaltet gemein-
same Ausbildung und Übungen, gegenseitige Abstim-
mung der Einsatzvorbereitungen und schließlich das
gemeinsame Bewältigen von Gefahren- und Scha-
denslagen .
Die Verwaltung der gesamten Ausstattung wird
uneingeschränkt vom THW wahrgenommen. Sie rich-
tet sich nach der - insoweit überarbeitungsbedürftigen
- Gerätedienstanweisung THW ohne Rückgriff auf die
bisher noch in Einzelfällen "praktizierte" Zuständigkeit
der örtlichen KatS-Behörde. Lediglich die Einsatzbe-
reitschaft der Einheiten ist der KatS-Behörde anzuzei-
gen .
Aufgabenabgrenzung gegenüber der Feuerwehr
Ziel des THW-Neukonzeptes ist die Verringerung,
nach Möglichkeit völlige Vermeidung von Aufga-
benüberschneidungen zwischen THW und Feuerwehr.
Aufgrund ihrer Ausbildung und Ausstattung, aber
auch schon wegen ihrer Schnelligkeit, werden die Feu-
erwehren stets im ersten Schritt der Gefahrenabwehr
und Menschenrettung eingesetzt werden . Der Einsatz
des THW zur Unterstützung wird immer dann nötig und
möglich sein, wenn zusätzliche Ausstattung oder beson-
dere Ausbildung gebraucht werden oder wenn lang-
• Enge Zusammenarbeit, wenn das THW zu einer
effektiveren Schadensbekämpfung beitragen
kann.

tenden Lücken zu schließen . Das gesamte THW-Neu-


wierige Aufgaben zu bewältigen sind . Viele Einsatz-
beispiele in letzter Zeit haben bewiesen, daß man konzept ist so ausgelegt, daß das THW ergänzend
überall in Deutschland die gegenseitigen Unterstüt- Ausstattung in Bereichen vorhält, wo die Feuerwehren
zungsmöglichkeiten erkannt hat und eine vertrauens- jetzt und in Zukunft keine entsprechende Technik und
volle Zusammenarbeit konkret stattfindet. auch keine darauf ausgerichtete Ausbildung haben .
Das THW ist gefordert, die Feuerwehren über seine
Einsatzmöglichkeiten und Ausstattung zu informieren
und im Einsatzfall schnell und kompetent die auftre-

THW in Konkurrenz zur Feuerwehr?


Feuerwehr und THW, die beiden scheint eine Für THW-Helfer im Klartext: Keiner von uns soll
naturgegebene "Gegnerschaft" zu einen. Zum Teil glauben, er müßte im Bereich der Technischen Hilfe
liegt das am Menschen, der seinen eigenen "Verein" mit der örtlichen Feuerwehr konkurrieren. Die ist
gern an einem ähnlich gearteten mißt. Das ist gut so, grundsätzlich besser darauf eingerichtet, innerhalb
denn wie beim Sport stachelt es ein bißchen dazu an, von Minuten am Einsatzort zu sein. Wir sind unserer
seinen Job noch besser zu machen, macht vielleicht Aufgabe entsprechend etwas langsamer, dafür
sogar Spaß und kommt letztlich der Sache zugute . haben wir einen langen Atem.
Feuerwehr-Führungskräfte werden über das THW-
Es gibt aber auch eine Reihe ernsthafter Mißver-
Potential kaum eigene "Nachforschungen" anstellen,
ständnisse, die unnötig zu Ärger führen, besonders
da ihr eigener, sehr vielfältiger und komplexer
wegen Überschneidungen in den Aufgabenbeschrei-
Arbeitsbereich sie schon gut ausfüllt. Es ist die Pflicht
bungen von Feuerwehr und THW Stichwort Techni- jedes THW-Ortsverbandes, über seine Möglichkeiten
sche Hilfe etwa: Sie ist sowohl Namensbestandteil der kompetent aufzuklären und bei Bedarf zuverlässig die
einen als auch häufigster Einsatzgrund der anderen, angebotene Leistung zu erbringen. Spätestens nach
denn die Feuerwehren tun längst mehr als Brände einem ersten Versuch wird kein einsichtiger Feuer-
löschen. Hier sollte mehr Klarheit sowie eine ganze wehrmann es noch generell ablehnen, das THW als
Portion Mut zum Blick über die "Vereinsgrenzen" hel- vom Bund vorgehaltene Einsatzreserve einzusetzen.
fen können, zu den ebenso kompetenten Kameraden Positive Beispiele dafür gibt es genug - a lles nur Ein-
im andersfarbigen Auto zu finden. zelfälle?

Technisches Hilfswerk
39
Das THW ist nicht mehr das alte.
Erfahrungen aus über 40 Jahren ...


. . . finden im THW-
Neukonzept ihren
Niederschlag.

Einheiten und Ortsverbände Katastrophenschutzschulen der Länder wird bis späte-


stens Ende 1995 auslaufen (mit Ausnahme der Schule
Alle bisherigen THW-Einheiten werden bis späte-
Heyrothsberge) . Gleichzeitig werden die THW-Ausbil-
stens zum 30 . Juni 1995 in Technische Züge mit inte-
dungsstätten schrittweise ihre Lehrgangsangebote auf
grierten Fachgruppen umgewandelt . Auch während
die neuen Anforderungen umstellen . Die geographi-
dieses Prozesses muß die Einsatzbereitschalt der Orts-
sche Lage der Schulen legt nahe, einen Grundbedarf
verbände sichergestellt sein.
an beiden Schulen gleichermaßen anzubieten . Da-
Alle Führer und Unterführer der bisherigen Einhei- rüber hinaus wird es bestimmte Lehrgänge nur an
ten werden ebenfalls zum 30. Juni 1995 abberufen. jeweils einer der beiden Ausbildungsstätten geben .
Die im Neukonzept v orgesehenen Führungspositionen
Zunächst wird es auch Aufgabe der Schulen sein,
sind zum I. Juli 1995 zu besetzen.
die Helfer auf die neue THW-Struktur vorzubereiten .
Der weitaus größte Teil der Gruppen kann ohne
Helfer
umfangreiche Ausbildung in seine neue Funktion
Für die leider in einigen Ortsv erbänden notwendig überführt werden. Daneben sind wegen der örtlichen
gewordene Verringerung der Helferzahl hat das THW Neuaufstellung von Fachgruppen Helfer für eine neue
viel Zeit. Der überwiegende Teil der abzubauenden Fachaufgabe auszubilden. Dies geschieht durch einen
HelfersteIlen wird einfach nicht mehr besetzt wenn (zweiwöchigen) Anpassungslehrgang (Fachkunde)
Helfer nach Ablauf ihrer Verpflichtungszeit ausschei- für die Unterführer.
den. Dem THW gibt das für einige Zeit die Möglich-
keit bei dem dennoch erforderlichen kontinuierlichen Ausstattung
Helfernachwuchs etwas wählerischer zu sein.
Die nach dem THW-Neukonzept vorgesehene Aus-
stattung ist in Art und Umfang nur bedingt durch Vor-
Ausbildung
handenes darstellbar. Soweit sachlich vertretbar, i st
Das Lehrgangsangebot für THW-Helfer an den jedoch in absehbarer Zeit aus wirtschaftlichen

40
Technisches Hilfswerk
Gesichtspunkten die weitere Verwendung des Vor- zumindest in Ansätzen komplette StAN-Ausstattung
handenen unvermeidbar. So ist einsichtig, daß GKW (Kfz u . Gerät) jedem LV und den Ausbildungsstätten
72 als GKW L MKW 72 als GKW IL OV-Kombi als MTW zur Darstellung des Neukonzeptes kurzfristig zur Verfü-
usw. verwendet werden können. Die Ausstattung der gung zu stellen . Hierzu sind 1995/ 96 vorab GKW L
Fachgruppen wird aus bisheriger "Org.- und KatS-Aus- GKW II und MTW für TZ zur Beschaffung vorgesehen.
stattung" sachgerecht rekrutiert - Brückenbau, TWA, Die Fachgruppen werden vergleichbar nach und
Notstrom (FGr E) , Pumpen (FGr WP), Ponton (FGr W) , nach folgen, so daß eine zügige Komplettierung des
Bergungszug 50 (FGr R) usw. Soweit bei der obenge- Gesamtumfanges nach StAN/ AN gewährleistet ist.
nannten Umverteilung Lücken in Art oder Umfang
Die im obengenannten Sinne nicht einzuordnenden
bleiben, werden diese bei künftigen Beschaffungen
Kraftfahrzeuge müssen ausgesondert werden, weil
nach Prioritäten ausgeglichen. Dabei ist beabsichtigt

Quo vadis Ausstattung?


Bei der Erarbeitung des THW-Neukonzeptes "THW seitiges, überörtliches Zusammenstellen notwendiger
2000" in den Jahren 1991 bis 1993 waren die Komponenten bis zur Deckung des Einsatzbedarfs" ,
Arbeitsgremien schon von Beginn an davon ausge- so erkennt man, daß Engpässe aus dem Potential
gangen, daß das neue THW keinesfalls mehr Geld des GFB, wenn es sein muß aus dem landesweiten
kosten darf. Damals hatten wir etwa 250 Mio . DM in Bestand des THW, behoben werden können . Deut-
der Kasse . Heute wissen wir. daß unser Jahreshaus- lich gesagt : Werden weitere MTWs gebraucht müs-
halt nur noch 190 Mio. DM umfaßt. Folglich müssen sen die Nachbar- OV einspringen . Das gilt entspre-
wir nun bei der Umsetzung des Neukonzeptes eine chend für alle weiteren vermeintlichen "Unzuläng-
Vielzahl von Zugeständnissen machen. lichkeiten" .

Einheilen
"Kirchturmdenken" in den OV ist out!
Ursprünglich waren Technische Züge , bestehend
Der GFB ist der "große OV" der Zukunft .
aus Zugtrupp, 1. und 2. Bergungsgruppe sowie einer
Fachgruppe Infrastruktur, jeweils einmal in jedem Für den GKW I wird der heute vorhandene GKW
Ortsverband vorgesehen (THW-Grundlast). Weitere 72 bis zur Aussonderung weiterv erwendet. Die Aus-
Fachgruppen oder TZ mit den übrigen Fachgruppen stattung wird aus Beständen etwa der überzähligen
des Neukonzeptes sollten dazukommen . MKWs oder der I -Züge erw eitert und erreicht damit
Heute reicht die Gesamtzahl der technischen nahezu die Norm des GKW 1.
Fachgruppen nicht aus, um allen TZ eine solche Der GKW II ist ein völlig neues System und muß
zuzuordnen . Wir mußten sogar einen großen Teil der folglich neu beschafft werden . Bis zur Auslieferung
Fachgruppen FK, Log und SEEBA einem TZ beistel- einer ausreichenden Anzahl von GKW II werden auf
len. Auch die Gesamtzahl der Technischen Züge ist den Pl anstellen die bisherigen MKWs eingesetzt . Hier
im Vergleich zur ersten Planung deutlich reduziert wird allerdings die Ausstattung ausgetauscht und
worden . erweitert: ein Großteil kommt ebenfalls aus MKW-
Damit nicht genug, es mußte auch noch in der oder I-Zug-Sätzen. Ferner kann eine Anzahl von
Ausstattung der Einheiten eingespart werden, weil Stromerzeugern (aus THW- oder Bundeswehrbe-
stand) mit einer Leistung von 30 bis 50 kVA als
sonst entweder viele OV hätten aufgelöst werden
Anhänger den MKWs zugeordnet werden .
müssen oder eine Reihe von OV statt einem kom-
pletten Zug nur eine Gruppe erhalten hätten . Mit diesen zugeordneten Aggregaten, die später
ja fest im GKW II eingebaut sein werden, unterstützt
Fahrzeuge
die 2. Bergungsgruppe auch die anderen Fach-
"Der OV-Kombi ist tot es lebe der MTW." gruppen. Aus finanziellen Gründen ist es nicht mög-
lich, neben den Bergungsgruppen auch noch alle
Unabhängig von den Verhandlungen um das
Fachgruppen mit Stromerzeugern großer Leistung
THW-Neukonzept hat das Finanzministerium den OV-
auszustatten. Auch hier greift der Gedanke überörtli-
Kombi als unwirtschaftlich in Frage gestellt und aus
cher Zusammenarbeit.
der AN gestrichen. Damit gibt es auch im Neukon-
zept auf Dauer keinen OV-Kombi mehr. Als Grundsatz muß gelten, daß die neue Genera-
tion der Kfz erst nach Ablauf der üblichen Lebens-
Der TZ besitzt den MTW als neues "System" . Bis zur
dauer der bisherigen Fahrzeuge (12 Jahre bei OV
Beschaffung der den technischen Forderungen ent-
Kombi. 15 Jahre bei ITrKW und 20 Jahre bei MKW
sprechenden Fahrzeuge werden die heutigen OV-
und GKW) angeliefert werden kann . Das gleiche gilt
Kombis oder auch ITrKWs als MTW verwendet der
sinngemäß auch für alle anderen Fahrzeuge und
wie gesagt eine Vielzahl von Aufgaben wahrneh-
Ausstattungen .
men muß . Ein zusätzlicher Zugtrupp-KW, wie er wün-
schenswert wäre , ist nicht finanzierbar. Sieht man
allerdings die Grundidee des Neukonzepts, "gegen-

41
Technisches Hilfswerk
dafür ab 1995 keine HaushaltsmitteL besonders für Aufbau kleiner Netzwerke in den Geschäftsstellen
Wartung und Instandsetzung, mehr zur Verfügung ste- sowie die Einbindung der Ortsverbände in das ent-
hen . Es ist grundsätzlich davon auszugehen, daß nach stehende System . Im hauptamtlichen Bereich soll mit
dem Neukonzept alle Aufgaben des THW mit der Modem-Verbindungen die Vernetzung beginnen .
StAN/ AN-Ausstattu n g erfüllt werden können und Massiv vorantreiben wollen die Entwickler jetzt die
zusätzliche Ausstattu ng nicht erforderlich ist. Soweit Software zu einer THW-Datenbank, die zur Helfer- und
örtliche Vereinbarungen und bisherige Einsätze es Ausstattungsverwaltung dienen wird . Nach der
erforderlich machen, k ö nnen Sonder-Kfz im Einzelfall Genehmigung des THW-Neukonzeptes muß die Soft-
auf Antrag weiterbetrieben werden, wenn die Unter- ware noch um zusätzliche Elemente (wie THW-eigene
haltung örtlich gesichert ist. Sonstige überzählige Aus- Ausbildungsstätten) ergänzt werden, die es bei Pro-
sta ttung wie Boote, Pumpen usw. können i . d . R. in jektbeginn 1991 noch nicht gab.
den OV v erbleiben, wenn dafür keine besonderen
Aufwendungen für Reparatur und Unterhaltung auf- Haushalt und Liegenschaften
treten oder diese von Dritten getragen werden . Aber :
Die Jahresbeträge der Ortsverbände werden nicht
Das ist nur dann möglich, wenn woanders kein drin-
schlagartig entsprechend der neuen Helferstellenzahl
gender Bedarf besteht und diese Ausstattung vor Ort
nach StAN verringert, sondern richten sich über einen
tatsächlich für Einsätze benötigt wird.
Zeitraum von fünf Jahren nach der tatsächlichen Hel-
ferzahl. Der Fahrkostenzuschuß wird nach Zonen
Informationstechnik
gestaffelt pauschalisiert und reduziert. Die Abgeltung
Das moderne, leistungsfähige THW muß sich als bun- der Mehraufwandsentschädigung bleibt unverändert,
desweit handlungsfähige Einsatzorganisation einer zeit- wobei Umschichtungen nicht auszuschließen sind.
gemäß konzipierten, sinnvollerweise vernetzten Infor-
In Unterkünften, die nach der Umstrukturierung zu
mationstechnik (IT) bedienen . Der Aufbau der IT im
groß sind , können unter bestimmten Bedingungen die
THW ist in den letzten Jahren wegen gezielt er Haus-
Raumüberhänge untervermietet werden . Dafür ist bei
haltskürzungen ins Stocken geraten. Parallel zur Umset-
bundeseigenen Liegenschaften das jeweilige Bundes-
zung des THW-Neukonzeptes wird die THW-Leitung die-
vermögensamt zuständig .
sen Aufbau schrittweise vorantreiben .
Teilziele in nächster Zeit sind der Ausbau der Netz-
werkgröße in den Landesverbands-Dienststellen, der

• Die Umsetzung des THW-Neukonzeptes und der


Aufbau einer vernetzten Information technik
kaufen parallel.

42
Technisches Hilfswerk
Die beteiligten Arbeitskreise und Arbeitsgruppen Umsetzung des Neukonzeptes nicht mehr sichtbar sein .
haben mit dem THW-Neukonzept einen beachtlichen Die Geschäftsstellen und die Landesverbände werden
und im gesamten Umfeld des Zivilschutzes einzigarti- mehr noch als heute ·als Service- und Unterstützungs-
gen Erfolg erzielt. Wie der Ringkämpfer den Schwung einrichtungen der Ortsverbände tätig werden . Dazu
des Gegners nutzt haben sie sich den von der allge- gehört aber auch die Anerkennung der Kompetenzen
meinen Mittelknappheit erzwungenen Verschlan- und Verantwortlichkeiten dieser Dienststellen . Die
kungstrend zu eigen gemacht und ihr THW nicht ,Farbe' des Blutes aller THW-Angehörigen - seien sie
phantasielos abgemagert sondern mit einer flexiblen. ehren- oder hauptamtliCh - soll ,RAL 5002 " sein!
schlagkräftigen Struktur fit gemacht für die Anforde-
Wie können wir die Philosophie des Neukonzeptes
rungen der kommenden Jahre . Weil das THW letztlich
kurz zusammenfassen?
doch Pfunde lassen mußte. kann letztendlich nicht
jedes Detail unseren Idealvorstellungen entsprechen .
• Das Neukonzept ist kein Abbau- oder Ausstattungs-
konzept sondern ein neues THW im Denken. Han-
Trotzdem profitieren sehr viele THW-Ortsverbände
deln und in der Struktur.
von der Umstrukturierung . Während in der Endphase
der Diskussionen konstruktive Vorschläge die Planun-
• Wir bewahren Bewährtes. verändern nicht so
gen noch beeinflußten. erprobte schon mancher THW-
Bewährtes und schaffen manches Neue .
Ortsverband die künftige Struktur - und war zufrieden .
In den Tageszeitungen präsentierten sich seit Beginn
• Das Wichtigste im THW ist der Mensch. der Helfer.
dieses Jahres umstrukturierte Ortsverbände als
die Führungskrafl; diese müssen motiviert. ausge-
gestärkt oder den Anforderungen besser angepaßt .
bildet und eingesetzt werden. und um diese muß
Bei alle dem wollen wir aber nicht übersehen. daß
man sich auch kümmern .
unsere Verschlankung auch manchen bitteren Aspekt
zeigt daß wir vor allen Dingen unser THW lieber in
• Jugendarbeit Helfergewinnung und die berufliche
der bisherigen Größe erneuert hätten. Auch werden
Qualifikation unserer Helfer sichern unsere Zukunft
wir noch darauf stoßen. daß mit dem THW-Neukon-
und sind der Schlüssel zum Erfolg des THW.
zept nur ein grundsätzlicher Rahmen festgelegt wor-
den ist den wir in den kommenden Jahren mit zahl-
• Wir heißen Technisches Hilfswerk und sind kein Ver-
reichen Detaillösungen ausfüllen müssen .
waltungshilfswerk und auch kein Kriegswarteverein.
sondern eine schlagkräftige Einsatzorganisation .
Wir hoffen auf die Einsicht und die Schaffenskraft
der THW-Angehörigen. die nun gemeinschaftlich die
• Das neue THW ist ein gut sortierter Baukasten. aus
Umstrukturierung ihres THW zu tragen haben .
dem man mit Phantasie und Kreativität sehr viel
gestalten kann .
Die neuen Strukturen geben uns einen ebenso will-
kommenen wie verpflichtenden Anlaß. das Gespräch
• Der gesellschaftliche und außenpolitische Stellen-
mit Vertretern von Kreisen. Gemeinden und anderen
wert des THW ist viel höher als noch vor wenigen
Behörden zu suchen. um das Einsatzspektrum des
Jahren; das bedeutet höhere Anforderungen und
THW zu erläutern. Denn durch die künftige Führung
auch höhere Verantwortung für uns alle.
des THW in Bundeseigenverwaltung erhalten die
Behörden auf kommunaler Ebene nicht mehr auto-
matisch Kenntnis über die Dislozierung und Ausstat-
tung der THW-Ortsverbände und sind deshalb ver-
stärkt auf den Informationsaustausch mit Führungs-
kräften des THW angewiesen.

Wir fordern daher besonders die Führungskräfte


auf. den Gedanken des THW-Neukonzeptes an die
Fachöffentlichkeit zu tragen und zu vertreten. Zeigen
Sie auf. unter welchen Bedingungen das THW zum
Einsatz kommt und daß es eine Konkurrenz zu den
Feuerwehren weder sein will noch sein kann .

Die bisher von manchen noch gesehenen Grenzen


zwischen Ehren- und Hauptamtlichen sollen mit

43
Technisches Hilfswerk