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Hausaufgabe S. 141 Nr. 3 b) 19.04.

2010

Oma

Als er nach der Schule wieder bei Maria war, versuchte er all seine vorhandenen
und frisch erworbenen Sprachkenntnisse anzuwenden: „Guten Tag, Oma! Wie
geht es dir?“
Der Oma zuckte ein kleines Lächeln um den Mund, aber Maria rea-gierte
verwundert:
„Du kannst meine Oma doch nicht einfach duzen!“
„Duzen!“, sagte Karl erschrocken. Wieder hatte er etwas Falsches gesagt.
„Du kannst zu meiner Oma nicht „du“ sagen, weil sie nicht deine Oma ist. Du
musst zur Oma „Sie“ sagen.“
„Guten Tag, Oma“, versuchte Karl von neuem sein Glück, „wie geht es Sie,
Oma?“
„Nein, nein“, korrigierte Maria weiter, aber dann kam sie in Erklär-ungsnot,
„stell dir vor es wären zwei Omas da. Wie geht es ihnen?“ Karl drehte sich noch
einmal zur Oma hin und machte einen tiefen Diener, wie er das neulich bei
einem Jungen auf der Straße beobach-tet hatte.
„Guten Tag, Oma! Wie geht es Ihnen zwei heute?“ Dabei schaute er der Oma
direkt in die Augen, auch wenn er Angst vor ihrem strengen Blick hatte. In
diesem Moment verspürte er nur einen Wunsch, näm-lich, dass er ihr jetzt und
hier gefiel.
„Uns geht es heute gut“, antwortete die Oma friedlich. Sie lächelte sogar
schwach und Karl war glücklich.
„Na, siehst du“, spornte er sich an, „es geht doch. Nur Mut!“