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Popularmusik der 70er

Kraftwerk/ Disco/ Hip-Hop

1. Kraftwerk und Disco – Elektronische Musik

Herkunft
Grundstein für die Dancemusic legt
Thomas Alva Edison im Jahr 1877, als
er es mit der Erfindung des
Phonographen ermöglicht, Musik auf
ein Medium zu speichern und
wiederzugeben. Später entsteht
daraus die Schallplatte, die auch
heute noch ein wichtiges Element in
der Discomusic darstellt. „Disco“ ist
die Abkürzung für das französische
Wort „discothèque“, was auf die
deutsche Besatzung während des
zweiten Weltkriegs in Frankreich zurückgeht. In diesen Jahren durften französische Jazz-Combos nicht in Clubs
spielen, man zog sich in Keller zurück, um dort zu Platten zu tanzen. In den 50er boomen die Discos in Europa:
Grund dafür ist die Tatsache, dass die Vertreter des amerikanischen Rock`n Roll nicht dazu bereit sind, nach
Europa zu kommen. In den 60er Jahren wird in NY die erste Disco, „Le club“ eröffnet, ab Mitte der 60er setzen
sich die Discos landesweit durch (der erste Discomodetanz ist der „Twist“). Ende der 60er ebbt das öffentliche
Interesse an Discos wieder ab, durch das Entstehen der Hippiekultur und der Rockmusik wird in den meisten
Clubs wieder live gespielt. Nur die schwarze Minderheit hält an dem Plattenauflegen der Discos fest, es werden
vor allem Motown-Platten und James Brown aufgelegt, in England sind es die Mods, die diese Musik
weiterpflegen. Einer der ersten richtigen DJs ist Francis Grosso; er beginnt, fließende Übergänge zu machen
und blendet verschiedene Beats ein (erstmals ein kreativer Prozess).

Kraftwerk
In Düsseldorf erfinden die vier Musiker von Kraftwerk eine neue Art von Popmusik, die die
amerikanische Discomusik wie die „schwarze“ Funkmusik beeinflusst: Elektronische Klänge
und mechanische Beats. Ihr berühmtestes Werk ist das 22minütige „Lied“ „Autobahn“, für
das sie extra einen Moog Synthesizer erstanden hatten. Die gekürzte Version schaffte es als
erste deutsche Single in die amerikanische Hitparade. Seit den 80er Jahren pflegen sie ihr
Denkmal und re-releasen ihren Katalog mehrfach.

Discomusik
Disco als Tanzort und Musikstil etabliert sich in Amerika ab 1975.
Kennzeichen dieser Musikrichtung: Harte Bässe, große
Orchestrierung, monotone Beats und endlose Songs. Im Zuge
dieser Entwicklung entsteht 1976 die Maxi- Single (Single in der
Größe einer normalen LP), die es den DJs ermöglicht, 15
Minuten lange Versionen eines Liedes zu spielen. 1977 entsteht
der Film „Saturday Night Fever“ (mit John Travolta). Die Musik
stammt von den Bee Gees und wird eines der
meistverkauftesten Alben überhaupt. Weitere Vertreter sind
Chic mit „Good Times“ (1977), ab 1979 flaut die Disco-Welle ab,
als Nachfolger enstehen in den 80er Jahren House und Techno.
2. Der amerikanische Rap („to rap“ „Vor-sich-hin-schwätzen“)

Herkunft
Der amerikanische Rap entwickelte sich textlich aus Spottgedichten zwischen westafrikanischen
Stämmen (Verständigung unter der Bevölkerung, stärkste Beleidigung: Schimpfen auf Mutter des
Herausgeforderten) und den „Griots“: Ein Barde (Griot) berichtete über die Stammesgeschichte und
über aktuelle Ereignisse mit Sprechgesang und einem Instrument als Begleitung. Manchmal hat er
einen Auszubildenden mit und unterhält sich mit ihm. Durch die Sklavenbewegung kamen viele
Griots in den Süden Nordamerikas und verwendeten diese Sprechform in Gottesdiensten, im Blues
und in Sprechspielen („the Dozen“, Beleidigungen an die Mutter des anderen. Es entstand der
„Toast“, ein langes Erzählgedicht mit Kraftausdrücken, Angebereien, ... - wichtig war das
Miteinbeziehen des Publikums. Von 1920 bis 1950 zogen viele Schwarze in die Großstädte und
entwickelten ihre Sprachtradition weiter. Auf öffentlichen Plätzen tauschten sie ihre Ideen aus (die
„streets“ übernahmen somit die Funktion der Familie, Kirche und Schule). Es entstand der „Jive“, ein
Straßenslang, der nur von den Schwarzen verstanden wurde. Im Blues konnte man so die Weißen
ohne deren Beachtung kritisieren. Auch Radiosprecher, Priester und Jazzer bedienten sich dieser
Sprache. Ab Ende der 60er Jahre spricht man von Rap. In den 70er Jahren begann man die Jives mit
Livemusik zu verbinden (Georg Clinton, Isaac Hayes). Mit Ende der 70er Jahre wurden erstmals
Rapplatten aufgenommen und vertrieben. Nach wie vor war diese Musik eine livebezogene Musik
der Schwarzen und den Weißen nicht bekannt. Aus diesem Grund wagte man lange Zeit nicht das
finanzielle Risiko einer Rapplatte.

Der „heutige“ Rap entstand in den 70er Jahren in der Bronx (Stadtteil von New York) und war neben
Graffitis und Break-Dance ein weiteres Merkmal der schwarzen Jugendkultur. Einzelne junge Künstler
schlossen sich zu Gruppen („crews“) zusammen und veranstalteten öffentliche Parties („block
parties“), mit Funkplatten und rapten dazu (Zusammenschluss eines DJs und eines MCs, ab 1979
etablierte Verbindung). Da der Rap vorerst eine rein „schwarze“ Musik war, sah man keine
Möglichkeit, diese Musik auch der weißen Bevölkerung zugängig zu machen.

Old School - Frühe kommerzielle Jahre (1979 – 84)


Es gab keine Rapplatten, Rapmusik war eher Live-Event und die schwarzen DJs waren auch für die
Plattenfirmen zu mittellos. Schließlich gründeten bekannte schwarze Rapper die ersten Firmen
(Winley Records, Sugar Hill Records) und brachten die erste und eine der wichtigsten Rapplatten
heraus: „Rapper’s Delight“, meistverkaufte Maxi aller Zeiten.
1982 entstand mit „The Message“ von Grandmaster Flash das erste Rapvideo. Grandmaster Flash
brachte erstmals Reime über das furchtbare Ghettoleben statt belangloser Texte und begründete
damit den Message Rap.

It’s like a jungle sometimes, it makes me wonder


How I keep from going under
Don’t push me ‚’cause I’m close to the edge
I’m trying not to lose my head

Afrika Bambaataa Sugar Hill Records Grandmaster Flash