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H O R S T R 0 T H E RT

J FÜR EINSTEIGER
SPORT
VERLAG
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(Auf einer Tafel im Schloß Sandrigham - England)

ISBN 3-328-00636-2
© Sport und Gesundheit Veriag GmbH, Berlin 1994
Erste Auflage
Illustrationen: Karlheinz Birkner
Fotos: Archiv DRV. Lorenz (2). ASV Leipzig (I),
Horstmüller ( I ), Kosecki ( I ), Schimer ( I )
Einbandgestaltung: Theodor Bayer-Eynck D i e Deutsche Bibliothek -
Einbandfoto: BONGARTS CIP-Emheitsaufnahme
Pnnted in Germany 1994
Satz: LVD GmbH, Berlin Rotten, Horst:
Druck und Bindung: Wiener Vedag, Himberg Ringen für Emsteiger / Horst Rothert,
Berlin: Sportverl., 1994
Gedruckt auf Papier mit chlorfrei gebleichtem Zellstoff ISBN 3-328-00636-2
jW

Dr. Horst Rothert

Ringen
für Einsteiger

Sportverlag Berlin
Inhalt

VI Grußwort mit Frage


VII Hallo Jungs! Hallo Mädels!
XI Die acht deutschen Olympiasieger

1 Volkstümliche Kampfformen
2 W i r verwenden folgende Abkürzungen
2 Begriffserklärung
3 Schiebekampf
4 Ziehkampf- Hahnenkampf
5 Unterarm-Niederdrücken • Fesseln der Handgelenke
6 Abheben des Gegners aus der Bauchlage • Fingerhakeln
7 Ziehen des Gegners am Fußgelenk • Abheben des Gegners
8 Wegziehen mit einem Arm • Aufstehen aus der Bauchlage
9 Gegner aus dem Gleichgewicht bringen • Kampf um den Medizinball
10 Den Gegner umschieben • Auf den Fuß des Gegners tippen
I I Liegestützkampf • Beinhakeln
I2 Beine des Gegners zusammendrücken • Reiterkampf

I3 W e l c h e Voraussetzungen braucht ein Ringer?


14 Krafttraining
16 Schnelligkeitstraining
18 Gewandtheits- und Beweglichkeitstraining
20 Ausdauertraining

21 Fallübungen und Brücke


22 Fallübungen
24 Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit der Wirbelsäule
25 Übungen zur Kräftigung der Nackenmuskulatur
26 Brückenfesselung - Schultersieg- Brückenbefreiung - Übertragen des Gegners

29 Grundstellungen, Grundbewegungen und Grundfaßarten


30 Standkampf
41 Bodenkampf

IV
45 Technik und Taktik - Schlüssel z u m Erfog
46 Das Grundmodell zum Erlernen der technisch-taktischen Elemente
47 Drei wichtige Lernschritte
48 Schwerpunkte zum Erlernen der Technik und Taktik

49 Griechisch-römischer R i n g k a m p f - Standkampf
49 Runterreißer RR
55 Kopfhüftschwung KH
61 Armdrehschwung AD
67 Wurf über die Brust WB

73 Griechisch-römischer R i n g k a m p f - Bodenkampf
73 Hammerlok HL
79 Rolle RO

85 Freier R i n g k a m p f - Standkampf
85 Knöchelgriff KG
91 Einsteiger im Stand ES
97 Achselwurf AW
103 Doppelter Beinausheber DB

109 Freier Ringkampf - Bodenkampf


109 Verkehrter Einsteiger VE
I 15 Einsteiger El

121 Training - W e t t k a m p f - Regeln


122 Training und Gesundheit
123 Ich trainiere nach einem Plan
124 Mein Trainingstagebuch
126 Ich kämpfe nach einem Plan
127 Wichtige Wettkampfregeln im Ringen
129 Tabelle zum Verfolgen der eigenen Leistungsentwicklun^
I 38 Mein Blätterkino

V
G r u ß w o r t m i t Frage

Was haben luctatio und palaestra mit dem Ringen aktive Leben, denn wer Sport treibt, ist immer
zu tun? Sieger
Es ist eine Binsenweisheit, daß jeder Sportler ein-
Stell Dir vor; jemand hätte ein Mittel erfunden, mal ganz klein angefangen hat. Neben den angebo-
das folgende Wirkung hat: Wer ein Buch oder renen Anlagen durften allerdings zum Erfolg die
sonst einen Text zu lesen anfängt, kann nicht eher Faktoren Fleiß, Ausdauer und Lernbereitschaft nie
aufhören, bis er ausgelesen hat. Wäre das nicht fehlen. Warum sollst Du nicht auch einmal zu den
eine schlimme Sache? Schließlich sollte man doch Olympiateilnehmern zählen?
aus eigenem Antrieb lesen - weil es Spaß macht, Übrigens: Luctatio bedeutet Ringen - eine Sportart,
weil man wissen möchte, wie es weitergeht, weil die bereits vor weit über 4000 Jahren betrieben
man lesend etwas erfahren kann, das man gern wis- wurde und heute zu den modernen olympischen
sen möchte. Kampfsportarten zählt.
So habe ich das Grußwort mit zwei lateinischen Und palaestra ist das lateinische W o r t für Ring-
Vokabeln und einer Frage begonnen. Vielleicht ge- schule - ein Beweis dafür; daß Schule und Sport
lingt es mir; Deine Neugier zu wecken? zusammengehören.
Mit dem Buch »Ringen für Einsteiger«, das Du ge- Mit diesem Büchlein kannst Du gemeinsam mit
rade in der Hand hältst, möchten der Autor Dr Deinen Freunden in Schule und Verein einen Weg
Horst Rothert, und die verantwortlichen Damen einschlagen, der zum erfolgreichen Ringen führt.
und Herren im Deutschen Ringer Bund die Jugend Mit diesem Wunsch grüßt Dich freundlich der
ansprechen, im besonderen gerade Dich. Deshalb Jugendreferent des Deutschen Ringer Bundes
die Bitte: Leg dieses Buch nicht sofort zur Seite.
Laß Dich anregen von den ausgezeichneten Tips
mit den zahlreichen hervorragenden Abbildungen.
Lies einige Passagen, und laß Dich - falls Du noch
nicht in einem Verein Ringen trainierst - zum
Nachmachen der Griffe mit Deinen Freunden an-
regen. Mach den ersten Schritt, steig ein ins Sport-

VI
Hallo Jungs! ernd, beherrscht seine Spezialtechnik aus dem
Hallo Mädels! Effeff, sondern er ist auch klug und pfiffig. Er ist, wie
ein guter Schachspieler; seinem Gegner gedanklich
Was denn, auch Mädels? stets mehrere Züge - im Ringen mehrere Bewe-
Ja, auch Mädchen. Und Frauen! gungen - voraus. Wußtest du, daß das Mathe-As zu
Aber dazu weiter hinten im Buch etwas ausführlicher Zeit der Antike Pythagoras - du kennst seine For-
mel a 2 + b 2 = c 2 aus dem Unterricht- mehrfacher
D u möchtest Ringer werden? Olympiasieger im Ringen war? Sicher kennst du in
Damit hast du dich für eine moderne, dynamische, deinem Heimatort erfolgreiche Ringen die auch im
attraktive Sportart entschieden, die viele wertvolle Leben, im Beruf erfolgreich sind. W i r stellen dir eini-
Eigenschaften entwickelt. Im sportlichen Training ge erfolgreiche Ringer auf den Seiten X bis XV vor.
und im Wettkampf werden Kraft, Schnelligkeit, Aus- Die meisten von ihnen begannen bereits als Kinder
dauer; Gewandtheit und Beweglichkeit, aber auch mit dem Training, genau wie du. Sie erkämpften bei
wichtige Charaktereigenschaften wie Zielstrebig- Kinder- und Jugendwettkämpfen erste Erfolge. Die
keit, Siegeswille, Mut, Risikobereitschaft und ande- Besten gewannen später bei Europameisterschaf-
re herausgebildet. ten, Weltmeisterschaften und Olympische Spielen
Die Beherrschung des »Handwerkzeuges«, der Medaillen.
Technik und der Taktik des Ringkampfsportes, ist Wenn du mehr wissen willst, besorge dir das Buch
dabei von großer Bedeutung. Ringen lernt m a n von Karl Adolf Scherer »Hundert Jahre Ringen in
durch Ringen, das bewußte, fleißige und beharr- Deutschland«. Er ist es auch, der die acht deut-
liche Erlernen, Wiederholen und Anwenden der schen Olympiasieger in diesem Buch vorstellt.
vielen technisch-taktischen Handlungen im Training
und die Bewährung im Wettkampf. Das entscheidende »a«
Doch nun, wie versprochen, zum Mädchen- und
Voraussetzungen für den Ringkampfsport Frauenringen: In Leipzig gab es in den 70er Jahren
W i r stellen sie im folgenden ausführlich dar ein Turnier für Kinder Beim Wiegen nahm man es
Ein Ringer ist nicht nur kräftig, schnell und ausdau- nicht so genau, man konnte auch im Slip auf die

VII
Waage. Das Gewicht stimmte. Der Kampfrichter In Deutschland begann das offizielle Ringen für
fragte als nächstes: »Name?« Die Antwort: »And- Frauen und Mädchen 1989 in Bayern. Sandra Schren-
rea« (das A klang allerdings etwas leise). Also stand kerwardie erste, die Deutschland auch internatio-
Andre in der Liste. Andrea belegte in dem Turnier nal vertrat. W i r stellen sie dir auf Seite XV vor
den zweiten Platz, ging aber mit der Urkunde zum Ihren Verein, dem KSV Bamberg, folgten der SV
Veranstalter »Hier fehlt ein A bei meinem Vorna- Untergnesbach, SV Wacker Burghausen und TV
men!« - Die meisten haben gelacht. War das der Unterdürrbach/Würzburg. Inzwischen gibt es allein
Beginn des Frauenringens in Deutschland? Aber in Bayern 32 Vereine, in denen über 120 Mädchen
im Ernst, noch vor wenigen Jahren war Mädchen- und Frauen trainieren und kämpfen. In Deutschland
und Frauenringen in Deutschland undenkbar Ring- sind es ca. 90 Vereine, denen sich Mädchen und
kampfwar ein Männersport. Dabei zeigt ein Blick in Frauen angeschlossen haben, mit über 600 Ringe-
die Geschichtsbücher daß es Frauenringen schon rinnen.
in der Antike gab. In verschiedenen Mythen, zum Erste Medaillen bei internationalen Meisterschaften
Beispiel den Amazonensagen, findet man Beschrei- erkämpften bei den Weltmeisterschaften derjuni-
bungen von Frauenringkämpfen. So zum Beispiel orinnen 1993 in Götzis (Österreich):
über Palaistra, die Tochter des Hermes Enagonius, S/7ber Nina Englich (Witten)
die mehrfach als erfolgreiche Ringerin genannt Bronze Anette Kamke (Cottbus)
wird. Nach ihr wurden Fecht- und Ringerschulen Sandra Kronert (Hornberg) und
benannt. Brigitte Rudolph (Kottern)
Aus unserer Zeit sind Gründungen von Frauenrin-
gerklubs bekannt aus Frankreich, Belgien, Schwe- Das solltest du schon j e t z t
den, Norwegen, den Niederlanden, Japan, den USA über das Ringen wissen
und China. Weltweit sind es gegenwärtig über 30 Der Ringkampfsport entwickelte sich im Laufe der
Verbände, die Frauenringen aufgenommen haben. Zeit immer mehr zu einer Sportart, die viele Kin-
Der Weltverband der Ringer beschloß 1982 die der und Jugendliche begeistert. Packende Wett-
Anerkennung des Frauenringens. 1987 fanden erst- kämpfe, vom Kinderbereich bis zu den attraktiven
mals Weltmeisterschaften für Frauen statt (in Oslo, Mannschaftskämpfen der verschiedenen Ligen, zie-
Norwegen). hen Sportler und Fans gleichermaßen in ihren Bann.
Für Kadettinnen und Juniorinnen fand die erste Mannschaftswettkämpfe sind in manchen Orten
Europameisterschaft und erste Weltmeisterschaft ein gesellschaftliches Ereignis, bei dem man ganz
1988 in Dijon (Frankreich) statt. einfach dabei gewesen sein muß.
Auf dem Kongreß der FILA 1992 in Barcelona wur- Im olympischen Programm gibt es zwei Ring-
de die Satzung des Weltverbandes hinsichtlich der kampfarten - den Freien Ringkampf und den Grie-
Zielsetzung und des Namens verändert. Die vier chisch-römischen Ringkampf, zuweilen auch als
Buchstaben FILA bleiben, doch statt FEDERATION Greco-Ringen bezeichnet. In zehn Gewichtsklassen
INTERNATIONALE DE LUTTE AMATEUR gilt werden insgesamt 60 Medaillen vergeben. Jährlich
jetzt FEDERATION INTERNATIONALE DE LUT- kommen Europa- und Weltmeisterschaften zur
TE ASSOCIEES. Die deutsche Übersetzung: Inter- Austragung.
nationaler Verband aller Ringkampfsparten. Somit Die Regeln im Ringen sind einfach. Das Kampfge-
ist auch das Frauenringen voll in die Föderation in- richt sorgt für die Einhaltung und den einwand-
tegriert. freien Ablauf der Wettkämpfe. Oberstes Ziel des

VIII
Kampfes ist es, den Gegner auf beide Schultern Leistungen im Ringen. Organisiert sind die Ringer
zu zwingen. Gelingt das nicht, so ist am Ende des und Ringerinnen im Deutschen Ringer-Bund.
Kampfes derjenige Siegen der die meisten tech- Wenn du dich für den Ringkampfsport entschei-
nischen Wertungspunkte erkämpft hat. Die Ver- dest, mußt du eine Grundregel beachten:
gabe der Punkte, Einteilung der Gewichtsklassen
und andere wichtige Regeln findest du auf den Sei- Fair geht vor!
ten I27f. Ein guter Ringer prügelt sich nicht Er zeigt seine
Worin unterscheiden sich nun die beiden Ring- Stärke in der sportlichen Auseinandersetzung. Be-
kampfarten? Im Griechisch-römischen Ringkampf achte die strengen Regeln des Amateurringkampf-
ist die Angriffsfläche begrenzt. Sie reicht vom Schei- sportes.
tel bis zur Gürtellinie (linke Abbildung). Im Freien Ringen kann man nicht allein, weder im Training
Ringkampf sind Angriffe vom Scheitel bis zur Fuß- noch im Wettkampf. Deshalb brauchst du einen
sohle erlaubt (rechte Abbildung). Dabei ist keines- oder besser mehrere Freunde - Freundinnen, mit
falls alles erlaubt, wie du aus den Regeln (S. 129) er- denen du zusammen trainieren und kämpfen kannst.
sehen kannst. Wenn du im Ringen erfolgreich sein willst, mußt
Aus den unterschiedlichen Angriffsflächen beider du nicht nur den Rat und die Hilfe deiner Freunde
Ringkampfarten resultieren unterschiedliche Kampf- annehmen, sondern auch bereit sein, selbst zu hel-
handlungen, Kampfstellungen, Faßarten und Bewe- fen. Es ist wie in der Familie, in der Schule - im
gungen, die du beim Training sehr schnell erkennen Leben:
wirst. Beide Ringkampfarten haben aber auch vie-
les gemeinsam: das Kampfziel, die Kampfzeit, die G e m e i n s a m geht es besser!
Gewichtsklassen, viele technische Handlungen und Auch deine Eltern, Übungsleiter, Trainer und Lehrer
taktische Varianten der Kampfesführung, aber auch wollen dir ihre Kenntnisse und Erfahrungen vermit-
körperliche und geistige Voraussetzungen für gute teln. Befolge ihre Hinweise genau. Sei fleißig, be-

IX
harrlich und ehrlich. Gib nicht auf, auch wenn dir ste der Olympiasieg. Acht deutsche Ringer krönten
nicht gleich alles gelingt. Beteilige dich an vielen bis 1992 ihre sportliche Laufbahn mit der olympi-
Wettkämpfen, und gib dein Bestes. schen Goldmedaille. Herr Karl Adolf Scherer stellt
sie dir auf den folgenden Seiten vor Zusätzlich
Z w e i Tips z u m U m g a n g m i t diesem Buch wählten wir gemeinsam mit dem Jugendausschuß
1. Schau beim Blättern auf den rechten Rand des des DRB einen jungen Sportler und eine junge
Buches! Die roten Symbole zeigen dir die einzelnen Sportlerin aus, dessen sportliche Leistung und Hal-
Kapitel an. tung vorbildlich sind. Dabei wissen wir, daß noch
2. Die großen roten Buchstaben im Kästchen viele andere in diesem Buch vorgestellt werden
(linke Seite) zeigen dir - und zwar ab Seite 49 - müßten. So zum Beispiel Fritz Stange, Adolf Seeger
einen bestimmten Abschnitt des Kapitels. Bei der Claudio Passarelli, Hartmut Reich, Rifat Yilditz,
Technik und Taktik findest du so schneller die Ele- Heinz Helmut Wehling, Harald Büttner Ronald
mente. Gehrke, Uwe Neupert, Andreas Schröder um
wenigstens die Weltmeister der Männer zu nen-
Ausgewählte Vorbilder nen.
Höchstes Ziel eines jeden Ringers sollte die Teil-
nahme an Olympischen Spielen sein, das allerhöch-

X
Die acht
deutschen Olympiasieger
vorgestellt von Karl Adolf Scherer

1896 1928
Carl Schuhmann ( I 869-1946) C u r t L e u c h t ( 1903-1974)
Schuhmann war der erste Olympiasieger im Ringen Nürnberger Ringerfreunde haben ausgerechnet,
überhaupt. I 896 in Athen gewann er das offene daß der Fliegen-, Bantam- und Federgewichtler
Turnier der Schwergewichtler das in der ungari- Curt Leucht in seiner nicht allzu langen Karriere
schen Turnierform ausgetragen wurde. Der in 400 Kämpfe bestritten hat, von denen er 380
Münster in Westfalen geborene Schuhmann war gewonnen haben soll. In der Tat war Leucht ein Sie-
auch als Turner und Leichtathlet in Köln, Berlin und gertyp. 1925 war er Dritter der Deutschen Mei-
London erfolgreich - von Beruf war er Gold- sterschaft, 1926 einmal Meister im Bantamgewicht.
schmied. Der nur 1,58 m große und lediglich 64 kg Olympiasieger wurde er ebenfalls im Bantamge-
schwere Athlet, der in Athen außerdem olympi- wicht, das war 1928 in Amsterdam. 1931 kam er
sche Goldmedaillen im Mannschaftsturnen und im bei den Europameisterschaften auf den zweiten
Pferdprung (insgesamt drei), dazu eine bronzene Rang.
Medaille im Gewichtheben gewann und im Finale Curt Leucht hatte bei den Olympischen Spielen 18
des Weitsprungs stand, erwies sich dank seiner Konkurrenten, doch das Los bevorteilte ihn unge-
Gewandtheit und guten motorischen Veranlagung mein, galt doch damals noch die unglückliche Regel,
den schweren Konkurrenten überlegen. Schuh- daß ein Punktsieger belastet durch einen Fehl-
mann besiegte im Ringerturnier den Briten Launce- punkt, aus dem Turnier ausscheiden konnte. Leucht
ston Elliott und den Gnechen Georgios Tsitas. bezwang den Polen Henryk Ganzera, danach den
Schuhmann ist in seiner lange währenden sportli- Argentinier Eric Rose und in der dritten Runde den
che Karriere niemals auf einen deutschen Ringer zu den Favoriten zählenden Norweger Sven Mar-
der Extraklasse gestoßen. Zu seiner Zeit hatte es tinsen (der 1929 Europameister werden sollte). In
nur zwei deutsche Ringermeister gegeben: 1893 der vierten Runde verlor Leucht gegen den Favori-
Hubert Schwerger und 1895 Peter Stiehl. Carl ten Eduard Pütsepp aus Estland, den Olympiasieger
Schuhmann hatte allerdings internationale Erfah- von 1924, der freilich gegen den Dänen Hermann
rungen, denn 1895 war er in Rom an vier Turn- Andersen hatte eine Niederlage hinnehmen müs-
geräten Sieger einer Gala geworden. 1998 und sen. Ein Freilos half Leucht weiter Nach einem
1903 erwies er sich als der alles überragende deut- Schultersieg über den Tschechoslowaken Jindrich
sche Turner mit dem Sieg im Mehrkampf beim Maudr stand Leucht allein noch in der siebenten
Deutschen Turnfest. Runde und war - Olympiasieger

XI
1932
Jakob Brendel (1907-1964)
Fast ein Jahrzehnt lang war Jakob Brendel, der in der Als »Kran von Schifferstadt« und als »Ringerkönig«
Pfalz geboren wurde, aber in der Zeit der Depres- bekannt, gilt Wilfried Dietrich aus Schifferstadt
sion in Nürnberg Arbeit fand, ein absoluter Welt- nicht nur als einer der bedeutendsten Ringer aller
klasseathlet, dazu ein sehr populärer und allseits Zeiten über alle Grenzen hinweg, sondern auch als
beliebter Athlet. 1932 wurde er in Los Angeles der wohl populärste Mattenheld in Deutschland.
Olympiasieger im Bantamgewicht und damit Nach- Als er i960 in Rom Olympiasieger im Freistil wur-
folger von Curt Leucht. 1936 holte er sich noch de, hatte er vorher ohne besiegt zu sein, schon
eine olympische Bronzemedaille. 1937 war er Eu- eine Silbermedaille im klassischen Stil gewonnen.
ropameister Bereits 1930 war er EM-Zweiter und Dietrich war außerdem Weltmeister 1961 und
1935 EM-Dritter Fünfmal war er deutscher Mei- Europameister 1967. Er nahm an fünf Olympischen
ster Spielen teil und gewann dabei 1956 Silber i960
Weil der deutsche Sport 1932 nicht genug Geld Gold und Silber 1964 Bronze und 1968 Bronze.
hatte, eine große Olympiamannschaft nach Los 1972 in München wurde er Vierter im Griechisch-
Angeles zu entsenden, sammelten in Nürnberg Römischen und Fünfter im Freien Stil. Dazu kamen
Freunde von Leucht über I 000 Mark (plus einem noch vier Medaillen bei Welt- und Europameister-
ansehnlichen Trinkgeld für die Reise), um ihrem schaften. Zwischen 1955 und 1974 holte er sich,
Spitzenringer die Schiffspassage für die USA zu die Stilarten wechselnd oder in beiden gleichzeitig
ermöglichen. Brendel fühlte sich den Gönnern ringend, 30 deutsche Meisterschaften und kam in
so verpflichtet, daß er in Los Angeles der souve- 45 Länderkämpfen zu 33 Siegen. Von 1955 bis
räne Olympiasieger im Greco-Ringen war Er be- 1962 war er in allen Kämpfen unbesiegt. Mit dem
siegte nacheinander Aatos Jaskari (Finnland), Geor- VfK Schifferstadt, seinem Stammverein, war er drei-
gios Zervinis (Griechenland), Hermann Tuvesson mal deutscher Mannschaftsmeister mit dem ASV
(Schweden) und Marcello Nizzola (Italien) - jeder Mainz 1968 noch zweimal. Sein legendärster Sieg
von ihnen ein Weltklassemann. Brendel, der im brachte ihm indes keine Olympiamedaille. 1972 in
Kohlehandel beschäftigt war war als 23jähriger München schulterte er den 191 kg schweren Ame-
nach Nürnberg gegangen, als man ihm den Erwerb rikaner Chris Taylor ( 1950 bis 1979) durch Aushe-
eines Führerscheins bezahlte. ber Dietrich starb viel zu früh 1992 in seiner Wahl-
heimat Südafrika.

XII
1968 1968
Rudolf Vesper (* 1939) Lothar M e t z (* 1939)
Trotz zweier Silbermedaillen bei den Weltmeister- Der Sachse Lothar Metz war in den sechziger Jah-
schaften 1963 und 1967 war der damals schon 29 ren einer der besten Mittelgewichtsringer der Welt.
Jahre alte Rudolf Vesper eine der großen Überra- Bevorteilt durch seine Länge und seine damit ver-
schungen der Olympischen Spiele 1968 in Mexiko- bundenen günstigen Hebelverhältnisse, konnte er
City. Gut vorbereitet auf die Höhenlage von Mexi- sich über acht Jahre auf hohem olympischem Ni-
ko, die für Dauerleister einige Probleme brachte, veau halten, i960 wurde er in Rom Olympiazwei-
gewann Vesper die Goldmedaille im Welterge- ter 1964 in Tokio Olympiadritter und dann 1968
wicht. Beim ASK Vorwärts Rostock hatte Vesper Olympiasieger sicherlich weniger überraschend
zudem gute Trainingsbedingungen und in seinem als Rudolf Vesper, dessen Klubkamerad er damals
Klubkameraden Lothar Metz zudem einen sehr war aber immerhin noch zum Erstaunen vieler
erfahrenen Mitstreiter der seine ersten internatio- Experten. Immerhin rangen damals Guivi Kartosia,
nalen Erfolge schon hinter sich hatte, als Vesper Dimiter Dobrev oder Branislav Simic, der wie er
erst mit diesen begann. In Mexiko galt damals der ebenfalls Olympiasieger im Mittelgewicht werden
Franzose Daniel Robin als der Olympiafavorit - konnte.
aber Vesper gewann sehr zum Leidwesen des da- Auch bei Welt- und Europameisterschaften stand
maligen FILA-Präsidenten Roger Coulon, einem Lothar Metz seinen Mann. WM-Bronze gab es
Franzosen. 1958, EM-Silber 1967 und 1970; dazu kamen eini-
Neben seinen beiden WM-Silbermedaillen gab es ge weitere gute Plazierungen bei internationalen
für Vesper noch eine EM-Bronzemedaille 1970, Turnieren. Wie Vesper rang er die meiste Zeit für
einen Olympiastart 1964 in Tokio und einen W M - den ASK Vorwärts Rostock. Zwischen 1959 und
Start 1965. Zwischen i960 und 1973 holte sich 1973 gewann er zehn DDR-Meisterschaften, die
Vesper neun DDR-Meisterschaften, die letzten drei beiden letzten 1971 und 1973 im Halbschwerge-
im Mittelgewicht, als Lothar Metz in das Halb- wicht.
schwergewicht aufgerückt war. Vesper war in sei- Metz und Vesper sind die beiden einzigen Olym-
ner aktiven Zeit Offizier der Nationalen Volksar- piasieger der DDR im Ringen.
mee, später Lehrer

XIII
1984 1992
Pasquale Passarelli (* 1957) Maik Bullmann (* 1967)
Der in Gambatesa in Süditalien geborene Pasquale In der Geschichte des deutschen Ringkampfes
Passarelli, der mittlere der drei erfolgreichen Passa- spielt Maik Bullmann (90 kg/Greco) eine ganz be-
relli-Brüder lernte das Ringen in der Pfalz, genau sondere Rolle. 1990 wurde er in der ersten ge-
wie der 1955 ebenfalls in Gambatesa geborene samtdeutschen Mannschaft nach der Wiederverei-
Thomas und der 1965 schon in Ludwigshafen zur nigung in Rom-Ostia Weltmeister. Vorher war er,
Welt gekommene Claudio Passarelli, Leichtge- Mitglied des ASK Frankfurt/Oder 1989 in Martigny
wichts-Weltmeister 1989. Pasquale Passarelli ge- schon für die DDR Weltmeister geworden. Der
hörte zwischen 1978 und 1984 zur absoluten dritten Weltmeisterschaft 1991 in Varna in Bul-
Weltspitze im Bantamgewicht (Greco) und wurde garien folgte dann 1992 der sozusagen program-
als legitimer Nachfolger von Curt Leucht und Jakob mierte Olympiasieg in Barcelona. Seine internatio-
Brendel in dieser Klasse auch Olympiasieger 1984 nale Feuertaufe hatte Bullmann als 21 jähriger bei
in Los Angeles. In dem genannten Zeitraum (1978 den Olympischen Spielen in Seoul erlebt. Bullmann
bis 1984) war Pasquale auch sechsmal deutscher gilt als einer der vielseitigsten Greco-Ringer in den
Bantamgewichtsmeister Hier wurde er in der Fami- schweren Gewichtsklassen. Er imponiert durch
lie nur von Thomas übertroffen, der es als Feder- Kampfkraft, Schnelligkeit und ringerisches Bewe-
gewichtler auf neun nationale Titel brachte. Pas- gungsgefühl. Mit dem AC Bavaria Goldbach, zu
quale wurde in Los Angeles Olympiasieger als eres dem er nach der Wiedervereinigung Deutschlands
schaffte, eine Brücke 1:36 Minuten zu halten. Der stieß, wurde er 1992, 1993 und 1994 deutscher
Olympiazweite Masami Eto aus Japan schaffte es Mannschaftsmeister Er zählt dank seines siegesge-
nicht, Passarelli auf die Schultern zu drücken, der wissen Auftretens zu den populärsten deutschen
nach Punkten führte. Ringern.
Pasquale Passarelli war zudem 1981 Welt- und
Europameister dazu erkämpfte er 1979 und 1984
Silbermedaillen bei den Europameisterschaften.
Die Eltern gehörten zu den ersten Italienern, die als
Gastarbeiter nach Deutschland gekommen waren.
Pasquale wurde eingebürgert, als er in Deutschland
eingeschult wurde.

XIV
i

M a r t i n Knosp (*7.10 1959) Sandra Schrenker (*6.6.1968)


»Mich hat niemand zum Ringen geworben. In mei- Sie begann als 6jährige mit der Sportart Judo im SV
ner Heimatstadt Urloffen geht man als sportinter- Post Bamberg. Neunmal erkämpfte sie den Bayri-
essierter Junge zum Ringen - wo sonst hin? Ringen schen- und dreimal den Süddeutschen Meistertitel.
ist bei uns »in«, es fetzt, ist geil, wie man heute Sie ist Trägerin des schwarzen Gürtels.
unter Jugendlichen sagt.« Wer sich für die sportli- »Eigentlich wollte ich ringen wie mein Vater Hel-
che Laufbahn Martin Knosps interessiert, dem wird mut und mein Bruder Klaus. Sie beide waren Deut-
auffallen: Einer der erfolgreichsten deutschen Rin- sche Ringermeister und sind jetzt erfogreiche -
ger hatte vom Beginn seiner sportlichen Laufbahn auch meine - Trainer Für Mädchen war Ringen
bis zum Ende nur einen Trainer und blieb seinem aber damals verboten. Der Bayrische Ringerpräsi-
Verein stets treu. Warum das so war soll Martin dent, Herr Heinz Etzel, brachte dann von einer
Knosp selbst sagen: »Mein Trainer Siegfried Stöckel internationalen Tagung die Nachrich mit, daß Rin-
war für mich wie ein Vater manchmal auch wie gen auch für Mädchen und Frauen erlaubt sei.«
eine fürsorgende Mutter Ihm und meinem Verein Da war Sandra 19 Jahre alt. Endlich durfte sie rin-
verdanke ich die sportlichen Erfolge. gen. Trainiert hatte sie allerdings schon vorher
Der KSV Urloffen hat eine große Ringkam pftraditi- (heimlich) mit ihrem Bruder Die 61 kp schwere
on. Hier fühle ich mich wie in einer großen Familie Sportstudentin schaffte dann bald den Sprung in
geborgen, gefordert und anerkannt. die Weltspitze.
Zu seiner internationalen Ehrentafel sind noch ins- Ihre bisherigen Erfolge:
gesamt 22 Deutsche Meistertitel hinzuzufügen. Weltmeisterschaften 1989 in Martgny (Schweiz) -
Wenn du ein Autogramm von ihm haben oder 4. Platz
mehr von ihm wissen möchtest - hier ist seine Weltmeisterschaft 1993 in Larvik (Norwegen) -
4. Platz
Adresse: Internationales Turnier 1993 in Phönix (USA) -
Martin Knosp I. Platz
St.-Martin-Str 9 Ihre Ziele:
77767 Appenweier / Urloffen Im Ringen: bei Weltmeisterschaften Medaillen
Im Beruf. Arbeit als Sportjournalistin
Ihre Adresse:
Rothenbühlstr. 19, 96163 Gundelsheim

XV
Meine Vorbilder:

Foto meines Vorbilds Foto meines Vorbilds


(möglichst mit Autogramm) (möglichst mit Autogramm)

Name: Name:
geb.: geb.:
Ort: Ort:
Gew.-kl.: Gew.-kl.:
Größe: Größe:
Beginn des Ringkampftrainings: Beginn des Ringkampftrainings:
Verein: Verein:
erster Übungsleiter: erster Übungsleiter:
jetziger Trainer: jetziger Trainer:
größte sportliche Erfolge: größte sportliche Erfolge:

besondere Stärken: besondere Stärken:

XVI
if
rv ^r>

Volkstümliche
Kampfformen
W i r verwenden K = Konter des Angriffs
folgende Abkürzungen AE = Abwehr der Erarbeitung
AV = Abwehr der Voraussetzungen
KD - Konter der Durchführung
Abb. = Abbildung FD = Fehler der Durchführung
F = Fehler
s. = siehe A b k ü r z u n g der
S, = Seite technisch-taktischen Elemente:
Ü = Übung Stand
vgl. = vergleiche RR = Runterreißer
KH = Kopfhüftschwung
Spezielle Abkürzungen: AD = Armdrehschwung
Bo = Bodenkampf WB = Wurf über die Brust
ST = Standkampf KG = Knöchelgriff
GB = Gleichgewichtsbrechung ES =Beinhakeln
KSP = Körperschwerpunkt AW = Achselwurf
FR = Freier Ringkampf DB = Doppelter Beinausheber
GR = Griechisch-römischer Ringkampf
V = Voraussetzungen für den Angriff Boden
E = taktische Erarbeitung des Angriffs HL = Hammerlok
D = Durchführung des Angriffs RO = Rolle
W = Weitelführung des Angriffs VE = verkehrter Einsteiger
A = Abwehr des Angriffs El = Einsteiger

Begriffserklärung

Ausfall: Schrittstellung, Stellung der Füße Reglement: Regeln, Vorschriften für den Ring-
Distanz: Abstand, Entfernung zum Gegner kampf.
Dosierung: Anzahl der Übungswiederholung in ei- Taktik: Die Führung des Kampfes und die Fähig-
ner bestimmten Zeit mit Angabe der Pausen keit des Ringers, die Elemente der Technik so ge
Element: Zweckgerichtete Bewegungshandlung schickt zu kombinieren und anzuwenden mit dem
des Ringkampfes Ziel, den Wettkampf siegreich zu gestalten.
Fixieren: Festhalten des Gegners in einer be- Technik: Alle ringerischen Bewegungen, die das
stimmten Lage Reglement erlaubt - und die Fähigkeit, die ringeri-
Intensität: Stärke, Ausmaß der Belastung oder schen Elemente mit größter Genauigkeit und Si-
des Krafteinsatzes cherheit und mit dem günstigsten Krafteinsatz aus-
Kampfstellung: Ausfall und Körperhaltung zuführen. Technik und Taktik bilden eine Einheit.
Konter: Durchführung eines »Gegen«elementes Ü b e r t r a g e n : Überheben, Überrollen eines Geg-
als »Antwort« auf eine Aktion des Gegners ners, z.B. über die Brücke auf die andere Seite
Variante: andere Möglichkeit der Durchführung

2
Auf Seite I findest du eine Abbildung des »Adler- Üben. Sie eignen sich gut, unsere Sportart kennen-
ringens« aus der Mongolei. Das Adlerringen wird zulernen, sind aber auch zur speziellen Erwärmung
so genannt, weil die Sportler vor dem Kampf den im Training und vor dem Wettkampf nützlich. Als
Flügelschlag des Adlers nachahmen. Sieger ist, wer Kampffläche eignen sich eine ebene Wiese, der
den Gegner mit beiden Beinen vom Boden abhebt Strand, hüfthohes Wasser und natürlich eine Matte.
und zu Boden wirft. Die mongolischen Sportler Haltet genau die Regeln ein!
begannen erst 1960 mit dem Training des Freien Nehmt die in den Zeichnungen dargestellten
Ringkampfes. Bereits bei den Olympischen Spielen Grundstellungen ein! Wer ist stärker schneller ge-
1968 erkämpften sie eine Silbermedaille und drei wandter und beweglicher, wer hat mehr M u t . . . ?
Bronzemedaillen. Seit dieser Zeit gehören sie zur Kämpfer fertigmachen, los!
Weltspitze. Ihr großer Vorteil ist ihre enorme
Standfestigkeit, die sie sich beim Adlerringen er-
worben haben. Die mongolischen Ringer kann man
sehr schwer abheben oder werfen, sie stehen auch Schiebekampf
auf einem Bein noch sicher und fest am Boden. Aufgabe: Schiebe den Gegner über eine Linie oder
So ziemlich jedes Volk kann in seinem Bestand an aus einem aufgezeichneten Kreis!
traditionellen Körperübungen auch auf Formen des Sieger. Werden Gegner zwingt, als erster einen Fuß
volkstümlichen Ringens verweisen. W i r zeigen dir auf die Ausfläche zu setzen.
einige Beispiele des volkstümlichen Ringens zum Verboten: Beinstellen, Abheben, Werfen.

3
H a h n e n k a m p f (Bild unten)
Z i e h k a m p f (Bild oben) Aufgabe: Springe auf einem Bein, remple den Geg-
Aufgabe: Ziehe den Gegner über eine Linie oder in ner mit den Ellenbogen und Unterarmen an, oder
einen Kreis! weiche seinen Angriffen aus!
Sieger. Wer den Gegner zwingt, als erster einen Fuß Sieger. Wer den Gegner zwingt, den Boden mit
über die Linie oder in den Kreis zu setzen. dem anderen Fuß zu berühren.
Verboten: Beinstellen, Abheben. Werfen. Verboten: Lösen der verschränkten Arme, von ei-
nem Bein auf das andere springen.
ȉ

U n t e r a r m - N i e d e r d r ü c k e n (Bild oben) Fesseln der Handgelenke (Bild unten)


Aufgabe: Drücke den Unterarm des Gegners in Aufgabe: Fessle beide Handgelenke des Gegners!
Pfeilrichtung auf den Tisch! Sieger: Wer beide Handgelenke des Gegners so
Sieger Wer den Gegner zwingt, mit dem Unterarm fesselt, daß er sich nicht befreien kann.
die Tischplatte zu berühren. Verboten: Stoßen mit dem Kopf, Beinstellen.
Verboten: Aufstehen, Bewegen des Unterarms in Hinweis für die Befreiung: Drehe die Handgelenke
einer anderen als der angegebenen Richtung. zur offenen Seite (Daumen des Gegners) aus!
?
A b h e b e n des Gegners aus der Bauchlage Fingerhakeln (Bild unten)
(Bild oben) Aufgabe: Ziehe den Gegner so kräftig zu dir daß er
Aufgabe: Hebe den Gegner aus der Bauchlage vom gezwungen ist, seinen Finger zu strecken!
Boden ab! Sieger. Wer den Gegner zum Lösen des Fingerha-
Variante: Trage ihn über eine Linie oder in einen kens zwingt.
Kreis. Verboten: Unterstützung durch andere Finger
Sieger: Wer den Gegner vom Boden abhebt oder Hinweis: Häkele nacheinander mit allen vier Fingern
die Aufgabe der Variante erfüllt. (außer Daumen) der rechten und der linken Hand!
Verboten: Kitzeln, Kneifen.

6
Ziehen des Gegners a m Fußgelenk Abheben des Gegners (Bild unten)
(Bild oben) Aufgabe: Hebe den Gegner durch Umfassen des
Aufgabe: Ziehe den Gegner am Fußgelenk über Rumpfes oder der Beine vom Boden ab!
eine Linie oder in einen Kreis! Sieger: Wer den Gegner so abhebt, daß er mit den
Sieger. Wer den Gegner über eine Linie oder in Beinen nicht mehr den Boden berührt.
einen Kreis zieht. Verboten: Werfen.
Verboten: Fuß verdrehen, Zehen fassen.

7
W e g z i e h e n m i t e i n e m A r m (Bild oben) Aufstehen aus der Bauchlage (Bild unten)
Aufgabe: Ziehe den Gegner zu dir herüber! Aufgabe: Stehe aus der Bauchlage auf (trotz Bela-
Sieger. Wer die Aufgabe erfüllt. stung durch den Gegner)!
Verboten: Lösen der Handfesselung, Wegstellen des Sieger. Wem es gelingt aufzustehen oder den Geg-
Fußes. ner abzuschütteln.
Verboten: Nur die im Ringkampf üblichen Ein-
schränkungen (siehe S. 129)

n
Gegner aus d e m Gleichgewicht bringen Kampf u m den Medizinball (Bild unten)
( G B ) (Bild oben) Aufgabe: Erkämpfe den Ball (auch Stab oder Seil
Aufgabe: Bringe den Gegner durch Stoßen mit den möglich)!
Handflächen gegen seine Handflächen oder durch Sieger. Wer den Gegner zwingt, den Gegenstand
Ausweichen aus dem Gleichgewicht! loszulassen.
Sieger Wer den Gegner zwingt, als erster die Fuß-
stellung zu verändern.
Verboten: Stoßen gegen die Brust, Festhalten der
Hände.
D e n Gegner umschieben (Bild oben) A u f den Fuß des Gegners tippen (Bild unten)
Aufgabe: Bringe den Gegner durch Anheben des Aufgabe: Tritt dem Gegner auf einen Fuß!
gefaßten Beines und gleichzeitiges Hinunterdrük- Variante: Hände ziehen, schieben oder halten den
ken am Kopf (Pfeilrichtung) zu Fall. Gegner.
Sieger. Wer stehen bleibt oder später als der Sieger. Wer zuerst einen Fuß des Gegners mit dem
Gegner fällt. eigenen Fuß berührt.
Tippe den Fuß des Gegners nur an! Verletze ihn
nicht!

10
Liegestützkampf (Bild oben) Beinhakeln (Bild unten)
Aufgabe: Ziehe einen Arm des Gegners am Hand- Aufgobe:Hakle ein Knie des Gegners und zwinge
gelenk zu dir! ihn durch Strecken des Beines zur Rolle rückwärts!
Sieger. Wer den Gegner zuerst in die Bauchlage Siegen Wer auf dem Rücken liegen bleibt.
oder auf einen Ellenbogen zieht. Verboten: Auf Kommando das Bein nicht in Stellung
Verboten: Berührung des Bodens mit einem Knie 2 bringen.
oder beiden Knien.
Hinweise: Füße sehr weit grätschen (weiter als
Schulterbreite)

II

Beine des Gegners zusammendrücken (Bild Reiterkampf (Bild unten)


oben) Aufgabe: Stoße, schiebe oder wirf den gegneri-
Aufgabe: Drücke mit deinen gestreckten Beinen die schen Obermann ins Wasser, auf die Wiese oder
gegrätschten und gestreckten Beine des Gegners auf die Matte!
zusammen! Sieger: Wer den Gegner zu Fall bringt und selbst auf
Sieger: Wer die Aufgabe erfüllt. seinem Partner sitzen bleibt.
Verboten: Der Untermann darf nicht mit den Hän-
den kämpfen.

>

12
Welche Voraussetzungen
braucht ein Ringer?

Wie du bereits beim Üben der volkstümlichen


Kampfformen bemerkt hast, braucht ein Ringer vie-
le Voraussetzungen, um den Gegner besiegen zu
können. Nicht nur die körperlichen Fähigkeiten
Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer Gewandtheit und Be-
weglichkeit, sondern auch Mut, Risikobereitschaft
und Intelligenz gehören dazu, um den Gegner im
Wettkampf mit Mitteln der Technik und Taktik zu
besiegen. Dumme und starke Sportler sind also
nicht gefragt. Im Gegenteil: Wenn du ein internatio-
nal erfolgreicher Ringer werden willst, mußt du sehr
intelligent sein, um die vielen technisch-taktischen
Möglichkeiten mit deinen körperlichen Vorausset-
zungen gepaart im richtigen Moment einsetzen zu
können. Du kämpfst nicht gegen eine Maschine,
sondern gegen einen denkenden Gegner der dich
besiegen will. Die Frage lautet also nicht nur: Wer
ist stärker schneller ..., sondern vor allem: Wer
verhält sich intelligenter trainiert und kämpft also
klüger?
Sicher kennst du den Ausspruch: Eine Kette ist so
stark wie ihr schwächstes Glied!
Sieh dir die Darstellung an! Ist zum Beispiel die Kraft
schlecht entwickelt, so wirst du die Technik und
Taktik nicht erfolgreich anwenden können. Sind die
Kraft und alle anderen Eigenschaften gut entwickelt
und du hast keinen Mut, dann nutzen dir weder die
guten Voraussetzungen, noch die im Training er-
lernten Techniken und taktischen Verhaltenswei-
sen - dein Handwerkszeug - etwas. Du wirst keinen
Sieg erringen.

Merke
Trainiere so, daß alle wichtigen Voraussetzungen
gleichmäßig gut entwickelt werden, vernachlässige
keine!
Krafttraining Für alle Übungsbeispiele gelten:
Dosierung: 20 Sek., dabei so viele Übungen wie
Beim Üben der volkstümlichen Kampfformen, bei möglich ausführen, I bis 2 min Pause, 2 bis 6 Wie-
dem Erlernen und Festigen der Technik und Taktik derholungen (Dein Freund stoppt die Zeit) oder
und natürlich durch den Wettkampf selbst verbes- 5 bis 6 Übungen so schnell wie möglich ausführen,
serst du zugleich deine Kraft. Das reicht für den I mm Pause, 3 bis 5 Wiederholungen,
Erfolg jedoch nicht aus. Deshalb solltest du noch Trainiere nach beiden Methoden.
zusätzlich allgemeine Kraftübungen durchführen. Erfasse deine Leistung in den Tabellen Seite 131.

Liegestütze
Ziel: Kräftigung der Armmuskulatur - besonders
der Armstrecker
Übe so: Beuge und strecke beide Arme (Körper
getreckt) Boden nicht berühren.

Klimmziehen
Ziel: Kräftigung der Armmuskulatur - besonders
der Armbeuger
Übe so: Ziehe deinen gestreckten Körper durch
Beugen der Arme (Kammgriff) so hoch, daß das
Kinn über die Reckstange oder den Ast ragt, und
strecke die Arme wieder ganz! Schwungholen ist
nicht erlaubt.

Kniebeugen auf e i n e m Bein


Ziel: Kräftigung der Beinmuskulatur - besonders
der Beinstrecker
Übe so: Mache Kniebeugen auf einem Bein. End-
punkt: rechter Winkel im Kniegelenk. Das andere
Bein ist in Vorhalte. Zum Balancehalten kannst du
dich z.B. an der Sprossenwand abstützen (nicht
hochziehen)

14
Gewichtanheben m i t d e m Fuß
Ziel: Kräftigung der Beinmuskulatur - besonders
der Beinbeuger
Übe so: Hebe ein Rundgewicht oder einen Stein
(Schlaufe benutzen) mit dem Fuß so hoch, daß der
Oberschenkel waagerecht ist! Bei der Abwärtsbe-
wegung darf das Gewicht den Boden nicht berüh-
ren.

Schwebehänge
Ziel: Kräftigung der Rumpf- und bes. der Bauchmu-
skulatur
B
Übe so: Hebe und senke die leicht gebeugten und
geschlossenen Beine aus dem Streckhang in den
Schwebehang, berühre mit beiden Füßen die ober-
ste Sprosse.

Crunch
Ziel: Kräftigung der Rumpf-, besonders der Bauch-
muskulatur
Übe so: Richte den Oberkörper beginnend mit
dem Kopf, auf, aber nur so weit, daß die Lenden-
wirbelsäule noch Bodenkontakt hat.

Beineheben in die W a a g e r e c h t e
Ziel: Kräftigung der Rumpfmuskulatur besonders
der Rückenmuskulatur
Übe so: Hebe die geschlossenen und gestreckten
Beine aus der Senkrechten in die Waagerechte und
senke sie dann wieder
Beachte: die Waagerechte nicht überschreiten

15
Schnelligkeitstraining nach den modernen Methoden der Leichtathletik
enterben mußt. Typisch für das Ringen ist, daß mit
Beim Krafttraining hast du gelernt, die Bewegungen größter Schnelligkeit Distanzen von nur I bis 3 m
schnell auszuführen. Das ist notwendig, weil du den zu überwinden sind. Im folgenden zeigen wir einige
Gegner nur durch blitzschnelle Aktionen überra- Beispiele zum allgemeinen und speziellen Grund-
schen kannst. Vorraussetzung dafür ist eine sehr schnelligkeitstraining.
gute allgemeine Grundschnelligkeit, die du

Allgemeine Grundschnelligkeit

- Starts (Tief- und Hochstarts)


Übe so: Starte, sprinte 20 m, gehe zurück!
Pause: 2 bis 3 min., Wiederholung: 4- bis 6mal
- Sprints: (30 m mit fliegendem Start)
Übe so: Führe Steigerungsläufe durch und sprinte
von Markierung zu Markierung (30 m Abstand),
laufe aus und gehe zurück!
Pause: 2 bis 3 Minuten, Wiederholung: 4- bis 6mal.

Spezielle Grundschnelligkeit

- Sprint aus der Kampfstellung


Übe so: Führe zwei schnelle Schritte vorwärts, seit-
wärts oder rückwärts aus! Übe auch mit Partner
der auf deine Bewegungen wie im Spiegelbild ant-
wortet.
Pause: 10 bis 15 Sek., Wiederholung: 4- bis 6mal.

- Knielauf
Übe so: Sprinte aus der Kniestellung 2 bis 6m über
eine Matte! Die Übung kann, wie alle anderen -
Formen, als Wettbewerb zwischen mehreren
Sportlern durchgeführt werden.
Pouse: 10 bis 15 Sek., Wiederholung: 4- bis 6mal.

16
Scheren aus der Bankstellung
Übe so: Schere so schnell wie möglich aus der
Bankstellung im Wechsel das rechte und linke Bein
unter deinem Körper durch und nimm wieder die
Ä A^^fc ^Kfe Bankstellung ein; Übung auch als Wettbewerb oder
aus der Grundstellung am Boden (vgl. S. 41, Abb. I )

-eÖa!Ö£- möglich.

Imitation Rolle
Übe so: Führe die Bewegung der Bodentechnik
Rolle (vgl. S. 79 bis 85) aus der Grundstellung des
Obermannes beim Bodenkampf (vgl. S. 41, Abb. I )

JpüiJt
so schnell wie möglich aus. Achte auf die exakte
Ausführung und besonders beachte D 2 bis D 4
aufS. 80 und 81.

Eindrehbewegungen aus der


Kampfstellung i m Stand
Übe so: Führe aus der Grundstellung des Stand-
kampfes (vgl. S. 34, Abb. I und 2) so schnell wie
möglich Schrittfolgen des Angriffs (vgl. S. 35, Abb.
I - 5 ) nach rechts und links durch. Markiere mit zwei
Schuhen die Fußstellung des Gegners.

Rücksprung - Angriff
Übe so: Springe aus der Grundstellung des Stand-

-A&
kampfes (vgl. S. 34, Abb. I und 2) so schnell wie
möglich zurück in den Liegestütz, und imitiere so
z.B. die Abwehr auf DB (vgl. S 106, KD I Phasen a
und b). Gehe durch Aufrichten und mit zwei
schnellen Schritten sofort zum Angriff über.

17
Gewandtheits- und Turnübungen, Sportspiele und Hindernisläufe sind
Beweglichkeitstraining dafür besonders gut geeignet. W i r zeigen und nen-
nen nur einige Übungen, die ein Ringer beherr-
Die Bewegungsvielfalt des Ringkampfes )fes erfordert sehen sollte: Handstandüberschlag seitwärts (Rad)
von jedem Sportler gewandt und beweglich zu rechts und links, Kopfkippe und Handstandüber-
sein. Das ist für den Angriff genausoD erforderlich schlag vorwärts. Die spezielle Gewandtheit und die
wie für die Verteidigung. Ein guter Ringer ist ein Beweglichkeit trainierst du durch Fallübungen,
Akrobat, sagt man. Brückengymnastik das Erlernen der techni-
ine Gewandt-
Es gibt viele Übungen, um die allgemeine Gewandt- sehen Elemente und den Ringkampf selbst.
en.
heit und die Beweglichkeit zu trainieren.

Ringerbrücke
Ziel: Dehnung der Wirbelsäule nach hinten.
Übe so: Gehe aus der Rückenlage (als Fortgeschrit-
tener aus dem Stand) in die Ringerbrücke, und
wechsle aus der flachen in die hohe Brücke und
zurück. Stütze dich am Anfang mit beiden Händen
auf der Matte ab.

Rumpfbeuge vorwärts
Ziel: Dehnung der rückseitigen Oberschenkel-, der
Gesäß- und der Rückenmuskulatur Erhöhung der
Beweglichkeit der Wirbelsäule. Stelle dich auf eine
Bank, eine Kiste oder einen Hocker! Die Füße

Jl
müsen geschlossen, die Beine gestreckt bleiben.
Übe so: Rumpfbeuge vorwärts, Fingerspitzen fassen
so tief wie möglich unter Oberkante der Standflä-
che!

Ausdrehen aus der Brücke


Ziel: Verbesserung der Beweglichkeit der Wirbel-

QS
säule.
Übe so: Gehe in die Ringerbrücke - beide Hände
stützen auf der Matte auf - mit den Füßen im
Wechsel rechts und links um die Hände herum.
Variante: Gleiche Übung aus der Turnerbrücke.
Männerspagat
Ziel: Dehnung der inneren Beinmuskeln.
Übe so: Gehe aus dem Grätschstand vorsichtig so
tief wie möglich in den Männerspagat. Stütze dich
dabei mit beiden Händen am Boden ab.
Um Verletzungen zu vermeiden, diese Übung nur
nach intensiver Erwärmung durchführen!

Dehnungsschritt
Ziel: Dehnung der rückseitigen Oberschenkel- und
der Gesäßmuskeln.
E
Übe so: Spreize aus dem Stand im Wechsel dein
rechtes und linkes Bein nach vom-oben. Versuche
mit der Ferse so hoch wie möglich an eine Wand
o.a. zu kommen.

Ferse - Stirn
Ziel: Dehnung der seitlichen Beinmuskeln.
Übe so: Führe aus dem Sitz mit Unterstützung einer
Hand im Wechsel dein rechtes und linkes Bein so
weit zum Kopf, bis die Ferse die Stirn berührt. Eini-
gen Sportlern gelingt es, beide Fersen hinter den
Nacken zu legen.

Überspringen eines Stabes


Ziel: Komplexe Verbesserung von Gewandtheit
und Beweglichkeit.
Übe so: Fasse den Stab mit beiden Händen in Schul-
terbreite! Die Arme müssen gestreckt sein. Über-
springe den Stab mit geschlossenen Beinen (Hocke)
vorwärts und rückwärts, ohne ihn loszulassen!

19
Ausdauertraining spezielle Ausdauer werden soll, desto stabiler muß
das Fundament, die Grundlagenausdauer sein.
Die Kampfzeit für Schülerinnen und Schüler sowie
Cadetts beträgt vier Minuten ohne Pause, für Junio- Lauftraining
rinnen und Junioren sowie für Frauen und Männer Rundkurs im Park, auf der Aschenbahn (Strecke
fünf Minuten. Die Verlängerung für alle Altersklas- messen). Trainiere wöchentlich 2- bis 3mal eine der
sen dauert höchstens drei Minuten (vgl. S. I 28) angegebenen Übungen und überprüfe alle zwei
Monate deine Leistung!
Ein guter Ringer kämpft von der ersten Sekunde an Übe so: Beginne mit 10 min Laufen, verlängere die
bis zum Abpfiff des Mattenleiters mit hohem Tem- Zeit von Monat zu Monat bis auf 30 min (mittleres
po. Tempo)! Laufe so lange, wie die Kampfzeit dauert,
Dein Ziel muß es sein, den Gegner so schnell wie also vier Minuten oder auch fünf Minuten, lege
möglich entscheidend oder durch technische Über- dann eine kurze Pause (ca. 10 s) ein und laufe noch
legenheit zu besiegen, das wird dir aber nicht drei Minuten weiter Laufe am Anfang einmal, in
immer gelingen. Deshalb mußt du auch am Ende vier bis sechs Monaten zweimal oder dreimal 400 m
des Kampfes, gegebenenfalls in der Verlängerung, in maximalem Tempo! Pausen: 10 bis 15 Minuten
noch so viel Ausdauer haben, um noch einen
Schultersieg zu erreichen, den Punktvorteil aktiv zu Aufgabe: Erfasse die Testleistungen, und vergleiche
verteidigen oder einen Punktrückstand aufzuholen. sie mit den Normen deiner Altersklasse (S. I 33).
W i r unterscheiden zwischen Grundlagenausdauer
und spezieller Ausdauer Im folgenden einige Hin- Zur weiteren Verbesserung der Grundlagenaus-
weise zum Training der Grundlagenausdauer dem dauer empfehlen wir Sportspiele, Radfahren,
Fundament, auf dem die spezielle Ausdauer aufge- Skilanglauf und S c h w i m m e n
baut wird. Dabei verhält es sich so wie beim Bau
eines Hauses: Je höher das Haus, also je besser die

ifa

20
• . • ' . ' . • • ' ' . . . •

Fallübungen
und Brücke
Fallübungen ab, und rolle seitwärts über beide Schultern! Ver-
meide eine Pause auf beiden Schultern! Nachdem
Im Ringen gehören Fallübungen zur Grundausbil- du die Übung beherrschst, führe sie ohne Abstüt-
dung. Sie dienen der Vermeidung von Verletzun- zen der Hände aus!
gen. Sicher hast du schon beobachtet, wie ge-
schickt ein Skispringer einen mißlungenen Sprung 2. Rolle rückwärts-seitwärts über beide
abfängt. Auch im Judosport legt man großen W e r t Schultern (Abb. 2)
auf Fallübungen. Laß dich aus dem Schrittknien oder dem Hock-
Ringen und Judo haben ein gemeinsames Ziel: den stand nach hinten fallen, stütze dich mit den Hän-
Gegner zu Boden werfen. Natürlich wird man auch den (Finger zeigen in Bewegungsrichtung) neben
selbst geworfen. Gerade als Anfänger wirst du häu- dem Körper am Boden ab, und rolle ohne Pause
fig Bekanntschaft mit dem Boden machen. seitwärts über beide Schultern! Nachdem du die
Merke Übung beherrschst, führe sie ohne Abstützen der
Damit du dich nicht verletzt, lerne weich fallen und Hände aus!
beachte folgende Hinweise!
3. Rolle rückwärts über den Ellenbogen
I . Rolle vorwärts-seitwärts über beide und eine Schulter (Abb. 3)
Schultern (Abb. I ) Laß dich aus Schrittknien oder dem Hockstand
Drücke dich mit den Beinen kräftig vom Boden ab, nach seitlich-hinten fallen! Stütze dich mit beiden
stütze die Hände in Schulterbreite auf die Matte, Händen (Finger zeigen in Bewegungsrichtung) ne-
federe den Aufprall durch Nachgeben der Arme ben dem Körper am Boden ab, und rolle über

22
einen Ellenbogen und die gleiche Schulter nach hin- 5. Rücksprung (Abb. 5)
ten ab! Das ist eine SpezialÜbung aus dem Freien Ring-
kampf. Springe aus der Kampfstellung mit beiden
4. Drehsprung (Abb. 4) Beinen nach hinten ab, fange den Körper durch
Springe aus dem Stand oder dem Hockstand nach Abfedern mit den Armen und Abrollen über die
hinten-oben ab, führe in der Luft eine halbe Dre- Brust ab! Das vornstehende Bein wird nach hinten-
hung um die Körperlängsachse aus, und fange den oben und beim Abrollen unter den Körper gezo-
Körper durch Abfedern mit den Armen ab! gen.
Die Drehung des Körpers wird, wie bei der
Wende im Schwimmen, mit dem Kopf eingeleitet.

23
Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit der Wirbelsäule

Das Reglement erlaubt es, über beide Schultern zu Übungen


rollen, wenn sie weniger als eine Sekunde die Mat- 1. Wechsel zwischen hoher und flacher Brücke.
te berühren. Nutze diese Möglichkeit, wenn du 2. Gehe aus dem Stand in die Brücke! Dein Freund
fällst, und rolle so ab, wie du es gelernt hast. Eine fängt den Fall ab.
andere Möglichkeit, die drohende Schulternieder- 3. Die Hände und der Kopf bleiben an derselben
lage zu verhindern, ist die Ringerbrücke (Abb. I) Stelle. Die Beine laufen rechts oder links im Kreis
Die folgenden Übungen dienen vorwiegend zur um beide herum.
Verbeserung der Beweglichkeit der Wirbelsäule 4. Beachte bei dieser Übung die gegenseitige Fes-
nach hinten. selung dicht über dem Gesäß, und gehe steil nach
hinten in die Brücke!
Merke 5. Gehe aus dem Stand in die Brücke! Fange den
Schließe jeder Übungsserie (Körperbewegung nach Aufprall mit einem Ball oder den Händen ab. (Kopf
hinten) Rumpfbeugen vorwärts an. in Nackenhalte, Muskeln angespannt)!
6. Der Brückenüberschlag wird am Anfang mit
Unterstützug durch einen Freund, später frei durch-
geführt.

24
Übungen zur Kräftigung der Nackenmuskulatur

Bei der vorangegangenen Brückengymnastik hast 1. Kreise den Kopf auf der Matte links- und rechts-
du sicher gespürt, daß die Nackenmuskulatur eines herum, laß ihn nach vorn und hinten sowie nach
Ringers sehr kräftig sein muß. Zum eigenen Kör- rechts und links abrollen!
pergewicht und der Beschleunigung kommt noch 2. Führe aus dem Kopfstand die Übungen wie
das Gewicht des Gegners hinzu. Um Überanstren- unter I durch! Die Hände dürfen auf die Matte
gungen zu vermeiden, trainiere anfangs nur die gestützt werden.
Übungen I bis 4, mit wenigen Wiederholungen! 3. Beugt und streckt beide gleichzeitig die Arme.
Lockere zwischendurch die Nackenmuskeln durch 4. Ziehe den Kopf deines Freundes gegen seinen
gymnastische Übungen wie: Kopfkreisen, Kopf- Widerstand nach rechts, links, vorn und hinten.
nicken und Kopf seitlich auf die Schultern fallen las- Vorsicht beim Zurückziehen (nicht zu weit nach
sen! Erst nach drei bis vier Monaten fleißigem Trai- hinten).
ning darfst du die Übungen 5 und 6 durchführen. 5. Gehe aus der hohen in die flache Brücke und
zurück!
6. Drücke ein Gewicht nach oben! Die Last sollte
am Anfang 50 Prozent deines Körpergewichtes
nicht überschreiten.

25
Brückenfesselung - Schultersieg Brückenbefreiung -
Übertragen des Gegners

Willst du bei einem Turnier oder einer Meister- Erreichen des Schultersieges
schaft den ersten Platz erringen, dann mußt du
mehrere Schultersiege erkämpfen. Das ist bei - Fesselung von der Seite
einem Turnier für Anfänger genauso wie bei Olym- Ziehe den Gegner auf die dir zugewandte Schulter
pischen Spielen. Du hast durch das bisherige Trai- und den gefesselten Arm nach oben! Bei Kopffes-
ning die Voraussetzungen erworben, um die dafür selung ziehe den Kopf geichzeitig mit dem Arm des
erforderliche Technik und Taktik zu erlernen. Gegners nach oben. Verstärke den Druck, und
Unterscheide je nach Körperlage zum Gegner zwi- zwinge ihn so auf beide Schultern!
schen Brückenfesselung von der Seite und von vorn - Fesselung von vorn
sowie nach Faßart zwischen Armfesselung, Arm- Ziehe den Kopf des Gegners zu dir nach vorn-
Kopffesselung, Arm-Brustfesselung, Bein-Kopffesse- oben, verstärke den Druck, und zwinge ihn so auf
lung (im Freien Ringkampf), beide Schultern!

Merke Brückenbefreiung
dir folgende Schwerpunkte und beachte sie beim Nutze falsche Fesselungen, falsche Belastungen und
Training und Wettkampf! falsche Körperlagen des Gegners aus, und drehe
dich in die Bauchlage! Befreie dich aktiv aus der Fes-
Brückenfesselung selung des Gegners! Schiebe seinen Kopf mit den
Feßle den Arm des Gegners so, daß der Winkel Händen nach oben, befreie deinen Arm, laufe zum
zwischen seinem Arm und Körper etwa 90 Grad Gegner oder von ihm weg, und schaffe so Voraus-
beträgt! Belaste den Gegner mit dem Gewicht dei- setzungen, um dich in die Bauchlage drehen zu
nes Körpers. Vermeide Abstützen mit den Händen, können!
Ellenbogen, Knien oder durch Setzen! Lege dich so
auf den Gegner daß du bei der Fesselung von der Ü b e r t r a g e n aus der Brücke
Seite nicht zu weit über dem Gegner liegst und bei Mache es so wie bei der Brückenbefreiung, aber
der Fesselung von vorn mit deinen Beinen nach drehe dich nicht in die Bauchlage, sondern umfasse
rechts und links abstützen kannst. den Oberkörper des Gegners, und rolle dich ohne
Pause über beide Schultern, oder gehe über die
hohe Brücke!

26
* So machst du es als O b e r m a n n richtig! (2a). Ziehe ihn auf die dir zugewandte linke Schul-
Der Gegner wird auf beide Schultern gezwungen. ter (2b)! Zwinge ihn auf beide Schultern, indem du
gleichzeitig seinen linken Arm und den Kopf nach
Arm-Brust-Fesselung von der Seite (Abb. I ) vorn-oben ziehst und den Druck verstärkst (2c)!
Du liegst, fesselst und belastest den Gegner richtig
(la). Ziehe ihn auf die dir zugewandte linke Schul- Arm-Kopf-Fesselung von vorn (Abb. 3)
ter (lb)! Zwinge ihn durch Hochziehen seines lin- Du liegst, fesselst und belastest den Gegner richtig
ken Armes und Verstärken des Druckes auf beide (3a). Zwinge ihn auf beide Schultern, indem du sei-
Schultern (lc)! nen Kopf zu dir nach oben wegziehst und den
Druck verstärkst (3b)!
Arm-Kopf-Fesselung von der Seite (Abb. 2)
Du liegst, fesselst und belastest den Gegner richtig

27
• So machst du es als U n t e r m a n n richtig! Ü b e r t r a g e n aus der Arm-Kopf-Fesselung
Du kannst dich befreien oder den Gegner übertra- von vorn (Abb. 3)
gen. Fehler des Gegners: Er liegt seitlich zur Längsachse
deines Oberkörpers, hält dabei den Arm nicht im
Ü b e r t r a g e n aus der Arm-Brust-Fesselung rechten Winkel. Er kniet (3a)
(Abb. I)
Fehler des Gegners: Er liegt zu weit über dir hält da- Übertrage den Gegner, und zwinge ihn auf beide
bei deinen Arm nicht im rechten Winkel. Schultern (Abb. I bis 3)! Beachte die schwarzen
Er kniet (la). Pfeile!

Ü b e r t r a g e n aus der Arm-Kopf-Fesselung


von der Seite (Abb. 2)
Fehler des Gegners: Beide Beine sind vorn, er sitzt
auf der Matte (2a).

28
1 L^
9 3^

Grundstellungen,
Grundbewegungen
und Grundfaßarten
Im Kapitel »Volkstümliche Kampfformen« hast du Merke
bereits erfahren, daß z.B. die mongolischen Sport- Eine stabile Kampfstellung ist Voraussetzung für er-
ler äußerst schwer abzuheben oder zu werfen sind, folgreiche eigene Angriffe sowie die Abwehr und
weil sie es meisterhaft verstehen, eine stabile Kampf- das Kontern von Angriffen des Gegners.
stellung einzunehmen. Genauso wichtig ist die Sta-
bilität beim Angriff. Lerne deshalb, eine sichere W i r zeigen dir die wichtigsten Grundstellungen,
Grundstellung einzunehmen. Sie ermöglicht dir Grundbewegungen und Grundfaßarten. Übe flei-
schnell, zu jeder Zeit, in jede Richtung Bewegungen ßig und verbinde das Gelernte mit technisch-takti-
auszuführen. schen Elementen.

Standkampf
Körperhaltung
Deine Körperhaltung ist richtig, wenn du folgendes Erst bei der Berührung mit dem Gegner kann der
beachtest. Oberkörper aufgerichtet werden.
Stellung der Füße: Vergleiche die Fußstellungen auf Arme: Sind vor dem Körper. Du kannst schneller
der folgenden Seite 3 I. Kontakt mit dem Gegner aufnehmen.
Knie: Leicht federnd gebeugt. Kopf. Blickrichtung zum Gegner Beobachte seine
Oberkörper. Im Griechisch-römischen Ringkampf Bewegungen.
(Bild links) auch ohne Berührung mit dem Gegner
aufrecht oder leicht nach vorn gebeugt. Für die weitere Arbeit mit dem Buch brauchst du
Im Freien Ringkampf (Bild rechts) stärker nach vorn die folgenden Bezeichnungen. Präge sie dir ein, und
gebeugt, um die Beine vor Angriffen des Gegners übe die Stellungen und Bewegungen.
zu schützen.

Typische Stellung
Griechisch-römischer Typische Stellung
Ringkampf Freier Ringkampf

30
Fußstellungen
Die Füße stehen in Schulterbreite auf der Matte. Hintere Begrenzungslmie
der Standfläche
Stabile Grundstellung,
Körperschwerpunkt (KSP)
Der KSP liegt etwa in Höhe des Bauchnabels.
Du stehst stabil und kannst dich nach allen Seiten
schnell bewegen, wenn:
- das Lot deines KSP innerhalb der Standfläche
liegt, Vordere
Begrenzungslinie der Standfläche
- die Füße etwa in Schulterbreite auf der Matte
stehen und
- die Knie leicht federnd gebeugt sind.
Die Bilder 1, 2 und 3 zeigen dir richtige Grundstel-
lungen.

Laufarbeit
Gehe stets zuerst mit dem in der geplanten Bewe- Auf den folgenden Seiten werden zur Vereinfa-
gungsrichtung stehenden Bein nach vorn, hinten, chung nur die Fußabdrücke gezeigt.
rechts oder links! Setze das andere Bein zur Grund-
stellung nach! Führe schnelle, kurze Schritte aus!

31
Ausfallschritte
Im Vergleich zur Stellung des Gegners unterscheiden wir:

I I
t
S t I
Gleicher Ausfall rechts Gleicher Ausfall links
Variante I Variante 2
Rechte Füße nebeneinander Füße voreinander

Ungleicher Ausfall Ungleicher Ausfall (andere Seite)


Variante I Variante 2
Rechter und linker Fuß nebeneinander Füße voreinander

I I Die Varianten I (linke Spalte) werden vorwiegend


im Griechisch-römischen Ringkampf angewandt.
Im Freien Ringkampf sind sie aus dem Nahkampf
möglich.

Die Varianten 2 (rechte Spalte) und der Parallel-


ausfall werden vorwiegend im Freien Ringkampf,
Parallelausfall aus der Halbdistanz angewandt.

32
Typische Fehler bei der Grundstellung 6 Du hast einen zu weiten Ausfall und gestreckte
(s. Abb. I bis 9) Knie.
1 Dein Oberkörper ist zu weit nach vorn abge-
beugt Dein Gleichgewicht ist labil, wenn das Lot des KSP
2 Zum ersten Fehler kommt, daß du kniest. außerhalb der Standfläche liegt.
3 Dein Oberkörper ist zu aufrecht. 7 KSP zu weit vorn.
4 Deine Füße stehen zu dicht beieinander die 8 KSP zu weit hinten.
Beine sind im Kniegelenk gestreckt. 9 KSP zu weit seitlich (im Beispiel links).
5 Die Füße stehen zu weit auseinander, Beine wie
Abb 4.

33
* So machst du es richtig! nennen das aktive Gleichgewichtsbrechung. Dieses
Rufe dir die Forderungen zur Fußstellung, stabilen Ziel ist erreicht, wenn ein Merkmal oder mehrere
Grundstellung und Laufarbeit ins Gedächtnis (vgl. Merkmale der stabilen Grundstellung nicht mehr
Seite 31 ) zutreffen, wenn also
Nutze als Angreifer alle Fehler die der Gegner - das Lot des KSP außerhalb der Standfläche liegt,
macht, für deinen eigenen Angriff aus! Das wird - die Füße bedeutend breiter oder schmaler als in
dir jedoch nur bei technisch-taktisch schwachen Schulterbreite auf der Matte stehen,
Sportlern gelingen, denn ein gut ausgebildeter Rin- - die Knie gestreckt oder zu weit gebeugt sind.
ger versucht stets, in stabiler Grundstellung zu
kämpfen. Deshalb muß dein Ziel sein, den Gegner
durch eigene Aktionen, durch Ziehen und Schie-
ben nach allen Richtungen in den Grundfaßarten
(vgl. S. 40), aus dem Gleichgewicht zu bringen. W i r

Aufgabe:
Übe die Grundstellungen und Bewegungen!

Typische Grundstellung im Typische Grundstellung


Gnechisch-römischen Ringkampf im Freien Ringkampf

34
Schrittfolgen für den Angriff

Rückschritt (Variante I) Rückschritt (Variante2)


Drehung auf dem rechten Ballen Drehung auf dem linken Ballen

Paßschritt Kreuzschritt
Drehung auf dem rechten Ballen auf dem linken Ballen

Ü b e so:
Stelle dich wie in den Zeichnungen zum Gegner!
Schrittfolgen in Pfeilrichtung ausführen (Reihenfol-
ge 1,2,3)
Die Füße gleiten flach über die Matte!
Verbinde die Schritte mit technisch-taktischen Ele-
menten des Standkampfes.
Anstelle des Gegners kannst du auch zwei Schuhe
auf den Boden stellen.
Nachstellschritt Variante zu Kreuzschritt: Einen Fuß innerhalb und
Schrittfolge auch rechts-links einen Fuß außerhalb der Standfläche.

35
Distanzwahl Muskeln reagieren etwa 33mal schneller und ge-
Bisher haben wir die Grundstellungen und -bewe- nauer als die Augen. Beim Film laufen z.B. 24 Bilder
gungen vorwiegend von einem Sportler aus be- in der Sekunde schnell hintereinander ab. Deine
trachtet. Beschäftigen wir uns nun mit den im Augen nehmen das als Bewegung wahr So schlecht
Wettkampf üblichen Stellungen zum Gegner. Dabei können sie im Vergleich zum Muskel unterschei-
wird unterschieden: den.
Nahkampf: Beide Sportler stehen dicht vorein-
ander und haben mit Händen und Armen Kontakt. Merke
(Abb. I) Nutze die besseren Möglichkeiten, und zwinge
Halbdistanz: Der Abstand zwischen beiden Sport- dem Gegner den Nahkampf auf!
lern ist so gering, daß sie sich mit den Händen be-
rühren können. (Abb. 2) Im Freien Ringkampf mußt du beachten, daß dich
Distanz: Der Abstand zwischen beiden Sportlern der Gegner aus der Distanz, z.B. durch doppelten
ist so groß, daß sie sich nicht mit den Händen be- Beinausheber (vgl. S. 103 bis 108), angreifen kann.
rühren können, (vgl. Foto auf der folgenden Seite) Um das zu vermeiden, mußt du deine Beine mit
In beiden Ringkampfarten ist der Nahkampf die gün- den Händen und Armen abdecken und über die
stigste Form. Halbdistanz in den Nahkampf gehen.
Der Vorteil im Vergleich zum Kampf aus der
Distanz ist die Möglichkeit, die geplanten Bewegun-
gen des Gegners mit den Muskeln zu erfühlen. Die

36
Typische Fehler bei Schrittfolgen F 5 und F 6 Die Kampfszene zeigt unseren Eu-
und in der Distanz ropameister im Freien Ringkampf von 1970
F I Du drehst dich auf dem ganzen Fuß. Dadurch Stottmeister (links) im Kampf gegen Martinetti
können Verletzungen im Fuß- und Kniegelenk (Schweiz). Der Schweizer Sportler kämpft in
auftreten. der Distanz (F 5) und kniet auf einem Bein
F 2 Du hebst deinen linken Fuß zu hoch, »steigst« (F 6). Stottmeister gewann nach Punkten.
in die Standfläche des Gegners.
F 3 und F 4 Deine Beine stehen beim Angriff nicht
in der Standfläche des Gegners.

F3
F1

I 1

Stottmeister gegen
Martinetti (Schweiz)
F5 und F6

37
• So machst du es richtig! F3-Ü3undF4-U4
F I - Ü I Deine beiden Beine stehen beim Angriff in der
Alle Drehungen des Fußes werden auf dem Fuß- Standfläche oder verlängerten Standfläche des
ballen oder der Ferse ausgeführt, Gegners.
F 2 - Ü 2 Die Kampfszene zeigt unseren Olympiasieger 1968
Der linke Fuß wird flach über die Matte in die Vesper (rechts) gegen Otha (Japan).
Standfläche des Gegners gesetzt. Das gilt für alle F5-Ü5
Schrittfolgen. Beide Sportler ringen richtig: im Nahkampf
F6-Ü6
Ihre Knie sind federnd gebeugt.

Vesper gegen Ohta


(Japan) Ü5 und Ü6

38
Ubungsbeispiele für Grundstellungen und Grundbewegungen

Ü I Stelle dich in Distanz, Halbdistanz oder im


Nahkampf (Wechsel aller drei Formen) zu
deinem Freund auf! Korrigiere die Grundstel-
lungen deines Freundes und laß dir Hinweise
für deine richtige Stellung geben! Führe Bewe-
gungen nach allen Seiten aus! Dein Freund hat
die Aufgabe, wie im Spiegelbild alle Bewegun-
gen nachzumachen! Wechselt die Aufgaben-
stellung, und korrigiert die Fehler!

Ü 2 Stelle dich in Grundstellung vor einem mög-


lichst großen Spiegel auf, und überprüfe deine
Haltung! Bewege dich nach allen Seiten, und
beobachte dabei deine Handlungen! Verglei-
che deine Grundstellungen mit den Forde-
rungen von Seite 30 bis 37!
Korrigiere dich selbst!

Ü 3 Der Trainer ein erfahrener Übungsleiter oder


Sportler steht vor mehreren Sportlern, die in
Blickrichtung zu ihm Aufstellung genommen
haben.

Aufgabe: Alle nehmen Grundstellung ein und füh-


ren wie im Spiegelbild seine Bewegungen aus.

Diese Übungen dienen gleichzeitig zur Verbesse-


rung der Reaktion.

39
Grundfaßarten Merke
Vom Schachspiel weißt du sicher daß es verschie- Übe die Grundfaßarten unbedingt rechts und links.
dene Möglichkeiten der Eröffnung gibt. Auch im
Ringen unterscheiden wir viele Varianten, den Wir unterscheiden 8 Grundfaßarten (s. Abb. I bis 8)
Kampf zu führen. 1 Handgelenk - Nacken
Bisher hast du dir die richtigen Grundstellungen 2 Oberarm von vorn - Nacken
und -bewegungen im Standkampf angeeignet. Nun 3 Oberarm von unten - Nacken
gilt es, das Gelernte im Kampf mit dem Gegner an- 4 Oberarm von unten - Handgelenk
zuwenden. Dazu ist es notwendig, ihn mit den Hän- 5 Oberarm von oben - Handgelenk
den und Armen so zu fassen, daß seine Bewe- 6 Doppelfassen eines Armes von innen
gungsfreiheit eingeengt wird. Fasse den Gegner 7 Doppelfassen eines Armes von außen
direkt oder nach taktischer Erarbeitung. Diese zei- 8 Kopf von oben - Handgelenk oder Oberarm
gen wir dir in Verbindung mit der Angriffsvorberei- von oben
tung der einzelnen technischen Elemente.
Eine Faßart gibt an, an welchen Stellen der Gegner
gefaßt wird.

40
Bodenkampf
Dein Ziel muß es sein, den Gegner direkt aus dem des Untermannes gelegt werden. Auf Pfiff des Mat-
Stand auf beide Schultern zu zwingen. Das wird dir tenleiters geht der Kampf weiter Der Obermann
jedoch nicht immer gelingen, weil der Gegner die kann technisch-taktische Elemente des Boden-
drohende Schulterniederlage durch Drehen in die kampfes (vgl. S. 73 bis 78 und 109 bis I 20) anwen-
Bauchlage verhindert. Eine weitere Möglichkeit, den, und der Untermann versucht das zu verhin-
Punktverluste oder die Schulterniederlage zu ver- dern oder selbst Gegengriffe durchzuführen.
meiden, ist, die Kampffläche zu verlassen. Diese
Mattenflucht, wie es die Ringer nennen, wird von Grundstellung beim Bodenkampf
den Zuschauern nicht gern gesehen und vom (vgl. Abb. I bis 3)
Kampfgericht bestraft. Vermeide möglichst diese
passive Kampfesweise, suche stets den eigenen 1 So nimmst du die Bankstellung richtig ein.
Angriff oder wehre Angriffe des Gegners auf der Schaue stets zum Gegner
Matte ab. Nach dem Reglement muß sich der
Kämpfer der wegen Passivität vom Mattenleiter 2 Eine Möglichkeit für den Obermann. Er kann
verwarnt wird, im Mittelkreis in die Bankstellung hinter oder neben dem Gegner stehen.
begeben. (Abb. I ) Der andere Sportler nimmt die
vorgeschriebene Angriffsstellung (Abb. 2 und 3) 3 Untermann und Obermann nehmen die richti-
ein. Beide Hände müssen parallel auf die Schultern ge Grundstellung ein.

41
Grundbewegungen des U n t e r m a n n e s und nach rechts (vgl. S 79 bis 84) oder im Freien
Verhaltensweise des O b e r m a n n e s Ringkampf den Einsteigeram zugewandten Bein
Als Untermann mußt du in der Bankstellung sofort (vgl. S. I 15 bis 120)
beim Anpfiff des Mattenleiters alle Angriffe des 2 Verlagere dich schnell vom Gegner weg und
Gegners abwehren, durch Wenden (vgl. S. 82) selbst verhindere so z. B. die Rolle nach links!
die Oberlage erkämpfen, Gegenangriffe durchfüh- 3 Die flache Bank soll ebenfalls die Rolle sowie
ren oder aufstehen und dich zum Gegner wenden. Angriffe an den Beinen ausschalten.
Das gilt auch für die Bauchlage. 4 Durch Verlagerung mit dem Oberkörper zum
Merke Gegner und Abdecken des im Beispiel linken
Es ist leichter ein technisches Element des Gegners Oberarmes mit dem Kopf wird z.B. HL verhin-
durch richtige Grundstellungen und schnelle Verla- dert.
gerungen von vornherein zu verhindern, als bereits
erarbeitete abzuwehren oder zu kontern. Als O b e r m a n n versuche sofort bei Kampfbeginn
einen Angriff.
Verlagerungen des U n t e r m a n n e s Verbinde Standkampf sofort mit Elementen des
(vgl. Abb. I bis 4) Bodenkampfes!
I Schere dein Bein unter deinem Körper hindurch
auf die andere Seite, und verlagere dich zum
Gegner! Dadurch verhinderst du z.B. die Rolle

42
Typische Fehler des Unter- und
des O b e r m a n n e s

Fehler des Untermannes: Fehler des Obermannes:

F I Eine so offene Bank ist falsch, weil der Gegner F 4 Du stehst zu weit hinter dem Gegner Deine
aus dieser Stellung leicht Angriffe an den nicht Hände liegen auf dem Gesäß statt auf beiden
abgedecketen Armen, Beinen oder am Rumpf Schultern des Gegeners. Der Abstand zu ihm
ausführen kann. ist zu groß. Er kann schnell nach vorn auswei-
F 2 So ist deine Bank seitlich zu labil. Der Gegner chen, aufstehen, und deine Angriffe abwehren.
kann dich ohne Mühe auf eine Seite schieben F 5 Diese kniende Stellung neben dem Gegner ist
oder ziehen und technische Elemente anwen- ungünstig, weil sich der Untermann durch eine
den. Vierteldrehung zu dir in Kopf-zu-Kopf-Stellung
F 3 Zum Fehler F I kommt hier daß du den Geg- begeben kann und dadurch viele Angriffe un-
ner nicht anschaust. So hat er die Möglichkeit, möglich macht.

DI
dich mit seinen Angriffen noch besser zu über-
raschen.

F3

43
• So machst d u es richtig: Als Obermann stehst oder kniest du am günstigsten
Als Untermann mußt du eine stabile und flache mit einem Bein oer Knie dicht hinter und mit dem
Bankstellung einnehmen und zum Gegner schauen anderen Bein oder Knie dicht neben dem Unter-
(Ü I). mann (Ü 4 und Ü 5).

Begründe, warum die Fehler F I, F 2 und F 3 Begründe, warum die Fehler F 4 und F 5 durch
durch Übung Ü I ausgeschaltet werden. Kurzbe- die Übungen Ü 4 und Ü 5 verhindert werden.
Zeichnung F I, F 2 und F 3 - Ü I ! Kurzbezeichnung: F 4 - Ü 4 und F 5 - Ü 5.

Kannst du so antworten? Kannst du so antworten?


Die stabile und flache Bankstellung erschwert dem Bei den Grundstellungen des Obermannes Ü 4
Obermann die erfolgreiche Anwendung techni- und Ü 5 befindet er sich dicht hinter bzw. neben
scher Elemente. Durch Blickverbindung zum Geg- dem Untermann. Dadurch sind Überraschungsan-
ner sicherst du dich weitgehend gegen seine Über- griffe und taktisch gut vorbereitete Angriffe ohne
raschungsangriffe. Schnelle seitliche Verlagerungen Weg- und Zeitverlust möglich.
(vgl. S 42) müssen beim Kampfbeginn folgen.

Aufgabe: Übe die richtigen Grundstellungen und


-bewegungen des Unter- und des Obermannes,
und zwar in wechselnder Reihenfolge, bis du sie
absolut sicher beherrschst!

U5

44
'-•*******»;.;

Technik und Taktik -


zum Erfolg
Das Grundmodell z u m Erlernen der
technisch-taktischen Elemente
W i r zeigen dir auf den folgenden 72 Seiten einige Pfeile und Großbuchstaben helfen dir wichtige
technisch-taktische Elemente beider Ringkampfar- Zusammenhänge herzustellen.
ten im Stand und am Boden.
Jedes technisch-taktische Modell wird auf sechs Sei- Rote Buchstaben zeigen dir auf einen Blick, daß
ten dargestellt und beschrieben (vgl. auch unten- hier die Handlungen des Angreifers im Mittelpunkt
stehende schematische Übersicht). stehen. Im einzelnen sagen sie an, worauf sich der
W i r verwenden dabei Fachausdrücke und Abkür- betreffende Text bezieht - auf
zungen, die du von der Seite I kennst. Präge sie dir die Angriffsvoraussetzungen V
ein, denn anderenfalls wirst du die Zusammenhän- die taktischen Möglichkeiten der Erarbeitung E
ge kaum verstehen. die Angriffsdurchführung D

E
1 4 Erfcloruaa

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Erklärung
iu D iu D

AV u. AE U tu A
*
1. Saite 2. Sait* 3. Se.le 4. Seite 5. Seite 6. Saite

RR « H •7 M 4* 70

KHS

ADS

WB

HL

RO

4 Troge noch dam Training die Seitenzahlen der Elemente ein, die du geübt hast.
So er+iältitdu einen Überblick über dein Können.

46
Schwarze Buchstaben weisen darauf hin, daß Seite (52/53): Der rote Pfeil oben besagt, daß der
hier Hinweise zur Abwehr des betreffenden Ele- Text auf Seite 53 und die Abbildung auf Seite 52
ments gegeben werden. zusammengehören.
Rote Pfeile signalisieren: Angreifer Sie verbinden Unten weist der schwarze Pfeil daraufhin, daß zwi-
die einzelnen Phasen, die sich in bezug auf die schen den Fehlern, die Rot begeht, und den Kon-
betreffende Aktion unterscheiden lassen - von den termöglichkeiten für Schwarz ein unmittelbarer Zu-
Voraussetzungen bis zur Weiterführung. sammenhang besteht.
Schwarze Pfeile signalisieren: Abwehr Sie wei- Desweiteren deutet die nach rechts gerichtete
sen dir den Weg zu den damit im Zusammenhang schwarze Pfeilspitze an, daß das Thema »Fehler«
stehenden Textstellen und Abbildungen. noch nicht abgeschlossen ist.

Beispiel: S. 49ff. (Runterreißer nach vorn mit Für den Wettkampf brauchst du sowohl Erfahrung
Doppelfassen eines Armes - RR) im Angriff als auch bei der Abwehr und beim Kon-
Die schwarze Pfeilspitze unten rechts am Rand der tern.
Abbildung kündigt an: Weiter hinten (und zwar auf
den Seiten 50, 5 I und 52) findest du Textstellen Merke
zum Verhalten des sich verteidigenden Ringers, die Übe stets die Handlungen des Angreifers und des
mit dieser Abbildung in Verbindung stehen. Verteidigers! Der Angriff hat den Vorrang!

Drei wichtige Lernschritte

I . Lernschritt: I., 2., 3„ 4. und 6. Seite 2. Lernschritt: I., 2„ 3. und 4. Seite


Präge dir die richtige Bewegung gut ein! Beginne nun deine praktischen Versuche! Halte dich
- Lies die Abschnitte über die Bewegungsbeschrei- dabei an die Bewegungsbeschreibung, an die einzel-
bung der einzelnen Etappen Satz für Satz durch! nen Abbildungen und beachte die Pfeile!
- Schaue die dazugehörenden Abbildungen genau - Übe die Bewegung in Etappen!
an und präge dir die einzelnen Teilbewegungen 1. Etappe: Voraussetzungen und taktische Erar-
gut ein. beitung der Durchführung ( I. Seite)
Die roten Pfeile zeigen dir die richtige Bewegung 2. Etappe: Durchführung des Elementes (2. und
des Angreifers. Die schwarzen Pfeile zeigen, wie 3. Seite)
du es als Verteidiger richtig machst. 3. Etappe: Weiterführung des Angriffs (4. Seite
- Verdecke den Text der Bewegungsbeschreibung oben)
und beschreibe anhand der Abbildungen die - Achte beim Üben genau auf die Reihenfolge der
Bewegung mit eigenen Worten! Übungen!
- Orientiere dich besonders an den roten und - Beachte die Hinweis für Zusatzübungen!
schwarzen Pfeilen in den Abbildungen! - Bitte Freunde, Eltern, Lehrer oder Trainer, dich zu
- Vergleiche bereits hier die richtige Ausführung beobachten, und merke dir welche Fehler sie dir
mit den Fehlerbildern (5. Seite)! nennen!

47
3. Lernschritt: 4. Seite Mitte und unten, 5. und 6. Fehlerbildern auf der 5. Seite. Vergleiche mit der
Seite 6. Seite, links!
Lerne als Angreifer typische Fehler zu erkennen und - Beachte bei der Korrektur besonders die Hin-
zu korrigieren! weise auf der 6. Seite rechts und der 2. oder 3.
- Vergleiche die Fehlerbilder mit den richtigen Aus- Seite!
führungen und der Bewegungsbeschreibung (2. Lerne als Verteidiger, aus den Fehlern des Gegners
oder 3. Seite)! Konter durchzuführen!
- Beschreibe mit eigenen Worten, warum das Feh- - Verfahre dabei, wie im ersten und zweiten Lern-
ler sind! Verwende dabei die Hinweise neben den schritt beschrieben, und übe so die Konter!

Schwerpunkte z u m Erlernen der Technik und Taktik

1. Exaktheit (Genauigkeit der Bewegungsausfüh- üben! Genaue Richtzahlen kann man wegen der
rung) unterschiedlichen Bewegungsabläufe nicht angeben.
Beim Erlernen der technisch-taktischen Elemente Würfe aus dem Stand z. B. in Serien zu 10 durch-
ist die Exaktheit von vorrangiger Bedeutung. Sie ist führen (danach Partnerwechsel). In einer Trainings-
das Fundament für die erfolgreiche Anwendung einheit (60 min) können diese Elemente pro Sport-
der Elemente im Wettkampf. Fehler die hier ler zwischen 100- und 120mal trainiert werden.
gemacht werden, können später nur sehr schwer
wieder beseitigt werden. 5. W i d e r s t a n d
Im Wettkampf mußt du die technisch-taktischen
2. Beidseitigkeit Elemente gegen maximalen Widerstand des Geg-
Übe alle Elemente nach rechts und links! Gegen ners anwenden. Darauf mußt du dich im Training
einseitige Angriffe kann sich der Gegner relativ ein- vorbereiten. Die höchste und schwierigste Stufe
fach verteidigen. Sportler die beidseitig angreifen der Aneignung der Bewegungsabläufe ist deshalb
können, sind erfogreicher! W i r zeigen die Elemen- das Training mit ständig wachsendem Widerstand
te nur von einer Seite. Beim Üben der anderen Sei- des Partners, der schließlich zum Gegner wird. Alle
te wird rechts zu links und umgekehrt. unter I. bis 3. erhobenen Forderungen bleiben
dabei bestehen. Wenn das Element mehrere Male
3. Schnelligkeit nicht erfolgreich ausgeführt werden kann, bitte dei-
Erst wenn du die Bewegungen ohne Wiederstand nen Freund, den Widerstand zu verringern. Falls
des Partners genau beherrschst, übe sie mit ständig das nicht hilft, gehe eine oder mehrere Stufen
größerer Schnelligkeit. Dabei darf die Exaktheit zurück.
nicht vernachlässigt werden.
Beachtest du die Punkte 1-5 in der angegebenen
4. Häufigkeit Reihenfolge genau, bleibt der Erfolg im Wettkampf
Nun kannst du die Elemente exakt, nach beiden nicht aus.
Seiten und schnell mit vielen Wiederholungen

48
Griechisch-römischer R i n g k a m p f - Standkampf
Runterreißer nach vorn m i t Doppelfassen
eines A r m e s (RR)

• Angriffsvoraussetzungen:
V I Ausfall: Drei Arten möglich (vgl. S. ..), Gegner
muß immer Rechtsausfall haben
V 2 Körperhaltung: halbhoch
V 3 Distanz: Nahkampf
V 4 Bewegung des Gegners: nach vorn
V 5 Faßart: Handgelenk-Nacken oder Handgelenk-
Oberarm

• Erarbeiten des Handgelenkes:


Runterreißer RR
Für die erfolgreiche Durchführung ist die Fesselung
des Handgelenkes notwendig. Du kannst es direkt >
fassen. Das wird dir aber nicht immer gelingen, des-
halb zeigen wir dir zwei taktische Möglichkei- E 2 Befreie dein rechtes, vom Gegner gefesseltes
ten der Erarbeitung: Handgelenk (a) durch Ausdrehen in Richtung
E I Biete dem Gegner dein Handgelenk zum Fas- seines Daumens (b und c), und fessele sein
sen an (a), ziehe es kurz bevor er zufaßt in Handgelenk!
Pfeilrichtung zurück (b) und fessele selbst sein
Handgelenk!

E1


4
V

49
* Durchführung:
D I Der rote Pfeil von Seite 49 zeigt dir daß jetzt Deine linke Hand stemmt dabei das rechte
alle notwendigen Voraussetzungen gegeben Handgelenk des Gegners nach vorn (Pfeil
sind. Deine rechte Hand ist für die richtige beachten).
Durchführung wichtig. Deshalb verbindet der D 3 Setze das Runterreißen des Gegners fort,
rote Pfeil ihre Positionen in allen sechs Phasen indem du mit deiner linken Hand die Hüfte
der Abbildung. des Gegners umfaßt und gleichzeitig mit dei-
D 2 Fasse mit deiner rechten Hand den rechten nem linken Bein nach links außen um ihn her-
Oberarm des Gegners von innen, setze gleich- umgehst. Beachte die durch den roten Zusatz-
zeitig deinen rechten Fuß vor den rechten Fuß pfeil angegebene Zugrichtung.
des Gegners (Pfeil in der Abb. beachten), und
ziehe den Gegner mit deinem rechten Arm,
hinter dem die Kraft des ganzen Körpers lie-
gen muß, in Pfeilrichtung nach rechts unten.

4
So verhindert Schwarz die erfolgreiche Durchführung:
i
A V Nimm aufrechte Kampfstellung ein, und schie- A E Fessele selbst das Handgelenk oder den Ober-
be nicht zum Gegner sondern ziehe den Geg- arm von Rot.
ner zu dir heran, und gehe rückwärts.

50
D 4 Drehe dich weiter nach rechts zum Gegner • I m Freien Ringkampf
und reiße ihn weiter zu Boden. Dein linker kannst du dieses Element ebenso durchführen. Bes-
Arm unterstützt diese Bewegung (beachte ser ist es jedoch, wenn du bei D 3 dein rechtes Bein
den roten Pfeil zwischen den Phasen D 4 bis aktiv einsetzt und das rechte Bein des Gegners
D6 nach vorn wegschiebst. Im Fallen (von D 4 zu D 5)
D 5 Versuche bereits während des Fallens, mit dei- kannst du mit deinem rechten Bein am rechten
nem rechten Arm den rechten Oberarm des Bein des Gegners einsteigen (Vgl. S. I 15 bis S. 120).
Gegners zu fesseln. Reiße ihn in die Bauchlage Dein rechter Arm muß dabei aber über den
und drehe dich weiter nach links auf seinen Rücken des Gegners zu seinem linken Arm fassen.
Rücken.
D 6 Beherrsche den Gegner parallel. So erzielst du
die Wertung I (Wettkampfregeln s. S. 128).

Ü zu A V Ü zu A E
Gehe in halbhoher Kampfstellung zum Gegner, fes- Wenn du den Gegner selbst fesseln willst, brauchst
sele ihn selbst (vgl. 7 Grundfaßarten S. 40 und du A r m - und Fingerkraft
nimm eine aufrechte Kampfstellung ein. Ü zu Armkraft: Klimmzüge: (vgl. S. 14)
Ü zu Fingerkraft: Drücke Plastik- oder Tennisbälle
zusammen. Dosierung wie Klimmziehen.

51
So kannst du den Angreifer kontern: D 2 - F D 2 - K D 2

Wenn Rot in der Position D 2 einen Fehler macht vorn auf die Matte, drehe dich nach links zum Geg-
(vgl. S. 53, FD 2), kann Schwarz einen Konter durch- ner setze dein linkes Bein in seine Standfläche,
führen. Drehe dich schnell in Richtung des schwarz- umfasse seinen Oberkörper und setze dein rechtes
en Pfeiles nach links vom Gegner weg, befreie dei- Bein nach vorn (Abb. KD 2b und c). Führe jetzt
nen rechten Arm durch schnellkräftiges Ziehen ohne Pause den Wurf über die Brust (vgl. S. 67 bis
nach links oben, setze deinen rechten Fuß nach 72) aus.

KD 2

52
• So kannst du den Angriff weiterführen:

D 6 - W I D 6 - W 2
Während des Runterreißens von Position D 4 zu Eine andere Möglichkeit ist die Rolle (vgl. S 79 bis
D 6 hast du bereits mit deinem rechten Arm den 84). Umfasse mit deinem linken Arm den Ober-
rechten Arm des Gegners gefesselt. Dadurch kannst körper des Gegners. Durch die Anwendung dieses
du sofort Hammerlok durchführen (vgl. S. 73 bis Elementes kannst du zur Wertung I noch eine
78). Das ist eine wirkungsvolle Stand-Boden-Kom- Wertung I oder 2 erkämpfen.
bination, die zum Schultersieg führen kann. Diese Stand-Boden-Kombination findest du noch
einmal im Blätterkino.

FD 3

So m a c h t es Rot falsch!
FD 3
Die Zugrichtung mit dem rechten Arm
Der Krafteinsatz mit dem linken Arm ...
Das linke Bein ...

FD 2

FD 2
Die Bewegung von Schwarz ...
Die Körperhaltung von Schwarz ...
Die Zugrichtung von Rot mit dem rechten Arm

!
53
Detail D 3

Aufgabe: Zeichne die richtigen Pfeile rot nach! (vgl.


S. 50, D 3) • Korrigiere die Fehler und übe so:
D 3 Schau dir die richtige Bewegung auf Seite 52
an und lies die Beschreibung.
Ü I Übe die Zugbewegung (ohne E und V) anfangs
Kannst du so den Fehler von Rot erklären? mit einem leichteren, später mit einem gleich-
D 3-FD 3 schweren und schwereren Partner!
Die Zugrichtung mit dem rechten Arm geht - nach
rechts oben. Der Krafteinsatz mit dem linken Arm

• geht - nach links. Das linke Bein wird falsch gesetzt.


Durch diese Fehler kann dich der Gegner nach
rechts überlaufen - kontern. D 2 Schau dir die richtige Bewegung auf S. 50 an,
und lies die Beschreibung!
Ü I Nimm die richtige Faßart (vgl. S. 49, V 5) ein,
und dränge den Gegner von der Matte! Nutze
seinen Gegendruck für die richtige Durch-
führung aus!
D2-F2 Ü 2 Kräftige deine Arm- und Fingermuskeln (vgl.
Die Bewegung von Schwarz ist - nach hinten gerich- S. 14 Klimmzüge und S. 5 I Ü zu Fingerkraft)!
tet. Die Körperhaltung von Schwarz ist - aufrecht.
Die Zugrichtung von Rot mit dem rechten Arm
geht wie bei FD 3 - nach oben. Durch diesen Feh-

• ler ist KD 2 (vgl. S. 52) möglich!

54
W u r f nach vorn über den Rücken m i t
Fassen des ungleichnamigen A r m e s und
des Nackens ( K H )

• Angriffsvoraussetzungen:
V I Ausfall: Rechtsausfall
V 2 Körperhaltung: halbhoch
V 3 Distanz: Nahkampf
V 4 Bewegung des Gegners: nach vorn
V 5 Faßart: Oberarm von oben oder unten -
Nacken

Kopfhüftschwung K H
• Erarbeitung des notwendigen Gegen-
drucks und Störung des Gleichgewichts
beim Gegner: >
E I Fasse den Gegner am Oberarm von außen E 2 Ziehe den Gegner aus der Fesselung (Abb. E 2
und am Nacken! Dränge ihn nach vorn! Nutze und E I ) nach rechts, und störe so sein Gleich-
seinen Gegendruck für die Durchführung des gewicht (beachte den roten Pfeil). Er wird sei-
KH aus! Die Fesselung und dein rechter Unter- nen rechten Fuß wieder auf die Matte setzen
arm, der vor der Brust des Gegners sein muß, und das Gleichgewicht herstellen wollen. Nut-
verhindern einen Konter von Schwarz. ze diesen Moment zur Durchführung des KH!

E1

55
• * Durchführung: D 2 Führe von D I zu D 2 einen Rückschritt aus
D I Der rote Pfeil von S. 55 zeigt dir daß jetzt alle (vgl. S. 35, Abb. I)! Gleichzeitig mußt du mit
für die erfolgreiche Durchführung notwendi- deinem Becken eine halbe Drehung nach rechts
gen Voraussetzungen gegeben sind. Die rech- ausführen und mit deiner rechten Hand über
te Hand und die rechte Hüfte sind für die rich- den Nacken des Gegners seinen linken Ober-
tige Durchführung wichtig. Deshalb verbinden arm fassen. Ziehe dabei den Gegner zu dir
die roten Pfeile ihre Positionen in allen sechs nach vorn (aktive GB), und beuge deine Knie!
Phasen der Abbildung . D 3 Hebe den Gegner durch gleichzeitiges Strek-
ken deiner Beine und Ziehen am A r m und am
Kopf vom Boden ab! Beachte den Zusatzpfeil
für die Streckrichtung der Beine!

4 So vereitelt Schwarz die Absicht von Rot:

A V Nimm Rechtsausfall ein, kämpfe in aufrechter A E Fessele mit deiner linken Hand das rechte
oder abgebeugter Kampfstellung, ringe in Halb- Handgelenk von Rot oder seinen Oberarm
distanz, oder ziehe den Gegner zu dir, und von innen. Gehe zurück oder rechts um ihn
gehe rückwärts! herum!

56
D 4 Ziehe den Gegner mit vollem Krafteinsatz am D 6 Halte den Gegner, wie bei D 2 begonnen, fest,
Arm und am Kopf nach links unter deiner und zwinge ihn so auf beide Schultern, oder
Brust durch! drücke ihm die Brücke ein (vgl. S. 26 und 27)!
D 5 Setze die Bewegung von D 4 fort! Der Gegner
darf nicht mit dem Kopf auf die Matte • I m Freien Ringkampf
gestaucht werden, sondern muß über den kannst du dieses Element ebenso durchführen.
Nacken auf beide Schultern abrollen. Je kräfti- Nach dem Reglement hast du die Möglichkeit, bei
ger du auch im Training ziehst, desto besser D 2 dein rechtes Bein vor das rechte Bein des Geg-
wirst du den Wurf ausführen. Kurz bevor der ners zu setzen und ihn über das Bein zu werfen.
Gegner die Matte berührt, mußt du dein rech- Setze das Bein dabei aktiv ein, und hebe es nach
tes Knie aufsetzen. oben!

Ü z u AV Ü z u AE
Übe die verschiedenen Grundstellungen, Grund- Übe das Fesseln des rechten Handgelenkes oder
bewegungen im Standkampf (vgl. S. 3 I bis 40) des rechten Oberarmes von innen aus der Bewe-
aus der Bewegung! gung! Dein Freund stellt den Gegner dar Er hat die
Aufgabe, sofort bei Kontakt KH zu ziehen. Wer ist
schneller?

57
KH

• So k a n n s t d u d e n A n g r e i f e r k o n t e r n : D 2 - F D 2 - K D 2 u n d D 5 - F D 5 - K D 5

KD 2 KD 5
Konter durch Herumlaufen nach rechts und W B Konter durch Übertragen (vgl. S. 28 Abb.
(vgl. S. 68 bis 69)

58
• So kannst du den Angriff weiterführen. kannst du auch von vornherein planen, wenn der
Gegner seinen Kopf nach vorn gesenkt hat. W i r
D 2 - W I nennen das Element »Armfallschwung«.
In der Position D 2 gelingt es dem Gegner seinen
Kopf aus der Umklammerung zu befreien. Du Ü Schwarz erhält die Aufgabe, seinen Kopf bei
kannst den Wurf trotzdem fortsetzen, indem du der Durchführung des KH zu befreien oder
mit deinem rechten Arm den rechten Oberarm mit nach vorn gesenktem Kopf die Vorausset-
des Gegners umklammerst und wie bei D 3 bis D 6 zungen V I bis V 5 zu erfüllen. Rot erhält die
weiterführst. Die Durchführung dieses Elementes Aufgabe, den Armfallschwung auszuführen.

So macht es Rot falsch:

FD 2
Dein Körper...
Deine Arme ...
Deine Füße ...
Das Gleichgewicht des Gegners...


FD 5
Dein rechter Arm ...
Die Zugrichtung ...
Deine Beine ...
Das rechte Bein von Schwarz ...


59
Aufgabe: Zeichne die richtige Bemstellung von Rot Aufgabe zu D 5: Zeichne die richtige Körperlage
nach (vgl. S. 57, D 5)! von Schwarz nach (vgl. D 5)!

• Korrigiere die Fehler und übe so:


D 2 und D 5
Schau dir die richtige Bewegung auf S. 56 an,
und lies die Beschreibung!
Ü I Übe den Rückschritt in die Standfläche des
Gegners (vgl. S. 35, Abb. I), und imitiere die
Bewegung des KH!
Ü 2 Übe die aktive GB beim Gegner (vgl. S. 56 D I
bis D 3)! Ein dritter Sportler hält dabei Schwarz
von hinten um die Hüfte gefaßt.
Kannst du so den Fehler von Rot erklären?
D2-FD2
Dein Oberkörper ist - zu aufrecht. Deine Arme
• ziehen den Gegner - nicht nach vorn zu dir. Deine
Füße stehen - außerhalb der Standfläche des Geg- D 5 Schau dir die richtige Bewegung auf S. 57 an,
ners. und lies die Beschreibung! Führe Ü I und Ü 2
wie oben durch!
D5-FD5 Ü I Schiebe wie beim Rückschritt dein Becken
Dein rechter Arm hat - den Nacken des Gegners weiter als bei D 2 durch!
nicht mit in die Fesselung eingeschlossen. Die Ü 2 Ein dritter Sportler steht links daneben, faßt
Zugrichtung ist - nach rechts. Deine Beine stehen - die linke Hand von Schwarz und hilft bei der
weit vom Gegner weg. Das rechte Bein von Schwarz Durchführung (führt in die richtige Bewe-
• steht - am Boden. gung).

60
W u r f nach vorn seitlich über die Schulter
m i t Doppelfassen eines A r m e s ( A D )

• Angriffsvoraussetzungen:
V I Ausfall: Ungleicher Ausfall im Beispiel Rot: Links
ausfall, Schwarz: Rechtsausfall
V 2 Körperhaltung: halbhoch
V 3 Distanz: Nahkampf
V 4 Bewegung des Gegners: nach vorn
V 5 Faßart: Oberarm von oben oder unten

• Erarbeitung der notwendigen Vorwärts-


bewegung des Gegners Armdrehschwung A D
E la
Nimm eine der zwei beschriebenen Faßarten ein!
E lb E lc

Setze deinen linken Fuß außen neben den rechteii Der Gegner schiebt nach vorn, um sein Gleichge-
Fuß des Gegners! Schiebe und drücke gleichzeiti,g wicht so wieder herzustellen (beachte den schwar-
den Gegner in Richtung des roten Pfeiles nach voni zen Pfeil).
unten! Dadurch wird sein Gleichgewicht nach hm
ten gestört.
• te Hüfte nach vorn (beachte den roten Pfeil),
* Durchführung:
D I Der rote Pfeil von Seite 61 zeigt dir, daß jetzt fasse gleichzeitig mit deiner rechten Hand den
alle für die erfolgreiche Durchführung notwen- rechten Oberarm des Gegenrs, und bringe
digen Voraussetzungen gegeben sind. Dein deine rechte Schulter mit nach vorn!
rechter Arm ist für die richtige Durchführung D 3 Führe die Drehung nach links fort, und setze
wichtig. Deshalb verbindet ein roter Pfeil die dein rechtes Bein in die Standfläche des Geg-
Positionen des Ellenbogens in allen sechs Pha- ners, drehe mit deiner rechten Schulter und
sen der Abbildung. dem Oberkörper unter dem rechten Ober-
D 2 Leite die Drehung deines Körpers nach links arm des Gegners hindurch! Dein Kopf unter-
von D I zu D 2 ein! Gehe mit deinem rechten stützt diese schnelle Bewegung, indem er -
Bein zwischen deinem linken und dem rechten wie bei der Wende beim Brustschwimmen -
Bein des Gegners hindurch, schiebe die rech- der Bewegung nach links vorausgeht.

4 So vereitelt Schwarz die Absicht von Rot:

A V Nimm Linksausfall ein, kämpfe in aufrech- A E Bei Beachtung der Hinweise zu AV ist diese
ter Kampfstellung, bewege dich rückwärts, Erarbeitung nicht möglich,
ziehe dabei den Gegner zu dir oder gehe
seitlich um den Gegner herum! Fessele
sein linkes Handgelenk!

62
- > >
D 4 Hebe den Gegner durch Strecken des ganzen D 6 Fessele den Gegner am Boden durch Arm-
Körprs (beachte den roten Zusatzpfeil), durch Brust-Fesselung, oder setze dein linkes Bein
Ziehen mit deinem rechten Arm und Heben nach vorn und gehe zur Arm-Kopf-Fesselung
mit deiner rechten Schulter vom Boden ab! (vgl. S. 27, Abb. 3) über und zwinge ihn so auf
D 5 Wirf ihn nach rechts auf die Matte! An dieser beide Schultern!
Bewegung ist, wie bei D 4, der ganze Körper
beteiligt. Beachte die Drehung von D 4 zu D 5 • I m Freien Ringkampf
nach rechts! kannst du dieses Element ebenso durchführen. Du
hast bei D 4 und D 5 zusätzlich die Möglichkeit, mit
dem linken Arm den rechten oder linken Ober-
schenkel des Gegners von innen zu fassen und so
weiter zu werfen.

U z u AV U z u AE
Stelle deinem Freund, der den Gegner darstellt, die Ziehe den Gegner bei E la mit deinem rechten
Aufgabe, sofort im Nahkampf A D zu ziehen. Ver- Arm nach oben, bevor es ihm gelingt, dich nach
hindere das, wie bei AV beschrieben! Führe die hinten-unten zu schieben!
Übung gegen unterschiedliche Partner aus (kleiner
und schwächer oder größer und stärker als du)!

63
W1

So kannst du den Angreifer kontern: D 2 - F D 2 - K D 2

Wenn Rot in der Position D 2 einen Fehler macht rechts, setze von a zu b dein rechtes und danach
(vgl. S. 65, FD 2), kann Schwarz einen Konter durch dein linkes Bein in Pfeilrichtung nach links um den
Vornherumlaufen und Runterreißer ausführen. Gegner herum, und reiße ihn zu Boden!
K D 2a und K D 2b K D 2c
Nutze den Fehler von Rot aus, und strecke deinen Fessele ihn am Boden, kämpfe sofort weiter!
rechten Arm (Handteller nach rechts-oben), schie-
be mit deiner linken Hand den Kopf des Gegners
unter deinem rechten Oberarm hindurch nach

KD 2

64
• So k a n n s t d u d e n A n g r i f f w e i t e r f ü h r e n : D 2 - W I

In der Position D 2 gelingt es dem Gegner sein Behalte die Armfesselung mit beiden Armen
rechtes Bein nach vorn zu setzen. bei, oder löse deinen rechten Arm und gehe zur
Führe den Angriff durch einen »Abreißer« wei- Arm-Kopf-Fesselung (vgl. S. 27, Abb. 2) über
ter! Ziehe den Gegner mit beiden Händen und Zwinge so den Gegner auf beide Schultern!
dem ganzen Körpergewicht nach unten-rechts!

FD2.1

So m a c h t R o t es falsch:

FD2.I
Das linke Bein ...
Das rechte Bein ...
Die Knie ...
Der Oberkörper...

>
FD2.2

F D 2.2
Beide Beine ...
Die rechte Hüfte ..
Der Oberkörper..
Der rechte Arm ..

>
65
Aufgabe: Zeichne bei D 3 die richtige Figur und bei • Korrigiere den Fehler und übe so:
D 2 das richtige rechte Bein rot nach (vgl. S. 62, D 2 D 2 Schau dir die richtige Bewegung auf Seite 62
u. D 3)! an, und lies die Beschreibung!
Ü I Übe dieTeilbewegungdes Eindrehens von D I
bis D 3 mit Partner
Ü 2 Übe die Teilbewegung des Eindrehens von D I
bis D 3 ohne Partner! Markiere die Fußstellung
von Schwarz durch zwei Schuhe!
Kannst du so den Fehler von Rot erklären? Ü 3 Übe den Bewegungsablauf von D I bis zum
D2-FD2.I Abheben des Gegners (zwischen D 3 und
Das linke Bein steht - weit vor dem rechten Bein des D 4, S. 62763!
Gegners. Das rechte Bein steht - vor dem rechten Ü 4 Übe den gesamten Bewegungsablauf des A D
Bein des Gegners. Die Knie sind - gestreckt. Der von D I bis D 6! Stelle deinem Freund, der
• Oberkörper wurde - noch vorn zum Gegner ge- den Gegner darstellt, die Aufgabe, KD 2 (S. 63)
bracht. durchzuführen.

D 2 - F D 2.1
Beid Füße stehen - weit von der Standfläche des
Gegners entfernt. Die rechte Hüfte ist - zu weit vom
Gegner entfernt. Der Oberkörper befindet sich - in
einer Rücklage. Der rechte Arm faßt - den Unter-
• arm des Gegners.

66
W u r f nach hinten über die Brust m i t
Umfassen des Rumpfes von vorn und
Einschließen des A r m e s ( W B )

• Abgriffsvoraussetzungen:
V I Ausfall: rechts
V 2 Körperhaltung: halbhoch bis aufrecht
V 3 Distanz: Nahkampf
V 4 Bewegung des Gegners: nach vorn
V 5 Faßart: Oberarm von unten - Oberarm von
oben oder Handgelenk
Wurf über die Brust W B

• A k t i v e G B des Gegeners nach vorn: E 2 Drücke den Oberkörper des Gegners nach >
E I Ziehe den Gegner mit deinem rechten Arm unten! Führe beim Aufrichten W B aus! Beach-
zu dir! te die Pfeile
D1 D2 D3

• Durchführung:

I Der rote Pfeil von Seite 67 zeigt dir daß jetzt D 2 Setze von D I zu D 2 auch deinen linken Fuß
alle für die erfolgreiche Durchführung not- in die Standfläche des Gegners, und umfasse
wendigen Voraussetzungen gegeben sind. Des- gleichzeitig mit beiden Armen den Oberkör-
halb verbinden die roten Pfeile die Positionen per des Gegners! Schließe seinen rechten Arm
beider Hände von D I bis D 3 und den linken in die Fesselung ein!
Ellenbogen in allen sechs Phasen der Abbil- D 3 Beginne jetzt die Wurfbewegung nach hinten-
dung! links! Hebe den Gegner durch kräftiges und
schnelles Vorschieben des Beckens und gleich-
zeitiges Strecken der Beine vom Boden ab!
Behalte die Fesselung des Oberkörpers des
Gegners bei!

4
So vereitelt Schwarz die Absicht von Rot:

A V Nimm den Linksausfall ein, kämpfe in aufrech- A E Fessele selbst des rechten Oberarm des Geg-
ter Kampfstellung, bewege dich rückwärts oder ners von innen oder sein rechtes Handgelenk!
seitlich um den Gegner herum! Lasse dich nicht nach unten drücken!

68
D 4 Wirf den Gegnernach hinten-links! Drehe dich auf beide Schultern! Paß auf, daß er dich nicht
dabei nach links zum Gegner und löse in die- überträgt (vgl. S. 28, Abb. 2 oder I )
ser Position während des Fallens die Fesselung
mit den Händen! • I m Freien Ringkampf
D 5 Drehe dich weiter nach links, und fasse mit dei- kannst du dieses Element ebenso durchführen. Der
nem linken Arm den rechten Oberarm des Gegner wird jedoch Beinhakeln versuchen, um zu
Gegners von oben! Wirf ihn so, daß er von kontern. Stelle deshalb von D I zu D 2 dein linkes
D 4 zu D 5 zuerst auf seine rechte Schulter Bein außen neben das rechte Bein des Gegners
fällt! (Überdrehe ihn nicht!) (Fuß gegen Fuß), und drücke während des Wurfes
D 6 Fessele den Gegner in der Brücke (Arm-Kopf- mit deinem linken Oberschenkel sein rechtes Bein
Fesselung oder Arm-Brust-Fesselung) von der nach innen (sperre es)!
Seite (vgl. S. 27 Abb. 2 oder I ), und zwinge ihn

Ü z u AV Ü z u AE
Dein Freund als Gegner soll dich von der Kampf- Führe die Aufgabe (AE, S. 68) gegen unterschiedli-
fläche drängen. Bewege dich seitwärts rechts oder che Partner aus! Versuche dabei immer die »Innen-
links um ihn herum, und vereitele so seine Absicht! bahn« (Arm des Gegners von innen-unten aufzie-
Beachte die Hinweise zu AV Seite 68. hen) zu erkämpfen.

69
W1

• 4
So kannst du den Angreifer kontern: E 2 b - F E 2 b - K E 2b

Wenn Rot in der Position E 2b Fehler macht (vgl. und wirf den Gegner durch Strecken der Beine,
S. 71, FE 2b), kann Schwarz einen Konter durch Vorbeugen des Rumpfes und kräftiges Ziehen an
»Schulterschwung« durchführen. seinem rechten Arm auf die Matte!
KE 2b (a,b) KE 2b(c)
Nutze die Fehler von Rot aus, und führe mit dei- Fessele den Gegner in der Brücke, und zwinge ihn
nem linken Bein Rückschritt (vgl. S. 35, Abb. I ) auf beide Schultern!
durch und setze deinen linken Fuß in die Stand- Beachte die schwarzen Pfeile! Sie helfen dir die
fläche des Gegners! Drehe gleichzeitig deinen Kör- richtige Bewegung der Konter zu erkennen.
per nach links, gehe leicht in die Hocke, schiebe
deine rechte Schulter unter seine rechte Achsel-
höhle, fasse mit beiden Händen seinen Oberarm,

KE2b

70
4
• So kannst du den K a m p f weiterführen: E 2 b - W I

Wla W lc
In der Position E 2b reagiert der Gegner nicht zwinge den Gegner auf beide Schultern oder in die
durch Schieben nach vorn, sondern bleibt mit dem Brücke! Verbessere die Fesselung durch Umfassen
KSP hinten (beachte den schwarzen Pfeil!). Führe des Rumpfes des Gegners in der Taille oder gehe
„Abreißer" aus! zur Arm-Brust-Fesselung (vgl. S. 27, .Abb. I ) über!
W lb
Schiebe den Gegner mit deinem ganzen Körper
(beachte den rotenPfeil) nach vorn-unten, spreize
dabei deine Arme und

FD 2

So macht es Rot falsch:


FD 2
Deine Füße ...
Deine Knie ...
Dein Oberkörper...
Deine Arme ...
Sein rechter Arm ...

FE 2 b •

FE 2b
Deine Bewegungsrichtung

4 !
Aufgabe: Zeichne bei D 2 den richtigen Angreifer * Korrigiere den Fehler, und übe so:
(vgl. S. 68, D 2) und bei E 2b die richtigen Pfeile (vgl.
S. 67, E 2b) rot nach! D 2 Schau dir die richtige Bewegung auf Seite 68
an, und lies die Beschreibung!
Ü I Übe die Teilbewegung Erarbeitung bis zum ln-
Kannst du so den Fehler von Rot erklären? die-Standfläche-des-Gegners-Treten-und-Ab-
D 2-FD 2 heben gegen kleinere, leichtere und schwere-
Deine Füße stehen - nicht in der Standfläche des re Partner!
Gegners. Deine Knie sind - gestreckt. Dein Ober- Ü 2 Übe nur das Abheben des Gegners! Beachte
körper ist - nach hinten gebeugt. Deine Arme das schnelle Vorschieben des Beckens!
umfassen den Oberkörper des Gegners - zu weit
oben. Sein rechter Arm ist - nicht mit in die Fesse-
lung eingeschlossen.

E 2 b - F E 2b FE 2b
Deine Bewegungsnchtung ist falsch - nach vorn- Ü I Übe die Teilbewegung des Hinunterdrückens
oben. Schau dir die richtige Bewegung auf S. 67 an, des Gegners (S. 67, E 2a und b)! Stelle deinem
^ l i e s die Beschreibung. Freund, der den Gegner darstellt, die Aufgabe
zu kontern (vgl. S. 70, KD 2)!
Ü 2 Übe den »Abreißer« (vgl. S.71 )

72
Griechisch-römischer Ringkampf- Bodenkampf
W ä l z e r zur abgewandten Seite m i t Fassen
des gleichnamigen A r m e s m i t der Ellen-
beuge und Vornherumlaufen ( H L )

• Angriffsvoraussetzungen:
V I Stellung des Gegners: Bank oder Bauchlage -
linker Arm seitlich aufgestützt
V 2 Stellung zum Gegner, auf der linken Seite in
Kniestellung oder seitlich links auf dem Gegner
Hammerlok H L
V 3 Bewegung des Gegners: nach links in die Bauch-
lage
V 4 Faßart: Handgelenk oder Oberarm von außen >
- Taille

• Erarbeitung seines linken A r m e s :


E la-c E2a-c
Fessele mit deinem linken Arm den linken Ober- Fessele den Gegner wie aus a ersichtlich, schiebe
arm des Gegners in der Ellenbeuge und ziehe ihn und ziehe ihn nach vorn-links in die Bauchlage, und
nach links in die Bauchlage! fasse mit deinem linken Arm wie bei E lc!
• Durchführung:
D I Der rote Pfeil unter der Abbildung zeigt dir, D I zeigt die Möglichkeit, mit deiner rechten
daß jetzt alle für die erfolgreiche Durchführung Hand das rechte Handgelenk des Gegners zu
notwendigen Voraussetzungen gegeben sind. fesseln.
Dein linker Ellenbogen und dein linker Fuß D 2 zeigt eine andere Variante: Das Heranzie-
sind für die richtige Ausführung der Bewegung hen des Kopfes des Gegners.
wichtig. W i r verbinden ihre Positionen in allen In beiden Fällen kannst du die Durchführung
sechs Phasen der Abbildung durch rote Pfeile. bis zum Lösen der rechten Hand (D 4) fort-
D I und D 2 Beginne von E I c oder E 2c zu D I setzen.
und D 2 die Durchführung, und setze dein D 3 Setze dein rechtes Bein nach vorn und schie-
rechtes Bein unter deinem linken Bein hin- be gleichzeitig den gefesselten linken A r m des
durch nach vorn auf die Matte! Belaste gleich- Gegners vorn herum in Richtung des roten
zeitig den Gegner mit deinem Oberkörper! Zusatzpfeiles!

So vereitelt Schwarz die Absicht von Rot:

A V Setze in der Bank oder Bauchlage deinen lin- A E Verhindere die Fesselung deines linken Armes!
ken Arm nicht gestreckt seitlich auf die Matte, Strecke ihn nach vorn, bevor der Gegner faßt!
sondern beuge ihn oder stelle ihn nach vorn
(vgl. S. 42, Abb. 4)! Lasse dich nicht in die
Bauchlage schieben!

74
D 4 Setze die Bewegung von D 3 fort, löse deine • I m Freien Ringkampf

rechte Hand vom Kopf oder Handgelenk des kannst du dieses Element ebenso durchführen. Bei
Gegners, und beginne das Umlaufen zum Kopf E I (S. 73) kannst du mit deiner rechten Hand den
über seine Brust! Belaste ihn dabei mit deinem rechten Oberschenkel des Gegners fassen und
ganzen Körper, und drücke seine linke Schulter nach oben ziehen oder durch Wegschieben seines
nach unten! Dein linkes Bein geht von D 3 zu linken Beines mit deinem linken Knie den Gegner
D 4 weiter nach vorn! besser in die Bauchlage bringen.
D 5 und D 6 Behalte die Fesselung mit deinem lin-
ken Arm bei, fasse mit deiner rechten Hand
seinen Kopf von hinten, und zwinge ihn (wie
auf Seite 27, Abb. 3) auf beide Schultern! Sei
auf der Hut vor einem Konter des Unterman-
nes (vgl. S 28, Abb. 3)!

U z u AV U z u AE
Übe die richtigen Grundstellungen und Grundbe- Stelle deinem Freund die Aufgabe, deinen linken
wegungen in der Bankstellung (vgl. S. 42 und 44). Arm zu fesseln! Übe die bei AE beschriebene
Lasse deinen linken Arm fesseln, und versuche, in Bewegung! Wer ist schneller?
der Bank zu bleiben.

75
So kannst du den Angreifer kontern: D l - F D l-KDI

Wenn Rot in der Position D I Fehler macht (vgl. KD lb


S. 77, FD I ), kann Schwarz einen Konter durch Ziehe dem Gegner mit deinem rechten Arm, und
»Abklemmen« durchführen. schiebe ihn gleichzeitig mit deinem linken Arm nach
KD la links-hinten in Richtung der schwarzen Zusatzpfei-
Richte deinen Oberkörper weiter auf! Fessele mit le! Stütze dich dabei mit deinem rechten Ellenbo-
deinem rechten Arm den rechten Arm des Geg- gen auf der Matte ab!
ners über seinem Ellenbogen und sein Handgelenk! KD lc
Drehe dich weiter zum Gegner und zwinge ihn auf
beide Schultern!
* So kannst du den Angriff weiterführen: D l - W D I

W la W lc
Gehe von Position D I (S. 74) mit gleicher Fesse- Laufe von b zu c weiter rechts um den Gegner her-
lung des Armes nach rechts über den Gegner zu um, ziehe seinen Kopf nach links, fessele ihn in der
W la! Brücke, und zwinge ihn auf beide Schultern (vgl.
W lb S. 27, Abb. 3)!
Laufe von a zu b mit beiden Beinen weiter nach
rechts um den Gegner herum, strecke deinen lin
ken Arm nach unten durch und fasse mit deine
rechten Hand sein Kinn!

FE 1b

So macht es Rot falsch:

FE lb
Dein linker Arm ...
Dem linkes Bein ...
Dein rechter Arm ...

4 •
FD1

FD I
Dein linkes Bein ...
Der Oberkörper von Schwarz ...
Dein rechter Arm ...

H 77

E 1b

Aufgabe: Zeichne bei E I b (vgl. S. 73 E I b) die rich- • Korrigiere die Fehler und übe so:
tige Fesselung mit deinem linken Arm und die rich- E I b Schau dir die richtige Bewegung auf Seite 73
tige Stellung deines linken Beines rot nach! Zeichne an, und lies die Bechreibung.
bei D I (vgl. S. 74, D I ) die richtige Haltung beider Ü Übe, den linken Arm unbedingt am Oberarm
Sportler rot oder schwarz voll nach! zu fesseln, und vermeide Regelwidrigkeiten!
Setz dabei dein linkes Knie außen neben das
Kannst du so die Fehler von Rot erklären? linke Knie des Gegners, und fasse mit deiner
E I b - F E lb rechten Hand zu seiner Taille!
Dein linker Arm hat - den linken Unterarm des Geg-

• ners gefesselt (das ist regelwidrig!)


Dein linkes Bein steht - vorn neben dem Kopf des
Gegners. Dein rechter Arm faßt - den Gegner an
der rechten Schulter.

D I Schau dir die richtige Bewegung auf S. 74 an,


und lies die Beschreibung!
Ü Fessele den linken Arm. Stelle dem Gegner die
D I -FD I Aufgabe, nicht in die Bauchlage zu gehen und
Dein linkes Bein steht - vorn auf der Matte. Der zu kontern (vgl. S. 76, KD I)! Versuche, ihn

• Oberkörper von Schwarz ist - aufrecht. Dein rech-


ter A r m ist - vom Gegner gefesselt.
selbst in die Bauchlage zu bringen! Wer erfüllt
die Aufgabe?

78
W ä l z e r zur rechten Seite über die Brücke
m i t Umfassen des Rumpfes und Einschluß
eines A r m e s ( R O )

• Angriffsvoraussetzungen:
V I Stellung des Gegners: offene Bank oder in der
Bauchlage Taille nicht »gedeckt«
V 2 Stellung zum Gegner, rechts oder links neben
dem Gegner
V 3 Bewegung des Gegners: nach links-vom
V 4 Faßart: Doppelfassen des Rumpfes vom Rük-
ken aus, mit oder ohne Fesseln eines Armes.
Rolle RO

• Erarbeiten des Rumpfes und Fesseln des seinen linken Arm ein! Schiebe gleichzeitig dein lin-
linken A r m e s : kes Knie vor den linken Oberschenkel des Gegners!
E la Die roten Pfeile verbinden beide Hände und das
Nimm in der Bank Grundstellung seitlich rechts linke Knie des Obermannes.
hinter dem Gegner ein (vgl. S. 41, 42)! Weitere Möglichkeiten:
E lb 1. Verbinde den Standkampf mit dem Boden-
Fasse von a nach b mit deinem rechten Arm den kampf, und führe den RR zur RO weiter (vgl.
Rumpf des Gegners von unten um die Taille! S. 52 und 53 W 2 und Blätterkino S. I 37 bis 140)!
E lc 2. Verbinde den Standkampf mit dem Boden-
Gehe mit deinem ganzen Körper nach links, fasse kampf, und führe beim HL nach rechts zur RO
mit beiden Händen zusammen, und schließe dabei weiter (vgl. S. 73, E I und E 2a)!
• a _
• Durchführung:
D I Der rote Pfeil von Seite 79 zeigt dir, daß jetzt D 2 Setze deinen rechten Fuß auf die Matte, ziehe
alle für die erfolgreiche Durchführung not- den Gegner weiter nach rechts, und schiebe
wendigen Voraussetzungen gegeben sind. Die ihn nach vorn!
Positionen deines rechten Ellenbogens und D 3 Ziehe den Gegner mit deinem rechten Arm
deines rechten Fußes werden in allen sechs weiter nach rechts-vom, gehe dabei in die
Phasen der Abbildung durch rote Pfeile mit- Brücke, und schiebe ihn mit deiner Brust nach
einander verbunden. So kannst du die Bewe- vorn auf seinen Kopf!
gung gut verfolgen.
Drehe dich von E I c zu D I weiter nach links,
und schiebe den Gegner nach vorn auf seine
linke Schulter!

4 So vereitelt Schwarz die Absicht von Rot:

A V Nimm eine flache Bank ein, und decke deine A E Lasse den Gegner nicht fassen, verlagere dich
Taille und deinen Oberkörper mit deinen nach rechts, und setze deinen linken Fuß als
Armen ab (vgl. Grundstellungen und Grund- Stütze auf die Matte!
bewegungen am Boden, Untermann S. 41 bis
44)!

80
D4

- > >

D 4 Behalte die Fesselung mit deinen Armen bei, • I m Freien Ringkampf


und setze die Bewegung weiter nach links fort! kannst du diese Element ebenso durchführen. Beim
D 5 Drehe dich nach links in die Bauchlage, setze »Aufreißer« (vgl. S. 82 bis S. 83, W I ) kannst du mit
dabei deine Beine nach links! deinem rechten Fußrist den linken Knöchel des
D 6 In der Bauchlage auf dem Rücken des Gegners Gegners von außen hakein und so mit deinem
ist dieses Element beendet, und du hast eine rechten Bein sein linkes Bein von b zu c nach vorn-
Wertung 2 erkämpft. oben heben. Deine linke Hand schiebt dabei seinen
linken Oberarm nach rechts-vorn.

U z u AV Ü z u AE
Nimm die bei AV beschriebene Bank ein! Stelle dei- Nimm die bei AV beschriebene Stellung ein, und
nem Freund die Aufgabe, aus dieser Position die verlagere dich wie bei AE! Stelle deinem Freund die
Übung wie auf Seite 7 oben durchzuführen! Wenn Aufgabe, dich seitlich aus dem Gleichgewicht zu
er dich abgehoben hat, soll er wie bei E c (S. 79) bringen und zur Rolle zusammenzufassen!
zusammenfassen!

81
So kannst du den Angreifer kontern: c) Laufe nach rechts an den Gegner heran!
E I c - F I c - K E lc ( A r m w e n d e )
RO a) Hebe dein rechtes Knie an! D I - F D I - K D I (Übersteigen)
b ) Setze dein linkes Bein nach links neben dein a) und b) Nutze die Fehler von Rot aus, und stei-
rechtes Bein, und drücke mit deinem rechten A r m ge mit deinem linken Bein über ihn hinweg!
den Gegner in seiner rechten Achselhöhle nach c) Fessele ihn so oder wie auf Seite 27, Abbildung
vorn! I und 2!
KE1C


r\u < •

t
82
4
• So kannst du den Angriff weiterführen: D l - W I

W la W lc
In der Position D I gelingt es dem Gegner seinen Fessele den Gegner so, oder fasse mit deinem
Oberkörper nach vorn zu verlagern (oder in der rechten Arm zu seinem rechten Oberarm um!
gleichen Position befindet sich der Mattenrand links Drehe dich dabei weiter nach rechts, ziehe die
neben dir). In beiden Fällen kannst du »Aufreißer« Arme des Gegners zusammen, und zwinge ihn so
durchführen: auf beide Schultern!
W lb
Schiebe den Gegner nach vorn, setze dein rechtes
Bein nach links (beachte die roten Zusatzpfeile),
und drehe dich dabei nach links!

FE1c

So m a c h t es Rot falsch:
FE lc

Deine linke Hand ...


Dein linkes Knie ...

4 >

FD1

FD I
Dein rechter Arm ...
Deine Beine ...
Das linke Bein von Schwarz ...
Die linke Schulter von Schwarz

•i 83
>
E1c

Aufgabe: Zeichne bei E lc (vgl. S. 79, E I c) den rich- • Korrigiere die Fehler und übe so:
tigen linken Arm und bei D 2 (vgl. S. 80, D 2) das E lc
RO richtige rechte Bein des Angreifers rot nach! Schau dir die richtige Bewegung auf Seite 79 an,
und lies die Beschreibung!
Ü I Übe die Gesamtbewegung als Variante, ohne
den linken Arm des Gegners einzuschließen.
Ü 2 Stelle deinem Freund die Aufgabe, die »Arm-
wende« (vgl. S. 82, KE I c) durchzuführen. Wer
ist schneller?

D I Schau dir die richtige Bewegung auf Seite 80


an, und lies die Bechreibung.
Ü I Übe die Teilbewegung von E la bis D I, und
Kannst du so den Fehler von Rot erklären? achte besonders auf den Einsatz deines rech-
E I c - F E lc ten Armes.
Deine linke Hand faßt - das linke Handgelenk des Ü 2 Übe den »Aufreißer« (vgl. S. 82 bis 83)

• Gegners. Dein linkes Bein steht - links neben dem


linken Knie des Gegners.
Ü 3 Kräftige deine Armmuskeln durch Klimmzie-
hen (vgl. S. I4) oder Kampfformen (vgl. S. 5,
7 oben, 9 unten, I I oben).
D I-FD I
Dein rechter Arm hat - nicht den Oberkörper des
Gegners umfaßt. Deine Beine sind in dieser Position
- zu weit unter dem Gegner. Das linke Bein von
Schwarz ist über deinem Körper. Die linke Schulter
von Schwarz ist - unter der linken Achselhöhle des

• Gegners (nicht auf der Matte).

84
Freier R i n g k a m p f - Standkampf

Runterreißer nach hinten seitlich m i t Fas-


sen des Nackens und des Knöchels ( K G )

• Angriffsvoraussetzungen:
V I Ausfall: gleicher Ausfall
V 2 Körperhaltung: Oberkörper des Gegners abge-
beugt
V 3 Distanz: Nahkampf
Köchelgriff KG
V 4 Bewegung des Gegners: nach hinten
V 5 Faßart: Handgelenk - Nacken oder Oberarm
- Nacken

• Erarbeitung der notwendigen Körper- nach unten hängen, um Angriffe des Gegners
haltung des Gegners, Belastung seines abblocken zu können.
Oberkörpers: E lb
Sehr wichtig für die erfolgreiche Durchführung die- Drücke nun mit deiner linken Hand, hinter der die
ses Elementes ist die abgebeugte Haltung des Kraft des ganzen Körpers liegen muß, den Kopf und
Oberkörpers des Gegners . Bei einem so ringen- damit den Oberkörper des Gegners nach unten!
den Gegner kannst du direkt E I anwenden. Wenn der Gegner aufrecht oder in halbhoher Kör-
E la perhaltung kämpft, kannst du ihn durch mehrere
Stelle dich im gleichen Ausfall (im Beispiel Linksaus- Beinangriffe hintereinander (DB S. 103 bis 108)
fall) zum Gegner! Fasse mit deiner rechten Hand dazu bringen, die für E la notwendige Körperhal-
sein linkes Handgelenk von außen (auch Oberarm tung einzunehmen.
von unten möglich) und mit deiner linken Hand
seinen Nacken! Dein linker Ellenbogen muß dabei

85
V
D1 D2 D3

• • Durchführung: D 2 Ziehe mit deiner rechten Hand das linke Bein


des Gegners an seiner Ferse zu dir! Die
D I Der rote Pfeil von Seite 85 zeigt dir daß jetzt Zugrichtung wird bis D 6 nach rechts - außen
alle für die erfolgreiche Durchführung not- an deiner rechten Hüfte vorbei - fortgesetzt.
wendigen Voraussetzungen gegeben sind. Dei- Belaste den Körper des Gegners am Nacken
ne beiden Hände sind für die richtige Aus- wie bei D I !
führung besonders wichtig. Deshalb verbinden D 3 Ziehe sein linkes Bein weiter zu dir nach oben,
die roten Pfeile ihre Positionen in allen Phasen und leite das Runterreißen des Gegners nach
der Abbildung. rechts-unten durch Drücken mit deiner linken
Fasse von E I b zu D I mit deiner rechten Hand an seinem Kopf und Ziehen seiner Fer-
Hand die linke Ferse des Gegners von außen! se in Richtung der Zusatzpfeile wie in der
Behalte den Druck nach unten mit deiner lin- Abbildung ein!
ken Hand in seinem Nacken bei!

i So vereitelt Schwarz die Absicht von Rot:

A V Nimm ungleichen Ausfall (im Beispiel Rechts- A E Lasse diese Faßart nicht zu, sondern fessele
ausfall) ein, kämpfe in halbhoher oder auf- und bewege den Gegner selbst.
rechter Körperhaltung in der Halbdistanz,
bewege dich nach vorn zum Gegner oder
seitlich um ihn herum

86
D 4 Ziehe sein linkes Bein weiter nach oben, und linken Hand an seinem Kopf lösen und sie als
drücke seinen Kopf nach rechts-unten! Setze Stütze nach links auf die Matte setzen!
dabei dein linkes Knie auf die Matte! Achte weiterhin darauf, daß das Gewicht dei-
D 5 Führe das Runterreißen des Gegners, wie bei nes Körpers auf der linken Seite des Gegners
D 4 beschrieben, weiter fort, setze dein rech- bleibt! So verhinderst du das Übertragen -
tes Bein rechts zur Stütze auf die Matte, und eine Möglichkeit des Konterns des Gegners
belaste den Gegner mit dem ganzen Körper! nach seiner rechten Seite.
D 6 Belaste den Gegner mit deinem ganzen Kör-
per - Brust auf Brust - und zwinge ihn so auf * I m Griechisch-römischen Ringkampf
beide Schultern! ist das Fassen der Beine und damit die Durch-
Wenn sich der Gegner in der letzten Phase führung dieses Elementes verboten.
der Durchführung (D 4 zu D 5) nach rechts
abdrehen will, mußt du die Fesselung deiner

Ü z u AV Ü z u AE
Übe, wie bei AV beschrieben, den Ausfall, die Kör- Übe, aus der Distanz oder Halbdistanz in den Nah-
perhaltung und die Bewegungen! kampf zu gehen, und fessele sofort das rechte
Handgelenk oder den rechten Oberarm des Geg-
ners von unten! Bewege ihn, und führe selbst Ele-
mente durch! Bei dieser Faßart kannst du auch
Linksausfall einnehmen.

87
* So kannst du den Angreifer kontern: D I - F D I - K D I

Wenn Rot in der Position D I Fehler macht (vgl. - nach vorn zum Gegner schieben,
S. 89, FD I ), kann Schwarz einen Konter durch eine - mit deiner linken Hand seinen rechten Oberarm
Variante des Kopfhüftschwunges (vgl. S. 55 bis 60) nach links-hinten ziehen und
KG durchführen. - mit deiner rechten Hand seinen Kopf und damit
KD la Oberkörper nach links-unten schieben
Schiebe zum Gegner und fasse mit deiner linken KD lc
Hand seinen rechten Oberarm von außen! Fessele den Gegner in der Brücke durch Arm-
KD lb Kopf-Fesselung von der Seite, und zwinge ihn auf
Setze dein linkes Bein zurück, und überschiebe den beide Schultern (vgl. S. 26 und 27, Abb. 2)!
Gegnernach vorn-links. Dabei mußt du gleichzeitig:
• So kannst du den Angriff weiterführen: E I b - W I

In der Position E I gelingt es dem Gegner sein lin- deiner rechten Hand nach rechts-oben! Beachte
kes Bein nach hinten zu setzen. Führe den Angriff die roten Pfeile!
durch eine Variante des Knöchelgriffs weiter: W lb
W la Löse deine rechte Hand von seiner Ferse, und gehe
Fasse mit deiner rechten Hand seine rechte Ferse von b zu c zur Arm-Kopf-Fesselung von der Seite
von innen, behalte die Fesselung seines Nackens über!
mit deiner linken Hand bei! Ziehe den Gegner von W lc
a zu b mit deiner linken Hand am Nacken nach Zwinge den Gegner auf beide Schultern!
links, und hebe sein rechtes Bein an der Ferse mit

FE 1 b

So macht es Rot falsch!


FE l b
Die Körperhaltung von Schwarz
Deine rechte Hand ...
Deine linke Hand ...

>

FD1

FD I
Die Bewegungsrichtung von Schwarz
Die linke Hand von Schwarz...
Deine rechte Hand ...

i Pfl
>
Aufgabe: Zeichne bei E I b die richtige Figur von • Korrigiere die Fehler und übe so:
Schwarz nach (vgl. S. 85). Zeichne bei D I den Pfeil, E lb
der die richtige Bewegung von Rot und Schwarz Schau dir die richtige Bewegung auf Seite 85 an,
angibt, mit rotem und schwarzem Stift nach (vgl. und lies die Beschreibung!
S. 86)! Ü I Übe das kräftige Hinunterdrücken seines Kop-
fes mit deiner linken Hand, und schiebe dabei
gleichzeitig mit deiner rechten Hand sein linkes
Bein an der Ferse nach links! Das ist eine wei-
tere Variante des KG.
Kannst du den Fehler von Rot erklären?
E I b - F E lb D I Schau dir die richtige Bewegung auf Seite 86
Die Körperhaltung von Schwarz ist - halbhoch. an, und lies die Beschreibung!
Deine rechte Hand zieht den Gegner - nicht nach Ü I Übe das kräftige Hinunterdrücken seines Kop-
• unten. Deine linke Hand faßt den Gegner - in der fes mit deiner linken Hand! Wenn der Gegner
Kniekehle. dabei auf die Knie geht, kannst du Runter-
reißer am Kopf mit anschließendem Herum-
laufen (vgl. S. 106, KD 2) durchführen.

D I - FD I
Die Bewegungsrichtung von Schwarz ist - nach
vorn. Die linke Hand von Schwarz fesselt - deinen
rechten Oberarm. Deine rechte Hand hat - nicht die
• Ferse des Gegners gefaßt.

90
Runterreißer nach hinten m i t Doppel-
fassen eines A r m e s und Einsteigen a m
gleichnamigen Bein von innen (ES)

• Angriffsvoraussetzungen:
V I Ausfall: gleicher Ausfall
V 2 Körperhaltung: halbhoch
V 3 Distanz: Nah kämpf
V 4 Bewegung des Gegners: nach hinten
V 5 Faßart: Handgelenk oder Oberarm - Nacken

Einsteiger im Stand ES
• Erarbeitung der notwendigen G B beim
Gegner:
E l a und E 2a
Zwei Ausgangsstellungen möglich.
E2b
Ziehen seines linken Armes nach oben!

E lb E Icund E2c
Durch Ziehen mit deiner linken Hand in Pfeilrich- Schwarz hat sein linkes Bein vorn und bewegt sich
tung nach rechts nach hinten!

91
D 1 D 2

• Durchführung D 2 Gehe von D I zu D 2 mit deinem linken Bein


) I Der rote Pfeil von Seite 9 I zeigt, daß jetzt alle nach vorn, und häkle das linke Bein des Geg-
notwendigen Voraussetzungen gegeben sind. ners von innen in seiner Kniekehle! Der rote
Dein linker Arm und dem linkes Bein sind für Kreis zeigt dieses wichtige Detail (Kniekehle in
die Ausführung wichtig. Der rote Pfeil verbin- Kniekehle). Schiebe gleichzeitig den Gegner
det ihre Positionen in allen sechs Phasen der mit deinem linken Oberarm nach vorn!
Abbildung. D 3 Hebe dein linkes Bein und damit das linke Bein
Das Element wird aus der ersten Variante der des Gegners nach hinten-oben, und drücke
Erarbeitung Seite 9 I, E I a bis c dargestellt. Für den Gegner mit deinem linken Oberarm nach
E 2 gelten die gleichen Schwerpunkte. Beach- rechts-unten! Ziehe mit deiner rechten Hand
te den schwarzen Pfeil in der Abbildung, der sein linkes Handgelenk nach rechts-oben! Be-
die Rückwärtsbewegung des Gegners anzeigt! achte die roten Zusatzpfeile.

4 So vereitelt Schwarz die Absicht von Rot:


A-
A V Nimm ungleichen Ausfall (im Beispiel: A E Bewege den Gegner selbst! Behalte stabiles
Linksausfall) ein, ringe in aufrechter Kampf- Gleichgewicht!
stellung, bewege dich nach vorn oder
seitlich um den Gegner herum, fessele
selbst sein rechtes Handgelenk!

92
D 4 Führe von D 3 zu D 4 eine Vierteldrehung Dazu hast du zwei Möglichkeiten:
nach rechts aus, ziehe seinen linken Arm wei- - Bremse von D 4 zu D 5 die Abwärtsbewe-
ter nach rechts-oben, hebe sein linkes Bein gung deines Oberkörpers ab! Löse während
nach hinten-oben, und drücke seine linke des Fallens deine linke Hand, und schiebe sei-
Schulter nach unten! nen Kopf mit dem linken Arm nach rechts-
D 5 Halte den Gegner mit deinem linken Arm fest, unten!
häkle sein Bein nach oben, und stütze dich mit - Gehe aus der Fesselung der Position D 5 zu
der rechten Hand auf der Matte ab. D 6 über!
D 6 Die ideale Vollendung des ES ist die Endphase
des Verkehrten Einsteigers (vgl. S. I I I, D 6). * I m Griechisch-römischen Ringkampf
So kannst du den Gegner am sichersten auf ist das Hakein der Beine verboten. Ein ähnliches
beide Schultern zwingen! Element ist der Abreißer am Arm (vgl. S. 65, W I ).

U z u AV U z u AE
Übe, aus der Distanz und Halbdistanz in den Nah- Wiederhole die Übungen zu Grundstellungen und
kampf zu gehen! Beachte dabei die Hinweise von Grundbewegungen im Standkampf (vgl. S. 39)
Seite 92, AV!

93
So kannst du den Angreifer kontern: D 2 - F D 2 - K D 2

K D 2a, b und c
Wenn Rot in der Position D 2 Fehler macht (vgl. Nutze die Fehler von Rot aus, und häkle mit dei-
S. 95, FD 2), kann Schwarz einen Konter durch das nem linken Bein sein linkes Bein von innen! Führe
gleiche Element ES durchführen. die Konter weiter wie auf Seite 93 unter D 5 und
D 6 beschrieben! W i r zeigen dir die unter D 6,
S. 93 beschriebene Variante, um zum Verkehrten
Einsteiger zu kommen.

94
* So kannst du den Angriff weiterführen: Knie, nach links, in Pfeilrichtung auf die Matte! Fes-
D I - WD I sele ihn am Boden, und versuche, einen Schulter-
W la sieg zu erreichen!
Schwarz zieht in Position D I sein linkes Bein Eine andere Möglichkeit aus Position W I b:
zurück. Ziehe den Oberkörper des Gegners mit deinem
W lb linken Arm nach unten, fasse mit deiner rechten
Setze dein linkes Bein in Richtung der roten Pfeile Hand seine rechte Ferse von innen, und wirf ihn
hinter sein rechtes Bein! nach links über deinen linken Oberschenkel auf die
W lc Matte!
Wirf den Gegner durch Heben am Arm nach links-
oben und gleichzeitiges Schieben mit deinem linken

So m a c h t es Rot falsch:
FD I
Dein Knie ...
Deine rechte Hand ...
Schwarz bewegt sich ...

FD 2

FD 2
Dein linkes Bein ...
Deine linke Schulter...
Schwarz bewegt sich ...


95
D2

Aufgabe: Zeichne bei D I den richtigen roten und • Korrigiere den Fehler und übe so:
schwarzen Pfeil nach! D I Schau dir die richtige Bewegung auf Seite 92
Zeichne bei D 2 die richtige Haltung des Unter- an, und lies die Beschreibung!
schenkels rot nach (vgl. S. 92, D l/D 2)! Ü I Übe die richtige Schrittfolge (vgl. S. 3 I und 39)
ohne Partner!
Ü 2 Wiederhole Ü I mit deinem Freund! Sage ihm,
welche Fehler er macht, und bitte ihn um Rat!
Ü 3 Übe, aus der Distanz oder Halbdistanz in den
Nahkampf zu gehen und das linke Handgelenk
Kannst du so den Fehler von Rot erklären? des Gegners oder seinen linken Oberarm von
D I -FD I unten zu fesseln!

• Deine Knie sind - gestreckt. Deine rechte Hand ist


- vom Gegner gefesselt. Schwarz bewegt sich - nach
vorn.

D 2 Schau dir die richtige Bewegung auf Seite 92


D2-FD2 an, und lies die Beschreibung!
Dein linkes Bein ist - zu weit vorn. Deine linke Ü I Dein Freund stellt den Gegner dar und erhält
Schulter ist - zu weit hinten. Schwarz bewegt sich - die Aufgabe, ebenfalls ES (vgl. Konter KD 2,
nach vorn-unten. Durch diese drei Fehler ist dein S. 94) durchzuführen! Wer macht es richtig, ist
KSP - zu weit hinten. schneller?

96
W u r f zur Seite über die Schulter m i t
Fassen des ungleichnamigen O b e r a r m s
und des gleichnamigen Oberschenkels
von innen ( A W )

• Angriffsvoraussetzungen:
V I Ausfall: Alle Varianten (im Beispiel ungleich)
V 2 Körperhaltung: halbhoch
V 3 Distanz: Nahkampf
V 4 Bewegung des Gegners: nach vorn
V 5 Faßart: Oberarm oder Achsel von außen-oben Achselwurf A W
- Handgelenk oder Oberarm von unten
>
• Erarbeitung des linken A r m e s des E2a-b
Gegners: Täusche von a zu b den Angriff eines Beines vor!
E la-c Fasse mit deiner rechten Hand von seiner linken
Fessele seinen linken Arm (s. Abb.)! Achsel zu seinem linken Oberarm, und fessele ihn
von außen!

4
E2

Q
97
• Durchführung:
D I Der rote Pfeil von Seite 97 zeigt, daß jetzt alle zeitig mit deinem linken Arm in Richtung der
notwendigen Voraussetzungen gegeben sind. Zusatzpfeile!
Für die richtige Durchführung sind deine D 2 Setze die Bewegung (D I ) nach rechts fort!
Arme und Knie wichtig. Deshalb sind die Posi- Dein Oberkörper muß nach rechts geneigt
tionen des linken Knies, der linken Hand und sein. Dein Rücken ist dabei wie der Nullpunkt
des rechten Ellenbogens in allen sechs Phasen einer alten Krämerwaage: Auf der rechten Sei-
der Abbildung durch rote Pfeile verbunden, te zieht dein rechter Arm nach unten-rechts,
Gehe von E I c oder E 2b mit beiden Knien in und auf der linken Seite hebt dein linker Arm
die Standfläche des Gegners, und fasse mit den Gegner nach oben-links.
deinem linken Arm zwischen seinen Beinen D 3 Führe diese Bewegung nach rechts weiter!
hindurch zum Gesäß! Ziehe den Gegner jetzt Dein linkes Bein beginnt bereits mit der
mit deiner rechten Hand, und hebe ihn gleich- Schrittbewegung nach vom-rechts.

i So vereitelt Schwarz die Absichten von Rot:


A
A V Kämpfe in aufrechter oder gebeugter Körper- A E Verhindere die Faßart!
haltung in der Halbdistanz oder Distanz, be-
wege dich nach hinten o d e r - im Beispiel links
um den Gegner herum!

98
D 4 und D 5 Wirf den Gegner im Winkel von 45° seiung oder Arm-Brustfesselung über, und
zu deiner Schulterachse nach rechts-vom auf zwinge den Gegner auf beide Schultern (s. S.
die Matte. Löse dabei den linken Arm. Dein 27, Abb. I und 2)!
Kopf muß frei sein. Führe gleichzeitig mit dei-
nem linken Bein einen Schritt nach vorn durch! • I m Griechisch-römischen Ringkampf
ist das Fassen der Beine verboten. Du kannst dieses
D 6 Setze von D 5 zu D 6 dein rechtes Bein zurück Element jedoch durchführen, wenn du bei D I dei-
auf die Matte! Führe mit deinem Körper die nen linken Arm am Körper läßt und die Bewegung,
halbe Drehung nach rechts auf den Gegner wie beschrieben, ausführst, ohne daß du mit dei-
aus! Setze dabei dein rechtes Bein, wie in nem linken Arm zwischen seinen Beinen hindurch
Abbildung D 6 ersichtlich, zurück auf die Mat- zu seinem Gesäß faßt. Setze bei der Durchführung
te! Gehe mit deinen Armen zur Arm-Kopffes- deine linke Schulter kräftig nach oben-rechts ein!

Ü z u AV Ü z u AE
Übe den Wechsel von Nahkampf, Halbdistanz und Fasse mit deiner linken Hand sein rechtes Handge-
Distanz. Lies dazu die Hinweise auf S. 36 bis 39! lenk! Damit ist die Durchführung auf deiner linken
Übe, wenn du die Absicht des Gegners erkennst, Seite unmöglich.
keinen Gegendruck zu geben, sondern dich links
um den Gegner herum oder rückwärts zu bewe-
gen!

99
r-
So kannst du den Angreifer kontern:
4
D I - F D I - K D I D2-FD 2-KD 2
Nutze die Fehler von Rot, und kontere durch Ver- Nutze die Fehler von Rot, und kontere durch
kehrten Hüftschwung! Achte auf die Fesselung an »Überlaufen des Gegners und Einsteiger« (vgl.
seinem Kinn und den Einsatz deines linken Beines! S. I 17)!

AW

100
• So kannst du den Angriff weiterführen:

D I - W la W lb
Schwarz zieht in der Position D I seinen linken Fasse mit deiner rechten Hand den linken Ober-
Arm aus deiner Fesselung nach oben heraus. schenkel des Gegners und mit deiner linken Hand
Variante: Du führst den Angriff wie zum A W aus seinen rechten Oberschenkel von außen! Schließe
der Fesselung des linken Armes des Gegners mit deine Hände dicht unter seinem Gesäß, und führe
deinem rechten Arm von unten durch. die Bewegung weiter wie bei DB (vgl. S. 104, 105
D I bis D 6).

So macht Rot es falsch!

FD I
Dein rechtes Knie ...
Deine Bewegungsrichtung ...
Deine Körperachse ...
Das linke Bein von Schwarz

_J* >

FD 2
Deine Füße ...
Deine Körperachse ...
Das rechte Bein von Schwarz .
Der rechte Arm von Schwarz

4 101
>
Aufgabe: Zeichne bei D I (vgl. S. 98 die Pfeile, die • Korrigiere die Fehler und übe so:
die richtige Bewegung von Rot angeben), mit ro- D I Schau dir die richtige Bewegung auf Seite 98
tem Stift nach! an, und lies die Beschreibung!
Zeichne bei D 2 die richtige Position der Wirbel- Ü I Übe die Teilbewegung von der Erarbeitung
säule von Rot nach! (S. 97, E I und E 2), bis du mit beiden Knien
die Matte berührst, ohne und mit Partner!

D 2 Schau dir die richtige Bewegung auf Seite 98


Kannst du so den Fehler von Rot erklären? an, und lies die Beschreibung!
D I - FD I Ü I Übe die Teilbewegung von der Erarbeitung bis
Dein rechtes Knie ist - nicht über der Standfäche zum Abheben!
I ^ des Gegners. Deine Bewegungsrichtung geht - nach Ü 2 Kräftige die Muskeln, die für die Durchführung
1 W vom zum Gegner. Deine Körperachse ist - nach vorn dieses Elementes wichtig sind, durch folgende
* • geneigt. Das linke Bein von Schwarz häkelt - deinen Zusatzübung: Knie neben der Sprossenwand
rechten Unterschenkel. nieder fasse mit deiner rechten Hand ein oben
angebundenes Gummiseil, hänge ein zweites
Seil, das unten angebunden ist, in deine linke
Ellenbeuge ein, und führe die Bewegung wie
von D I bis D 3 durch!

D2-FD2
Deine Füße stehen - in der geplanten Bewegungs-
richtung. Deine Körperachse ist - nach vorn geneigt.
Das rechte Bein von Schwarz steht - weit vorn. Der
rechte A r m von Schwarz hat - deinen rechten Ober-
arm von unten gefesselt.

102
W u r f nach vorn über die Brust m i t
Umfassen beider Oberschenkel ( D B )

* Angriffsvoraussetzungen:
V I Ausfall: am besten ungleich
V 2 Körperhaltung: halbhoch
V 3 Distanz: Nahkampf oder Halbdistanz
V 4 Bewegung des Gegners: nach vorn
V 5 Faßart: Handgelenk - Nacken, beide Handge-
lenke, Oberarm von unten - Handgelenk,
Oberarm von unten - Nacken Doppelter Beinausheber DB

* Erarbeitung der notwendigen Körper- >


haltung und Bewegung des Gegners: I Beginne wie RR (S. 49) oder wie ES (vgl. E 2
Es gibt über 30 Möglichkeiten der taktischen Erar- S. 85). Nutze die Reaktion des Gegners
beitung des DB. (schwarze Pfeile) zum DB aus!
• • Durchführung:
D I Der rote Pfeil von Seite 103 zeigt, daß jetzt alle dem Gesäß (vgl. S. 108, Detail D I)! Ziehe sei-
Voraussetzungen geschaffen sind. Für die rich- ne Oberschenkel zu dir heran, bringe dein
tige Durchführung sind deine Hände wichtig! Becken nach vorn!
Deshalb sind ihre Positionen durch rote Pfeile 2 Das Abheben des Gegners von D I zu D 2
in allen sechs Phasen der Abbildung verbunden. erfolgt durch gleichzeitiges schnellkräftiges
Führe mit dem Oberkörper von E I b bzw. E 2b Vorschieben deines Beckens (beachte roten
zu D I eine Tauchbewegung nach vorn unter Zusatzpfeil bei D I) und Strecken der Beine.
den linken Oberarm des Gegners aus (vgl. Dadurch wird die bei D I beschriebene Tauch-
Abb. E I und E 2b)! Setze gleichzeitig deinen bewegung in eine Aufwärtsbewegung umge-
linken Fuß in seine Standfläche, deinen rechten wandelt.
Fuß neben seinen linken, und umfasse mit bei- 3 Löse die Fesselung. Fasse links zur Hüfte und
den Händen seine Oberschenkel dicht unter rechts zum Oberschenkel vorn-innen.

4
So vereitelt Schwarz die Absicht von Rot:

A V Kämpfe in abgebeugter Körperhaltung oder A E Lasse dich nicht vom Gegner fesseln, sondern
fessele den Gegner selbst, und gehe zur auf- fessele ihn selbst! Halte mit einem Arm die
rechten Kampfstellung über! Bewege dich seit- Innenbahn (vgl. S. 69, Ü zu AE)!
wärts um den Gegner herum, oder ziehe ihn
zu dir!

104
D 4 Umfasse den linken Oberschenkel des Geg-
ners von innen mit deinem rechten Arm so
mit deinem rechten Oberschenkel ab! Wirf
ihn im Wettkampf mit voller Wucht auf seine

weit oben wie möglich! Ziehe den Gegner mit dir zugewandte Schulter!
deinem linken Arm an seiner Hüfte nach links, D 6 Halte den Gegner wie in der Abbildung am
und hebe ihn mit deinem rechten Arm an sei- Boden fest, oder fasse zur Arm-Brust-Fesse-
nem linken Bein gleichzeitig nach oben (siehe lung (vgl. S. 27, Abb. I ) um!
rote Zusatzpfeile)! Deine Brust dient dabei als
Drehscheibe.
D 5 Führe von D 4 zu D 5 eine halbe Drehung • I m Klassischen Ringkampf
nach links aus, setze die Bewegung von D 4 ist das Fassen der Beine verboten! Dieses Element
fort, und wirf den Gegner nach vorn auf die kann als eine Variante des W B (vgl. S. 67 bis 72)
Matte (fange im Training die Wucht des Falles angewendet werden: Fasse den Gegner von vorn
ab)! Setze dein rechtes Bein nach vorn-links, um die Taille, und führe die Bewegung von D I bis
gehe auf das linke Knie, und fange den Gegner D 6 ohne Lösen deiner Arme aus!

U z u AV
Übe den Rücksprung (vgl. S. 23, Abb. 5)! Dadurch
verhinderst du Beinangriffe des Gegners aus der
Halbdistanz! Fessele ihn wie bei KD I (S. 106)!
U z u AE
Übe, in abgebeugter Körperhaltung zum Gegner zu
gehen, sofort ein Handgelenk und den anderen
Oberarm des Gegners von unten zu fesseln!
Q
105
• W2
4

• So kannst du den Angreifer kontern: D I - KD l a b i s b


4
FD I - KD I Reiße den Gegner mit deinem linken Arm am Kopf
Wenn Rot in der Position D I Fehler macht (vgl. und deinem rechten Arm an seinem Oberarm von
S. 107, FD I ), kann Schwarz einen Konter durch oben in die Bauchlage!
Runterreißen am Kopf mit anschließendem »Her- K D lc
umlaufen« durchführen, Laufe in Richtung der schwarzen Pfeile nach rechts
um den Gegner herum!
Variante: Schiebe ihn am Kopf nach rechts, und lau-
DB
fe linksherum zur parallelen Beherrschung!

106
4
• So kannst du den Angriff weiterführen:
D 3 - W I
W la DI - W 2
In der Position D 3 (S. 104) gelingt es dir, den Geg- In der Position D I verlagert sich der Gegner nach
ner nur bis zur Position W I a hochzuheben. hinten.
W Ibundc W2b
Führe Verkehrten Einsteiger (vgl. S. 109 bis I 14) In diesem Falle ist es günstiger den Gegner nach
aus dem Stand durch! vorn-unten abzureißen. (Beachte die Pfeile!)
W2c
Fessele den Gegner um die Taille! Schiebe ihn auf
keinen Fall in der Brücke nach vorn (Verletzung!)

FD 1.2

So m a c h t es Rot falsch:

F D I.2
Deine Füße ...
Deine Knie ...
Dein Becken ...
Deine Hände ...

4 FD 1.1

F D l.l
Deine Füße ...
Dein Becken .
Deine Hände

-4 I07
>
Detail D 1

Aufgabe: Zeichne die Pfeile, die die richtige Bewe- • Korrigiere die Fehler und übe so:
gung des Beckens und der Schulter angeben, rot I Schau dir die richtige Bewegung auf Seite 04
nach (vgl. S. I 0 4 . D I)! an, und lies die Beschreibung!
U 1 Übe das Herantreten in die Standfläche bzw.
mit dem rechten Fuß neben seinen rechten
ohne Gegner! Markiere die Fußstellung des
Gegners durch zwei Schuhe! Imitiere das rich-
Kannst du so den Fehler von Rot erklären? tige Zusammenfassen deiner Hände und das
D I - F D I.2 Ausheben!
Deine Füße stehen - nicht in bzw. neben der Stand- U 2 Übe die Teilbewegung von E I bzw. E 2 bis
fläche des Gegners. Deine Knie sind - gestreckt. zum Abheben des Gegners D 2 (vgl. S. 103,

• Dein Becken ist - weit vom Gegner weg. Deine Hän-


de fassen - den Gegner in die Kniekehlen.
I04)!
U 3 Wiederhole Ü 2, aber stelle deinem Freund,
der den Gegner darstellt, die Aufgabe, KD I
(S. 106) durchzuführen! Wer macht es richtig,
ist schneller?

D I - F D l.l
Deine Füße stehen - nicht in bzw. neben der Stand-
fläche des Gegners. Dein Becken ist - weit vom Geg-

• ner weg. Deine Hände fassen - die Oberschenke!


des Gegners einzeln.

108
Freier Ringkampf- Bodenkampf
W ä l z e r zur abgewandten Seite m i t
Hakein des gleichnamigen abgewandten
Beines unter d e m zugewandten Bein ( V E )

* Angriffsvoraussetzungen:
V I Stellung des Gegners: Bank, Bauchlage, oder aus
der Verbindung mit Standlementen - Beine
wie in Schrittstellung auseinander
V 2 Stellung zum Gegner: links neben dem Gegner
V 3 Bewegung des Gegners: nach rechts
Verkehrter Einsteiger V E
V 4 Faßart linker Oberschenkel von außen - rech-
te Schulter von oben, beide Fußgelenke.

* Erarbeitung des linken Beines: E2 Fasse beide Knöchel des Gegners (a), ziehe

El Fasse aus der Grundstellung (a) den linken seine Beine nach oben, schiebe dabei mit dei-
Oberschenkel und die rechte Schulter des nem linken Knie sein linkes Knie nach hinten
Gegners (b), hebe ihn aus (c)! (b), und fasse mit deiner rechten Hand sein lin-
kes Knie!
D I Der rote Pfeil von Seite 109 zeigt dir daß jetzt D 2 Häkle mit deinem rechten Bein das rechte
alle für die erfolgreiche Durchführung not- Bein des Gegners so, daß sich deine Kniekeh-
wendigen Voraussetzungen geschaffen sind. le in seiner Kniekehle befindet! Hebe in dieser
Dein rechtes Knie und deine linke Hand sind Stellung dein rechtes Bein und damit das rech-
für die richtige Durchführung wichtig. Deshalb te Bein des Gegners nach hinten-oben! Achte
sind ihre Positionen in allen sechs Phasen der darauf, daß dabei keine Pause entsteht und du
Abbildung durch rote Pfeile verbunden. deinen rechten Fuß nicht auf die Matte setzt!
Hebe von EIc zu D I dein rechtes Bein, und D3 Setze die Bewegung von D 2 fort, und schie-
bringe dein Knie nach vorn zwischen die Beine be deinen Oberkörper nach vorn!
des Gegners! Beachte, daß dein rechter Unter-
schenkel etwa parallel zu seinem rechten Unter-
schenkel sein muß!

4
So vereitelt Schwarz die Absicht von Rot:
=H
A V Verlagere dich nach links zum Gegner oder A E Halte deine Knie zusammen, und verhindere
bewege dich bei El links um ihn herum! so die Erarbeitung deines linken Beines!

I 10
D 4 Hebe dein rechtes Bein weiter in Richtung des D 6 Zwinge ihn auf beide Schultern! Das erreichst
roten Zusatzpfeiles nach oben! Fasse mit dei- du durch gleichzeitiges Heben seines rechten
ner linken Hand von D3 zu D4 zum Kinn des Beines mit deinem rechten Bein, Hinunter-
Gegners von vorn um, und schiebe seinen drücken seines Rumpfes mit deiner Brust und
Kopf und damit den Oberkörper nach unten- Wegziehen seines Kopfes mit deinem linken
rechts! Beachte den roten Zusatzpfeil! Arm nach rechts.
D5 Wirf den Gegner mit der dir zugewandten Verhindere ein Übertragen nach rechts, und
rechten Schulter auf die Matte! stütze dich mit deiner rechten Hand ab!

* I m Griechisch-römischen Ringkampf
ist das Hakein der Beine und damit dieses Element
verboten.

Ü z u AV U z u AE
Lies noch einmal die Schwerpunkte der richtigen Stelle deinem Freund die Aufgabe, die Teilbewe-
Grundstellungen und Grundbewegungen als Un- gung von EI oder E 2 bis D 5 durchzuführen! Ver-
termann (vgl. S. 41 und 44) und führe die angege- suche das durch richtige Verlagerung und Zusam-
benen Übungen durch! menhalten deiner Knie zu verhindern!
Wer schafft es?

I I I
• 4-

• So kannst du den Angreifer kontern: D 2 - F D 2 - K D 2


4-
Nutze die Fehler von Rot aus, und verlagere dich Fasse mit deiner linken Hand seinen Kopf, ziehe ihn
nach links zum Gegner (a)! in die Brücke und zwinge ihn wie bei D6 (Seite
Schiebe ihn mit deinem linken Knie an seiner Brust I 10) auf beide Schultern!
und gleichzeitigem Hochheben deines rechten Bei-
nes in Pfeilrichtung auf die rechte Seite (b)!

12
4
* So kannst du den Angriff weiterführen: E l c - W l (Überstürzer)

Wla oben, und schiebe mit deinem rechten Knie seine


In der Position Elc hebt der Gegner sein rechtes Oberschenkel nach links!
Bein nach oben und verhindert so VE. Wie
Wlb „Überstürze" ihn von b zu c nach vorn (stauche ihn
Drücke den Gegner mit deiner linken Hand am auf keinen Fall auf den K o p f - regelwidrig), halte ihn
Kopf nach unten, hebe gleichzeitig mit dei- fest, oder laufe weiter nach rechts!
nem rechten Arm seinen linken Oberschenkel nach

E l c - W 2 „ V e r k e h r t e r Beinausheber" Wlb
Wla Setze dein linkes Bein zurück, und führe gleichzeitig
Der Gegner hebt in Position EI c sein rechtes Bein mit dem Oberkörper eine halbe Drehung nach
noch höher als W l a . Fasse mit deinem rechten links aus (Fesselung beibehalten).
Arm den rechten Oberschenkel des Gegners von Wie
innen! Fasse mit beiden Händen zusammen! Ziehe den Gegner weiter nach links auf beide
Schultern oder in die Brücke (beachte roten Pfeil!).

So m a c h t es Rot falsch: FD6


FD2 Dein Oberkörper ..
Dein rechter Arm ... Deine linke Hand ...
Dein rechtes Bein ... Dein rechtes Bein ..

H- 113
>
Aufgabe: Zeichne bei D 2 das „richtige" rechte Bein • Korrigiere die Fehler und übe so:
von Rot nach (vgl. S. I 10, D 2)! Zeichne bei D 6 das D 2 Schau dir die richtige Bewegung auf Seite I 10
„richtige" rechte Bein und die richtige Lage des an, und lies die Beschreibung!
Oberkörpers von Rot nach (vgl. S. I I I, D 6)! Ü l Imitiere die Bewegung von Elb bis D 5! Bitte
deinen Freund, dich zu korrigieren!
Ü 2 Übe die Teilbewegung von Ela bis D 5, und
stelle deinem Freund die Aufgabe, KD 2 (vgl.
S. 113) durchzuführen!

Kannst du so die Fehler von Rot erklären?


D2-FD2

• Dein rechtes Bein ist - auf die Matte gesetzt Dein


rechter Arm hat - die Kniekehle des Gegners gefaßt.

D 6 Schau dir die richtige Bewegung auf Seite 127


an, und lies die Beschreibung!
Ü I Übe die Teilbewegung von D5 zu D6! Stelle
ihm die Aufgabe, sich aus der Brücke zu be-
freien!
Ü 2 Kräftige deine Beinmuskeln durch folgende
D6-FD6 SpezialÜbung: Lege dich, ähnlich wie in Stellung
Dein Oberkörper liegt - neben dem Gegner. Deine D6, auf den Bauch! Bitte deinen Freund, dein
linke Hand hat - nicht den Kopf des Gegners gefes- rechtes Bein nach unten zu drücken! Wieder-

• selt. Dein rechtes Bein ist - an der Ferse des Geg-


ners.
hole das I Omal! Schafft er es mit dem kleinen
Finger?

I 14
W ä l z e r zur abgewandten Seite m i t
Hakein des zugewandten gleichnamigen
Beines El

* Angriffsvoraussetzungen:
V I Stellung des Gegners: Bauchlage mit gespreizten
Beinen oder offene Bank
V 2 Stellung zum Gegner: links hinter oder neben
ihm
V3 Bewegung des Gegners: aus der Bauchlage nach
rechts, aus der Bank in die Bauchlage
V 4 Faßart: rechter Oberarm - Sperren des linken
Knies mit dem Fuß oder beide Fußgelenke - Einsteiger El
Sperren des linken Knies mit dem linken Knie.
>
• Erarbeitung des Hakeins m i t d e m linken Elc das Hakein mit deinem linken Bein und das
Bein: Anheben mit dem linken Arm! Bei E2b darfst du die
Führe die in El und E2 dargestellten, durch Pfeile Beine nicht höher ziehen (regelwidrig),
gekennzeichneten Bewegungen aus! Beachte bei
a


* Durchführung: Variante I Dlb
Dia Ziehe seinen rechten Arm mit beiden Armen nach
Der rote Pfeil von Seite I 15 zeigt, daß jetzt alle not- vorn-links, schiebe gleichzeitig dein Becken nach
wendigen Voraussetzungen vorhanden sind. Deine vorn, und strecke dein linkes Bein nach hinten! Ver-
Arme und dein linkes Bein sind für die richtige hindere seine Drehung nach rechts durch Blockie-
Durchführung wichtig. (Beachte roten Pfeil, Ellen- ren mit deinem rechten Knie an seinem Gesäß!
bogen und Knie!) Die
Aus der Position EI c verlagert sich der Gegner zu Fasse von b zu c mit deinem linken Arm seinen
dir nach links. Nutze das aus, und ziehe mit deinem rechten Arm von oben, steige mit dem rechten
rechten Arm seinen rechten Arm in der Ellbeuge Bein über den Körper des Gegners, und zwinge ihn
nach vorn-links und drücke seinen Kopf mit deinem durch diese Belastung und gleichzeitiges Hochzie-
linken Unterarm nach unten! hen seines Kopfes auf beide Schultern!

4
So verhindert Schwarz die erfolgreiche Durchführung:

A V Nimm eine flache Bank ein, decke deine Ober- A E Lasse den Gegner nicht fassen und nicht ein-
schenkel mit deinem Oberkörper und den steigen! Setze in dem Moment, wenn er mit
Armen ab, halte beide Beine zusammen! einem linken Bein einsteigen will, dein linkes
Knie nach vorn-links!

I 16
>
• Durchführung: Variante 2 D2b
D2a Fasse von a zu b mit deiner linken Hand zu seinem
Hier sind dein linker Arm und dein linkes Bein wich- Kinn um, und ziehe ihn mit deinem linken Bein wei-
tig (beachte rote Pfeile Hand, Knie)! ter nach rechts! Bringe dein rechtes Knie auf die
In der Position Elc oder E 2c verlagert sich der Matte! Stütze dich mit deiner rechten Hand ab!
Gegner von dir weg nach rechts. Nutze das aus, Damit vermeidest du das Übertragen (vgl. KD 2,
und bringe ihn von a zu b auf seine rechte Schulter! S. I 18)!
Das erreichst du durch gleichzeitiges Strecken dei- D2c
nes rechten Beines, Vorschieben des Oberkörpers, Fessele den Gegner in der Brücke! Versuche seinen
Ziehen des linken Beines des Gegners mit deinem linken Arm unter deine Brust zu bringen, und zwin-
linken Bein nach links-oben und Sperren seines ge ihn so auf beide Schultern! Behalte die Fesselung
rechten Arms am Ellenbogen mit deiner rechten mit deinem linken Bein bei, oder häkle, so wie bei
Hand. c, sein rechtes Bein von außen!
• I m Griechisch-römischen Ringkampf
ist das Beinhakeln verboten!

Ü z u AV ÜzuAE
Übe die bei AV beschriebene Grundstellung in der Stelle deinem Freund die Aufgabe, die Teilbewe-
Bank! Übe, in der Bauchlage deine Beine anzuzie- gung von der Erarbeitung bis zum Einsteigen ( D I a,
hen und dich seitlich zu verlagern! Dein Freund kor- D 2a, D 3a) auszuführen! Versuche das zu verhin-
rigiert (vgl. S. 41 bis 44)! dern oder KE I c (vgl. S. 118) anzuwenden! Wer
macht es richtig?

I 17
D2

y
So kannst du den Angreifer kontern:
4
Elc-FEIc-KEIc D2a-FD2a-KD2a
Kontere durch Wegziehen seines linken Beines! Kontere durch eine ganze Drehung nach links! Fes-
Verlagere dich dabei zum Gegner, und überspringe sele den Kopf des Gegners! Beachte in beiden Fäl-
ihn nach rechts zur Fesselung (c)! len die Pfeile!

KE 1 c


KD 2 4
• Durchführung : Variante 3
D3a D 3 b und D3c
W i r verbinden deinen rechten Fuß und deine rech- Fasse mit deiner rechten Hand unter dem rechten
te Hand von D3a bis c. In der Position Elc oder Oberarm des Gegners zu seinem Kopf, und schie-
D 2a gelingt es dem Gegner, seinen rechten Arm be ihn zu c nach links auf beide Schultern oder in
und sein rechtes Bein als Stütze nach rechts auf die die Brücke! Dein rechtes Bein hilft dabei.
Matte zu setzen. Nutze das aus, und steige mit dei-
nem rechten Bein über den Gegner an seinem
rechten Bein ein! Schiebe seinen linken Arm mit
beiden Händen am Handgelenk nach vorn, und
bringe ihn durch gleichzeitiges Strecken deiner Bei-
ne in die Bauchlage!

FE 1c

So m a c h t es Rot falsch:

FEIc
Deine Arme ...
Dein Oberkörper...
Dein linkes Bein ...

>

FD2a
Dein Oberkörper ..
Deine linke Hand ...
Deine rechte Hand

>
I I9
Aufgabe: Zeichne bei Elc den „richtigen" rechten • Korrigiere die Fehler und übe so:
Arm von Schwarz nach (vgl. S.I 15, E lc)! Zeichne E I c Schau dir die richtige Bewegung auf Seite I 15
bei D 2a den „richtigen" linken Arm von Rot nach an, und lies die Beschreibung!
(vgl. S. I 17, D2a)! Ü Übe das Anreißen des Gegners mit beiden
Armen in seiner Achselhöhle durch ein wei-
teres Element, den „Rückreißer am Arm"!
Reiße den Gegner wie bei El begonnen, wei-
ter nach hinten-links über dein linkes Bein in
die Brücke! Versuche dabei einzusteigen!
Kannst du so die Fehler von Rot erklären?
Elc-FEIc D 2 a Schau dir die richtige Bewegung auf Seite I 17
Deine Arme ziehen den Gegner - nicht nach oben. an, und lies die Beschreibung!
Dein Oberkörper ist - zu weit rechts. Dein linkes Ü Übe die Variante 2 der Durchführung von EI
Bein ist - vom Gegner gefaßt. oder E 2 bis D 2c! Stelle deinem Freund die
Aufgabe, abzuwehren (vgl. S. 117 und I 18
unten AE) oder zu kontern (vgl. S. 118, KD2)!
Wer hat Erfolg?

D 2 a - F D 2a
Dein Oberkörper liegt - im rechten Winkel zum
Gegner. Deine linke Hand stützt - auf der Matte ab.
Deine rechte Hand stützt - vor dem Knie des Geg-
• ners auf der Matte ab.

120
fejâiakj% ft/Cf^A^' t*KQ*rm*r% ,» •

Training - W e t t k a m p f - Regeln
Training und Gesundheit
Für dich und viele Jugendliche ist regelmäßige 3. Erwärme dich zu Beginn jeder Trainingsstunde
sportliche Betätigung in der Schule und in der Frei- und vor jedem Wettkampf sorgfältig! Dadurch ver-
zeit zum Bedürfnis geworden. Sport treiben macht meidest du Verletzungen!
nicht nur Freude, sondern trägt auch zur Gesund- 4. Halte folgende hygienische Forderungen ein:
erhaltung deines Körpers bei. Schließe dich einem - Trainiere nur in Sportkleidung!
Ringerverein an (wenn du es noch nicht getan - Halte deine Sportkleidung sauber
hast), und trainiere regelmäßig. Das Training im Rin- - Betrete die Matte nur mit sauberen Schuhen!
gen ist für die Entwicklung deines Körpers beson- Ringerschuhe gehören nicht auf die Straße oder
ders gut geeignet. Es fördert das Wachstum der auf den Sportplatz.
Muskeln, kräftigt die inneren Organe und erzieht zu - Beteilige dich am Reinigen/Sauberhalten der Rin-
wertvollen Charaktereigenschaften sowie einer ge rmatte!
gesunden Lebensweise. - Wasche oder dusche dich nach jedem Training
Bevor du ein regelmäßiges Training beginnst und an und Wettkampf gründlich!
Wettkämpfen teilnimmst, muß du zu deiner eige- 5. Vermeide Erkältungskrankheiten durch:
nen Sicherheit folgende Hinweise beachten: - Abhärtung (wasche oder dusche dich erst warm,
1. Gehe mindestens einmal im Jahr zur sportärztli- dann kalt).
chen Untersuchung. Der Arzt entscheidet über - zweckentsprechende Kleidung (im Winter nach
deine Trainings- und Wettkampfteilnahme. dem Training Mütze und Schal nicht vergessen).
2. Nimm bei Krankheit oder Verletzung nur die Solltest du trotzdem einmal stark erkältet sein,
vom Arzt verordneten Medikamente. Keinesfalls darfst du nicht trainieren! Gehe sofort zum Arzt!
darfst du andere Mittel einnehmen. Nicht nur weil Beginne nach der Krankheit das Training wieder mit
es verboten ist (Doping), sondern weil es deine geringer Intensität!
Gesundheit ruiniert. Die Maxime des DRB gilt auch
für dich: Keine Macht den Drogen!

122
«

Ich trainiere nach einem Plan

Wer nach einem wohldurchdachten Plan trainiert, An erster Stelle steht die Erfüllung der schulischen Auf-
erreicht schneller gute Leistungen. Das ist im Rin- gaben! Nur ein fleißiger Schüler mit guten Leistun-
gen genauso wie in der Schule oder zum Beispiel gen wird im Ringen große Erfolge erkämpfen kön-
beim Bau eines Hauses. Die erfolgreichsten Ringer nen. Für das Training gilt:
trainieren alle nach einem Trainingsplan, den sie Je durchdachter, häufiger und umfangreicher du trai-
gemeinsam mit ihren Trainern erarbeitet haben, nierst, desto schneller wirst du ein erfolgreicher Ringer
und führen ein Trainingstagebuch. Mach es genau- werden!
so! Wenn du noch nicht einem Ringerverein beige- Sei deshalb fleißig in der Schule, und kämpfe auch
treten bist, solltest du das unbedingt nachholen. dort um Höchstleistungen! Nutze die Ferien, um
Erfahrene Übungsleiter und Trainer helfen dir, dein deine Leistungen im Ringen noch schneller zu ver-
Training zu planen und effektiv durchzuführen. Nut- bessern!
ze auch die Erfahrungen erfolgreicher Sportler die Ringen macht Spaß - vor allem, wenn man erfolg-
dir ihre Erfahrungen gern vermitteln werden. reich ist. Gib bei Niederlagen oder Verletzungen
Die Häufigkeit des Trainings hängt von vielen Fak- nicht auf!
toren ab, so zum Beispiel von deinen Leistungen in Hohe sportliche Leistungen im Ringen beruhen zu
der Schule, der Entfernung der Trainingsstätte von etwa 90 Prozent auf Fleiß und nur zu etwa 10 Pro-
eurer Wohnung, und auch den Möglichkeiten des zent auf Talent. Weltspitzenringer verdanken ihre
Vereins. Position dem einen und dem anderen.

123
Mein Trainingstagebuch
Als Form schlagen wir dir einen Hefter DIN 4 vor Folgende Rubriken sollten enthalten sein:

I . D e r Jahresplan

Schreibe auf einer Seite die Ziele auf, die du dir für das Jahr vorgenommen hast.

Beispiel:

Ziele für das Training:

I. Verbesserung der physischen Leistungen:


Leistungen des vergangenen Jahres Ziele für 199... Erfüllung
oder Ausgangsleistung
Kraft: Klimmzüge 10, 15
Liegestütze 25 35
Gewandtheit und Beweglichkeit: Note 3 durch Brückenkreisen,
Note 4 Brückenüberschläge

2. Erlernen spezieller ringerischer Elemente:


Trage ein, was du bereits kannst Ziele für 199.. Erfüllung*
Grundstellungen
Grundbewegungen im Stand
und am Boden
Elemente: RR, KH, RO,
KG, DB, VE

Ziele für den W e t t k a m p f


Teilnahme an den Schulmeisterschaften Erfüllung*
und Erkämpfen einer Medaille

Ziele für die Schule


Leistungen des
vergangenen Jahres Ziele für 199... Erfüllung*
Durchschnitt: 2,3 2,0
Bes. Schwäche: Mathematik (Note 3) Mathematik 2

Ergebnisse eintragen

124
2. Die Wochenpläne:

Aufgabe: Nimm deinen Stundenplan, und trage zu Stundenplanes oder durch Ferien! Hefte den jewei-
den Schulstunden die Zeit für Hausaufgaben, Hilfe ligen Plan in der Mappe ab! Gestalte dein Training
im Haushalt, Freizeit und Training ein! abwechslungsreich: Wechsele zwischen Mattentrai-
Beachte die Veränderungen, z.B. beim Wechsel des ning, Krafttraining, Lauftraining und Spiel!

3. Die Pläne für eine Trainingsstunde: Kontrollform für die richtige Belastung ist die Puls-
messung.
W i r teilen jede Trainingsstunde in drei wichtige Richtwerte:
Abschnitte: Nach dem Lauf und der Gymnastik: über 120 pro
Minute.
I. Erwärmung: Nach den volkstümlichen Kampfformen: über I 60
Auf die besondere Bedeutung wurde bereits auf pro Minute.
Seite 122 hingewiesen.
2. Hauptteil:
Beispiel für ein Erwärmungsprogramm: Hier werden Mattentraining, Krafttraining, Lauf ...
Übung Zeit geplant und die einzelnen Übungen angegeben.
Lockerungslauf 5 min
Gymnastik 5 min 3. Körperpflege:
volkstüml. Kampfformen 10 min Dazu gehören Waschen oder Duschen, Sauna und
Massage.

Beispiel für eine Trainingsstunde:


Datum Ziel: Erlernen der Rolle
Trainingstelle Zeit (min) Übungen Seite im Buch

Erwärmung 15 Lockerungslauf, Gymnastik


Hauptteil 10 Brückentraining 22 bis 25
(Mattentraining) 30 Rolle 79 bis 85
5 Kampfübungen 10 bis I I
Körperpflege 15 Waschen oder Duschen, Umziehen

Aufgabe: Trage jede Trainingsstunde nach diesem Schema in dein Tagebuch ein!

125
4. Tabellen z u m Verfolgen der problème, bitte erfolgreiche Sportler um ein Auto-
Leistungsentwicklung: gramm. Fertige Ehrentafeln über ihre Ergebnisse an.
Vergleiche Seite I 30 bis I 33! Schneide diese Tabel-
len aus, klebe sie auf Zeichenkarton, und hefte sie Spezielle Probleme, des Ringkampfsportes sowie
ein, oder fertige dir nach diesen Mustern neue Ergebnisse bedeutender internationaler Wett-
Tabellen an! kämpfe kannst du jeden Monat in unserer Fachzeit-
schrift „Der Ringer" nachlesen. W i r empfehlen dir
5. Wettkampfergebnisse: sie zu abonnieren! Wende dich an deinen Übungs-
Aufgabe: Fertige dir Tabellen an (vgl. Startbuch für leiter oder direkt an die Anschrift:
Ringer).
Sacher Druck
6. Meine Vorbilder: Verlag „Der Ringer"
Sammle Zeitungsausschnitte über Wettkampfer- Breslauer Str I I
gebnisse und andere für dich interessante Sport- 63843 Niedernberg

Ich kämpfe nach einem Plan


Ein erfolgreicher Ringer kämpft nicht planlos. Er lei- ab, die er in dem Kampf verfolgt. Er ist dabei (wie
tet aus den eigenen Stärken und Schwächen so- ein guter Schachspieler) dem Gegner in Gedanken
wie denen seines Gegners eine taktische Konzeption schon einige Züge voraus.

10 taktische Grundregeln für den W e t t k a m p f !

1. Erwärme dich vor jedem Wettkampf intensiv, so erarbeite sie! Führe den Angriff weiter - kombi-
daß du beim Anpfiff des Mattenleiters sofort mit niere verschiedene Elemente!
vollem Einsatz kämpfen kannst! 7. Kämpfe auch in der Unterlage mit vollem Ein-
2. Gehe stets von deinen eigenen Stärken aus, nut- satz - lasse den Gegner nicht fassen oder im Frei-
ze aber auch die Schwächen des Gegners für den en Ringkampf nicht einsteigen!
eigenen Angriff und die Konter! 8. Versuche, aus der Unterlage aufzustehen und
3. Ringe offensiv, greife als erster an, und zwinge dich zum Gegner zu wenden. So erhältst du einen
dem Gegner deinen Kampfstil auf! Wertungspunkt.
4. Kämpfe bei Punktvorteil weiter um den techni- 9. Vermeide Mattenflucht - suche den Kampf, und
schen Punktsieg oder bis zum Schultersieg! wehre Angriffe des Gegners aktiv ab, oder versu-
5. Kämpfe bei Punktnachteil mit vollem Einsatz und che zu kontern!
hohem Risiko bis zum Ende des Kampfes um den 10. Setze oder lege dich nach dem Kampf nicht
Sieg! gleich hin, sondern bewege dich noch 5 bis 10 Mi-
6. Bereite deine Technik taktisch variabel vor - nuten aktiv!

126
Wichtige Wettkampfregeln unioren Männer/Espoirs
im Ringen 1. 43-46 kg 1. 4 5 - - 4 8 kg
2. bis 50 kg 2. bis 52 kg
Bevor du an Wettkämpfen im Ringen teilnimmst, 3. bis 54 kg 3. bis 57 kg
muß du dich genau über die Regeln informieren. 4. bis 58 kg 4. bis 62 kg
W i r können dir hier nur einige wichtige Regeln 5. bis 63 kg 5. bis 68 kg
nennen. 6. bis 68 kg 6. bis 74 kg
Informiere dich beim Trainer sowie durch das Stu- 7. bis 74 kg 7. bis 82 kg
dium der Regeln genau, und halte sie unbedingt ein. 8. bis 81 kg 8. bis 90 kg
9. bis 88 kg 9. bis 100 kg
Den Unterschied zwischen dem Griechisch-römi- 10. 88 - 1 15 kg 10. + 1 0 0 - 130 kg
schen Ringkampfund dem Freien Ringkampf haben
wir dir bereits vorn erklärt. Für den weiblichen Bereich:

Aus den technischen Bestimmungen Schülerinnen:


26/28 kg, bis 30 kg, 35 kg, 38 kg, 41 kg, 45 kg, 49 kg,
Altersklassen 53 kg, 57 kg, 57/62 kg
(international und für den DRB)
Cadettes:
Schüler und Schülerinnen 1 3 - 14 Jahre 34/36 kg, 38 kg, 40 kg, 42 kg, 45 kg, 48 kg, 5 I kg,
Cadets (männlich und weiblich) 1 5 - 1 6 Jahre 55 kg, 59 kg, 63 kg, 63/68 kg
Junioren und Juniorinnen 1 7 - 1 8 Jahre
Männer und Frauen 19 Jahre und älter Juniorinnen:
36/40 kg, 44 kg, 48 kg, 52 kg, 56 kg, 60 kg, 65 kg,
Gewichtsklassen 65/70 kg
(international und für den DRB)
Frauen:
Für den männlichen Bereich: 40/44 kg, 47 kg, 50 kg, 53 kg, 57 kg, 61 kg, 65 kg, 70
kg, 70/75 kg
Schüler Cadets
1. 27 - 30 kg 1. 37 - 4 0 kg Startberechtigung:
2. bis 33 kg 2. bis 43 kg Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin muß beim
3. bis 37 kg 3. bis 47 kg Wiegen einen gültigen Startausweis vorlegen. Bei
4. bis 41 kg 4. bis 5 1 kg internationalen Meisterschaften ist eine internatio-
5. bis 45 kg 5. bis 55 kg nale Wettkampflizenz erforderlich.
6. bis 50 kg 6. bis 60 kg
7. bis 55 kg 7. bis 65 kg Bekleidung:
8. bis 60 kg 8. bis 70 kg Für den männlichen Bereich:
9, bis 66 kg 9. bis 76 kg Die Wettkämpfer müssen ein einteiliges Trikot (je
10, bis 73 kg 10. bis 83 kg nach Kampfansetzung rot oder blau) tragen. Im
1 1. 73 - 85 kg 1 1. 83 - 95 kg griechisch-römischen Ringkampf kann es von den

127
Füßen bis zu den Schultern reichen. Im Freien Ring- Kampfbeginn:
kampf darf das Trikot nur bis zur Mitte der Ober- Die Ringerinnen und Ringer werden vom Matten-
schenkel reichen. leiter in die Mitte der Matte gerufen. Nach Über-
prüfung der ordnungsgemäßen Kleidung begrüßen
Für den weiblichen Bereich: sie sich durch Handschlag, der Kampf beginnt mit
Die Wettkämpferinnen müssen in folgender Beklei- dem Pfiff des Mattenleiters.
dung antreten:
- Dress: Die Teilnehmerinnen müssen jeweils ein Kampfende:
rotes und ein blaues einteiliges Trikots (Leotard) Der Kampf wird durch einen Schultersieg, eine
mit beliebigem Design besitzen. technische Überlegenheit (10 Punkte Differenz),
- Die Teilnehmerinnen müssen weiche Ringerschu- durch Disqualifikation, durch Verletzung eines Rin-
he ohne Absätze und ohne Metallteile (siehe Rin- gers oder nach Ablauf der Kampfzeit durch einen
gen der Männer) tragen. Gong (akustisches Signal) und den Pfiff des Matten-
- Es wird das Tragen eines BH ohne metallene Tei- leiters beendet. Entscheidend ist der Gong.
le empfohlen.
- Die Haare müssen nach hinten zusammenge- Bewertung der Aktionen und Griffe:
nommen und mit einem Gummi oder Band
zusammengehalten sein (keine metallenen Teile), Ein Punkt wird u.a. erkämpft durch:
- Es ist verboten, Ohrringe, Haarspangen, Halsket- - Zu-Boden-Bringen des Gegners aus dem Stand
ten, Ringe oder sonstige metallene oder harten und parallele Beherrschung,
Gegenstände zu tragen. Ebenso ist es verboten, - eine technische Handlung, die den Gegner vom
im Ringertrikot der Männer mit einem darunter Stand zum Boden bringt, ohne daß der Gegner in
angezogenen T-Shirt zum Wettkampf anzutreten. eine gefährliche Lage (Brücke oder rückwärts auf
beide Ellenbogen) kommt,
D a u e r des Kampfes: - eine Wende am Boden aus der Unter- in die
Für den männlichen Bereich: Oberlage,
Schüler und Cadets I Runde zu 4 Minuten - Halten des Gegners in der Brücke mindestens
ohne Pause 5 Sekunden lang.
Junioren und Senioren I Runde zu 5 Minuten
ohne Pause Z w e i Punkte werden u.a. erkämpft durch:
Die Dauer der Verlängerung beträgt für alle Alters- Ausführung einer technischen Handlung im Boden-
klassen höchstens 3 Minuten. kampf, wobei der Gegner in eine gefährliche Lage
kommt.
Für den weiblichen Bereich:
Schülerinnen und Cadettes I Runde zu 3 Minuten Drei Punkte werden u.a. erkämpft durch:
ohne Pause eine technische Handlung aus dem Standkampf mit
Juniorinnen und Frauen I Runde zu 4 Minuten kleiner Amplitude, wobei der Gegner in eine
ohne Pause gefährliche Lage gebracht wird.
Dauer der Verlängerung: wie im männlichen Be-
reich Fünf Punkte werden vergeben für:
- Ausführung eines beliebigen Griffs aus dem

128
Standkampf mit großer Amplitude, der den Geg- So z.B. Schlagen, Stoßen, Treten, Kratzen, Beißen,
ner direkt in eine gefährliche Lage bringt. Falten und Fassen von Fingern, Würgen und alle
- Abheben des Gegners aus der Bodenlage und Griffe, bei denen das Rückgrat gestaucht wird. Ver-
Werfen mit großer Amplitude in eine gefährliche boten ist auch das Sprechen während des Kampfes
Lage. auf der Matte.
Für Schüler und Godets sind außerdem verboten:
D e r Schultersieg wird vergeben für: - der Doppelnelson nicht nur nach vorn, wie bei
Fixieren beider Schultern des Gegners etwa eine den Junioren und Senioren, sondern auch nach
Sekunde auf der Matte. der Seite,
- im Freien Ringkampf der Doppelnelson mit Zuhil-
Verbotene Griffe fenahme der Beine (El),
Verboten sind alle Faßarten, Bewegungen und Grif- Für den weiblichen Bereich sind außerdem alle
fe, die Verletzungen verursachen, die Gesundheit Arten des Doppelnelsons am Boden und im Stand
oder gar das Leben eines Ringer gefährden können. verboten.

Tabellen z u m Verfolgen der eigenen Leistungsentwicklung

W e r systematisch trainiert, dessen Leistungen ver- gende Kurve zeigt dir, daß du richtig trainiert hast.
bessern sich kontinuierlich. Es ist sehr aufschluß- Fällt die Kurve, so hast du falsch trainiert, warst
reich, die eigene Leistungsentwicklung zu verfolgen. krank oder verletzt, oder du warst faul. Leite dar-
Und es macht großen Spaß, festzuhalten, wie sich aus Schlußfolgerungen für den folgenden Monat ab!
die Leistungen verbessern.
Sicher hast du dir einen international erfolgreichen Jede Tabelle besteht aus drei Teilen (vgl. Abb, auf
Ringer zum Vorbild genommen, jeder erfolgreiche S. 130):
Ringerführt ein Tagebuch über seine Leistungen im A = Leistungsfeld
Training und Wettkampf. Hier werden die Leistungen durch Leistungspunkte
Die Leistungen im Ringen sind im Gegensatz zur eingetragen. Dabei helfen dir zwei wichtige Linien:
Leichtathletik nicht exakt in Metern und Sekunden L = Leistungsstrahl, von unten nach oben und
meßbar Für uns Ringer gilt deshalb der bekannte Z = Zeitstrahl, von links nach rechts
Satz: Miß, was du messen kannst, und mache Nicht-
meßbares meßbar! Die Testleistungen im Bereich ß = Bewertungsstreifen
der Kraft, Ausdauer Gewandtheit und Beweglich- Hier kannst du ablesen, wie deine Leistungen ent-
keit geben einen guten Überblick über deine allge- sprechend deinem Alter zu bewerten sind. Dabei
meine Ausbildung. Je besser diese Leistungen sind, bedeutet die schwarze Säule schlechte, die weiße
um so stabiler ist das Fundament, auf dem die Lei- Säule mittlere und die rote Säule gute Leistung.
stungen im Ringen aufgebaut werden können.
Aufgabe: Teste jeden Monat deine Leistungen, und C = Datumsstreifen
trage die Ergebnisse ehrlich in die Tabellen ein! Ver- Hier werden Tag und Monat des Tests eingetragen.
binde die Leistungspunkte zu einer Kurve! Die stei- Für die Tabelle „Gewandtheit und Beweglichkeit"

129
werden folgende Übungen getestet und bei exak- oft du die einzelnen technisch-taktischen Elemente
ter Durchführung mit Punkten bewertet - die imTraining und Wettkampf ausgeführt hast. Sie
Anzahl der Punkte steht hinter der jeweiligen ermöglichen dir zu verfolgen, wie häufig du
Übung in Klammern: Handstandüberschlag seit- bestimmte Elemente im Training ausführen mußt,
wärts - Rad - rechts ( I ) und links ( I ), Kopfkippe bevor du sie im Wettkampf erfolgreich anwenden
(2), Handstandüberschlag vorwärts (2), Ausdrehen kannst. Arbeite erst mit dieser Tabelle, wenn du die
aus der Turnerbrücke rechts ( I ) und links ( I ), einzelnen Elemente exakt, wenn auch langsam, aus-
Rumpfvorbeugen - Fingerspitzen 10 cm unter Ober- führen kannst. Danach führe sie schneller und in
kante der Standfläche (2), Überspringen eines Sta- großer Anzahl, aber immer exakt aus. Je häufiger du
bes vorwärts (2) und rückwärts (2), Rolle vorwärts die Elemente übst, desto schneller wirst du sie im
seitwärts (I), Rolle rückwärts seitwärts (I), Rolle Wettkampf mit Erfolg anwenden können.
rückwärts über einen Ellenbogen und eine Schulter Schreibe in dein Tagebuch, wie oft du die einzelnen
(I), Drehsprung (2), Rücksprung (2), Brückenkrei- Elemente in jeder Trainingsstunde ausgeführt hast,
sen rechts (I) und links (I), aus dem Stand in die und trage die Summe des Monats in die einzelnen
Brücke fallen (3), Brückenüberschlag ohne Hilfe des Spalten ein.
Partners (4). Fertige dir selbst Tabellen der Leistungsentwicklung
Zähle die Punkte zusammen, und trage sie in die für andere Teilgebiete an! Berate dich mit deinen
Tabelle ein. Freunden, deinem Sportlehrer Übungsleiter oder
Die letzten drei Tabellen helfen dir, zu erfassen, wie Trainer und bitte deine Eltern um Rat!

Z
C

130
Liegestütze

30 x

20 x

10 x

Datum
r

Klimmiiehen
Aniahl

40 x
35 x
30 x

25 x

20 x

15x

10 x

5x

Datum
f
131
I Aniahl
Schwebehänge

15x -

lOx —

5x -

Datum

V
Punkte
Gewandtheit und Beweglichkeit
30
(

25
2
20
1 1 2
3
2
3
15
4
3 4
10

12-14 Datum
Jahre

y
I32
Schnelligkeitstest Ausdauertest
Um einschätzen zu können, wie die Schnelligkeit Um einschätzen zu können, wie die Ausdauer eines
eines Ringer entwickelt ist, verwenden wir nachfol- Ringers entwickelt ist, verwenden wir nachfolgende
gende Übung: Übung:

3xl0-m-Pendellauf I 500-m-Lauf
Geräteaufbau: Auf zwei parallele, 10 m voneinander Bedingungen: Lauf im Freien,
entfernte Kreidestriche wird je ein mindestens 3 kg möglichst auf einer Tartan- oder Aschenbahn im
schwerer Medizinball gelegt. Ein Kreidestrich gilt als Stadion
Startlinie, der andere als Ziellinie. Messung: Zeit in Minuten und Sekunden
Testablauf. Ausgangsstellung ist der Sitz (Beine
angehockt, die Hände auf den Knien); die Fußspit-
zen sind an der Startlinie. Auf das Startsignal hin
aufstehen, zum gegenüberliegenden Medizinball
laufen und diesen mit der Hand berühren - Rück-
lauf, Medizinball berühren - Rücklauf über die Ziel-
linie.
Messung: Zeit in Sekunden und Zehntelsekunden.

ensurc
* "I Sekunden I Minuten
7/0- 5:20 -•
1 1 2
7,8--
2 5:40 -
8,0 -•
3
2 6:00 -•
8,2 -•
3
3 4 8,4
6:20 -
4 8,6 -•
6:40 -
4

9,0 -• 7:00 -•

15-16 Datum
Jahre

133
Technisch-taktische Elemente
im Training und Wettkampf

RR KH
Standkampf

AD WB
i
Monat Training Training Training Training
i 5
(U
1 1

Summe aller Standelemente des Jahres im Training 1

134
Technisch-taktische Elemente
im Training und Wettkampf

Standkampf

KG ES AW DB
Monat Training CD

5
Training
5
Training Training
i

Summe aller Standele mente des Jahn;s im Wettkampf

135
Technisch-taktische Elemente
im Training und W e t t k a m p f

Bodenkampf

HL RO VE El

Monat Training Training Training Training


1 5
<u
1 Ï

Summe aller Bodenelf ;mente


de: Jahres
im Training und Wettkampf

136
Ä Ä,
È Ê
0 6

7 *m. 137
Mein Blätterkino 3. Schritt:
Anfertigung der rechteckigen Papierblättchen
1. Blätterkino Für einen Ausschneidbogen brauchst du 5 Blätter
Bilder 1-12 Zeichenkarton (20 x 30 cm = DIN A4). Aus einem
Griechisch-römischer Ringkampf Blatt erhälst du 8 rechteckige Blättchen für dein
Stand-Bodenkombination: Kinobuch, inder Größe von a = 5 cm und b = 15
Runterreißer - Rolle cm.
Insgesamt mußt du 40rechteckige Blättchen haben.
2. Blätterkino Zeichne dir zunächst die Linien zum Ausschneiden
Bilder 1-20 auf dein Zeichenblatt. Achte auf rechte Winkel!
Freier Ringkampf Miß oben und unten, bevor du die Linien ziehst.
Stand-Bodenkombination: Überstehende Ränder mußt du abschneiden.
Erarbeitung eines Beines Achte auf Genauigkeit beim Ausschneiden! Skizze
V e r k e h r t e r Einsteiger I : So muß dein Zeichenblatt vor dem Ausschnei-
den aussehen.
Mit diesem Ausschneidebogen bekommst du ein
Material in die Hände, das dir das Lernen im Trai- 4. Schritt:
ning erleichtern soll. Jedes dieser kleinen Bilder auf Ausschneiden der Bilder
dem Ausschneidebogen ist mit einer Zahl gekenn- Lege einen Briefumschlag bereit, damit du die Ein-
zeichnet, und alle Bilder zu einer Technik stellen in zel-Bilder zu den beiden »Filmen« nicht vermischst.
der richtigen Reihenfolge einen Bewegungsablauf Achte auf Genauigkeit! Schneide ganz genau auf
dar Diese Bildchen sollst du zu einem Blätterkino den Linien!
zusammenfügen. Durch schnelles Blättern des klei-
nen Buches erscheint dann das Zeichenmännchen 5. Schritt:
lebendig, und du siehst eienen technisch richtigen Aufkleben der Bilder
Bewegungsablauf einer sportlichen Übung wie im Klebe jedes Bildchen so auf die rechteckigen Zei-
Kino. chenblätter daß die rechte untere Ecke des
Bildchens genau mit der rechten unteren Ecke des
Bastelanleitung: Zeichenblättchens übereinstimmt und Kante über
Achte auf genaues Arbeiten! Kante liegt.
Gehe bei der Anfertigung in neun Schritten vor Skizze 2: So müssen die Bilder aufgeklebt sein!
1. Teilschritt:
Ganze Arbeitsanleitung durchlesen! 6. Schritt:
Zusammenfügen der einzelnen Blätter
2. Schritt: Die so angefertigten Blätter (Teilschritt 5) werden
Arbeitsmaterial bereitlegen! in der richtigen Reihenfolge hintereinander gelegt.
Schere, Büroleim, Zeichenkarton, Dreiecklineal, Kontrolliere noch einmal die Zahlen in der rechten
Bleistift (gut gespitzt); Wäschklammern (4 Stück), unteren Ecke. Auf und unter den Stapel lege jeweils
Einkochgummi (2 Stück) bzw. mehrere Schnips- fünf unbeklebte Blättchen. Stauche nun den Stapel
gummis oder Isolierband bzw. Leukoplast. auf der rechten und auf der unteren Seite, bis alle
Blätter genau übereinanderlegen.

38
Sv
Jr^jN*
^

5*3g# 9 10

X
— .1 12

ft , 0,
/ft , Ä . 139
7. Schritt:
Montieren des Blätterkinos
Nimm zwei Wäschklammern, und klemme den
Stapel an den rechten Rand, wo sich die Bildchen
befinden, zusammen. Achte darauf, daß sich die
Blätter nicht verschieben! Es ist gut, wenn dir dabei
jemand behilflich ist.

8. Schritt
Kleben der Hinterseite
Am linken Rand leime nun Blatt für Blatt zusam-
men. Verteile den Klebstoff dünn auf eine etwa 3
cm breite Fläche.
Skizze 3: So werden die Blätter hinten zusammen-
geleimt. Klemme den geklebten linken Rand eben-
falls mit zwei Klammern zusammen.

9. Schritt
Letzte Handgriffe
Nach 10 Minuten löse alle vier Klammern, und
sichere den verklebten linken Rand deines fast fer-
tigen Blätterkinos mit Einweck- oder Schnipsgum-
mis. Wer es ganz fein haben will, der kann die Hin-
terseite auch mit Isolierband oder Leukoplast
umwickeln. Nun hast du es geschafft.

Viel Freude und Spaß beim Basteln und beim


Gebrauch deines Blätterkinos! Wer zeichnet den
besten Umschlag? Wie du mit dem Blätterkino ler-
nen kannst, erfährst du von deinem Trainer

140
f. I.
t, f.
t. t .
1h f».
141
So wird das „Blätterkino"
mit beiden Händen bedientl

30 cm
-« = : >.

"*t

15cm

BLdttche n Bild 1

Vorderseite

I42
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A. «^.„
143
T I e mehr der junge Ringer von seiner Sportart versteht, desto besser kann
• er seine Kraft, die bereits erlernten Techniken, seinen Kampfgeist in gute
M Leistungen auf der Matte umsetzen. Ringen für Einsteiger hilft ihm dabei.
Der Vorteil dieses Handbuches: Der Aktive kann
• die Finessen der einzelnen Techniken gründlich studieren
• eigene Fehler besser erkennen und korrigieren
• die Wettkampfregeln nachschlagen
• dem Trainer „über die Schultern schauen«.

Das Buch des international renommierten Ringkampf-Trainers Dr. Horst


Rothert gibt nicht nur Einsteigern und Aktiven, sondern auch Übungsleitern
und Trainern wichtige Anregungen.

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