Sie sind auf Seite 1von 14

Modellsatz 6/2002 I

Zentrale

Mittelstufen-
prüfung

Modellsatz 6/2002 I

Prüferblätter
Zentrale Mittelstufenprüfung

ZMP
PRÜFERBLÄTTER Modellsatz 6/2002 I

Inhalt
Lösungsschlüssel Leseverstehen 3

Transkriptionen zum Hörverstehen 4

Lösungsschlüssel Hörverstehen 8

Bewertungskriterien
Schriftlicher Ausdruck 9

Lösungsschlüssel
Schriftlicher Ausdruck 10

Hinweise zur Mündlichen Prüfung 11

Bewertungskriterien
Mündliche Kommunikation 14

Das Format der Prüfung ZMP wurde mit Vertretern


des Österreichischen Sprachdiploms Deutsch, Wien,
und der Eidgenössischen Konferenz der
Kantonalen Erziehungsdirektoren, vertreten durch
die Universität Fribourg, abgestimmt.
Zentrale Mittelstufenprüfung

ZMP - LV
PRÜFERBLÄTTER Modellsatz 6/2002 I

Lösungsschlüssel Leseverstehen

Aufgabe 1 Aufgabe 4
1 a b c d e f g h

negativ 21 a b c
✗ d 26
✗a b c d

2 a b c d
✗e f g h negativ 22 a

b c d 27 a b
✗c d

3 a
✗b c d e f g h negativ 23 a

b c d 28 a b
✗c d

4
✗a b c d e f g h negativ 24 a b c
✗ d 29
✗a b c d

5 a b c d e
✗f g h negativ 25 a b

c d 30 a
✗ b c d

Aufgabe 2
6 Idee / Konzeption o. Ä.

7 boomte / eine Blütezeit erlebte / gute Geschäfte machte o. Ä.

8 Angebot o. Ä.

9 (an-)steigen / nach oben gehen o. Ä.

10 ein Ende / Stopp / (Um-)Kippen / eine Umkehr o. Ä.

11 der Meinung / der Ansicht o. Ä.

12 entwickelt / erarbeitet o. Ä.
:
Prüfer
13 wichtig / entscheidend / von großer Bedeutung o. Ä. P rü ferin/den
ie n
is für d r der Aufgabe ngen
Hinwe rr ek tu r L ö su
K o fü
14 schaffen / herstellen / fördern o. Ä. Bei der P u nk te nur G rammatik
-
erden nde
6-15 w ltlich entstelle en .
ha vergeb
15 kümmert sich / bemüht sich o. Ä. ohne in ografiefehler A ntwort.
r O rth ie ers te
ode nu r d
et wird
Gewert

Aufgabe 3

16 a
✗ b 18 a
✗b 20 a
✗b

17
✗a b 19

a b

bitte wenden…/4
3
Zentrale Mittelstufenprüfung
ZMP - HV
PRÜFERBLÄTTER
Hörverstehen 1 - Transkription Modellsatz 6/2002 I

Telefonat mit dem Goethebund

Sie hören jetzt ein Telefongespräch. Herr Pauli P.: Um wie viel günstiger? Zum Beispiel im
hat kürzlich etwas über die kulturellen Aktivitä- Theater?
ten des Goethebunds gehört. Er ruft im Büro
des Goethebunds an, um sich genauer nach der H.: Das hängt vom jeweiligen Theater ab. Sie
Arbeit, den Zielen, den Angeboten des Goethe- wissen ja, dass wir private und städtische Thea-
bunds und anderen ihm wichtigen Punkten zu ter haben. Die privaten müssen sich im Prinzip
erkundigen. Diese Punkte finden Sie in der Auf- allein finanzieren, die städtischen werden kräftig
gabe. Notieren Sie während des Hörens die In- subventioniert. Und je nach der öffentlichen Un-
formationen, die die Dame vom Goethebund zu terstützung ändern sich auch die uns von den
diesen Punkten gibt. Zu diesem Gespräch sol- Theatern gewährten Rabatte – bei Privatthea-
len Sie 10 Aufgaben lösen. Sie hören das Ge- tern sind es vielleicht nur 2 bis 3 Euro, beim
spräch einmal. Sehen Sie sich jetzt die Aufga- Stadttheater ist unser Abo so günstig wie das
ben Nr. 31– 40 auf dem Notizenblatt an. Lesen vom Theater angebotene.
Sie bitte auch die Beispiele 01 und 02.
P.: Bleiben wir beim Geld. Wie hoch ist denn der
Jahresbeitrag?
Frau Hagen: Goethebund Bremen, Hagen, gu-
ten Tag. H.: Für eine Person ist der Beitrag pro Jahr 30
Euro. Es gibt dann aber auch noch die Doppel-
Herr Pauli: Guten Tag. Mein Name ist Pauli. mitgliedschaft für Paare zu 45 Euro und die Mit-
Frau Hagen, ich habe vor kurzem jemanden ge- gliedschaft für junge Leute, sprich Schüler und
troffen, der ganz begeistert war von einer Reise Studenten, zu 15 Euro.
mit Ihnen. Außerdem sollen Sie auch noch an-
dere interessante Sachen anbieten. Nun würde P.: Und Ihre Reisen – sind die auch günstiger?
ich mich gern sozusagen direkt an der Quelle in-
formieren. H.: Nein, da muss ich Sie leider enttäuschen.
Rabatte gibt es nur noch in Museen und bei
H.: Gern. Reisen sind wirklich nur ein Aspekt manchen Veranstaltern – die Höhe variiert aller-
unserer Arbeit. Vielleicht erzähle ich erst einmal dings.
etwas und Sie haken dann ein.
P.: Was bieten Sie sonst?
P.: Gut. Ist der Goethebund übrigens eine rein
Bremer Angelegenheit? H.: Die schon von Ihnen angesprochenen Rei-
sen, genauer Fahrten und Kunstreisen. Außer-
H.: Nein. Was hier bei uns Goethebund heißt, dem noch gemeinsame Museumsbesuche,
heißt anderswo Bund der Theatergemeinden Spaziergänge und Lesenachmittage. Über alles
und findet sich in fast jeder größeren Stadt. Un- informiert unser Goethebrief alle 2 Monate, Sie
ser Ziel ist – und das klingt jetzt vielleicht etwas sind also immer auf dem Laufenden.
bombastisch – die Kultur der jeweiligen Region
zu stärken und zu fördern. Ursprünglich hatten P.: Ah, wird an den Lesenachmittagen über Lite-
diese Vereinigungen – sie bestehen jetzt seit ratur diskutiert?
102 Jahren – das Ziel, Aufführungen, die von
der Zensur bedroht wurden, in privater Form zu H.: Das weniger, obwohl es nach den Lesungen
ermöglichen. Heute, sage ich mal salopp, ist der natürlich die Möglichkeit gibt, über das Gehörte
Goethebund der Vermittler preiswerter Abonne- zu sprechen. Wichtiger ist unseren Mitgliedern
ments für Theater und Konzerte. aber der Hörgenuss. Es sind nämlich immer
professionelle Schauspieler, die zum Beispiel

4
Zentrale Mittelstufenprüfung
ZMP - HV
PRÜFERBLÄTTER
Hörverstehen 1 - Transkription Modellsatz 6/2002 I

Telefonat mit dem Goethebund (Fortsetzung)

aus Werken von Kafka, Kleist oder aber auch dass unsere Teilnehmer schon ein Komforthotel
Wilhelm Busch vorlesen. Gerne kommen ar- wollen und dafür dann auch mehr zu zahlen be-
beitslose Künstler, die so eine Chance kriegen, reit sind. Drittens, und das ist ganz wichtig: Wir
wenn auch minimal. bieten einfach mehr als die klassische Studien-
Für die Literatur ist der Goethebund übrigens reise, die Ihnen in allen Reisebüros angeboten
hier sehr engagiert. Zusammen mit Radio Bre- wird. Es gibt nicht nur die üblichen Besichtigun-
men und der Hochschule Bremen hat der Goe- gen – wir gehen am Abend auch schon mal ge-
thebund das Literaturforum geschaffen. Dieses meinsam in ein Konzert, sehen ein Stück im
Forum ist jedes Jahr für die wohl bundesweit berühmten Theater XY. Die Reiseleitung über-
einmalige Veranstaltung „poetry on the road“ nehmen engagierte Ehrenamtliche.
verantwortlich. Dichter aus aller Herren Länder
kommen zusammen, lesen an unterschiedlichs- P.: Und in Ihrem Büro kann ich dann eine Fahrt
ten Orten und, wenn das Wetter mitspielt, auch buchen, mich zu einem Museumsbesuch an-
wortwörtlich auf der Straße. melden und so weiter?

P.: Muss man eigentlich sehr belesen sein, H.: Genau, aber das geht meist auch telefo-
quasi Vorkenntnisse haben, um bei Ihnen mitzu- nisch, brieflich, per Fax oder auch per e-Mail.
machen? Ein ganz wichtiger Teil unseres Dienstes am
Kunden, also für Sie hier im Büro ist aber der
H.: Aber nein! Die Mitgliedschaft ist für jeden of- Kartentausch. Wenn Sie z. B. mal keine Zeit fürs
fen; jeder, der sich für Kunst interessiert, ist will- Theater haben und die Karte loswerden wollen,
kommen. Und wer kein Interesse hat, will ja oder wenn Sie für eine ausverkaufte Vorstellung
auch gar nicht zu uns kommen. Zur Zeit haben noch Karten brauchen – wir hier im Büro versu-
wir übrigens 2000 Mitglieder. chen, die verschiedenen Interessen der Mitglie-
der zu koordinieren. Das klappt ziemlich gut und
P.: So viel!? Nun noch mal zu meinem Aus- ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
gangspunkt, den Reisen bzw. Fahrten. Was
gibt’s da so? P.: Wann ist das Büro eigentlich besetzt?

H.: Ich fange mal mit den Tagesfahrten an. Oft H.: Vormittags zwischen halb zehn und zwölf
gibt es z.B. Fahrten zu interessanten Museen sind wir für den Publikumsverkehr da. Wenn Sie
bzw. zu besonderen Ausstellungen. Zum Bei- außerhalb der Verkehrszeiten anrufen, hören Sie
spiel im vergangenen Jahr nach Essen oder den Anrufbeantworter, wir rufen Sie aber auf je-
nach Magdeburg zu dieser phantastischen Aus- den Fall zurück.
stellung über Otto den Großen. Die Kulturreisen
führen zu Zielen in ganz Europa. Italien oder P.: Tja, im Moment habe ich keine Fragen mehr.
England sind immer dabei. Was jetzt aus dem Ich lass mir das alles noch mal durch den Kopf
Rahmen fällt und schon ein besonderes Erleb- gehen. Vorerst aber vielen Dank für Ihre Aus-
nis werden wird, ist die geplante Moskau-Reise. künfte.
Das Programm ist enorm anspruchsvoll und ich
schätze auch reichlich anstrengend für die Teil- H.: Gern geschehen.
nehmer.

P.: Und wie sind die Preise?

H.: Relativ gehoben. Das hat mehrere Gründe:


Erstens arbeiten wir mit bewährten, erfahrenen
Reiseunternehmen zusammen. Dann ist es so,

bitte wenden…/6
5
Zentrale Mittelstufenprüfung
ZMP - HV
PRÜFERBLÄTTER
Hörverstehen 2 - Transkription Modellsatz 6/2002 I

Radiosendung

Sie hören jetzt eine Radiosendung. Sie hat die Intelli- Prof. Heller: Ein Intelligenztest besteht aus verschie-
genz zum Thema. Sie fragt, was als intelligent ange- denen Aufgaben und Problemstellungen. Das kön-
sehen wird, wie man Intelligenz definiert und misst. nen sprachliche Aufgaben sein, das können Aufga-
Zu diesem Text sollen Sie 10 Aufgaben lösen. Lesen ben aus dem Bereich der Mathematik sein oder
Sie jetzt die fettgedruckten Fragen neben den Num- manchmal auch so Puzzle-Aufgaben, wo mit Figuren
mern 41– 50. Hören Sie den Text zuerst einmal ganz. ein Muster zum Beispiel unvollständig vorgegeben
Danach hören Sie ihn in Abschnitten noch einmal. ist, das dann zu vervollständigen ist. Solche Aufga-
ben sollen Denkfähigkeiten prüfen, sprachliche
Denkfähigkeiten zum Beispiel bei Satzergänzungen
Kommentator: Zum Anfang eine kleine Geschichte: oder Analogiebildungen. Etwa: Heiß verhält sich zu
der König von Neapel hörte von einem Mann in der kalt wie nass zu ... und jetzt muss man ergänzen.
Stadt, der in einem dicken Buch die Torheiten aller Oder Satzergänzungen sind vorzunehmen, es wer-
großen Männer seiner Zeit aufgezeichnet habe. Er den unvollständige Sätze vorgegeben, die dann zu
ließ ihn in den Palast kommen und fragte: „Steh’ ich vervollständigen sind. Das Ergebnis einer solchen
etwa auch in deinem Buch?“ Der Befragte, nennen Leistungsprüfung besteht eben in einem oder in den
wir ihn Giuseppe, blätterte in seinem Buch und las neueren Tests meistens in mehreren Kennwerten, die
dann: „Der König von Neapel hat einen Mohren mit Auskunft über die Denkfähigkeiten in unterschied-
zwölf Dukaten nach Afrika geschickt, um Pferde zu lichen Bereichen, im sprachlichen Bereich, in techni-
kaufen.“ – „Warum hältst du das für eine Torheit?“, schen Bereichen, in mathematischen Denkbereichen
fragt der König erstaunt. „Weil der Mohr mit dem usw. geben sollen.
Geld in seinem Lande bleiben wird!“ – „Wenn er aber
doch zurückkommt?“ – „Dann“, sagt Giuseppe, *** Ende des ersten Abschnitts ***
„werde ich den Mohren in mein Buch eintragen.“
Kommentator: Individuelle Intelligenz, wo kommt
Wir sehen: Dummheit und Klugheit hängen eng mit- sie her, ist sie ein Produkt des persönlichen Fleißes,
einander zusammen und werden je nach den Um- kann man sie fördern, entwickeln, nicht nur in der
ständen, unter denen sie auftreten, unterschiedlich Schule, sondern durch Erziehung ganz allgemein?
bewertet. Nun, wir leben nicht zur Zeit des Königs Spielt die Umgebung, das Milieu eine Rolle? Oder
von Neapel, heute wird die Gescheitheit oder Intelli- hat man das alles von Papa, von Oma oder sonst je-
genz so ernst genommen, dass man darüber kaum mandem in der Verwandtschaft geerbt? Die Fragen
spaßen kann. Der individuelle Grad der Intelligenz ist klingen harmlos, aber in den 60er Jahren waren sie
sozusagen zum Sesam-öffne-dich für mehr oder we- heiß diskutiert und umstritten. Erziehung und Gesell-
niger attraktive und entsprechend bezahlte Jobs ge- schaft sind für die Intelligenz zuständig, das war die
worden. – auch politisch motivierte – Überzeugung der
Wer sich um einen solchen bewirbt nach der Schule „68er“. Und wer etwas anderes behauptete, zu be-
oder dem Studium, der wird nicht nur ausgefragt weisen suchte, der wurde ausgepfiffen in den Hör-
vom Personalchef oder zukünftigen Vorgesetzten, er sälen, ja sogar beschimpft als Rassist oder Nazi. So
muss immer häufiger auch eine Prüfung bestehen, tief saß die Überzeugung oder das Wunschdenken in
einen so genannten Intelligenztest, mit dessen Hilfe den Gehirnen: Biologie, die Gene hätten nichts mit
der so genannte Intelligenzquotient IQ des Bewer- der Ausbildung der Intelligenz zu tun, dass über Jah-
bers festgestellt werden soll. Dafür gibt’s keine so re hin Forschungsergebnisse von Naturwissen-
hübschen Geschichten wie die vom König von Nea- schaftlern, die das Gegenteil nachwiesen, einfach
pel, das müssen uns Fachleute erklären. Professor ignoriert wurden.
Kurt Heller vom Lehrstuhl für pädagogische Psycho- Wir fragen Professor Heller nach dem heutigen
logie an der Universität München zum Beispiel. Stand der Diskussion.

6
Zentrale Mittelstufenprüfung
ZMP - HV
PRÜFERBLÄTTER
Hörverstehen 2 - Transkription Modellsatz 6/2002 I

Radiosendung (Fortsetzung)

Prof. Heller: Also, man kann das wirklich nur sehr hochtechnisierten Gesellschaft, andere Anforderun-
grob und oberflächlich beantworten. Und zwar auf gen gestellt werden als etwa in einer rein agrarischen
der Grundlage vor allem der Erkenntnisse, die wir Gesellschaft von vor hundert Jahren.
aus Zwillingsstudien gewonnen haben. Generell
muss man sich immer klar machen: Jede Intelligenz- Kommentator: Intelligenz ist ein Produkt aus Verer-
entwicklung ist eine Wechselwirkung! Das, was ich bung und Gesellschaft, aber da gibt es noch ein
egal zu welchem Zeitpunkt mit einem Intelligenztest weitgehend ungeklärtes Phänomen. Der neuseelän-
messe, ist niemals reine Anlage, niemals reines dische Politologe Flynn hat es entdeckt: Er unterzog
Fähigkeitspotenzial, anlagebedingt, sondern immer Jugendliche Intelligenztests aus früherer Zeit, und
auch ein Ergebnis dessen, was ich und was mögli- siehe da, sie schnitten statistisch gesehen besser ab
cherweise auch die Eltern und andere, die für meine als ihre Konkurrenten von damals. Das so gewonne-
Erziehung und Sozialisation verantwortlich sind, ge- ne Material war so umfangreich, dass Flynns Unter-
macht haben, was unterstützt worden ist. Das heißt, suchungen sich zum so genannten Flynn-Effekt ver-
jede Fähigkeitsmessung ist ein Interaktionsprodukt, dichteten: Alle zehn Jahre steigt der so genannte IQ
wie wir sagen, also ein Wechselwirkungsprodukt von um sieben Punkte, das würde bedeuten, dass schon
Anlage und Umwelt. innerhalb einer Generation die Intelligenz rapide zu-
Ganz grob kann man, so weit wir das aus Zwillings- nimmt und, legt man gar historische Dimensionen zu
studien genauer wissen, denn da kann man ja einei- Grunde, müsste Goethe im Vergleich zu einem Abitu-
ige, zweieiige Zwillingsgeschwister usw. vergleichen, rienten 2000 geradezu schwachsinnig gewesen sein.
kann man etwa sagen, dass zwischen 50 und 70
Prozent der Leistungsunterschiede im Tennis, im Prof. Heller: Das ist klar, dass man das nicht in dem
Fußball, in Mathematik, im Fremdsprachenunter- Sinne interpretieren kann, dass die Intelligenz in der
richt, im Schachspiel, wo auch immer, etwa 50 bis 70 Gesellschaft um dieses Maß jeweils gewachsen ist.
Prozent eher durch Anlagefaktoren und der Rest Sicherlich ist die Wissensmenge, die in der heutigen
durch Training, Übung, Erziehung, Unterricht usw. Gesellschaft gespeichert ist, nicht beim Einzelnen,
bedingt ist. Das gilt fürs erste Lebensjahr genauso aber kollektiv und in Medien usw., ungleich größer,
wie fürs zehnte oder zwanzigste Lebensjahr. als das noch zur Zeit Goethes oder eines Leibniz
war. Insofern konnte man damals noch einigermaßen
*** Ende des zweiten Abschnitts *** als genialer Mensch wie Goethe oder Leibniz das
Weltwissen überblicken, egal in welcher Disziplin.
Frager: Die Gesellschaft, die redet ja nun mit, wir ha- Denken Sie an die Farbenlehre Goethes. Nicht nur
ben heute eine sehr naturwissenschaftlich bestimm- also in der Literatur und in der Politik, sondern eben
te Wissenschaft – da dürfte doch auch die Intelligenz auch dann im naturwissenschaftlichen Bereich. Das
von der Richtung bestimmt werden oder stark beein- wäre heute gar nicht mehr möglich, weil ein Einzelner
flusst werden? (dazwischen Prof. Heller: gut, gut, überhaupt nicht das Weltwissen selbst in einem be-
natürlich) stimmten eng umgrenzten Bereich überblickt.

Prof. Heller: Gut. Natürlich, es gibt nicht die Intelli-


genz, sondern Intelligenz ist immer in einem be-
stimmten kulturellen, sozialen, gesellschaftlichen
Kontext definiert oder, besser sagen wir, bewertet.
Und wenn man Intelligenz mal ganz allgemein defi-
niert als die Fähigkeit, mit Hilfe des Denkens sich an
neue Situationen anzupassen, neue Aufgaben zu be-
wältigen, ohne Rückgriff auf Lernerfahrungen, dann
wird klar, dass in unserer Zeit jetzt, jetzt in einer

bitte wenden…/8
7
Zentrale Mittelstufenprüfung
ZMP - HV
PRÜFERBLÄTTER
Hörverstehen Modellsatz 6/2002 I

Lösungsschlüssel Hörverstehen

Aufgabe 1
31 45 Euro

32 bei Museen o. Ä.

33 alle 2 Monate / jeden 2. Monat o. Ä.

34 (professionelle / arbeitslose) Schauspieler o. Ä.

35 Literaturforum o. Ä.

36 jeden (an Kunst) Interessierten o. Ä.

37 Moskau

38 (zusätzlich) Konzert- und Theaterbesuche o. Ä.

39 Kartentausch / Vermittlung: wer sucht eine Karte, wer will seine Karte nicht mehr o. Ä.

40 von 9.30 Uhr bis 12.00 Uhr o. Ä.


:
Prüfer
P rü ferin/den
ie n
is für d r der Aufgabe
Hinwe rr ektu u ng en ohn
e
r K o r Lö s r
Be i de nu r fü tik- e
o d
Punkte nde Gramma
werden lle ew erte t
h entste ben. G
inhaltlic efehler verge .
ra fi o rt
Aufgabe 2 Orthog te Antw
r die ers
wird nu
41 a b ✗c 46 a✗ b c

42 a ✗ b c 47 a ✗b c

43 a ✗b c

48 a b c

44 a ✗ b c 49 ✗
a b c

45 a b
✗c 50 a ✗b c

8
Zentrale Mittelstufenprüfung
ZMP - SA
PRÜFERBLÄTTER
Schriftlicher Ausdruck - Aufgabe 1 Modellsatz 6/2002 I

Bewertungs- 5 Punkte 4 - 3 Punkte 2 - 1 Punkt 0 Punkte


kriterien

I Inhaltliche alle Inhaltspunkte vier bzw. drei zwei bzw. ein weniger als
Vollständigkeit schlüssig und Inhaltspunkte Inhaltspunkt fünf Inhalts-
angemessen schlüssig und schlüssig und punkte ansatz-
dargestellt angemessen angemessen weise behandelt
dargestellt dargestellt bzw.
alle Inhaltspunkte
nur ansatzweise
behandelt

II Textaufbau Text klar und Textgliederung Inhaltspunkte bzw. unübersichtlicher


übersichtlich, angemessen, Sätze folgen an Text, kaum
Inhaltspunkte bzw. Inhaltspunkte bzw. mehreren Stellen Verknüpfung der
Sätze sind gut Sätze sind mehr- unverknüpft auf- Inhaltspunkte
miteinander heitlich sinnvoll einander oder bzw. Sätze
verknüpft miteinander ver- weisen logische
knüpft Brüche auf.

III Ausdruck abwechslungs- mehrheitlich Wortschatz an Wortschatz in


reicher, durch- angemessener vielen Stellen ganzen
gehend ange- Wortschatz nicht Passagen
messener angemessen nicht angemessen
Wortschatz

IV Korrektheit nur sehr mehrere häufige Die große Zahl


in Morphologie, vereinzelte Regelverstöße, Regelverstöße, der Regel-
Syntax, Regelverstöße die aber das die den verstöße stört
Orthografie Verständnis kaum Leseprozess das Verständnis
und beeinträchtigen behindern des gesamten
Interpunktion Textes erheblich.

Wenn in Aufgabe 1 bei einem Kriterium mit 0 Punkten bewertet wird,


gilt der Prüfungsteil Schriftlicher Ausdruck insgesamt als „nicht bestanden“.
Die Bewertung erfolgt in ganzen Punkten.

bitte wenden…/10
9
Zentrale Mittelstufenprüfung
ZMP - SA
PRÜFERBLÄTTER
Schriftlicher Ausdruck - Aufgabe 2 Modellsatz 6/2002 I

Lösungsschlüssel
Schriftlicher Ausdruck - Aufgabe 2

Aufgabe 2
51 erfahren / gehört o. Ä.

52 stattfinden o. Ä.

53 nehmen

54 vereinen / versammeln / scharen o. Ä.

55 an

56 der Tisch / die Tafel o. Ä.

57 im Sitzen / sitzend o. Ä.

58 verbringen o. Ä.
:
Prüfer
59 reservieren / buchen / bestellen o. Ä. P rü fe rin/den
ie n
is für d r der Aufgabe
Hinwe rr ektu un g en
Ko L ös
60 Ankunftszeit o. Ä. Bei der unkte nur für o h ne
werden
P r und r
m m atikfehle h og ra fiefehle
ne G ra de O rt nk te
oh llen e Pu
h altlic h entste e n nur ganz erste
in we rd r die
en. Es wird nu
vergeb G ewertet
en .
vergeb
.
Antwort

10
Zentrale Mittelstufenprüfung
ZMP - MA
PRÜFERBLÄTTER
Mündliche Kommunikation - Einführendes Gespräch Modellsatz 6/2002 I

Einführendes Gespräch (Zeit: 1 - 2 Minuten)


Vorschläge für Fragen:
Variante A:
Kandidat/-in und Prüfer/-in kennen sich noch nicht

 Mein Name ist ...


Das ist mein Kollege / meine Kollegin, Herr / Frau ...
Und wie ist Ihr Name bitte?

 Aus welchem Land Kommen Sie? / Woher genau?

 Was machen Sie dort beruflich?

 Welchen Beruf möchten Sie einmal ausüben?


Warum?

 Wie nützlich ist Deutsch dabei?

 Was studieren Sie / möchten Sie studieren?

 Wo bzw. wie bzw. wie lange haben Sie


Deutsch gelernt?

Variante B:
Kandidat/-in und Prüfer/-in kennen sich

 Wie lange haben Sie jetzt eigentlich Deutsch


gelernt?

 Und wozu brauchen Sie Deutsch genau?

 Wollen Sie noch weiter Deutsch lernen?


(Ja: Wie lange? / Nein: Warum nicht?)

 Was gefällt Ihnen an der deutschen Sprache?

 Finden Sie es einfach oder schwierig,


Fremdsprachen zu lernen?

 Haben Sie einen besonderen Grund, warum Sie


diese Prüfung machen?

 Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

bitte wenden…/12
11
Zentrale Mittelstufenprüfung
ZMP - MA
PRÜFERBLÄTTER
Mündliche Kommunikation - Aufgabe 1 Modellsatz 6/2002 I

Aufgabe 1: Über ein Thema sprechen


(Zeit: 5 - 7 Minuten)

Hinweis Vorschläge zur Vorgehensweise


Bei dieser Aufgabe geht Der/Die Prüfende legt dem Teilnehmer/der Teilnehmerin zur
es nicht um eine Bild- Vorbereitung drei Blätter mit je zwei Fotos zur Auswahl vor.
beschreibung im engeren Der/Die Teilnehmende wählt ein Blatt aus.
Sinne. Die Fotos sollen viel-
mehr als Stimulus für eine
zusammenhängende a) Eröffnung des Gesprächs
Äußerung zu einem Thema
dienen. Sagen Sie doch bitte zuerst einmal,

 welche Personen und Orte hier dargestellt sind.

 Was machen die Leute?

 Um was für Situationen handelt es sich?

b) Identifizierung des Themas


Versuchen Sie doch jetzt einmal, die beiden Bilder zu
vergleichen.

 Mit welchem Thema beschäftigen sich die Bilder?

 Sehen Sie ein gemeinsames Thema in den


beiden Bildern?

c) Rückbezug auf die Verhältnisse im Heimatland

 Könnten diese Fotos auch in Ihrem Land


aufgenommen worden sein?

 Was wäre anders?

d) Persönlicher Eindruck

 Welches Bild gefällt Ihnen besser / spricht Sie


mehr an? Warum?

 Wie wirkt das eine Bild auf Sie, wie das andere?

 Was spricht Sie besonders an?

12
Zentrale Mittelstufenprüfung
ZMP - MA
PRÜFERBLÄTTER
Mündliche Kommunikation - Aufgabe 2 Modellsatz 6/2002 I

Aufgabe 2: Ein Problem diskutieren


(Zeit: 5 - 7 Minuten)

Hinweis Vorschläge zur Vorgehensweise


Bei dieser Aufgabe geht es
darum, dass Kandidat/-in Der/Die Prüfende legt dem Teilnehmer/der Teilnehmerin zur
und Prüfer/-in im Gespräch Vorbereitung drei Aufgabenblätter zur Auswahl vor. Der/Die
etwas aushandeln. Dabei Teilnehmende wählt ein Blatt aus.
kommt es nicht darauf an,
die „richtige“ Interpretation
der Bilder zu finden, auch a) Darstellung der Situation:
subjektive Auslegungen
sind zugelassen. Der/Die Der/Die Prüfende stellt einführend die Situation kurz dar.
Prüfende sollte dem Kandi- Die Informationen, die der Text auf dem Aufgabenblatt ent-
daten/der Kandidatin genü- hält, sollen frei wiedergegeben werden.
gend Raum für Vorschläge,
Erwiderungen etc. geben.
b) Erwarteter Gesprächsverlauf:

Im Gespräch sollte der Kandidat/die Kandidatin dazu ver-


anlasst werden,

 die Angebote zu sichten und einige davon zu


versprachlichen

 Vorschläge für die Auswahl zu machen und zu


begründen

 auf Gegenvorschläge des Gesprächspartners


zu reagieren

 gemeinsam mit dem Gesprächspartner die


Alternativen abzuwägen

 eine Lösung vorzuschlagen und zu begründen

bitte wenden…/14
13
Zentrale Mittelstufenprüfung
ZMP - MA
PRÜFERBLÄTTER
Mündliche Kommunikation - Aufgabe 1 und 2 Modellsatz 6/2002 I

Bewertungs- 6 - 5 Punkte 4 - 3 Punkte 2 - 1 Punkt 0 Punkte


kriterien

I Erfüllung der Der Beitrag ist Der Beitrag ist Der Beitrag ist Der Beitrag ist
Aufgaben- ausführlich, noch von ange- kurz, der Kandidat zu kurz,
stellung der Kandidat messener erfüllt den Aussagen bleiben
erfüllt den Länge, der Gesprächsauftrag unklar; der
Gesprächsauftrag Kandidat erfüllt ansatzweise, Kandidat hat
voll und trägt den Gesprächs- er beteiligt sich Schwierigkeiten,
durchgehend auftrag noch ausschließlich sich überhaupt
aktiv zum effektiv und trägt reaktiv am am Gespräch
Gesprächsverlauf über weite Gespräch. zu beteiligen.
bei. Strecken aktiv
zum Gesprächs-
verlauf bei.

II Kohärenz zusammenhän- nicht durchgängig sprachlich sprachlich be-


und Flüssigkeit gende Äußerung, zusammen- bedingte dingte abgehack-
das Sprechtempo hängende stockende te Sprechweise,
wirkt natürlich Äußerung, Sprechweise be- sodass zentrale
das Sprechtempo einträchtigt die Aussagen unklar
ist weitgehend Verständigung bleiben
(noch) gelegentlich
angemessen

III Ausdruck fast durchweg über weite situations- einfachste Aus-


fehlerfreie, Strecken unspezifische drucksweise
angemessene angemessene Ausdrucksweise und häufige
Ausdrucksweise Ausdrucksweise, und größere schwere Fehl-
jedoch einige Zahl von griffe, die das
Fehlgriffe Fehlgriffen Verständnis
verhindern

IV Korrektheit nur sehr mehrere Regel- häufige Die große Zahl


in Morphologie vereinzelte verstöße, die aber Regelverstöße, der Regelverstöße
und Syntax Regelverstöße das Verständnis die das verhindert das
noch nicht Verständnis Verständnis.
beeinträchtigen beeinträchtigen

V Aussprache schwach deutlich wahr- Wegen Aus- Wegen starker


und wahrnehmbarer nehmbare Ab- sprachschwierig- Abweichungen
Intonation fremdsprachlicher weichungen bei keiten bei be- von der
Akzent einzelnen Lauten stimmten Lauten Standardsprache
bzw. Betonung ist beim ist das
einzelner Wörter, Gesprächspartner Verständnis
die aber das erhöhte erheblich
Verständnis nicht Konzentration. erschwert.
beeinträchtigen erforderlich.

Die Bewertung erfolgt in ganzen Punkten

14