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DIN 6650-7:2008-11

Inhalt
Seite

Vorwort ........................................................................................................................................................... 3
1 Anwendungsbereich ........................................................................................................................ 4
2 Normative Verweisungen................................................................................................................. 4
3 Begriffe .............................................................................................................................................. 4
4 Allgemeine Anforderungen.............................................................................................................. 5
5 Anforderungen an Lagerräume und -bereiche .............................................................................. 5
5.1 Begehbare Lagerräume und -bereiche ........................................................................................... 5
5.2 Nicht begehbare Lagerräume und -bereiche ................................................................................. 5
6 Anforderungen an Schanktische, einschließlich Zapfstelle und Spüleinrichtung .................... 5
7 Anforderungen an den Aufbau des getränke- und/oder grundstoffseitigen Teils von
Getränkeschankanlagen .................................................................................................................. 6
8 Prüfungen .......................................................................................................................................... 7
9 Dokumentation.................................................................................................................................. 7
Literaturhinweise ........................................................................................................................................... 8

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DIN 6650-7:2008-11

Vorwort
Diese Norm wurde vom NA 012-00-04 GA „Gemeinschaftsarbeitsausschuss FNCA/NAL: Getränkeschank-
anlagen“, der vom NA 012 Normenausschuss Chemischer Apparatebau (FNCA) und dem NA 057 Normen-
ausschuss Lebensmittel und landwirtschaftliche Produkte (NAL) gebildet wird, erarbeitet. Im NA 012 Normen-
ausschuss Lebensmittel und landwirtschaftliche Produkte (NAL) wurden die Normungsarbeiten innerhalb des
Arbeitsausschusses NA 057-02-01 AA „Lebensmittelhygiene“ abgestimmt. Die Erarbeitung dieser Norm
erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis „Getränkeschankanlagen“ der BGN, Berufsgenossenschaft
Nahrungsmittel und Gaststätten.

Die Herausgabe der Neufassung dieser Norm wurde aus folgenden Gründen nötig.

Durch die in der Vorgängerausgabe in 6.4 enthaltene Anforderung, dass „geeignete Spüleinrichtungen mit
angemessener Kalt- und Warmwasserversorgung vorhanden sein“ müssen, wurden alle Spüleinrichtungen
erfasst. Dies bedeutete in der Praxis, dass neben der Forderung, dass bei der Handspülung mit zwei
nebeneinander liegenden Spülbecken ein Kalt- und Warmwasseranschluss erforderlich sein muss, auch
Gläserspülgeräte mit einer Kalt- und Warmwasserversorgung ausgestattet sein mussten.

Diese weitergehende Anforderung war aber durch das allgemeine Hygienerecht, wie es in der EG-Verordnung
Nr 852/2004 [1] festgelegt ist, nicht begründet. Der Betreiber hat nach den einschlägigen Hygienevorschriften
sicherzustellen, dass die Verordnung erfüllt wird. Das bedeutet, er muss gewährleisten, dass das Reinigungs-
ziel (siehe DIN 10511) erreicht wird. Wie er das Reinigungsziel erreicht, bleibt letztlich in seiner Verantwortung
und sollte nicht in der Norm festgelegt sein.

DIN 6650 Getränkeschankanlagen besteht aus:

Teil 1: Allgemeine Anforderungen

Teil 2: Werkstoffanforderungen

Teil 3: Sicherheitstechnische Anforderungen an Bau- und Anlagenteile

Teil 4: Hygieneanforderungen an Bau- und Anlagenteile

Teil 5: Prüfung

Teil 6: Anforderungen an Reinigung und Desinfektion

Teil 7: Hygienische Anforderungen an die Errichtung von Getränkeschankanlagen

Teil 8: Leitungsgebundene Wasseranlagen (in Vorbereitung)

Teil 9: Freistehende Wasseranlagen (in Vorbereitung)

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DIN 6650-7:2008-11

Änderungen

Gegenüber DIN 6650-7:2006-04 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

a) in 6.4 wurde der erste Satz („Um eine schnelle und ausreichende Reinigung der verwendeten
Schankgefäße zu gewährleisten, müssen geeignete Spüleinrichtungen mit angemessener Kalt- und
Warmwasserversorgung vorhanden sein.“) gestrichen (siehe hierzu auch Erläuterung im Vorwort), und
eine Anforderung hinsichtlich der Festlegung der für den Reinigungseffekt wirksamen Parameter sowie
eine Anmerkung zur Kaltwasserspülung wurden aufgenommen;

b) in den Literaturhinweisen wurde die EG-Verordnung Nr 852/2004 über Lebensmittelhygiene ergänzt;

c) die Norm wurde redaktionell überarbeitet.

Frühere Ausgaben

DIN 6650-7: 2006-04

1 Anwendungsbereich
Diese Norm legt allgemeine hygienische Anforderungen für die Errichtung von Getränkeschankanlagen fest.
Diese Anforderungen wurden so festgelegt, dass sie die nach heutigen Erkenntnissen kalkulierbaren Risiko-
faktoren berücksichtigen.
ANMERKUNG Zusätzliche besondere hygienische Anforderungen für spezielle Getränkeschankanlagen sind in den
Normen der Reihe DIN 6650 festgelegt.

2 Normative Verweisungen
Die folgenden zitierten Dokumente sind für die Anwendung dieses Dokuments erforderlich. Bei datierten
Verweisungen gilt nur die in Bezug genommene Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte
Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments (einschließlich aller Änderungen).

DIN 6650-1, Getränkeschankanlagen — Teil 1: Allgemeine Anforderungen

DIN 6650-6, Getränkeschankanlagen — Teil 6: Anforderungen an Reinigung und Desinfektion

DIN 10511, Lebensmittelhygiene — Gewerbliches Gläserspülen mit Gläserspülmaschinen — Hygienische


Anforderungen, Prüfung

3 Begriffe
Für die Anwendung dieses Dokuments gelten Begriffe nach DIN 6650-1 und die folgenden Begriffe.

3.1

begehbarer Lagerraum

begehbarer Raum, in dem die an die Getränkeschankanlage angeschlossenen Getränke- oder Grundstoff-
behälter aufgestellt sind

3.2
begehbarer Lagerbereich
begehbarer Bereich innerhalb eines Raumes, in dem die an die Getränkeschankanlage angeschlossenen
Getränke- oder Grundstoffbehälter aufgestellt sind

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DIN 6650-7:2008-11

4 Allgemeine Anforderungen
Getränkeschankanlagen müssen nach den gültigen lebensmittelrechtlichen Vorschriften sowie nach dem
Stand der Technik betrieben werden.

5 Anforderungen an Lagerräume und -bereiche

5.1 Begehbare Lagerräume und -bereiche

5.1.1 Lagerräume und -bereiche müssen den lebensmittelrechtlichen Vorschriften entsprechend errichtet
werden.

5.1.2 Die Fußböden der Lagerräume und -bereiche müssen wasserundurchlässig und leicht zu reinigen
sein. Die Ansammlung von Flüssigkeiten ist zu vermeiden, z. B. durch eine Fußbodenentwässerung
(Ablauföffnung) und durch ein ausreichendes Gefälle des Fußbodens. Die Fußbodenentwässerung muss
gegen das Eindringen von Gerüchen und Schädlingen sowie gegen Rückstau von Flüssigkeiten sicher sein
und ist an die Abwasserleitung anzuschließen. Abdeckung und Schmutzauffangbehälter müssen ohne
Werkzeug zur Reinigung herausnehmbar sein.

5.1.3 In Lagerräumen und -bereichen muss eine Trinkwasserzapfstelle vorhanden sein. Sofern dies aus
technischen Gründen nicht möglich ist, muss sie in unmittelbarer Nähe des Lagerraumes oder des
Lagerbereiches angebracht sein.

5.1.4 Lagerräume und -bereiche müssen gegen nachteilige Einwirkungen, insbesondere durch Wärme,
Vibrationen (auf Schiffen), Staub und Gerüche, geschützt sein. Die Höchsttemperatur im Lagerraum sollte die
produktspezifische Lagertemperatur nicht überschreiten.

5.2 Nicht begehbare Lagerräume und -bereiche

5.2.1 Nicht begehbare Lagerräume (z. B. Kühlmöbel) sind so zu errichten, dass sie leicht gereinigt und
sauber gehalten werden können.

5.2.2 Rohrleitungen oder elektrische Leitungen sind in nicht begehbare Lagerräume so hineinzuführen,
dass durch die Einführungsöffnungen keine Flüssigkeiten zu- und abfließen können.

5.2.3 Nicht begehbare Lagerräume müssen zur Gewährleistung der Hygiene ausreichend beleuchtet sein
(siehe auch BGR 228).

6 Anforderungen an Schanktische, einschließlich Zapfstelle und Spüleinrichtung


6.1 Der Schanktisch, einschließlich Zapfstelle und Spüleinrichtung, ist aus geeignetem Material und so zu
errichten, dass alle Teile und die Getränkeleitungen leicht gereinigt werden können.

6.2 Tropfmulden müssen vorhanden sein. Sie müssen

a) leicht gereinigt werden können und

b) einen Abfluss haben, der mit einem Geruchsverschluss an die Abwasserleitung angeschlossen sein
muss.

Ein Abfluss ist nicht erforderlich für lose aufgestellte oder leicht herausnehmbare Tropfschalen.

6.3 Die Zapfstelle muss an einer Stelle eingerichtet sein, an der die Getränke durch andere Anlagen oder
Einrichtungen, z. B. Grills oder Fritteusen, keinen nachteiligen Einwirkungen ausgesetzt sind.

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DIN 6650-7:2008-11

6.4 Schankgefäße sind so zu reinigen, dass das Getränk nicht nachteilig beeinflusst wird. Dieses Ziel ist
durch geeignete Spüleinrichtungen und Reinigungsmittel, z. B. Gläserspülmaschinen nach DIN 10511, zu
erreichen.

Die Festlegung der für den Reinigungseffekt wirksamen Parameter Temperatur, Reinigungs- und/oder
Desinfektionsmittel, Mechanik und Zeit muss für die jeweilige Spülsituation (Art der Verunreinigung der
Gläser) erfolgen.

ANMERKUNG Bei Kaltwasserspülung erhöht sich der Aufwand für Reinigungs- und Desinfektionsmittel und für den
mechanischen Reinigungseffekt. Höhere Temperaturen bei der Gläserspülung verringern den Einsatz von
Reinigungs- und Desinfektionsmitteln und den Zeitaufwand.

6.5 Eine Spüleinrichtung nach 6.4 ist nicht erforderlich, wenn nur Schankgefäße benutzt werden, die zum
einmaligen Gebrauch bestimmt sind.

Außerdem ist eine Spüleinrichtung in unmittelbarer Nähe einer Getränkeschankanlage mit Selbstbedienung
nicht erforderlich, wenn diese Einrichtung in einem Nebenraum vorhanden ist.

7 Anforderungen an den Aufbau des getränke- und/oder grundstoffseitigen Teils


von Getränkeschankanlagen
7.1 Leitungen sind an der Zapfstelle und im Lagerraum systematisch zu kennzeichnen, um Verwechs-
lungen auszuschließen.

7.2 Der Errichter der Anlage muss auf das anzuwendende Reinigungsverfahren und -mittel hinweisen,
siehe DIN 6650-1 und DIN 6650-6.

7.3 Getränke- oder Grundstoffleitungen müssen ohne Knicke, Quetschungen und Verdrehungen im
Leitungsverlauf verlegt werden. Durchhang (Sackbildung) ist zu vermeiden. Sie müssen mit den Bauteilen der
Getränkeschankanlage fest und dicht verbunden sein.

Armaturen, Anschlussverschraubungen und Verbindungsstücke sind mit der Leitung so zusammenzufügen,


dass kein technisch vermeidbarer Totraum entsteht.

Die Leitungen dürfen nicht ungeschützt auf dem Fußboden verlegt werden. Sie sind durch Decken und
Wände in Schutz- oder Leerrohren zu führen und so zu verlegen, dass die Leitungen leicht ausgetauscht
werden können.

Die Isolation von Getränkeleitungssystemen muss an den Enden so gestaltet sein, dass keine Flüssigkeiten
(Kondensat) in das Leitungssystem eindringen können.

7.4 Leitungsverbindungen sind nur in technisch unvermeidbarem Umfang zulässig.

7.5 Leitungen müssen vom Leitungsanschlussteil bis zur Zapfarmatur eine gleich bleibende Nennweite
haben. Dies gilt nicht für Leitungen in Anlagen, bei denen eine gleich bleibende Nennweite betriebs- und
reinigungstechnisch nicht notwendig ist.

7.6 Sollen Leitungen mit voneinander abweichenden Nennweiten eingebaut werden, muss gewährleistet
sein, dass die Leitung mit der größten Nennweite mindestens zweimal vorhanden ist. Dies gilt nicht für
Leitungen in Anlagen, bei denen eine gleich bleibende Nennweite betriebs- und reinigungstechnisch nicht
notwendig ist.

7.7 Bei Reihenschaltung von Getränkebehältern einer Getränkesorte sind dafür zugelassene Leitungs-
anschlussteile zu verwenden. Der Errichter hat auf die besonderen hygienischen Risiken hinzuweisen.

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DIN 6650-7:2008-11

8 Prüfungen
8.1 Vor Inbetriebnahme der Anlage ist vorzugsweise durch den Errichter zu überprüfen, ob

a) die Getränkeschankanlage den Anforderungen dieser und anderen zutreffenden Normen, den ein-
schlägigen Vorschriften und dem Stand der Technik entspricht,

b) die Anlage ordnungsgemäß ausgerüstet und aufgestellt ist sowie den hygienischen Anforderungen
entspricht,

c) der Getränke- bzw. Grundstofflagerraum den hygienischen Anforderungen entspricht,

d) der Schanktisch, die Zapfstelle und die Spülvorrichtung den hygienischen Anforderungen entsprechen.

8.2 Der Prüfende hat das Prüfergebnis mit Datum zu dokumentieren und zu bescheinigen.

9 Dokumentation
Nach Errichtung einer Getränkeschankanlage müssen mindestens folgende Angaben dokumentiert werden:

a) Hersteller oder Errichter;

b) Herstellungsdatum;

c) Beschreibung der Anlage;

d) Hinweis auf nicht standardisierte Anlagenteile;

e) Hinweise zur Reinigung und Desinfektion der Anlage und Bauteile;

f) Hinweise auf Wartungsintervalle;

g) Grundreinigung nach Endmontage.

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DIN 6650-7:2008-11

Literaturhinweise

[1] EGV 852/04, Verordnung (EG) Nr 852/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom
29. April 2004 über Lebensmittelhygiene, in: ABl EU, Nr L 226, S. 3–21

[2] BetrSichV:2002-09-27, Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung von
Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb überwachungs-
bedürftiger Anlagen und über die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes (Betriebssicherheits-
verordnung), in: BGBl I, 2002, Nr 70, S. 3777–3816

[3] LFGB:2006-04-26, Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (Lebensmittel-


und Futtermittelgesetzbuch), in: BGBl I, 2006, Nr. 20, S. 945–980

[4] BGR 228:2006-01, BG-Regel — Errichtung und Betrieb von Getränkeschankanlagen, Hrsg. Deutsche
Gesetzliche Unfallversicherung — DGUV.

[5] Internetseiten der beteiligten Gremien:

www.fnca.din.de

www.nal.din.de

www.bgn.de