Sie sind auf Seite 1von 8

THEMA Familienrecht

Vorsorgevollmacht

Juristische Mustertexte haben vor allem ein Kriterium zu erfüllen: Ihre Qualität muss tadellos
sein. Damit Sie sich auf unsere Produkte verlassen können, hat janolaw ein Team von
hochkarätigen Wirtschaftsanwälten und Rechtsprofessoren zusammengestellt, das über die
Produktion wacht. Ergebnis sind mehr als 800 Muster, die sämtliche Bereiche des Privatrechts
abdecken - vom Arbeits- über das Miet- bis hin zum Familien- und Wirtschaftsrecht. Jedes
Muster wurde in der anwaltlichen Praxis überprüft und bringt Ihr Anliegen auf den Punkt; die
ständige Aktualisierung und die Anpassung an veränderte rechtliche Rahmenbedingungen
gehören zum Pflichtprogramm der verantwortlichen Redakteure.

Rechtliche Hinweise

In einer Vorsorgevollmacht können eine oder mehrere Personen des eigenen Vertrauens als
Bevollmächtige für den Fall eingesetzt werden, dass der Vollmachtgeber seine Angelegenheiten
nicht mehr selbst erledigen kann bzw. nicht mehr entscheidungsfähig ist. Sie dient somit
grundsätzlich dem Zweck, eine ansonsten notwendige Betreuung zu vermeiden. Der
Bevollmächtigte unterliegt dann - anders als ein bestellter Betreuer - nicht der gerichtlichen
Aufsicht und Abrechnungskontrolle.

Eine Vorsorgevollmacht ist sowohl zeitlich als auch auf bestimmte Aufgabenbereiche (z.B.
vermögensrechtliche Angelegenheiten, Gesundheitssorge, etc.) beschränkbar. Liegt eine
Vorsorgevollmacht für ein Gebiet vor, darf das Gericht hierfür grundsätzlich keine Betreuung
anordnen. Der Bevollmächtigte muss auch nicht - wie bei der Betreuung - zuerst vom
Betreuungsgericht bestellt werden, sondern kann, wenn die Voraussetzungen der
Bevollmächtigung gegeben sind, sofort tätig werden.

Wenn dem Bevollmächtigten die Vorsorgevollmacht nicht unmittelbar ausgehändigt wird, sollte
dafür Sorge getragen werden, dass er den Aufbewahrungsort kennt oder ihm dieser mitgeteilt
wird, wenn der Vollmachtsfall eintritt. Die Vorsorgevollmacht kann auch beim zentralen
Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer hinterlegt werden.

Weitere Informationen zum Familienrecht erhalten Sie kostenlos unter:


http://www.janolaw.de/ratgeber/familienrecht/

Weitere juristische Mustervorlagen zum Thema Familienrecht erhalten Sie unter:


http://www.janolaw.de/vorlagen-muster/muster/familienrecht/

Formale Hinweise

Die Vorsorgevollmacht bedarf grundsätzlich keiner bestimmten Form. Die schriftliche Form ist
allerdings zum einen aus Gründen der Klarstellung und Beweiskraft zu empfehlen, zum anderen
auch deshalb, weil die Schriftform in bestimmten Konstellationen nötig ist, insbesondere bei evtl.
notwendig werdenden Genehmigungen von ärztlichen oder Freiheitsentziehungs-Maßnahmen
durch den Bevollmächtigten, wobei dies auch ausdrücklich in der Vorsorgevollmacht genannt
sein muss.

Bitte ersetzen Sie die kursiv gesetzten Stellen in Ihrem Muster durch Ihre individuellen Angaben
und entfernen Sie vor Gebrauch des Musters ggf. die in eckige Klammern gesetzten
Bearbeitungshinweise.
Vorsorgevollmacht

Ich, Klaus Mustermann, (Vollmachtgeber), geboren am ______, wohnhaft in der


Mustermannstraße 11, 6088 Musterstadt erteile hiermit jeweils mit Einzelvertretungsbefugnis
Vollmacht an

(1) Frau Hannelore Musterfrau, geboren am ______, wohnhaft in der Mustermannstraße


13, 60888 Musterstadt und
(2) Herrn Walter Mustermann, geboren am ______, wohnhaft in der Musterfraustraße 18,
60888 Musterstadt,
- nachfolgend "bevollmächtigte Person" genannt.

Diese Vertrauenspersonen werden hiermit bevollmächtigt, mich in allen Angelegenheiten zu


vertreten, die ich im Folgenden angekreuzt oder angegeben habe. Durch diese
Vollmachtserteilung soll eine vom Gericht angeordnete Betreuung vermieden werden. Die
Vollmacht bleibt daher in Kraft, wenn ich nach ihrer Errichtung geschäftsunfähig geworden sein
sollte.

Die Vollmacht ist nur wirksam, solange die bevollmächtigte Person die Vollmachtsurkunde besitzt
und bei Vornahme eines Rechtsgeschäfts die Urkunde im Original vorlegen kann.

__________________
Klaus Mustermann

1
2§ 1 Gesundheitssorge/Pflegebedürftigkeit

 ja  nein Sie darf in allen Angelegenheiten der Gesundheitssorge entscheiden,


ebenso über alle Einzelheiten einer ambulanten oder (teil-)stationären
Pflege [Sie ist befugt, meinen in meiner Patientenverfügung vom ______
festgelegten Willen durchzusetzen].

 ja  nein Sie darf insbesondere in sämtliche Maßnahmen zur Untersuchung des


Gesundheitszustandes, in Heilbehandlungen und in ärztliche Eingriffe
einwilligen, auch wenn diese mit Lebensgefahr verbunden sein könnten
oder ich einen schweren oder länger dauernden gesundheitlichen
Schaden erleiden könnte (§ 1904 Abs. 1 BGB).

 ja  nein Sie darf insbesondere nicht einwilligen oder eine Einwilligung widerrufen
in Maßnahmen zur Untersuchung des Gesundheitszustandes, in
Heilbehandlungen und in ärztliche Eingriffe, auch wenn die Maßnahme
medizinisch angezeigt ist, und ihre Nichtvornahme oder ihr Abbruch mit
Lebensgefahr verbunden sein könnten oder ich einen schweren oder
länger dauernden gesundheitlichen Schaden erleiden könnte (§ 1904 Abs.
2 BGB).

 ja  nein Sie darf Krankenunterlagen einsehen und deren Herausgabe an Dritte


bewilligen. Ich entbinde alle mich behandelnden Ärzte und nichtärztliches
Personal gegenüber meiner bevollmächtigten Vertrauensperson von der
Schweigepflicht.

 ja  nein Sie darf über meine Unterbringung mit freiheitsentziehender Wirkung (§


1906 Abs. 1 BGB) und über freiheitsentziehende Maßnahmen (z.B.
Bettgitter, Medikamente u.ä.) in einem Heim oder in einer sonstigen
Einrichtung (§ 1906 Abs. 4 BGB) entscheiden, solange dergleichen zu
meinem Wohle erforderlich ist.
[Hinweis: Diese Maßnahmen bedürfen grundsätzlich der vorherigen
Genehmigung des Betreuungsgerichts.]

 ja  nein __________________________________________________________

__________________
Klaus Mustermann
§ 2 Aufenthalt und Wohnungsangelegenheiten

 ja  nein Sie darf meinen Aufenthalt bestimmen, Rechte und Pflichten aus dem
Mietvertrag über meine Wohnung einschließlich einer Kündigung
wahrnehmen sowie meinen Haushalt auflösen.

 ja  nein Sie darf einen Heimvertrag abschließen.

 ja  nein __________________________________________________________

__________________
Klaus Mustermann

§ 3 Behörden und Gerichte

 ja  nein Sie darf mich bei Behörden, Versicherungen, Renten- und


Sozialleistungsträgern vertreten.

 ja  nein Sie darf mich gegenüber Gerichten vertreten sowie Prozesshandlungen


aller Art vornehmen.

 ja  nein __________________________________________________________

__________________
Klaus Mustermann

§ 4 Vermögenssorge

 ja  nein Sie darf mein Vermögen verwalten und hierbei alle Rechtshandlungen
und Rechtsgeschäfte im In- und Ausland vornehmen, Erklärungen aller
Art abgeben und entgegennehmen, sowie Anträge stellen, abändern,
zurücknehmen, namentlich
 ja  nein über Vermögensgegenstände jeder Art verfügen.

 ja  nein Zahlungen und Wertgegenstände annehmen.

 ja  nein Verbindlichkeiten eingehen.

 ja  nein Willenserklärungen bezüglich meiner Konten, Depots und Safes


abgeben. Sie darf mich im Geschäftsverkehr mit Kreditinstituten
vertreten.

 ja  nein Schenkungen in dem Rahmen vornehmen, der einem Betreuer


rechtlich gestattet ist.

 ja  nein ____________________________________________________

Folgende Geschäfte soll sie nicht wahrnehmen können:


_____________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________

__________________
Klaus Mustermann

[Hinweis: Kreditinstitute verlangen oft eine Vollmacht auf bankeigenen Vordrucken. Für
Immobiliengeschäfte, Aufnahme von Darlehen, sowie für Handelsgewerbe ist eine notarielle
Vollmacht erforderlich.]

1§ 5 Post und Fernmeldeverkehr

 ja  nein Sie darf die für mich bestimmte Post entgegennehmen und öffnen sowie
über den Fernmeldeverkehr entscheiden. Sie darf alle hiermit
zusammenhängenden Willenserklärungen (z.B. Vertragsabschlüsse,
Kündigungen) abgeben.
1§ 6 Untervollmacht

 ja  nein Sie darf in einzelnen Angelegenheiten Untervollmacht erteilen.

1§ 7 Betreuungsverfügung

 ja  nein Die Vollmacht ist als umfassende Vorsorgevollmacht gerade auch für den
Fall erteilt, dass ich infolge einer psychischen Krankheit oder einer
körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung meine
Angelegenheiten nicht mehr selbst besorgen kann. Sie soll in diesen
Fällen dazu dienen, die Bestellung eines Betreuers für mich nach den §§
1896 ff. BGB zu vermeiden. Wird für die Rechtsgeschäfte, für die der
Bevollmächtigte ungeachtet der mit dieser Vollmacht intendierten
allumfassenden Bevollmächtigung keine Vertretungsmacht haben sollte,
ein Betreuer bestellt, so bleibt die Vollmacht im Übrigen bestehen. In
diesem Fall bestimme ich, dass der Bevollmächtigte oder einer der
Bevollmächtigten zu meinem Betreuer bestellt werden soll.

§ 8 Innenverhältnis zum Bevollmächtigten

Ohne das hierdurch die Berechtigung des Bevollmächtigten nach außen im Verhältnis zu dritten
Personen oder Institutionen eingeschränkt werden soll, bestimme ich:

1. Der Bevollmächtigte soll von der Vollmacht nur auf meine ausdrückliche Anweisung oder
dann Gebrauch machen, wenn ich im Sinne der vorstehenden Bestimmungen dieser
Urkunde meine Angelegenheiten nicht mehr selbst besorgen kann.

2. Im Innenverhältnis soll für die Rechtsstellung des Bevollmächtigten das gem. § 1901 BGB
für den Betreuer geltende Recht entsprechend gelten.

§ 9 Weitere Regelungen

_____________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________

Musterstadt, den ______ Musterstadt, den ______ Musterstadt, den ______

_____________________ _____________________ _____________________


Klaus Mustermann Hannelore Musterfrau Walter Mustermann