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Manders: Coining Images of Power 2013-2-054

Manders, Erika: Coining Images of Power. Pat- derts geprägten Münzen militärischen Inhal-
terns in the Representation of Roman Emperors tes lassen sich in drei Typen einteilen: Der ers-
on Imperial Coinage, A.D. 193–284. Leiden: te Typ zeigt den Kaiser selbst in seiner Rolle
Brill Academic Publishers 2012. ISBN: 978-90- als Feldherr, seltener als gewöhnlicher Soldat.
04-18970-6; XVII, 363 S. Hier zeichnet es sich ab, dass im 3. Jahrhun-
dert gerne der Auszug (profectio), die Trup-
Rezensiert von: Markus Handy, Institut für penansprache (adlocutio) oder die feierliche
Alte Geschichte und Altertumskunde, Karl- Ankunft des Prinzeps nach dem Ende eines
Franzens-Universität Graz siegreichen Feldzuges (adventus) dargestellt
wurde. Der zweite Münztyp betont dagegen
Erika Manders hat im Jahre 2012 mit ihrer die allgemeine, in einzelnen Fällen auch die
Dissertation den fünfzehnten Band der Rei- spezielle Sieghaftigkeit des Herrschers (etwa
he „Impact of Empire“ vorgelegt. Ihre Arbeit die victoria Germanica oder die victoria Par-
„Coining Images of Power. Patterns in the Re- thica). Bilder dieses Münztyps zeigen die Sie-
presentation of Roman Emperors on Imperi- gesgöttin Victoria neben den auf einem Tri-
al Coinage, A.D. 193–284“ untersucht im We- umphwagen stehenden Kaiser. Ein dritter Typ
sentlichen die Art und Weise, wie sich römi- unterstreicht die Bindungen, die die Herr-
sche Kaiser im 3. Jahrhundert ihren Unterta- scher zu einzelnen Truppeneinheiten pfleg-
nen im Spiegel der Reichsmünzen präsentier- ten.
ten. Im dritten Kapitel (S. 95–154) setzt sich
Das erste Kapitel des Buches (S. 11–62) be- Manders mit den religiösen Inhalten der rö-
fasst sich grundsätzlich mit Fragen zur Dar- mischen Münzprägung auseinander. Zwar
stellung von kaiserlicher Macht und bietet fer- geht im betrachteten Zeitraum die Darstel-
ner einen Überblick zum historischen Gesche- lung des Kaisers als Priester merklich zurück,
hen im Untersuchungszeitraum: Oft ist hier jedoch wurde an der Erwähnung und Abbil-
von einer Krisenperiode, die von fortwähren- dung von bekannten traditionellen Gotthei-
den Auseinandersetzungen mit Persern und ten wie Iuppiter, Mars, Apollo oder Hercu-
Germanen, von inneren Unruhen und insta- les nach wie vor festgehalten. Im vierten Ka-
bilen wirtschaftlichen Verhältnissen gekenn- pitel (S. 155–185) widmet sich Manders den
zeichnet ist, die Rede. Gerade in turbulen- Tugenden, die ein Kaiser auf seinen Münzbil-
ten Zeiten war die Inszenierung herrschaftli- dern erwähnt haben wollte. Einen besonde-
cher Macht auf Münzen unbedingt erforder- ren Stellenwert besaß dabei die virtus im mi-
lich. Zwar wurden Münzen auch geschlagen, litärischen Sinne. Ihre Erwähnung auf Münz-
um die Soldaten als wichtigste Garanten der rückseiten nahm seit der Herrschaft Gordi-
Herrschaftsstabilisierung mit frischen Prä- ans III. in beträchtlichem Maße zu, wobei die
gungen zu versorgen. Abgesehen von öko- virtus Augusti am meisten gewählt wurde.
nomischen Motiven galten Münzen darüber Gegenstand des fünften Kapitels (S. 187–211)
hinaus aber auch als wichtige Überbringer ist der auf Münzen ausgedrückte Gedanke
von kaiserlicher Propaganda, deren sich nicht eines Goldenen Zeitalters durch die Erwäh-
nur die ‚legitimen‘ Herrscher der Severer- nung von Pax, Felicitas oder Securitas.
und Soldatenkaiserzeit, sondern auch die ver- Der folgende Teil des Buches hat drei
schiedenen Usurpatoren und Gegenkaiser be- Fallstudien zum Bereich der kaiserlichen
dienten. Macht auf Münzen zum Thema: Untersucht
In ihrer Analyse der Inhalte der kaiserli- wird zum einen die Prägetätigkeit Caracal-
chen Münzbilder des 3. Jahrhunderts kann las (S. 225–252), dessen Münzen in der Zeit
Manders im Wesentlichen vier Großthemen der gemeinsamen Herrschaft mit seinem Va-
feststellen, die in den folgenden Abschnit- ter Septimius Severus in erster Linie noch mi-
ten behandelt werden. Im zweiten Kapitel litärische Inhalte verkündet hatte. Als Allein-
(S. 63–94) konzentriert sich Manders auf die herrscher feierte er dann auf seinen Prägun-
herausragende Rolle der römischen Armee gen vor allem religiöse Werte. Manders’ Über-
bei der Wahl der verschiedenen Münzlegen- legungen zu den von Decius geprägten Mün-
den. Die von den Herrschern des 3. Jahrhun- zen (S. 253–267) bieten überraschende Ergeb-

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nisse: Jenes aus der literarischen Überliefe-
rung bekannte Bild eines konservativen Re-
formers findet in der numismatischen Evi-
denz dieses Herrschers keine Bestätigung. Be-
tont werden stattdessen militärische Belange,
was Manders zu der Annahme führt, das be-
rühmte Opferedikt des Decius – bisweilen als
Akt der Religionspolitik gedeutet – habe in
Wahrheit lediglich der Herrschaftsstabilisie-
rung gedient.
Die Reichsmünzen des Gallienus
(S. 269–302) untersucht Manders in ihrer drit-
ten Fallstudie: Sie lassen sich grob in die Zeit
der gemeinsamen Herrschaft mit Valerian
und in die Zeit seiner Alleinherrschaft ein-
teilen. Mit seinem Vater wurden gemeinsam
errungene Siege gegen Perser und Germanen
gefeiert; in der Zeit seiner Alleinherrschaft
betonte Gallienus dagegen allgemein seine
Sieghaftigkeit. Manders schließt ihr Buch mit
einer Conclusio (S. 303–309), verschiedenen
Appendices (S. 313–342), einer umfangrei-
chen Bibliographie (S. 343–356) und einem
Indexteil (S. 357–363) ab.
In der Rückschau zeigt sich deutlich, dass
das Buch seiner Intention gerecht wurde,
Grundsätzliches zur kaiserlichen Propaganda
und Repräsentation im 3. Jahrhundert zu ver-
mitteln. Die genaue Auswertung und Analy-
se der verschiedenen Münztypen bietet so be-
merkenswerte Impulse zur Erforschung die-
ser literarisch vergleichsweise spärlich doku-
mentierten Zeit.

HistLit 2013-2-054 / Markus Handy über


Manders, Erika: Coining Images of Power. Pat-
terns in the Representation of Roman Emperors on
Imperial Coinage, A.D. 193–284. Leiden 2012,
in: H-Soz-Kult 22.04.2013.

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