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Von der Alltagswelt in den Traum wechseln... für immer!

© Jonathan Dilas, Matrixblogger.de

Ich bin häufiger gefragt worden, ob es möglich sei, innerhalb eines luziden Traumes in dieser
Traumrealität zu bleiben oder ob man nach einem Klartraum unbedingt immer wieder zurück
in seinen gewohnten Alltag zurück zu gehen hat. Dieser Artikel soll dies beantworten...

Träume sind alternative Realitäten


Als Erstes muss verstanden werden, dass jede Traumrealität eine alternative Realität darstellt.
Dies bedeutet, dass jeder Mensch über eine Vielzahl von alternativen Realitäten verfügt, die
er des Nachts in seinen Träumen aufsucht. Wenn ich mich als Beispiel nennen darf, so halte
ich mich in diesem Augenblick persönlich für Jonathan Nr. 1. Sobald ich mich ins Bett lege
und daraufhin in einen Traum springe, suche ich, aus meiner Perspektive, vielleicht Jonathan
aus Realität 17 oder 42 auf. Mein Bewusstsein dockt sich dann an Jonathan 17 an und ich
kann seine Tätigkeiten in seiner Realität verfolgen.

Problem hierbei ist, dass man Fragmente seines Selbstbildes aus der gewohnten Alltagswelt
mitnimmt und daher meint, man sei es selbst, der da träumt. Daher unterscheiden die meisten
Menschen nicht, wie hier in dem Beispiel mit mir, zwischen Jonathan 1 und 17. Jonathan 1
glaubt, während er sich mit seinem Bewusstsein an das von Jonathan 17 anschließt, er sei
immer noch Jonathan 1. Aus dem Grund spricht man von einem Traum, denn Jonathan 1
glaubt nicht, dass er gerade noch an Jonathan 17 angeschlossen war. Der Traum existiert
daher nur in der Vergangenheit, d.h. er wird erst nach dem Aufwachen erinnert.

Klartraum und Trübtraum


Der luzide Traum hingegen bewirkt, dass man den Traum, der normalerweise nur in der
Vergangenheit nach dem Aufwachen existiert, vergegenwartisiert wird, also er wird erst dann
erst als Gegenwart wahrgenommen. Dies ist auch der Grund, warum die in einem Traum
erlangte Luzidität eine atemberaubende Klarheit innerhalb des Traumes erzeugt - daher die
Bezeichnung "Klartraum". Der Trübtraum (Vergangenheitstraum) wird zum Klartraum
(Gegenwartstraum).
Viele, die das luzide Träumen praktizieren, ärgern sich, dass eine solche Klartraumerfahrung
oft nur Minuten dauert und man dann wieder im Bett seines Schlafzimmers endet. Um die
Dauer eines luziden Traumes zu verlängern, unterscheide ich hier zwischen aktivem und
passivem luziden Träumen.

Aktives luzides Träumen:


Man kann innerhalb des Traumes die Kontrolle übernehmen und den Traum nach Gutdünken
gestalten. Die meisten Träumer entscheiden sich für das Fliegen oder für intensiveren Sex, als
man ihn vom Alltag her kennt. Außerdem kann man die Traumcharaktere und die Umgebung
beliebig manipulieren. Man kann paranormale Fähigkeiten, wie beispielsweise Psychokinese,
Telepathie, Teleportation u.ä. trainieren. So gut wie jeder Traumcharakter muss das tun, was
man ihm befiehlt. Eine schöne Möglichkeit, sich kräftig auszutoben, ohne Moral und Angst
vor einer möglichen Strafe. Diese Traumvariante jedoch kann den Traum häufig kürzer
gestalten als es einem lieb ist.

Passives luzides Träumen:


Hierbei ist man sich den ganzen Traum über bewusst, dass man träumt, aber hängt dies weder
vor sich noch vor anderen an die große Glocke. Es ist ein stilles Geheimnis, das man mit sich
trägt und behält auf diese Weise seine Luzidität bei. Man mischt sich dabei auch nicht in den
Traumverlauf ein, sondern spielt mit, d.h. man tut so, als sei man nicht luzide und folgt der
Rolle, die einem im Traum auferlegt wurde. Diese Vorgehensweise mag vielleicht nicht so
faszinierend sein, denn man kann sich nicht austoben und seinen Trieben nachgehen, aber es
bewirkt eine Verlängerung des luziden Traumes. So kann der luzide Traum Stunden dauern.

Luzide Träume sind superklar... aber häufig instabil


Und nur durch die Anwendung des passiven luziden Träumens ist es möglich, seine
Wahrnehmung immer mehr und mehr innerhalb des Traumes zu stabilisieren. Diese sogar so
sehr zu stabilisieren, dass sie die Dichte und Festigkeit erlangt, wie man es aus seinem Alltag
kennt. Zwar können luzide Träume klarer und deutlicher sein als die Alltagswelt, aber es fehlt
dem luziden Traum stets an Stabilität und Festigkeit.

Der Mangel an Stabilität ist auch der Grund dafür, dass der luzide Traum oft nicht länger
dauert, als man es sich gewünscht hätte. Durch die Praxis der passiven Luzidität ist es jedoch
möglich, den luziden Traum immer mehr zu verfestigen. Sogar so sehr, und hier bewegt man
sich ein Stück weit über die Grenze des Vorstellbaren, dass man dauerhaft in dem Traum
bleiben kann.

Was bedeutet dies? Es zeigt eine Variante auf, mit der man von seiner gewohnten Alltagswelt
Abschied nimmt und in die andere alternative Realität überwechselt. Dieser Wechsel erlaubt
es dann, in seinem luziden Traum zu bleiben und von da an dort sein Leben weiter zu leben.

Der High-Level-Klartraum und wie man die Realität


wechselt
Das klingt jedoch wesentlich einfacher, als es in der Praxis ist, denn man muss erst einmal
vom luziden Traum bzw. Klartraum zum so genannten "High-Level-Klartraum" gelangen. Ein
solcher besitzt eine derartige hohe Klarheit, dass er die Klarheit aus dem Alltagsleben bei
weitem übertrifft.

Im Anschluss ist es wichtig, die passive Luzidität zu praktizieren, damit man möglichst lange
im Traum verbleiben kann. Hier werden, jetzt mal verglichen mit der Zeit aus dem Alltag,
viele Stunden des Aufenthaltes im Klartraum nötig sein.

Im Weiteren muss man sich auf die Fußsohlen konzentrieren. Man muss die Gravitation bzw.
das Empfinden der Schwerkraft im luziden Traum deutlich spüren können, so lange, bis man
ein ähnliches Gefühl zu seinem dortigen Körper besitzt, wie man es aus seinem Alltag
gewohnt ist.

Jetzt wird es wichtig, seine Atmung anzupassen, d.h. man lernt, innerhalb des luziden
Traumes, zu atmen, wie man es auch aus seinem Alltag kennt. Man integriert also die
Körpervorgänge bzw. kopiert sie, bis sie deutlich gespürt und praktiziert werden.

Loslassen können
Natürlich muss man auch absolut bereit sein, seine vertraute Alltagswelt loszulassen, seine
Freunde, seine Erfolge, Ersparnisse, Ruhm, Geschäft, Partner und alles Weitere, denn ist der
Wechsel von der Alltagsrealität in die Traumrealität abgeschlossen, ist der Rückweg genau so
schwierig wie der Hinweg. Das sollte man nicht vergessen!

Irgendwann wird dann die Traumrealität zur Alltagsrealität und der gewohnte Alltag zur
Traumrealität. Jonathan 1 wird zu Jonathan 17! Und die Realität, aus der Jonathan 1 kam, ist
fortan nur noch ein Traum.

Auch weiß man nicht, was einen in der neuen Realität erwartet, denn man hatte vielleicht nur
Stunden Zeit, diese auszukundschaften. Einige Dinge, die man aus seinem Alltag gewohnt
war, könnten in der neuen Realität anders sein. Der Partner aus Realität 1 ist in 17 nicht
vorhanden oder nur ein Bekannter. Auch eine Beziehungskonstellation kann in 17 anders sein
als in Realität 1. Ein anderer Job, verheiratet oder nicht, Kinder ja oder nein, arbeitslos oder
gar Millionär. All das sollte einem bewusst sein, bevor man sich dafür entschließt, Realität 1
aufzugeben und nach bspw. 17 zu wechseln oder nach 42 oder 77...

Allein die Frage: "Was wird denn aus meinem Körper, wenn ich in der anderen Traumwelt
bleibe?" sollte einem völlig gleich sein und ist zumeist ein Anzeichen dafür, dass man die
gewohnte Alltagswelt nicht wirklich loslassen möchte und somit unterbewusste Blockaden
aufbaut, die den Wechsel untergraben. Es ist nämlich unerheblich, was aus Realität 1 wird,
wenn man tatsächlich zu einer anderen überwechseln will.

Serie OA - Alternative Realitäten aufsuchen


Sehr schön dargestellt ist ein solcher Realitätswechsel in der Filmserie "OA", in der mehrere
Protagonisten einen Weg finden, der Gefangenschaft zu entgehen, indem sie lernen, von der
gegenwärtigen Alltagsrealität in eine alternative zu wechseln. Es ist sehr anschaulich
dargestellt und zeigt auch gut, wie man sich das sehr gut vorstellen kann. Daher ist diese Serie
sehr zu empfehlen.
Inwiefern nun es einem möglich ist, von der gewohnten Alltagswelt in eine alternative
Realität zu wechseln, ist schwierig zu sagen, aber theoretisch ist es in jedem Fall möglich. Die
Probleme, die bei einem solchen Wechsel auftreten können, sind mitunter das Festhalten an
seiner gewohnten Realität sowie das harte Training, um vom Trübtraum zum Klartraum, dann
zum High-Level-Klartraum und im Anschluss die erwähnten Stabilisierungshinweise zu
praktizieren.

Bislang sind mir nur zwei Menschen begegnet, die von solchen Effekten berichteten, indem
sie innerhalb eines Klartraums bemerkten, dass sie so stabil darin waren, dass sie für ewig
hätten dort bleiben können. Jedoch in allen Fällen wurde wieder in die gewohnte Realität
zurückgekehrt. Es ist schwierig, eine Realität hinter sich zu lassen, in der man so lange an
einem Stück gelebt und sich das eine oder andere aufgebaut hat.

Auch der Film "Nicht weit von mir" behandelt das Thema luzides Träumen. Die
Protagonistin möchte sich von der Alltagswelt abkehren und für immer in eine andere Realität
überwechseln. Ein gut gemachter Independent-Film, auch wenn der Regisseur gern mal mit
der Moralkeule zuschlägt und in alte psychologische Bewertungsmuster zurückfällt, aber
ansonsten durchaus empfehlenswert, um sich dem hier angesprochenen Thema zu nähern.

Bisher beschrieb ich den theoretischen und technischen Aufbau für die Möglichkeit, sich so
sehr innerhalb eines luziden Traumes über die passive Luzidität zu verankern, dass ein
dauerhafter Wechsel von der Alltagsrealität hinüber in eine Traumwelt möglich ist. Nun folgt
ein praktisches Beispiel:

Luzider Traum vom 22. September 2020

Als ich im Bett lag, dissoziierte ich einige Minuten, um mich mit ausreichend geistiger
Energie (s. Psycholektrizität) aufzuladen, um bewusst in einen luziden Traum zu wechseln.
Dann kam ich innerhalb eines Traumes zu mir. Es war der erste Traum in dieser Nacht.

Von Beginn an war ich völlig luzid, d.h. ich wusste, dass ich träumte. Doch anstelle nun in
dem Traum herumzurennen und die Dinge so umzugestalten, wie sie mir persönlich zusagten,
entschied ich mich für die Anwendung der passiven Luzidität. Dies bedeutet, ich blieb luzid
und behielt diese Tatsache für mich sowie versuchte, mich rollentechnisch in den dortigen
Alltag zu integrieren, d.h. mich so zu verhalten, als wäre ich ein ganz normaler Mensch in
einer völlig normalen Welt.

Der Traum war auf zwei Traumebenen gleichzeitig aktiv und ich blickte erst einmal auf die
erste Ebene, um die dortige Realität zu erfassen. Manchmal tauchen Traumrealitäten auf, die
sind etwas ungeordnet und leicht verwirrend. Sie besitzen eine ganz eigene Struktur und
eignen sich nicht unbedingt dafür, seine Wahrnehmung dort für immer zu verankern, um den
gewohnten Alltag zu verlassen. Dies liegt daran, dass die eigene Wahrnehmung noch nicht
über die erforderlichen Muster verfügt, um den Traum vollkommen rein und geordnet
wahrzunehmen. Die zweite Ebene, als ich dort hineinschaute, entpuppte sich als völlig logisch
aufgebauten alternativen Alltag und eignete sich völlig für einen dauerhaften Wechsel. Für
diese entschied ich mich dann und betrat diesen.

Es war nicht meine Absicht, dauerhaft zu wechseln, da mir meine gegenwärtige Realität noch
gefiel, aber ich wollte schauen, ob ein gewisser Punkt existierte, an dem ich klar feststellen
konnte, an dem eine Rückkehr nicht mehr möglich war. Diesen Punkt wollte ich natürlich
nicht überschreiten. Der Forscherdrang wurde halt in mir wach.
Der erste Blick im Traum, fiel auf ein roséfarbenes Kleid mit Rückenansicht. Es war Shiva,
die vor mir eine Treppe hinaufging. Ich zentrierte meine Wahrnehmung und praktizierte die
passive Luzidität. Auch Shiva wollte ich in dieser Realität nicht mitteilen, dass ich luzide war.
Trotzdem wurde meine Wahrnehmung immer klarer, bis ich einen recht stabilen Fokus besaß.
Dies ist wichtig, um die Traumerfahrung nicht unnötig zu verkürzen.

Wir betraten dann Shivas Wohnung. Sie lebte in einer Wohngemeinschaft mit zwei anderen
Frauen. Eine der Frauen begrüßte mich herzlich. Wir standen in der Küche. Shiva wollte eben
ihre Tasche holen, damit wir losgehen konnten.

Dies war einer der Momente, in denen ich hätte nachfragen können, wo es denn hinginge,
aber ich hielt mich zurück und blieb still. Ich erweckte somit den Eindruck, als wüsste ich
genau, wohin wir nun gehen würden - auch wenn ich keinen blassen Schimmer besaß.
Außerdem entschied ich mich dafür, nicht nachzufragen, weil sich Shiva sonst gewundert
hätte, warum ich fragte. Vielleicht war das, was sie gerade vorhatte, eine ihrer Routinen, die
mir, falls ich in dieser Realität schon immer lebte, bekannt sein sollte. Ich musste also meine
Rolle spielen - und zwar so, als wüsste ich stets, was gerade vorging.

Sie zog sich andere Schuhe an und schnappte ihre Tasche. Dann verließen wir wieder diese
Wohnung.

Draußen angekommen liefen wir durch einige Straßen und ich verblieb weiterhin im passiven
Modus. Meine Luzidität musste aufrechterhalten werden und ich schaute mir alles um mich
herum an, aber ohne dabei irgendetwas zu fixieren. Mein Blick glitt also über diese Realität
hinweg, so, wie man das normalerweise auch in seinem gewohnten Alltag handhaben würde.

Wieder liefen wir eine Treppe hinauf, aber es waren nur wenige Stufen. Oben angekommen
riss Shiva eine Doppeltür auf und wir betraten eine Kneipe. Links befand sich eine große Bar,
aufgebaut wie ein Karree mit einem kleinen Zugang vorne links. Sie fiel mir zuerst auf, da sie
der Blickfänger in dem großen Raum war. Ansonsten erblickte ich noch viele Tische mit
Stühlen. Auch saßen dort bereits mehrere Leute an diesen Tischen und tranken etwas oder
sprachen miteinander.

"Okay, ich werde dann mal loslegen...", meinte Shiva.

Ich wusste noch immer nicht, worum es ging, aber ich nickte und antwortete:

"Alles klar. Dann leg mal los!"

Sie verabschiedete sich und ging dann hinter die Bar. Das war dann der Moment, an dem ich
einen Teil des ganzen Ablaufes automatisch verstand, denn Shiva arbeitete in dieser Kneipe
hinter der Bar. Sie hatte soeben ihre Schicht begonnen. Nun ergaben auch die vorherigen
Handlungen einen Sinn, indem ich einfach nur mitgespielt und niemanden Löcher in den
Bauch gefragt hatte.

Ich kam mir schon ein wenig wie ein Alien in dieser alternativen Realität vor, der zwar mit
solchen Realitäten durchaus vertraut war, aber nicht mit den detaillierten Abläufen der
Personen, mit denen man in Kontakt stand. Jedenfalls winkte ich ihr noch mal zu und verließ
die Kneipe. Ich wollte mich draußen umschauen.
Die Dunkelheit war eingebrochen und ich lief eine Weile durch die Stadt. Meinem ersten
Eindruck nach musste dies eine recht große Stadt sein, vermutlich mit einigen hunderttausend
Einwohnern. Irgendwann kam ich zu einem Park. Dort sprach mich eine Frau an, die ihren
Hund suchte und ob ich ihr vielleicht dabei helfen könne.

Nun lief ich mit ihr im Park herum auf der Suche, nach ihrem Haustier. Dabei kam ich dann
zu einer großen Wiese mit einer riesigen Platane. Je weiter ich auf die Wiese lief, desto
dunkler wurde es. Es wurde sogar so finster, dass ich kaum noch etwas erkennen konnte.
Dabei fiel mir ein, dass ich schnell wieder zurück ins Licht gehen sollte, denn sollte es zu
dunkel werden, würde mich meine Wahrnehmung an meine geschlossenen Augenlider
erinnern, die ich in meinem Bett vor Augen sehen würde. Also ging ich schnell zurück, um
nicht plötzlich aufzuwachen bzw. den Traum abrupt zu beenden.

Wir konnten den Hund dann trotzdem finden und sie bedankte sich herzlich bei mir. Es war
ein kleiner weißer wuschiger mit zotteligem Fell. Er beleckte ihre Hand, als sie ihn auf dem
Arm hielt.

Dann ging ich weiter und kam zu einem Platz, auf dem jemand ein großes Display aufgestellt
hatte, sicherlich um die 50 Zoll groß. Ein Mann war dort und hatte einen Stuhl davor gestellt.

"Möchten Sie den auch einmal testen?", fragte er mich.

"Ja, klar", entgegnete ich und er bot mir den Platz auf dem Stuhl an.

Ich setzte mich und schaute dann auf den Bildschirm. Darauf erkannte ich einige Sänger auf
einer Bühne, die einen kommerziellen Song zum Besten gaben. Dabei fragte ich mich, was
denn Besonderes an diesem Display sei. Doch dann fiel mir auf, dass ich plötzlich nur noch
die Beine der Sänger erkennen konnte. Welch seltsame Kameraeinstellung, dachte ich noch.
Dann gab mir der Mann eine Art Brille, die ich aufsetzen konnte. Mit der konnte ich dann
meinen Kopf bewegen und beeinflusste damit die Kameraposition auf dem Bildschirm. Das
war ganz amüsant, denn ich konnte nun die Kameraeinstellung auf dem Display beliebig
beeinflussen. Ich konnte hoch zu den Köpfen, dann wieder zum Boden, zur Seite oder sogar
die ganze Bühne anschauen. Das war wohl eine neue Erfindung, die hier jemand vorstellen
wollte.

Doch lange wollte ich mit dieser Technik nicht herumspielen, da ich auch hier befürchtete,
meine Klarheit zu verlieren, wenn ich mich zu sehr auf diese Details konzentrieren würde.
Also bedankte ich mich bei dem Mann und erhob mich wieder.

Mein Weg führte mich in die Fußgängerzone der Innenstadt. Dort kamen mir viele Menschen
entgegen und ich konzentrierte mich nun auf meine Fußsohlen. Wie stabil konnte ich mich in
dieser Realität bewegen? Ich spürte jedoch noch nicht den unmittelbaren Kontakt zwischen
meinen Schuhen und dem Boden. Ich konzentrierte mich weiter, bis ich irgendwann ein wenig
Bodenkontakt fühlen konnte. Hätte ich an dieser Stelle weitergemacht, dann hätte sich meine
Wahrnehmung in dieser Realität immer weiter verankert.

Auch meinen Atem kontrollierte ich. Bisher kam es mir so vor, als schwebte ich nur durch
diesen Traum, ohne jemals atmen oder mich über Fußschmerzen beschweren zu müssen.
Doch auch mein Atem war vorhanden, wenn ich dies denn wollte. So wurde meine
Wahrnehmung innerhalb dieser Traumrealität immer stabiler und normaler, d.h. wie in
meinem gewohnten Alltag.
Ab einem bestimmten Zeitpunkt bemerkte ich, dass sich meine Wahrnehmung zunehmend
verfestigte. Ich beschloss daraufhin, schnell wieder diesen Traum zu verlassen, damit die
Rückkehr nicht zu schwierig würde.

Ich erwachte wohlbehalten in meinem Bett. Der Traum war so stabil und lang gewesen -
sicherlich hatte ich mich in dieser Traumwelt mehrere Stunden aufgehalten, sodass ich nun
energiegeladen und völlig ausgeruht war. Dies hatte also genau das zum Ergebnis besessen,
wie ich es mir gedacht hatte.

Ich wurde gefragt, ob es eine Flucht darstelle, wenn man plane, seine Alltagsrealität zu
verlassen und sich dauerhaft in einer Traumrealität niederließe. Man muss dabei erwähnen,
dass, sobald die Traumwelt betreten wurde, man sich in einer alternativen Realität befindet,
die dann ebenso physisch ist, wie die, aus der man kam. Verankert man seine Wahrnehmung
in dieser neuen Traumrealität, dann würde diese zur neuen Alltagswelt und die vorherige
Alltagswelt zum Traum. Was denkst Du, wie Du hier in diese Dir vertraute Alltagswelt
gekommen bist? Es ist also keine Flucht. Jeder Mensch besitzt das natürliche Recht, die
Realität zu wechseln, wann immer es ihm gefällt. Zu sagen, es wäre eine Flucht, wäre
dasselbe, als würde man sagen, man entfliehe dem Apfel, weil man sich lieber für eine
Banane entscheidet. Entscheidungen aller Art sind aus einer höheren spirituellen Ebene aus
gesehen gleichwertig. Sämtliche existente Realitäten bzw. alternative Realitäten sind ebenso
gleichwertig. Es besteht keine Verpflichtung, innerhalb einer Realität zu verbleiben. Weder ist
dann das Höhere Selbst oder irgendein Gott bzw. dessen Sohn erbost, falls man sich für einen
Realitätswechsel entschiede, noch existieren auf irgendwelchen höheren Existenzebenen
Gesetze dafür. Dem Menschen wurde einen freien Willen gegeben und er kann wählen, was
er wählen möchte. Besäße er hingegen keinen freien Willen, bräuchte man sich gar keine
Gedanken über eine mögliche "Flucht" machen, da dann diese "Flucht" überhaupt nicht
gelingen könnte und alles entsprechend vorherbestimmt wäre.

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Kunst der Dissoziation luzide Träume auszulösen, aber auch Astralreisen, Hellsehen oder
andere paranormale Fähigkeiten.

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