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Mit großem Interesse habe ich Ihre Diskussionsrunde zum Thema Zweisprachige Erziehung verfolgt.

Obwohl ich im Moment keine Kinder habe, sehe ich dieses Thema als wichtig und für mich zukünftig
relevant und möchte deswegen dazu Stellung nehmen.

Meines Erachtens wird bilinguale Erziehung in der modernen Welt immer noch unterschätzt, ganz
abgesehen davon, dass sie viele Möglichkeiten für das Kind in sich trägt. In der Zeit der Globalisierung ist
es ohne Zweifel ein großer Vorteil, nicht nur eine Muttersprache beherrschen zu können. Manche Eltern
verstehen, dass je mehr und schneller ihre Kinder Fremdsprachen lernen, desto erfolgreichere Zukunft
haben sie. Ihre Kinder lernen die Sprachen, ohne sich große Mühe zu machen und können später
problemlos reisen, einen Schulaustausch machen oder mit einem Studium im Ausland anfangen.

Es gibt auch diejenigen, die glauben, dass zweisprachige Erziehung eher zur Verzögerung der
sprachlichen Entwicklung der Kinder führe. Ich könnte dieser Aussage nur teilweise zustimmen und
möchte dazu ein Beispiel aus meinem Leben anführen. Eine meine Bekannte kommt ursprünglich aus
der Ukraine, lebt aber derzeit in Deutschland und hat einen Sohn, der bilingual erzogen wurde. Sein
Vater ist nämlich der Deutsche. Zuerst war die Sprache des Kindes nicht ganz fehlerfrei, die Wörter
vermischten sich. Es war für mich aber eine Überraschung, als ich mit der Zeit bemerkt habe, wie schnell
er die zwei Sprachen wechselt. Er könnte beispielsweise auf Russisch seine Mutter ansprechen und
sogleich etwas seinem Vater auf Deutsch sagen. Heutzutage beherrscht er beide Sprachen perfekt.

Es lässt sich auch erwähnen, dass dieses Kind unter anderem noch Englisch als Fremdsprache lernt. Die
Sprache natürlicherweise beizubringen, wäre in diesem Fall eher unmöglich, weil der kleine Polyglott
schon 11 Jahre alt ist. Die Eltern behaupten aber, das Kind soll die dritte Fremdsprache wie ein
Schwamm aussagen. Es beweist meiner Ansicht nach die Tatsache, dass das Erlernen weiterer
Fremdsprachen viel leichter fällt, wenn eine Person schon in einer Fremdsprache bewandert ist.

Abschließend möchte ich nochmals betonen, dass bilinguale Erziehung die Tür der Möglichkeiten öffnet.
Man sollte sich nicht von Vorurteilen anstecken lassen und lieber seinem Kind mithilfe von
Sprachenförderung eine Basis für erfolgreiche Schul- und Erwachsenleben schaffen.