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Carl Friedrich Abel

Symphonies op. 7
La Stagione Frankfurt · Michael Schneider

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Carl Friedrich Abel, 1777 (Thomas Gainsborough)

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Carl Friedrich Abel (1723–1787)

6 Symphonies op. VII

Symphony op VII,3 in D major 10'44

1 Allegro 3'18

2 Andante 4'33

3 Presto 2'53

Symphony op VII, 2 B flat major 9'02

4 Allegro 2'24

5 Andante 3'57

6 Allegro assai 2'41

Symphony op. VII, 1 in G major 11'40

7 Allegro 3'47

8 Andante 5'44

9 Allegro 2'09

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Symphony op VII, 6 in E flat major (KV 18) 12'47

10 Molto Allegro 3'31

11 Andante 5'29

12 Allegro assai 3'47

Symphony op VII, 4 in F major 8'50

13 Allegro di molto 3'23

14 Andante 3'24

15 Tempo di Menuetto 2'03

Symphony op VII, 5 in C major 8'19

16 Allegro di molto 3'06

17 Andantin 3'43

18 Prestissimo 1'30

T.T.: 62'02

La Stagione Frankfurt
Michael Schneider

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Orchesterbesetzung:

Oboe I/II Annette Spehr, Hans-Peter Westermann

Horn I/II Ulrich Hübner, Jörg Schultess

Violine I Ingeborg Scheerer, Kathrin Ebert, Bettina v. Dombois

Violine II Annette Wehnert, Zsuzsana Hodasz, Milena Schuster

Viola Andreas Gerhardus, Klaus Bundies

Violoncello Nicholas Selo, Annette Schneider

Kontrabass/Double Bass Matthias Scholz

Fagott/Bassoon Marita Schaar

Cembalo/Harpsichord Sabine Bauer

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La Stagione Frankfurt, Michael Schneider (© Photo: Matthias Griewisch)

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Carl-Friedrich Abel Kompendium- für das Verständnis des neuen Genres äu-
Sinfonien op. VII ßerst erhellend ist, sie sie hier noch etwas weiter zitiert:
(Schulz bezeichnet hier eine eigenständige Symphonie,
Laut dem Katalog der Werke Carl-Friedrich Abels die nicht als Ouvertüre zu einem Vokalwerk dient, als
von Walter Knape wurden zu Lebzeiten des Komponi- „Kammersymphonie“):
sten 6 Sammlungen mit jeweils 6 seiner Sinfonien in Eine „Kammersymphonie , die ein für sich beste-
Drucken veröffentlicht. Das op VII stellt nach op I und hendes Ganzes, das auf keine folgende Musik abzie-
IV die dritte dieser Sammlungen dar und dürfte ca. let, ausmacht, erreicht ihren Endzweck nur durch eine
1763–67 komponiert worden sein. volltönige, glänzende und feurige Schreibart. Die Alle-
Wie die meisten von Abels Sinfonien erschienen gros der besten Kammersymphonien enthalten große
sie sowohl beim Verleger Robert Bremner in London als und kühne Gedanken, freye Behandlung des Satzes,
auch 1769 bei J.J Hummel in Amsterdam. . anscheinende Unordnung in der Melodie und Harmo-
Keine 30 Jahre trennen diese Werke zeitlich von den nie, stark marquierte Rhythmen von verschiedener Art,
drei letzten Sinfonien W. A Mozarts, deren „Jupiter“- kräftige Baßmelodien und Unisoni, concertierende Mit-
Finale der Bach-Schüler Johann Christian Kittel bereits telstimmen, freye Nachahmungen, oft ein Thema, das
1803 als „Triumph der neuen Tonkunst“ preisen sollte. nach Fugenart behandelt wird , plötzliche Übergänge
Die Gattung der Sinfonie hatte sich also in Windeseile und Ausschweifungen von einem Ton zum anderen, die
zu einer der repräsentativsten Genres musikalischer Aus- desto stärker frappieren, je schwächer oft die Verbin-
sagen gemausert. dung ist, starke Schattierungen des Forte und Piano, und
Denn um 1760 war sie als eigenständige Form, in vornehmlich des Crescendo, das, wenn es zugleich bey
der sich relevante Inhalte vermitteln ließen, noch keines- einer aufsteigenden und an Ausdruck zunehmenden Me-
wegs voll etabliert. lodie angebracht wird, von der größten Wirkung ist..“
Auch die Sinfonien Abels heißen in den Drucken Keineswegs hatten sich auch alle Komponisten ca.
noch „Ouvertüren“ und beziehen diese Bezeichnung um 1740 dieser neuen Gattung zugewandt: der allem
auf die Herkunft der „Sinfonie“ aus der dreisätzigen Neuen sonst bis an sein Lebensende 1767 aufgeschlos-
italienischen Opernouvertüre. sene Telemann hielt vielmehr in seinen Instrumentalwer-
Die Definition, dass die Sinfonie auf etwas anderes, ken an der Form der Französischen Ouvertüre mit auf
Größeres „vorbereite“, also zumeist ein umfangreiches den Kopfsatz folgenden Tanz- und Charaktersätzen fest,
Vokalwerk, zieht sich bis zum Ende des Jahrhunderts hin. die von Sulzer als „abgekommen“ bezeichnet wird, sein
In Sulzers „Theorie der Schönen Künste“ heißt es noch Darmstädter Kollege Graupner arbeitete ältere Werke
1794: „Die Symphonie ist zum Ausdruck des Großen, u.a. durch die Hinzufügung von Bläserstimmen und
des Feyerlichen und Erhabenen vorzüglich geschickt. Neuordnung von Sätzen um, ohne dabei inhaltlich dem
Ihr Endzweck ist den Zuhörer zu einer wichtigen Musik genuinen Sinfoniegedanken und seiner später „Sonaten-
vorzubereiten.“ satz“ genannten Anlage zu entsprechen .
Da die Definition der Sinfonie durch J.A.P Schulz- War die Syntax einer Sinfonie auf der einen
er ist der Autor des Artikels innerhalb von Sulzers Seite, gesehen aus barocker Perspektive, mit einer

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Primitivisierung musikalischer Strukturen verbunden, so nicht seine Finalsätze, die ausnahmslos und meist in
sollte genau dies eine der Keimzellen des neuen klas- Rondoform geradezu volkstümliche Tänze wie schnelle
sischen Stils werden: die extreme Verlangsamung des Kontretänze oder Menuette darstellen: es sind vielmehr
harmonischen Rhythmus und damit einhergehend die seine langsamen Mittelsätze, die – zumeist als Andante
Entwicklung der Sonatenform. „Strukturelle“ Dissonan- bezeichnet und häufig in „sempre piano“-Dynamik, eine
zen , also z.B. die über einen ganzen Satz gespannte neue und durchaus eigene Musiksprache sprechen:
Tonika-Dominant-Spannung ersetzen Kontrapunkt und Und von diesen sind es auch nicht in erster Linie
motivische Fortspinnung, klare, „dramatisch“ artikulier- jene galanten oder empfindsamen Beispiele wie die aus
te Abschnitte stehen anstelle des Flusses barocker Se- den Sinfonien G-Dur oder C-Dur , sondern die geradezu
quenzen. (Dies meint offenbar Sulzer mit „scheinbarer „hymnischen“ liedartigen Sätze für Streicher alleine wie
Unordnung“, wobei sich seine Nennung der plötzlichen die aus den in Sinfonien B-Dur und F-Dur,
harmonischen „Übergänge und Ausschweifungen“ auf Deren Prae-Elgarsche Tonfall ist durchaus geeignet,
den Durchführungsabschnitt beziehen dürfte). Dabei den Massen ans Herz greifen! In der Sinfonie op X, 6
scheinen Einprägsamkeit und Schönheit von ersten und (ebenfalls von La Stagione Frankfurt bei cpo erschienen)
zweiten „Themen“ nach der im 19. Jhdt entwickelten findet sich dann der wohl eindrucksvollste Satz dieses
Schulbuchlehre der Sonatenform keineswegs im Vorder- Typus.
grund gestanden zu haben: Monothematik ist ebenso Diese Musik konnte nur in England entstehen und
häufig anzutreffen wie Formelhaftigkeit und geradezu ist ohne die Händeltradition kaum erklärlich (Als Abel
„Melodienlosigkeit“ des thematischen Materials. 1759 nach London kam, lebte Händel noch.)
Dies wird vielmehr zumeist aus unzähligen Varianten Obwohl Abel offenbar außer einer einzigen Arie
von Dreiklängen und marschartigen Rhythmen gebildet. mit einem Solopart für „sein“ Instrument, die Gambe,
Die von Sulzer beschriebenen strukturellen Eigenarten keine Vokalmusik komponiert hat, ist es der „Gesang“,
und die generelle klangliche Wucht einer Sinfonie der diese Sätze prägt.
waren den Zeitgenossen offenbar wichtiger als erinne- So melodisch und einprägsam diese Sätze daher-
rungsträchtige „Themen“. kommen, sind sie in ihrer Struktur keineswegs simpel,
Dass die Sinfonie auch eigenständige Inhalte ver- sondern äußerst kunstvoll mit exquisiten Stimmführungen
handeln könnte bzw. düstere und tragische Empfindun- in den Mittelstimmen sowie überraschenden melodi-
gen hervorrufen könnte, hat Abel offenbar nur am Rande schen und harmonischen Wendungen.
interessiert. Schließlich kennen wir von ihm keine Sinfo- Dass die Sinfonie op VII, 6 in Es-Dur lange für ein
nie in einer Molltonart- im Gegensatz zum Schaffen sei- Werk W.A. Mozarts gehalten wurde und auch mit der
nes engen Freundes und Partners Johann Christian Bach, Nummer 18 ins Köchelverzeichnis einsortiert wurde
dessen g-moll-Sinfonie op VI, 6, geradezu als Fanal des ( das 8-jährige Wunderkind hatte sich 1764 wohl als
sogenannten „Sturm und Drang“-Typus gelten kann. Muster für eigene Kompositionen die Sinfonie eigenhän-
Was Abels Sinfonien unverwechselbar macht dig abgeschrieben) , kommt sicher nicht von ungefähr:
unter denen seiner Zeitgenossen, sind also nicht deren gerade diese Sinfonie, die als einzige des opus VII
Kopfsätze in (später so genannter) Sonatenform, auch wirklich eigenständigen und im Finale sogar virtuosen

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Einsatz der Blasinstrumente aufweist, ist zweifellos die La Stagione Frankfurt
avancierteste und reifste in ihrem Umfeld. (Über die ge-
nauen Entstehungsdaten der einzelnen in einem Opus Unter den führenden Ensembles für Alte Musik hat
versammelten Kompositionen gibt das Erscheinungsda- sich das Orchester LA STAGIONE FRANKFURT seit sei-
tum eines Drucks keine verlässliche Auskunft: häufig sind ner Gründung 1988 einen unverwechselbaren Platz im
die Werke zu ganz unterschiedlichen Zeiten entstanden internationalen Musikleben erwerben können.
oder rühren aus verschiedenen Kontexten her- manche Unter der Leitung seines Gründers Michael Schnei-
waren in der Tat reine „Ouvertüren“, bevor sie in Sinfo- der werden thematisch individuell konzipierte Projekte in
niesammlungen landeten.) den Bereichen Oper, Oratorium und Sinfonik realisiert.
Der Mittelsatz in c-moll dieser Es-Dur Sinfonie ist LA STAGIONE FRANKFURT arbeitet mit zahlreichen re-
denn auch der einzige, der das Entwicklungspotenzial nommierten Solisten zusammen, wie z.B. den Sängern
der sinfonischen Idee in Richtung tragischer Inhalte Ruth Ziesak, Ann Monoyios, Elisabeth Scholl, Claron Mc
erkennen lässt. Mozart sollte diese Sprache überneh- Fadden, Christoph Prégardien, Markus Schäfer, Olaf
men für die Darstellung des Abgründigen, z.B in der Bär und Gotthold Schwarz oder Instrumentalisten wie
Ombra-Szene seines „Lucio Silla“. Aber auch in manch Steven Isserlis und Reinhold Friedrich.
anderen seiner Werke „schwingt“ diese Es-Dur –Sinfonie Regelmäßige Konzerttourneen führten das Ensemble
von C. Fr. Abel nach: man denke an den Mittelsatz des auf bedeutende europäische Podien, wie z.B. Concert-
„Jeunhomme“-Klavierkonzerts KV 271 Es-Dur oder auch gebouw Amsterdam, Festival Oude Muziek Utrecht,
die Eröffnung der Konzertanten Sinfonie Es-Dur für Violi- Konzerthaus und Musikverein Wien, Alte Oper Frank-
ne und Viola KV 364. furt, Palau Barcelona, Palais des Beaux-Arts Brüssel,
Göttinger und Hallenser Händel-festspiele, Würzburger
Michael Schneider Mozartfest, Konzerthaus Baden-Baden, Gasteig Mün-
chen, Frauenkirche Dresden, Scala di Milano, Lufthansa
Festival London, Haydnfestspiele Eisenstadt, Spring Fe-
stival Budapest u.v.a.
Zahlreiche CD-Produktionen erschienen bei Delta
Capriccio, Deutsche Harmonia Mundi, Koch-Classics
und cpo.
LA STAGIONE FRANKFURT erhielt für seine Einspie-
lung von Sinfonien F.I.Becks den »Preis der Deutschen
Schallplattenkritik 4/2004« und für die Aufnahme des
»Zauberwald« von F. Geminiani den Classica Award.
Das Aufspüren vergessener Meisterwerke ist Mi-
chael Schneider ein besonderes Anliegen. Unter dem
künstlerischen Motto »Unerhörtes hörbar machen« führt
er immer wieder unbekannte Werke auf oder lässt

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populäre und gängige in einer unverbrauchten Klang- Carl-Friedrich Abel
sprache erklingen. Symphonies
Im Mittelpunkt der Arbeit von LA STAGIONE FRANK-
FURT stehen Werke G. Ph. Telemanns, G. Fr. Händels, According to Walter Knape’s catalogue of his
J. Haydns und anderer Komponisten der Frühklassik wie works, Carl-Friedrich Abel published six collections of
beispielsweise F.I.Beck, G. Benda und Simon Leduc. symphonies during his lifetime, each with six symphonies.
Außerdem gehören Aufführungen und Aufnahmen Op. VII is the third of these collections, after opp. I and
der Kompositionen von F.Geminiani, I. Holzbauer, der IV, and probably originated sometime between 1763
Bach-Söhne, A. Stradella und A. Scarlatti zum program- and 1767. Like most of Abel’s symphonies, it was issued
matischen Profil des Orchesters, ebenso gelegentliche by Robert Bremner in London and also, in 1769, by J. J.
Projekte mit Musik des 20. Jahrhunderts (wie z.B. Karl- Hummel in Amsterdam.
heinz Stockhausens »Tierkreis« bei den Kasseler Musik- Barely 30 years separate these works from Mozart’s
tagen 2003 und den Tagen Alter Musik in Herne 2005). last three symphonies, of which the Bach pupil Johann
www.lastagione.de Christian Kittel already praised the finale of the Jupiter as
the ‘triumph of modern music’ in 1803. The symphony
had thus risen in no time at all to become one of the most
prestigious of musical genres. In 1760, however, it had
by no means been fully established as an independent
form capable of conveying substantive expression. Even
Abel’s symphonies are still called ‘overtures’ in their
printed editions, thereby harking back to the origin
of the term ‘sinfonia’ in the three-movement Italian
opera overture. The need for a symphony to ‘prepare’
something different and grander – usually a large-
scale vocal work – remained in effect until the end of
the century. In Sulzer’s Theorie der Schönen Künste of
1794 we can still read, ‘The symphony is excellently
appointed to express grandeur, solemnity and the
sublime. Its ultimate purpose is to prepare the listener for
a substantial composition.’
J. A. P. Schulz’s definition of a symphony (Schulz
wrote the entry in Sulzer’s compendium) also sheds
revealing light on the understanding of the new genre,
and therefore merits further quotation. (Schulz referred
to the independent symphony, i.e. one that does not
introduce a vocal work, as a ‘chamber symphony’):

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‘A „chamber symphony“ is a self-sufficient whole ‘dramatic articulation’ superseded the continuous flow
not intended to be followed by other music. It fulfils its of baroque sequences. (This is presumably what Sulzer
ultimate purpose only by means of a full-voiced, brilliant meant by ‘seeming disorder’, though the sudden harmonic
and fiery style of composition. The Allegros of the best ‘transitions and ramblings’ he mentions doubtless refer
chamber symphonies contain grand and bold ideas; a to the development section.) Melodiousness and beauty
free treatment of the compositional texture; a seeming in the first and second ‘themes’, as called for by 19th-
disorder in melody and harmony; heavily marked century textbooks on sonata form, by no means stood
rhythms of various kinds; powerful bass melodies and in the foreground: monothematic forms occur no less
unisonos; concertante middle parts; free imitation; frequently than formulaic, almost ‘tuneless’ thematic
frequently a theme treated in fugato; sudden transitions material constructed from numberless variants of triads
and ramblings from one mood to another, which are all and march rhythms. The structural features described by
the more startling the weaker the connection between Sulzer, and the general sonic gravity of a symphony,
them; sharp contrasts of forte and piano; and above were evidently more important to contemporaries than
all else the crescendo, which, when applied to an memorable ‘themes’.
ascending and increasingly expressive melody, is of the That a symphony might also have personal
greatest imaginable effect.’ expression, or evoke desolate or tragic feelings, was
By no means did all composers around 1740 apparently of peripheral interest to Abel. Not a single
cultivate this new genre. Telemann, who otherwise symphony in his known oeuvre is in a minor key – unlike
remained open to everything new to the end of his days his close friend and business partner Johann Christian
in 1767, clung in his instrumental works to the French Bach, whose G-minor Symphony, op. VI, no. 6, is
overture followed by dances and character pieces – the virtually a clarion call for the so-called Sturm und Drang.
very form that Sulzer would later call ‘outdated’. His What sets Abel’s symphonies apart from those of
Darmstadt colleague Graupner revised earlier works his contemporaries is thus not their opening movements,
by adding wind parts and reordering the movements, in what would later be called ‘sonata form’, nor their
heedless of the expressive ideal of a genuine symphony finales, all of which employ folk dances in rondo form
or the formal design that came to be called ‘sonata- (e.g. fast contredances or minuets). Rather, it is their
allegro’. slow middle movements, usually marked Andante and
Viewed from a baroque perspective, the syntax of frequently kept at a ‘sempre piano’ dynamic level.
a symphony was associated with a sharp simplification It is here that we detect a new and wholly individual
in musical workmanship. Precisely this became one of musical language. And by these movements we mean
the germ-cells of the new classical style: the extreme not primarily those in the galant or Empfindsam style,
expansion of harmonic rhythm and the concomitant as in the G major and C major symphonies, but rather
development of sonata form. ‘Structural dissonances’, the almost ‘hymnic’, song-like movements for strings
such as the tension between tonic and dominant alone, as in the B-flat major and F major symphonies.
throughout an entire movement, replaced counterpoint Their pre-Elgarian inflection is perfectly suited to reach
and motivic note-spinning; straightforward sections of the hearts of the masses. Perhaps the most impressive

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example of this species is found in Abel’s op. X, no. 6, Concerto (K. 271), likewise in E-flat major, or the
likewise released on cpo by La Stagione. This music opening of the E-flat major Symphonie concertante for
could only have been produced in England, and is violin and viola (K. 364).
barely conceivable without the Handel tradition (Handel
was still alive when Abel arrived in London in 1759). Michael Schneider
Although Abel apparently wrote no vocal music Translated by J. Bradford Robinson
(apart from a single aria with a solo part for ‘his’
instrument, the viola da gamba), it is ‘song’ that La Stagione Frankfurt
dominates these movements. No matter how melodious
and memorable these movements may be, they are by The orchestra La Stagione Frankfurt has maintained
no means simplistic in their structure. On the contrary, a unique place among the leading early music en-
they are extremely intricate, with exquisite part-writing sembles and in the international music world ever since
in the middle voices and surprising twists of melody and its founding in 1988. Under its director and founder
harmony. Michael Schneider, the ensemble presents projects of
The E-flat major Symphony, op. VII, no. 6, was long individual thematic design in the areas of the opera, ora-
thought to be by Mozart. It even found its way into the torio, and symphony. La Stagione Frankfurt performs to-
Köchel catalogue with the number K. 18 (the eight-year- gether with many renowned soloists, including the sing-
old prodigy probably copied it out in 1764 as a model ers Ruth Ziesak, Ann Monoyios, Elisabeth Scholl, Claron
for his own compositions). Nor is this surprising: precisely McFadden, Christoph Prégardien, Markus Schäfer, Olaf
this symphony, the only one in op. VII that reveals a truly Bär, and Gotthold Schwarz and instrumentalists such as
independent and, in the finale, even virtuosic use of the Steven Isserlis and Reinhold Friedrich.
winds, is doubtless the most advanced and mature in the Regular concert tours have taken the ensemble to im-
set. (The publication date of an opus tells us little about portant European venues such as the Concertgebouw in
the dates of the pieces it contains; often enough the Amsterdam, Early Music Festival in Utrecht, Konzerthaus
works originated at completely different times or were and Musikverein in Vienna, Alte Oper in Frankfurt, Palau
extracted from different contexts. Many were indeed in Barcelona, Palais des Beaux-Arts in Brussels, Göttin-
simple ‘overtures’ before they landed in symphony gen and Halle Handel Festivals, Würzburg Mozart Fes-
collections.) tival, Konzerthaus in Baden-Baden, Gasteig in Munich,
The C minor middle movement of this E-flat major Frauenkirche in Dresden, Milan Scala, Lufthansa Festival
Symphony is, then, the only one that hints at the genre’s in London, Haydn Festival in Eisenstadt, and Budapest
evolutionary potential to project a sense of tragedy. Spring Festival.
Mozart would later adopt this language to depict the La Stagione Frankfurt has released many CD pro-
unfathomable, as in the ombra scene of his opera Lucio ductions on Delta Capriccio, Deutsche Harmonia
Silla. We can also hear echoes of Abel’s E-flat major Mundi, Koch Classics, and cpo. The ensemble re-
Symphony in many other Mozart works: we need only ceived the Prize of the German Record Critics 4/2004
think of the middle movement of the ‘Jeunhommme’ for its recording of symphonies by Franz Ignaz Beck

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and the Classica Award for its recording of Ge-
miniani’s The Inchanted Forrest.
The discovery of forgotten masterpieces forms a spe-
cial focus within Michael Schneider’s work. With »To
make the unheard heard« as his artistic motto, he has
repeatedly performed unknown works or presented the
popular and familiar in a fresh musical language. Works
by Telemann, Handel, Joseph Haydn, and other com-
posers of the early classical period such as Beck, Benda,
and Simon Leduc occupy the center of La Stagione
Frankfurt’s work. In addition, performances and record-
ings of the compositions of Geminiani, Holzbauer, the
Bach sons, Stradella, and Antonio Scarlatti as well as
occasional projects featuring the music of the twentieth
century (e.g., Karlheinz Stockhausen’s Tierkreis at the
Kassel Music Days in 2003 and the Early Music Days
in Herne in 2005) belong to the orchestra’s program-
matic profile.
www.lastagione.de

Michael Schneider (© Photo: Matthias Griewisch)

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Ingeborg Scheerer, Zsuzsanna Hodasz (© Photo: Matthias Griewisch)

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Matthias Scholz (© Photo: Matthias Griewisch)

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Michael Schneider (© Photo: Matthias Griewisch) cpo 777 993–2

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Carl Friedrich Abel (1723–1787)

6 Symphonies op. VII


1 Symphony op. VII,3 in D major 10'44

4 Symphony op. VII,2 in B flat major 9'02


Abel · 6 Symphonies op. VII · La Stagione Frankfurt · Schneider

Abel · 6 Symphonies op. VII · La Stagione Frankfurt · Schneider


7 Symphony op. VII,1 in G major 11'40

10 Symphony op. VII,6 in E flat major (KV 18) 12'47

13 Symphony op. VII,4 in F major 8'50

16 Symphony op. VII,5 in C major 8'19

T.T.: 62'02

La Stagione Frankfurt
Michael Schneider

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Co-Production: cpo/Deutschlandradio
Recording: Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln,
March 25–27, 2015
Recording Producer, Digital Editing & Mastering: Uwe Walter
Balance Engineer: Wolfgang Rixius
Executive Producers: Burkhard Schmilgun/Dr. Matthias Sträßner
Cover Painting: Louis Dodd, »A View of St. Paul’s Cathedral
and the City of London State Barge«,
Kunsthandel London, Sotheby’s
Ⓒ Photo: Sotheby‘s / akg-images, 2017; Design: Lothar Bruweleit
cpo, Lübecker Str. 9, D–49124 Georgsmarienhütte

Ⓟ 2017 – Deutschlandradio – Made in Germany DDD

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