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Die Sage der drei Schwestern

Als die Welt noch aus tosenden Meeren und schwellenden, kargen Felsen bestand, gab
es drei Schwestern. Drei Schwestern, die in einer innigen Umarmung lebten bis es
eines Tages zu einem Streit kam. Die älteste Schwester, so voller Sehnsucht nach
dem Licht des Horizontes, wollte nicht mehr bei den anderen sein. Ihre Sehnsucht,
gen Westen zu ziehen, war einfach zu groß. Auch die jüngste Schwester, so voller
Energie, zog es weg von der Heimat, gen Süden wollte sie gehen und sehen was es
dort zu finden gibt. So zerbrach das Land, die Schwestern trennten sich und nur die
Mittlere der drei blieb dort, wo sie einst lebten, traurig zurück. Die Jahre
vergingen und die mittlere der Schwestern mit dem Namen Mitraspera fiel in den
Schlaf. Das Land auf ihrem Rücken blühte auf, durchzogen von Energie formten sich
die Elemente aus der Kraft des Landes und schufen das, was wir heute kennen. Aus
Angst, das Land zu wecken errichteten die alten Herrscher einen magischen Ring aus
Nebel, damit nichts die Ruhe Mitrasperas störte. Kriege tobten, Imperien vergingen
doch das Land schlief beschützt und behütet...

...Bis zu dem Tag der Zerstörung der Weltenschmiede! Durch diese grausame und
klaffende Wunde in ihrem Körper erwacht, tobt die mittlere Schwester. Erdbeben und
Risse durchziehen das Land und panisch rafft es die Energie an sich, die es einst
schenkte. Getrieben von der Angst und der Ungewissheit sterben zu können, zieht die
mittlere Schwester aus allen Ecken des Kontinents die Energie zu sich, um sich
selbst zu retten. Nun sind es wir, die Siedler und Bewohner, die entscheiden
müssen, ob es gilt zu handeln! Sind wir jene, die versuchen werden, das Land zu
retten? Jedes Fünkchen an Kraft zurückzugeben, um es von dieser schrecklichen Wunde
zu befreien und in Sicherheit zu wiegen? Sind wir jene, die das Schicksal des
Landes nicht kümmert und die geschenkte Kraft für uns behalten wollen, sie nutzen,
um damit das zu bewahren, was wir uns so teuer erarbeitete haben? Oder sind wir
vielleicht jene, die durch ein Vergiften der Kraft, die zur mittleren Schwester
zurückfließt, ihren Tod vorantreiben? Könnte so nicht auf dem Rücken des Giganten,
den wir erlegt haben, ein Land entstehen, des ganz und vollkommen uns gehört?

Mein lieber Freund, in tiefster Beklemmung schreibe ich Dir diese Zeilen. Wie Ihr
selbst wisst, führten mich meine Studien quer durchs Land zu den magischen
Kraftadern, wo immer ich sie auffinden konnte. Doch wo vor vielen Monden einst ein
stetiger Strom an Energie das Land durchzog, findet man nun an manchen Orten nicht
mal mehr ein Rinnsal an Kraft! Diese Orte scheinen leer und ausgedörrt ähnlich den
kargen Felswüsten meiner Heimat! Glaubt meinen Worten oder überzeugt euch selbst
davon, schreckliches passiert mit dem Land! Untätigkeit könnte schreckliche Folgen
haben!

Tharus, Erzmagier zu Graustein