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Die OpenSource-Kultur am Beispiel von Ubuntu-Linux

Was ist Ubuntu? Was ist denn Linux? Was ist Opensource? Was ist freie Software?

Diesen Fragen möchte ich in diesem Artikel nachgehen.

Zuerst einmal zu Ubuntu. Es ist ein südafrikanisches Projekt, das ich aus Anlass der Fußball-

Weltmeisterschaft in Südafrika ausgewählt habe, um auf ein Opensource-Projekt

einzugehen.

Was heißt Ubuntu auf Deutsch?

Auf der Seite http://wiki.ubuntuusers.de/Was_ist_Ubuntu wird dies wie folgt beantwortet:

„Das Wort Ubuntu stammt aus einer afrikanischen Sprache und bedeutet "Menschlichkeit

gegenüber Anderen". Es ist "der Glaube an etwas Universelles, das die gesamte Menschheit

verbindet".

Ubuntu heißt demnach andere Menschen menschlich zu behandeln und dies ist etwas

universelles. Quasi der Respekt vor dem Anderen, vor dem Fremden. Warum spielt dies eine

besondere Rolle für Südafrika? In Südafrika herrschte lange Zeit Rassentrennung, Schwarz

und Weiß waren voneinander getrennt. Die Weißen besaßen die Macht und die Schwarzen

wurde abgedrängt an den Rand der Gesellschaft. Dies änderte sich als 1994 Nelson

Mandela zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt wurde.

Der schwarze Bischof Desmond Tutu, der selbst ein Gegner des Systems der Apartheid, wie

man die Rassentrennung nannte, war, schreibt:

"Ein Mensch mit Ubuntu ist für Andere offen und zugänglich. Er bestätigt Andere und fühlt

sich nicht bedroht, wenn jemand gut und fähig ist, denn er oder sie hat ein stabiles

Selbstwertgefühl, das in der Zugehörigkeit zu einem größeren Ganzen verankert ist. --

Erzbischof Desmond Tutu in "No Future Without Forgiveness" ("Keine Zukunft ohne

Vergebung")

Das ist die Philosophie.


Nun zur nächsten Frage: was ist Linux?

Im Jahr 1991 schrieb Linus Torvalds, dass er ein Betriebssystem entwickelt habe, nichts

Großartiges, aber es baute auf dem Lehrsystem Mini auf. Das war der Anfang von Linux:

http://groups.google.com/group/comp.os.minix/browse_thread/thread/76536d1fb451ac60/b8

13d52cbc5a044b?#b813d52cbc5a044b

Minix ist ein System, das speziell für Universitäten entwickelt wurde, an denen Informatik

gelehrt wird. Minix baute auf dem Betriebssystem Unix auf, das in den Sechziger Jahren

entstand und vor allem in großen Firmen eingesetzt wurde und wird, unter anderem für

Webserver, Datenbanken, Simulationssysteme u.a. genutzt.

Es war nicht frei verfügbar. Minix war auf die Universitäten beschränkt. Linux, so nannte

Thorvalds sein System, war von Anfang für alle Interessenten frei verfügbar.

Linux ist eigentlich nur der Kernel, der Kern des Systems. Der Kernel ist eine Art

Zwischenschicht zwischen den Anwendungen und der Hardware. Der Kernel enthält zum

Beispiel den Festplattentreiber. Unter der GNU GPL-Lizenz, einer Lizenz für freie Software,

wurde und wird auch weiterhin Software für Linux und andere Betriebssysteme entwickelt. In

der Regel versteht man unter GNU/Linux ein System, das sich aus dem Linuxkernel und den

freien GNU-Anwendungen zusammensetzt. Bekannte

Linux wird in den verschiedensten Geräten eingesetzt: von der Waschmaschine, über das

Auto, das Netbook, Notebook, den Standard-PC, den Webserver mit angebundener

Datenbank, den Hochleistungsrechner im Rechnerzentrum und Linux war auch schon im

Weltall.

Ubuntu Linux ist eine sogenannte Linuxdistribution. Distribution heißt, dass alle frei

verfügbare Software zusammengestellt und zum download oder auf CD/DVD angeboten

wird. Die Entwickler einer solchen Distribution stellen die frei verfügbaren Software

zusammen, entwickeln ein Installationsprogramm dafür und sie entwerfen eine

Bedienoberfläche dafür. Ubuntu Linux wird von der Firma Canonical entwickelt. Sie hat
viele Linuxentwickler eingestellt, die sich damit hauptberuflich der Entwicklung widmen

können. Canonical unterstützt auch Schulen und soziale Einrichtungen in Südafrika mit der

Software, gibt Support. Firmen wie Canonical verdienen kein Geld mit der Software,

sondern mit dem Support für diese. Die Software selbst aber ist frei und kostenlos. Ubuntu-

Linux kann entweder aus dem Internet heruntergeladen oder von CD oder DVD installiert

werden. Ich habe aus Anlass dieses Artikels mich auch mal an die Installation von Ubuntu

gewagt und es war nicht schwieriger als Windows XP zu installieren. Die Bedienung ist an

Windows und MacOS (Betriebssystem der Firma Apple) angelehnt und ist daher nicht allzu

kompliziert. Wer mit Windows XP oder MacOS X zurecht kommt, wird auch keine Probleme

mit der Bedienung von Ubuntu-Linux habe. Die aktuelle Version von Ubuntu-Linux hat die

Nummer 10.04.

Als nächstes werde ich noch ein paar Begriffe:

Was ist freie Software? Im Gegensatz zu den Programmen, zum Beispiel der Firma

Microsoft, kann die freie Software von ihren Benutzern verändert werden. Die Anwender

haben Zugriff auf den Quellcode der Software.

Was ist Opensource? Opensource heißt so viel wie Quellofen. Damit ist gemeint, dass die

Entwickler einer Software alle ihre Geheimnisse bei der Programmierung freigeben und den

Anwender die Möglichkeit geben, diese an ihre eigenen Bedürfnisse anzupassen. Jede

Änderung, muss aber an die Community zurückgegeben werden.

Was ist die Opensource-Kultur im Gegensatz zur Closed Source-Kultur? Es ist eine freie,

offene Kultur und ein herrschaftsfreier Dialog. Alle arbeiten kostenlos an einem Projekt, zum

Beispiel OpenOffice, und dieses wird im Interesse aller entwickelt und es steht frei für jeden

Interessenten zur Verfügung. Auch der Quellcode, der die Programmfunktionen, die

Bedienoberfläche, etc. enthält, ist frei und kann von jedem verändert werden. Diese

Änderungen müssen wiederum an die Gemeinschaft der Nutzer zurückgegeben und


dokumentiert werden. Der Zugang zu diesen Informationen und den Programmen ist durch

nichts und niemanden eingeschränkt. Niemand hat einen bevorzugten Zugang, sondern

jeder kann sich einarbeiten und zur Entwicklung beitragen. Dieser Prozess der Software-

Entwicklung ist diametral entgegen gesetzt zu dem, was bei den großen Firmen wie

Microsoft üblich ist: Microsoft entwickelt seine Programme, um damit Geld zu verdienen.

Der Quellcode ist Eigentum der Firma und ein Firmengeheimnis. Er wird nur Microsoft-

Mitarbeitern bereit gestellt. Microsoftprogramme, die kostenlos verbreitet werden, wie zum

Beispiel der Internet Explorer, werden ohne den Quellcode weitergegeben und Änderungen

dürfen nur durch die Firma selbst erfolgen. Sollte jemand den Quellcode des Internet

Explorer verändern wollen, dann müsste er entweder viel Geld an Microsoft zahlen und seine

Rechte an der Software abtreten oder er dürfte mit einer Klage rechnen. Microsoft behält die

Kontrolle und ein bevorzugte Position in der Software-Industrie, die es nach meiner Meinung

vieler, sogar missbraucht. Dazu möchte ich mich aber nicht äußern. Im Falle der Microsoft

Software spricht man von Closed Source, also geschlossenem Code. Andere Anbieter von

Closed Source-Software sind Apple, IBM, etc... Die Opensource-Kultur ist eine Art

Mitmachkultur ähnelt der Philosophie des Web 2.0.

Außer Ubuntu-Linux gibt es natürlich auch viele andere Linuxdistributionen, wie zum Beispiel

Redhat Linux, SuSE Linux, etc...

Ich hoffe Sie hatten viel Spaß beim Lesen dieses Artikels.

Mehr Informationen über mich finden Sie in meinem Blog unter http://ethnologie.blog.de

Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.

Ihr Martin Henking