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Working Capital Management

(Strategische Managementkonzepte)

SG

1 Kurzbeschreibung

Das Management von Working Capital fokussiert auf den Teil des Umlaufvermö-
gens, der durch verzinsliches Kapital finanziert werden muss. Synonym zu Working
Capital werden auch Begriffe wie Nettoumlaufvermögen oder Betriebsvermögen
genutzt. Dabei setzt sich das Working Capital aus Vorräten, Forderungen aus Liefe-
rungen und Leistungen sowie sonstigen Vermögenswerten des Umlaufvermögens
zusammen, abzüglich von kurzfristigen Fremdmitteln (u. a. Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen, Rückstellungen).

2 Anwendungsgebiete

Working Capital Management in Unternehmen kann auf Forderungen (z. B. Verrin-


gerung Forderungsbestand), Vorräte (z. B. Verringerung von Lagerhaltung) sowie
Verbindlichkeiten (z. B. Verlängerung von Zahlungszielen) fokussieren.

3 Nutzen

• Steigerung der Kreditfähigkeit und der finanziellen Unabhängigkeit des Unter-


nehmens
• Aufrechterhaltung der Liquidität
• Erhöhung des Betriebsergebnisses
• Steigerung des Cash Flows durch Freisetzung von Kapital (das in Umlaufvermö-
gen gebunden ist)
C. Schawel und F. Billing, Top 100 Management Tools, 285
DOI 10.1007/978-3-8349-4691-1_95, © Springer Fachmedien Wiesbaden 2014
286 Working Capital Management

4 Voraussetzungen

• Möglichkeiten der Einflussnahme auf Forderungen, Vorratshaltung sowie Ver-


bindlichkeiten
• Transparenz über erforderliche Informationen (u. a. Zahlungsziele an Kunden)

5 Kernelemente/Vorgehen

• Hebel im Management von Verbindlichkeiten:


– Gestaltung der Verträge mit Lieferanten optimieren (z. B. Zahlungsziele stei-
gern)
– Realisierung von Potenzialen über die internen Rechnungsprüfung und -be-
arbeitung: z. B. Überwachung von Reklamationen, inhaltliche Prüfung, Nut-
zung von Zahlungszielen; relevante Kennzahlen dafür sind z. B.:
• Days Payables Outstanding = Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen × 365 : Materialwand
• Kreditorenumschlag = Umsatz : durchschnittlicher Kreditorenbestand
• Hebel im Management von Forderungen:
– Gestaltung der Verträge mit Kunden optimieren (z. B. Zahlungsziele)
– Kundenauswahl auf Grund von Bonitätsprüfung
– Proaktive Verringerung von Forderungen (u. a. Mahnwesen) und Forde-
rungsausfällen; relevante Kennziffern sind z. B.:
• Bad Debt Rate = Forderungsausfall : Umsatz
• Days Sales Outstanding = Forderungen aus Lieferungen und Leistun-
gen × 365 : Umsatzerlöse
• Hebel im Management von Vorräten:
– Menge und Wert der eigenen Vorratshaltung senken (Vorratsumschlag = Ma-
terialaufwand : durchschnittlicher Warenbestand)

6 Quellen/Weiterführende Literatur

1 Parkinson/Kallberg: Corporate Liquidity, 1993.


2 Scherr: Modern Working Capital Management, 1999.