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Wiederholungsfragen zu
„3. Mikroökonomik“
3.1. Erläutern Sie das 1. Gossensche Gesetz. Verwenden Sie zur Verdeutlichung ein
geeignetes Beispiel.

3.2. Ein Biergroßhändler verkauft in einem Monat 2.000 Kisten Bier zu einem Preis
von 12,00 Euro pro Kiste. Nach einer Preiserhöhung um 2,00 Euro sinkt der
Absatz auf 1.800 Kisten.
a) Wie lautet die Preis-Absatz-Funktion für Bierkisten?
b) Um wie viel Euro verändert sich der zu erwartende Umsatz, wenn der Preis
für eine Kiste von 12,00 auf 13,00 Euro ansteigt?

3.3. Eine gesamtwirtschaftliche Nachfragefunktion lautet:

p = 200 – 0,125 *x

a) Erläutern Sie, was sich ökonomisch hinter den Begriffen


„Sättigungsmenge“ und „Prohibitivpreis“ verbirgt.
b) Errechnen Sie die beiden Werte für die obige Funktion.

3.4. Erläutern Sie,


a) warum Polypolisten auch als Mengenanpasser bezeichnet werden und
b) warum eine Unterbietung des Marktpreises für den einzelnen Polypolisten
keinen Sinn macht.

3.5. Auf dem Markt für Personalcomputer sollen folgende Angebots- und
Nachfragefunktionen gelten:
x = 2.000 + 8*p
x = 20.000 – 4*p
a) Wie hoch ist der Gleichgewichtspreis?
b) Welche Menge wird auf dem Markt abgesetzt?
c) Erläutern Sie, welche Marktreaktionen in Bezug auf Menge und Preis
einsetzen, wenn sich die Zahl der Anbieter vergrößert. Illustrieren Sie Ihre
Argumentation durch eine Zeichnung.

3.6. Am Bremerhavener Wohnungsmarkt sollen Angebot und Nachfrage durch


folgende Gleichungen charakterisiert sein:
Nachfrage: x = 6.000 – 200*p
Angebot: x = -1.000 + 500*p
wobei: x = Mietfläche in 1.000 qm
p = Mietpreis pro qm
a) Ermitteln Sie Gleichgewichtsmenge und Gleichgewichtsmiete.
b) Aus sozialpolitischen Erwägungen will die Regierung einen Höchstpreis
festsetzen. Wie hoch darf dieser Preis maximal sein?
c) Welche Reaktionen verursacht der Höchstpreis auf dem Wohnungsmarkt?
Illustrieren Sie Ihre Argumentation durch ein selbst gewähltes
Zahlenbeispiel und eine Zeichnung.
d) Zeigen Sie eine Alternative auf, wie die durch den Höchstpreis
beabsichtigte sozialpolitische Wirkung gleichwohl erreicht werden kann.
Beachten Sie in Teilaufgabe c), dass Sie sowohl ein Zahlenbeispiel als auch eine Zeichnung erstellen
sollen.

Hochschule Bremerhaven - Fachbereich 2 (Transportwesen/Logistik) – Wolfgang Pohl, Erstelldatum 15.11.2007 22:28


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3.7. Kennzeichnen Sie mit Hilfe einer Graphik die gewinnoptimale Angebotsmenge
eines Unternehmens, das sich einem konstant vorgegebenen Marktpreis
gegenübersieht und das
a) eine begrenzte Produktionskapazität hat
b) zwar eine unbegrenzte Produktionskapazität hat, aber mit steigenden
Grenzkosten zu rechnen hat.
Erläutern Sie Ihre Ergebnisse.

3.8. Fall
1. Situationsdarstellung

Die Solinger Stahlfirma "Drilling" stellt hochwertige Feinwerkzeuge für die


Nagelpflege her. Unter anderem wird ein Manikürenset (verpackt im Lederetui)
angeboten. 2006 wurden in Deutschland 22.000 Sets zu einem
Großhandelspreis von 25,90 EUR abgesetzt. Die Preisfestsetzung wurde damit
begründet, dass die Firmenleitung nach ihren Kalkulationsunterlagen
(Vollkostenrechnung) den Preis nicht noch mehr ermäßigen könne, weil der
Gewinn pro Etui nur noch 1,21 EUR betrage.
Da der Absatz leicht rückläufig ist und die Gewinne geschrumpft sind, hat die
Firmenleitung das Institut FORSA beauftragt, die Kosten- und Ertragslage für
Manikürensets zu untersuchen. FORSA hat bisher folgende Daten ermittelt:

2. Daten zur Absatzsituation


Das Forschungsinstitut hat festgestellt, dass auf dem üblichen
Großhandelsmarkt (Drogerien, Parfümerien, Kaufhäuser) eine Preiserhöhung
von 3,- EUR zu einer Absatzrückgang von 2.500 Etuis führen würde.
(Preissenkungen haben eine umgekehrte Wirkung.)

3. Daten zur Kostenstruktur

Nach den sehr genauen Unterlagen der Kostenrechnungsabteilung fallen bei der
Produktion der Etuis 10,60 EUR variable Kosten je Set an. Die fixen Kosten
betragen 310.000 EUR.

Aufgaben
1. Bestimmen Sie den bisherigen Gewinn von "Drilling".
2. Bestimmen Sie den optimalen Gewinn. Warum hat die Firma bisher diesen
optimalen Gewinn nicht realisiert ?
3. Führen Sie eine Gewinnänderungsanalyse durch (G(bish.)/G(neu)).
4. Worauf ist es zurückzuführen, dass trotz einer geringeren Absatzmenge der
Gewinn ansteigt?

3.9. Ein Monopolist ist grundsätzlich in seiner Preisgestaltung frei. Machen Sie
deutlich, worauf er dennoch bei seiner Preispolitik achten muss, wenn er seinen
Gewinn auch langfristig optimieren will.
3.10. Nennen Sie drei Arten wettbewerbsbeschränkenden Verhaltens, die durch das
Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) sanktioniert werden, und
geben Sie an, welche Sanktionsinstrumente eingesetzt werden.

3.11. Erläutern Sie das Leitbild der optimalen Wettbewerbsintensität (des


funktionsfähigen dynamischen Wettbewerbs), und zeigen Sie anhand von
Beispielen die Probleme auf, die mit dessen Umsetzung verbunden sind.

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Lösungsvorschläge zu
„3. Mikroökonomik“

Zu Aufgabe 3.1.

Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen (Sättigungsgesetz), d.h. der Gesamtnutzen eines


Gutes steigt mit zunehmender Menge zwar weiter an, aber die Zuwächse werden immer
kleiner. Daraus folgt, dass der Grenznutzen mit steigender Konsummenge fortwährend
abnimmt und schließlich Null erreicht. In diesem Punkt ist die so genannte
Sättigungsmenge erreicht.
Grenznutzen ist dabei der Nutzenzuwachs, den man erzielt, wenn man eine Mengenein-
heit mehr konsumiert.
Beispiel: Bier im Sommer; Verzehr von Schokolade

Zu Aufgabe 3.2.

a) Die PAF lässt sich nach der Zwei-Punkte-Methode ermitteln.

p = a + b*x
(I) 12 = a + b* 2.000
(II) 14 = a + b*1.800

(I) a = 12 - b*2.000
(II) 14 = (12 – b*2.000) + b*1.800
(II) 14 = 12 - b*200
b = -0,01
a = 32

PAF: p = 32 – 0,01*x

b) Bestimmung des Umsatzes für p = 12,00 bzw. 13,00 Euro

(1) p = 12,00 Euro


x = 2.000 Kisten
 E = p*x = 12*2.000 = 24.000 Euro

(2) p = 13,00 Euro


p = 32 – 0,01*x
x = (32 – p)/(0,01) = (32 – 13)/(0,01) = 1.900 Kisten
 E = p*x =13,00*1.900 = 24.700

Fazit: Durch eine Erhöhung des Preises von 12,00 auf 13,00 Euro sinkt der Absatz zwar
um 1.000 Kisten, aber der Umsatz (Erlös) steigt um 700 Euro an, weil der Erlöszuwachs
wegen der Preiserhöhung (1,00 Euro* 1.900 Kisten = 1.900,00 Euro) größer ist als der
Erlösrückgang wegen der Absatzverringerung (12,00 Euro* 100 Kisten = 1.200,00
Euro). Der Gewinnanstieg beträgt 700,00 Euro. (1.900,00 Euro – 1.200,00 Euro)

Kontrollrechnung: Galt = 24.000,00; Gneu = 24.700,00; Differenz = 700,00 Euro.

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Zu Aufgabe 3.3.

a) Die Sättigungsmenge ist die Menge, die nachgefragt wird, wenn das Gut nichts
mehr kostet.
Der Prohibitivpreis ist der Preis, bei dem die Nachfrage 0 wird, das Gut also für
Nachfrager zu teuer ist. (Verbotspreis)
b) Sättigungsmenge: xS = 1.600 Kisten
Prohibitivpreis: pP = 200,00 Euro

Zu Aufgabe 3.4.

Polypolisten heißen deswegen Mengenanpasser, weil der einzige Aktionsparameter, der


ihnen zur Verfügung steht, die Menge darstellt, da der Preis für sie exogen vorgegeben
ist. Man sagt: „Der Preis ist für sie Datum“.

Die Unterbietung des Marktpreises macht für den Polypolisten keinen Sinn, weil er
sofort die gesamte Nachfrage auf sich ziehen würde, diese aber aufgrund beschränkter
Produktionskapazitäten nicht befriedigen könnte. Eine Preissenkung führt also nicht zu
einer Mengenerhöhung, aber zu einer Erlöseinbuße.

Zu Aufgabe 3.5.

a) Der Gleichgewichtspreis kann errechnet werden, indem Angebot und Nachfrage


gleichgesetzt werden:

Angebot = Nachfrage
2.000 + 8*p = 20.000 – 4*p
12*p = 18.000
p = 1.500
b) Die abgesetzte Menge ergibt sich durch Einsetzen des Gleichgewichtspreises z. B.
in die Nachfragefunktion:

x = 20.000 – 4*1.500
x = 14.000

c)

 Durch die größere Zahl der Anbieter verschiebt sich die Angebotskurve nach
rechts.
 Es entsteht ein Überangebot, das die Anbieter veranlasst, den Preis zu senken.
 Als Folge dieser Preissenkung verschwinden einzelne Anbieter vom Markt, das
Angebot geht wieder zurück.
 Andererseits steigt aber auch die Nachfrage.
 Dieser Prozess währt so lange, bis ein neues Gleichgewicht gefunden ist, das
sich durch eine größere Menge und einen niedrigeren Preis auszeichnet.

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A0 A1

p0

p1

x
x0 x1

Abbildung 3.5.: Veränderung von Preis und Menge, wenn die Zahl der Anbieter
auf dem Markte ansteigt.

Zu Aufgabe 3.6.

a)
Angebot = Nachfrage
-1.000 + 500*p = 6.000 - 200*p
700*p = 7.000
p = 10  Gleichgewichtsmiete 10,00 Euro pro qm.

Durch Einsetzen der Gleichgewichtsmiete in die Angebots- bzw. Nachfragefunktion


ergibt sich:

N: x = 6.000 - 200*10 = 4.000


A: x = -1.000 + 500*10 = 4.000  Gleichgewichtsmenge (4.000.000 qm
Mietfläche)

b) Um die angestrebte soziale Entlastung zu gewährleisten, muss der Höchstpreis


unter dem Gleichgewichtspreis liegen. Je größer der Abstand zwischen
Gleichgewichtspreis und Höchstpreis, umso mehr wird der Geldbeutel der Mieter
entlastet.
c) Angenommen, es wird in der unter a) geschilderten Situation ein Höchstpreis von
PH = 8 gesetzt, so ergibt sich:

A: x = -1.000 + 500*8  x = 3.000  Angebotsmenge


N: x = 6.000 –200*8  x = 4.400  Nachfragemenge
Ergebnis: Nachfrageüberhang von 1.400.000 qm

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Wie das obige Zahlenbeispiel belegt, werden die Anbieter ihre Angebotsmenge
reduzieren, weil das Angebot für einen Teil von ihnen zum neuen Preis nicht mehr
rentabel erstellt werden kann bzw. die Opportunitätskosten der Vermietung durch
den neuen Preis nicht ausgeglichen werden.

Die Nachfrager dehnen ihre Nachfrage hingegen aus. Dies kann auf dem
Wohnungsmarkt durch verschiedene Reaktionen realisiert werden.
(1) Auf dem Wohnungsmarkt bildet sich neben dem offiziellen Markt ein
Schwarzmarkt heraus, bei dem die Mieter freiwillig mehr an den Vermieter zahlen,
als nach der Höchstpreisvorschrift zulässig.
(2) Zum Beispiel kann der Höchstpreis auch dafür verantwortlich zeichnen, dass
größere Wohneinheiten nachgefragt werden oder die Zahl der Haushalte durch
vermehrte Neugründungen stärker zunimmt als unter Marktbedingungen. So
werden sozial schwache Mieter vom Wohnungsmarkt verdrängt. Durch die
Marktreaktion erfolgt eine Konterkarierung der ursprünglich beabsichtigten
Wirkung.

N A

pG

pH

x
xA xG xN

Nachfrageüberhang

Abbildung 3.6.: Die Wirkung von staatlichen Höchstpreisvorschriften.

d) Da der Höchstpreis sich als ungeeignet erwiesen hat, die gewünschte


sozialpolitische Wirkung hervorzurufen, kann nur über eine Verschiebung der
Nachfragekurve dafür gesorgt werden, dass alle Mieter am Wohnungsmarkt zum
Zuge kommen.
Hierzu ist erforderlich, dass die Mieter mit Kaufkraft ausgestattet werden, z. B.
durch Zahlung von Wohngeld.

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Zu Aufgabe 3.7.

a) begrenzte Produktionskapazität

p

d D = Deckungsbeitrag

pM
d = Deckungsspanne
kv

x
x0 xmax

Abbildung 3.7a.: Die Gewinnsituation eines Polypolisten bei vorgegebenem


Marktpreis und knappen Kapazitäten.

Kommentar: Der Polypolist fordert den Marktpreis pM , bei gegebenen Grenzkosten in


Höhe von K´ erzielt er eine Deckungsspanne von d (= p – K´). Der Deckungsbeitrag
(vgl. die Fläche in Abb.: 3.7. (= d*x)) sollte so groß sein, dass mindestens die fixen
Kosten (Kf) abgedeckt werden, damit ein Gewinn für den Polypolisten verbleibt
(G = D – Kf) .

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b) Gewinnsituation bei unbegrenzter Produktionskapazität, aber bei steigenden


Grenzkosten

p
K´ D = Deckungsbeitrag
d (graue Fläche)

pM
d = Deckungsspanne
kv

x
xnorm xopt

Abbildung 3.7b.: Die Gewinnsituation eines Polypolisten bei vorgegebenem


Marktpreis, unbegrenzten Kapazitäten und steigenden
Grenzkosten.

Kommentar: Der Polypolist P fordert den Marktpreis pM . Bis zu einer


Normalauslastung (xnorm) erzielt P bei gegebenen Grenzkosten in Höhe von K´ eine
Deckungsspanne von d (= p – K´). Dehnt er seine Produktion aber über den Punkt
(xnorm) aus, dann steigen seine Grenzkosten allmählich an (z.B. durch Zahlung von
gestaffelten Überstundenzuschlägen). Die Ausdehnung der Produktionsmenge ist so
lange sinnvoll, bis die Grenzkosten höher werden als der Preis (dann wird die
Deckungsspanne d negativ). Bei der Ausbringungsmenge, bei der die Bedingung gilt

E´ = K´ bzw. im Falle des Polypolisten


p = K´ = kv

wird der Grenzgewinn (hier: d) 0. Eine weitere Ausdehnung der Produktion hätte
negative Grenzgewinne zur Folge, der Deckungsbeitrag und der Gesamtgewinn würden
sich verringern.

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Zu Aufgabe 3.8.

(1) Bestimmung des bisherigen Gewinns


a) vereinfacht: G = g*x = 1,21*22.000 = 26.620 Euro
b) genauer:
K = Kf + kv*x
K = 310.000 + 10,60*x

G =E–K

G = p*x – (Kf + kv*x)


G = 25,90*22.000 - 310.000 – 10,60*22.000
G = 26.600 Euro

(2) Ableitung des optimalen Gewinns

a) Ableitung der PAF nach der Zwei-Punkte-Formel:

p = a + b*x
(I) 25,90 = a + b* 22.000
(II) 28,90 = a + b*19.500

(I) a = 25,90 - b*22.000


(II) 28,90 = (25,90 - b*22.000) + b*19.500
(II) 28,90 = 25,90 - b*2.500
b = -0,0012
a = 52,30

PAF: p = 52,30 – 0,0012*x


b) Aufstellung der Kostenfunktion und der Gewinngleichung

K = Kf + kv*x
K = 310.000 + 10,60*x
G =E–K
G = p*x – (Kf + kv*x)
G = (52,30 – 0,0012*x)*x - 310.000 – 10,60*x
G = 52,30*x – 0,0012*x2 - 310.000 – 10,60*x

Der Gewinn ist dann am größten, wenn die Steigung der Gesamtgewinnkurve 0 wird,
d.h. wenn der Grenzgewinn 0 wird. Von diesem Punkte ab würde eine weitere
Ausdehnung des Absatzes zu negativen Grenzgewinnen führen, der Gesamtgewinn
würde sich verringern.

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1. Ableitung:
G´ = 52,30 – 0,0024*x – 10,60
G´ = 41,70 – 0.0024*x
G´ = 0
xopt = 17.375 Stück
popt = 31,45 Euro

Gopt = 31,45*17.375 – 310.000 – 10,60* 17.375


Gopt = 52.268,75 Euro

P hat den optimalen Gewinn bisher nicht realisiert, weil er seinen Absatz zu weit
ausgedehnt hatte. Er hatte eine quasimonopolistische Situation nicht ausgenutzt.

(3) Gewinnänderungsanalyse

Folgende Veränderungen haben sich ergeben:

Veränderungen Zwischenrechnung Ergebnis


a) Erlösverringerung wegen 25,90 *(22.000-17.375) -119.787,50
der Absatzverringerung
b) Erlöserhöhung wegen 17.375*(31,45 – 25,90) +96.431,25
der Preiserhöhung
c) Kostensenkung wegen 10,60 *(22.000-17.375) +49.025,00
Verringerung der Aus-
bringungsmenge
Gewinnerhöhung 25.668,75

Vergleichsrechnung:
a) optimaler Gewinn 52.268,75
b) bisheriger Gewinn 26.600,00
Gewinndifferenz 25.668,75

(4) Die Hauptursache liegt darin, dass der Anbieter den Punkt des optimalen Gewinns
überschritten hatte, seine Grenzgewinne waren schon negativ geworden. Wenn man
den Preis unter 31,45 Euro senkt, dann sind die zusätzlichen Erlöse nicht mehr in
der Lage, die Grenzkosten zu decken, die Grenzgewinne werden negativ. Eine
weitere Ausdehnung von Produktion und Absatz verringert den Gesamtgewinn.

Zu Aufgabe 3.9.

Jeder Monopolist optimiert seinen Gewinn, wenn er den Absatz realisiert, an dem die
Grenzkosten den Grenzerlösen entsprechen. Der dazugehörige Preis liegt regelmäßig
über dem Preis, der sich im Polypol herausbilden würde.
Wegen des hohen Preises (und der hohen Gewinne) lockt der Monopolist jedoch auch
Nachahmer an, die an den üppigen Gewinnen teilhaben möchten. Häufig ist der
Markteintritt für Konkurrenten aber durch hohe Startinvestitionen erschwert. Wenn
jedoch extrem hohe Gewinne locken, wird das Risiko von den Nachahmern in Kauf
genommen, sie bieten Ersatzprodukte an und untergraben die Monopolstellung des
Hauptanbieters.

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Fazit: Wenn der Monopolist seine Monopolstellung nicht so radikal ausgenutzt hätte,
wäre der Markteintritt für Nachahmer so uninteressant geworden, dass der Monopolist
langfristig sein Monopol behalten hätte und damit auch langfristig hohe, aber nicht
maximale Gewinne erwirtschaftet hätte. (vgl. Strommarkt).

Zu Aufgabe 3.10.

 Kollusion und Kartelle  Kartellverbot


 Missbrauch von Marktmacht  Missbrauchsaufsicht
 Konzentration  vorbeugende Fusionskontrolle

Zu Aufgabe 3.11.

Das Leitbild der optimalen Wettbewerbsintensität geht davon aus, dass in der
Marktform des weiten Oligopols der intensivste Wettbewerb zustande kommt, weil nur
hier zwar die für Innovatoren erforderlichen kurzfristigen Monopolgewinne realisiert
werden können, dieser Prozess aber durch die reagierenden (nachstoßenden)
Konkurrenten zeitlich begrenzt ist.

Problembereiche sind:

 Existenz hinreichend vieler innovativer Unternehmen


 Nachfrager müssen Angebote für gleichwertig, das heißt substituierbar halten.
 Markttransparenz darf nicht zu groß sein.

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