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Neugier

So schaffen Sie Lust auf Neues und


Veränderung
Carl Naughton
Econ © 2016
296 Seiten
[@] getab.li/26248
Buch:

Bewertung Take-aways

7
7 Umsetzbarkeit • Neugierige Menschen sind glücklicher und erfolgreicher; sie leben länger und intensi-
ver.
7 Innovationsgrad
6 Stil • Neugier ist mittlerweile eine der gefragtesten Eigenschaften in der Personalsuche.
• Neugier kann und soll trainiert werden.
  • Bilden Sie sich auch abseits Ihres Fachgebiets weiter, um eine „T-förmige“ Persönlich-
Fokus keit zu werden: breites Oberflächenwissen, tiefes Spezialwissen.

• Zwingen Sie sich dazu, etwas zu tun, das Sie nie hätten tun wollen.
Führung & Management
Strategie • Konformitätsdrang und Angst vor Veränderung behindern Neugier in den Unterneh-
Marketing & Verkauf
men.
Finanzen • Gezielte Neugierinterventionen – etwa die Aufforderung an Mitarbeiter, Prognosen ab-
Personalwesen zugeben – helfen, mehr Kreativität aus den Mitarbeitern herauszuholen.
IT, Produktion & Logistik
• Googeln Sie nicht alles sofort. Nachdenken und versuchen, etwas selbst herauszufin-
Karriere & Selbstmanagement
den, fördert Ihre intellektuelle Neugier.
KMU
Wirtschaft & Politik • Gewöhnen Sie sich an, in Gesprächen mehr Fragen zu stellen und mehr zuzuhören.
Branchen
• Nutzen Sie die Neugier Ihrer Zuhörer oder Leser, indem Sie Paradoxe aufstellen – die
Business weltweit Sie dann auflösen.
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Diese Zusammenfassung ist für den persönlichen Gebrauch von Anna Pyrlya (ganna-a.pyrlya@db.com) bestimmt. 1 von 5

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Relevanz
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Das lernen Sie
Nach der Lektüre dieser Zusammenfassung wissen Sie:r1) wie Psychologen Neugier definieren, 2) wie Sie Ihre
eigene Neugier am Leben erhalten und 3) wie Sie die Neugier von Mitarbeitern und Kollegen wecken.
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Rezension
Was ist das eigentlich, Neugier? Und wie kann man Neugier in einem gleichförmigen Alltag und in auf Konformität
bedachten Unternehmen wecken? Der Psychologe Carl Naughton hat sich durch eine Menge psychologischer Stu-
dien gearbeitet und liefert schöne Beispiele dafür, wie man mit gezielten Interventionen die Flamme der Neugier
wieder entfachen kann. Mitunter wirkt sein Buch recht sprunghaft und unübersichtlich – vielleicht absichtlich, im
Bemühen, den Leser neugierig zu machen. Die wichtigste Lektion kommt aber klar und deutlich zum Ausdruck:
Neugier kann und soll trainiert werden, denn sie zahlt sich aus. getAbstract empfiehlt dieses Buch besonders allen
HR- und Learning-Verantwortlichen, die Kreativitäts- und Motivationsanreize setzen wollen.
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Zusammenfassung
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Neugierige im Vorteil
Die Gier nach Neuem ist tief in unserem Gehirn verankert. Der Mensch ist ein flexibles
Lebewesen, das nicht an eine bestimmte Umgebung angepasst ist, sondern sich laufend an
Neuem orientiert und sich darauf einstellt. Nicht jeder ist gleich neugierig, und in der Psy-
chologie herrscht keine Einigkeit darüber, ob es sich bei Neugier um ein fixes Persönlich-
keitsmerkmal handelt oder nicht. So oder so bringt es aber eine Menge Vorteile, Neugier zu
getabstract entfachen: Sie lässt uns ebenso aktiv wie aufmerksam werden, sie lässt uns Ausschau hal-
„Alles Wissen entsteht,
weil Menschen sich in
ten nach Alternativen und sie schützt vor Langeweile. Neugier fördert das soziale Leben:
Staunen versetzen las- Einerseits halten neugierige Menschen fleißiger Ausschau nach neuen Kontakten, anderer-
sen.“ seits ist der Umgang mit Neugierigen interessanter. Neugierige sind beliebter, weil sie vor
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Enthusiasmus und Energie strotzen und sich für ihre Gegenüber interessieren. Außerdem
sind sie die engagierteren Schüler, Studenten, Mitarbeiter und Unternehmer. Und sowohl
an Tieren als auch an Menschen hat sich gezeigt: Neugierige Individuen weisen eine höhere
Lebenserwartung auf. Durch immer wieder neue Motivation und sinnstiftende Suche nach
Neuem wird das Leben zudem erfüllter.

Neugierige Menschen sind glücklicher und verspüren mehr Freude am Leben, weil ihnen
die Engstirnigkeit und die Angst vor Veränderung abgeht. Zwischen Neugier und Intelli-
genz besteht ein deutlicher Zusammenhang. Personen mit ausgeprägter Neugier verfügen
über ein höheres Selbstvertrauen, weil die Neugier sie dazu motiviert, Ängste zu über-
getabstract winden. Ein Beispiel: Nehmen wir an, Sie haben Angst vor dunklen, abgelegenen Orten.
„Unserem Gehirn ge- Als leidenschaftlicher Zoologe erhalten Sie nun die Chance, eine neue Froschart zu erfor-
lüstet es nach Neuem.“
getabstract schen, die in einer Höhle entdeckt worden ist. Unter diesen Umständen hat Ihre Angst keine
Chance. Das Erleben von Neuem gibt zudem mehr Kraft als die immer gleichen Routinen.
Ohne Neugier keine Kreativität. Das gilt vor allem für das Denken in großen Maßstäben
und neuen Kategorien. Um Paradigmen umzustoßen, muss man neugierig sein.

Der persönliche Neugierfaktor


Staunen ist die Basis der Neugier. Erst weil wir staunen, wollen wir wissen. Wie entsteht
dieser Drang zum Wissen? Zum Teil ist er erblich. Innerhalb des bekannten „Big-Five“-Per-

Neugier                                                                                                                                                                               getAbstract © 2016 2 von 5


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sönlichkeitstests wird Neugier im Rahmen des Faktors „Offenheit“ miterhoben. Neugier
geht Hand in Hand mit Offenheit gegenüber Neuem. Menschen, die offen für Neues sind,
reüssieren nachweislich eher im Beruf. Der Psychologe Patrick Mussel hat mit „WORCS“
einen kurzen, aus zehn Punkten bestehenden Test entwickelt, der es erstmals erlaubt, Neu-
getabstract gier im beruflichen Kontext zu messen und daraus Prognosen für die Leistung abzuleiten.
„Neugierige haben die Punkten wie „Ich habe Spaß am Tüfteln“ oder „Ich bin wissbegierig“ wird auf einer Ska-
intensiveren und erfül-
lenderen Sozialkontak- la von 1 bis 7 die Selbsteinschätzung zugeordnet. Damit können Personalverantwortliche
te.“ bewusst Neugierige an Bord holen. Die Testergebnisse zeigen auch, dass diese Menschen
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Eigenschaften aufweisen, die man ihnen nicht von vornherein zugeordnet hätte, allen voran
Gewissenhaftigkeit.

Neugierige sind also nicht oberflächliche Schnüffler, die ihre eigentliche Arbeit nicht or-
dentlich erledigen. Wirklich Neugierige sind vertieft in das, was sie tun, und erledigen ihre
Arbeit besser. Negative Aspekte der Neugier wie etwa Sensationsgier korrelieren kaum mit
jenem Wissensdurst, um den es hier geht. Nicht zuletzt deshalb gehört Neugier mittlerweile
zu den fünf meistgefragten Eigenschaften, die Unternehmen bei neuen Mitarbeitern suchen.
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„Es steckt viel mehr Die Form der Neugier
Power im Erleben von
Unbekanntem als in Neugier hat eine konkrete Form, und zwar die eines T. Der Querbalken steht für ein breites
dem Vergnügen, das Oberflächenwissen, der vertikale Balken für die Vertiefung in einem oder mehreren Wis-
uns vertraute Routinen
schenken.“ sensbereichen. Der Begriff des T-Wissens wurde von IBM geprägt. Nur mit derart ange-
getabstract ordneten Kenntnissen werden Sie es schaffen, „out of the box“ zu denken. So sehr sich
Unternehmen diese Leute wünschen, so wenig investieren sie in ihre Mitarbeiter und er-
lauben ihnen, sich entsprechend zu entwickeln. Tun Sie etwas für Ihr T-Wissen, indem Sie
Fachbücher und Magazine aus Bereichen lesen, die nichts mit Ihrem vertikalen Balkenwis-
sen zu tun haben. Vertrauen Sie nicht darauf, dass vermeintlich langweilige Bereiche auch
tatsächlich langweilig sind. Wirklich neugierige Menschen nennen selten etwas langweilig.
Wenn Sie sich von Vorurteilen verabschieden, stehen Ihnen tausend neue Türen offen.

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Überlegen Sie einmal, was Sie sicher niemals tun werden. Walzer tanzen lernen? Einen
„Die Neugierigen sind Aerobic-Kurs belegen? Bodybuilding? Stellen Sie eine Top-fünf-Liste von Dingen auf, die
im Job die Erfolgrei-
cheren – und für Unter-
für Sie nicht infrage kommen. Und nun suchen Sie sich eine dieser Tätigkeiten aus – und
nehmen in der Folge tun es. Das schafft neue Perspektiven auf die altbekannten Seiten des Lebens und fördert
die Begehrenswerten.“ Ihre Innovationsfähigkeit. Nach demselben Prinzip funktionieren Neugierinterventionen.
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Sie schaffen eine Situation, die Leute dazu bringen kann, neue Wege zu gehen oder sogar
neue Verhaltensmuster zu entwickeln. Als eine Großbank intern Ideen und Anregungen von
ihren Mitarbeitern sammeln wollte, packten die Neugier-Experten das Ganze in den Rah-
men eines Würfelspiels. Insgesamt 300 Fünf-Personen-Gruppen würfelten sich auf muntere
Weise durch einen Parcours aus Wissensfragen, Fragen nach Ideen und Aufforderungen zu
Brainstormings. Die Ergebnisse waren hervorragend und wären sicher nicht in der vorhan-
denen Form und Fülle zustande gekommen, wenn man die Leute bloß auf herkömmliche
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„Neugier sieht aus wie Weise hätte brainstormen lassen.
ein T. Der obere Bal-
ken steht für ein breites
Wissen, das eher ober-
Kindliche Neugier wieder wecken
flächlich ist, und der Kinder stellen im Schnitt 20 Fragen pro Tag. Mit dem Alter lässt die Neugier nach, genau-
vertikale Strich steht er gesagt schon vor dem 30. Lebensjahr. Eine Führungskraft Mitte 40 stellt im täglichen
für die Vertiefung eini-
ger der Wissensberei- Schnitt nur mehr 6 Fragen. Natürlich hat sie bis dahin tatsächlich schon viele Erfahrungen
che aus der Breite.“ gemacht, aber auch Konformitätszwang – wer fragt, erscheint dumm – kann ein Grund für
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schwindende Neugier sein. Dem lässt sich entgegenwirken; Neugier lässt sich trainieren –
sowohl im Berufsalltag als auch lange davor, im Kindesalter.

Neugier                                                                                                                                                                               getAbstract © 2016 3 von 5


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Oft ist die Schule ein großer Dämpfer kindlicher Neugier – die Zahl der Fragen, die Kin-
der stellen, nimmt im Schulalter rapide ab – doch das wird sich ändern. Sogenanntes In-
quiry-based Learning rückt die naturgegebene Neugier der Lernenden in das Zentrum des
Unterrichtskonzepts. Immer wieder werden Schüler dabei ermuntert, ihr aktuelles Wissen
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„Wir alle sind mit un- darzustellen, es also zu visualisieren und davon zu erzählen. Das führt sie ganz automatisch
bändiger Neugier ge- zu den eigenen Wissenslücken. Aufbauend darauf wird dann gefragt, was man zu einem
boren, doch bereits vor
dem dreißigsten Le- Thema noch gern wissen möchte. Dieses Konzept entspricht der modernen Wissensarbeit:
bensjahr lässt sie all- Sich jederzeit bestimmtes Wissen zu beschaffen, ist heute das geringste Problem. Schüler
mählich nach.“
getabstract und auch Erwachsene lernen am effizientesten, wenn sie sich auf die Suche nach Antworten
zu den eigenen Fragen begeben.

Erwachsene Neugier entfesseln


Was hält uns davon ab, im Erwachsenenleben eine reifere Form der kindlichen Neugier
zu entwickeln? Achtlosigkeit trägt einen Gutteil dazu bei. Wir orientieren uns so stark am
Bekannten, dass uns das Unbekannte oft nicht einmal auffällt. Auch das Bedürfnis nach
Sicherheit wirkt der Neugier entgegen. Der Erwachsene will sichere Fakten. Ein Nachrich-
getabstract tenmoderator soll sagen, was Sache ist, statt in die Kamera zu fragen. Im Berufsleben ste-
„Das Formulieren von
eigenem Wissen ermög- hen wir stets unter Zeitdruck und Stress. Je schneller man handeln muss, desto homogenere
licht es, die eigenen Teams und strengere Führer wünschen wir uns. Zeitdruck fördert den Tunnelblick und Kon-
Wissenslücken aufzude-
cken und neugierig zu formität. Dieses sogenannte Need for Closure drängt uns zur Homogenität – ein Faktor,
werden darauf, mit was dessen Ausprägung sich sogar mit Tests bestimmen lässt.
man sie füllen kann.“
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Der Wunsch nach Geborgenheit führt in Unternehmen zu einer regelrechten Neophobie,
also Angst vor Neuem, oder Ideophobie, Angst vor Ideen. Das hat auch mit der Angst zu
tun, dass die Aufmerksamkeit durch neue Reize auf negative Erlebnisse und Empfindungen
gelenkt werden könnte. Um diese hemmenden Faktoren zu besiegen, braucht es zunächst
einmal ein Klima des Vertrauens; nur darin kann Kreativität entstehen. Wenn alles Anders-
artige reflexartig im Keim erstickt wird, traut sich niemand mehr, neue Vorschläge zu ma-
chen. Sogenannte Brainchanger helfen dabei. Der Inhalt bleibt gleich, aber die Perspektive
wird geändert. Angenommen, jemand kritisiert einen Ihrer Vorschläge als oberflächlich.
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„Ein Widerspruch lädt Offenbar hat diese Person ein größeres Bedürfnis nach Tiefe, wünscht sich eine tiefgreifen-
den Empfänger ein, er de Veränderung. Wandeln Sie das Ganze deshalb in eine Frage an Ihr Gegenüber um: „Was
zwingt ihn geradezu da-
zu, ihn aufzulösen.“
zeigt Ihnen, dass mein Vorschlag nicht ausreicht, um eine tiefer gehende Veränderung aus-
getabstract zulösen?“ Jetzt haben Sie die Sache in der Hand und erhalten wichtige neue Informationen.

Andere anstacheln
Wie können Sie Neugier in anderen Menschen auslösen? Beginnen Sie damit, „positive
situative Blödheit“ einzusetzen. Dieser Ansatz basiert darauf, dass das menschliche Gehirn
ständig versucht, im Wahrgenommenen Sinn und Strukturen zu erkennen. Nutzen Sie das
aus, indem Sie zu Beginn Ihres Vortrags oder Textes ein vermeintliches Paradox erzeugen.
Leiten Sie Ihr Publikum auf ein Mysterium: Das klingt nicht logisch – wie kann das sein?
Führen Sie die Leser oder Hörer dann Schritt für Schritt zur Auflösung. Wichtig ist, dass
diese beginnen, sich selbst oder einander Fragen zu stellen. Erst dann lösen Sie das Myste-
getabstract rium komplett auf. So haben Sie Aufmerksamkeit gewonnen und Neugier geweckt.
„Prognosen reißen Wis-
senslücken auf.“
getabstract Sobald Sie künstliche Lücken schaffen, werden die Menschen einen Drang verspüren, diese
zu füllen. Diesen Faktor macht sich auch die sogenannte Speed-Delphi-Methode zunutze.
Dabei werden die Teilnehmer aufgefordert, schnell Prognosen aufzustellen. Arbeiten Sie
beispielsweise mit Lückentexten. Wenn Sie in einer Mitarbeiterbefragung Fragen wie „In
Zukunft wird meine Arbeit …“ oder „Im Jahr 2020 wird unsere Firma …“ stellen, bewirkt
das bei den Mitarbeitern gleich zwei Dinge: Sie machen sich erstens Gedanken über die

Neugier                                                                                                                                                                               getAbstract © 2016 4 von 5


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Inhalte der Fragen und möchten zweitens herausfinden, ob ihre Prognose zutrifft. Wann
immer Sie Neugier wecken wollen, versuchen Sie, mit solchen Triggern zu arbeiten. Es ist
nie die Wichtigkeit einer Sache an sich, die Neugier auslöst, stattdessen braucht es Reize,
kleine Schocks.

getabstract Trägheit des Geistes


„Eines müssen Sie sich
abschminken: dass die Die universelle Verfügbarkeit von Wissen via Google und Smartphone macht unseren Ver-
Wichtigkeit einer Auf- stand faul. Mit logischen Schlussfolgerungen, ein wenig Lebenserfahrung und etwas All-
gabe per se die Neugier
eines Menschen beein- gemeinwissen kommt man oft weiter als mit der erstbesten, banalen Antwort, die von der
flusst oder ihn intrin- Suchmaschine ausgespuckt wird.
sisch motiviert.“
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Werden wir heute nach dem Erdumfang gefragt, greifen wir zum Mobiltelefon. Dabei las-
sen sich mit etwas Überlegung sinnvolle Schätzungen anstellen. Wer weiß, dass zwischen
New York und Los Angeles drei Zeitzonen und etwa 5000 Kilometer liegen, weiß vielleicht
auch, dass es insgesamt 24 Zeitzonen gibt. Etwas Dividieren und Multiplizieren auf Grund-
schulniveau, und Sie kommen zu einer Schätzung, die kaum vom tatsächlichen Erdumfang
(40 075,16 Kilometer) abweicht. Googeln geht natürlich schneller, aber es macht erstens
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weniger Spaß und zweitens lähmt es mit der Zeit den Geist. Ermuntern Sie sich zwischen-
„Mit der Weisheit in durch selbst zu solchen Schätzaufgaben.
der Tasche und Google,
das auf jede Frage ei-
ne Antwort hat, wird es Neugier trainieren
verlockend, die Power Neugier lässt sich aktiv trainieren. Nicht umsonst kommen vielen großen Köpfen ihre Ideen
unseres eigenen Ver-
standes zu vernachläs- unter der Dusche. Wenn wir unseren Geist nämlich zwischendurch wandern lassen können,
sigen.“ befördert das die Kreativität. Achtsamkeitstrainings professionalisieren diesen Vorgang. Ei-
getabstract
ner der beliebtesten Achtsamkeitskurse der Welt ist ein Meditationskurs für Google-Mit-
arbeiter. Er beginnt mit einer Aufmerksamkeitsübung, in der jeder Teilnehmer die Frage
beantworten muss: Wie ausgeprägt ist Ihr aktueller Stresspegel? Von dort weg wird ein
geistiger Ruhepol angesteuert. Schritt zwei heißt: Selbstwissen erweitern. Die Teilnehmer
des Trainings lernen, ihre eigenen Emotionen wieder besser und schneller zu erkennen. Im
dritten Schritt schließlich kreieren sie neue mentale Gewohnheiten, beispielsweise bewusst
ein freundliches Verhalten gegenüber anderen.

getabstract Wer seine Neugier trainieren möchte, sollte damit in Gesprächen beginnen: Reden Sie we-
„Neugier kann man niger, fragen Sie mehr. Überlegen Sie sich vor einem Gespräch Fragen für Ihr Gegenüber,
ganz gezielt erzeugen –
auch bei sich selbst.“ egal, um wen es sich handelt. Geben Sie sich nicht mit der erstbesten Antwort zufrieden,
getabstract weder bei einem Suchmaschinenergebnis noch anderswo. Wer wirklich lernen will, muss
tiefer bohren, und dazu braucht es einen Plan. Und wer neugierig bleiben will, muss regel-
mäßig gegen die sogenannte Vielfaltsamnesie ankämpfen: ein Begriff dafür, wie schnell
wir uns an all die Vielfalt und all das Neue in unserem täglichen Leben gewöhnen und
abstumpfen. Machen Sie sich diese Gefahr immer wieder bewusst. Wenn Ihnen Ihr Lieb-
lingssong langweilig wird, hören Sie viele andere Songs. Später werden Sie mit umso mehr
Freude zum Altbekannten zurückkehren.
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Über den Autor
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Carl Naughton ist Linguist, pädagogischer Psychologe, ausgebildeter Schauspieler und Dozent. Er arbeitet als Mo-
derator, lehrte fünf Jahre an der Universität Köln und gehört heute zum Team von Braincheck, einem Unternehmen,
das neue Lernmethoden entwickelt.

Neugier                                                                                                                                                                               getAbstract © 2016 5 von 5


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