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Schulalter_Soziale Entwicklung

Grundlagen der Entwicklungspsychologie VIII

Univ. Prof.in Dr.in Barbara Gasteiger Klicpera


Arbeitsbereich Integrationspädagogik und Heilpädagogische Psychologie
Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft
Wiederholung der letzten Einheit

Woran erinnern Sie sich?

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Wiederholung der letzten Einheit

• Schulalter: Gedächtnisentwicklung zwischen 5 und 15


Jahren
• Gedächtniskapazität (Gedächtnisspanne, Einfluss nicht strategischer
Merkmale, Modellansätze: Case, Baddely)

• Gedächtnisstrategien (Definition Strategie; Strategiedefizite: Mediations-


und Produktionsdefizite; Wiederholungsstrategien, Organisationsstrategien,
Elaboration)

• Wissen und Gedächtnis (Netzwerke, Inhaltswissen, Einfluss von


Vorwissen)
• Metagedächtnis (deklaratives und prozedurales Metagedächtnis;
Zusammenhang zwischen Gedächtnis und Metagedächtnis)

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Überblick: heutige Einheit

• Kinder unter sich


– Entwicklung von Freundschaften
– Entwicklung prosozialen Verhaltens
– Das Kinderspiel

• Kinder in der sozialen Umwelt


– Entwicklung der Geschlechtsidentität
– Soziale Kognition
– Entwicklung von sozialer Kompetenz unter
Berücksichtigung der „Peers“

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Kinder unter sich

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Entwicklung von Freundschaften

Denny (D; 3 ½ Jahre) Marvin (M; 8 Jahre)


Leah (L; 3 Jahre) Joey (J; 9 Jahre)
Glenn (G; fast 4 Jahre)
Joseph (J; 3 Jahre)

Ausgangslage: Ausgangslage:
D und L laufen herum und M und J sind Schulkinder in
tun so als, seien sie Löwen. einer Tagesschule für
J sieht aus Entfernung zu. schwererziehbare Kinder.
G, der vorher mit D gespielt M spielt während der Pause mit
einer neuen Battlestar-
hat, läuft zu D und L. J läuft Galaktica-Rakete.
hinter G her. J zeigt starkes Interesse, auch
mit M‘s Rakete zu spielen.
(Selman, 1981)

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Entwicklung von Freundschaften
D – G: Grr. Wir mögen Dich nicht. J: Marvin, lässt Du mich mit Deiner
L – D: Grr – Grr Rakete spielen. Ich tu auch was Du
G – D: Vor einer Minute warst Du noch willst.
mein Freund. M: Hol mir noch eine Nachspeise.
D – G: Ja. J : (Kehrt mit einer zweiten Orange
G – D: Aber wenn Du weiter „grr“ zu mir zurück) Nun kann ich mit Deiner
machst, kannst Du nicht mehr mein Rakete spielen?
Freund sein. M: Nee.
J – D: Ja. J: Wenn Du mir Deine Rakete gibst, Will
D – G: Gut dann bin ich nicht ich Dein… Lass mich mit ihr spielen,
mehr Dein Freund. weil ich Dein Freund bin.
L – G J: Ja. Grr – Grr M: (sachlich) Du bist nicht mein Freund.
J: (verliert die Kontrolle, schreit, bis er
im ganzen Gesicht rot angelaufen
L und D laufen nun zu den ist) Doch, das bin ich! Ich bin Dein
Kletterstangen; G und J Freund. Ja ich bin‘s! Ich verfluche
beginnen, im Sandkasten zu Dich, wenn Du immer sagst, ich bin
graben. nicht Dein Freund!

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Entwicklung von Freundschaften

• G erfährt Ablehnung • Freundschaftsbeziehung wird


• erinnert an Freundschaft durchgehalten
• D‘s Möglichkeit ungestört zu • Problem (Rakete) im
sein Hintergrund
• „Retten der Beziehung“ im
 Freundschaft mehr Vordergrund
Spielgefährtenschaft
 Keine übergeordnete  Wichtige Regeln
Beziehungsstruktur  Beziehung noch nicht der
entscheidende Faktor

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Charakter von Freundschaften

Ein bestimmtes Verhalten des Freundes wird als


essentiell für die Freundschaft angesehen.
(Youniss, 1982)

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Charakter von Freundschaften

• Kinder (6 – 8 Jahre)
– Freundlichkeit / Unfreundlichkeit als symmetrische Reziprozität
– Gilt analog für Feindseligkeit (Austausch von Aggressionen)
– Man gibt etwas und erwartet, im Gegenzug auch etwas zu
bekommen.

• Kinder (9 – 11 Jahre)
– Nicht mehr nur in der Gegenwart symmetrisch reziprok, sondern
über größere Zeitspanne
– Qualitative Veränderung des Verständnisses freundlicher
Handlungen. Sie werden von PartnerIn benötigt, von anderen
gewährt.
– Eine Gegenleistung wird nicht unmittelbar verlangt; diese erfolgt
erst, wenn der/ die andere hilfsbedürftig ist.
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Charakter von Freundschaften

• Kinder (12 – 14 Jahre)


– Gegenseitiges Verstehen wichtiger als aktuelle Hilfeleistung
– Der/ die FreundIn wird zu jemandem, dem man sich offenbart,
der einen besser kennt als die anderen.

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Dimension der Wahl von FreundInnen und
deren Bedeutung (Epstein, 1989)

I Ähnlichkeit

II Altershomogenität

III Räumliche Nähe

• I psychische Ähnlichkeit (Tiefenmerkmal)


• II Altershomogenität/-heterogenität (Oberflächenmerkmal)
• III Räumliche Nähe (sozio-ökologisches Merkmal)
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Dimension der Wahl von FreundInnen und
deren Bedeutung (Epstein, 1989)
Diese Entwicklung führt zu:
• Zunahme der Freundschaftsstabilität

• Größere Differenziertheit des Verhaltens


gegenüber FreundInnen (bei Mädchen stärker zu beobachten
als bei Jungen)

• Klare Tendenz zur Vermeidung von Wettstreit und


Wettbewerb zwischen FreundInnen

(Epstein, 1989)

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Entwicklung prosozialen Verhaltens
(Eisenberg, 1992)

1. hedonistische, selbstzentrierte Orientierung: Reziprozität,


eigener Gewinn wichtig
2. Orientierung an den Bedürfnissen der anderen: das fehlt –
das ist nötig
3. Anerkennung durch andere, stereotype Orientierung: das
ist gut – schlecht, man sollte (Grundschule)
4. a) selbstreflektierte, empathische Orientierung
b) Übergangsniveau: internalisierte Werte, Normen und
Pflichten; Verständnis und Interesse an Belangen der
größeren Gemeinschaft
5. starke Internalisierung genereller Werte: Begründung von
Hilfe durch sozialen Vertrag, Gleichheit und Würde des
Menschen
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Das Kinderspiel

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Allgemeine Charakteristika

• Das Spiel ist mehr oder weniger zweckfrei.


Abgekürzte Handlungskette

• Veränderter Realitätsbezug
Umdeuten von Gegenständen und Situationen

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Arten des Spielens

Sensomotorisches Spiel

Konstruktionsspiel Symbol- (Fiktions-) spiel

Rollen-, Regelspiel

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Arten des Spielens

• Sensomotorisches Spiel
Erstes und zweites
Lebensjahr.
Körperbewegungen, die
sich zunehmend auf den
eigenen Körper und dann
auf Gegenstände richten.

• Konstruktionsspiel
Benutzung von
Gegenständen (als
Werkzeug) zur Erschaffung
von Zielgegenständen
(Sandkastenspiel)
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Arten des Spielens

• Symbol- (Fiktions-)spiel
Als-ob-Spiele: Handlungen werden
aus Erfahrungen des sozialen
Umfeldes übernommen
(Puppenspiele / Einkaufsladen)
und Gegenstände sowie darauf
bezogene Handlungen
umgedeutet.

• Rollenspiel
Zusammenspiel mehrerer
Personen mit fiktiven Rollen.
Erfordert ein bestimmtes
Grundmaß an sozialen und
kognitiven Kompetenzen.
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Arten des Spielens

• Regelspiel
Soziale Form des Spiels,
die fast immer
Wettkampfcharakter hat
und deren Beherrschung
meist den Erwerb von
spezifischen Kompetenzen
oder Fähigkeiten
voraussetzt.

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Bedeutung des Spielens für die soziale
Entwicklung

Aktivierungszirkel
Problembewältigung

Austausch mit der Umwelt


Beziehungsthematiken

Entwicklungsthematiken

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Bedeutung des Spielens für die soziale
Entwicklung

• Beziehungsthematiken • Entwicklungsthematiken
– Gefährdung der – Ausspielen von Macht &
Beziehung zur Mutter Kontrolle.

– Bewältigung von – Herausbildung des Selbst


Sozialproblemen
– Sauberkeitserziehung
– Schaffen einer
„Wunschrealität“

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Das Kinderspiel

Zusammenfassung:
• Komplexität nimmt mit dem Alter zu.

• Zunehmender sozialer Bezug.

• Erlernen sozialer Kompetenzen durch Regeln im


Spiel  Regelspiel

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Kinder in der sozialen Umwelt
Geschlechtsidentität

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Geschlechtsidentität

• Zentrale Entwicklungsvoraussetzungen im Alter von


7-11 Jahren gegeben.
– Invarianzverständnis
 Volumen und Masse eines Objektes bleiben erhalten,
auch wenn sich das Aussehen verändert.
– Erkenntnis der genitalen Grundlage des Geschlechts
 Nicht Kleidung, Haartracht oder Aussehen bestimmen
das Geschlecht

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Merkmale

• Erkenntnis über Gemeinsamkeiten zwischen den


Geschlechtern
• Erkenntnis über die Merkmalsvarianz innerhalb der
Geschlechter
• Annäherung an kulturelle Geschlechtsrollen-
standards

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Geschlechtsidentität

• 4 Theorien zur Entwicklung der


Geschlechtstypisierung
– I: Biologischer Ansatz
– II: Psychoanalytischer Ansatz nach Freud
– III: Soziale Lerntheorie
– IV: Kognitive Ansätze nach Kohlberg

• Kombination aus den 4 Ansätzen am sinnvollsten.

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Geschlechtsidentität

Soziale Lerntheorie
• Differenzierung in:
– Bekräftigungstheorie
Verhalten wird entsprechend des Geschlechts erwartet
und bekräftigt.

– Imitationstheorie
Beobachtung von Verhalten und dessen Belohnung oder
Bestrafung; auch über symbolische Modelle

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Geschlechtsidentität

Kognitive Theorie
• Basierend auf Kohlbergs Kognitionstheorie
 wachsendes Verständnis für die biologische, soziale
und psychische Geschlechtsdifferenzierung.

• Allerdings sind Geschlechtsrollenpräferenzen


relativ unabhängig vom jeweiligen
Geschlechtskonstanzverständnis.

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Geschlechtsidentität

Schlussbemerkungen:
• Zusammenwirken biologischer, sozialer und
individueller Faktoren
• Entscheidende Prozesse der
Geschlechtstypisierung finden gegen Ende des
Vorschulalters statt.
• Geschlechtstypisierung hat aktive und passive
Anteile.

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Kinder in der sozialen Umwelt
Soziale Kognition

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Soziale Kognition

• Verständnis des Denkens und Fühlens von


Menschen, sowie Art und Weise, wie sich
Menschen zueinander verhalten
• Auf andere Menschen, sowie sich selbst bezogen
• Notwendige Fähigkeiten, um eine soziale
Beziehung eingehen zu können
• = Teil der sogenannten metakognitiven Fähigkeiten

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Verlauf der Entwicklung

Kind erkennt stabile


Kind entwickelt Verständnis
psychologische
für unterschiedliche
Charakteristika in
Reaktionen einer Person.
unterschiedlichem Verhalten
einer Person.
Falsche Gefühle
Im Lauf des
vortäuschen bzw. wahre
Schulalters
Empfindung verbergen
Unterscheidung von
echtem und gespieltem Schulalter
Gesichtsausdruck
Nachahmung eines
Vorschulalter
Gesichtsausdrucks
Wahrnehmung von
Kindesalter
Gesichtsausdrücken
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Anwendung der Charakteristika

• Durch die, einer Person zugeschriebenen


Eigenschaften ist dem Kind eine Voraussage über
das anzunehmende Verhalten der jeweiligen
Person möglich.
• Da Kinder nur über einen geringen
Erfahrungsschatz ihrer neuen Fähigkeit verfügen
neigen sie zu „schwarz-weiß Malerei“.

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Gruppe der Gleichaltrigen - Peers

• Dem Umgang mit den Gleichaltrigen kommt im Laufe des


Schulkindalters eine zentrale Bedeutung zu.
• Erste Tendenzen sind bereits im Alter von einem halben Jahr
zu beobachten; jedoch ab einem Jahr deutlich (anlächeln,
greifen, Haare ziehen, …), jedoch Präferenz des „Allein-Spiels“.
• Ab drei bis vier Jahren ziehen Kinder eine/n gleich-
geschlechtliche/n SpielpartnerIn dem „Allein-Spiel“ deutlich
vor.
• Im Schulalter ist das Vorziehen der Gruppe gleichen Alters und
Geschlechts besonders deutlich.
• Erst ab der Sekundarstufe lässt dieses Verhalten allmählich
nach, es entstehen auch gemischt- geschlechtliche
Beziehungen.
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Zusammenhalt und Definition der Peer-Group

• Zusammenhalt durch gemeinsame Aktivitäten.


• Definition durch gemeinsame Einstellungen und
Werte.
• Freundschaften im Sinne einer Präferenz eines/r
bestimmten SpielpartnerIn ist hingegen bereits im
Vorschulalter zu erkennen.

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Zugang zu, und Status in Peer-Groups

• Einteilung in fünf • beliebt


Statusgruppen als • abgelehnt
Ergebnis • nicht beachtet
soziometrischer • kontroversiell
Befragungen • durchschnittlich

Jede Statusgruppe hat eine charakteristische Verteilung von


kognitiven und sozialen Fähigkeiten sowie der Bereitschaft zur
Aggression.

Statusgruppen und Charakteristika verhalten sich zueinander


korrelativ.
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Soziometrische Statusgruppen: wichtige
Charakteristika (nach Newcomb, Bukowski, & Pattee, 1993)
• Popular (beliebt): gute kognitive Fähigkeiten, gute soziale
Fertigkeiten, geringe Aggressivität.
• Rejected (abgelehnt): unterdurchschnittliche kognitive
Fähigkeiten, geringe soziale Fertigkeiten, hohe Aggressivität
und/oder Rückzugstendenzen.
• Neglected (nichtbeachtet): Defizite im Hinblick auf die
soziale Interaktion.
• Controversial (kontroversiell): hohe Aggressivität bei
gleichzeitig überdurchschnittlichen sozialen Fertigkeiten.
• Average (durchschnittlich): Vergleichsgruppe.

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Auswirkungen des Status

• Prospektive Studien zur weiteren Entwicklung von


abgelehnten Kindern (z.B. Kupersmidt, & Coie, 1990)
• Abgelehnte oder aggressive Kinder rutschen mit viel
höherer Wahrscheinlichkeit an den Rand der
Gesellschaft als unauffällige Kinder.
• Beobachtete Entwicklung umfasst:
– Schule schwänzen
– Abbruch der Schulausbildung
– Vormerkung in Polizeiakten
– Verurteilung wegen Gewaltdelikten

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Auswirkungen des Status

• Mögliche Gründe hierfür sind:


– Ablehnung wirkt als Stressor
– Stresshemmender Effekt guter sozialer Einbindung fällt
weg
– „Ablehnung“ durch Gleichaltrige ist lediglich Indikator,
der die Gefahr einer atypischen Entwicklung signalisiert

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Notwendigkeit der sozialen Kognition

• Sozial hoch formalisierte Umwelt der Schule fordert


geregeltes, kooperatives Zusammenleben
Gleichaltriger.
• Entwicklung des Verständnisses für Gleichheit und
Gleichberechtigung, sowie des Sinnes für
Gerechtigkeit.

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Kinder in der sozialen Umwelt
Soziale Kompetenz
Soziale Kompetenz

• Im Jugendalter beginnt die Ablösung von den


Eltern.

• Die Gleichaltrigen („Peers“) werden zu besonders


wichtigen Bezugspersonen

• Entwicklung eines differenzierteren


Selbstkonzepts.

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Soziale Kompetenz

• Die Anwendung, quasi die Außenwirkung der sozialen


Kognition ist die soziale Kompetenz. Wir unterscheiden
und beurteilen unsere Mitmenschen danach, wie
ausgeprägt ihre soziale Kognition ist und wie subtil sie
ihre soziale Kompetenz anwenden.
• z.B.: Jemanden der uns als raubauzig oder ungehobelt
erscheint, mangelt es entweder am Wissen über soziale
Vorgänge oder an Übung und Gelegenheit dieses Wissen
anzuwenden.
• Die Qualität der sozialen Kompetenz ist maßgebliches
Zugangskriterium zu Peer-Groups und für die Entstehung
von Freundschaften.
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Ein Modell Sozialer Kompetenz

Fünf Komponenten in Wechselbeziehung


1) Soziale Reize
2) Informationsverarbeitung dieser Schlüsselreize
3) Sozialverhalten des Kindes in Folge
dieses Verarbeitungsprozesses
4) Beurteilung dieses Verhaltens durch
die Peers
5) Sozialverhalten der Peers dem Kind gegenüber

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Soziale Kompetenz
Modell des sozialen
Austausches bei Kindern

(Dodge et al., 1986)


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Soziale Kompetenz

• Das Erlernen sozialer Kompetenz ist ein Kreislauf.

• Durch die Selbsteinschätzung nimmt die soziale


Kompetenz mit fortschreitendem Alter zu.

• Spiel im frühen Kindesalter bildet die Grundlage


für soziale Kompetenz und fördert diese auch
später weiter  Regelspiele / Rollenspiele.

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Zusammenfassung der heutigen Einheit

• Kinder unter sich (Entwicklung von Freundschaften, Charakter von


Freundschaften, Dimension der Wahl von FreundInnen, Entwicklung prosozialen
Verhaltens)

• Das Kinderspiel (Allgemeine Charakteristika, Arten des Spielens:


sensomotorisches Spiel, Konstruktionsspiel, Symbol-(Fiktions-)spiel, Rollenspiel,
Regelspiel), Bedeutung des Spiels für die soziale Entwicklung, Beziehungs- und
Entwicklungsthematiken)

• Kinder in der sozialen Umwelt


• (Geschlechtsidentität: zentrale Entwicklungsvoraussetzungen, Merkmale, 4
Theorien zur Entwicklung der Geschlechtstypisierung, soziale Lerntheorie,
kognitive Theorie)
• (Soziale Kognition: Verlauf der Entwicklung soz. Kognition, Anwendung der
Charakteristika, Gruppe der Gleichaltrigen: Zusammenhalt und Definition,
Zugang zu Peers, Status in Peergroups, Auswirkungen des Status)
• (Soziale Kompetenz: Modell sozialer Kompetenz; 5 Komponenten in
Wechselbeziehung)
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Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

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