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DER PRÄPARATOR

Blätter für T i e r p r ä p a r a t i o n , D e r m o p l a s t i k , a n a t o m i s c h e u n d p a l ä o n t o l o g i s c h e
P r ä p a r a t i o n e n , M e t h o d e n der d a r s t e l l e n d e n Biologie, Konservierungstechniken
der Prähistorik und Archäologie u n d fii r M u s e u m s k u n d e .

Herausgegeben von Ernst Breiner


Organ der Gemeinnützigen Vereinigung der Präparatoren und Dermoplastiker
Deutschlands e.V.

2. Jahrgang Januar 1956 Heftl


Die berufsrechtliche Situation der Präparatoren
und Dermoplastiker in der Bundesrepublik
R. Müller-Gehring
Münster / Westfalen

Wohl in kaum einem Beruf dürfte die rechtliche Lage in Bezug auf Ausbildung und
Besoldung so im Ungewissen liegen, wie bei den Präparatoren und Dermoplastikern.
Bisher — als der Beruf des Präparators noch in der Positivliste des Handwerks
stand — wurde der Berufsnachwuchs zum Teil in Privatbetrieben herangebildet,
wobei meist eine dreijährige Lehrzeit durch die Innung der jeweiligen Kreishand=
werkerschaft vorgeschrieben wurde. Da die Präparaloren niemals eine eigene
Innung gehabt haben, wurden sie meist den Kürschnern, bisweilen auch den Hand=
Schuhmachern oder einer sonstigen Innung zugeteilt. Die Innung übernahm dann
auch die Abnahme der Gesellenprüfung, wobei meist, leider nicht immer, ein Prä=
parator zugezogen wurde. Ein Ablegen der Meisterprüfung stieß häufig auf große
Schwierigkeiten, weil die benötigten Prüfungsmeister nicht gefunden werden konnten.
Ein weiterer großer Teil des Präparatorennachwuchses wurde an den entsprechenden
Instituten und Museen ausgebildet. Dabei verfuhr man so, daß man für den jewei=>
Iigen Präparator eine Ausbildungbefugnis bei der Handwerkskammer einholte, dann
legte der Lehiling seine Gesellenprüfung vor einer Innung ab und bekam seinen
Gesellen=Brief. An einigen Instituten und Museen verfuhr man auch so, daß man
einen Ausbildungsvertrag zwischen Behörde und Auszubildenden schloß. Die Ab=
Schlußprüfung wurde dann von der gleichen Behörde unter Hinzuziehung von Fach*
leuten vorgenommen.
An den Instituten der humanen Medizin verzichtete man meistens auf eine spezielle
Ausbildung von Präparatoren, sondern man wählte für die schwierigen Arbeiten
die geeignete Kraft aus den Reihen der Pfleger, Sektionsgehilfen und Leichen=
dienern aus. Bisweilen wurden diese Arbeitskräfte dann durch Kurse gefördert
Diese Art der Auswahl des Berufsnachwuchses hatte aber zur Folge, daß die Prä»
paratoren der humanen Medizin bis zum heutigen Tag mit den untersten Besol=
dungsstufen vorlieb nehmen mußten, da sie nur als angelernte Kräfte gewertet
wurden. Vor dieser Art Ausbildung ist also im Interesse der Präparatoren dringend
abzuraten.
Das war die bisherige Situation bei der Ausbildung des Nachwuchses. In den letzten
Monaten sind nun Regelungen bekannt geworden, die die Rechtslage etwas geklärt
Fortsetzung Seite 106

T i t e l b i l d : Bartrobbe und Sattelrobbe mit Jungem. Ausschnitt aus dem Nordlanddiorama.


A b b . S e i t e 87: Tigerin mit geschlagenem Axishirsch im Dschungel von Assam. Beide Dioramen aus
dem Naturhistorischen Museum Bern. Dermoplastik und Gestaltung des Lebensraumes: G. Ruprecht.
Hintergrund: H. WUrgler.

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Das Naturhistorische Museum in Bern
und seine Dioramen
Dr. W. Küenzi
Direktor des Nahtrhistorisdten Museum Bern

Die Mehrzahl der größeren Museen sieht sich vor die Doppelaufgabe gestellt, das
Material ihrer wissenschaftlichen Fachgebiete zu sammeln und zweckgemäß für weite
Zeiträume zu konservieren und andrerseits mindestens eine Auswahl typischer Ob=
jekte dem Publikum in allgemein verständlicher und wenn möglich gefälliger Schau
zu präsentieren. In vielen Museen — und früher war diese Gestaltung fast allgemein
— werden beide Ziele in einer vereinigten Sammlung gemeinsam erstrebt, und in
den Schränken der Schausäle ist reihenweise die ganze Fülle der Gegenstände
ausgestellt, die in vielen Jahrzehnten oder selbst in 1—2 Jahrhunderten zusammen=
kamen. Abgesehen von den Schäden, die unvermeidlich durch Licht und Verwitterung
bei dieser Aufstellung, an wissenschaftlich oft sehr wertvollen Stücken, entstehen,
bleibt die Überfülle des Materials stets verwirrend, und es ist mit dieser „Ordnung"

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weder dem Fachmann mit seinen Spezialinteressen noch dem Laienpublikum wirklich
gedient. Dazu kommt, daß die älteren Museumsräume meist zu hoch gebaut sind
und ungenügende Beleuchtungsverhältnisse aufweisen, oft auch durch repräsentative
Innenarchitektur die Stellung und Gestaltung der Schränke sehr erschweren. Die
Schränke selbst sind oft viel zu groß, zu lang wie zu hoch, und viele ergeben durch
die Scheibenaufteilung erschwerte Sicht und unschöne Überschneidungen.
Moderne Museen gehen daher immer mehr zur vollständigen Abtrennung der
wissenschaftlichen von den Schausammlungen über, wenn sie nicht sogar eine be=
sondere Lehrsammlung für Unterrichts* und Studienzwecke, mit Ausstellungscharak=
ter, als dritte Abteilung ausscheiden. Für die Schausammlung müssen aber natur=
gemäß wesentlich andere Prinzipien gelten als für die wissenschaftlichen. In diesen
sind die bestmögliche Dokumentation und Konservierung der Objekte in licht=,
staub= und schädlingssicherer Unterbringung leitende Erfordernisse, daneben die
leicht Benutzbarkeit und Manipulation durch den forschenden Gelehrten, was zur
Einrichtung reichlicher Arbeitsplätze führt und den Aufbau einer genügenden Hand»
bibliothek zur Pflicht macht.
Die Schausammlungen aber sind für das breite Publikum aller Altersstufen bestimmt,
und es sollte selbstverständlich werden, daß ihre Gestaltung sich nach den Inter=
essen und der Aufnahmefähigkeit der Besucher ausrichtet. Ein erster Leitgedanke
muß sein, daß der Fachgelehrte die seltene Ausnahme unter den Besuchern ist
und daß selbst der Akademiker anderer Fakultäten, ja der benachbarten Fachgebiete
ein „blutiger" Laie zu sein pflegt. Es ist ferner eine alte Erfahrung der natur=
wissenschaftlichen, speziell der zoologischen Museen, daß das Verständnis für
systematische Vergleichung, anatomische Struktur oder tiergeographische Verbreitung
wenig entwickelt ist, während die Beziehung des Tieres zur Umwelt, also die öko=
logische Betrachtung der Lebenäußerungen, dem Laien sehr viel näher liegt. Es ist
ferner leicht zu sehen, daß das ausgestellte Objekt nicht nur gedanklich erfaßt und
logisch eingeordnet, sondern mindestens ebensosehr ästhetisch empfunden und ge=
wertet wird. Dabei ist der ästhetische Reiz und „Wert" einer Tiergestalt in Form
wie in Farbe weitgehend auf die Umgebung abgestimmt und im „leeren Raum"
schlecht erfaßbar. Aus diesen Einsichten hat schon vor Jahrzehnten die Präsentation
der Tiere in Dioramen begonnen, die am großartigsten in den amerikanischen Zen=
tralmuseen verwirklicht wurde.

Das erste Naturhistorische Meseum Berns barg (1791 bis 1881) im reizvollen Spät*
barockbau neben der Stadtbibliolhek bereits für die damalige Zeit recht bedeutende,
ja berühmte Sammlungen, besonders schweizerischer Vögel, Versteinerungen und
Mineralien; aber die volkstümliche Bezeichnung „Vögelibibliothek" charakterisiert die
Aufstellungsart in ihrer Enge und Oberfüllung sehr deutlich. Im zweiten Museums=
bau an der Hodlerstraße (1881 bis 1933) wuchsen unter THEOPHIL STRUDERS und
EDMUND VON FELLENBERGS Leitung die Sammlungen mächtig an, auch an
w'sfencchaftlichem Wert; aber wissenschaftliche und Schausammlung blieben vereinigt,
und die dekorative Überladung der überhohen und zu großen Räume diese elektizi=
s' sehen Reprärentationsbaus ließen die Fortschritte der Präparation und Aufstellung
kaum rur Gellung kommen, wie auch die Ordnungsprinzipien im streng Wissen»
en Systematisch=Tiergeograph!schen befangen blieben.

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Das neue Museumsgebäude an der Bernastraße, 1933 erstellt, 1934 bezogen, ist ein
moderner reiner Zweckbau, der im Äußern wie im Innern auf jedes dekorative Bei*
werk verzichtet. So blieb die Ausgestaltung der mäßig hohen Räume und der Aus*
Stellungen weitgehend frei und anpassungsfähig. Es ist ein besonderer Verdienst
des damaligen und langjährigen Direktors, Prof. F. BAUMANN, daß von Anfang
an die Abtrennung der wissenschaftlichen von den Schausammlungen in eigenen
Sälen in großem Ausmaß durchgeführt worden ist und daß für die Schausammlungen
die oben skizzierten Leitgedanken als wegweisend anerkannt werden. Zu ihrer Durch*
li'hrung r.ber wurde der technische Apparat des Museums mit Sorgfalt ausgebaut:
es besitzt eine eigene, maschinell modern eingerichtete Schreinerei; ein großes
Präparatorium mit Mazerations= und Gerberaum, kleiner Schmiede und weitern Depe=
denzen im Dachstock, mit Nordbeleuchtung; unter dem Personal steht ein Schlosser
(zugleich Hauswart) und ein Buchbinder zur Verfügung; eine Handdruckmaschine
erlaubt den Druck aller Etiketten und Texte im Hause. So wird es möglich, Pläne
und Ausführung der Schaustellungen in immer neuer Anpassung an die Objekte
zu entwickeln und zu wandeln.
Für die wissenschaftlichen Sammlungen genügt ein kurzer Hinweis. Jeder Leiter
eines größeren Museums hat die Aufgaben seines Instituts im Hinblick auf die be-
grenzte Aufnahmefähigkeit seiner Räume stetsfort zu überdenken und die nötigen

Diorama: Amerikanischer Bison

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Konsequenzen zu ziehen. Im Laufe seiner Entwicklung ergaben sich für das Berner
Museum neben dem Bestreben, einen guten Überblick über das Formenreich der
Zoologie und Mineralogie—Geologie zu verschaffen, als spezielle Arbeitsgebiete
die Osteologie mit Einschluß der quartären und tertiären Wirbeltiere, die Weichtier=
künde und die schweizerische Tierwelt, zunächst der Wirbeltiere und Insekten; seit
Theophil Studer ist auch die kynologische Sammlung grundlegend. Durch eine große
Neuerwerbung wird ferner die Spezialität der Vogeleier gepflegt werden. In den
mineralogisch=geologischen Sammlungen steht der Kanton Bern im Vordergrund.
In der Schau=Abteilung des Museums enthält das 3. Stockwerk je einen Saal für
Mineralogie, Geologie (des Kanton Bern) und Paläontologie („Pflanzen und Tiere der
Vorwelt"), während im Vorsaal die großen Quarzfunde der Berner Alpen präsentiert
werden, vor allem im großen Diorama der Gerstengletscher=Kristallhöhle. Parterre,
1. und 2. Stock beherbergen die zoologische Schausammlung, die nun für unsere
Betrachtung maßgebend bleiben soll. Auch in ihr hat die systematisch=vergleichende
Aufstellung ihr Recht erhalten: ein allgemeiner Säugetiersaal und die systematische
Vogelsammlung vermitteln in schmalen, gut beleuchteten Räumen einen ausreichenden
Überblick über den Artenreichtum der beiden Tierklassen. Aber ihre Darbietung
geschieht in mäßig großen Schränken (Breite im Mittel ca. 2—2,6 m, Höhe ca. 2 m)
mit einheitlichen Schaufensterscheiben, in denen jedes Objekt gut sichtbar bleibt,
auf Glastablaren, die die Sicht nicht stören; auch im Insektensaal ist die angenehme
Sichtbarkeit der Tiere (Auswahl der wichtigsten Schweizer Insekten, Typen exzessiver
oder ästhetisch interessanter Exoten) ein leitendes Prinzip. In kleineren Räumen
sind ausgewählte Themata „monographisch" bearbeitet: die Honigbiene (mit einem
Versuchsstand, der ein lebendes Bienenvolk zeigt, und einem in Brienz geschnitzten
Holzmcdell des Bienenleibs von 80 cm bzw. 1 m Länge); die Jagd im Kanton Bern;
der ur= und frühgeschichtliche Mensch auf dem Boden Berns. Eine vorläufige Schau
vereinigt eine Auswahl modern präparierter Reptilien, Amphibien und Fische.
Kleinere und größere Wechsel=Ausstellungen sollen die „Lebendigkeit" des Museums
fördern.
Die meistbesuchten und =bewunderten Säle sind die nach den ökologischen Prinzi=
pien gestalteten Dioramen=Abteilungen: der „Afrika=Saal" B. von Wattenwyl, das
Schweizer Heimatmuseum, das Nordland=Diorama, die Kojen des Großsäuger=Saales
und die Straußen=Kojen; soeben ist auch ein erstes kleines Fisch=Diorama dazu=
gekommen. Es war ein Wagnis, ganze Säle mit Tieren in nachgeahmten Lebensraum,
in künstlicher Beleuchtung aufzustellen; die Gefahren der kitschigen Ausartung und
des Unvermögens, die volle Realitäts=Illusion zu erwirken, sind sehr groß; gar leicht
kann hier das Unzulängliche Massenereignis werden. Die besonderen Anstrengungen
waren daher auf folgende Punkte zu richten: 1. Die Qualität in der Gestaltung der
Tierkörper; an Stelle der alten Ausstopfmethode mußte die moderne Dermoplastik
treten, und zwar in größtmöglicher Vollendung. 2. Die „natürliche Umgebung" darf
nicht zu naturalistisch sein (die Amerikaner holen oft jeden Stein und jedes Pflan=
zenstück in der Heimat der Tierart und geben die Tiefe des Raumes durch große
Distanzen wieder); zurückhaltende Gestaltung des Pflanzenwerks (mit viel ein=
heimischem Material), leichte Stilisierung der Baumtypen, Bewirkung der Raumtiefe
durch wohlüberlegte Hintergrundsmalerei müssen der Phantasie des Beschauers
einigen Spielraum lassen. 3. Da auch im Dioramen=Stil leicht Monotonie eintreten

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Tränkstelle in der Üslafrikanischen Steppe. Link* Riedbock; Mitte Chapmann-Ztbra mit Fohlen;
rtditi fransenohrspießbock. Riedbock und Spießböcke wurden erlegt und gesdienkt von Bernhard
und Vivienne von Wattenwyl

kann, muß die erwünschte Abwechslung durch häufige Änderung der „Sujets" des
Tierlebens und des Lebensraumes erzielt werden.
Der Erfolg dieser Museumsabteilung in allen Volkskreisen wie auch bei den Fach=
leuten beweist, daß die leitenden Prinzipien wie die Ausführungsmethoden richtig sind.
Er ist weitgehend den vorzüglichen Mitarbeitern zu verdanken, vor allem Chefprä=
parator G. RUPRECHT, der Entwürfe, Tiergestalten und plastische Vordergründe
schuf, und Kunstmaler H. VVÜRGLER, der die oft sehr schwierigen Probleme der
Hintergrundsgemälde und der Farbabstimmungen zu lösen wußte. In den Stellungen
der Tierkörper sind alle schnell vorübergehenden Bewegungen vermieden worden,
ebenso krasse Kampf* oder Tötungsszenen; es wurde eine unaufdringliche Lebendige
keit angestrebt, die besonders in der Modellierung des Kopfs, in Blick und Ohren=
Stellung, also im „Gesichtsausdruck" (besonders der Raubtiere) und im Muskelspiel
der Körper (etwa der Antilopen), aber auch im Gestus und in der Stellungsbeziehung
der Tiergruppen zum Ausdruck kommt. Die lebendige Wirkung beruht weitgehend
auf der Gruppierung. Sehr häufig sind kleine Familienszenen dargestellt, die Mutter=
Kind=Beziehung wird sichtbar (Wildschweine) oder die Verbandbildung (Steinbock=
rudel); neben der Gemeinschaft und Hilfe wird auch der Kampf ums Dasein nicht

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Säger und Enten als Wintergäsle

verschwiegen: Einbruch des Iltis im Hühnerstall, Überfall des Wiesels auf das
Kaninchen; der Fischotter bringt seinen Jungen die Forelle, wie Sperber und Uhu
Beute ins Nest tragen. Der Nahrungserwerb kommt auch bei den Pflanzenfressern
zur Geltung (etwa Giraffengazelle oder Kaffernbüffel), aber auch an den grabenden
Erdferkeln oder Wildschweinen. Als Beispiel für Ruhe= und Schlafzeit mögen die
Robben des Nordland=Dioramas gelten oder die Schlafkolonie der Fledermäuse,
für Spieltätigkeit die Fuchsgruppe. Die Fortpflanzungserscheinungen lassen sich ver=
folgen in der Balz von Auer= und Birkhahn, an den Gelegen von Ringeltauben
oder Eisvogel, am Schlüpfakt des Junpstraußes wie am neugeborenen Rentierkalb
oder an den Jungstörchen und Jungreihern. Die „allesumspannende Feindvermei»
düng" (Hediger) äußert sich in den vielen „Sicherungs"=Stellungen (große Tränkeszene,
an der Beute überraschter Tiger). Und die Einspannung des Tierlebens in den Jahres=
zeiten=Rhythmus möge entnommen werden den Bildern des Farbwechsels (Schnee=
huhn, Wiesel, Schneehase, Reh), der Vogelzugrast im herbstlichen Sumpfgelände
(Strandläufer=Gruppe) oder am vereisten Seeufer (Enten=Säger=Gruppe), an der Fut=
lerbrett=Szene, an der wandernden Herde des amerikanischen Bisons wie an der
Massenansammlung der durstigen afrikanischen Säugetierwelt, an der Tränkestelle
zur Trockenzeit.
So ist es möglich geworden, neben einer reichhaltigen, für Schweizer Säugetiere und

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Fischotter- Diora ma
Dermoplastik und Gestaltung den Lebensraumes aller abgebildeten Dioramen: G. Ruprecht. Hintergründe: H. XNürgler
Vögel fast vollständigen Zusammenstellung der wichtigsten Tiergestalten auch einen
guten Überblick über die fundamentalen Lebensäußerungen anschaulich und ästhetisch
befriedigend darzubieten.
Summary:
The modern museums separate the scientific collections from the exhibition displays.
Each section is developed individually, one for scientific documentation and research
work, the other to instruct the public in a simple and delightful way. The older
museums fail to meet this modern demand because they do not separate the
scientific research material from the exhibition displays, and also because of
inadequate way of old fashioned and badly lighted cases.
A modern zoological museum exhibition is constructed with the view in mind that
the general public does not have sufficient knowledge of systematics and therefore
enjoys to see the animals in their natural habitat.
The Natural History Museum in Bern, into which they moved in 1934, is striving
for these aims in their new building. With well constructed cases in the systematic
section, the monographic small rooms (as the honey bee) the large diorama halls
(Africa=hall, homeland=museum, Noithland diorama, the ostrich case etc.).
The important basic ideas in building the dioramas were; 1. First class sculptor
taxidermy work, 2. the correct conception and execution of the sphere of existance
of the animals, 3. proper changes in the themes of the habitats, in addition to
all important phases of animal life such as food, protection, family life, formation
of units, migration, play, sleep, reproduction, etc.
Der Abdruck vorstehenden Beitrages erfolgt mit besonderer Genehmigung der Redaktion der
Schweizerischen Lehrerzeitung, welche auch die erforderlichen Klischees dankenswerterweise zur
Verfügung stellte.

Museum A. Koenig, Bonn, sammelt in Spanien und Ostafrika


Das Zoologische Forschungsinstitut und Museum A. Koenig, Bonn, führte im Früh»
jähr 1955 eine Expedition nach Spanien durch, an der neben Fachwissenschaftlern
Oberpräparator R. Fendler, teilnahm. Es war dies die erste Fahrt mit museumseige=
nen VW=Bus und Anhänger (für Expeditionszwecke ausgebaut), Zelt und allem
Expeditionszubehör. Die Reise ging im wahrsten Sinne des Wortes kreuz und quer
durch Spanien. Von der Biscaya im Norden bis zur Sierra Nevada im Süden und
von Andalusien bis hoch in die Pyrenäen. Überall wurden Säugetiere, Vögel, Rep=
tilien, Amphibien und Insekten beobachtet und gesammelt.
Einmal das Tier in seinem Lebensraum beobachten zu können, war für den Prä=
parator ein seltenes und wichtiges Ereignis. So werden jetzt anhand vieler Farb=
fotounterlagen, Notizen, Skizzen, Steinproben, Astwerk, Gräser u. a. biologische
Gruppen aufgebaut, die naturwahr dem Besucher ein rechtes Bild des Tierlebens
dieses Landes vermitteln. Auch konnte viel lebendes Tiermaterial mitgebracht wer=
den, was für die Bemalung moderner Kunststoffausgüsse (Reptilien und Amphibien)
sehr wichtig ist.
Im Lichthof des Museums ist z. Z. eine Ausstellung aufgebaut, die von zoologischen
Besonderheiten Spaniens berichtet.
Im November 1955 führte eine weitere Fahrt unseren Kollegen H. Bolz nach Brit.
Oflafrika. Er begleitet eine Jagd= und Sammelexpedition und es ist zu erwarten,
daß er im Mai 1956 mit reicher Beute heimkehrt.

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Polyesterkunstharze als Einbettungs-
Medien für biologische Objekte
Gerhard Brünner
Staatsinstitut für Angewandte Botanik, Hamburg

Wenn die Kunstharze das gehalten hätten, was man im Anfang von ihnen erwartet
hat, so dürften sie heute die Konservierungstechnik restlos beherrschen. Warum
das nicht so ist, hat Ernst Henkel unlängst gezeigt. Und so muß man den Kunst=
harzen trotz vieler bestechender Vorzüge vorläufig noch eine universelle Verwend=
barkeit absprechen. Mit fortschreitender Entwicklung der Kunststoffchemie ist man
aber auch auf neue Kunstharze aufmerksam geworden, u. a. wurde die gute Eignung
der Polyesterverbindungen erkannt. Als erheblicher Vorteil dieser Verbindungen
kann gewertet werden, daß der Harzblock völlig durchhärtet, wodurch eine Glas=
Umhüllung überflüssig wird. Dem steht als wesentlicher Nachteil die hochgradige
Wasserempfindlichkeit dieser Verbindungen gegenüber. Auch in ihrer sonstigen
Verarbeitung weisen die Polyesterharze gegenüber den Harnstoff=Formaldehydharzen
einige bemerkenswerte Unterschiede auf. Meist handelt es sich um Mischungen unge=
sättigter, hochpolymerer Vinylester, z. T. mit Monostyrolzutätzen. Durch die Zugabe
eines Katalysators erfolgt die Polymerisation, eine „Kettenreaktion", die Moleküle
schließen sich zusammen, das flüssige Harz wird fest. Dabei tritt eine Erwärmung
und später eine geringe Kontraktion auf. (Bis 8°o Volumenverlust.)

Die wichtigste Forderung die wir an ein Kunstharz stellen, ist absolute Transparenz
und Farblosigkeit, d. h. Eigenfärbungen des Harzes dürfen nicht durch Zusatz
komplementärer Farbstoffe kompensiert werden. Das flüssige Harz weist eine mehr
oder minder hohe Viskosität auf und hält sich bei kühler, dunkler Lagerung etwa
10 Monate, bei höherer Temperatur ist die Haltbarkeit etwas herabgesetzt.
Als Katalysatoren (Härter) kommen entweder tert. Butylhydroperoxyd oder Ben*
zoylperoxyd in Frage. Ersteres wird flüssig, letzteres in Pastenform angewandt. Auf
den Härterzusatz tritt eine Gelatinierung ein: das Harz ist gummiartig weich. Erst
die Härtung bei einer Temperatur von 6o° C vollzieht die Polymerisation vollständig.
Die Anwendbarkeit der Polyesterharze wird auf kleine Objekte beschränkt bleiben,
die entweder lufttrocken eingebettet werden können oder eine Entwässerung zu=
lassen. Bei der Vorbereitung der Objekte ist größte Sorgfalt am Platze. Jeder Fehler
der hier gemacht wird, zeigt sich später im fertigen Präparat. Die farb= und form=
konservierenden Vorbehandlungen sind so vorzunehmen, wie sie durch die Flüssig*
keitskonservierung überliefert sind. Über die Art der Entwässerung entscheidet die
Struktur des Objektes. Auch hier müssen die üblichen histologischen Techniken
herangezogen werden. Für botanische Objekte hat sich die Glyzerinentwässerung gut
bewährt, weil sie außerordentlich schonend, wenn auch langsamer, entwässert. Um
Glyzerinspuren zu beseitigen, werden solche Objekte kurz vor der Einbettung in
absol. Alkohol gelegt. Unmittelbar vor dem Einbetten empfiehlt sich ein Eintauchen
in Chloroform.

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Als Gußformen eignen sich Gefäße aus Glas, Metall, Porzellan oder glasiertem Ton.
Die nachträgliche Bearbeitung wird wesentlich erleichtert durch plane, hochpolierte
Wandungen. Um ein bequemes Herauslösen zu gewährleisten, sollen die Gußformen
oben etwas weiter als unten sein. Zusätzlich kann man das Ablösen durch hauch=
dünnes Einreiben mit gelöstem Paraffin unterstützen.
Das flüssige Harz darf keinen plötzlichen Temperaturschwankungen ausgesetzt wer=
den (= Kondenswasserbildung = Trübung der Harzmasse). Zur Einbettung wird
zunächst die benötigte Harzmenge berechnet, dann im Wasserbad auf 45 0 C erwärmt
und je nach Gußtechnik auf einmal oder nacheinander sorgsam mit dem erforder=
liehen Härtezusatz (s. Tabelle) vermischt. Eingerührte Luftblasen saugt man mit der
Wasserstrahlpumpe ab, doch steigen sie auch meist von selbst in kurzer Zeit an
die Oberfläche. Hierauf erfolgt ohne Verzug der Guß. Möglichst geringe Raum=
feuchtigkeit, konstante Temperatur und Vermeidung direkten Lichtes sind wesentliche
Voraussetzungen für das Gelingen der Arbeit. Da die einzelnen Fabrikate sich be=
züglich Härtezusatz, Erstarrungsgeschwindigkeit und Härtungseigenschaften oft
unterschiedlich verhalten, tut man gut, diese Eigenschaften mit einer kleinen Harz=
menge auszutesten. Beim Gießen unterscheidet man grundsätzlich zwischen Horizon=
tal= und Vertikalguß. Am einfachsten gestaltet sich die Einbettung solcher Objekte
die schwerer sind als Harz: man gießt eine Tragschicht, legt nach deren Gelatinie=
rung das Objekt auf, worauf der Abschlußguß erfolgt. Um den störenden Auftrieb
von Objekten die leichter als Harz sind zu beseitigen, hat man empfohlen, die
Objekte am Fuß mit kleinen Bleistückchen zu versehen. Aus dem gehärteten Block
kann dann die Fußbefestigung abgeschnitten werden. Die entstandene freie Objekt=
stelle muß abgeschlossen werden. Schließlich kann man den Auftrieb auch durch
Niederdrücken oder Aufhängen an entsprechenden Massivglasstäben verhindern. Sehr
gut eignen sich Polyesterstäbe, die man sich leicht durch Ausgießen von Trinkhalmen
herstellen und im fertigen Block belassen kann. Die nach meinen Erfahrungen weit=
aus beste Methode ist der dreistufige Aufbau im Horizontalguß. Hierbei wird zu=
nächst der Grundguß mit etwa einem Drittel der benötigten Harzmenge ausgeführt.
Auf den gelatinierten Grundguß erfolgt der Mittelguß, mit welchem das Objekt ein=
gebracht wird. Der dritte, abschließende Guß trägt die weiter unten beschriebene
Deckscheibe. Für die Härtung ist es notwendig, Berührungsflächen des Harzes mit der
Außenluft zu vermeiden. Am besten eignet sich dazu eine genau in die Gußform
ene;epaßte Glasplatte, die man auf den noch flüssigen Abschlußguß legt. Hier erweist
sich die dreistufige Einbettung als besonders praktisch, da man der Deckplatte, mittels
kleiner Füßchen aus gehärtetem Harz, die nötige Auflage verschaffen kann. Luft=
blasen unter der Platte sind zu vermeiden, was man unschwer dadurch erreicht, daß
man mit einem minimalen Überschuß auffüllt und die Platte langsam auflegt. Be=
de.ken mit Cellophanpapier kann nur als Notbehelf gelten. Ein Luftabschluß mit
einer dünnen Schicht hochviskosem Motorenöl oder Glyzerin ist zwar möglich, liefert
aber keine glatte Oberfläche. Bei kleinen Objekten von ungefähr gleichen Ausmaßen
ist es zweckmäßig, dieselben zu mehreren in einem Horizontalguß (Glasschale) zu
verarbeiten. Eine entsprechend gekennzeichnete Papierunterlage läßt dabei die spätere
Aufteilung erkennen, so daß die Objekte beim Zweitguß genau orientiert werden
können.
Mit der Gelatinierung tritt eine Reaktionswärme auf. Starke Güsse kühlt man im

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Polyeslerpräparate, Horizontalguß in stufenweisem Aufbau

Wasserbad. Bei dünneren Dreistufengüssen entfällt diese Vorsichtsmaßnahme. Der


gelatinierte Guß soll mindestens 24, besser 48 Std., stehen, bevor er durchgehärtet
wird. Vor der Härtung fährt man mit einer Rasierklinge an den Gußrändern der
Form entlang, um das spätere Herauslösen zu erleichtern. Sehr bequem erfolgt die
Härtung in einem Thermostaten. Man legt die Güsse bei Raumtemperatur ein und
erhöht ratenweise (5—8° C p. Std.) bis auf 60" C. Diese Temperatur hält man eine
Stunde und geht dann ebenso langsam wieder zurück. Erst nach Angleichung an
die Raumtemperatur darf der Ofen geöffnet werden. Gute Erfolge konnte ich auch
mit einem techn. Infrarotstrahler (Osram Siccatherm) erzielen. Hier erfolgt die
Wärmeregelung durch den Bestrahlungsabstand. (Bis auf 500 C.)
Die gehärteten Blöcke fallen durch leichtes Aufklopfen aus der Form. Auch die Deck-
scheibe kann so abgelöst werden. Sofern man völlig glattwandige Gefäße verwandt
hat, braucht nur der Gußgrat enfernt zu werden. Güsse mit mehreren Objekten kön«
nen mit einer feinzahnigen Säge zerteilt werden. Stets ist es dabei erforderlich, die
Schnittseiten aufzupolieren. Über angefeuchtetes mittelfeines, dann feinstes Flint*
papier erfolgt die Behandlung mit den gebräuchlichen Poliermitteln. Hier ist die
maschinelle Bearbeitung der manuellen unbedingt vorzuziehen. Als Abschluß poliert
man noch eine dünne Schutzschicht aus gutem Hartwachs auf.
Bei der Aufbewahrung verdient hervorgehoben zu werden, daß diese möglichst
dunkel, keinesfalls an Orten, die der direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind, er=
folgen soll, eine Forderung, die allgemeine Gültigkeit besitzt. Weder im Objekt, noch
im Harz selbst dürfen sich bei Beachtung dieser Regel störende Verfärbungen zeigen.
Das setzt allerdings voraus, daß man, wie bei der Flüssigkeitskonservierung, eins
Vorbehandlung anwendet, die auf eine Stabilisierung der Farbstoffe abzielt. Ebenso
sollen überhöhte Härtermengen (= Bleichwirkung der Peroxyde) vermieden werden.

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Bei restlosem Wasserentzug und guter Entlüftung während der Einbettung ist eine
Formerhaltung im Harzblock absolut gewährleistet. Nach meinen Erfahrungen ist
eine Erwärmung auf 6oc C weder mit Nachteilen bezüglich der Form*, noch der Farb=
erhaltung verbunden.
Nicht unerwähnt darf schließlich die Kostenfrage dieses Verfahrens bleiben. Die
Harze sind in der erforderlichen Qualität nicht billig. Man wird daher schon aus
finanziellen Gründen von der Einbettung zu großer Objekte absehen. Die Verar=
beitung des Harzes erfordert zudem eine ganze Reihe von Hilfsmitteln, die nicht
überall verfügbar sind. — Es darf auch nicht verschwiegen werden, daß beim Mischen
und Gießen gesundheitsschädliche und feuergefährliche Dämpfe entstehen. (Abzug!)
Im ganzen gesehen stellen die Polyesterpräparate in ihrer leichten, unzerbrechlichen
Form, die eine allseitige Betrachtung zuläßt, einen beachtlichen Fortschritt dar. Es
bleibt dabei der Erfahrung des Präparators überlassen, durch modifizierte Einbet=
tungsmethoden das Anwendungsgebiet dieser Kunststoffe zu erweitern.
Erforderliche Härterzusätze (tert. Butylhydroperoxyd) bei normaler Gel.=Zeit (ca. 25 0 C
Raumtemperatur)

Gußstärke */« Tropfenzahl1) je kg


bis 15 mm 0,3 - 0,4 40-65

15-25 mm 0,2 30 -40

25 - 50 mm 0,15 25-30
2
über 50 mm ' 0,10 10-15

') normales Augentropfglas.


!
) im Wasserbad auf 22: C kühlen!
Summary:
Among the artifical resins used for imbedding the polyester combinations, are of
especial advantsge. Discussed are general qualities, the various methods of appli=
cations.The results show that in the use of polyester the disadvantages are counter=
balanced by considerable advantages which in turn will lead to the general use of
artificial resins.

Das Klischee zu vorstehendem Beitrag stellte die Frankh'sche Verlagshandlung Stuttgart freund--
licherweise zur Verfügung.

Die Technik der Polyesterharzeinbettung


Hanns Selzle, München

Von der chemischen Industrie werden teils glasklare, teils leicht gelbliche flüssige
Kunststoffe in den Handel gebracht, die nach Zusatz eines Härters in den festen
Zustand übergehen. Die nach diesem Verfahren hergestellten Präparate zeichnen sich

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durch große Bruchsicherheit aus. Keine Glasrahmen umschließen das Objekt. Die
Unempfindlichkeit gegen Feuchtigkeit, chemische Einflüsse, Licht* und Temperatur»
unterschiede ist groß. Unbedenklich können die Präparate im Hörsaal von Hand zu
Hand zu gehen. Ein gelegentliches Fallenlassen wird von den Kunstharzpräparaten
sehr selten übelgenommen. Noch ein besonderer Vorteil ist, daß erstmals durchsichtige
Organschnitte, nach einem spalteholzähnlichen Verfahren der Projektion zugänglich
gemacht werden konnten, ohne daß die Präparate durch die dabei entstehende Wärme
zu Schaden gingen. Die bisherige Kanadabalsameinbettung großer Organschnitte ist
damit hinfällig geworden. An die Aufbewahrung stellen die Präparate keine beson=
deren Anforderungen.
Besonders geeignete Objekte für den Einschluß sind: gefärbte und ungefärbte Organ=
schnitte, kleinere durchsichtig gemachte Injektionspräparate, Hautoberflächen, Skelett*
teile, zoologische Objekte usw.
Die Technik, die jeder Präparator mit wenigen Chemikalien und Glaswaren ausführen
kann, gliedert sich in drei Gruppen auf.
1. Trockene Einbettung.
2. Durchtränkung des Präparates' mit einer wasserhaltigen Konservierung^*
flüssigkeit. Die Organfarbe kann dabei nachgeahmt werden.
3. Durchtränkung des Präparates mit wasserunlöslichen Flüssigkeiten. Durch
den hohen Brechungsindex wird das Präparat durchsichtig.
Die Gießtechnik
In geeignete Formen wird eine dünne Schicht mit Härter vermengtes Polyesterharz
gegossen. Nach einer gewissen Zeit ist diese Grundschicht erstarrt. Diese Polymer:*
sationszeit hängt von der zugesetzten Härtermenge und der Temperatur ab. Alle
hier beschriebenen Manipulationen werden bei Zimmertemparatur ausgeführt. Nun
wird nochmals eine geringe Menge frisch angesetzten Gießharzes auf die erste Schicht
gegossen und unser vorbereitetes Objekt unter Vermeidung des Einschlusses von
Luftblasen daraufgelegt. Ragt der einzuschließende Gegenstand noch über diese
zweite Schicht hinaus, so gießen wir von der soeben angesetzten Polyesterharzmenge
soviel darüber, daß Objekt und zweite Schicht eine Ebene bilden. Ist auch diese Schicht
erstarrt, so kann die Deckschicht in einer Höhe von 3 bis 4 mm aufgegossen werden.
Nach einigen Tagen nimmt man das völlig erstarrte Präparat aus der Form, es kann
sofort geschliffen und poliert werden.
Der Härter,
der jedem Gießharz beigegeben wird, ist genau nach Gebrauchsanweisung der betref*
fenden Herstellerfirma dem Polyesterharz zuzufügen. Die Menge beträgt im allge=
meinen zwischen 1 und 4 °/o. Es sollte aber immer versucht werden, mit einer mög*
liehst geringen Menge auszukommen. Denn durch langsames Härten des Kunstharzes
gefährden wir unser Präparat nicht. Beim Polymerisationsvorgang können bei kurzer
Härtezeit relativ hohe Temperaturen entstehen, die unweigerlich zu einer Zerstörung
des Präparates führen würden.
Der Beschleuniger
Gewissen Polyesterharzen wird ein Beschleuniger beigegeben. Seine Verwendung ist
dort von Nutzen, wo der Härter allein zu lange brauchen würde, um den Kunststoff

99
Oben: Niere, nach derClyierinmeihode präparier! (MethodeD
Links: Schädelschnitte eines Nagers (Methode 3)

erstarren zu lassen. Da der Beschleuniger in vielen Fällen eine starke Eigenfärbung


besitzt, sollten wiederum nur sehr geringe Mengen zugesetzt werden.
Härter und Beschleuniger sind so abzustimmen, daß Gußschicht l und 3 erst nach
einigen Stunden erstarren. Schicht 2 soll bei Methode 1 und 3 mehrere Tage zur Poly=
merisation Zeit haben. Die Schichten bei Methode 2 können zwischen 2 und 3 Stunden
zur Erstarrung gebracht werden. Wird dies nicht beachtet, so ist mit Mißerfolgen zu
rechnen. Daß beide Komponenten gut mit dem Polyesterharz vermischt werden miis=
sen, versteht sich von selbst.
Monostyrol
Einigen Kunstharzen gibt man Monostyrol bis zu 15 °/o bei. Dadurch wird eine viel
geringere Viskosität erzielt. Das Einschließen von Luftblasen dürfte dann kaum mehr
vorkommen. Außerdem wird damit meistens eine viel größere Klarheit des Kunst=
harzes erreicht. Bei jeder Polyesterharztype muß vorher die zuträgliche Menge durch
einen Versuch ermittelt werden. Ein zu großer Zusatz äußert sich durch Gelbfärbung
und durch kleinere Sprünge im Präparat. Eine merkliche Verminderung der Härte des
polymerisierten Kunststoffes ist bei richtiger Zugabe nicht zu befürchten.
Die Vorm
Zusammensetzbare Formen aus Glasplatten bewähren sich nicht nur wegen ihrer
Billigkeit, es ist damit auch das Präparat beim Guß von allen Seiten genau zu kon=
trollieren. Die Glasplatten, die man sich selbst schneiden kann, werden mit Kleb=
streifen zu einer dem Objekt angepaßten, oben offenen Wanne zusammengefügt.
Vor dem Zusammenkleben müssen die Glasplatten gesäubert und hauchdünn mit
einem Isoliermittel eingerieben werden.
Isolation
Oün?tig haben sich folgende Isoliermittel erwiesen:
Das Oxydwachs A, das in einer etwa 3 °/o Lösung in Tetrachlorkohlenstoff

100
dünn auf die Form aufgespritzt oder .aufgestrichen wird.
Anschließend gut trocknen lassen!
Das Durelastic=Trennmittel BD40 14/1 wird dünn in die Form eingerieben.
Nach wenigen Minuten kann bereits gegossen werden.
Das Vorbereiten der Objekte
Methode 1, Trockene Einbettung.
Alle trockenen Objekte sind kurz in Äther oder Chlorform zu tauchen. Anschließend
ist sorgfältiges Trocknen sehr wichtig. Bei Knochen hat diese Vorbehandlung zu
unterbleiben, sie können sofort eingebettet werden.
Methode 2, Durchtränkung des Präparats mit einer wasserhaltigen Konservierungs*
flüssigkeit.
Soweit es sich um Organschnitte usw. handelt, werden diese in 6—8 °'o Formol
fixiert und nach Entfernung der überschüssigen Feuchtigkeit zwischen Filtrierpapier
einige Minuten oberflächlich an der Luft angetrocknet. Sie sind dann sofort in die
zweite Schicht einzugießen. Um jedoch weiteres Austrocknen zu vermeiden, soll das
Polyesterharz einige mm über das Gewebestück darüberstehen. Bessere Resultate
erhält man meist, wenn das Wasser in den Geweben durch Glyzerin ersetzt wird.
Methode 3, Durchtränkung des Präparats mit wasserunlöslichen Flüssigkeiten von
hohem Brechungsindex. Das Präparat wird dabei durchsichtig.
Es kommen vor allem Organschnitte in Frage. Fixation in 8 °/o Formalin für mehrere
Tage, 24 Stunden wässern, dann Alkohol 60 °/o—80 °/o—06 °/o und zweimal absoluten
Alkohol für je einen Tag. Anschließend werden die Schnitte in zweimal gewechselten
Äther für je einen Tag eingelegt. Sodann sind die Schnitte schnell in Polyesterharz,
dem kein Härter zugefügt wurde, zu übertragen. Unser Organschnitt wird nun nach
einigen Tagen vom Kunstharz völlig durchtränkt sein. Der Schnitt muß aber während
dieser Zeit mit Glasstäben o. ä. untergetaucht werden. Steht eine Vakuumanlage zur
Verfügung, so kann durch vorsichtiges Evakuieren der Äther schneller zum Ver=
dampfen gebracht werden. Ist auch dieser Arbeitsgang beendet, wird unser so vor=
behandeltes Objekt nach Entfernung des überschüssigen Polyesterharzes eingegossen.
Die Polymerisationszeit soll mindestens 2 Tage dauern.
Manchmal wurde von mir folgender Weg begangen, wenn eben beschriebene Methode
nicht zum vollen Erfolg führte: Die Organschnitte werden mit einem anderen
Polyesterharz getränkt, dessen Härte oder Brechungsindex, je nach Zweck, günstiger
liegen, als die der Grund= und Deckschicht. Dem Durchtränkungsharz darf in keinem
Fall ein Härter oder Beschleuniger zugefügt werden! Der Äther muß vor dem
Einschließen völlig aus dem Präparat verdampft sein. Wird dies neben der lang»
samen Polymerisationszeit nicht genügend beachtet, so entstehen die bekannten
Luftschichten auf und im Präparat.
Schleifen und Polieren
Die Kunstharze können feucht und trocken geschliffen werden. Die Präparate sind
dabei vor zu hoher Erwärmung zu schützen. Stehen keine maschinellen Vorrich=
tungen zur Verfügung, so kann man sich die Vorder= und Rückseite des Präparates
selbst auf einfache Weise, durch einen kleinen Trick hochglänzend herstellen:
Mit immer feinerem Glaspapier werden alle Flächen geebnet. Sie sollen nur noch

101
eine leichte Körnigkeit aufweisen. Alle Flächen sind mit Monostyrol vom anhaften*
den Staub zu säubern. Eine vorbereitete, mit Härter vermengte Polyesterharzmenge
wird auf die Vorderseite des Präparates gegossen. Darauf wird eine völlig saubere
und gut isolierte Glasplatte blasenfrei darübergelegt. Mit der Rückseite verfahren
wir ebenso. Nach einigen Tagen können die Glasplatten vom Präparat gelöst werden.
Die schmalen Seitenteile poliert man wie üblich mit der Hand.
Hersteller von Polyesterharzen:
Die Badische Anilin und Sodafabrik A.G., Ludwigshafen am Rhein, liefert das
Gießharz P4. Pieis etwa 5,50 DM je Kg.
Fa. Emil Frei, Döggingen Baden, stellt eine Durelastic=Gießmasse her. Preis ca.
9,50 DM je Kg. Von derselben Firma ist auch das Durelastic=Trennmittel zu beziehen.
Reichold Chemie A.G., Hamburg, Postfach 1081, liefert Polyester 8001. Preis ca.
5,50 DM je Kg.
Monostyrol wird von Theodor Schuchard, München, Ainmillerstraße 25, für ca.
7,80 DM je Kg. geliefert.
Das Isoliermittel Oxydwachs A ist von der Badischen Anilin und Sodafabrik zu
beziehen.
Preisstand etwa 1. 5. 1955.

Summary:
Described are different ways by which the imbedding in polyester resins can be
done. The simplest method is to imbedd dry treated objects and dehydrated speciinen
or such treated with Special chemicals. The various technics are discussed. The
viscosity of the resin can be reduced by adding monostyrol.

Elektrolytische Kleinbäder
und Elektrodenröhren zur Oberflächen-
Behandlung
Hilmar Schurig, lng.

Das Prinzip des elektrolytischen Bades beruht auf der Eigenheit, daß Metalle und
Wasserstoff im Elektrolyt in Stromrichtung, also von Plus nach Minus befördert
werden.
Unter Kleinbäder versieht man Behälter, welche zwischen l /l und 2 Liter Elektrolyt
fassen. In ihnen können Gegenstände bis zu einigen Quadratdezimeter Oberfläche
behandelt werden.
Für die handelsüblichen Kleinbäder muß man 200—500 Mark ausgeben. Hier lohnt
sich der Selbstbau, da das benötigte Material verhältnismäßig billig ist. Der Aufbau

102
ist nicht schwierig und kann von jedem Radiotechniker oder Funk=Amateur durch=
geführt werden.
Zum Kleinbad gehört ein Behälter für das elektrolytische Bad. Man verwendet dafür
entweder ein Konservenglas '/»—i Liter, oder besser einen viereckigen Kühlschrank=
Behälter, wie er in Glas von GERIX oder in Kunststoff von GERDA hergestellt
wird und in jedem Haus= und Küchengeräte=Geschäft käuflich ist.
Als Stromquelle kann man eine Batterie oder besser einen Netzgleichrichter ver=
wenden. Es ist angebracht, wenn man über eine regelbare Spannung bis 12 Volt
und Strombelastungsmöglichkeit bis 6 Ampere verfügt.
Bild 1 gibt als Beispiel die Schaltung eines Netzgleichrichters für ein Kleinbad. Die
Stückliste sagt, welche Teile für den Aufbau nötig sind und nennt die Hersteller
der Bauteile.
Bild 2 zeigt eine einfachere Ausführung.
Zum Kleinbad gehören weitere Behälter für Wasser und Reinigungsbäder.
Für kleinere elektrolytische Bearbeitungen benützt man auch gerne die Elektroden=
röhre. Bild 3 zeigt ihren Aufbau. Sie besteht aus einer Glasröhre oder einem
Stück Gummischlauch. Darin befindet sich ein Elektrode, die über ein Kabel an die
Stromquelle angeschlossen wird. Die Elektrode ist mit Watte oder Schaumstoff um=

Watte mit
Elektrode
Glasröhre Elektrolyt
Bild 3
Bild 2

103
wickelt, die das Elektrolyt aufsaugen. Der Gegenpol der Stromquelle wird an das
zu bearbeitende Werkstück gelegt. Dieses wird mit der Elektrodenröhre langsam be=
arbeitet.
Mit Kleinbädern und Elektrodenröhren kann man Oberflächen=Verediungen von
Metallgegenständen vornehmen, Galvanoplastiken fertigen, elektrolytische Reinigun=
gen und Polituren vornehmen.
Bei der Oberflächen=Veredlungen beachte man:
1. Man entfette die Metalle gründlich. Dies kann mit Alkohol, Benzin, Tetrachlor=
kohlenstoff oder auch mit einer entfettenden Waschlauge geschehen. Letztere spüle
man gut ab.
2. Man reinige die Oberfläche gut. Grobe Verunreinigungen löst man mit Stahlbürste
oder Stahlwolle. Man kann auch Schmirgel oder Schmirgelpaste verwenden. Einfacher
ist das „Abbrennen" mit Säure. Ist die Verunreinigung nicht zu schlimm, so genügt
das Eintauchen in verdünnte SchwefeU, Salz= oder Salpeter=Säure.
Säuren verdünnt man recht vorsichtig so, daß man die Säure tropfenweise in das
Wasser gibt und nicht umgekehrt Wasser in Säure!
Man kann die Metallgegenstände auch mit einem der vielen Metallputzmittel blank
machen. Bei einigen dieser Mittel muß man nachher nochmals gründlich entfetten.
Viele Praktiker wenden zur MetalUReinigung Wiener Kalk mit bestem Erfolg an.
Will man Gegenstände versilbern, vergolden oder verchromen, so wird man diese
erst verkupfern, sofern die Gegenstände nicht aus Kupfer oder Messing sind. Ein
dünner Kupfer-Überzug läßt die edlen Metalle besser haften und verhindert ein
späteres Abblättern.
Wer ein sicheres Arbeiten liebt, wird für die Oberflächen=Veredlung gut zusammen=
gestellte Elektrolyte für Kleinbäder und Elektrodenröhren von Spezialfirmen beziehen.
(z. B. Nauenburg, Galvano=Chemie, Hamburg=Bergedorf 1.)
Man achte darauf, daß die Metallniederschläge nicht mit zu hohen Strömen erfolgen.
Bei Kleinbädern ist es immer ratsam, mit kleineren Strömen in einer längeren Zeit
die Überzüge herzustellen, als die Ströme zu hoch ansteigen zu lassen und dann
keinen gleichmäßigen und gut haftenden Überzug zu erhalten.
Galvanoplastiken erhält man, indem man Abformungen aus Wachs, plastischen
Massen oder Gips mit Graphit oder Leitlack überzieht. Nachdem der Überzug völlig
trocken ist, hängt man die Abformung an den negativen Pol ins Bad. Die Abformung
wird später entfernt, bei Wachs durch Abschmelzen. Man kann damit Formstücke
aller Art sehr einfach herstellen.
Elektrolytisch reinigen kann man im Kleinbad, wie mit der Elektrodenröhre. Ebenso
kann man damit polieren. Man hängt den zu reinigenden Gegenstand an die Anode
im Bad und nicht, wie beim Veredlen, an die negative Katode. Die Elektrodenröhre
kommt beim Reinigen und Polieren an den Minuspol. Als Elektrolyt nimmt man
eine verdünnte Säure. Es gibt aber auch besser wirksame SpeziaULösungen für diesen
Zweck. Eine besondere Rolle spielen dabei die Lösungen mit Essigsäure. Für Eisen,
Stahl oder Nickel eine Mischung von 735 cem Essigsäure, 185 cem Überchlorsäure
und 15 cem destilliertes Wasser. Man bringt die Essigsäure vorsichtig und langsam
in die stark gekühlte Überchlorsäure ein.

104
Für Blei, Aluminium, Zinn oder Zink erhöht man den Essigsäuregehalt etwas.
Als Stromdichte wird beim Reinigen 4—6 Amp. pro qdm empfohlen. Beim Polieren
kann man durch Veränderung der Bad=Zusammensetzung und der Stromdichte eine
rauhkörnige oder eine hochglänzende Oberfläche erzeugen.
Die aus dem Bad genommenen Gegenstände werden im Wasserbad gründlich vom
Elektrolyt befreit, in Holz=Sägemehl getrocknet und evtl. nachpoliert.

Stückliste zu Bild 1:
Netzstecker und Zuleitungsschnur
Seh Kippschalter
Si Feinsicherung l Ampere
Sicherungshalter
Gl Glimmröhre mit Vakuumtechnik, Erlangen
Rs Schutzwiderstand
Tr Netzliansformator, Spez. Erich und Fred Engel, Wies
Primär 110/220 Volt
Sekundär 2/2/8/6 Volt, 6 Amp.
US 1 Doppelter Stufenschalter Preh, Bad Neustadt/Saale
US 2 2 X 5 polig mit Leerkontakten
TG Trockengleichrichter B 2S/20 — AEG, Belecke/Mohne
RV Regel widerstand Pieh, Bad Neustadt/Saale
5 Ohm, 6 Ampere
V Voltmeter bis 30 Volt H &B
A Ampere=Meter bis 6 Amp. H &B
Anschlußbuchsen Hirschmann, Eßlingen/Neckar
Gehäuse vorgearbeitet Leistner, Hamburg
Stückliste zu Bild 2:
Netzstecker und Zuleitungsschnur
Anschlußbuchsen
Gehäuse vorgearbeitet Leistner, Hamburg
Tr Netztransformator, Spez. Erich und Fred Engel, Wiesbaden
Primär der Netzspannung
entsprechend
Sekundär 10 Volt, 2 Amp.
TG Trockengleichrichter AEG, Belecke/Möhne
RV Regelwiderstand 10 Ohm Preh, Bad Neustadt/Saale
L Glühlampe und Fassung
Si Feinsicherung 0,5 Ampere
Sicherungshalter
Summary:
Occasionally the taxidermist has to metalplate a cast model or some other objeets,
or to cleanse a metal objeet eleclrolitically. It is not difficult to construet an
electrolysic bath and it can be done with little expense. The construetion plans
show the proper strueture of the apparatus.
Anschrift des Verfassers: Hilmar Schurig, Ing., Bad Dürkhcim (Pfalz), Weinstraße Nord 5.

105
Nachrichten und Mitteilungen

Fortsetzung von Seite 86

haben. Ob diese Verordnungen zum Wohl oder Wehe unseres Berufsstandes sein
werden, muß die Zukunft zeigen.
Im September 1953 trat die Neue Deutsche Handwerksordnung in Kraft. Bei dieser
Neuordnung wurden die Präparatoren aus der Liste der Handwerke — der Positiv=
liste — gestrichen und in der Reihe derjenigen Berufe aufgenommen, die in einer
Gewerberolle erfaßt sind. Diese Berufe sind unter anderen Flickschneider, Schutt=
räumer, Hausschlächter ohne Gesellenprüfung usw., also Berufe mit einem hand-
werksähnlichen Charakter. Da ich — ebenso wie fast alle Kollegen — diese Ein*
Ordnung als eine Herabsetzung unseres Berufes angesehen habe, wurde von mir
am 14. 5. 1955 eine Eingabe an den Bundestag gemacht, mit der Bitte, uns den
freien Berufen zuzuordnen. Diese Eingabe wurde an den Petitionsausschuß des
Bundestages weitergeleitet und am 7. November 1955 wie folgt beschieden:

Bonn, den 7. November 1*^55

Sehr geehrte Herren!

Auf Vorschlag des Petitions=Ausschusses hat der Deutsche Bundestag beschlossen, Ihre Eingabe
vom 14. 5. 1055 durch Erklärung der Bundesregierung als erledigt anzusehen.
Aus einem dem Ausschuß in Ihrer Sache vorliegenden Bericht der Bundesregierung ist zu ent=
nehmen, daß der Begriff des freien Berufes gesetzlich nicht festgelegt ist. Es gibt insbesondere
auch keine rechtliche Grundlage einer Klassifizierung einzelner Berufe. Eine Unterscheidung
zwischen den sogenannten freien Berufen und anderen Berufen hat vorwiegend soziologische
Bedeutung.
Abgesehen von einer soziologischen, rechtlich irrevelanten Einordnunng scheint eine An-
erkennung der Präparatoren als freier Beruf keine praktische Bedeutung zu haben. Aus Ihrem
Schreiben geht hervor, daß die Mehrzahl der Päparatoren in wissenschaftlichen Instituten oder
Museen beschäftigt ist. Dieser Personenkreis würde ohnehin nicht zur Gruppe der freien Berufe
gehören, denn der Begriff des freien Berufes umfaßt einen Tätigkeitsbereich, in dem bestimmte
berufliche Funktionen, insbesondere solche des Gesundheits= und Rechtswesens sowie des
künstlerischen, wissenschaftlichen und pädagogischen Schaffens selbständig, d. h. außerhalb eines
öffentlichen Dienst* oder eines privaten Anstellungsverhältnisses, ausgeübt werden (vgl. Huber,
Wirtschaftsverwaltungsrecht, 2. Auflage, Band I S. 767). Es würde folglich nur eine zahlenmäßig
kleine Gruppe von einer Einstufung betroffen werden. Zweifellos ist die Berufstätigkeit der
Angehörigen dieser Gruppe gewerblicher Art, und deshalb ist es sowohl ge werbe recht lieh als
auch in steuerrechtlicher Hinsicht gleichgültig, ob dieser Personenkreis sich zu den Angehörigen
der freien Berufe oder zu anderen Berufsgruppen zählt, denn in jedem Falle würden diese
Personen auch als Angehörige eines freien Berufes als Gewerbetreibende behandelt werden. Die
selbständigen Präparatoren würden daher auch weiterhin den Vorschriften der Gewerbeordnung
unterliegen. Aus diesen Gründen kann es dahingestellt bleiben, ob es sich bei den Präparatoren
um einen handwerksähnlichen Beruf handelt.
Nach Auffassung der Mitglieder des Ausschusses enthalten die Ausführungen in Ihrer Petition
keine Gesichtspunkte, die eine andere Beurteilung der Sach- und Rechtslage rechtfertigen wür=
den. Für den Bundestag hat Ihre Eingabe damit ihre Erledigung gefunden.

Mit vorzüglicher Hochachtung


gez. Luise Albertz

106
Die Neuordnung besagt nun für die Praxis, daß jeder, der glaubt, den Anforderungen
unseres Berufes gerecht werden zu können, sich selbständig machen kann und auch
Berufsnachwuchs ausbilden darf. Es bestehen nunmehr keinerlei Vorschriften über
Ausbildungsdauer und Abschlußprüfung. In wirtschaftlicher Hinsicht sind keine
Änderungen dadurch eingetreten.
Um unsere beruflichen Interessen zu wahren, hat sich die gemeinnützige Vereinigung
der Präparatoren und Dermoplastiker e. V., Münster i. W., Badestr. 9, entschlossen,
bis auf weiteres Abschlußprüfungen für den Nachwuchs abzunehmen, um den Lei=
stungsstand unter Kontrolle zu halten. Wer sich dieser Prüfung nicht unterzieht
oder sie nicht besteht, kann nicht in die Berufsvereinigung aufgenommen werden.
Diese Prüfungen sollen so lange von der Vereinigung abgenommen werden, bis
es der Interessengemeinschaft deutscher wissenschaftlicher Institute und Sammlun=
gen zur Gründung einer höheren technischen Lehranstalt für Präparatoren und
Dermoplastiker — München 58, Menzinger Straße 67 — gelungen ist, eine solche
Lehranstalt ins Leben zu rufen.
Bis zur Gründung des Technikums ist die Berufsvereinigung auch bereit, Ausbildungs*
vertrage zwischen Ausbilder und Auszubildenden abzuschließen. Nach der Gründung
des Technikums kommt diese Vermittlung ebenso wie die Abschlußprüfungen nur
noch für private Betriebe in Betracht.
Die noch laufenden Lehrverträge über die Innnungen können noch auslaufen, wie
mir von der Handwerkskammer Münster mitgeteilt wurde.
Durch Einsichtnahme von Angebot und Nachfrage in unserem Beruf — wozu ich
als Vorsitzender der Berufvereinigung in der Lage war, — habe ich den Eindruck
gewonnen, daß es ratsam ist, Berufsnachwuchs nur dort auszubilden, wo auch später
eine Anstellungsmöglichkeit besteht. Bei der teils unvollkommenen und viel zu
speziellen Ausbildung an einem Institut oder Museum sind die Anstellungsmög*
lichkeiten sehr gering, dadurch bedingt ist der Bewerber gezwungen, auch die
schlechtest besoldete Stellung anzunehmen.

Celodal auf dem 6. Internationalen Anatomen-


Kongreß Paris 25.-30. 7.1955
Dr. Herbert Harms
Farbinfabrikett Bayer, Leverkusen

Die Farbenfabriken Bayer hatten sich auf obigem Kongreß mit einer kleinen Aus=
Stellung beteiligt, in deren Rahmen auch eine Reihe von CelodaUPräparaten gezeigt
wurden. Es waren dies eine freischwebende Garnele, ein Heusrhreckenkrebs (Squilla
desmaresti), ein Flechtenpräparat (Usnea barbate), eine in ihren Arterien und
Venen rot bzw. blau injezierte, dann mazerierte und in Celodal eingebettet
Schweineniere sowie zwei veterinär=pathologische Präparate: die Luftröhre einer
Ziege mit Sarkosporidien=Befall und ein Präparat mit tuberkulösen Lymphknoten.
Bei aller Objektivität kann gesagt werden, daß die erste Bekanntschaft eines großen
Kreises von Fachleuten mit Celodal-Präparaten geradezu sensationell wirkte. War

107
es bei dem Garnelen=Präparat die schöne Farbigkeit im Rahmen des kristallklaren
Milieus, das manchen Interessenten begeisterte, so fiel den Anatomen besonders
stark auf, daß das Fett, das von dem Luftröhren=Präparat nicht peinlichst entfernt
war, sich so gut mit dem Celodal vertrug. Viele der Interessenten waren bereits an
die Verarbeitung von Polyesterharzen oder Metacrylaten gewöhnt und wußten von
deren Verarbeitung her, daß sich Körperfett keineswegs mit diesen Einbettungs=
mittein verträgt; bringt doch die Folymerisationswärme das Fett zum Schmelzen,
das sich dann unter Trübung in dem Einbettungsmedium löst. Die Tatsache, daß
Körperfett ohne Luftblasenbildung und ohne Trübung in einem natürlichen Zustand
eingebettet werden kann, war also ein absolutes Novum und illustrierte denkbar
gut die Tatsache, daß Celodal das einzige hydrophile Einbettungsmittel ist. Immer
wieder wurde mit Erstaunen festgestellt, daß die Erstarrung des Celodals offenbar
keine exotherme Reaktion ist, die durch die dabei auftretenden hohen Tempera*
turen Körperfett zum Schmelzen bringt. In der Tat ist ja die Erstarrung des Celodals
von kaum merklicher Wärmetönung begleitet.
Die beiden veterinär=pathologischen Präparate bestachen durch das erstaunlich
leuchtende Kolorit des Myoglobins. Es scheint in dieser Beziehung ein wesentlicher
Unterschied im Verhalten des Hämoglobins und des Myoglobins zu bestehen. Ohne
Vorbereitungen, wie sie z. B. im Verlauf des KAISERLING'SCHEN Verfahrens ge=
troffen wird (Umwandlung des Hämoglobins in das sogenannte Kathämoglobin,
das durch Alkoholbehandlung eine dauerhaft rote Farbe erhält), wird Hämoglobin
unweigerlich schwärzlich, während Myoglobin in gut entbluteten Fleischstücken stets
sein natürliches Kolorit behält.
Die ausgestellten Präparate, die von Herrn Vet.Rat Dr. PETERS, Gütersloh, stammen
und für deren leihweise Hergabe dem Landesministerium für Ernährung, Landwirt=
schaff und Forsten, Vet.Amt, Düsseldorf, gedankt sei, waren allerdings ohne jede
Vorbereitung erhalten, d. h. sie waren nicht fixiert, nicht auf Farberhaltung be=
handelt, sondern einfach nach Abhängen an der Luft und oberflächlichen Abtrocknen,
eingebettet worden. Die beiden Stücke waren, nach der von Herrn Dr. PETERS in
der Z. Wiss. Mikro 62, 327—33 (19.S5) beschriebenen Methode, fugenlos in ein
Gießharz eingebettet, dessen Gelbstich sich gut mit dem warmen Kolorit der Stücke
vertrug.
Die Tatsache, daß ein Einbettungsmittel für biologische Objekte hydrophil ist, d. h.
selbst naturfeuchten Objekten gegenüber freundlich eingestellt und daß keine Ent-
wässerung bei der Präparation erforderlich ist und keine Entfettung, war allerdings
für die Besucher des Standes so neu, daß dieses Moment ständig wieder betont und er=
klärt werden mußte. Manche Interessenten kamen 2= und 3mal mit immer neuen Be=
rufskollegen — darunter auch viele Zoologen, Meeresbiologen, Vet. Anatomen usw. —
um diesen die leuchtende Schönheit der Präparate zu demonstrieren. Erfreulicher-
weise wurde immer wieder betont, daß Zeit bei der Präparation keine Rolle spielt,
daß also der für große wasserreiche Objekte notwendige Austausch von Gewebs=
wasser gegen Celodal gerne in Kauf genommen würde. Wenngleich natürlich auch
die Mehrzahl der Interessenten, die sich für die fremdsprachige Broschüre vor=
merken ließen, aus Frankreich stammte, war doch eine ganz erhebliche Anzahl eng=
lischer und amerikanischer Anatomen und verwandter Berufe im gleichen Ausmuß
an dieser für sie neuen Präparationstechnik interessiert.

108
9. Tagung des Bundes der Deutschen
Naturwissenschaftlichen Museen in Kassel
Dr. H. Wolf, Bonn

Die Direktoren sowie die wissenschaftlichen und technischen Mitarbeiter von 40


deutschen naturwissenschaftlichen Museen hielten ihre diesjährige Hauptversamm=
lung vom 26. bis 29. September 1955 in Kassel ab. Besonders erfreulich war die
rege Teilnahme auch seitens der Kollegen aus der Ostzone und Ost=Berlin. Selbst
einige ausländische Kollegen waren als Gäste erschienen. Sowohl der Herr Regie=
rungspräsident von Kassel als auch der Herr Oberbürgermeister und der Magistrat
der Stadt Kassel und weite Kreise der Öffentlichkeit brachten der Tagung starkes
Interesse entgegen.
Der 1. Sitzungstag stand unter dem Hauptthema: „Formen neuzeitlicher Ausge-
staltung der Schausammlungen unserer Museen unter Berücksichtigung ihrer regio=
nalen oder überregionalen Bedeutung". In 7 Einzelreferaten der Herren Prof. Dr.
G. v. Studnitz (Lübeck), Prof. Dr. A. Kaestner (Berlin), Prof. Dr. E. Titschack
(Hamburg=Altcna), Dr. H. Brüning (Magdeburg), Dir. E. Gentzsch (Leipzig), Dr.
K. F. Buchholz (Bonn) und Dr. K. H. Lüling (Bonn) wurden die verschiedenen
Möglichkeiten aufgezeigt, die bei dem Wiederaufbau und der Neuerrichtung unserer
naturwissenschaftlichen Museen entsprechend ihrer jeweiligen Eigenart heute An=
Wendung finden. Die Referenten wiesen in ihren Ausführungen übereinstimmend
darauf hin, daß bei der Ausgestaltung neuzeitlicher Schausammlungen vor allem
Wert auf eine sinnvolle Auswahl bester und naturgetreuer Darstellungen gelegt
werden müsse; Häufungen von Objekten, die zur Unübersichtlichkeit führen, seien
schon aus psychologischen Gründen unbedingt zu vermeiden. Sie zeigten ferner
mit Nachdruck die Wege auf, die unter Ausnutzung der uns jetzt zur Verfügung
stehenden technischen Mittel und erprobten Verfahren — besonders auf den Ge=
bieten der Kunststoffe und Beleuchtungstechnik — beschriften werden sollten. Hier*
bei fanden Fragen der Wirtschaftlichkeit und des geringsten finanziellen Aufwandes
die erforderliche Berücksichtigung. Gerade die äußerst positive Feststellung, daß
die meisten deutschen naturwissenschaftlichen Museen mit nur sehr beschränkten
finanziellen Mitteln hervorragende Leistungen seit Kriegsende erzielt haben, sollten
die Träger, ob Bund, Staat, Kommune oder freie Körperschaft, zu intensiverer
Förderung und Unterstützung ihrer wichtigen Bildungseinrichtungen anspornen, als
das bisher im allgemeinen geschehen ist.

Eine erhebliche Sorge im Bereiche der deutschen naturwissenschaftlichen Museen


bereitet die Sicherung des Nachwuchses in der Berufsgruppe der Präparatoren und
Dermoplastiker. Mit diesem Problem befaßte sich der Museumsbund sehr eingehend
am 2. Sitzungstage. Ein Referat von Dr. Th. Haltenorth (München) über das Thema:
„Planung der zukünftigen Ausbildung der Präparatoren und Dermoplastiker in
Deutschland" bildete eine breite Diskussionsgrundlage. Der Referent erläuterte den
vom Arbeitskreis XII „Präparatoren" des Bayerischen Berufsförderungswerkes e. V.
in München erstellten Entwurf eines Unterrichtsplanes für eine höhere technische

109
Lehranstalt für Präparatoren und Dermoplastiker. Dieser mit Vertretern aller infrage
kommenden praktischen und theoretischen Fächer ausgearbeitete Unterrichtsplan
sieht ein sechssemestriges Studium vor. Von den sechs Semestern sollen die ersten
vier der Grundausbildung für alle Fachrichtungen dienen, das fünfte und sechste
Semester für die drei späteren beruflichen Hauptfachrichtungen Biologie, Medizin
(Human* und Tiermedizin) und Vorzeitkunde (Palaeontologie und Vor= und Früh=
geschichte) aufgeteilt werden. Darüber hinaus ist für künstlerisch besonders Begabte
der Fachrichtung Biologie an eine Sonderausbildung in einem zusätzlichen Jahr (7.
und 8. Semester) für die Anfertigung von Großdermoplastiken und Großdioramen
gedacht.
Die Hauptversammlung vertrat den einmütigen Standpunkt, daß die Regelung der
Präparatoren^ und Dermoplastiker=Ausbildung keinen Aufschub mehr verträgt, daß
sie beschleunigt, und zwar bundeseinheitlich vorgenommen werden muß, zumal es
sich in dem vorliegenden Falle um eine relativ kleine Berufsgruppe handelt. Ein
fünfköpfiger Arbeitsausschuß wurde beauftragt, die zahlreichen und zum Teil schwie=
rigen Einzelfragen zu klären und einen einheitlichen Plan zu entwickeln, der den
vielseitigen Anforderungen weitestgehend gerecht wird. Er muß neben der ein=
deutigen Klärung des Berufsbildes und einem in jeder Hinsicht durchführbaren Aus»
bildungsgang eine Prüfungsordnung sowie eine den derzeitigen Verhältnissen ange=
paßte Besoldungsneuregelung enthalten. Nur eine maßvolle, gut durchdachte und
fehlerfreie Planung wird bei den Länderregierungen Anerkennung und Billigung
finden.
Der Bund der Deutschen Naturwissenschaftlichen Museen tritt im Herbst 1956 in
Salzburg zu einer außerordentlichen Arbeitstagung zusammen.

Buchbesprechungen

PRAY, Leon L., Taxidermy. The Macmillan Company, New York 1952, 91 S. 42 Abb.
Der Verfasser dieses recht geschickt geschriebenen und illustrierten Büchleins wendet
sich in erster Linie an Jäger und Fischer, die sich ihro Trophäen selbst erhalten
wollen. Abgesehen von den Ausfühiungen über die Borax=Vergiftung der Objekte
wird dem Fachmann kaum etwas Neues geboten. Pray macht seine Häute motten=
sicher durch einstündige Tränkung in gesättigter Boraxlösung. Meines Wissens hat
diese Methode in Deutschland noch keinen Fuß gefaßt. Wegen ihrer Ungiftigkeit
sollte man doch davon Gebrauch machen. R. Piechocki

MOYER, J. W., Practica' taxidermy. The Ronald Press Company, New York 1953,
126 S., 101 Abb.
Der Verfasser, ein Dermoplastiker des Chicagoer Naturhistorischen Museums, hat
diesen Leitfaden als Anleitung zum Aufstellen von Wirbeltieren geschrieben. Die
Ausführungen lassen große praktische Erfahrung erkennen. Für den Fachmann hat
vornehmlich die Rezeptaufstellung spezielle Bedeutung, sowie die Darstellung der
Zurichtung von Häuten. Die Abbildungen und Zeichnungen belegen alle Ausführun=
gen, so daß auch der interessierte Laie mit Gewinn zu diesem Buch greifen wird.
R. Piechocki

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PRAWILSTSCHIKOW, N.N. und N.W. KUSNEZOW: Das Anlegen zoologischer
Sammlungen und die Technik zur Anfertigung zoologischer Ausstellungsstücke.
(Russisch)
Staatl. Verlag für kulturell aufklärende Literatur, Moskau 1952, 183 5., 66 Abb.
Als Leitfaden herausgegeben, enthält das Buch alles Wissenswerte über die Prä*
parationstechnik der wichtigsten Tierklassen. Besonders wertvoll sind die Beschrei=
bungen und Abbildungen der SammeU und Exkursionsgeräte. Die Abschnitte über
das Aufstellen von Wirbeltieren bringen dagegen für den Fachkundigen nichts
Neues, jedoch wird sich der Laie an Hand des Leitfadens recht gut einarbeiten
können. R. Piechocki

jQllen Tvlitgliedern der Cjemeinnübigen Vereinigung der Vräparatoren


und X>ermoplastiker Deutschlands e.V. wünschen wir für das neue Jahr
Cjlück und Zufriedenheit in der Tamilie und im 'Beruf.

Tür den Vorstand


\ . CMüUer-^ehring

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werden: Wort - normal DM 0.10; fett DM 0.10; bei Kennwortanzeigen Chiffregebühr DM I.-

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DER PRÄPARATOR erscheint einfnal vierteljährlich und zwar Qtm 10. i., 10. 4., 10. •/. und 10. 10.
Herausgeber: E r n s t B r e i n e r , Bonn a. Rh., Sebastianstr. 171. tfftkostenbeitrag DM 2,— für das Heft,
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