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Trachtete Gott Mose nach dem Leben, weil er seinen Sohn nicht

beschnitten hatte?
Hat Gott im folgenden Abschnitt versucht, Mose zu töten?

„Und als er unterwegs in der Herberge war, kam ihm der HERR entgegen und wollte ihn töten. Da
nahm Zippora einen Stein und beschnitt ihrem Sohn die Vorhaut und rührte ihm seine Füße an und
sprach: Du bist mir ein Blutbräutigam. Da ließ der HERR von ihm ab. Sie sprach aber Blutbräutigam
um der Beschneidung willen.“ 2. Mose 4, 24-26

Gott wollte Mose töten, nur weil Mose seinen Sohn nicht rechtzeitig beschneiden konnte? Ergibt das
irgendeinen Sinn? Könnten wir uns vorstellen, dass Jesus jemals so etwas im Entferntesten tut?

Natürlich nicht! Lass uns genauer hinschauen.

Zunächst heißt es in dieser Passage, Gott habe versucht, Mose zu töten, anscheinend, weil er seinen
Sohn am achten Tag nach seiner Geburt nicht beschnitten hatte. Die jüdische Denkweise sagte oft,
dass „der Herr“ „dieses tödliche Ding“ oder „der Herr“ „jene tödliche Sache“ tat, aber die eigentliche
zerstörerische Handlung später einem Engel zuwies. So interpretierten sie alle „engelhaften
Aktivitäten“ als „von dem Herrn“. Sie betrachteten Satan als „den Engel des Todes“ der Exodus-
Plagen, der lediglich den Tötungsbefehlen des Herrn Folge leistete. Dieser Abschnitt in der
Beschreibung des Exodus in 2. Mose 4 ist nicht anders.

Das Judentum und auch der Calvinismus machen beide den gleichen grundlegenden theologischen
Fehler - sie glauben beide, dass Satan NUR das tut, was Gott ihm ausdrücklich befiehlt. Der
Calvinismus sagt, Satan sei ein tollwütiger Hund an der gespannten Kette des Herrn, DOCH tut er
NUR das, wofür der Herr im einzelnen seine Kette „lockert“, wenn er Satan auf diejenigen „loslässt“,
die er in seinem Zorn zerstören will. Das Judentum unterscheidet sich nur geringfügig in der Aussage,
dass Satan zwar nicht wie ein tollwütiger Hund ist, aber mit Sicherheit ein gehorsamer dienender
Engel, der NUR das tut, was der Herr ihm ausdrücklich befiehlt. In jedem Fall wird Satan als
Vollstrecker der zerstörerischen Urteile Gottes angesehen.
Wieder schrieben die Juden JEGLICHE und ALLE engelhaften Aktivitäten Gott zu. Als Jakob mit Gott
rang, beschreibt die Bibel ihn an einer Stelle als Gott, der mit Jakob rang, während die Schrift an
anderer Stelle sagt, dass es ein Engel war, mit dem Jakob rang. Wenn Gott zu sagen scheint, dass er
selbst die Erstgeburt Ägyptens schlagen wird, ist es in Wirklichkeit der Todesengel, der anschliessend
die schmutzige Arbeit leistet - ein Todesengel, den das Judentum immer als Satan anerkannt hat.

Wie die Enzyklopädie der Jüdischen Begriffe von Philip Birnbaum sagt: „Satan ... wird ... mit dem
Engel des Todes identifiziert. Er führt in die Irre, dann erhebt er Vorwürfe gegen den Menschen, den er
schließlich tötet. Seine Hauptaufgaben sind die der Versuchung, Anklage und Strafe. Unter der
Kontrolle Gottes handelt er nur mit der göttlichen Erlaubnis, seine Handlungen
auszuführen.“ (Sanhedrin Press, Seite 594). Rabbi Benjamin Blech schreibt in ähnlicher Weise: „Das
Judentum sieht Satan als Diener Gottes, dessen Aufgabe es ist, Entscheidungen zwischen Gut und
Böse zu treffen, damit wir unseren freien Willen ausüben können. [Seine] offensichtliche Härte ist nur
Deckmantel für göttliche Sorge und Liebe.“ Wenn Gott so gut ist, warum ist die Welt so schlecht?
Simcha Press, Seite 7-9

Tatsächlich glaubten die Juden in 2. Mose 4,24, sei es ein ENGEL in der Form einer SCHLANGE, die
Mose Schaden zufügen sollte. Als Christen wissen wir, wer der „Schlangenengel“ ist - Satan.
Nachfolgend findet sich einer der bekanntesten jüdischen Kommentare zu dieser Passage. Er trägt den
Namen Rashis Kommentar. Rashi war ein herausragender jüdische Bibelkommentator des Mittelalters.

„2. Mose 4,24: Nun war er unterwegs in der Herberge, wo der Herr ihm begegnete, :ְ‫הִי בַּדֶֶר‬-‫י‬.‫ ו‬.‫כד‬
‫בַּקֵׁש הֲמִיתֹו‬-‫י‬.‫ה ו‬0‫הֹו‬-‫ּיִפְּגְׁשֵהּו י‬.‫ ּבַּמָלֹון ו‬und gedachte, ihn zu töten.
Er steht für: Mose. :‫ משה בדרך במלון‬:‫… ויהי‬unterwegs in einem Wirtshaus und gedachte (er dachte),
ihn zu töten: Mose, weil er es versäumt hatte, seinen Sohn Elieser zu beschneiden. Weil er es
versäumte, würde er mit dem Tod bestraft werden. Es wurde in einer Erklärung so gelehrt: Rabbi Jose
sagte: Gott bewahre! Moses hat es nicht versäumt, doch überlegte er: Soll ich ihn beschneiden und
mich auf den Weg machen? Es wird drei Tage lang gefährlich für das Kind sein. Soll ich ihn
beschneiden und drei Tage warten? Der Heilige, gelobt sei er, befahl mir: "Geh, kehre nach Ägypten
zurück." [Moses eilte nach Ägypten, um Elieser bei seiner Rückkehr zu beschneiden.] Warum sollte er
dann mit dem Tod bestraft werden? Denn zuerst beschäftigte er sich mit [den Einzelheiten] seiner
Unterkunft. [Dies erscheint] im Traktat Nedarim (31b). … Der Engel verwandelte sich in eine Art
Schlange und verschluckte ihn [Moses] von seinem Kopf bis zu seinen Schenkeln. Zipporah verstand
daher, dass dies aufgrund des Versagens der Beschneidung geschah. - [von Ned. 32a, Exodus Rabbah
5,5* *Auslegung jüdischer Gelehrter zu 2. Mose].

Die Septuaginta (griechische Übersetzung des Alten Testaments) schreibt den Angriff auf Mose
ebenfalls eher einem Engel des Herrn und nicht direkt dem Herrn zu. Beachte, wie die Heiligen des
Alten Testaments in den folgenden Abschnitten Satan und den Herrn miteinander vermischen:

1. Chronik 21,1 und 2. Samuel 24,1.

Diese beiden Passagen beschreiben genau dasselbe biblische Ereignis von Davids Sünde, der
Zählung, doch in der ersten Passage von „Satan“ verursacht, dessen Resultat die Ermordung von
70.000 Israeliten ist, während in der zweiten Passage „der Zorn des Herrn“ David zur Sünde
veranlasste. Wenn also der „Zorn Gottes“ des Alten Testaments in Wirklichkeit „der Dienst des Satans“
ist, dann „Houston, haben wir ein Problem“ was darin besteht, den Unterschied zwischen der Natur
Gottes und der Natur des Satans im Alten Testament richtig zu verstehen.

Der Punkt ist, dass die Heiligen des Alten Testaments glaubten, Satan sei die linke Hand Gottes, seine
zornige Stimme, sein offizieller Minister des Zorns. SO, DASS, wenn SIE „den Engel des Herrn“ als
Verursacher destruktiver Handlungen bezeichneten, sie sich auf Satan bezogen.
Wenn wir dieses Missverständnis in diesem Punkt nicht eingestehen, werden wir an alle möglichen
schrecklichen Dinge über Gott glauben. Jesus hat einen Gott offenbart, der nur Leben gibt und
beschützt, und einen Teufel, der nur Leben nimmt und zerstört. Johannes 10,10; Hebräer 2,14. Jesus
kannte den Unterschied zwischen Gottes Werken und Satans Werken vollkommen. Die Heiligen des
Alten Testaments unterschieden darin oft nicht.

Wenn wir nicht sehen können, dass Jesus Mose tötet, weil sein Sohn nicht beschnitten ist, dann
können wir auch nicht sehen, wie Gott der Vater es tut. Wenn Mose ein Problem mit dem Gehorsam
gegenüber Gott hätte, ein Glaubensfehler in diesem wichtigen Bereich der Heiligung seiner Familie,
dann könnte dies dem Satan den legalen Zugang zum Leiden gewähren und versuchen, ihn zu
zerstören. Deshalb warnt uns das Neue Testament, „dem Teufel keinen Raum zu geben“ (Epheser 4,
24). Das ist es, was ich glaube, was hier los ist. Aber dieser satanische Zugang wurde hier durch
Zipporas reuige Handlungen geheilt.

Paulus sagt im Galaterbrief, dass die physische Beschneidung „nichts“ ist, doch an der Beschneidung
des Herzens alles liegt. Es ist einfach unvorstellbar, dass Jesus jemals jemanden tötet, wenn die
körperliche Zeremonie nicht stattfindet, von der das Neue Testament sagt, dass sie „nichts“ ist. Wir
müssen im Neuen Testament beginnen und rückwärts arbeiten.